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Hallo an alles!

Aus gegebenem Anlass möchte ich mal wissen, ob es hier Leute gibt, die ebenfalls Fernbeziehungen führen, damit aber nicht klarkommen.

Bin jetzt seit 10 Monaten am Pendeln, alle 3-4 Wochen sehen wir uns für ca. 1 Woche. Womit ich überhaupt nicht klarkomme ist das Extreme dabei: entweder man sieht sich wochenlang überhaupt nicht oder 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche.
Mit der extremen Nähe habe ich noch mehr Probleme als mit der Entfernung. Unseren Treffen stehe ich jedes Mal mit gemischten Gefühlen gegenüber und schaffe es einfach nicht, auf einmal 100% auf Beziehung eingestellt zu sein, weil ich doch vorher wochenlang quasi mein Singleleben geführt habe. Dazu kommt erschwerend hinzu, daß ich seeeehhhr lange Single war und ich auch immer schon viel Zeit und Raum für mich gebraucht habe. Mein Partner versteht mein Problem leider nicht wirklich, da er eher der Klammertyp ist.
Und ich habe entdeckt, daß ich viele Kriterien eines Bindungsängstlers besitze...keine gute Kombination.

Wie sieht es bei Euch aus? Wie geht ihr mit dem Gefühlshinundher bei einer Fernbeziehung um? Würde mich wirklich interessieren und wäre dankbar für jeden Tip!

02.11.2009 18:41 • 03.11.2009 #1


6 Antworten ↓


Wann fängt eine Fernbeziehung an? Mein Freund wohnt 60 km von mir entfernt, ist also uch kein Katzensprung, daher sehen wir uns auch nur am We, viel Zeit haben wir deshalb auch nicht, weil er nur am Arbeiten ist, oft ist er sogar Samstag erst spätnamittag zuhause und hin und wieder auch mal Sonntags (da komm ich dann aber oft mit) haben also wenn nur 1 Tag in der Woche *schnief* Aber ich genieße diesen Abstand noch, da ich vor der Beziehung mit meinem Ex zusammen gelebt habe, ist es mir so NOCH ganz recht.
Auf der einen Seite, finde ich es traurig, auf der anderes Seite genieße ich noch diese Zeit, später hat man sich halt rund um die Uhr.
Weil ich wenn zu Ihn ziehen muss (da er selbstständig ist) was ich aber auch gerne möchte, werde da aber erstmal niemanden ausser seine Familie haben.

02.11.2009 20:48 • #2



Fernbeziehung-Probleme mit extremer Nähe?

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Wenn du mit Fernbeziehungen nicht zurecht kommst, musst du nicht direkt eine Bindungsansgt haben

Mal mal nicht den Teufel an die Wand.
Nicht jedes Problem ist direkt eine psychische Krankheit.

Ich hab auch ein gutes Jahr eine Fenrbeziehung geführt, und ich komme damit auch nicht zurecht. Nie wieder eine Fernbeziehung für mich.

Wir haben uns, wie ihr, wochenlang nicht sehen können wegen der Schule und dann in den Ferien saßen wir wochenlang aufeinander.
Damit kam ich gar nicht zurecht.
Da geht man sich einfach auf den Keks, finde ich.
Hinzu kam: Wenn ich mal ein Problem hatte, konnte er mir zwar übers Telefon Trost zusprechen, aber in den Arm nehmen, mit Leuten reden, was gemeinsam mit mir lösen.. das war nie drin wegen der Entfernung.
Also hab ich mich zeitgleich Alleingelassen und erdrückt gefühlt.

Ich hab das ein Jahr ausgehalten, bis ich gemerkt hab, dass es so einfach nicht geht.
Es war nicht allein die Fernbeziehung, sondern auch seine depressive Weltanschauung, die mich am Ende zur Trennung bewogen hat.

Ich bin ein Mensch, der Nähe mag, aber seine Frauräume braucht. Eine Fernbeziehung ist nichts für mich -und ich glaube, da sind wir zwei nicht allein.

Jetzt führe ich seit über 2 1/2 Jahren eine funktionierende und glückliche Beziehung mit einem Jungen, der 45 Minuten von mir entfernt wohnt. Da kann ich jedes Wochenende bequem hinfahren, das ist richtig schön.
Wenn mal was ist, und ich ihn brauche, dann ist er gleich da, und wenn wir spontan unter der Woche mal was gemeinsam unternehmen wollen, geht das auch. Wir brauchen aber trotzdem Beide unseren Freiraum.
Es gibt alle paar monate mal die Situation, dass wir uns ein Wochenende lang gar nicht sehen wollen, weil wir mal wieder Zeit für uns brauchen.
Und auch das klappt, ohne, dass der Andre beleidigt ist.

Kurzum: Du bist nicht die Einzige, die mit Fernbeziehungen nicht umgehen kann.

Irgendwann hab ich mal von einer Studie gelesen.
Paare, die eine Fernbeziehung führen, ziehen entweder nach spätestens 3 Jahren zusammen oder trennen sich wieder.
Es scheint also recht vielen Menschen so zu ergehen wie dir

02.11.2009 20:49 • #3


Danke erstmal für die Antworten!

Für mich ist es eine Fernbeziehung, wenn man so weit auseinanderwohnt, daß man sich eben nicht auf die Schnelle sehen kann, so also nur am Wochenende oder alle paar Wochen. Bei uns sind's ca. 800 Kilometer.

Ich denke auch, daß es einfach verschiedene Typen gibt, denn ich habe viele Freunde, die mit der Entfernung weniger Probleme haben, bzw. mit der Nähe. Ne Freundin von mir war gerade zwei Wochen mit ihrem Freund vereist und meinte, daß sie nicht genug voneinander bekommen konnten. So kann's also auch gehen.

Ich kenne aber auch Leute, die seit sechs und sogar zwölf Jahren (!) eine Fernbeziehung (verschieden Länder) führen, teilweise auch sehr unglücklich sind, weil es kaum eine Perspektive gibt. Irgendeiner muß dann eben schon zurückstecken und in das Land des anderen ziehen, sie sind jedoch nicht bereit, dies zu tun.

Über die letzten Monate habe ich gemerkt, daß ich kein Typ für ne Fernbeziehung bin, aber habe auch bedenken, daß es auch "normal" nicht klappen würde. Bin ein "spätes Mädchen" (oder auch Ex-ABine) und dies ist meine erste feste Beziehung, weshalb das alles neu für mich ist und ich deshalb auch nicht weiß, wie es sonst sein würde.

Was mich auf Bindungsangst gebracht hat, sind die "Symptome": je ernster es wird, desto mehr will ich flüchten (vor allem wenn es darum geht, daß meinn Partner in meine Stadt ziehen will, obwohl ich die Entfernung auch nicht aushalte). Sehr oft halte ich emotionale und körperliche Nähe kaum aus und fühle mich, als würde ich keine Luft mehr bekommen. Undsoweiterundsofort. D.h. ich bin gerade etwas verzweifelt, weil ich nicht weiß, wie es weitergehen soll.
Fernbeziehung ist doof, aber würde es in derselben Stadt klappen? Viele sagen: mit dem richtigen Partner schon. Da würde man sich auch nicht soviele Gedanken machen, ob man nun liebt oder nicht...

03.11.2009 08:12 • #4


Ich kenne dieses Problem in Fernebeziehung auch so. Die meisten meiner Beziehungen waren Fernbeziehungen, von 3 Monate lang nicht sehen dann eine ganze Woche Real zusammen bis hin zu einen Tag pro Woche treffen.

Ich finde im Gegensatz zu dir die Seite "Nicht sehen" schlimmer als "Zuviel Nähe", allerdings verstehe ich deinen Standpunkt auch. Wenn man sich nicht sieht ist man jeden Tag depri und einsam und wenn man sich dann mal ne ganze Woche am Hals hängt denkt man sich "Jetzt würde ich gerne auch mal was allein machen". In einer Fernbeziehung ist es einfach schwierig eine Balance zu finden, da es sich nicht wirklich lohnt 200€ für ne Fahrkarte zu bezahlen, wenn man dann nur zusammen ins Kino oder ins Museum geht und sich dann wieder trennt.

Abgesehen davon macht eine Fernbeziehung nur dann Sinn, wenn man in absehbarer Zeit vorhat zusammenzuziehen.

03.11.2009 14:54 • #5


Herbstkind, nach einer einzigen Fernbeziehung kannst du doch nicht schon sagen, ob die Beziehungsängste hast oder nicht

Ich kenne diese ambivalenten Gefühle, von denen du schreibst, auch aus meiner Fernbeziehung, die damals meine zweite längere und feste Beziehung war.
Da bin ich immer zwischen Sehnsucht und Genervtheit geschwankt.
Konnten wir uns nicht sehen, fehlte er mir entsetzlich, und wenn wir uns gesehen haben, hab ich mich erdrückt gefühlt und wollte nur noch weg.
Oft hatte ich schon am Anfang gar keine Lust, überhaupt hinzufahren, weil ich wusste, dass wir dann wieder nur aufeinander hocken würden.

Darum hatte ich auch keine Bindungsängste.
Er war halt nicht der Richtige.

Wenn dir nicht wohl ist dabei, dass er in deine Stadt ziehen will, dann bist du eben einfach noch nicht bereit dafür. Dann brauchst du noch mehr Zeit, oder einen neuen Freund. Eins von Beidem.
Wir sind z.B. seit über 2 1/2 Jahren ein Paar und ich denke jetzt noch immer nicht im Traum daran, mit ihm zusammen zu ziehen
Es gibt auch Paare, die leben absichtlich getrennt, seit 15 Jahren oder länger. Weil sie sich lieber bewusst verabreden anstatt sich jeden Tag zufällig über den Weg zu laufen.
In der Liebe macht man das, was einem gut tut.
Krank muss man deswegen noch lange nicht sein.

In meiner jetzigen Beziehung fühle ich mich sehr wohl, da kann ich einfach sagen, wenn ich meinen Freiraum brauche, und bekomme ihn dann.
Das klappt für mich bestens.

Ich glaube, du hast den Richtigen einfach noch nicht gefunden.
Wenn man zusammen gehört, dann merkt man das sehr schnell.
Dann gibt es auch keine Zweifel mehr bezüglich Eifersucht, Fernbeziehung, Zusammenziehen, etc.
Dann kann man über Alles reden und findet für Alles eine Lösung oder zumindest einen Kompromiss.

Ich bin mir ganz sicher, dass du nicht unter Bindungsängsten leidest.
Du brauchst halt einfach den richtigen Mann!

Über Liebe und Beziehungen sollte man nicht nachdenken müssen, man sollte sie genießen und leben können.
Wenn du mal den Richtigen gefunden hast, lösen sich die ganzen Fragen, die dich jetzt bedrücken, eh in Luft auf.

Also mach's dir nicht schwerer als es ist, indem du versuchst, die Liebe mit dem Kopf zu verstehen
Klappt meistens eh nicht.

03.11.2009 15:31 • #6


Nochmals danke für die Antworten! Es hilft echt, mal zu hören wie es bei den anderen läft/gelaufen ist und die Meinung von Außenstehenden zu bekommen, denen nur die Situation geschildert wird, die einen aber nicht persönlich kennen.

@ Pilongo:
Du hast wahrscheinlich wirklich recht und bestätigst meine Annahme, daß der Gegenwärtige nicht der Richtige, bzw. was für die Zukunft ist. Vielleicht hätten wir es in derselben Stadt besser geschafft oder es hätte sich anders entwickelt, aber durch die Fernbeziehung habe ich mich irgendwie entliebt und entfremdet. Morgen geht's wieder auf Reisen und wie Du auch gesagt hast...meistens habe ich schon vorher gar keine Lust.
Ich weiß, daß das dem Partner gegenüber nicht fair ist, vor allem, weil er es anders sieht und empfindet, aber was soll ich machen? Mal sehen, wie das Ganze ausgeht. Habe jedenfalls kein gutes Gefühl.

03.11.2009 18:26 • #7




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