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Hallo zusammen!

Ich versuche mich kurz zu fassen, kann aber nichts versprechen was das betrifft.

Mittwoch habe ich mich mit jemanden getroffen, mit dem ich schon seit ungefähr einem halben Jahr geschrieben hab. Wir wollten uns früher treffen, habe mir aber immer wieder Ausreden einfallen lassen, weil ich irgendwie keine Lust auf so ein Treffen hatte. Gegen Ende Dezember have ich mich aber doch dazu getrieben mich mit ihm zu treffen. Es lief eigentlich ganz gut. Ein normaler Kinoabend eben. Nur während des Films hatte ich mich gefragt ob sich das überhaupt richtig anfühlt, das ich mich mit ihm treffe, ob ich bereit überhaupt für sowas bin und ob ich das eigentlich will. Nach dem Treffeb hatte er mir geschrieben das sich die lange Wartezeit gelohnt hat und er sich gerne gleich am Wochenende erneut mit mir treffen wollte. Das hat mich sehr gefreut, allerdings wollte ich ehrlich zu ihm sein und meine Bedenken mitgeteilt. Ich habe auch gesagt das ich Angst habe davor Menschen zu vertrauen oder eine Bindung zu ihnen aufzubauen. Dafür hatte er sehr viel Verständnis und ich habe totale Schuldgefühle das er jetzt wieder warten muss, weil ich außerdem gesagt habe das ich mir helfen lassen will. Ganz professionell beim Psychologen.

Dazu muss ich das aber erstmal meiner Mutter sagen, denn die würde skeptisch werden warum ich jede oder alle zwei Wochen weg bin. Allerdings habe ich wahnsinnige Angst davor es ihr zu sagen. Ich hasse es vor Menschen Schwäche zu zeigen. Selbst wenn ich über mein Problem intensiv nachdenke muss ich ständig weinen. Ich will doch auch normal jemanden vertrauen können und mich verlieben.

Der Ursprung, warum ich so schwere Probleme kit dem vertrauen habe, kann nur an der Vergangenheit liegen. Meine Schulzeit war die schlimmste Zeit in meinem bisherigen Leben. Zurzeit bin ich 18 Jahre. Ich wurde ständig nur ausgenutzt, verraten und hintergangen. Mobbing Attacken zähltenvauch dazu und von meinen Mitschülern wurde ich ständig ausgegrenzt. Von der ersten Klasse bis etwa zur 9ten Klasse. In der 10ten Klasse hörten die Mobbing Attacken auf. Am Anfang habe ich die Gefühle zugelassen, darüber getrauert wwil ich mich allein fühlte. Nach der Zwit lernte ich allerdings alles zu ignorieren. Kalt zu wirken. Der Schmerz verblieb tief in mir, den ich sogar noch heute deutlich spüre.

Ich habe jetzt die letzten drei Tage darüber viel getrauert und habe mir eingestanden das ich Hilfe brauche. Bevor ich die bekomme, muss ich es ja irgendwie meiner Mutter erzählen. Nur ich weiß nicht wie. Allein wenn ich darüber nachdenke wie ich es ihr vorstelle, das reicht dafür das Tränen herunter kullern. Ich habe Angst das ich in einen Gefühlsausbruch gerate. Im echten Leben have ich auch noch nie mit jemanden darüber geredet.

Es wäre sehr freundlich wenn jemand seine Erfahrungen zu dem Thema mitteilen könnte. Vielleicht findet sich ja jemand der etwas ähnliches durchmachen musste und auch der Mutter sowas mal erzählen musste.

LG
Cleopatra

09.01.2016 22:32 • 10.01.2016 #1


3 Antworten ↓


Icefalki
Hallo und herzlich willkommen bei uns.

Was mich jetzt am meisten interessiert ist, was befürchtest du, wenn du mit deiner Mutter reden würdest?

09.01.2016 23:13 • #2



Bindungsängste stehen im Weg für ein glückliches Leben

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Zitat von Icefalki:
Hallo und herzlich willkommen bei uns.

Was mich jetzt am meisten interessiert ist, was befürchtest du, wenn du mit deiner Mutter reden würdest?


Hallo Icefalko!

Danke für deine Antwort.
Naja ... Ich wil halt keine Schwäche zeigen. Besonders vor ihr nicht. Ich habe Angst das ich vor ihr dann einen Gefühlsausbruch bekomme. Zuzugeben das ich Hilfe brauch. Das ist nicht so leicht. Ich mache mir auch so viele Gedanken wie ich es ihr am Besten sagen könnte ohne dabei anzufangen emotional zu werden.

LG
Cleopatra

10.01.2016 11:11 • #3


Icefalki
Meine Liebe, im Prinzip hast du den ersten Schritt schon getan, dir einzugestehen, dass du Hilfe brauchst. Und das ist gut.

Du fürchtest also, wenn du deiner Mutter Bescheid gibst, dass du weinen müsstest?

Was ist daran so schrecklich? Und es ist deine Mutter. Oder habt ihr kein gutes Verhältnis?

Soll ich dir ein Geheimnis verraten? Wenn du zu deinen Schwächen stehen kannst, sie wirklich akzeptieren kannst, dann werden deine Schwächen nicht mehr so schlimm für dich.

Warst du ein Opfer, ok, warst du, und es tat weh. Musst du das dein ganzes weiteres Leben sein?

Musst du nicht. Also stehe mal dazu. Ja, es tat dir weh, ja du konntest dich nicht wehren und jetzt willst du dich verändern und dazu holst du dir eben professionelle Hilfe.

Und schon bist du kein Opfer mehr, denn jetzt unternimmst du etwas.

Du zeigst Stärke, und wenn das bedeutet, dass du eben mal weinen musst, dann gestatte dir das.

Du bist 18 Jahre alt und holst dir jetzt Hilfe. Und das ist doch prima. Wenn andere dir was anderes sagen, oder du Angst vor dem Spott hast, dann ist es doch total richtig, zu lernen, dass dir die Meinung anderer nicht unbedingt so furchtbar wichtig ist.
Und wenn das für dich so einfach wäre, wäre das ja kein Thema mehr.

Da es ein Thema ist, ist es nur logisch und erwachsen, das therapeutisch anzugehen.

So solltest du das sehen.

Und es ist dein Leben, das du wieder in Griff bekommen möchtest.

Du tust es auch nur für dich.

Mach deinen Termin und geh da hin. Wirst du gefragt, dann gehst du seit neuestem zu einem Therapeuten.

Sei stolz darauf, eine Entscheidung zur Gesundheit zu treffen.

10.01.2016 17:57 • #4




Dr. Reinhard Pichler