Hallo Abendschein,
Ich muss deine Sätze etwas umsortieren, sonst wird es missverständlich:
Zitat von Abendschein: Das was Du schreibst, @Daisho ist etwas ganz anderes und hat mit dem was @calinmagique schreibt, nichts zu tun.
Nein, Abendschein. Ich betrachte die Thematik nur mit deutlich mehr Abstand und neutraler als ihr/du.
Du weißt selber, wie oft hier über Beziehungsprobleme, Suche nach Lösungen zum Kennen lernen, von Einsamkeit ... gesprochen wird. Dies alles hat letztlich auch viel mit dem Zulassen von Nähe und mit Vertrauen zu tun. (Nähe und Vertrauen gehören im Rahmen der persönlichen Sicherheit aber zu den Grundbedürfnissen dem Menschen. Vergl. Maslowsche Bedürfnishierarchie:
https://de.wikipedia.org/wiki/Maslowsch ... hierarchie) Hier weisen aber gerade Angehörige abrahamitischer Kulturen deutliche Defizite auf, wie sich bereits beim Kennen lernen aufzeigt. Wenn ich bereit bei der Begrüßung meinem Gegenüber signalisiere, "Bleib mir von der Pelle" wird er dieses tun. Und ich sollte mich dann nicht wundern, wenn 'ich' dann auch allein da stehe.
Kuschelparty's sind - meinen Recherchen zufolge - nur ein Versuch diese Distanz zwischen den Menschen aufzubrechen. Hier treffen sich in einem kontrolliertem Rahmen Menschen, um körperliche Nähe zu zelebrieren. Körperliche Nähe, ohne dabei eine gewisse seelische Nähe zu erzeugen, (Wechselwirkung Psyche & Physis) ist jedoch nicht möglich. Dieses lässt sich bereits bei deutlich profaneren Beispielen, wie z. B. in Bussen und Bahnen ersehen. Dort sind die Menschen gezwungen, ein Eindringen in die 'Intimsphäre' zuzulassen. Wie unangenehm es ihnen ist, lässt sich nur unschwer an deren abwehrender, distanzierter Körpersprache ablesen. Sobald aber diese Personen auch nur ins Plaudern geraten, ändert sich diese Körpersprache erheblich. Sie bilden recht sofort eine Kleingruppe, die selber wiederum häufig ein "Eindringen" von Außen abwehrt.
Darüber hinaus können KP's aber nur einen Teil des Bedürfnisses nach Nähe, Sicherheit, Geborgenheit und Vertrauen eines Menschen abdecken. Zudem ist es nur eine temporäre (zeitlich begrenzte) "Erfüllung", welche nach Ende durchaus ein Gefühl des 'Entzuges' hinterlassen kann, wenn man dieses 'Daheim' nicht fortsetzen kann. Fehlt einem Menschen eben dieses Gefühl nach Nähe, Sicherheit, Geborgenheit und Vertrauen ist es nur zu natürlich, wenn er versucht, diesen Mangel auch in seinem Privatleben zu verringern. Und hier dürfte das eigentliche Motiv Calinmagique's liegen, weshalb er sich hier zu Wort meldete.
Jedoch zum Beispiel KP's gleich in den Bereich von S.exualität, S.wingerclub oder gar G.ruppenS. zu rücken und zu negieren, zeigt jedoch gleich zweierlei: Wie verbogen die Sicht von S.ualität in der Gesellschaft noch ist und wie leicht es ist, abstruse Gedankenbilder und Vorstellungen zu konstruieren und diese Anderen zu unterstellen anstatt sich mal selber qualifiziert zu informieren.
Einerseits, S.exualität ist NICHT, Schlafzimmer, Jalousie runter, Licht aus, S.exualität an und dann 'das machen', was in Filmchen gezeigt wird, die unter der Ladentheke verkauft werden. Jedes Säugetier ist evolutionär bedingt ein S.uelles Wesen und S.exualität beginnt bereits bei der Interaktion der Geschlechter, beim ersten Augenkontakt. Auch ohne, dass irgendein selbsternannter Sittenwächter Grund einzugreifen hat.
Andererseits, wenn 'ich' nicht bereit bin mich qualifiziert zu einem Thema zu informieren, darüber qualifizierte Informationen durch subjektive Meinungen, basierend auf Vermutungen, Unterstellungen und Konstruktionen ersetze, habe 'ich' Vor-Urteile.
Persönlich habe ich vor Jahren aus den Medien von KP's erfahren, mich darüber informiert. (Und mit Aufkommen des Thread von Calinmagique hier noch einmal) Es konnte mein Interesse nicht wecken oder aufrecht erhalten. Möglicherweise auch, weil ich hier schon zwei 'Kampfkuschler' habe, die sich teilweise streiten, wer denn zuerst "darf". Die durchaus kommen und mich zum Kuscheln auffordern oder - wie jetzt - auf meiner Schulter in meinen Nacken angekuschelt zusehen, was ich hier denn mache. Auch habe ich mit dem Zulassen menschlicher Nähe wenig Probleme.
Welches Recht sollte 'ich' aber haben, Anderen vorzuschreiben wie sie ihre Bedürfnisse zu decken haben, wenn ihnen meine Möglichkeiten nicht zur Verfügung stehen? Welches Recht hätte 'ich', auf Basis von Vermutungen und Unterstellungen das Handeln einer Person in eine gesellschaftlich negativ betrachtete Ecke zu rücken? Bin ich dann eine moralische Instanz? Oder eher nur schlimmer als ein Pharisäer?
Zitat von Abendschein:Wo habe ich Vorurteile, oder habe geurteilt @Daisho ?
Ich habe von mir geschrieben und für mich würde das auch nie in Frage kommen und hat es bisher auch noch nie.
Ich bin da vielleicht auch komisch drin. @calinmagique hat sehr wohl geschrieben das der Hund da begraben liegt,
wenn er mit den Mädels kuschelt, meist entsteht mehr daraus.
1.) braucht es keine KP's um 'mehr' daraus entstehen zu lassen. Dazu reicht grundsätzlich schon ein VHS-Kurs, der Besuch eines Tanzlokals, einer Käsetheke, sogar einer Bibelstunde, wenn es den betreffenden Personen gelingt Vertrauen untereinander aufzubauen, die Chemie stimmen zu lassen.
2.) Was ist verwerflich daran, wenn zwei Leute
einvernehmlich irgend etwas tun? Ist das nicht deren Sache?
3:) Dürfte es sich bei "meist entsteht mehr daraus" um eine freie Interpretation handeln. Kann denn ein Mensch, welcher im 'normalen' Leben Schwierigkeiten mit Nähe hat, innerhalb einer KP a la Jekyll & Hyde zum Casanova mutieren? Wie hoch schätzt du die Wahrscheinlichkeit?
Nicht zuletzt; das Thema hier ist "Ab wann ist man zusammen? Beziehung". Weshalb beißt ihr euch an einem Nebenschauplatz fest?
Wenn ihr zum Thema nichts zu sagen habt, betrachte ich die Bitte des TE - dann zu schweigen - als absolut berechtigt! Hat sich nicht schon so ziemlich jeder von Euch unqualifizierte Bemerkungen verbeten? Wirft - darauf mit Spott zu reagieren - nicht ein bezeichnendes Licht auf die 'gute Erziehung' der betreffenden Person?