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Hallo zusammen, ich melde mich hier da ich angst habe niemals aus dem Teufelskreis der Beziehungsangst zu entkommen und vielleicht jemand hier ist, der das selbe empfindet wie ich...
Ich sehne mich sehr nach einer Beziehung, nach dem Gefühl wahrer und grosser Liebe. Doch so bald ich jemanden kennenlerne, besser gesagt sobald es ernst wird oder derjenige meine Nähe sucht beginnt das Elend. ich habe immer intensiver das Gefühl, dass diese Person nicht zu mir passt, nicht der "Richtige" ist, finde immer mehr kleine Fehler und vermisse immer mehr das Gefühl von hemmungsloser Liebe. Ich fange an zu überlegen, dass es doch da draussen noch einen "Besseren" geben müsse, finde Gründe weswegen eine Beziehung nicht funktionieren würde oder frage mich wie lange eine Beziehung dauern würde bis ich sie endlich beenden könnte. Es kommen dann auch immer mehr Wünsche nach einem "perfekten" Partner und für einen kurzen Moment denke ich immer, dass ich diesen eines Tages schon finden werde. Mittlerweile bin ich mir meiner Beziehungsangst schon ca. ein Jahr lang bewusst. Ich habe mehrmals versucht mich meiner Angst zu stellen und dagegen anzukämpfen, bin am Schluss aber immer wieder gleich weit. Mich plagt die Angst, niemals jemanden zu finden mit dem ich mein Leben verbringen kann, für immer alleine und einsam zu bleiben während andere glücklich werden und eine Familie gründen..
Gibt es da draussen irgend jemand der auch so empfindet/ weiss was ich versuchen könnte um meine Angst zu überwinden? ich danke euch für jede Antwort

28.04.2014 21:04 • 14.07.2014 #1


7 Antworten ↓


Zitat von lennon:
Hallo zusammen, ich melde mich hier da ich angst habe niemals aus dem Teufelskreis der Beziehungsangst zu entkommen


Es ist eine ganz besondere und wichtige "Eigenschaft" der Liebe, dass sie Dich gnadenlos und unverblümt in all Deinen Ängsten und Schwächen zeigt. Liebe ist überhaupt der einzige innere "Grund & Auslöser", die Ängste vor der Liebe zu ERKENNEN. Soll heißen: Das Pendant der Liebe ist die Angst, sie sind ähnlich einer Einheit.

Ich finde, Du hast großes Glück, wenn Du Deine Ängste innerhalb des Liebens empfinden und schildern kannst. Verstehe es als Aufforderung, Dich diesen Ängsten zu stellen - ähnlich wie Alpträume ein Zeichen dafür sein können, dass "man bereit ist, sich mit dem Thema dahinter zu beschäftigen" und ergo "zu verarbeiten".

Ein großer "Nachteil" ist, dass wenige Menschen genau das so "erfassen" - viel häufiger kommt es stattdessen vor, dass der/die "Betroffene" die eigenen Ängste los zu werden versucht, indem er/sie das "geliebte Gegenüber" auf vielerlei Art "herabsetzt" - bspw. als den/die "nicht Richtige/n". Vielleicht ist es gut, sich folgendes glasklar vor Augen zu führen: Es gibt keine/n "Bessere/n", sondern nur und ausschließlich "Andere". Demnach - und ich sage es mit großem Respekt! - wäre das Richtige für Dich, wenn Du Deine Beziehungs-Ideale auf ein umgängliches Maß korrigieren könntest - und jede Liebe gibt Dir dafür Gelegenheit..."sie" zeigt Dir das auch jetzt recht deutlich. Denn: Ohne Beziehungen wirst Du Dein Thema nicht erledigen können - ebenso wie niemand ohne Rad Fahrrad fahren lernt...

28.04.2014 21:37 • x 3 #2



Der Liebe im Weg stehen?

x 3


Ich danke dir von herzen für deine liebe, mutmachende Antwort. Ich weiss das es schwierig wird, deine Worte in die Tat um zu setzen aber ich werde es versuchen und werde hoffentlich am Schluss sagen können, dass ich es geschafft habe.
Ich würde so gerne mein Leben in vollen Zügen geniessen, doch die Angst steht mir im Weg...meistens denke ich mir beim nächsten Versuch wird's bestimmt besser ich hoffe dass dies irgendwann eintrifft.
Vielen Dank für deine Hilfe

29.04.2014 21:23 • #3


Zitat von BerlinerMama:
Zitat von lennon:
Hallo zusammen, ich melde mich hier da ich angst habe niemals aus dem Teufelskreis der Beziehungsangst zu entkommen


Es ist eine ganz besondere und wichtige "Eigenschaft" der Liebe, dass sie Dich gnadenlos und unverblümt in all Deinen Ängsten und Schwächen zeigt. Liebe ist überhaupt der einzige innere "Grund & Auslöser", die Ängste vor der Liebe zu ERKENNEN. Soll heißen: Das Pendant der Liebe ist die Angst, sie sind ähnlich einer Einheit.

Ich finde, Du hast großes Glück, wenn Du Deine Ängste innerhalb des Liebens empfinden und schildern kannst. Verstehe es als Aufforderung, Dich diesen Ängsten zu stellen - ähnlich wie Alpträume ein Zeichen dafür sein können, dass "man bereit ist, sich mit dem Thema dahinter zu beschäftigen" und ergo "zu verarbeiten".

Ein großer "Nachteil" ist, dass wenige Menschen genau das so "erfassen" - viel häufiger kommt es stattdessen vor, dass der/die "Betroffene" die eigenen Ängste los zu werden versucht, indem er/sie das "geliebte Gegenüber" auf vielerlei Art "herabsetzt" - bspw. als den/die "nicht Richtige/n". Vielleicht ist es gut, sich folgendes glasklar vor Augen zu führen: Es gibt keine/n "Bessere/n", sondern nur und ausschließlich "Andere". Demnach - und ich sage es mit großem Respekt! - wäre das Richtige für Dich, wenn Du Deine Beziehungs-Ideale auf ein umgängliches Maß korrigieren könntest - und jede Liebe gibt Dir dafür Gelegenheit..."sie" zeigt Dir das auch jetzt recht deutlich. Denn: Ohne Beziehungen wirst Du Dein Thema nicht erledigen können - ebenso wie niemand ohne Rad Fahrrad fahren lernt...


Hallo Berlinermama

Schöne Worte. Darf ich dich fragen, ob du dies auch durchlebt hast? Gerne würde ich deine Erfahrungen diesbezüglich lesen

30.04.2014 14:10 • #4


Hallo zusammen,


genau aus dem oben so anschaulich beschriebenem Grund habe ich mich heute auch angemeldet. Ich kenne das Gefühl nur zu gut, den potentiellen Partner immer wieder vor den Kopf zu stoßen - sozusagen als Test, ob er wirklich der richtige is. Aber eigentlich mit der Hoffnung, dass er es nicht ist und man es auf ihn schieben kann, dass aus der Beziehung nichts geworden ist.

Ich habe einen Mann kennengelernt, den ich sehr liebe und der mit dem "vor dem Kopf stoßen" umgehen kann und es immer wieder durch seine Art und Weise schafft, mich zu "normalisieren". Das ging nun eine Weile gut, bis ich eine neue Art und Weise an mir entdeckt habe...

Jetzt stoße ich ihm nicht mehr vor den Kopf, jetzt setze ich ihm die Pistole auf die Brust und will ihn zu Bekenntnissen zwingen, die es eigentlich objektiv nicht braucht, zumal wir nur auf dem Weg in eine Beziehung waren und in keiner sind. Ich erkenne mich darin nicht wieder und habe Angst ihn zu verlieren. Es fühlt sich wie ein Teufelskreis an, aus dem ich nicht raus komme. Er gibt mir so viel und hat so viel Geduld, dass ich ein schlechtes Gewissen habe und denke, ihn nicht glücklich machen zu können und nicht gut genug zu sein, sodas ich "uns" aufgeben will.

Aber genau solche Aussagen bringen ihn dazu, mir den Spiegel vorzuhalten und mir klar zu machen, dass ich so nie eine Beziehung führen werden kann.

Könnt ihr dies nachvollziehen? Gibt es einen Ausweg aus dieser Situation? Oder hilft wirklich nur eine Therapie?

Danke für eure Antworten und Unterstützung!

29.06.2014 15:49 • #5


Ich kann deine Situation sehr gut nachvollziehen, muss aber sagen, dass du ein riesen Glück hast, so einen Menschen kennen gelernt zuhaben.
Wichtig ist es, zu versuchen die positiven Dinge in den Vordergrund zu stellen. ich weiss wie einfach so etwas zu sagen ist, die Umsetzung ist es leider gar nicht!
Bitte nimm es dir zu Herzen, gib nicht auf! Eine so grosse Unterstützung wie die deines Partners wirst du nur schwer wieder finden.
Es ist ein elender Teufelskreis in dem wir uns befinden. Es hilft nichts mehr als dagegen anzukämpfen und bloss nicht schwach zu werden.
Hast du schon einmal daran gedacht, es mit einer kinesiologischen Therapie zu versuchen? Ich mache die Therapie nun schon seit 2 Monaten und habe ein sehr gutes Gefühl dabei. Mir fällt der Gang zum Psychologen sehr schwer, deswegen sehe ich diesen Weg als perfekte Behandlung für meine Situation. Wichtig ist einfach, dass du deine optimale Variante findest. Du sollst dich wohl und verstanden fühlen. Und stelle dich bloss nicht als krank oder schwach dar! Das bist du nicht. Alleine dieser schwierigen Situation ins Auge zu sehen ist sehr stark von dir.

07.07.2014 13:53 • #6


Fee*72
hallo BerlinerMama ..
schöner text..würde auch gern mehr lesen...stehe mir gerade auch glaub gerade selber im weg irgendwie.

hallo lennon..

kinesiologie würd ich auch gern machen,aber bei uns is das nur privat leistung..wie vieles leider..

die positiven dinge in Vordergrund stellen ist richtig und ich schaffe es auch meist wenig,da mir mehr negatives einfällt..

07.07.2014 14:54 • #7


Das verstehe ich sehr gut, denn das Sammeln des Negativen ist auch die grösste Hürde die uns diese Krankheit stellt. Ich kann dir nur Raten, zu erst den Bezug zu dir selber zu stärken, bevor du den Schritt nach Aussen wagst. Wie ich es durch meine Therapie gelernt habe, liegt irgendwo in deiner Vergangenheit die Ursache dieses Problems. Sobald du weisst, was der Auslöser war, kannst du dich diesem Stellen und ihn bekämpfen und glaube mir, deine Ängste und negativen Gefühle werden schwächer. ich spreche aus eigenen Erfahrungen die ich machen durfte.
Das A und O bei dieser "Selbsttherapie" ist es, die Ehrlichkeit zu dir selber nicht zu verlieren. Vielleicht willst du etwas nicht wahr haben, oder versuchst unbewusst etwas zu verharmlosen, versuche das zu vermeiden, denn die Ehrlichkeit zu dir selber ist der Schlüssel zur inneren Stärke und Entschlossenheit.

14.07.2014 13:00 • #8




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Dr. Reinhard Pichler