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Hi Liebe Mitmenschen,

ich bin neu in diesem forum und auch neu im internet.
Ich hab die seite gefunden weil ich bei google einfach mal einsam eingegeben habe und das passt auch ganz gut zu mir. Ich bin schon ziemlich Einsam und frag mich oft warum! Ich bin eigentlich nicht der Typ der schnell aufgibt oder so aber irgend wie frage ich mich einfach langsam warum ich das alles noch mit mache! Ich hatte nie freunde und wurde in der schule immer geärgert jedes mal wenn ich dan gewechselt habe von der grundschule in die realschule und später dann auf die berufsschule hab ich gedacht diesmal wird das alles anders. Nichts hat sich verändert und später im Berufs leben auch nicht.Meine Eltern hatten nie viel zeit oder wahren Liebevoll und mittlerweile hab ich auch kein Kontakt mehr mit irgend welchen Verwandten die haben sich nie gemeldet und jedes mal wenn ich ma angerufen habe waren sie sehr kurz angebunden und so brach der Kontakt irgend wann ganz ab. Vor nem halben jahr hat sich dan meine Freundin von mir getrennt wegen einem anderen und vor kurzem hab ich auch noch meinen job verloren.Im großen und ganzen bin ich allso ganz alleine und ich verstehe nicht mal warum, ich versuche immer etwas zu unternehmen um neue Leute kennen zu lernen ich bin auch nicht allzu hässlich und recht gepflegt und ich drücke mich auch vernünftig aus.Aber trotzdem wollen die Leute einfach nichts mit mir zu tun haben.Wenn ich jetzt mal richtig überlege ist es sogar schon fast zwei einhalb wochen her das ich mit einem anderen Menschen gesprochen habe, das find ich schon ziemlich traurig mir ist fast alles gleichgültig geworden und das mit 25! Ich habe mittlerweile auch keine Träume mehr oder die Hoffnung das sich etwas ändert! Wenn irgend wer nen Rat hat immer her damit!!

28.11.2011 03:05 • 27.05.2016 #1


10 Antworten ↓


hi du,

bin auch durch google neu auf diese seite gekommen - wie die meisten warscheinlich. ach gott, das klingt so dämmlich und ich weiss nicht recht, was ich dir antworten soll...ich versuche einfach mal das zuschreiben, was mir gerade durch den kopf geht - also bitte, verzeih mir, wenn es etwas wüst ist. ich bin schüchtern und es ist eigentlich das erste mal, dass ich etwas in ein forum schreibe

ich habe deine nachricht gelesen und mich gefragt, warum bei über 100 hits dir noch niemand geantwortet hat. ich stelle mir wie du seit tagen auf eine antwort wartest und nichts passiert. ich finde es kostet überwindung hier etwas zu schreiben. fühlt sich an, wie als würde man wildfremde menschen auf der strasse um eine umarmung bitten, auch wenn man irgendwie weiss, dass die menschen hier wohl ähnlich fühlen müssen. und wenn dann selbst hier kein feedback kommt, tut das weh. deshalb schreibe ich dir.

freundin weg, job weg, kein kontakt zur familie und richtige freunde auch fehlanzeige! das ist sehr hart, ja. da kommt mir meine einsamkeit lächerlich vor. ich habe eine sehr liebevolle familie, mit der ich aber nicht reden kann, weil ich sie weder enttäuschen noch belasten will. ich lebe nicht, ich spiele nur eine rolle. wenn ich für mich alleine bin, bin ich ich, bin ich mit anderen menschen zusammen, verstelle ich mich und bin so wie sie mich haben wollen. freunde habe ich ein paar, ja, aber mache nur selten etwas mit ihnen, oft nur telefonieren.

in meiner schulzeit ging es mir genauso wie dir. entweder ist man mir aus dem weg gegangen oder sie haben mich gemobbt und verprügelt. ich habe lange darüber nachdenken müssen, bis mir klar wurde, dass ich nicht minderwertig bin, sondern einfach nur zu sensibel und nicht durchsetzungsfähig. ich kann mich durchsetzen, wenn ich will oder besser gesagt "muss", aber meistens gebe ich immer nach und versuche mein gegenüber zu verstehen. die ideale zielscheibe.

was will ich dir jetzt damit sagen? ich denke, du machst ähnliche fehler wie ich. anpassen bis zum zerbrechen. du versuchst alles zu geben, damit dich die menschen mögen und dann kommt nichts zurück. du verstellst dich - ob bewusst oder unterbewusst, ist ja irgendwie egal -, weil du ja von allen (naja von ein paar menschen würden ja schon reichen) gemocht und akzeptiert werden willst. nur dass du dann nicht mehr "ECHT" bist. und die menschen um dich herum merken das. es ist wie ein schlechter geruch, den man nicht los wird. das hat auch nichts mit äusserlichkeiten zu tun, weil du gesagt hast, dass du nicht hässlich oder ungepflegt bist. irgendwie haben die menschen dann das gefühl, dich nicht einschätzen zu können und ziehen sich zurück bzw. knüpfen erst gar keinen kontakt mit dir. die meisten menschen reagieren so, weil sich jeder instinktiv selbst schützen will. und wenn du es dann schaffst aus dir rauszukommen und du selbst bist, dann klappt es auch nicht, weil dein gegenüber dich nicht mehr wieder erkennt oder du so unsicher bist. vielleicht schaffst du es deshalb nicht den kontakt mit deiner familie aufrecht zu erhalten, sie können einfach nichts mehr mit dir anfangen.

mir ist das mal an mir selbst aufgefallen, weil mir mehrere leute gesagt haben, dass ich arrogant wirke. es hat dann monate gedauert bis sie dann wohl festgestellt haben, dass das wohl eine fehleinschätzung war. ich habe dann angefangen darüber nachzudenken, warum ich wohl manchmal so auf andere wirke. das ergebnis meiner überlegungen war, dass ich gut mit menschen zu recht komme, die in irgendeiner weise mir unterlegen sind - intellektuell, äusserlich, schei.! dann fühle ich mich sicher und kann mich mehr öffnen. wenn ich mich mehr öffne, bin ich "echter", bin ich "echter" werde ich mehr angenommen und respektiert! meistens trifft man aber auf menschen, die selbstsicherer, gutaussehender, erfolgreicher etc. sind bzw. wirken als man selbst. wahrscheinlich sind sie es noch nicht einmal, fast jeder unserer mitmenschen verstellt sich ab und zu. aber sie machen es gut, besser als man selbst, man hat unterbewusst das gefühl da nicht mithalten zu können. also zieht man sich wieder seinen "kettenpanzer" an und schlüpft in die altbewährte rolle. irgendwann ist man dann dauerhaft ein schauspieler, perfektioniert das getuhe bis ins kleinste detail, bis man selbst nicht mehr weiss wer man eigentlich ist. oder man wusste es nie und muss sich noch auf die mühsame suche machen das überhaupt erst herauszufinden. wenn man das dann merkt, resultiert daraus dann noch mehr unsicherheit, man fühlt sich nur noch falsch.

wenn du dann an dem punkt angekommen bist, sehnst du dich dann erst recht nach zuneigung und anerkennung. du wünscht dir, dass deine mitmenschen dir das gefühl geben, dass du so wie du bist doch ok bist, dass du nicht falsch bist. doch die bleibt dann erst recht aus. ein teufelskreis.

tja, wenn man das so liest, denkt man irgendwie: "ja, so geht es doch fast allen menschen.", ne?! ja, irgendwie schon, aber bei den meisten wird es nicht chronisch, sondern sie finden zurück. wirklich einsam werden nur die, die zu oft oder zu tief verletzt wurden. in deinem fall wahrscheinlich der mangelnde halt durch deine eltern und dass deine freundin dich für einen anderen verlassen hat. aber wahrscheinlich waren davor noch andere wunden.

ich hoffe, du denkst jetzt nicht, was ist das für ein blödsinniges geschreibsel. ich kenne dich nicht, ich weiss nichts über dich. ist nur mein gefühl. vielleicht hilft es ein bisschen. wenn du das gefühl hast, das ein bisschen davon stimmt, dann muss dir klar werden, dass nur du etwas ändern kannst. nur du alleine. fühl dich dabei bitte nicht schlecht - du bist nicht verkehrt, sondern hast dich nur verfahren. keine hohen erwartungen, sei nicht perfektionistisch (auch so eine macke von mir ).

ich weiss wie schwer das ist, ich kriege es auch nicht richtig hin. aber ich merke, dass ich schon viel weiter bin als vor jahren. stück für stück. ich muss mir immer wieder klar machen, dass mich mein gegenüber nicht ablehnen will, sondern ich ihm einfach keine chance gebe mich richtig kennenzulernen. jeder will doch eigentlich sein gegenüber mögen und gernhaben, oder?! mit der einstellung trifft man sich doch das erste mal - oder denkst du, den typ da will ich unsympatisch finden?! nein, niemand denkt so.

denk immer daran, dass du nicht der einzige bist, der sich so fühlt. also bist du doch nicht mehr komplett alleine, oder?!
so, jetzt muss ich aber ins bett, bin furchtbar müde.

ganz liebe grüße

02.12.2011 05:14 • #2



Komplett allein

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he ihr beiden,

erstmal möchte ich euch ganz lieb grüßen und euch mitteilen, dass eure texte mich sehr berührt und mich an früher erinnert haben... ich kann sehr gut nachvollziehen, wie ihr euch fühlt! mir ging es lange zeit genau so und das war soooo ein ätzendes gefühl, dass ich wirklich nie wieder haben möchte. einsamkeit und sich allein zu fühlen ist in meinen augen echt die größte strafe!! die wünscht man seinen schlimmsten feinden nicht (... wenn man welche hätte... denn, wenn man keine freunde hat, hat man auch keine feinde...)..
es tut mir wirklich leid, dass es euch so geht, aber wie gesat ging es mir bis vor kurzem genau so.
übrigens finde ich es ganz schlimm, dass ihr in der schule geärgert wurdet... bei mir war das zum glück nicht so! ich habe immer die "außenseiter" bewundert, so standhaft zu sein, dass sie sogar mit zur klassenfahrt fahren, obwohl sie wissen, dass es total stressig für sie wird. ich hatte auch ne freundin, die die außenseiter immer geärgert hat und denen blöde sprüche gedrückt, dass kann ich bis heute nicht verstehen! wie einer von euch schon gesagt hat, sind die leute wahrscheinlich eher total sensibel anstatt oberflächlich, was meines erachtens sehr viel schätzenswerter ist.!
bei mir hat sich auch nur alles duch einen umzug geändert.. also ich kann jetzt nicht behaupten, dass bei mir alles toll ist und ich zu 100% mit meinem leben zufrieden bin, aber es läuft sehr viel besser als bisher..
g lonly t, ich finde es sehr interessant, dass du als ursache für deine problematik dass verhalten deiner eltern dir gegenüber verantwortlich machst! bei mir ist das ganz genau so! und ich bin überzeugt davon, dass die ursache für einsamkeit in der frühen kindheit liegt; eine phase, die man allein unmöglich aufarbeiten kann... vor allem nicht, wenn die eltern sich das nicht eingestehen wollen..

04.12.2011 15:35 • #3


@natasha_geheim

vielen, vielen dank für deine netten worte! es tut mir ehrlich leid, dass ich erst so spät antworten kann. ich bewege mich noch etwas unsicher in foren. ich rede so selten über dinge, die ich fühle, dass ich jetzt wieder das gefühl habe, dass alles nur so aus mir heraussprudelt. 10000 aufgestaute worte. oh, das wird wieder ein monster-monolog

ja, ich gebe dir recht, dass wahrscheinlich die anlagen, ob jemand im leben glücklich wird, in der kindheit bzw. in der pubertät gelegt werden. was nicht heisst, dass ich glaube, dass es jemanden gibt für den Glück unmöglich ist. jeder kann glücklich werden. aber gehemmte personen und menschen mit schlechtem selbstwertgefühl stehen sich einfach mehr selbst im weg! oder nennen wir es ohne umschweife beim namen: entweder du sorgst selbst für dich oder du gehst kaputt. wenn du hoffst, dass du irgendwann einmal die person triffst, die dich glücklich macht, dann hoffst du vergebens. nur von liebe wird man nicht glücklich, viel mehr eine kombination von familie, freunde, job, ja und natürlich liebe. man muss seinen platz in der welt finden, wo man hingehört, was einem wichtig ist, etwas was einen erfüllt - ob das nun der job oder ein hobby ist, wurscht. ja, nur liebe ist so eine sache. ich versuche ernsthaft an mir zu arbeiten. aber ich muss auch sagen, dass ich mir sehr sehr oft wünsche, dass die menschen offener und empfänglicher für ihre mitmenschen sind. manchmal kann ich irgendwie nicht glauben, dass niemand spürt, dass jemand einsam ist.

ich ringe ein bißchen mit mir, ob das der richtige ort ist, meine erfahrungen zu erzählen. aber ich grübele und denke gerade, wenn nicht hier, wo dann sonst. egal, vielleicht fühle ich mich besser, wenn ich das einfach loswerde.

viele werden jetzt denken: ja, aber achtest du immer auf deine mitmenschen? bist du denn immer da, wenn du gebraucht wirst? ganz ehrlich: ja, ich habe mir jedenfalls die größte mühe gegeben. schlimmer noch. ich bin ein extrem sensibler mensch und für menschen, denen es psychisch richtig richtig schlecht geht, war ich immer eine art magnet. seid meiner schulzeit ist das so. ich habe wirklich versucht für meine mitmenschen da zu sein, um die sich niemand anderes mehr kümmern wollte (klingt irgendwie selbstgerecht, aber ich meine das sehr ernst. vielleicht wollte ich auch nur an mir selbst wieder etwas gut machen*achselzuck*). ich rede von menschen, die nicht nur traurig sind, sondern richtig krank. manisch-depressiv, schizophren oder borderline. wenn ich wirklich eine begabung habe, dann die einfühlsam zu sein - das kann ich wirklich so ohne anzugeben behaupten. ich bin kein arzt, aber so weit ich konnte habe ich versucht da zu sein. sogar tag und nacht.

nur jeder kann sich vorstellen, dass es grenzen gibt und dass ich meine eigenen gefühle dabei immer schützen muss. es ist ein schönes gefühl für jemanden da zu sein und zu spüren, dass es ihm ein bißchen - wenigstens ein bißchen - besser geht. es gab bzw. gibt in meinem leben bereits drei solcher personen.

die erste war eine mitschülerin in der höheren berufsfachschule, muss so 12. oder 13. klasse gewesen sein. sie wirkte nach aussen ganz normal, aber sie ist in einer baptistischen familie aufgewachsen, war selbst mit 18 noch nicht aufgeklärt und ist seelisch daran kaputt gegangen, dass ihr vater sich in einem schuppen aufgehängt hat als sie 9 jahre alt war. ich habe mich intensiv mit ihr angefreundet und habe sie auf einem teil ihres leidensweges begleitet - inklusive der konflikte in ihrer familie und ihrer aufenthalte in der psychatrie. ja, das war sehr belastend - so sehr, dass ich irgendwann nicht mehr konnte und sie von mir schieben musste. sie hat das verstanden, aber ich habe es mir selbst nie verziehen! leider ist der kontakt zu ihr abgebrochen. rebekka, ich glaube nicht, dass du das jetzt liest, aber wenn doch, so möchte ich dir sagen, dass es mir leid tut und ich sehr oft an dich gedacht habe.

die zweite person war ein mitstudent. extrem einsam und instabil. vernachlässigung in der kindheit, eltern hatten oft streit, haben sich getrennt und die mutter fing an zu trinken. mit 12 jahren hatte er dann die erste phase, wo er es nicht mehr verarbeiten konnte. hat sich in einem anfall von verzweifelung eine flasche zertrümmert und sich mit den scherben verletzt. meiner einschätzung nach der erste hilferuf. nur zuwendung gab es nicht, stattdessen wegsperren in der psychatrie. warum sage ich das so bitter? man hört immer wieder, dass leute sagen: das konnte ja keiner ahnen, wenn man das gewusst hätte....ja, auch ich habe leider seine schmerzen und seine einsamkeit unterschätzt. das schlimmste ist eigentlich immer, dass nach aussenhin alles normal wirkt. trotzdem habe ich gefühlt, dass...ich finde keine bessere formulierung...etwas an ihm zerbrochen war. wir haben oft gechattet, oft aus Langeweile oder wenn ihn etwas beschäftigt hat. wir waren gut befreundet aber nicht innig. irgendwann hatte er wohl das gefühl, dass ich ihn auch nicht halten kann und hat sich komplett zurückgezogen. manchmal möchte ich die zeit zurückdrehen und ihm bestimmte dinge sagen. ca. drei monate nach unserem letzten gespräch hat er dann im beisein mehrerer studienkollegen einfach das fenster geöffnet und ist herausgesprungen. er ist dann im krankenhaus innerhalb von stunden gestorben. was ich am wenigsten vergessen kann sind die worte seines vaters auf der beerdigung: ..."er war einfach unfähig glücklich zu sein." das war wirklich das erste mal in meinem leben, dass ich jemanden wirklich gehasst habe! wie kann man so etwas sagen, ja, nur denken! ich habe die familie gesehen und hatte mir vorgenommen nicht ungerecht zu sein. wenn jemand krank ist - egal, ob pysisch oder psychisch - ist das eine belastung für familie, freunde etc. nur ich kannte seine version der dinge, seine gefühle für seine familie. ich hab geheult und wollte sie schlagen, für mich waren sie schuldig, schuldig, dass er sich verlassen und minderwertig fühlte. es ist mir sehr schwer gefallen seinen angehörigen auf der beerdigung die hände zuschütteln, beileid zu bekunden. ich weiss, dass ich das nicht sollte, aber ganz unterdrücken kann ich es nicht: das gefühl versagt zu haben, nicht aufmerksam genug gewesen zu sein. aber weiss auch, dass er nicht reden wollte, er wollte einfach nicht mehr. ich vermisse ihn und denke oft an ihn.

die dritte person, die mir immer sehr am herzen gelegen hat, war und IST auch eine mitstudentin. sie ist deutsche türkischer abstammung und ist durch verwandte zu diesem studium gedrängt worden. abgebrochene ausbildung, familie harzt 4. die hatten ihr eingeredet, dass wenn sie schon nicht sofort irgendjemand fremdes aus der türkei heiraten wollte und es UNBEDINGT ein studium sein soll, dass es schon etwas naturwissenschaftliches sein MUSS. gute zukunftsperspektiven und prestige. nur, dass sie dafür total ungeeignet war. erste mal aufgefallen war sie mir, wie sie plötzlich in der mathematik-vorlesung ein paar sitze neben mir anfing zu weinen. sie hat es versucht zu unterdrücken, aber sie war so fertig mit den nerven, dass sie das kaum verstecken konnte. ich habe sie dann nach der vorlesung gesucht und sie vorsichtig gefragt, was denn los sei. sie hat mir dann ganz offen gesagt, dass sie nicht mitkommt und den lehrstoff in keinsterweise nachvollziehen kann. ...naja, das ist jahre her, mittlerweile hat sie ihr reguläres abi nachgeholt, mehre praktika absolviert, hat sich vor ihrer familie emanzipiert und studiert nun germanistik und sozialpädagogik auf lehramt mit zusätzlichem schwerpunkt türkisch als zweite fremdsprache. ihren unterhalt verdient sie sich komplett selbst. wenn ich an das unselbstständige und scheue mädchen denke, was sie bei unserem ersten treffen war ihr könnt euch nicht vorstellen, wie ultra-stolz ich auf sie bin!

es ist erschreckend, alle jung, intelligent und auch äusserlich attraktiv. ich habe noch zwei weitere mitstudenten, die beide je einen selbstmordversuch hinter sich haben, mit ihnen habe ich aber nur gelegentlich kontakt. was ist mit meiner generation los? sind nur die kindheit und die familie schuld? nur eines kann ich euch sagen - und daran glaube ich ganz fest: intelligenz und sensibilität können eine gefährliche symbiose eingehen!

so, und was fühle ich jetzt dabei? manchmal bin ich mir nicht ganz sicher. ausgeprägte schuldgefühle habe ich nicht, aber mit dem wissen von heute hätte ich schon manchmal anders gehandelt. nur wenn ich manchmal darüber nachdenke wird mir klar, dass ich sehr viel zeit damit verbracht habe mich mit der gefühlswelt anderer zu beschäftigen - nur damit ich mich nicht mit meiner eigenen auseinander setzen muss. ich hatte intensiven kontakt mit allen drei genannten personen, aber kaum haben wir über meine gefühle gesprochen. es war mir sogar extrem unangenehm über mich zu sprechen. vielleicht habe ich mich sogar gut gefühlt dabei, dass es den anderen ja viel schlimmer geht als mir. oder ich war mir sicher, dass mich diese menschen nicht verletzten würden.

kp. warum müssen sich menschen überhaupt so fühlen? können nicht einfach alle lieb und nett zu einander sein? ist das so schwierig?? manchmal denke ich, nein. umarmungen und worte kosten nichts. jeder hat genug davon, kein begrenztes kontingent. nur zeit und aufmerksamkeit muss man investieren und das ist wohl genau das woran es mangelt. oder man fühlt sich selbst überfordert mit den eigenen problemen.

naja, nun ist das hier wohl mein versuch mich und meine gefühle mitzuteilen. und es tut irgendwie gut

herzliche grüße und schönes wochenende, besonders an dich natasha_geheim. und g lonly t möchte ich sagen, dass ich hoffe, dass es dir gut geht. vielleicht meldest du dich doch noch einmal.

11.12.2011 03:49 • #4


padjjemo ich finde es toll, dass du dich so um deine Mitstudenten kümmerst/gekümmert hast. Das zeigt doch nur Stärke. Also ich finde Menschen toll die so sensibel sind und einen verstehen können.
Meistens denken diese Menschen dann nur an die Anderen und vergessen sich selbst. Deine Mitstudenten haben sicherlich abstand zu Dir genommen, weil Du dich mehr um die Schwachen kümmerst. Wer will schon neue Freunde die einen dann nur belasten?? So denken die meisten menschen, nur nicht noch mehr Probleme.

@g lonly t das hört sich alles traurig an, aber wie wäre es mit einen neuen Job? Dadurch lernt man auch neue Leute kennen? Wenn Menschen Dich nicht mögen, dich mobben ist das denen ihre Meinung aber es ändert absolut nichts mit deinen Wert als Menschen. Ich kenne es auch von der FH, ich bin mehr Einzelgänger kämpfe mich alleine durch. Vielleicht wirke ich unnahbar, keine Ahnung. Mittlerweile habe ichmich damit abgefunden und gehe meinen Weg. Bin auch sehr sensibel und nehme mir vieles an. Mittlerweile denke ich: Mein Herz ist mit einen Schlüssel abgeschlossen und wenn die anderen irgendwas sagen/anderer Meinung sind denke ich die haben den Schlüssel zu meinen Herzen nicht. Also es dringt nicht soweit zu mir vor.... Sorry kann es grad nicht besser erklären. Jedenfalls wie eine Wand die es gar nicht weiter durchlässt. Es klappt auch ganz gut.


Wünsche Euch viel Kraft. LG

11.12.2011 09:22 • #5


Hazy
Auch hier noch einmal der link zum Chat: http://keine-panik.org/
Besonders abends findet man dort immer nette Leute zu reden.
Vielleicht etwas einfacher, als direkt auf Leute zuzugehen. Zumindest ist das bei mir so

14.12.2011 22:56 • #6


Ich würde dir auch empfehlen einen Skype Account anzulegen und dann so wie ich es (verzweifelt) versuche neue Leute kennenzulernen: Einfach irgendwelche Namen eingeben die dir gerade einfallen und die Leute dann in die Buddy Liste aufnehmen. Klingt zwar etwas komisch, aber meistens nehmen die Leute an und es sind auch ein paar nette dabei. Das ist aber natürlich kein ersatz für echte freunde...

17.12.2011 13:12 • #7


komisch, ich habs mit chats versucht seit es das internet gibt, aber mit mir will niemand reden.
daher lasse ich sowas generell sein. die chance dort leute kennen zu lernen ist noch geringer als im supermarkt, auf der straße oder im urlaub.

17.12.2011 16:03 • #8


Hazy
naja kalle, aber das ist ja ein chat von leuten, die auch betroffen sind. also gib ihnen und dir eine chance

18.12.2011 21:49 • #9


echt? ok, dann seh ich mir das heute abend mal an

19.12.2011 07:26 • #10


Hackstöckchen
Moin

Ich bin auch alleine,...habe zwar noch meine 2 kids,...aber dennoch alleine,....

Ex Frau,...0 Freunde Mehr,.....bei mir hängt mehr dahinter,.....ich versuche damit aber irgendwie zu leben,....

Früher war mal alles anders,....jedes WE weg,...Frauen,...Feiern,...jetzt Nix mehr,.....

Es wird die zeit kommen da wirst auch du wieder auf die beine kommen !

Ich habe rausgefunden das schreiben und reden so in foren,...mit mitgliedern etc sehr angenehm ist und auch viel hilft,...zumindest mehr,...das gibt nen gutes gefühl doch nicht alleine zu sein,..

27.05.2016 18:17 • #11



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