Hi,

war heute da und konnte nicht mit der Wahrheit raus.
Es fällt auch ständig die Frage, warum ich mir nicht vorstellen könnte, meine Heimat zu verlassen. Ja, Heimat - das mag komisch klingen, aber ich will hier einfach nicht weg, auch wenn ich hier keine Verpflichtungen habe.
Wenn etwas noch halt gibt, dann ist das eine seit der Kindheit bekannte Umgebung und eine handvoll Menschen, die zu Freunden geworden sind.

Nimmt das Arbeitsamt Rücksicht auf Menschen, die wegen Angststörungen nicht alles annehmen wollen oder können?

Liebe Grüße,
Joe

25.10.2011 21:58 • 17.12.2011 #1


44 Antworten ↓


hallo,

bin da in der gleichen lage wie du, habe aber die stagnation und den druck vom arbeitsamt satt und will jetzt was unternehmen, so kann das nämlich auf dauer nicht weitergehen.
1. will ich zum hausarzt, sagen, was ich habe und ne überweisung für ne therapie
und mir ne chronische krankmeldung geben lassen- und die werde ich dann zur arge schicken.
nur schieb ich es dauernd vor mir her , aber auf lange sicht seh keinen anderen ausweg.
was dann kommt; entweder die arge akzeptiert das erstmal, aber ich fürchte die arge schickt mich zu amtsärzten usw.
wenn ich pech habe, attestieren die mir arbeitstauglichkeit
keine ahnung.
das letzte mal wollte meine vermittlern mir eine weiterbildung vorschlagen, aber ich soll erstmal n praktikum in dem bereich machen.
toll, ich kann mir nichtmal vorstellen, auch nur einen tag in einem klassenzimmer zu sitzen, geschweige denn etwas vorzulesen oder überhaupt etwas zusagen.
naja, lange rede, kurzer sinn, wenn du bzw wir uns nicht trauen, uns zu outen, dann ist früher oder später unsere existenz bedroht, weil die arge einen irgendwann in eine maßnahme steckt, was man ihnen noch nicht mal verübeln kann.
und dann bekommst du sanktionen, wenn du nicht dran teilnimmst und dann haben sie dich auf dem kiecker.
also auch wenns ne riesenhürde ist, ich würde dir genau diesen weg vorschlagen, wie ich ihn für mich auch schon geplant habe,
lg jule

25.10.2011 22:40 • #2


ich hab das auch durch, aber anders. ich hab ja ne panikstörung.
ich hab denen gesagt, dass ich nur am ort arbeiten kann, weil ich kein bus oder auto fahre. dann haben die ein ärztliches gutachten wollen und geben sich damit auch zufrieden.
meine zuständige hat voll nett reagiert. es macht vieles leichter, wenn die bescheid wissen.
jetzt musste ich ihr sagen, dass ich derzeit nicht vermittelbar bin, weil angst wieder schlimmer ist.
war gar kein thema.

25.10.2011 23:14 • #3


Naja, das ist schwierig - ich steh so auf der Kippe.
Ich kann alle Arten von Jobs machen, wäre aber nicht zu großen Leistungen fähig.
Daß heißt, man verliert sehr schnell wieder den Job, weil der Arbeitgeber keine Geduld mit Angsthasen und sensiblen Menschen hat.

Siehst Du, da kommen wieder völlig neue Ängste dazu.
Es ist zum durchdrehen.

Man traut sich auch kaum, eine "ungeliebte" Kompromiß-Arbeitsstelle wegen was besserem zu verlassen - aus Angst, daß man nach 2 Monaten wieder auf der Straße steht und dann wieder von vorne anfängt.

Ich wünschte, die anderen würden Rücksicht auf uns "Kinder" nehmen.
Wir können hart und sorgfältig arbeiten, wenn das Umfeld unsere Ängste akzeptiert.

Gruß,
Joe

25.10.2011 23:21 • #4


@joaquim,

ich versteh irgendwie grad nicht, was du genau meinst .
du schreibst im ersten absatz, du bist nicht zu großen leistungen fähig,
und im letzen "wir können sehr hart und sorgfältig" arbeiten-
widerspricht sich für mich auf den ersten blick.
oder meinst du, durch die ängste ist dein eigentliches potential blockiert?
das kann gut sein, ist denk ich, bei uns allen so, mehr oder weniger..
aber wenn du in der lage bist, arbeiten zu gehen und es erträgst mit den kollegen in einem raum zu sein,zu kommunizieren, mit ihnen am tisch zu sitzen und mittagspause zu machen,
dann hast du uns auf jeden fall (mir zu mindest) was voraus.
deine angst, den alten job gegen einen neue einzutauschen kann ich total nachvollziehen.
hast du denn schon kündigungen aufgrund deiner ängste erlebt?

26.10.2011 00:45 • #5


Schlaflose
Hallo Joaquim,

warum fällt es dir denn so schwer, dich zu outen? Es ist eine Krankheit, für die man nichts kann. Ich habe es ja auch gemacht, die Menschen haben mehr Verständnis, als man denkt.
Damit das Arbeitsamt Rücksicht auf deine Situation nimmt, müssen die ja eine Attestierung deiner Krankheit haben, und das geht nur, wenn du dich in psychologische Behandlung begibst.
Wenn offiziell anerkannt wird, dass du eine Sozialphobie hast, werden die dir auch keine Arbeit anbieten, die für dich nicht geeignet ist.

Liebe Grüße

26.10.2011 07:47 • #6


Hallo, Ihr!

@Jule: Andere Branchen, andere Menschen. Mit dem Handwerker von nebenan kann ich locker ein Gespräch führen. Das sind ja Menschen wie Du und ich. In der Werbewelt hast Du aber mit nem ganz anderen Schlag von Menschen zu tun. Die erwarten nicht nur Fachkenntnisse bis zum abwinken, sondern auch eine frische, dynamische Persönlichkeit für Ihr Unternehmen. Es wird viel verlangt - und da bekomme ich die Krise.

@Schlaflose: Ich hab da so nen jungen Arbeitsvermittler vor mir sitzen - etwa 25.
Ich weiß nicht, ob der dafür offen ist. Es ist mir einfach peinlich, den Versager raushängen zu lassen.



Die Jobs, die momentan in meinem erlernten Beruf als Werbetechniker angeboten werden, gründen fast alle auf eigenverantwortliche Tätigkeit. Sie verlangen organisatorisches Talent in Terminlegung und Auftragsabwicklung, Kundenberatung, Montage vor Ort.
Ideenfindung trotz meiner Defizite und mangels Erfahrung neuerer Technologien oder Produkte auf dem Markt.
Als ich vor 5 Jahren wieder in den Job eingestiegen bin in einem kleinen netten Team, mußte ich alles wieder von neuem lernen. So vieles hatte sich verändert.
Ich habe dort unter Anweisung gearbeitet und hatte kaum etwas mit Kundenberatung zu tun.
Mit fehlt einfach der Überblick und die Erfahrung, um kompetent werbetechnische Lösungen anbieten zu können für alle Belange.

Mit dem Hintergrund kann man sich einfach nicht bewerben.
Ich habe trotz allem ein Bewerbungsschreiben formuliert, das nur meine Stärken heraushebt und die Schwächen verschweigt.
Die Werbefuzzis, das ist irgendwo auch so ein cooles, eigenes Völkchen, wo ich mit meiner Angst nicht mithalten kann.

Grüße,
Joe

26.10.2011 19:35 • #7


Schlaflose
Zitat von Joaquim:
Es ist mir einfach peinlich, den Versager raushängen zu lassen.


Aber genau das ist der Punkt: es ist kein Versagen, sondern eine Krankheit! Würdest du dich auch als Versager fühlen, wenn du wegen eines Bandscheibenschadens nicht in der Lage wärst, Jobs anzunehmen, wo man schwer heben muss?
Wenn die Krankenkassen Psychotherapien zahlen, heißt das, dass es sich um eine Krankheit handelt, und dafür braucht man sich nicht zu schämen, schon gar nicht vor einem 25- jährigen Sachbearbeiter.

Viele Grüße

27.10.2011 07:42 • #8


@joa, bist du denn derzeit von der arge abhängig?
weil du in dem anderen tread schreibst, das du grad arbeit hast, oder ist es nur ein geringfügiger job?
ja, ich kenn das mit den werbern, zufällig hab ich den selben beruflichen background wie du , nur liegt das ganze inzwischen 10 jahre zurück, also ich bin völlig raus und will da auch nicht mehr rein-
komme mit dem druck da auch nicht klar, aber muß ich auch nicht (mehr).
rein menschlich gesehen, sind diese "spritzig, witzigen typen" nämlich abgebrühte bzw kalte menschen, die kein gefühl für zwischenmenschliches haben und nur oberflächlich und egoistisch sind. ich habe mich auch immer ständig so gefühlt, das ich, so wie ich bin, einfach nicht in deren raster passe und es nicht in ordnung ist, so, wie ich bin.
ich mußte mir auch manchmal so sprüche anhören, wie "ja du mußt noch n bißchen dynamischer werden "-ich denk mal, das hat die sp bei mir noch mehr gefördert.
mittlerweile denk ich mir aber, nö-ich muß mich nicht ändern, es ist ok, so wie ich bin, im gegensatz zu denen, habe ich nämlich ein herz und ein gewissen.

27.10.2011 10:14 • #9


Ich bin seit einem Monat nicht mehr abhängig von der ARGE.
Bin nur arbeitsuchend gemeldet. Wenn ich nicht mehr reinkomme, war's das. Dann muß ich umsatteln.
Ich meine, es ist schade, Zeit in die Ausbildung oder den Job gesteckt zu haben.
Da klammert man sich dran und versucht weiter sein Glück.


Was ich jetzt mache, ist ein Kompromiß, weil ich von was leben muß - Qualitätskontrolle von Tüten, die ich dann in Kartons verpacke - nennt sich Produktionshelfer.
Das soll nur vorrübergehend sein, bis ich was finde in meiner erlernten Sparte - aber die macht mich ja nicht wirklich an, deshalb guck ich, ob es weitere Berufsbilder gibt, die mehr zu meinem Persönlichkeitsprofil passen.

Liebe Grüße,
Joe

27.10.2011 19:04 • #10


Hallo Joaqim,
ich bin auch in einer ähnlichen Lage wie du, aber ich habe es dem Jobcenter gesagt bzw. bin gleich mit Attest dahin und die haben auch Verständnis gezeigt. Also habe keine Scheu über deine Erkrankung zu reden, ansonsten machen die nur Stress, wenn du nicht so willst wie die es wollen...

29.10.2011 19:44 • #11


@restless, wo hast du das attest her vom hausarzt oder bist du gleich zum psyichater?
gruß jule

01.11.2011 08:21 • #12


@jule das Attest habe ich natürlich gleich von meinem Psychiater bekommen.

01.11.2011 14:24 • #13


Hallo,

ist das wirklich so einfach.
Nur einen Fragebogen ausfüllen und eine halbe Stunde mit dem Doc reden, der die Symptome währenddessen checkt ?

Gruß,
Joe

01.11.2011 19:41 • #14


Das Problem kenne ich gut. ich habe es jahrelang nicht geschafft und habe stattdessen lieber Sperren in Kauf genommen wenn ich mal wieder in ein Projekt oder sonst was sollte, ich mich aber nicht getraut habe denen zu sagen das ich einfach Angst habe zwischen so vielen unbekannten Menschen zu sitzen,dadurch Panikanfälle bekomme oder Angst habe einen zu bekommen und den Drang habe den Raum einfach so schnell wie möglich verlassen zu müssen.
Dann muss man sich auch noch als faul bezeichnen lassen oder aber man hat das Gefühl das andere das so sehen könnten. Trotzdem habe ich es nie geschafft mit anderen als den zwei Freunden die mir die Treue gehalten haben darüber zu reden.
Ich habe mir mit meinem Schweigen viel kaputt gemacht, weshalb ich Dir nur empfehlen kann das offen mit dem Betreuer vom Arbeitsamt zu besprechen und wenn der Dir nicht glaubt oder Dich diskriminiert such Dir Hilfe bei Arbeitslosen Vereinigungen, bei der Diakonie oder beim SKM auch wenn es Dir verständlicherweise schwer fällt aber lass Dich nicht kaputtmachen.

02.11.2011 00:16 • #15


Hallo, vereor,

wenn der Sacharbeiter vor Ort noch nie davon gehört hat, muß er zwangsläufig denken, man ist infantil und will es sich so einfach wie möglich machen - das ist dann die Faulheit, die einem nachgesagt wird, denke ich.
Und ich fühle mich nicht wohl bei solchen Vorurteilen.
Ok, ich bin dann mal beim Hausarzt wegen der Sache, und das fällt mir auch nicht leicht.
Schöne S......


Grüße,
Joe

02.11.2011 19:21 • #16


Zitat von Joaquim:
Hallo, vereor,

wenn der Sacharbeiter vor Ort noch nie davon gehört hat, muß er zwangsläufig denken, man ist infantil und will es sich so einfach wie möglich machen - das ist dann die Faulheit, die einem nachgesagt wird, denke ich.
Und ich fühle mich nicht wohl bei solchen Vorurteilen.
Ok, ich bin dann mal beim Hausarzt wegen der Sache, und das fällt mir auch nicht leicht.
Schöne S......


Grüße,
Joe


@joe, wenn dein 25 jähriger sachbearbeiter dich deswegen komisch behandelt, dann hast du auch das recht, einen anderen beraten zu verlangen. ich habe gehört, es gibt beim amt auch berater, die geschult sind, für fälle wie uns. nicht unterkriegen lassen!

03.11.2011 10:14 • #17


Hi, bin auch in der gleichen Situation, bin nun schon ewig arbeitslos und habe noch nie was gesagt. Habe auch Angst davor da ich schlechte Erfahrungen mit der ARGE gemacht habe.
Meine Oma hatte mir mal ein Auto gekauft da ich damals auch arbeitslos war und ohne Auto nichts gefunden habe. Bin dann zur ARGE hin und habe denen das gesagt mit der Hoffnung und dem Gedanken das die mich dann mit Auto ja auch besser vermitteln können ( damals war meine SP für einige Zeit komplett weg, kam jetzt leider wieder )

Auf jeden Fall musste ich damals mein Auto verkaufen und habe kein Geld mehr bekommen bis ich das Geld davon verlebt habe. Meine Oma hatte mir damals das Geld geliehen und die ARGE hat es so ausgelegt das es geschenkt war. Sollte dann von meiner Oma einen Kreditvertrag vorlegen und so ein Mist, ich wusste nicht wie ich meiner Oma das erklären sollte da Sie schon damals über 80 waren und ihr Leben lang gearbeitet haben.. Naja ich hatte dann nichts mehr gemacht, war frustriert und auch sauer, habe das Auto verkauft und meine Oma war später enttäucht und vermutete ich hätte das extra so gemacht, war ganz schlimm für mich und seitdem habe ich bei der ARGE nie wieder die Wahrheit gesagt.

Man sollte auch bedenken das die ARGE auch Druck hat, also die einzelnen Arbeitsberater bzw die Gruppe und die ja schon durch Maßnahmen in die man gesteckt wird die Arbeitslosenstatistik nach unten drücken. So waren Sie den Schein das es nicht so viele arbeitslose gäbe.
Könnte mir daher auch vorstellen das der ein oder andere Berater einen dann ,,anscheißt" (sorry für den ausdruck) und dadurch versucht einen los zu werden, in so fern das es später heißt die Rentenversicherung wäre dann zuständig und man bekommt garkein Hartz 4 mehr.

Ich bekomme jetzt nach langem Kampf eine Umschulung ab Frühjahr, denke wenn so etwas bekannt und aktenkundig ist bekommt man diese auch nicht mehr so einfach ( naja einfach ist es ja auch so schon nicht ) da die dann Angst haben man würde abbrechen, wie auch immer.. Ich weiß nicht wie das dann wäre wenn man die SP überwunden hätte, ich denke die wären dann trotzdem noch vorsichtig wenn sowas erstmal Aktenkundig ist..

Ich möchte es auf jd Fall nicht riskieren, sollte ich die Umschulung aber nicht schaffen bzw abbrechen werde ich es mir nochmal überlegen es vielleicht mal anzusprechen. Aber ich habe doch Hoffnung das ich die Umschulung schaffen kann, muss mich nur der Angst stellen, wie gesagt ich hatte das ganze ja schon mal Jahre lang überwunden und dachte eig auch hinter mir gelassen.

Muss halt jeder abwägen ob man das riskieren will, aber gerade wer von der ARGE noch was will, also Umschulung oder sowas sollte vielleicht erstmal vorsichtig sein.

Vielleicht würde aber auch die Rentenkasse dann ne Umschulung zahlen, ka..

09.11.2011 12:44 • #18


Naja, irgendwie habe ich auch Angst wegen dem Stempel Sozialphobie.
Damit kriegst Du nie nen Job. Wer stellt schon einen Hilfebedürftigen ein.

Ich habe auch schon wegen einer Umschulung gefragt - die bekommt nur, wer lange Zeit arbeitslos ist von Arbeitslosigkeit akut bedroht ist.

Früher hat mich die Arbeitslosigkeit auch ne Menge Geld gekostet, weil ich keine Unterstützung mehr bekam. Dann muß eben all das Ersparte herhalten, bis es völlig aufgebraucht ist.

11.11.2011 07:06 • #19


Schlaflose
Hallo Joaquim,

also, ich habe nachdem ich vor 2 Jahren in der Reha war und man mir dort die soziale Phobie und Depressionen attestiert hat, einen Antrag auf Schwerbehinderung gestellt. Ich habe zwar nur 30% anerkannt bekommen (auch jetzt bei dem "Verschlimmerungsantrag" ist nicht mehr rausgekommen), aber das reicht um einen sogenannten Gleichstellungsantrag beim Arbeitsamt zu stellen. Das bedeutet, dass man denen, die 50% Schwerbehinderung haben, gleichgestellt wird, was Einstellung und Kündigungsschutz anbelangt. Du weißt ja wahrscheinlich, dass Behinderte in solchen Angelegenheiten bevorzugt behandelt werden. Es ist also kein Stempel, den man als Sozialphobiker aufgesetzt bekommt, sondern es eröffnen sich sogar bessere Chancen, einen angemessenen Arbeitsplatz zu finden und auch zu behalten.
Aber um diese Vorzüge zu bekommen, musst du endlich über deinen Schatten springen und dich in ärztliche/psychotherapeutische Behandlung begeben, denn ohne offizielle Atteste über deinen Zustand kannst du keinen Antrag auf Schwerbehinderung stellen.


Liebe Grüße

11.11.2011 07:41 • #20




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