» »


201716.11




3
1
1
Wie im Betreff schon erwähnt, bin ich mir ziemlich sicher dass mein Freund unter Bindungsängsten leidet. Ich werde versuchen die Situation so kurz wie möglich zu erläutern:

Wir sind beide 24 Jahre alt, haben uns mit 19 Jahren nach dem Abi kennengelernt. Für etwa ein Jahr war alles wundervoll, wir teilten den Wunsch auf reisen zu gehen, viele Hobbys und haben die selbe Weltanschauung. Es fühlte sich an wie Seelenverwandtschaft. Nach etwa einem Jahr bemerkte ich wie mein Freund dann zunehmend emotional distanzierter wurde, er begann mich zu kritisieren, und nahm auch körperlich Abstand. Das Küssen wurde weniger, und irgendwann wollte er auch in der Öffentlichkeit nicht mehr Händchenhalten. Damals war mir das alles überhaupt nicht bewusst dass er einfach keine Nähe zulassen kann, ich hatte einfach unterbewusst ein schlechtes Gefühl und irgendwie Angst, dass er es mit der Beziehung nicht ernst nimmt. Er hat mir dann immer wieder eingeredet das wäre nicht so und ich würde mir das einbilden. Ich fing an zunehmend zu klammern, überredete ihn mit mir zusammen zu ziehen als es daran ging das Studium zu beginnen, war unglaublich eifersüchtig und wurde zum richtigen Kontrollfreak. Es ging auf und ab, wir zogen wieder auseinander, manchmal wurde es besser wenn ich ihm mehr Freiraum gab aber letztendlich hat er sich dann nach 3 Jahren nach vielen Schlussmachdrohungen, die schon sehr an emotionale Manipulation grenzten, von mir getrennt.

Nach der Trennung war ich am Boden zerstört, ich konnte wochenlang nicht essen und schlafen, nahm 15kg ab. Irgendwann ging es dann bergauf, ich wurde wieder selbstbewusst, tat Dinge die mir Freude machten, ging auf ein paar Dates und war eigentlich ganz zufrieden. Das war etwa nach einem halben Jahr. Genau zu diesem Zeitpunkt hat sich mein damals Exfreund wieder per Brief bei mir gemeldet. Mehrmals pro Woche schrieb er mir, dass er es sehr bereut mich gehen gelassen zu haben und dass ihm klar geworden ist dass niemand sonst auf der Welt ihn so versteht wie ich es tue. Dass er versteht wenn ich nicht will, aber dass er die Hoffnung nicht aufgeben mag mich wieder zurückzubekommen. Zwei Monate später traf ich mich mit ihm und wir redeten oft über das was schiefgelaufen war und wie wir es hätten ändern können. Irgendwann hatte ich wirklich das Gefühl dass er sich geändert hat, dass er nicht mehr emotional in seinem Schneckenhaus verkriechen würde und wir kamen wieder zusammen.

Das ist jetzt etwa ein Jahr her, für mich die bis jetzt schönste Beziehung die ich hatte. Ich war glücklich und er schien es auch zu sein. Auf seinen Wunsch hin sind wir zusammengezogen und haben uns einen Hund gekauft. Im August war mein Freund dann für 3 Wochen mit einer Studentengruppe im Ausland. Als er zurückkam war er schon leicht distanziert, als er dann von einem der Teilnehmerinnen einen Brief bekam, in dem stand dass sie Gefühle für ihn entwickelt hatte, rutschte er in eine Lebenskrise. Er begann auf einmal alles anzuzweifeln, die gemeinsame Wohnung, der Hund, alles schien ihm zu viel Verantwortung zu sein, ihn zu sehr anzuketten, zu binden und einzuengen. Emotional war er wieder ganz weit weg von mir, wie am Ende unserer ersten Beziehung. Um nicht den gleichen Fehler wie beim letzten Mal wieder zu machen bin ich dann in eine WG im Nebenhaus unserer Wohnung gezogen, er ließ eine Mitbewohnerin einziehen. Seit September ist die Situation nun für mich sehr belastend. Manchmal will er Nähe, emotionale, sowie auch körperliche, manchmal kann er beides aber auch gar nicht ertragen. Dann stößt er mich weg und sagt ich solle ihn nicht so einengen. Manchmal braucht er tagelang seinen Freiraum, ich höre und seh nichts von ihm. Teilweise begegne ich ihm und wir reden ganz normal miteinander, umarmen uns und kuscheln, manchmal kann er mir aber nicht mal ins Gesicht schauen, weil es ihm gerade sehr schlecht geht. Ich denke ich solchen Momenten fühlt er sich schuldig oder kann sich selbst nicht leiden. Auf jeden Fall leidet er sehr, oft sagt er er wisse nicht was mit ihm los ist, er fühle sich wie an einer Weggabelung und wenn er die Beziehung jetzt weiterführt gibt es kein zurück mehr und er muss auf ewig mit mir zusammenbleiben. Dass das Quatsch ist, wir noch jung sind und er keine Verpflichtung hat mit mir zusammen zu bleiben kann er irgendwie nicht verinnerlichen. Ich hab das Gefühl die Auslandserfahrung und der Brief von dem Mädchen hat ihm gezeigt was theoretisch noch alles ''möglich'' wäre und jetzt bekommt er es mit der Angst zu tun dass die Beziehung ihn in all seinen Erlebnissen einschränken könnte. Ich glaube er interpretiert Verpflichtungen in die Beziehung, die dort gar nicht sind.

Ich hab jetzt sehr lange seinem inneren Ringen mit sich selbst zugeschaut und lange hab ich mir keinen Reim daraus machen können. Erst hab ich gedacht ich müsse akzeptieren dass er einfach nicht genug auf mich steht und dass jetzt nach der wiederholten Verliebtheitsphase bemerkt. Allerdings verstehe ich dann nicht warum er zum zweiten Mal mit mir zusammengekommen ist. In den 3 Jahren hätte ihm das schon klar werden können dass ich einfach nicht die eine bin. Zufällig bin ich dann im Internet über einen Artikel zu Bindungsangst gestolpert und konnte sofort die Muster in unsrer Beziehung wiedererkennen. Dann hab ich das Buch ''Jein! Bindungsängste erkennen und bewältigen' von Stefanie Stahl gelesen, danach bin ich mir um so sicherer.

Im Moment bin ich deshalb einfach total niedergeschlagen, weil mir klar geworden ist wie komplex das Problem meines Freundes ist und dass ich kaum eine Chance habe etwas daran zu ändern. Ich hab keine Ahnung wie ich ihn dazu bringen kann mit dem Thema auseinander zu setzen, zumal er zur Zeit schon bei Fragen wie ''Wie geht es dir?'' abblockt und sich emotional entzieht. Es geht ihm schon sehr schlecht, aber ich denke er wälzt einen Großteil der ''Ursachen'' für sein schlechtes Gefühl und seine Zweifel auf mich ab. Darauf dass ich Erwartungen habe wie dass er sich zur Beziehung bekennt oder Schluss macht, körperliche Nähe zulässt... Ich zwinge ihn nicht dazu, aber ich hab versucht ihm klarzumachen dass dieses Schwanken zwischen Nähe und Distanz sehr schmerzhaft für mich ist und dass ich nicht weiß wie lange ich das noch durchhalte.

Tief in meinem Inneren weiß ich, dass ich in dem jetzigen Zustand nicht ewig weitermachen kann. Ich brauche von ihm den Wille an sich zu arbeiten.
Aber ist das überhaupt möglich? Wie bekomme ich ihn dazu es wirklich zu wollen, wie kann ich den Leidensdruck erhöhen dass er es sich von sich aus mit diesem wahrscheinlich für ihn sehr verstörenden Thema auseinander zu setzen? Dadurch dass er die ganzen schlechten Verhaltensweisen der letzten Beziehung einfach so abgelegt hat, habe ich immer noch Hoffnung. Ich hoffe es gibt hier ein paar Leidensgenossen die mir erzählen können wie es ihnen ergangen ist und wie sie mit der Entscheidung umgegangen sind ob es einen Wert hat weiter zu bleiben und auf Besserung zu hoffen oder ob es besser ist einfach zu gehen und den Partner mit seinen Problemen stehen zu lassen.

Auf das Thema antworten


15
5
  21.11.2017 09:11  
Da hast du aber schon einiges mitgemacht.
Als dein Freund zum zweiten mal ankam, mit dem Brief: War das nicht Leidensdruck? Wäre da nicht eine Gelegenheit gewesen, das Thema BA und evtl. einer Therapie seinerseits anzuprechen?
Oder wusstest du da noch nicht um was es ging?



1882
56
Bremen
999
  21.11.2017 15:22  
ER wird sich nicht ändern.
Die Frage ist: Möchtest Du mit einem Menschen Dein Leben teilen,der Dich immer wieder auf Eis legt,weil er nicht weiss,ob noch was besseres kommt und sich nicht festlegen kann oder will.

Möglicherweise kann er einfach nicht aus seiner Haut.
Das zu akzeptieren würde für Dich bedeuten,ein Spielball zu bleiben.



786
584
  29.11.2017 23:57  
Zitat:
Wie im Betreff schon erwähnt, bin ich mir ziemlich sicher dass mein Freund unter Bindungsängsten leidet.

Das würde ich so nicht formulieren. Du machst es für ihn zu einem Leiden, er leidet nicht bzw. würde er die Dinge therapeutisch behandeln würde er leiden und Einsicht haben.
Bei dem ganzen Drama muss man auch hinterfragen was du in der Konstellation für eine Rolle einnimmst und ob du nicht ebenso Probleme in deinem Bindungsverhalten hast. Es ist keine Seltenheit, dass sich aktive und passive Bindungsängstler finden. Du brauchst weder auf Besserung hoffen noch das du ihn in dem Prozess helfen kannst. Das ist ein Entwicklungsprozess den er alleine in Angriff nehmen muss.

Ich habe das alles selbst hinter mir. Ich bin 1,5 Jahre einem Mann wie eine Irre hinterher gerannt der sich immer mehr distanziert hat, wo, wie du auch selbst schreibst, ein "wie geht es dir?" schon eine halbe Krise auslöste, der nicht mehr küssen wollte, Streitsituationen provozierte, plötzlich und unvorhersehbar den Kontakt abbrach und spätestens nach 2 Wochen wieder auf der Matte stand, sich ständig Ausreden einfallen ließ um mich nicht mehr zu sehen, nach dem S. Panikattacken hatte und schweißgebadet aus der Wohnung rannte und final auch mir gegenüber sehr ausfallend und verletzend wurde. Das war dann für mich der Punkt an dem ich den Kontakt abbrach. Neben ihm hatte ich das Gefühl emotional zu erfrieren. Ich habe gelitten wie ein Hund, bekam Depressionen und habe mir geschworen das ich mir das nie mehr antun werde. In meiner aktuellen Beziehung war dann ich plötzlich diejenige die Panikattacken hatte nach viel Nähe und musste daran hart an mir arbeiten - und es geht auch, vorausgesetzt man will. Damit schafft man sich eine Basis für eine funktionierende Beziehung, anders geht es nicht.





3
1
1
  17.01.2018 12:52  
m_ww hat geschrieben:
Da hast du aber schon einiges mitgemacht.
Als dein Freund zum zweiten mal ankam, mit dem Brief: War das nicht Leidensdruck? Wäre da nicht eine Gelegenheit gewesen, das Thema BA und evtl. einer Therapie seinerseits anzuprechen?
Oder wusstest du da noch nicht um was es ging?


Leider war mir damals noch gar nicht klar um was es sich handelt, allerdings hab ich ihm ganz am Anfang dazu geraten zum Psychologen zu gehen um sich mit dem ganzen Drama auseinander zu setzen. Mir zuliebe hat er sogar einen Termin ausgemacht, hat dann aber am Tag davor doch wieder einen Rückzieher gemacht. Begründung, er wolle nicht dass unsere neue Beziehung damit beginnt dass ich ihn zu etwas zwinge was er nicht von sich aus will. Das hab ich dann wohl oder übel so akzeptiert, denn ich wollte meinen Teil dieses Mal wirklich besser machen als beim letzten Mal, wo es schon mal vorkam dass ich so lange gejammert hab, bis er diesem oder jenem zustimmte.

FeuerWasser hat geschrieben:
Das würde ich so nicht formulieren. Du machst es für ihn zu einem Leiden, er leidet nicht bzw. würde er die Dinge therapeutisch behandeln würde er leiden und Einsicht haben.
Bei dem ganzen Drama muss man auch hinterfragen was du in der Konstellation für eine Rolle einnimmst und ob du nicht ebenso Probleme in deinem Bindungsverhalten hast. Es ist keine Seltenheit, dass sich aktive und passive Bindungsängstler finden. Du brauchst weder auf Besserung hoffen noch das du ihn in dem Prozess helfen kannst. Das ist ein Entwicklungsprozess den er alleine in Angriff nehmen muss.

Ich habe das alles selbst hinter mir. Ich bin 1,5 Jahre einem Mann wie eine Irre hinterher gerannt der sich immer mehr distanziert hat, wo, wie du auch selbst schreibst, ein "wie geht es dir?" schon eine halbe Krise auslöste, der nicht mehr küssen wollte, Streitsituationen provozierte, plötzlich und unvorhersehbar den Kontakt abbrach und spätestens nach 2 Wochen wieder auf der Matte stand, sich ständig Ausreden einfallen ließ um mich nicht mehr zu sehen, nach dem S. Panikattacken hatte und schweißgebadet aus der Wohnung rannte und final auch mir gegenüber sehr ausfallend und verletzend wurde. Das war dann für mich der Punkt an dem ich den Kontakt abbrach. Neben ihm hatte ich das Gefühl emotional zu erfrieren. Ich habe gelitten wie ein Hund, bekam Depressionen und habe mir geschworen das ich mir das nie mehr antun werde. In meiner aktuellen Beziehung war dann ich plötzlich diejenige die Panikattacken hatte nach viel Nähe und musste daran hart an mir arbeiten - und es geht auch, vorausgesetzt man will. Damit schafft man sich eine Basis für eine funktionierende Beziehung, anders geht es nicht.


Ich bin der Meinung dass er wirklich leidet. Gespräche haben herausgestellt dass es ihn sehr wohl enorm belastet, dass er seinen eigenen Gefühlen "nicht trauen kann". In manchen Phasen liebt er mich und redet über die Zukunft, wo wir wohnen und unsere Kinder aufziehen werden etc. Im gleichen Gespräch sagt er dann aber auch dass er momentan so fühlt, aber dass es ihm unglaublich leid tut, dass er sich niemals sicher sein kann wie lange das Gefühl anhält. Er hat für sich denke ich lange an einer Lösung für sich gesucht. Zum jetzigen Stand hat er sich aktiv dafür entschieden mit mir zusammen zu bleiben, will aber keine materiellen Abhängigkeiten mehr. Also keine gemeinsame Wohnung, kein gemeinsames Auto etc, aus dem Grund dass er denkt dass so etwas seine Bindungsangst wieder aufkeimen lässt. Dass das Quatsch ist und dass ihn irgendwann vor allem die emotionale Nähe die er wieder sucht ängstigen wird, das ist leider nur mir klar. Er weiss dass er die emotionale Nähe braucht, deshalb ist er wohl zu dem Schluss gekommen, dass alle "Risikofaktoren" außer die unentbehrliche Nähe abgeschafft werden müssen. Ich weiß es wird wieder ins Auge gehen, weil er den Mechanismus hinter der Bindungsangst nicht kennt, für ihn sind all die Angstgefühle immer noch real und müssen ernst genommen werden.

@FeuerWasser Du hast sehr wohl recht damit, dass ich auch Bindungsprobleme hab. Bei mir eben in die andere Richtung, als der anklammernde Part. Ich hab mich damit auch schon sehr viel beschäftigt, weiß wo alles herkommt. Irgendwie liegt es auch in meiner Psyche, erst einmal meine eigenen Fehler zu suchen und zu korrigieren. Ich hab sehr hart daran gearbeitet, mir klar zu machen dass ich von diesem Menschen (von keinem Menschen) abhängig bin. Hab mich während der letzten Krise auch so verhalten und war bereit allein weiter zu machen. Wahrscheinlich hat genau dieser Umstand dazu beigetragen dass er jetzt weitermachen will und diesem Willen und der Anstrengung es besser zu machen möchte ich momentan, weil meine Gefühle ja immer noch da sind, nicht einfach abtun. Im Falle einer (räumlichen) Trennung bin ich absolut in der Lage mich davon loszusagen, aber im Moment, wo ich ihn permanent um mich habe, fällt es mir manchmal noch schwer mich emotional zu distanzieren und ich falle leichter in die alten Gedankenmuster zurück. Dann bin ich kurz traurig, wenn der Gutenachtkuss nicht erwidert wird, versuche und schaffe mich aber meist aus diesem Loch rauszuheben und mir klar zu machen, dass es nicht ich bin die Probleme hat und dass seine fehlende Bestätigung nicht meinen Wert definiert.

Ich hab selbst gemerkt, wie schmerzhaft das ist sich damit zu beschäftigen, dass tief in einem drin man unglaubliche Angst hat, ganz allein und einsam zu sein, das ist schon eine große Hürde sich der ganzen Sache zu stellen. Deshalb versteh ich auch, dass er jetzt, wo er sich für eine Weile wieder einigermaßen mit allem arrangiert hat, sich nicht frohlockend dran macht sich mit seinen tiefsten Ängsten auseinanderzusetzen. Vor allem da die familiären Umstände die die Bindungsangst hervorgerufen haben, immer noch so bestehen. Die Eltern haben sich nie um seine emotionalen Bedürfnisse gekümmert und schei. heute noch drauf und behandeln ihn größtenteils wie Dreck. Ich hab schon viel Zeit damit verbracht den heulenden 24 jährigen Mann wieder aufzubauen und weiß gar nicht, wie bei allem was da kaputt ist, unsere Beziehungsprobleme noch irgendwo einen Platz finden sollen um verarbeitet zu werden.

Danke1xDanke


10
2
7
  17.01.2018 14:14  
Ich hatte zu Beginn meiner Beziehung trotz wirklich sehr sehr starken Gefühlen enorme Bindungsangst...leider hilft es nur sich dem zu stellen, drüber zu sprechen und sich bewusst zu machen was los ist
Ich habe mich für die Beziehung entschieden, wir leben getrennt, sehen uns jeden Tag und das reicht auch erst mal so...ihr seid ja schon oft zusammen und wieder auseinander gezogen, bleibt erst mal räumlich getrennt und schaut ob ihr beide den Lebensweg zusammen gehen möchtet. Das zeigt dann die Zeit

Danke2xDanke


786
584
  18.01.2018 12:30  
Zitat:
und mir klar zu machen, dass es nicht ich bin die Probleme hat

Ist das so? "Du hast sehr wohl recht damit, dass ich auch Bindungsprobleme hab", " Irgendwie liegt es auch in meiner Psyche".

Im Grunde ist es euch überlassen wie ihr das handhabt. Mit 24 sieht man auch die Welt noch ein bisschen anders. Ich persönlich würde so komplizierte Konstellationen nicht mehr haben wollen, mir wäre die Zeit zu schade einem Mann derart hinterher zu betteln. Wenn du deine Zeit damit verbringen möchtest einen anderen immer wieder aufzubauen dann ist das deine Entscheidung und damit wünsche ich dir alles Gute!





3
1
1
  18.01.2018 13:49  
FeuerWasser hat geschrieben:
Ist das so? "Du hast sehr wohl recht damit, dass ich auch Bindungsprobleme hab", " Irgendwie liegt es auch in meiner Psyche".

Im Grunde ist es euch überlassen wie ihr das handhabt. Mit 24 sieht man auch die Welt noch ein bisschen anders. Ich persönlich würde so komplizierte Konstellationen nicht mehr haben wollen, mir wäre die Zeit zu schade einem Mann derart hinterher zu betteln. Wenn du deine Zeit damit verbringen möchtest einen anderen immer wieder aufzubauen dann ist das deine Entscheidung und damit wünsche ich dir alles Gute!



Dass es nicht ich bin, die Probleme hab, war wohl etwas ungünstig ausgedrückt. Ich meinte, dass in solch einer Situation nicht ich diejenige bin, die ein abnormales Verhalten an den Tag legt, sondern dass es seine Bindungsangst bedingten Gefühlsschwankungen sind, die ihn dazu bringen so zu handeln. Dass man sich als Partner vor den Kopf gestoßen fühlt ist meiner Meinung nach normal.

Ich verstehe wirklich was du damit meinst, wenn du sagst dir wäre deine Zeit zu schade einem Mann so hinterher zu betteln. Auf Grund meiner Bindungsprobleme hab ich das am Anfang tatsächlich gemacht und mich dabei richtig schlecht gefühlt, so lange bis das erste Mal Schluss war. Seit dem mach ich das aber nicht mehr, es ist eher andersrum. Er besteht darauf dass wir weiter zusammen bleiben. Ich war oft genug bereit Schluss zu machen, ich hab ihm sogar angeboten Freunde zu bleiben, damit er mich als Bezugsperson behalten kann, falls es das wäre was ihn dazu bringt weiter an der Beziehung festzuhalten. Das hat er aber alles strickt abgelehnt. Es gibt kein aktives Sabotieren von seiner Seite aus, eher passiven Rückzug wegen Überforderung gefolgt von großer Mühe die "Fehler" wieder bei mir gut zu machen. Er strengt sich so sehr an alles besser zu machen, das macht die Entscheidung ja gerade so schwer :seufzen Es ist sehr schwer zu gehen, wenn jemand einen bittet weiterzumachen, sich eingesteht dass er ein Problem hat und auch versucht sich zu bessern. Als Außenstehender würde ich mit Sicherheit genauso denken wie du @FeuerWasser , sehr wahrscheinlich hast du auch recht und ich verschwende meine Zeit.



4766
5
4770
  18.01.2018 23:05  
Also es liest sich schon sehr enttäuschend.
Ich bin ja auch ein paar Jahre älter und kann dir sagen, was kompliziert und schwierig ist bleibt kompliziert und schwierig!
Und je älter er wird, wird es eher schlimmer als besser. Meine Erfahrung.
Sei keine Psychologin für ihn. Das ist nicht deine Aufgabe , dafür bekommt man irgendwann als Geschenk noch oben einen drauf.
Geh lieber und lerne jemanden kennen, der einen unwiderruflich liebt und du nicht einmal Gedanken haben muss ob er es wirklich Liebe ist.
Denn du wirst es merken ohne Zweifel :herz:

Danke5xDanke


2
  23.03.2018 11:58  
@ Feuerwasser, wie hast du es geschafft, mit der Angst vor zu viel Nähe in deiner neuen Beziehung umzugehen?

Mein Ex war auch ein Bindungsphobiker der extremen Art. Ich hatte mal einen Psychologen gefragt, ob man als Partner etwas machen könnte, sein Freiheitsdrang war irgendwann unerträglich. Er sagte mir, dass mein damaliger Partner erst einmal sein Problem erkennen muss und daran arbeiten wollen. Ohne beides wäre eine Therapie erfolgslos. Mein Ex leugnet bis heute, dass ich ein Hobby war und er mich immer auf Abstand hielt. Er trennte sich vor 2 Monaten, weil er keine Gefühle mehr hatte. Die Beziehung hatte mich schon ausgesaugt, die Trennung brach mir dann das Genick.

Auf der Suche nach den Gründen erkannte ich, dass auch ich Bindungsangst habe und sie bei mir in der Kindheit verankert sind. Als Zweitgeborene musste ich viel zurückstecken, da das Nesthäkchen immer der König war. Deshalb fühlte ich mich nicht geliebt, obwohl meine Eltern mich liebten und sehr fürsorglich waren. Die Bücher von S.Stahl habe ich auch und versuche demnächst an mein Selbstwertgefühl zu arbeiten. Momentan fehlt mir die Energie dazu. Nur merke ich jetzt schon, dass mir schlecht wird, wenn ich an die Zukunft denke. Ich habe Angst, alleine zu bleiben, aber auch wieder Angst, so verletzt zu werden. Manchmal frage ich mich, ob ich zwischen Pest oder Cholera wählen muss. Ist das normal kurz so nach der Trennung oder sollte ich mir jetzt schon professionelle Hilfe suchen? Danke!



326
5
Zuckerwattewolke
181
  23.03.2018 12:33  
Für manche Menschen funktioniert eine Beziehung mit getrennten Wohnungen und geregelter Distanz besser. Was nicht unbedingt mit Bindungsangst zu tun hat. Jeder Mensch braucht seinen Freiraum und hat auch das Recht ihn einzufordern. Denn in dieser Konstellation begegnen sich immer noch zwei verschiedene Menschen, jeder mit seiner eigenen Welt.
Das sind meine Gedanken dazu.

Gebe kirasa aber Recht.



4747
1
RGB-West
3558
  24.03.2018 00:22  
Das kann Ich bestätigen. ;)



786
584
  25.03.2018 20:50  
Applepie2018 hat geschrieben:
@ Feuerwasser, wie hast du es geschafft, mit der Angst vor zu viel Nähe in deiner neuen Beziehung umzugehen?

So neu ist meine Beziehung gar nicht mehr aber funktioniert besser denn je :-) Mein Erfolg lag darin schwierige Situation lernen auszuhalten, nicht davonlaufen, mir bewusst machen was ich im Leben möchte (will ich ewig alleine bleiben weil ich jede Beziehung in den Sand setze oder mich dem Problem stellen), am Selbstbewusstsein arbeiten, dem Partner Vertrauen entgegen bringen, das Risiko eingehen verletzt zu werden, mit ihm ständig in der Kommunikation bleiben und vorallem mit mir selbst einen guten Umgang haben. Das ist nicht einfach, ich hatte Rückschläge in Form von starker Übelkeit, Panikattacken und Fluchtreflexen aber meiner Erfahrung nach kommt man nicht mit dem geringsten Widerstand ans Ziel sondern in dem man den Finger da rein legt wo es auf gut Deutsch richtig schei*e weh tut. Bei mir hat sich das nach ein paar Monaten (schmerzhaften, anstrengenden Monaten) deutlich gelegt. Wenn es gar nicht anders geht sich Hilfe von einem Psychotherapeuten holen und mit ihm zusammen den Kern des Problems aufarbeiten und damit lösen sich auch daraus resultierenden Schwierigkeiten mit der Zeit. Damit tut man sich selbst etwas Gutes auch mal ganz unabhängig von einer Beziehung und lernt neue, gesündere Bewältigungsstrategien

Danke1xDanke


148
1
145

Status: Online online
  26.03.2018 08:54  
Danke FeuerWasser, genauso geht es mir auch. Bin lange Zeit unerreichbaren Männern hinterher gerannt, habe mich verbogen, hätte damals nie gedacht, dass das ein Problem ist und geriet dann an den einen, der es ernst mit mir meinte und bei dem ich unter furchtbarem Ringen (Bindungsangst) meine Definition von Liebe und Respekt erneuern konnte. Damals dachte ich, die jetzige Beziehung sei die schlimmste, da sie mir so viel Konfrontation und Ehrlichkeit mit mir und dem anderen abverlangte, aber jetzt ist das die stabilste und beste Basis. Jetzt sind wir so weit eingependelt, dass es sogar manchmal Distanz gibt und ich mich frage, wo er ist, einfach weil ich ihn so mag. Aber ich konnte lernen, dieses Gefühl mit Vertrauen zu verbinden und nicht Sehnsucht und Distanz mit Liebe, wie es so oft fälschlicherweise geschieht. Das war für mich alles viel Arbeit und aushalten. Oft mit der Verzweiflung, warum ich so einen Kompromiss eingehe. Aber jetzt denke ich, es ist das reifste, was ich bisher geschafft habe.

Und so sehe ich jetzt natürlich auch die Abgründe bei den eigenen Eltern, die in ihrer Problematik sind. Und ich würde es gern irgendwann besser machen, aber meine Mutter ist der Meinung, dass alles bestens gelaufen ist. Von daher mische ich mich nicht ein... :)

Danke1xDanke


2
  28.03.2018 19:14  
Danke euch für eure Antworten und Tipps!

Ich werde sie mir zu Herzen nehmen und gebe mir noch 4 Monate Zeit. Wenn diese Angstgefühle bis dahin immernoch so präsent sind, suche ich mir professionelle Hilfe.

Das mit dem Freiheitsdrang meines Ex-Freundes war nicht nur der einzige Aspekt, weshalb ich vermute, dass er Bindungsangst hat. Er hielt mich emotional auch auf Abstand, sein Verhalten war ambivalent. Zuviel Nähe konnte er nicht zulassen. Nach 24 h Nettozeit hatte er immer Gründe gehen zu müssen. Es fiel ihm aber selbst nicht auf. Mein Ex ist kein schlechter Mensch, aber sehr sensibel und selbstkritisch. Seine erste große Liebe verließ ihn nach einer langjährigen Beziehung. Wahrscheinlich war das der Auslöser, weshalb er solch extreme Ängste entwickelte.

Ich denke ihm ging es wie mir, wenn ich zu viel Zeit mit einer Person (außer dem Partner) verbringe. Eine beste Freundin habe ich nicht, sondern einen Kreis aus guten Freunden. Wenn sich jemand an mir klammerte, bin ich abgehauen. Vermutlich sollte mein Ex mir zeigen wie ich auch bin, bindungsängstlich.


« Verlustängste - Wer bin eigentlich ich? Ich habe Angst vor meiner Beziehung » 

Auf das Thema antworten  15 Beiträge 

Foren-Übersicht »Partnerschaft & Liebe Forum »Beziehungsängste & Bindungsängste


 Themen   Antworten   Zugriffe   Letzter Beitrag 

Gehen oder bleiben?

» Beziehungsängste & Bindungsängste

18

1999

08.09.2009

Ehe - gehen oder bleiben?

» Liebeskummer, Trennung & Scheidung

22

1997

11.10.2013

Bleiben oder gehen?

» Beziehungsängste & Bindungsängste

23

1879

28.05.2015

Bleiben oder Gehen?

» Kummerforum für Sorgen & Probleme

18

1069

21.06.2010

Gehen oder Bleiben?

» Beziehungsängste & Bindungsängste

4

906

21.10.2010










Partnerschaft & Liebe Forum