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Hallo liebes Forum..
Hier meine Geschichte: Meine Mutter ist Alk. und hat mich sehr oft geschlagen und verbal gedemütigt und fertig gemacht. Daraus resultieren einige Probleme, von denen mir wahrscheinlich nicht mal alle bewusst sind. Ich habe ein sehr sehr schlechtes Selbstbewusstsein. Grundsätzlich weiß ich, dass ich nicht besonders dick oder hässlich bin, dennoch finde ich mich abstoßend. Dies geht sehr weit, bis zum regelrechten Selbsthass.
Ich bin 20 Jahre alt und habe es ohne mich wirklich anzustrengen geschafft ein Mediendesign Studium zu beginnen. Hier fehlt mir leider jegliche Selbstdisziplin um dieses Studium vernünftig zu absolvieren.
Aber nun zu meinem Hauptproblem:
Ich habe schon mehrere "Beziehungen" geführt, allerdings hat keine von ihnen länger als sechs Monate gehalten. Ich wurde mehrmals Betrogen und belogen, von einem meiner Exfreunde auf eine sehr sehr grausame Art und Weise. Nun habe ich vor 7 Monaten einen jungen Mann kennengelernt, in den ich mich (trotz meiner negativen Einstellung zu Beziehungen) sofort verliebt habe. Nach ein paar Monaten Kennenlernphase (in der auch Differenzen wie das Rauchen eine Rolle spielte), sind wir zusammen gekommen. Und nun beginnt das selbe Spiel wie in den anderen Beziehungen die nicht durch Fremdgehen meines Partners sondern durch mich zugrunde gegangen sind. Wir streiten uns ständig, und er sagt meistens bin ich daran schuld, weil ich überreagiere oder weil ich eifersüchtig bin. Das Problem ist, dass ich nicht weiß wann ich überreagiere und wann nicht und ich weiß nicht was ich tun kann. Ich sabotiere meine Beziehungen, ich verursache streit und rede meinem Partner ein schlechtes Gewissen ein, ich gebe ihm das Gefühl, dass er alles falsch macht, auch wenn er eigentlich wenig Fehler macht. Er sagt er hat das Gefühl, ich würde ihn dazu bringen wollen mit mir Schluss zu machen. Die selben Streitereien hatte ich in früheren Beziehungen auch. Ich habe große Angst ihm nicht gut genug zu sein, ich habe Angst davor verletzt und verlassen zu werden und ich habe Angst davor betrogen zu werden (auch wenn er wirklich nicht der Typ für so etwas ist). Ich weiß nicht was ich tun kann, ich weiß nur dass diese Beziehung nicht mehr lange hält wenn ich sie weiterhin so boykottiere.
Ich hoffe jemand kann mir ein paar Tipps geben.
Vielen Dank!

04.06.2014 13:15 • 11.06.2014 #1


13 Antworten ↓


Hallo Freitag,

Hmm... gewaltfreie Kommunikation fällt mir da spontan ein. (http://www.amazon.de/Gewaltfreie-Kommun ... munikation)
Das könnte dir zumindest helfen zu erkennen, wann du "überreagierst".
Das wäre Symptombekämpfung schätze ich.

Das schlechte Selsbtbewusstsein, das du angesprochen hast, dürfte, aus meiner Sicht, ein Auslöser für viele Dinge sein, mit denen du unglücklich bist. Dazu gibt es unterschiedliche Methoden um das aufzubauen, aber es wird nicht von heute auf morgen gehen.

Hierunter fallen sicher z.B. NLP und autogenes Training zur Entspannung und einer lockereren Umgehensweise mit Alltagssituationen. Hierunter fällt aber auch Psychotherapie & Persönlichkeitsberatung.
PT und Coaching haben den Vorteil, dass du eine Person hast, einen Anker, mit dem du regelmäßig wieder über dich selbst reflektieren kannst, wohingegen Methoden wie NLP und autogenes Training alleine, dich auf dich allein stellen.

Hoffe das hilft ein bisschen,

LG

06.06.2014 19:17 • #2



Jede Beziehung zum Scheitern verurteilt

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@Freitag01
Ich möchte gerne von Dir wissen, was Du möchtest? Wie müsste es (oder Du) Deiner Meinung nach sein, damit Du sagen kannst, ok, so kann sein und es wäre in Ordnung?

Kannst Du so tun als wäre dieser Zustand jetzt da und ihn mir beschreiben?

LG
Tom

07.06.2014 18:08 • #3


Zitat von Freitag01:
Hallo liebes Forum..
Hier meine Geschichte: Meine Mutter ist Alk. und hat mich sehr oft geschlagen und verbal gedemütigt und fertig gemacht. Daraus resultieren einige Probleme, von denen mir wahrscheinlich nicht mal alle bewusst sind. Ich habe ein sehr sehr schlechtes Selbstbewusstsein. Grundsätzlich weiß ich, dass ich nicht besonders dick oder hässlich bin, dennoch finde ich mich abstoßend. Dies geht sehr weit, bis zum regelrechten Selbsthass.
Ich bin 20 Jahre alt und habe es ohne mich wirklich anzustrengen geschafft ein Mediendesign Studium zu beginnen. Hier fehlt mir leider jegliche Selbstdisziplin um dieses Studium vernünftig zu absolvieren.
Aber nun zu meinem Hauptproblem:
Ich habe schon mehrere "Beziehungen" geführt, allerdings hat keine von ihnen länger als sechs Monate gehalten. Ich wurde mehrmals Betrogen und belogen, von einem meiner Exfreunde auf eine sehr sehr grausame Art und Weise. Nun habe ich vor 7 Monaten einen jungen Mann kennengelernt, in den ich mich (trotz meiner negativen Einstellung zu Beziehungen) sofort verliebt habe. Nach ein paar Monaten Kennenlernphase (in der auch Differenzen wie das Rauchen eine Rolle spielte), sind wir zusammen gekommen. Und nun beginnt das selbe Spiel wie in den anderen Beziehungen die nicht durch Fremdgehen meines Partners sondern durch mich zugrunde gegangen sind. Wir streiten uns ständig, und er sagt meistens bin ich daran schuld, weil ich überreagiere oder weil ich eifersüchtig bin. Das Problem ist, dass ich nicht weiß wann ich überreagiere und wann nicht und ich weiß nicht was ich tun kann. Ich sabotiere meine Beziehungen, ich verursache streit und rede meinem Partner ein schlechtes Gewissen ein, ich gebe ihm das Gefühl, dass er alles falsch macht, auch wenn er eigentlich wenig Fehler macht. Er sagt er hat das Gefühl, ich würde ihn dazu bringen wollen mit mir Schluss zu machen. Die selben Streitereien hatte ich in früheren Beziehungen auch. Ich habe große Angst ihm nicht gut genug zu sein, ich habe Angst davor verletzt und verlassen zu werden und ich habe Angst davor betrogen zu werden (auch wenn er wirklich nicht der Typ für so etwas ist). Ich weiß nicht was ich tun kann, ich weiß nur dass diese Beziehung nicht mehr lange hält wenn ich sie weiterhin so boykottiere.
Ich hoffe jemand kann mir ein paar Tipps geben.
Vielen Dank!


Ein ganz klarer Fall patriarchalen Machtmissbrauches! Am Ende einer Beziehung ist nie die Frau schuld, sondern der Mann. Wenn er fremdgeht, dann hat er Sie nicht glücklich gemacht. Nicht umgekehrt. Aber das ist ja nicht Ihr Problem. Zum streiten gehören immer zwei. Wenn Sie überreagieren, dann ist er schuld, weil er darauf eingeht. Sagen sie ihm, wer die Hosen anhat! Entweder er ändert sich oder Sie gehen.

Ich weiß, das hört sich jetzt schlimm an, aber so muss es sein. Sie brauchen einen Mann, der Ihre (geschildertren) Aggressionen kennt und schätzt. Ein Mann, der nicht unter einer unbewussten Kastrationsangst, sowie einem nicht aufgearbeiteten ödipalen Komplex leidet. Nur Mut!

07.06.2014 18:20 • #4


Ein klarer Fall?

Also für mich ist es die erste Assoziation die einem in den Sinn kommt, wenn man ihren Eintrag durchliest. Aber sicher kein klarer Fall. Sie muss doch erst einmal sicherstellen, wo die Kausalitäten liegen für ihr Verhalten. Selbst wenn es wie hier assoziiert am Elternhaus liegt, ist die genaue Ursache und Wirkung doch nicht klar. Also ich kann an dieser Stelle nur sagen ich weiss gar nix.

Erst einmal würde ich gerne wissen, wie sie es sich vorstellt, wenn es "gut laufen würde". Und dann würde ich wissen wollen, was die Ursache ist. Dazu muss man aber doch viel mehr über die Person wissen.

35% der Personen die an Darmkrebs erkranken haben regelmässig 100% reine Baumwollsocken getragen. Bedeuted das jetzt, dass Baumwollsocken Darmkrebs verursachen? Wir assoziieren als Menschen gerne, darin sind wir gut. Aber damit verursachen wir auch viele schwere, falsche Entscheidungen.

Solange Du die Ursache nicht sichergestellt hast und weisst, wie es "an einem guten Tag" aussehen soll, dann kannst Du auch den Weg dort hin nicht finden und irrst Dein ganzes Leben durch die Gegend.

07.06.2014 19:05 • #5


Du hast recht: "Klar" wäre der Fall nur, wenn wir eine Kamera hätten und ihr Beziehungsleben filmen könnten. Ich bin nur in all den jahren meines Lebens zur Ansicht gelangt, dass in 90% der Fälle den Mann die schuld trifft.

Kann bei ihr aber alles anders sein. Das kann letztlich nur sie selbst wissen.

07.06.2014 19:23 • #6


@90% sind die Männer schuld

Kann schon sein, aber Männer gehen unterschiedlich mit ihrer Schuld um.

Frage:
patriarchaler Machtmissbrauch? Sicher?

07.06.2014 19:51 • #7


Zitat von entoklarino:
@90% sind die Männer schuld

Kann schon sein, aber Männer gehen unterschiedlich mit ihrer Schuld um.

Frage:
patriarchaler Machtmissbrauch? Sicher?


So sicher wie ein Amen in der Kirche...

07.06.2014 19:53 • #8


was ist patriarchaler Machtmissbrauch an dieser Stelle für Dich genau?

07.06.2014 19:56 • #9


Zitat von entoklarino:
was ist patriarchaler Machtmissbrauch an dieser Stelle für Dich genau?


Das muss ich einem Mann jetzt doch nicht erklären, oder?

07.06.2014 19:58 • #10


Doch bitte. Kannst es mir ja als Privatnachricht schreiben was Du genau meinst.

07.06.2014 19:59 • #11


Also erstmal danke für die vielen Antworten!

Einen guten Tag würde ich mir so vorstellen (ich versuche jetzt nicht utopisch zu werden) dass wir beide gemeinsam aufstehen, Kaffee trinken und dabei quatschen. Dann machen wir uns entspannt Frühstück und essen auf dem Balkon. Und dann erleben wir irgendetwas, ich weiß nicht genau, wir gehen klettern oder fahren an einen See und mieten ein Tretboot, Grillen, Cocktails trinken gehen, in diese Richtung. Und Abends dann vielleicht einen Film schauen.
Ich finde es ja auch okay wenn wir uns ab und zu streiten, aber ich hasse es wenn dann einer von uns beide (oder beide) direkt die ganze Beziehung in Frage stellt und wenn wir tagelang nur am streiten sind.
Ich habe die letzten Tage versucht nicht mehr so eifersüchtig zu sein und es hat recht gut funktioniert, trotzdem habe ich das Gefühl dass ich das in mich hineinfresse und es irgendwann vielleicht an die Oberfläche kommt, zumal es ein Akt der Anstrengung ist das zu Unterdrücken (die ganzen Fragen und Anschuldigungen).

Noch ein paar Informationen zu mir (ich kann gerade leider nicht den Post vom Anfang sehen also wiederhole ich mich evtl.):
Ich bin in einem Haus mit beiden Eltern aufgewachsen, mein Vater war sehr oft geschäftlich im Ausland, meine Mutter zunächst zuhause. Dann hat meine Mutter wieder angefangen zu arbeiten und wir (meine etwas ältere Schwester und ich) waren oft bis Nachmittags/Abends bei unseren Großeltern (die sich sehr gut um uns gekümmert haben). Als ich 7 war haben sich meine Eltern geschieden und wir sind mit dem neuen Freund meiner Mutter in ein anderes Haus gezogen. Meine Mutter fing irgendwann in diesem Jahr oder in dem danach an uns nicht mehr nur mit der Hand einen Klaps auf den Hintern zu geben sondern den Kochlöffel zu nehmen. Ich begann zu sehen dass meine Mutter oft (mindestens 2 Mal die Woche) sehr betrunken war und sie schlug uns (besonders mich weil ich sehr stur war) immer öfter. Meine Schwester und ich hatten ein sehr schlechtes Verhältnis, viele Sticheleien und Gewalt auch in dieser Beziehung.
Irgendwann ist meine Schwester zu unserem Vater gezogen und ich bin bei meiner Mutter geblieben. Sie gab mir die Schuld für den Alk. und ruinierte mein Selbstbewusstsein (was sind was denn für Beine? Iss nicht so viel du bist schon viel zu dick, etc.).
Mit 15 warf sie mich raus nachdem ich versucht hatte die seit Tagen abgeschlossene Küchentür einzuschlagen und ich zog zu meiner Oma. 1 1/2 Jahre später zog ich wieder zu meiner Mutter, dann ging ich für ein Jahr nach Kanada. Als ich wiederkam war es mit ihr wieder furchtbar und sie warf mich raus. Ich verbrachte einen Monat lang auf der Straße und bei verschiedenen Freunden bis ich zu meinem Vater zog. Dann hatte ich erstmal lange keinen Kontakt zu meiner Mutter, jetzt nur vereinzelt und sie enttäuscht mich immer wieder mit ihrem Verhalten.

Beziehungstechnisch hatte ich sehr viele Fehltritte. Mein erster Freund lies mich nach dem ersten Mal sitzen, den zweiten verließ ich weil ich zu Depressiv war um die Beziehung zu schätzen zu wissen, der dritte (mit dem ich in einem Anflug von Selbstzerstörung weitere 2 Mal zusammen war) betrog mich auf asozialste Art und Weise regelmäßig. Die vierte Beziehung (Ich rede von Beziehungen die um die 5 - 6 Monate gedauert haben) habe ich auf die selbe Art und weise ruiniert wie ich dabei bin diese zu ruinieren und die vor meiner aktuellen Beziehung war mit einem Kontrollfreak.

Ich hoffe das hilft irgendwie beim Brainstormen. Danke auf jeden Fall für die Tipps (Und die ausgebrochene Diskussion )

11.06.2014 19:16 • #12


Zitat von entoklarino:
@Freitag01
Ich möchte gerne von Dir wissen, was Du möchtest? Wie müsste es (oder Du) Deiner Meinung nach sein, damit Du sagen kannst, ok, so kann sein und es wäre in Ordnung?

Kannst Du so tun als wäre dieser Zustand jetzt da und ihn mir beschreiben?

LG
Tom



Der Zustand wäre wie folgt:
Wenn ich ein Problem habe ist er meine erste Anlaufstelle, der erste Mensch mit dem ich darüber reden möchte. Ich könnte ihm vertrauen, so sehr dass ich bei allem was er tut wüsste, dass er mich nicht außer Acht lässt, dass er nichts tut was mir schaden würde. Ich würde für ihn da sein, wenn er mich braucht und wenn es zu einem Streit kommt, dann redet man darüber so lange es sinnvoll ist und wenn man sich im Kreis dreht oder es um eine Kleinigkeit geht dann nimmt einer den anderen einfach in den Arm und der Streit ist vorbei. Und das worum es geht wird dann ad acta gelegt, endgültig und ohne dass der eine es irgendwann wieder im Streit aufbringt. Ich hätte gerne das Gefühl, dass mein Partner merkt wenn mir etwas wirklich wichtig ist und dass Dinge über die man redet auch umgesetzt werden.. Auch das von Männern so gehasste Einfühlungsvermögen und "zwischen den Zeilen lesen" wäre eine schöne Eigenschaft.
Ich würde auch gerne, wenn er mir erzählt dass er sich mit seiner Ex trifft trotzdem einen schönen tag haben. Ich würde gerne die Stimme ausschalten die mir jeden positiven Satz wiederholt den er je über sie gesagt hat, mir all ihre Vorteile aufzählt und sie mit mir vergleicht.. Ich würde ihm gerne so sehr vertrauen, dass ich wüsste er würde nicht darauf eingehen, selbst wenn sie sich *beep* auf seinen Schoß setzen würde.

Ich habe das Gefühl mich zu wiederholen also beende ich das hier.. Die Aufgabe ist schwieriger als gedacht.

11.06.2014 19:27 • #13


Also zusammengefasst das hier:

1. Er ist die Person, die für Dich da ist, wenn Du Probleme hast.
2. Du willst ihm blind vertrauen können, ohne jeden Zweifel.
3. Du willst, dass er sehr aufmerksam ist und auf Deine "Signale" eingeht.
4. Du wärst gerne weniger eifersüchtig.

Ist das richtig? Auf den Punkt?

11.06.2014 20:45 • #14



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