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Hi an alle,

ich wende mich mal an die schlauen Köpfe im Internet, weil ich in meinem Bekanntenkreis keinen habe mit dem ich darüber reden kann.
Wie der Titel schon sagt habe ich Angst vor Männern. Der Aha-Moment kam letzten Winter als ich mich mit Freunden treffen wollte und angesprochen wurde. Es war nicht dises unangenehme Angebaggere, ganz im Gegenteil. Er war wirklich nett und wir haben uns gut verstanden. Von Angst keiner Spur. Ich hab mir seine Nummer geholt und ihn am gleichen Tag angeschrieben (bzw. haben mir meine Freunde das Handy förmlich aus der Hand gerissen und das übernommen) Da hat die Angst schon langsam angefangen, aber ich dachte nur ich sei nervös. Ich hatte noch nie eine Beziehung oder etwas in der Richtung und hab es daher meiner Unerfahrenheit geschoben. (bin 23)
Am nächsten Tag antwortete er und fragte, ob wir uns treffen wollen. Eigentlich nix bei, war ja der Grund warum wir Nummern getauscht hatten. Ich bin allerdings zusammengebrochen und hatte die schlimmste Panikattacke bis dahin. Ich war echt kurz davor etwas zu tun, was ich bereuen würde. Deswegen hab ich mich sofort mit meiner besten Freundin getroffen und als sie fragte was los sei, sagte ich, dass ich Angst vor Männern habe. Darüber hab ich nicht mal nachgedacht, es kam einfach wie aus der Pistole geschossen.

Ich hab ihm natürlich abgesagt und gesagt, dass es nicht passt. Jetzt hat er mich wieder angeschrieben (zum dritten mal) und ich weiß absolut nicht was ich machen soll. Ich weiß, dass wir uns sicher gut verstehen würden und dass ich ja nichts machen muss, was ich nicht will, aber meine Panik macht mich schon wieder handlungsunfähig. Ich kann ihm ja schlecht sagen Hey, ich hab so krass Angst vor dir, dass ich k*otzen muss, aber lass mal treffen. Ich verspreche ich wein auch nur ein bisschen :') Kommt jetzt nicht so gut. Vor allem bei jemanden mit dem man vielleicht 5 Nachrichten geschrieben hat.

Ich hab diesen Monat ein Erstgespräch für einen Therapieplatz, um das Problem anzugehen, kann mir aber noch nicht wirklich ausmalen wie die Therapie dann aussehen soll. Ich weiß ja wo die Probleme herkommen, aber ich weiß nicht wie meine Denkmuster geändert werden sollen. Das läuft ja alles eher unterbewusst.

Deswegen meine Fragen an Leute, die mit ähnlichen oder gleichen Problemen zu kämpfen haben. Was würdet ihr in so einer Situation tun?
Und wenn ihr eine Therapie macht/gemacht habt, wie sah die bei euch aus?

Danke schon mal für die Antworten

05.08.2022 20:02 • 09.08.2022 #1


7 Antworten ↓


colitis9439
Da du dich ja vorher schon nett mit ihm Unterhalten hast, hast du ja keine Angst vor Männer per se.
Mir scheint es du hast eher angst vor Intimität? Vlt. auch Angst davor, dass du was machst, was du nicht willst, weil es eben manchmal doch nicht so leicht ist nein zu sagen?

Trefft euch doch im Freundeskreis wieder

05.08.2022 20:09 • #2



Angst vor Männern

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Schlaflose
Zitat von coffeetogo:
Deswegen meine Fragen an Leute, die mit ähnlichen oder gleichen Problemen zu kämpfen haben.

Ja, ich habe auch das Problem aber ich habe nicht damit zu kämpfen Es war schon seit meiner Jugend so, dass ich Angst vor Männern hatte. Sobald ein männliches Wesen in meiner Nähe ist, verkrampfe ich mich, bekomme Atembeklemmung, fange an zu schwitzen und ergreife die Flucht. Der Gedanke an körperliche Berührungen und S. hat mir immer Angst bereitet. Deswegen hatte ich noch nie eine Beziehung oder gar Partnerschaft. Als ich jung war, har mir das zugesetzt, weil ich mich minderwertig fühlte, da ich nicht schaffte, was jeder Mensch, sogar jedes Tier schafft, einen Partner zu finden und eine Familie zu gründen. Aber eigentlich wollte ich das gar nicht. Ich wollte nur den gesellschaftlichen Erwartungen entsprechen. Als ich älter wurde, hat sich das gelegt und ich akzeptiere mich so wie ich bin und genieße meine Freiheit. Übrigens habe ich die Diagnose soziale Phobiebund ängstliche (vermeidende) Persönlichkeitsstörung.

06.08.2022 06:29 • x 2 #3


Lina60
@coffeetogo ich finde es gut, dass Du demnächst eine Psychotherapie machst, denn so besteht eine echte Chance, dass Du an Deine Gefühle ( Angst vor Männern) herankommst. Oft wissen wir ja alle im Kopf wieso und warum. Doch das hilft uns zur Veränderung der Gefühle, Situation, Verhalten beschränkt. Können wir jedoch, in guter Begleitung ( und eben nicht mehr allein) dem Ursprung der Probleme und ev. Traumata auf die Spur kommen und sie wieder spüren, geschieht Veränderung.

Das klingt nun etwas abstrakt und kann bloss eine Idee vom Geschehen in einem therapeutischen Prozess geben, doch vielleicht macht es Dir Mut.

Was das jetzige Reagieren dem Mann gegenüber betrifft, denke ich, dass Du selbst fest in Dich hineinhorchen solltest, Deine innere Stimme wird Dir sagen, was jetzt grad möglich ist und was nicht. Auch wie viel Du dem jungen Mann anvertrauen willst, und wie viel eben nicht. Ausserdem gibt es immer noch die Notlüge ( die ja eine gewisse Legitimität hat), dass Du zur Zeit zu viel um den Halst habest. Je nachdem hast Du so die Möglichkeit entweder den Kontakt ganz abzuschliessen, oder ihn auf später zu verschieben, im Sinne von Ich werde mich wieder melden, wenn...

Und jaaaa, wie auch @Schlaflose schreibt : tue wirklich nur das was für DICH stimmt ! Offenbar gibt es ein paar Leute um Dich herum, die drängen. Das zeigt auch, wie sie Dir Dein eigenes Handy aus der Hand rissen und den Kontakt mit dem Mann auch ihrerseits initiierten. Das ist ein Stück weit übergriffig. Also aufpassen, gell.

06.08.2022 07:32 • x 1 #4


Icefalki
Hallo @coffeetogo , hinter dieser Angst kann sich viel mehr verbergen, oder auch nicht, als nur Angst vor Männer.

Deshalb ist es sehr gut, dass du das mit einem Therapeuten angehst. Je mehr man von sich selbst weiss, je besser kann man sich verstehen. Und alles, was man versteht , verliert deutlich an Intensität. Interessant ist auch, wie sehr man in der Jugend meint, nur dann zu genügen, wenn man Schema F lebt.

Je mehr Erfahrungen man dann macht, desto leichter wird es, zu sich selbst zu stehen. Vielleicht magst du schlicht und ergreifend keine Männer und stehst eher auf Frauen?

06.08.2022 17:17 • x 2 #5


Also danke schon mal an alle, die mir geantwortet haben ^^ das hat schon geholfen.

@Schlaflose du sprichst genau das an was ich mir hinter meinem Post gedacht habe. Ich weiß gar nicht so genau, ob ich wirklich interessiert an einer Beziehung bin oder ob es nicht eher die gesellschaftliche Erwartung ist, die mich unter Druck setzt. Ich hab das Gefühl als müsste ich es ausprobiert haben, um behaupten zu können, dass ich kein Interesse an einer Partnerschaft habe. Als wäre da so eine kleine Stimme im Hinterkopf die sagt: Du musst dich ranhalten, du wirst nicht jünger. Mit 23 keine Erfahrungen? Da kannst du es dir nicht leisten jemanden abzulehnen Echt bekloppt

@Icefalki da hast du auf jeden Fall Recht. Diese Angst ist nicht meine einzige Baustelle sondern eher eine Begleiterscheinung von Traumata von früher. Es ist allerdings die Baustelle mit der ich am wenigsten umgehen kann. Ich glaube auch, dass ich sowieso erst mal lernen muss zu erkennen, was ich will und was nicht. Das konnte ich durch eine Co-Abhängigkeit in der Familie gar nicht. Vermutlich wirft mich das mit dem Typen deswegen auch so aus der Bahn, weil es wirklich mal um mich geht und ich damit nicht umgehen kann.

Die Beiträge von euch allen haben mich wirklich nachdenklich gemacht und ich glaube eine wirklich Antwort auf den Umgang mit meinem Problem finde ich erst in der Therapie. Momentan weiß ich gar nicht wo mir der Kopf steht. Da muss erst mal Ordnung rein und der Rest kommt danach

06.08.2022 17:58 • x 2 #6


Icefalki
Zitat von coffeetogo:
Momentan weiß ich gar nicht wo mir der Kopf steht


Das ist vollkommen normal. Weisst du, keiner hier im Forum dachte jemals daran, dass er sich irgendwann mit Ängsten beschäftigen muss, für die man vordergründig keinen Grund findet.

Selbst wenn man drüber nachdenkt, denkt man: Wie unlogisch reagiere ich denn? So ein Theater wegen......... Und man kriegt einfach nicht die Kurve, dass man wieder normal reagieren könnte.

Im Nachhinein weiss man irgendwann, was dazu geführt hat, dass man so reagiert. Bis dahin verpasst man aber einiges vom Leben, da man eben auch vermeidet.

Und je schneller man sich helfen lässt, desto besser.

06.08.2022 19:18 • x 1 #7


xMoody
Hallo Coffeetogo,

ich würde gerne etwas aus Männersicht dazu sagen.

Zitat von coffeetogo:
Ich kann ihm ja schlecht sagen Hey, ich hab so krass Angst vor dir, dass ich k*otzen muss, aber lass mal treffen. Ich verspreche ich wein auch nur ein bisschen :') Kommt jetzt nicht so gut.


Das stimmt so pauschal nicht. Es gibt viele Arten Männer, sicher auch Typen, die kein Verständnis für sowas haben. Aber auch erstaunlich viele, die sowas verstehen würden oder die diese Ehrlichkeit einfach schätzen würden. In meinem Umfeld würden viele Männer auf eine solch ehrliche Aussage eher positiv reagieren, sofern sie ein wenig mehr erklärt wird.

Abgesehen davon ist fast jeder bei einer ersten Verabredung nervös, je wichtiger Dir das Ganze ist, desto mehr. Die meisten spielen nur die Coolen. Heute wird Dir überall suggeriert, wie Du zu sein hast, wenn Du Dich mit jemanden triffst. Das ist alles Unsinn. Dates sind viel angenehmer, wenn beide Seiten sich natürlich verhalten. Geht doch ums Kennenlernen.

Die Frage, ob Du überhaupt jemanden kennenlernen willst, ist eine andere. Aber wenn Du Dich mit jemanden treffen willst, dann versuche es von Anfang an mit einer gewissen Ehrlichkeit. Und wenn er dafür kein Verständnis hat, hast Du direkt die Antwort, ob sich die Verabredung gelohnt hätte.

Grüße
Moody

Vor 1 Stunde • #8




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