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Da ich den ganzen Tag schon am heulen und grübeln bin muss ich meinen Frust nun abladen und verewige mich in diesem Forum.
Ich bin seit 1,5 Jahren mit meinem Freund zusammen und litt von Anfang an an Agoraphobie. Noch bevor wir zusammenkamen wies ich ihn auf die Schwierigkeiten hin und fragte ihn DEUTLICH, ob er die Beziehung dennoch eingehen möchte. Er hat sich wohl alles einfacher vorgestellt...

Heute gab es den Absturz. Wir wollten zusammen zu einem Restaurant fahren (er ist Fahrer, ich habe keinen Führerschein) und uns etwas zum Essen holen. Schon auf dem Hinweg fühlte ich mich nicht wohl. Als wir ankamen suchte ich nach einem Hintereingang des Restaurants, da mir der weg vom Auto zum Haupteingang zu schwierig schien. Ich fand auch einen und ging drauf zu, als mein Freund gereizt sagte "Das ist jetzt nicht dein Ernst?! Ja komm ab - geh rein... man man man!" darauf ich "bist jetzt sauer oder was? Is doch egal ob wir vorne oder hinten reingehen?!", "Ne - komm geh weiter". Im Restaurant mussten wir auf unser Essen warten. Das Verhalten meines Freundes machte mich sauer und ich wurde nervös. Dadurch durchlebte ich eine richtig, richtig derbe Panikattacke vor den Augen meines Freundes, der Gäste und dem Personal des Restaurantes. Ich zitiere nun den Verlauf (soweit ich ihn noch in Erinnerung habe, da ich nicht mehr bei Sinnen war)
Er: "Geht's einigermaßen?"
Ich: "Nein! Ich halts nicht aus!"
Er: "OH MAN!! Ich hab sowas von keinen Bock mehr auf die ganze schei.! Ich pack des nicht mehr! Ich halt des nicht mehr aus, diese ewige schei. mit dir immer! Geh halt raus, die Leute gucken schon!"
Ich: "Lass mich in Ruhe - Fahr mich sofort nach hause!!"
Er: "Nein!"
Ich: "Gib mir dein Handy ich brauch jemand der mich hier wegholt, ich will hier weg, ich bin gefangen!"
Er: "Ich hab mein Handy nicht dabei!"
Ich (zusammengekauert): "Ich bin gefangen... ich pack des nicht mehr"
Er: "Du klappst jetzt aber hier nicht zusammen!! Du weißt fei schon dass die dich alle angucken und wenn du so weitermachst holt noch jemand den Krankenwagen!!"
- Das hat mir natürlich alles wahnsinnig weitergeholfen. Super mein Freund schäumt in einer sowieso schon holprigen Situation über und erklärt mir dass unsere Beziehung auf der Kippe steht! Das war einfach zu viel. Ich kam mir vor wie der letzte Depp!
Auf dem Heimweg hat er geschrien "ES GEHT NICHT NUR UM DEINEN KOPF! DU MACHST MICH KAPUTT!! Ich bin seit 1,5 Jahren mit jemanden zusammen der das Haus kaum verlassen kann, eine Freundin die noch nie bei mir geschlafen hat, eine Freundin die nicht spontan sein kann, eine Freundin die einfach nichts kann!" - "Aber ich habs dir doch vorher gesagt, ich habe dich "gewarnt" vor dieser Sache!", "Ja und? Mir wirds jetzt erst richtig bewusst! Ich kann mir keine Zukunft mit dir vorstellen, es geht nicht! Und soll ich dir was sagen? Ich sehe nur noch negativ nach vorne, ich glaube du wirst NIE WIEDER gesund! Es gibt für mich keinen Funken Hoffnung mehr!"
Ich war baff. Ich wusste in diesem Moment nicht mehr weiter. Reicht es denn nicht schon dass ich mich selbst kaputt mache? Muss ich dann auch noch andere mit hereinziehen?
Zuhause angekommen: Stille. Wir hatten zwar das Essen, aber keiner hatte mehr Hunger. Ich zitiere mal wieder:
Ich: "Na wenn du keine Hoffnung mehr hast - willste nun die Beziehung beenden?"
Er: "Nein, aus einem einzigen einfachen Grund: Ich liebe dich!"
Ich: "Ich liebe dich auch. Aber wenn du das alles nicht mehr aushältst macht die ganze Beziehung keinen Sinn mehr. Ich brauche Zeit! Ich brauche niemanden der mich unter Druck setzt, ich brauche jemanden der mit mir zusammen an einem Strang zieht und mich nicht fertig macht, wenn mal was nicht läuft wie es sollte!"
Er: "Ich will einfach eine stinknormale Beziehung, so wie jede andere!"
Ich: "Die wirst du mit mir nicht so schnell haben, das ist unmöglich. Ausser du lässt mir Zeit!"
Er: "Ich habe keine Kraft mehr! Aber ich will dich nicht verlassen, weil ich dich liebe!"

Hilfe, Teufelskreis. Wenn er keine Hoffnung mehr hat, gibt es keine Zukunft da ich ihm in heikelen Situationen nie mehr vertrauen kann und wir WENN - da zusammen durch müssen. Beenden wollen wir beide jedoch die Beziehung nicht, da wir uns beide sehr lieben. Uns steht die Panik im Weg. Wenn ich die so einfach aus dem Weg räumen könnte, gäbe es ja kein Problem mehr.
Später sagte er noch zu mir dass wir das gemeinsam schon schaffen werden. Aber alles was er davor zu mir gesagt hat, hörte ich das erste Mal und mein Kopf dröhnt seither wahnsinnig.

Oh jetzt gehts mehr besser. Das musste einfach raus...
Liebe Grüße an Alle.

20.09.2009 19:07 • 26.10.2009 #1


10 Antworten ↓


Hi,
es scheint doch, dass er weitermachen will.
Ich denke, dass er einfach mal geplatzt ist.
Ich habe übrigens auch Panikattacken und kenne solche Situationen.
Mir hat es geholfen vorher klar zu machen, dass ich aus dem Restaurant rausgehe vor die tür wenn es dicke kommt. alle haben das eigenartig gefunden, aber sie haben es akzeptiert. Ich konnte bleiben.
Ich bin nie rausgerannt. Für mich war es wichtig wenigstens die Nöglichkeit zu haben, ohne blöd angeschaut zu werden.

21.09.2009 09:35 • #2



Heute ist er komplett ausgerastet

x 3


ich denke auch,das er einfach in dieser situation überfordert war.so wie du ,ist auch er einfach überfordert gewesen,aber ich denke , er liebt dich wirklich ,sonst wäre er schon längst gegangen,so wie du die zeit brauchst,braucht auch er die zeit.

warum behälst du nicht den autoschlüssel? wir machen es so,wenn was ist hab ich den schlüssel und kann schon mal zum auto,da bin ich alleine und versuche mich zu beruhigen.auch wenn mein mann mal irgendwo rein geht,und ich nicht mit will,weils mir nicht so gut geht,bleibt der schlüssel bei mir,wenn was ist weiß ich das ich weg kann,ich würde wohl nicht weg fahren(kann ihn da ja nicht alleine lassen) aber wenn er auch noch den schlüssel mit nimmt,fühl ich mich gefangen...

lg kerstin

21.09.2009 09:48 • #3


ja also was machst du denn wegen deiner agoraphobie? (ich hab/hatte das auch) ich finde es ein wenig extrem wie dein kerl reagiert hat. sicher würde es ihn beeindrucken wenn er sieht dass du an deinem problem richtig arbeitest. vllt stört ihn mehr dieses "hinnehmen" obwohl er auch mit darunter leiden muss. mein freund hat zum bleistift zwänge und tut so gut wie NÜCHTS dafür und wir hatten einen zeitlang richtig dolle beziehungsprobleme und er hatte die ganze zeit einen prima selbsthilferatgeber zu dem thema in den er nicht EINMAL reingesehen hat. das er nichts dafür tut regt mich mehr auf als das thema an sich.

21.09.2009 11:51 • #4


Danke für die lieben Antworten...
Habe jetzt eine Nacht darüber geschlafen und hatte seither noch keinen Kontakt zu ihm.
@kishti: Ja das ist auch der Gedanke der mich momentan etwas aufmuntert. Dass er einfach mal komplett explodiert ist. Nur was er gesagt hat, schleppt er ja dann schon eine ganze Weile mit sich herum und ich wusste nichts davon?! Und jetzt weiß ich woran ich bin.. ich weiß nun dass er keine Hoffnung mehr hat, dass er sich keine Zukunft mit mir vorstellen kann. So etwas sagt man nicht zum Spaß, er hat es ernst gemeint - und auch wenn es ihm nach dieser Explosion nun besser geht, jetzt fühle ich mich beschissen, da ich weiß ihn zu zerstören! Mir haben bereits 3 Leute gesagt dass ich sie kaputt mache: OBWOHL ICH GAR NICHTS MACH! Ich will niemanden kaputtmachen, ich will niemanden Schaden, es reicht dass ich mir das Leben zur Hölle mach, warum dann noch (unbeabsichtigt!!) andere da mit rein ziehen? Das mag jetzt bescheuert klingen, aber manchmal wäre es wohl besser niemanden zu kennen, so kann man auch niemanden kaputt machen. Der Gedanke bleibt in meinem Kopf verankert. Ich liebe ihn, will ihm aber nicht Schaden. Ich kann aber nicht von heute auf morgen gesund sein = ich mach ihn weiterhin kaputt! Ich hoffe, ich drücke mich einigermaßen verständlich aus. Aber ich bin echt... verwirrt!

@Kerstin40: Ich habe keinen Führerschein, somit bringt mir der Schlüssel gar nüscht:) Das ist ja des Problem. Ich bin auf ihn angewiesen und daher war die Situation einfach komplett ausweglos für mich. Ich muss den Leuten vertrauen können. Wenn ich gewusst hätte, dass er mich heimfährt und nicht böse ist, dass ichs nicht geschafft hätte - 100 %ig - ich hätte es geschafft und wäre nicht zusammengebrochen. Einfach weil ich das Vertrauen brauche... was leider seit gestern komplett in den Erdboden gesunken ist.

@esel88: Ich war bereits ein paar Monate (letzten Winter) in einer Klinik, dort wurde ich einigermaßen stabilisiert. Vorher habe ich keinen einzigen Schritt mehr aus dem Haus gewagt, ich konnte wirklich gar nichts mehr. Daher ist der Weg zum Restaurant auf jedenfall schon ein Fortschritt, den mein Freund anscheinend ja gar nicht mehr erkennt?! Ich bin weiterhin in ambulanter Behandlung und mache täglich meine Übungen. Also mehr kann ich nun wirklich nicht tun. Zaubern kann ich nicht?! Weißt, ich weiß nicht was der von mir erwartet! Ich kann nicht von heute auf morgen ein "normaler" Mensch sein, der spontan einfach mal in die Karibik fährt. Man braucht eben Zeit... und die will er mir anscheinend nicht geben...

Also nochmals Danke ihr Lieben,
Grüßle

21.09.2009 12:53 • #5


okay also du machst ja wirklich sehr viel. find ich toll was du schon alles geschafft hast! weiter so!! *daumendrück*
denkst du es ist nur das problem mit deiner angst oder das er vllt noch wegen anderen dingen unglücklich ist?
schlimm wenn er so allergisch darauf reagiert, vor allem für dich. was hast du jetzt vor? kannst du dir ein leben ohne ihn vorstellen? wie sehr hast du angst davor dass er dich verlässt?

21.09.2009 13:13 • #6


ich kenne diese Situation, die Du da beschrieben hast, nur zu gut. Ich habe es überwunden, und mein Mann ist noch immer bei mir..

Ich kenne beide Seiten. Ich kann Dich verstehen, ich kann ihn verstehen, sehr gut sogar. Heute denke ich klar darüber, weil ich weiss, wie ich mit diesen Attacken, wenn sie denn noch vereinzelt auftreten, umzugehen habe.

Deine Attacken scheinen wieder ganz akut zu sein, es ist an DIR, für Deine Gesundheit zu sorgen, und zwar UNABHÄNGIG davon , was aus Euch wird.

Lass mich folgendes sagen: Du BRAUCHST ihn nicht dazu, das glaubst Du nur. Sein Ausraster in dieser Situation zeigt nur seine Hilflosigkeit, seine Angst. So gesehen solltet Ihr Euch beide therapieren.

Du brauchst Selbstbewusstsein, Selbstvertrauen. Vielleicht kannst Du dann auch irgendwann den Führerschein machen. Wäre das kein Anreiz?

Wie gesagt, die Situation beschreibt nur, wie schlimm es um Dich steht, es gibt Hoffnung. Warte nicht, Handle!

LG habebegriffen

21.09.2009 14:30 • #7


Als bei mir die Panik anfing, war ich mit einem sehr viel jüngeren Mann zusammen. Der wollte mich stark.
Als ich für ihn nichts mehr tun konnte (wegen panik), hat er sich langsam abgeseilt. Ich hätte nämlich jemanden gebraucht, der mir mal hilft.
Er konnte es nicht, weil er selbst Hilfe brauchte.
Ich habe mir selbst geholfen, indem ich eine Therapie gemacht habe und in eine Selbsthilfegruppe gegangen bin. Allerdings haben sich alle Leute verdünnisiert, die eigentlich mich immer als Helferlein wollten.


Mich hat die Panik eigentlich ehrlich gemacht. Mir blieb nichts anderes übrig, als immer wieder zu sagen:" Ich versuche das und das, aber es könnte sein..... Nehmt es mir nicht übel wenn.........."
Das hat geklappt, aber ich habe es immer wieder versucht.
Bin oft nur aus der Haustür gekommen und sofort wieder in die Wohnung zurück.

Erstens: Du schadest niemandem!!!
Zweitens: Jeder ist für seine Gefühle und Verhaltensweisen selbst verantwortlich!! Auch dein Freund.

Er hat dir nicht gesagt, dass Du ihm schadest oder?

Er hat nur gesagt, dass es ihn sehr stört, dass Du nicht spontan....etc. bist.

Das muß er aber gemerkt haben, als er dich kennenlernte, denn laut deiner Aussage, hattest du es schon da.

Er hat sich trotzdem darauf eingelassen. Das heißt nicht, dass er sich nicht umentscheiden kann.

Aus dem was du schreibst, klingt das noch nicht für mich so, als ob er dich verlassen wird.

Bei mir hat es auch einige Zeit gedauert bis es mir besser ging. Vielleicht sollte er mal mit deiner Therapeutin reden. Manchmal sind solche Angehörigen-Gespräche ganz gut.

Für mich ist es so, als ob Du durch deine Ängste ganz viel kontrollierst.
Alles muss so sein, damit du der Angst aus dem Weg gehen kannst.
Das ist auch bei mir so gewesen und immer wenn ich einen "Rückfall" bekomme, geht es wieder los.

Dadurch kann keine Spontaneität auftreten, du regelst ja alles. Du gibst die Bedingungen vor unter denen ihr lebt, arbeitet, euch vergnügt, Alltag abläuft... Er hat da wenig Spielraum und ich glaube das macht wütend.

Aber wie habebegriffen schreibt, kann es durchaus sein, dass er das mit dir zusammen durchlebt und einfach mal eine Phase der Wut und Entäuschung hat.

Ich habe immer mal wieder Unsicherheiten, aber ansonsten geht es mir ganz gut. Habe nur noch Rückfälle, wenn liebe Menschen sterben/trennen, mich also verlassen. Wenn ich ein gutes soziales Netz habe un dmich mit mir gut fühle, bekomme ich keine Panik. Ich muss aber meine Gefühle ausleben und spüren können.

Du wirst das alles wieder verlernen!! Kopf hoch.

21.09.2009 18:46 • #8


Halli Hallo!

@esel88: Vielen Dank für die Motivation! Es erfordert viel Kraft und Durchsetzungsvermögen, doch da ich dem Teufelskreis endlich entweichen will, muss ich da durch. Zeit, Geduld und Vertrauen sind mir derzeit die größte Stütze. In unserer Beziehung läuft alles reibungslos. Wir sind auf der selben Wellenlänge, verstehen uns super und sind wirklich sehr glücklich miteinander. Was uns im Weg steht ist die Panik. Und dieser Mist verbaut uns (momentan) sämtliche Wege. Ohne ihn kann ich mir mein Leben ehrlich gesagt gar nicht vorstellen. Allein seine Anwesenheit tut mir gut. Dass er mich deshalb verlassen könnte wurde mir erst nach diesem Vorfall vor ein paar Tagen richtig bewusst. Jetzt habe ich ziemlich große Angst davor. Jedoch weiß ich Gott sei Dank dass er mich liebt - doch wenn er die Beziehung so wie sie jetzt ist nicht fortführen will - das ist ein Schockgedanke den ich wohl vorerst verdränge. Ich denke jeder Mensch der in meiner Situation ist, ist in gewisser Form abhängig von seinem Umfeld, seinen Freunden und der Familie. Doch die Liebe ist auf jeden Fall präsent - ich liebe ihn, das ist Fakt. Und er mich auch, denn das ist das was uns zusammenhält.

@habebegriffen: Es ist schön zu hören, dass es Menschen wie dich und deinen Mann gibt, die diese ganze Geschichte erfolgreich hinter euch gebracht haben. Das macht Mut und gibt mir Kraft! Ich kann die Seite meines Freundes auch verstehen. Ich versetze mich in seine Lage und frage mich "Wie hält er das aus?" - doch was soll ich tun? Er hat sich für mich - und daher mit inbegriffen auch die Schwierigkeiten entschieden. Natürlich geht es mir auch so, dass ich diese Beziehung nicht als vollkommen betrachten kann, da ich ebenso Erlebnisse und gemeinsame Tätigkeiten wünsche - wenn ich mich einfach umstellen könnte, hätte ich ja kein Problem mehr. Ich weiß nicht wie ich es schaffen kann, ihm wieder Hoffnung zu schenken. Das mit der gemeinsamen Therapie ist gar keine schlechte Idee! Er war bereits mit mir in Behandlung - da hatte er aber noch positives Denken. Ob er dazu jetzt aber noch Kraft hat, ist die Frage. Wenn er bereits gesagt hat dass es ihn alles zu viel Kraft kostet - wie soll er denn dann Kraft für eine Therapie aufbringen?! Therapie ist schließlich auch immer Arbeit und fordert ebenso viel von ihm. Du hast mir etwas die Augen geöffnet. Ich brauche niemanden, ich brauche mich und ich warte nicht, ich handle! Danke.

@Kishti: Das mit der Verdünnisierung der Leute im Umfeld kenne ich auch sehr gut. Der Aufenthalt in der Klinik und die Agoraphobie im Allgemeinen hat eben auch Vorteile. Du merkst, wer hinter dir steht und wer die wahren Freunde sind. Menschen, die auch in harten Zeiten immer hinter dir stehen und dich nicht im Stich lassen. Ich habe seeehr viele Leute "aus der Liste gestrichen". Die Lügen habe ich auch satt. Ich sage mittlerweile einfach was los ist und gehe offen mit der Sache um. "Ich versuche es zu deiner Party zu kommen, ich tue mein Bestes aber ich kann dir nichts versprechen" - wenn die Zielpersonen verständnisvoll reagiert stehe ich weniger unter Druck und somit gelingt es mir meist auch.
Ich sehe es ein wenig anders. Ich schade Menschen schon! Siehst du es denn nicht als Schaden wenn andere Leute wegen dir traurig, verzweifelt und nervös werden? Dies würden sie nicht werden, wenn ich ein "normales" Verhalten an den Tag legen würde. Okay, ich als Person schade niemanden - doch mein Verhalten schadet meinem Umfeld! Und ich kann nichts daran ändern, zumindest nicht so schnell. Mein Freund ist für seine Gefühle verantwortlich, doch sein Verhalten (quasi der Ausraster) ist wegen MIR entstanden.
Er hat zwar nicht direkt gesagt dass ich ihm schade - er hat aber gesagt dass ICH ihn kaputtmache. Ist das nicht eigentlich das selbe? Wenn ich ihm schade mache ich ihn mit meinem Verhalten kaputt! Und darauf hab' ich keine Lust...
Ich werde ihm mal den Vorschlag des Angehörigengesprächs machen, das klingt ganz plausibel. Doch wie oben schon beschrieben - ob seine Kraft dazu ausreicht ist die Frage. Er sagte, dass er sowieso nur noch negativ nach vorne guckt - na was bringt ihm dann ein solches Gespräch oder eine gemeinsame Therapie? Hm.. mir fällt gerade ein: somit könnte ich herausfinden, ob er doch noch einen Funken Hoffnung verspürt! Ist er bereit, ist es gut - geht er nicht hin, ist es zwecklos...
"Dadurch kann keine Spontaneität auftreten, du regelst ja alles. Du gibst die Bedingungen vor unter denen ihr lebt, arbeitet, euch vergnügt, Alltag abläuft... Er hat da wenig Spielraum und ich glaube das macht wütend." - dieser Satz trifft ins Schwarze! Ich könnte es nicht besser formulieren. Daher kann ich seine Seite auch sehr gut nachvollziehen, ich kann es aber dennoch immer wieder wiederholen. Mir fällt dazu nämlich immer nur der verzweifelte Satz "Was soll ich denn dagegen tun?" ein. Leider bin ich kein Magier... ich mache ihn bewusst und zudem noch unbeabsichtigt wütend! Ich hoffe wirklich, dass dies nur eine Phase ist und er mich dennoch weiterhin unterstützt.
Dein Eintrag tut wirklich sehr gut - ich freue mich so sehr für dich dass du so stabil bist und gelernt hast, mit diesem unbrauchbaren Mist zu leben. Ganz großen Respekt! Du kannst echt stolz auf dich sein.


Danke! Ihr seid klasse Leute.

Liebe Grüße

23.09.2009 23:57 • #9


"Ich sehe es ein wenig anders. Ich schade Menschen schon! Siehst du es denn nicht als Schaden wenn andere Leute wegen dir traurig, verzweifelt und nervös werden?

Es ist auch für mich immer sehr schwer das auseinander zu halten.
Es gibt Menschen, die wegen mir nicht traurig und verzweifelt werden!
Eaglewich, mir ist aufgefallen, dass meistens Menschen , die selbst Probleme mit ihren eigenen Ängsten haben, meine Ängste nicht ertragen können. Sie können auch oft "schwäche" nicht ertragen, bei anderen und bei sich selbst.

Du bist nicht für die Aktionen, Gefühle etc. deines Freundes zuständig.
Es gibt Menschen, die damit anders umgehen, weil sie Ängste kennen und ihre eigenen kennen und damit umgehen können.

Ich dachte, ein Angehörigengespräch wäre eine Möglichkeit, weil er mit einer "neutralen" Person sprechen könnte, die vielleicht einige Erklärungen geben könnte.

"Mir fällt dazu nämlich immer nur der verzweifelte Satz "Was soll ich denn dagegen tun?" ein. Leider bin ich kein Magier... ich mache ihn bewusst und zudem noch unbeabsichtigt wütend!"

Dagegen kannst du nichts tun!! Du kannst nur was für dich tun!!
Ich glaube gerade, dieses immer auf andere und ihre Gefühle achten, auf seine eigenen nicht, bringt ja erst die Panik?

24.09.2009 04:22 • #10


Ich weiss Eagjewich ich habe lange nicht mehr reingeschaut. Sorry. Aber hast du diesen unsensibelen Trampel endlich auf den Mond geschossen der damals im Restaurant diese wirklich schauspielerische Glanzleistung gebracht hat und Dich somot noch tiefer in die Panikattacken getrieben hat ,abgesehen von der Peinlichkeit die er Dir bereitet hat ??



Liebe Grüsse: Skypower

26.10.2009 21:24 • #11



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