Guten Morgen )
Ich habe folgendes Problem.
Vor gut einem Jahr hat mich mein Freund innerhalb von 6 Monaten 8 Mal verlassen und ist dann wieder gekommen. Es waren einfach nur seine Maßnahmen, wenn ich ihn genervt oder sonst etwas habe.
Ich habe ihm nie weh getan oder schlecht behandelt und er hat mich, weil ich nicht perfekt bin, immer wieder sitzen gelassen.
Jedes Mal, wenn er mich verlassen hat, war ich kurz vorm Selbstmord und es hat Wochen und teilweise Monate gebraucht bis ich nicht mehr jeden Tag geweint habe. Dann ist er wieder zu mir zurück gekommen und es hat alles von vorne begonnen.
Ich war so abhängig von ihm gewesen, dass ich es zugelassen habe, dass er mir jedes Mal aufs neue mein Herz bricht, bis er als er zum 9 Mal zurück kommen wollte ich ihn nicht mehr zurück gelassen habe. Er war mir auf einmal vollkommen egal. Ich denke, er hatte eine Schmerzgrenze überschritten.
Es ist jetzt über ein Jahr her, dass er weg ist und ich bereuhe ihn nicht, weil er mich erwachsen gemacht hat, aber ich habe vor kurzem eine Wunde die er mir zugefügt hat entdeckt.

Wenn Menschen mir immer wichtiger werden und ich sie wirklich anfange zu lieben, stoße ich sie weg, bzw. ich fange an mich mit ihnen anzulegen und bin unausstehlich zu ihnen. Ich will damit bezwecken, dass sie mich verlassen, weil in meinem Kopf dauernd wiederholt wird, dass alle mich verlassen werden. Ich will zwar, dass es nicht wahr ist, aber meine Erfahrungen mit Freunden und mit ihm haben kein bisschen Hoffung dagelassen.
In mir ist dann eine Art Aggression gegenüber mir selbst und ich kann es nicht kontrollieren, weswegen ich dann anfange Menschen zu provozieren, damit sie gehen.
Ich habe es lange nicht verstanden, warum ich das mache.
Aber als ich dann meine beste Freundin verloren habe, habe ich sehr viel über das was ich tue nachgedacht.
Wenn du einen Menschen wirklich sehr liebst, dann machst du dich verletzbar.
Sie haben die Macht, dir wirklich sehr weh zu tun, genau so, wie mein Freund vor einem Jahr.
Ich habe ein Abwehrmechanismus entwickelt, weil ich diesen tiefen Schmerz nie wieder spüren möchte und ich es nicht zulassen kann, dass andere diese Macht über mich haben.
Dh. in dem ich so unaustehlich werde, treffe ich die Entscheidung für die Menschen. Ich entscheide, wann sie mich verlassen und warum und sie können nichts dagegen tun, nur sich entscheiden ob sie blieben oder nicht.
Dadurch dass ich das mache haben sie keine Macht mehr über mich, sondern müssen sich meiner Entscheidung "unterorden".
Ich tue mir selber weh, damit es andere Menschen nicht machen können, weil es weniger weh tut und weil ich mich darauf vorbereiten kann.
Ansich finde ich es einfacher, weil auch wenn ich jetzt meine beste Freundin verloren habe, tut es nicht so weh, als wenn sie mich verlassen hätte.

Aber ich merke selber, dass ich ihr sehr dadurch weh getan habe und das will ich nicht. ich will mir weh tun, aber nicht den Menschen die ich liebe, das ist nur eine Nebenwirkung. Ich kann nur nicht kontrollieren, was ich, wenn ich diese Phase habe, mache.
Ich bereuhe, was ich gemacht habe, weil ich ihr weh getan habe und sie sich mir nach Jahren ganz geöffnet hatte.

Zwar kann ich diese Freundschaft nicht mehr retten, aber wenn ich meine Angst verletzt zu werden, nicht ablege, werde ich mit niemandem eine tiefe Beziehung haben können. (Lol)

Ich weiß nicht was ich machen soll, bis auf dass ich wieder zur Therapie gehen werde.
Vlt. kennt ihr so was oder wisst ihr was helfen könnte?

Lola

28.08.2019 09:33 • 28.08.2019 #1


3 Antworten ↓


FeuerWasser
Zitat von Lolaaaa:
Vor gut einem Jahr hat mich mein Freund innerhalb von 6 Monaten 8 Mal verlassen und ist dann wieder gekommen.

...und du hast ihn 8 mal zurück genommen.

Ich denke nicht, dass dein Verhalten nur mit deinem Ex zu tun hatte sondern das du vorher auch schon keine gute Selbstfürsorge- und deine Schwierigkeiten hattest ansonsten hätte dein Ex diese Spielchen gar nicht betreiben können.

Du beschreibst eine gewisse Aggression dir gegenüber. Es ist auch eine Autoaggression sich 8 mal verletzen zu lassen. Nur war dir das vllt. nicht so bewusst.

Deine Beobachtung ist soweit schon richtig, dass man sich mit eingehen einer Beziehung verletzbar macht aber das macht eine Beziehung auch aus. Wo Sonne ist ist auch Schatten. Es gibt nicht nur glücklich sein.

Ich könnte mir vorstellen, dass ua fehlende Abgrenzung bei dir ein großes Thema ist.

Du schreibst, du möchtest diesen tiefen Schmerz nie mehr spüren. Das ist der einfache- aber der falsche Weg. Wenn du eine positive Veränderung haben möchtest dann musst du an dir arbeiten und das heißt, sich Themen zu stellen die schmerzhaft sind.

28.08.2019 10:14 • #2


Ich war bevor ich ihm kennen gelernt hatte ein Wrack, deswegen habe ich ihn auch so gebraucht. In der Zeit die ich mit ihm verbracht habe, habe ich mich wieder geliebt und sicher gefühlt, ganz weit weg von der kaputten Welt. Nichts hat mehr weh getan wenn ich bei ihm war. Das war dann auch der Grund warum ich ihn so oft zugelassen habe. Mir waren die Folgen egal, Hauptsache ich war sicher, wenn auch nur für einen Augenblick. Ich war wie abhängig von ihm.
Zitat von FeuerWasser:
Ich könnte mir vorstellen, dass ua fehlende Abgrenzung bei dir ein großes Thema ist.

Was meinst du mit Abgrenzung?

28.08.2019 13:16 • #3


FeuerWasser
Abgrenzung ist ein notwendiger Selbstschutz um mehr bei sich zu bleiben, eigene Entscheidungen treffen die einem gut tun.

Du hast geschrieben, dass du in Therapie warst. Vielleicht wäre es doch ein guter Ansatz da nochmal anzuknüpfen.

28.08.2019 15:15 • #4





Dr. Reinhard Pichler