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Hallo alle miteinander,

also ich habe nun seit ein paar Wochen ein große Problem:

Seit fast 7 Monaten bin ich mit meinem Freund zusammen, wir waren sehr sehr glücklich, ich konnte es immer kaum erwarten, dass er mich abends von der Arbeit abholt und der Gedanke nochmal eine Nacht ohne ihn einschalfen zu müssen war furchtbar.
Ich weiß, dass das auch viel mit dem Frisch-Verliebt-Sein zu tun hat, aber wie gesagt: es war einfach alles wunderschön. Wir können über alles reden, haben sehr ähnliche Interessen und er hat mich niemals daran zweifeln lassen, wie sehr er mich liebt.

Dann plötzlich, vor ca. 3-4 Wochen bin ich morgens aufgewacht und fühlte nichts mehr. Es war als wären die Gefühle plötzlich weg. Ich hab total Panik bekommen und Angst dass ich die Beziehung Hals über Kopf beenden könnte, weil ich mir doch ein zwei Tage voher noch so sicher mit ihm war und einfach alles so schön war.

Mittlerweile geht es wieder etwas besser und ich bin mir eigentlich auch sicher, dass ich ihn liebe, aber es ist als hätte ich keinen Zugriff auf meine Gefühle. Ich sehne mich immer noch oft nach ihm, wenn er nicht da ist, aber eben nicht mehr so sehr wie vorher. Außerdem liebe ich es immer noch wenn er mich im Arm hält und küsse ihn auch weiterhin gerne und oft, aber trotzdem fühle ich mich so leer.
Hinzu kommt, dass ich mich in letzter Zeit oft von allem und jedem sehr genervt fühle, leider auch von ihm, obwohl er eigentlich gar nichts schlimmes macht.

Ich weiß nicht was los ist. Ich meine, sicherlich ist man nicht ewig frisch verliebt, aber dass das so von einem Tag auf den anderen geht und dann auch so extrem passiert, das ist doch nicht normal, oder?

Ich habe mit ihm drüber geredet und er meinte, ob ich eine Beziehungspause bräuchte oder eine Trennung und er mich nicht hassen würde, wenn die Gefühle weg wären, weil er weiß, dass sowas nun mal passiert, auch wenn er dann sehr sehr traurig wäre und mich wahnsinnig vermissen würde.
Aber als er das vorgeschlagen hat, musste ich soooo sehr weinen und hatte plötzlich so eine Angst ihn zu verlieren und wusste, dass Trennung nicht in Frage kommt.

Was ist nur los mit mir? Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht? Ich weiß nicht weiter

12.05.2011 14:37 • 17.05.2011 #1


2 Antworten ↓


Wyvern
Wieso hat hier denn noch keiner geschrieben? Fehlen wohl die Erfahrungen dazu.

Also du solltest auf jeden Fall nicht überstürzt handeln, von wegen "einfach Schluss machen", weil du dir gerade nicht sicher bist. An deiner Reaktion ihm gegenüber hast du ja selber gemerkt, dass du ihn gar nicht verlieren willst.

Ist es deine erste, feste Beziehung? Es klingt, als hattest du vorher noch keine, oder zumindest keine längerfristige.

Es ist normal, dass in der ersten Zeit alles perfekt ist und man total verliebt ist. Aber dass man nach einigen Monaten oder Jahren (ist bei jedem unterschiedlich) diese starken Verliebtheitsgefühle nicht mehr so ausgeprägt sind, ist auch normal - aber nicht verliebt sein heißt NICHT, jemanden nicht zu lieben!

Ich bin auch nicht mehr aufgeregt und hibbelig und habe kein starkes Herzklopfen mehr, wenn ich mit meinem Freund zusammen bin. Trotzdem freue ich mich immer, wenn ich ihn wiedersehe, und weiß dass ich ihn von ganzem Herzen liebe. Ich brauche ihn und auch wenn ich Momente habe in denen ich nicht behaupten kann ich wäre total in meinen Freund verliebt, bin ich mir nie unsicher darüber dass ich bei ihm bleiben möchte.

Wenn du daran denkst ihn verlieren zu können, und wie es ohne ihn wäre... wenn all das, was du an und mit ihm hast, nicht mehr wäre - Wärst du dann unglücklich? Ist er der Mensch, mit dem du dich glücklich fühlst?

Nicht jede Minute seine Verliebtheit zu spüren bedeutet wie gesagt nicht auch, dass man denjenigen nicht mehr liebt. Mache auf keinen Fall den Fehler, die Beziehung einfach zu beenden, weil du mal etwas unsicher bist. Mache nicht den gleichen Fehler wie ich... ich war stur und habe zu meinem Freund gesagt, weil es zur Zeit kriselt, ich könnte und wollte nicht mehr. Er hat mich daran erinnert, dass wir uns beide sehr lieben und brauchen, und ob ich jetzt wirklich gehen will und alles... ich habe mir nicht reinreden lassen und ihm einfach immer wieder gesagt ich will nicht mehr. Obwohl er Recht damit hat, dass das gar nicht stimmt. Ich vermisse ihn jede Sekunde und hoffe, dass sich das wieder einränkt...

Ansonsten kann ich nur noch den Tipp geben auf die Pause einzugehen die dein Freund erwähnt hat, vielleicht einfach mal eine gewisse Zeit, muss nichtmal lange sein, ganz ohne ihn. Wenn du oft daran denkst dass du ihn vermisst und zu ihm willst, und du dich fragst warum du weg von ihm bleibsz obwohl du bei ihm sein willst, weißt du bescheid

17.05.2011 00:09 • #2


Hallo Wyvern, danke für deine Antwort.

Ja ich versuche nicht überstürzt zu handeln, manchmal ist es etwas schwierig, weil ich mich irgendwie selbst runterziehe. Dann steigere ich mich in irgendwelche blöden Gedanken hinein und bin von allem genervt und brodele innerlich regelrecht, fühle mich auch aggressiv. Das muss dann nicht mal was mit meinem Freund zu tun haben, ich könnte mich dann an allem sozusagen hochziehen, aber da wir viel Zeit miteinander verbringen, kriegt er die miese Laune dann ab

Aber ich muss schon sagen, ziemlich gut erkannt: Es ist zwar nicht meine erste feste Beziehung, sondern die Zweite, aber die erste hielt gerade mal 6 Monate und war auch keine wirklich schöne Beziehung. Meistens haben wir uns nur gefetzt, mein Ex hat mich nicht wirklich geliebt, sondern eher als eine Last betrachtet und eigentlich gab es auch kaum Gemeinsamkeiten. Bis heute frage ich mich, warum wir überhaupt zusammen waren...

Bei meinem jetzigen Freund ist das allerdings ganz ander, wie ich schon erwähnt hatte. Es gibt sogut wie nie Streit und wir haben auch sehr viel gemeinsam, reden viel über alles und ich vertraue ihm auch absolut, in jeder Hinsicht.

In letzter Zeit legen wir immer ein paar kurze Pausen ein, so ein oder zwei Tage, mehr möchte ich nicht. Wenn ich ihn dann wiedersehe, nach zwei Tagen funkstille, dann kann ich es kaum erwarten bis er endlich da ist und freue mich, dass er kommt.

Und trotzdem werde ich diesen blöden Kloß im Hals nicht los.
Ich könnte mir auch vorstellen, dass es bei mir auch mit allgemeiner Unzufriedenheit zusammen hängt (Job ist Mist, warte auf Zu-/Absage in nem anderen Betrieb, hab in den letzten Monaten richtig zugenommen), aber ich weiß es einfach nicht.
Ich hoffe einfach, dass ich mich selbst wieder besser verstehe, wenn der ganze andere Ärger aus der Welt ist.
Und bevor das nicht der Fall ist, möchte ich die Beziehung nicht beenden, denn ich habe wirklich Angst, dass das ein großer Fehler wäre.

Doch manchmal, wenn er dann wieder über Zusammenziehen oder so redet, fühle ich mich überfordert und denke: was wenn wir das machen und ich stelle fest, dass die Gefühle wirklich weg sind?

Ich trau mir momentan einfach selber nicht...

17.05.2011 21:28 • #3




Dr. Reinhard Pichler