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Hallo, eigentlich passt das Thema gar nicht hier hin. Es soll ja um Beziehungs- und Bindungsängste gehen und nicht um die moderne Kommunikationsmittel und zu was sie mittlerweile benutzt werden. Vielleicht hat es über 3-4 Ecken evtl. doch mit Ängsten zu tun.

Eine Sache, die ziemlich lang her. Eine gute Freundin, eigentlich eine sehr gute Freundin, kennen uns seit über 7 Jahren. Gab einige aufs und abs, gab auch eine Phase des Verliebtseins (meinerseits), jedoch einseitig. Sie ist recht kommunikativ, tiefsinnig, eigentlich ein guter Mensch. Sie bedauert es sogar, dass beispielsweise die Männer in ihrem Umfeld nicht so wie sie kommunizieren. Einmal bat ich sie um etwas, sie könnte es mir nicht erfüllen, ich war enttäuscht und ungehalten. Mein Verhalten war schlichtweg daneben. Zwei Tage später schickt sie eine SMS mit dem Inhalt, dass sie mir jeglichen weiteren Kontakt untersagt. Mit anderen Worten, sie beendete die Freundschaft per SMS.

Ich war ziemlich geschockt und verletzt. Abgesehen, dass es weh tat, war ich ziemlich verblüfft, weil es gar nicht ihre Art war. Wäre vorher jede Wette eingegangen, dass sie das Beenden vom Beziehungen/Freundschaften über SMS als was schäbiges ansieht und es ablehnt. Es ist aber nun passiert und ich habe nie rausgefunden warum. Es gab auch nie eine Entschuldigung von ihr oder ein Wort des Bedauerns.

Um die Geschichte abzukürzen, es gab danach ein Gespräch, der Kontakt kam wieder zustande, aber nur ein knappes Jahr, dann war endgültig Schluss. Das Thema beschäftigt mich nur noch selten. Aber wenn, verstehe ich es immer noch nicht. Habe schon mit vielen Freunden/Bekannten darüber gesprochen. Die Antworten bestehen aus 80-90% "vergiss sie, sie ist es nicht wert." und "Sei froh, dass Du sie los bist." Aber darum geht es mir nicht. Ich frage mich, warum wählen Menschen diesen Weg über SMS Freundschaften (oder beziehungen) zu beenden? Also jetzt keine lebensunerfahrenen Teenies (sorry Teenies, nicht böse gemeint ) sondern von einer beziehungserfahrenen, kommunikativen Anfang 30er.

Ich gebe zu, dass ich in so einer Situation auch schon mal Rachegedanken hege. Aber da fehlte es bei der Durchführung nicht an der Courage sondern an guten Ideen.

Okay, danke schonmal fürs lesen
Raj

19.01.2010 03:55 • 22.01.2010 #1


17 Antworten ↓


Zitat:
Ich frage mich, warum wählen Menschen diesen Weg über SMS Freundschaften (oder beziehungen) zu beenden?


Weil's einfacher ist als der direkte Kontakt, ganz einfach.
In der SMS knallt sie dir einen Brocken hin und fertig, sie sieht nicht, wie du reagierst, wenn du das liest, sie muss sich nicht anhören, was du dazu zu sagen hast. Die ganze emotionale Ebene fehlt einfach, fällt weg.
Sie muss sich nicht so mies fühlen, wenn sie nicht sieht, wie es dir dabei geht. Sie zieht sich quasi selber aus der Verantwortung, denn auch auf deine Antwort muss sie ja nicht unbedingt reagieren.
Sie kann sogar vermeiden, sie zu lesen, wenn sie es nicht will.

Reiner Selbstschutz, denke ich, einfach ein "easy way out".
Auf die Art und Weise muss sie keine Schuldgefühle haben bzw. die Schuldgefühle werden nicht so groß.

Liebe Grüße,
Bianca

19.01.2010 09:35 • #2



Freundschaft per SMS beendet

x 3


@Raj: Ich hab genau die gleiche Sitution erlebt, mit Ausnahme der Gefühle (Ich war nicht in sie verliebt).
Sie hat meine Nummer gelöscht, usw.
Auch ich kann mich demnach Pilongo anschließen.

Gruß
Oliver

19.01.2010 22:29 • #3


@ Raj

Du bist so empört über ihre Verhaltensweise und hast eine Entschuldigung von ihr erwartet?

Zitat:
Einmal bat ich sie um etwas, sie könnte es mir nicht erfüllen, ich war enttäuscht und ungehalten.

Es wäre doch an dir gewesen, sich zu entschuldigen, meinst du nicht?
Du warst offenbar so ungehalten, dass es ihr zu viel wurde und sie deswegen die Beziehung beendet hat, wenn ich das recht verstanden habe.

Ich kann nicht beurteilen, wie krass deine Ungehaltenheit war und ob dieser Vorfall der ganze Grund oder nur der letzte Tropfen war, der ihr Fass zum Überlaufen brachte.

Ich kann aber ehrlich gesagt verstehen, wenn jemand sich über einen anderen stark geärgert hat und keine Lust mehr auf einen weiteren Kontakt hat, dann kurz und bündig eine solche Mitteilung schickt. Hätte sie dir einen Brief geschrieben, wäre es doch genauso. Aber warum soll sie sich so viel Auwand dafür machen, wenn sie einfach nur "Jetzt ist Schluss mit lustig" sagen will? Dafür ein persönliches Gespräch anzuleiern, wenn man/frau sowieso die Nase voll hat, wäre Masochismus.

Daher finde ich die SMS-Lösung okay.

19.01.2010 23:23 • #4


@Pilongo, in diese Richtung habe ich auch gedacht, Bequemlichkeit, Reaktionen abblocken, Emotionalität entfällt, der einfachste Weg (für sie). So wie wir in alltäglichen Situationen auch meist den einfachsten Weg wählen. Doch ihr war sicher bewusst, dass man es sich eigentlich nicht so einfach machen kann. Bei so einer Sache ist nie einer alleine beteiligt, sondern es geht um zwei Menschen. Und vermutlich würde niemand wollen, dass man selbst so behandelt wird. Deshalb frage ich mich, ob sie beim Schlussmachen bewusst den schmerzhaftesten Weg (für mich) gesucht hat. Auch um sich zu rächen. Und ob beim Schlussmachen per SMS generell auch der Gedanke mitspielt, dass man auf fiese Weise dem anderen noch eins reinwürgen möchte. Eine Sache beenden oder einen Korb geben, kann man immer auf verschiedene Arten, mal behutsam und mal qualvoll.

@tom one, hab auf Deinen Wohnort geschaut, nicht das wir noch dieselbe Dame kennen . Aber scheint nicht so. Wie bist Du damals damit umgegangen?

@GastB, ich hätte mich für mein Verhalten bei ihr entschuldigen sollen und ich habe es gemacht. Ich hatte es nicht erwähnt, um die Geschichte abzukürzen. Dabei war das auch so eine seltsame Sache. Wir sassen draussen auf einer Bank, bestimmt fast eine Stunde und sie fragte sehr genau bei meiner Entschuldigung nach, warum ich das getan habe usw. Nur sagte sie am Ende nicht, ob sie diese Bitte um Entschuldigung auch annimmt. Mir war das gar nicht mal aufgefallen, erst als ich schon auf dem Nachhauseweg war und danach war es zu spät.

Das es Gründe gab, diese Freundschaft zu beenden, dass will ich gar nicht abstreiten. Darum geht es mir auch gar nicht. Ist es nicht so, egal was uns passiert, man sollte doch immer versuchen, nie den Respekt gegenüber seinen Mitmenschen zu verlieren? Von so ganz krassen Sachen wie Körperverletzung und sowas mal abgesehen. Aber es sollte doch gewisse Basics beim persönlichen Umgang geben, gerade in schwierigen Situationen. Und selbst wenn es so wäre, dass sie mich tatsächlich nie, nie wiedersehen möchte, wäre das noch gegangen. Das Abstruse war noch, dass wir uns später noch einige Male verabredeten und sie mir sogar ihre Wohnung zur Miete anbot.

20.01.2010 02:00 • #5


Ich denke heutzutage ist sowas leider total normal. Fast alle meine Ex-Freundinnen und auch Ex-Besten-Freundinnen haben in Textform mit mir Schluss gemacht oder sich einfach gar nicht mehr gemeldet und meine Telefonnummer und sonstige Messenger gesperrt.

Nur eine Einzige hat jemals über Telefon Schluss gemacht, in dem Fall war der Liebeskummer auch deutlich schwächer, weil wir uns richtig aussprechen konnten und ich die ganze "Wiesooooo" Phase überspringen konnte.

20.01.2010 09:24 • #6


Wieso kannst du denn die Sache nicht einfach abhaken und auf sich beruhen lassen? Fühlst du dich emotional irgendwie noch zu ihr verbunden, obwohl sie ganz offensichtlich nichts mehr von dir wissen will?
Vielleicht war sie einfach enttäuscht über deine Reaktion (du hast ja geschrieben, dass sie nie gesagt hat, wie sie zu deiner Entschuldigung steht) und hat dich dann quasi abgeschrieben für jede Form einer innigeren Beziehung.
Und du musst jetzt vielleicht akzeptieren, dass auch diese sonst so sanftmütige und kommunikative Frau auch mal wie ein Teenie per SMS eine Freundschaft beenden kann, wenn ihr was nicht passt.
Jeder von uns hat viele Facetten, und jeder hat auch hässliche, so ist das einfach. Und gerade bei solchen Uneinigkeiten kommen dann auch mal die unschönen Seiten zum Vorschein. Aber die gehören zu einer Person halt auch dazu, die machen sie erst richtig rund.
Stört es dich vielleicht irgendwie, dass du jetzt auch diese Seite von ihr kennst?
Oder findest du es einfach blöd, dass du nicht weißt, was du falsch gemacht hast und was du hättest ändern können?

Liebe Grüße,
Bianca

20.01.2010 09:31 • #7


Zitat von Pilongo:
Wieso kannst du denn die Sache nicht einfach abhaken und auf sich beruhen lassen?


Wenn Du wüsstest, wie oft ich diesen Satz schon gehört habe. Nein, ich fühle mich hier nicht mehr verbunden, Die Gründe versuche ich weiter unten zu beschreiben.

Zitat von Pilongo:
Jeder von uns hat viele Facetten, und jeder hat auch hässliche, so ist das einfach. Und gerade bei solchen Uneinigkeiten kommen dann auch mal die unschönen Seiten zum Vorschein. Aber die gehören zu einer Person halt auch dazu, die machen sie erst richtig rund.
Stört es dich vielleicht irgendwie, dass du jetzt auch diese Seite von ihr kennst?


Das ist es nicht ganz, geht aber vielleicht in diese Richtung. Das ein Mensch auch solche Seiten hat, ist mir bewusst. Die sind nicht schön, aber so sind halt Menschen. Es ist wohl was anders. Es ist wohl dieser Gedanke, dass sie selbst dieses Verhalten mit der SMS für in Ordnung hält, was mich ins Grübeln bringt. Es ist so, als wenn ich sie plötzlich nach ganz vielen Gesprächen gar nicht mehr kennen würde. Ich meinte sieimmer ganz gut einschätzen zu können. Aber es passt eben nicht in das Bild. Schon klar, das Bild habe ich konstruiert, nicht sie. Ich will einfach mehr darüber wissen, wie Menschen ticken und warum sie das und das tun und manchmal so widersprüchlich sind.

@Rya: es tut mir leid, dass Deine Ex-Freundinnen immer so Schluss gemacht haben. Ich finde das einfach fies und feige von Ihnen. EIn Zeichen von Unreife. Auch falls sie sich von Dir genervt fühlen, bleibst Du doch ein Menschen, den sie geliebt haben und den man wenigstens respektieren sollte.

Gruss
Raj

20.01.2010 10:32 • #8


Zitat von Raj:
Ich will einfach mehr darüber wissen, wie Menschen ticken und warum sie das und das tun und manchmal so widersprüchlich sind.


Weil sie Menschen sind, und weil es menschlich ist, unlogisch und widersprüchlich zu sein und zu denken. So sind wir halt.
Es ist ein unmöglicher Wunsch, Menschen komplett durchschauen, verstehen und analysieren zu wollen, das wirst du niemals schaffen, egal, wie sehr du sie auch beobachtest und wie sehr du dir Gedanken über sie machst. Du kannst vielleicht einige Eigenschaften erkennen, das sicherlich, und typische Handlungsmuster auch noch. Aber Alles, was in einem Menschen vorgeht, wirst du niemals begreifen und verstehen können. Das kann ja nicht mal der Mensch selber.
Sie könnte zum Beispiel anders herum dich fragen: "Wieso bist du damals so laut und unbeherrscht geworden? Das war so, als würde ich dich gar nicht mehr kennen!"
Verstehst du, was ich meine? Da reden wir jetzt über Dinge, die schwer in Worte zu fassen sind.. aber du wirst immer wieder Facetten eines Menschen kennen lernen, die neu sind, das Bild eines Menschen ist nie fest und starr, es verändert sich andauernd. Also kannst du ihn auch niemals ganz kennen.

Interessanter Gedanke hierzu von meinem Freund: Der Versuch, den Beziehungspartner völlig verstehen zu wollen, endet nur darin, dass man beginnt, ihn respektlos zu behandeln. Denn um einen Menschen zu verstehen wäre es nötig, dass er sich nicht verändert, nicht entwickelt, oft oder fast immer gleich handelt und reagiert. Aber das tut ein Mensch nicht, er entwickelt sich ständig weiter. Also kann man sich niemals wünschen oder gar heraus nehmen, ihn verstehen zu können.
Wir haben darüber sehr lange diskutiert und ich finde den Gedanken echt interessant. Soll kein Tipp sein, sondern bloß ein Denkanstoß für dich

Besonders bei Frauen, da erreicht die Sache mit den Emotionen und der Widersprüchlichkeit direkt eine ganz neue verwirrende Ebene.
Ich hab übrigens mit meinem ersten Freund auch übers Telefon Schluss gemacht, als er auf einer Freizeit war, weil ich wusste, dass er mich aus Italien nicht anrufen kann und ich ihn erst in 2 Wochen wieder sehen würde müssen, wenn er die Sache schon verdaut hat. Ich wusste, dass das nicht schön ist für ihn, aber ich wollte eben die einfache Variante wählen. Das ist jetzt zwar auch schon wieder 6 Jahre her, aber es zeigt: So biestig können wir sein, wir Weibsen

Ich hatte auch mal einen Fall, da war ich sehr in einen Jungen verliebt, und er hatte im Vorfeld schon massiv Interesse bekundet und Andeutungen gemacht und ich fand ihn auch klasse. Jedenfalls sind wir dann gemeinsam zu einer Party eingeladen gewesen, das fand ich natürlich klasse, ich wollte ihm ja endlich mal näher kommen, außerhalb des Alltags. Es war eine Halloween-Party und ich hab mir ein Hexenkostüm geschneidert aus altem Stoff mit nem riesen Ausschnitt und nem super kurzen Rock, damit er mich auch ja bemerkt. Auf der Party selber waren nur an die 20 Leute und wir waren alle den ganzen Abend da, haben alle über Nacht dort geschlafen und sind am nächsten Morgen gemeinsam frühstücken gewesen -und er hat nicht ein Wort mit mir gewechselt. Das hab ich auch nie verstanden, ich hab ihn dann im Nachhinein auch gefragt, was das sollte, und er konnte es mir nie so erklären, das sich es verstanden hab. Danach war ich echt am Boden zerstört, aber hab dann einfach akzeptieren müssen, dass ich es nicht verstehen werde und fertig. Aber es hat schon gedauert, bis ich darüber hinweg war. Vielleicht musst du dir einfach selber mehr Zeit geben?

Ich hab überhaupt viele Männer in meinem Leben nie verstanden.
Und ich kann auch heute so manches Verhalten anderer Menschen nicht nachvollziehen. Aber ich denk mir dann einfach: "Menschen sind komisch." oder "Irren und Fehlermachen ist menschlich."
Und dann kann ich die Sache im Kopf abhaken.
Ich denke also, das Unverstehen muss man einfach akzeptieren und abhaken, eine andere Lösung hab ich für mich selber auch noch nicht gefunde.

Liebe Grüße,
Bianca

20.01.2010 15:31 • #9


Zitat:
@Rya: es tut mir leid, dass Deine Ex-Freundinnen immer so Schluss gemacht haben. Ich finde das einfach fies und feige von Ihnen. EIn Zeichen von Unreife. Auch falls sie sich von Dir genervt fühlen, bleibst Du doch ein Menschen, den sie geliebt haben und den man wenigstens respektieren sollte.j

Ich finde, das ist eine viel zu harte und selbstgerechte bzw. unreife (:cool:) Bewertung.

Wenn ich mich recht erinnere, dauerten die Beziehungen von Rya.Reisender bisher immer ca. 3 Wochen. (Stimmt's, Rya?) Dann ist das kein "Mensch, den man geliebt hat" und ich finde es nicht unangemessen, dass man, wenn man feststellt, dass man doch nicht weitermachen will, dies kurz schriftlich mitteilt. Viele Menschen teilen es überhaupt nicht mit, sondern melden sich einfach nicht mehr oder "haben keine Zeit" mehr - und selbst das finde ich, gehört einfach zum ganz normalen Leben.

Man sollte m.E. nicht an jeden Menschen hochkarätige Ansprüche stellen. Vor allem nicht, wenn man diese vielleicht selber gar nicht erfüllt hat. Z.B.: Wenn ich mich hier wieder nicht irre, hat Rya.Reisender seinen Freundinnen regelmäßig überdurchschnittlich viel Sex abgefordert - und angenommen, dass sie das gut finden

Es heißt schon seit der Antike zu Recht: "Audiatur et altera pars" = "es sollte auch die andere Seite angehört werden".

Wie es von der Seite von Rajs Freundin/Bekannten ausgesehen hat, wissen wir nicht. Immerhin gab es ja vorher eine Missstimmung und sogar eine Aussprache - von der wir aber nicht wissen, wie sie in den Augen der Frau gelaufen ist. Ich finde, es ist ihr gutes Recht, anschließend ihre Entscheidung per SMS - E-Mail - Brief mitzuteilen.

Da frage ich mit Pilongo: Wieso kannst du das nicht akzeptieren. Hat es nicht doch etwas mit gekränkter Eitelkeit, verletztem Ego zu tun?

LG
GastB

20.01.2010 15:33 • #10


Zitat von Pilongo:
Zitat von Raj:
Ich will einfach mehr darüber wissen, wie Menschen ticken und warum sie das und das tun und manchmal so widersprüchlich sind.


Weil sie Menschen sind, und weil es menschlich ist, unlogisch und widersprüchlich zu sein und zu denken. So sind wir halt.
Es ist ein unmöglicher Wunsch, Menschen komplett durchschauen, verstehen und analysieren zu wollen, das wirst du niemals schaffen, egal, wie sehr du sie auch beobachtest und wie sehr du dir Gedanken über sie machst.


Das ist doch schon klar. Ich will sie gar nicht voillständig und bis ins letzte Detail verstehen. Bei mir ist das eher ein psychologisches Interesse. Und ein Psychologie muss ja das Interesse haben, die Menschen wenigstens ein bisschen zu verstehen . Da fällt mir übrigens der eine Witz ein. Ein Mann findet eine verschlossene Flasche, öffnet die und ein Geist kommt heraus. "Ohh, danke, Du hast mich befreit, hast Du nicht einen Wunsch?" Oh ja, ich würde gerne mal nach Amerika fahren. Bin aber leider see- und flugkrank. Könntest Du nicht eine Autobahn von hier nach Amerika bauen. Naja, meint der Flaschengeist, vielleicht doch ein etwas einfacherer Wunsch. Okay, meint der Mann, dann möchte ich, dass ich die Frauen verstehe. Der Geist überlegt kurz und fragt dann zurück, "also die Autobahn, soll die zwei- oder dreispurig sein?"

Zitat von Pilongo:
Sie könnte zum Beispiel anders herum dich fragen: "Wieso bist du damals so laut und unbeherrscht geworden? Das war so, als würde ich dich gar nicht mehr kennen!"


Ich war damals enttäuscht gewesen, und statt meinen Ärger zu zügeln, habe ich ihn zu viel Auslauf gewährt. Es sind ein paar unschöne Sätze von mir gefallen, aber nichts beleidigendes. Das war auch der Grund, weshalb ich mich viel später bei ihr um Entschuldigung bat.

Also ich will das Verhalten nicht ins Kleinste erforschen, einfach nur besser verstehen. Ist das so ungewöhnlich? Ich finde es macht auch einen Unterschied, ob man in einer Situation ausrastet oder man es im Nachgang betrachtet nochmal reflektiert und zu einer anderen Einschätzung kommt.

@GastB
Zitat:
Ich finde, das ist eine viel zu harte und selbstgerechte bzw. unreife (Cool) Bewertung.

Wenn ich mich recht erinnere, dauerten die Beziehungen von Rya.Reisender bisher immer ca. 3 Wochen. (Stimmt's, Rya?) Dann ist das kein "Mensch, den man geliebt hat" und ich finde es nicht unangemessen, dass man, wenn man feststellt, dass man doch nicht weitermachen will, dies kurz schriftlich mitteilt. Viele Menschen teilen es überhaupt nicht mit, sondern melden sich einfach nicht mehr oder "haben keine Zeit" mehr - und selbst das finde ich, gehört einfach zum ganz normalen Leben.


Gut, ich weiss nicht, wie lange die Beziehungen bei Rya gedauert haben. "Geliebt" ist dann vielleicht wirklich das falsche Wort. Trotzdem sehe ich das anders und meinestwegen mag sich das hart und selbstgerecht anhören. Aber im menschenlichen Zusammenleben, besonders bei Beziehungen, habe ich gewisse Erwartungen, die man einhalten sollte. Basics eben. Sonst funktioniert unser Zusammenleben nicht mehr. Ich meine jetzt nicht so Dinge wie die Tür aufhalten oder jemanden den Platz anbieten. Für mich heisst eine Beziehung auch eine gewisse Verpflichtung einzugehen, dass man seinen Partner nicht verleugnet oder mit Absicht verletzt.

Und wenn jemand meint, der andere habe nach dieser Zeit nichts anderes verdient als eine Schlussmach-SMS und gibt ihm keine Chance noch mal angehört zu werden "Audiatur et altera pars", dann nenne ich das eben unreif.

Ich sage doch nicht, dass ich nie was unreifes in meinen Leben getan habe. Natürlich habe ich das (und werde es bestimmt noch tun ). Aber dann sagt man mir das auch und ich muss es zur Kenntnis nehmen. Dieser Kritik muss sich jeder stellen. Warum soll man da ständig drumrum´reden, wenn ein bestimmtes Verhalten einfach kacke ist.

Zitat:
Da frage ich mit Pilongo: Wieso kannst du das nicht akzeptieren. Hat es nicht doch etwas mit gekränkter Eitelkeit, verletztem Ego zu tun? Wink


Ja, es hat auch mit Kränkung und Verletzung zu tun. Die Bezeichnungen "gekränkte Eitelkeit" und "verletztes Ego" gefallen mir aber nicht, weil sie ein verharmlosend klingen. So nach dem Motto, war ja nicht so schlimm, war nur Dein Ego. Hat man deshalb weniger Anrecht, sich verletzt zu fühlen? Darf man sich dann weniger Fragen stellen?

Und warum muss ich etwas akzeptieren, was änderbar ist? Warum muss ich akzeptieren, wenn noch so viele Menschen an Hunger sterben müssen und sich unser Klima nachhaltig ändert?

MfG
Raj

20.01.2010 22:25 • #11


Was bleibt dir denn anderes übrig, als es zu akzeptieren?

Zitat:
Für mich heisst eine Beziehung auch eine gewisse Verpflichtung einzugehen, dass man seinen Partner nicht verleugnet oder mit Absicht verletzt.

1. Frage: Ich hatte dich nicht so verstanden, dass es sich zwischen dir und dieser Freundin um eine "Beziehung" im Sinne von Liebe gehandelt hatte. Oder doch?

2. Das ist deine Interpretation, dass sie dir eine SMS geschickt hat, um dich zu verletzen! Meines Erachtens eine falsche oder zumindest sehr gewagte Interpretation.

Für viel wahrscheinlicher halte ich es, dass sie selber nicht verletzt werden wollte und deswegen auf weitere Gespräche verzichtet hat. Und das ist m.E. ebenfalls eine zu respektierende Einstellung.

MfG
GastB

20.01.2010 22:52 • #12


Vielleicht ist akzeptieren nicht das richtige Wort. Ich möchte so ein Verhalten nicht billigen oder gutheißen.

Zu Deinen Fragen: Ich wollte damit ausdrücken, dass es in meinen Augen gewisse Basics in einer Beziehung geben sollte und auch noch kurz danach. Hat jetzt weniger mit meiner ehemaligen Freundin zu tun. Das es eine gewollte Verletzung ihrerseits war, hatte ich nur vermutet, ich weiss es natürlich nicht und tue ihr vermutlich damit Unrecht. Wenn man davon absieht, dann finde ich trotzdem die Verwendung von SMS für diese Zwecke nicht gut, aus oben genannten Gründen. Das es eine Art Selbstschutz war, das kann wirklich gut möglich sein. So ein Gespräch unter 4 Augen, wenn eine Seite etwas beenden will, ist wirklich nicht einfach. Man hat schliesslich kein Herz aus Stein und macht sich dann auch Vorwürfe. Vielleicht wollte sie bewusst Abstand halten, auf eine sehr rapiade Weise.

20.01.2010 23:02 • #13


So "rabiat" wie du das empfindest, weil du durch ihren INHALT verletzt warst, sehe ich die Form nicht und sie wahrscheinlich auch nicht.

Vielleicht hilft es dir, wenn du dir mal klarmachst, dass rechtlich jede Kündigung ein "einseitiger Willensakt" ist. Anders als bei Verträgen ist bei jeder Art von Kündigung die einseitige Willenserklärung völlig ausreichend, um den Vertrag zu beenden. Egal welchen.

Und so sehe ich das auch in solchen Beziehungen. Immerhin hattet ihr ja bereits ein Gespräch. Niemand ist verpflichtet, eine Beziehungsbeendigung in einer mündlichen Form zu übermitteln. Denn da besteht immer die Möglichkeit, dass das Gegenüber Zicken macht oder richtig verletzend wird. Also wozu das, wenn es sowieso klar ist und sein soll, dass es zu Ende ist.

Früher hätte man/frau das in einem formellen Brief mitgeteilt - FALLS man es mitgeteilt hätte. Mit Tinte und Siegellack.

20.01.2010 23:26 • #14


Zitat von GastB:
Vielleicht hilft es dir, wenn du dir mal klarmachst, dass rechtlich jede Kündigung ein "einseitiger Willensakt" ist. Anders als bei Verträgen ist bei jeder Art von Kündigung die einseitige Willenserklärung völlig ausreichend, um den Vertrag zu beenden. Egal welchen.


Soweit die Theorie. In der Praxis steht man dann vor den Problemen. Natürlich könnte man sagen, eine einseitige Kündigung, egal wie ich es dem gegenüber vermittle, er wird enttäuscht sein. Aber ich finde, gerade da kann man sehr viel falsch machen. Die Beispiele sind bekannt, Entlassungswellen in Großkonzernen, Quelle, Karstadt, Nokia, Allianz usw. Es wurden Leute entlassen, die z.T. nicht erklärt bekamen warum. Sie bekamen es in den medien zuerst zu hören. Zum Teil hat ihr Unternehmen noch Gewinne gemacht. Sie wurden sprichwörtlich nicht abgeholt. Und sowas schmerzt doppelt und hat für zusätzliche Verärgerung in der Belegschaft geführt. Klaro, auch wenn man es "sanft" formuliert hätte, der Job wäre weg. Aber für die Aussendarstellung und für die Belegschaft, die noch im Unternehmen sind, ändert sich einiges.

Zitat von GastB:
Und so sehe ich das auch in solchen Beziehungen. Immerhin hattet ihr ja bereits ein Gespräch. Niemand ist verpflichtet, eine Beziehungsbeendigung in einer mündlichen Form zu übermitteln. Denn da besteht immer die Möglichkeit, dass das Gegenüber Zicken macht oder richtig verletzend wird. Also wozu das, wenn es sowieso klar ist und sein soll, dass es zu Ende ist.


Klingt vernünftig, ist aber letztlich nur Ich-bezogen. Man hat sein Handeln nur nach seinen eigenen Interessen optimiert. Nichts anderes. Ich nehm nochmal das Wort "mitnehmen". Sprich, versucht jemand auf das einzugehen, was ich denke und fühle und hört mir noch einmal zu (ohne das sich am Ergebnis was ändern muss). Fühlt man sich trotzdem noch respektiert? Und wie möchte ich behandelt werden, wenn ich selbst in so eine Situation komme? Das sind zugegeben hohe Ansprüche und die wird man so nie erfüllen können. Aber wenn man sich schon an etwas orientieren soll, dann lieber an sowas, als an die Zweizeiler-SMS.

Zitat von GastB:
Früher hätte man/frau das in einem formellen Brief mitgeteilt - FALLS man es mitgeteilt hätte. Mit Tinte und Siegellack.


Hmm, wenn mir jemand recht ausführlich seine Gedanken und Gefühle niederschreibt und ich den Eindruck habe, dass ich ernst genommen werde und es sich nicht leicht mit der Entscheidung gemacht hat, warum nicht. Sich noch mal zu Wort zu melden, würde zwar trotzdem verwehrt bleiben, aber vielleicht wären schon fast alle Fragen beantwortet.

20.01.2010 23:58 • #15

Sponsor-Mitgliedschaft

Ich find mies hier meine Beziehungen so runterzureden.

1. Ist es komplett irrelevant wie lang die Beziehungen halten, es zählt nur wie sehr man sich geliebt hat.

2. Viele meiner Beziehungen hielten mehr als 3 Wochen, außerdem kannte ich die meisten ja schon ne ganze Weile vorher und bin ihnen schon über einen längeren Zeitraum näher gekommen.

3. Ich erwarte nicht überdurchschnittlich oft Sex, sondern einfach ganz normal 1-3 Mal am Tag und außerdem 'fordere' ich das nicht. Mit vielen hatten ich einfach so 5+ Mal am Tag Sex, ich musste sie gar nicht fragen oder so ich hab angefangen sie zu fingern und sie sind mitgegangen. Da war nichts zu 'fordern'. Sie hatten einen gesunden Sexappetit genauso wie ich und der Sex war auch nie ein Trennungsgrund, sondern eher meine Eifersucht oder Anhänglichkeit.


Ich finde jeder Mensch hat nen Recht auf ne Aussprache, wenn Schluss ist. Dann kann man das ganze viel besser verarbeiten. Alles andere ist einfach nur mies und armselig.

21.01.2010 10:17 • #16


Zitat von Rya.Reisender:
Ich finde jeder Mensch hat nen Recht auf ne Aussprache, wenn Schluss ist. Dann kann man das ganze viel besser verarbeiten. Alles andere ist einfach nur mies und armselig.


Das sehe ich genauso.

Zwei Dinge wollte ich noch anfügen. Einmal wurde der Punkt Zeit angesprochen. Zeit heilt bekanntlich alle Wunden. Ich bin auch über mich selbst verwundert, warum die Erinnerung an damals mich immer noch so auf die Palme bringt (weit weniger als damals natürlich). Vielleicht bin ich da recht nachtragend. Aber wie sieht es bei euch aus, angenommen ihr trefft jemanden nach langer Zeit wieder, der euch mal verletzt hat. Könntet ihr darüber hinwegsehen und wieder von vorne anfangen? Sprich wieder mit der Person gemeinsam Dinge unternehmen?

Und noch etwas zu der Freundin, zur besseren Einordnung. Sie ist jemand, der versucht stark auf die Wortwahl zu achten, und liest bei anderen Menschen sehr häufig zwischen den Zeilen. Um so erstaunlicher fand ich ihr Verhalten, weil sie vielharmlosere Sachen bei Mitmenschen als No-Go angesehen hat.

MfG
Raj

22.01.2010 01:41 • #17


Ich verzeihe eigentlich sehr leicht. Ich würde allen meinen Ex-Freundinnen verzeihen.

Das Problem ist bei mir viel mehr, dass sie sich ziemlich Ar. verhalten, wenn ich sie wieder kontaktiere. Schwer zu beschreiben, die machen halt immer so unterschwellige Andeutungen wie doof ich doch bin und reiben es mir unter die Nase wie toll ihr neuer Freund ja im Bett sei. Nya, da fällt es mir halt schwer nochmal mit ihnen was zu unternehmen.

Aber wäre das nicht so und eine Person die mich sehr verletzt hat würde ankommen und sich bei mir entschuldigen und sagen sie sieht ein, dass ihr Verhalten damals falsch war und ich merke, dass sie es ehrlich meint, dann würde ich ihr auf jeden Fall verzeihen.

Zitat:
weil sie vielharmlosere Sachen bei Mitmenschen als No-Go angesehen hat.

Sogar Mädchen die mir gesagt haben sie finden Schluss machen über Text nicht in Ordnung haben es dann bei mir gemacht. x-x

Aber so sind Menschen doch andauernd, nur weil sie etwas bei anderen nicht gut finden, heißt es noch lange nicht, dass sie es selbst nicht machen.

22.01.2010 09:56 • #18



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