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J

Joaquim
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Hi,

war heute da und konnte nicht mit der Wahrheit raus.
Es fällt auch ständig die Frage, warum ich mir nicht vorstellen könnte, meine Heimat zu verlassen. Ja, Heimat - das mag komisch klingen, aber ich will hier einfach nicht weg, auch wenn ich hier keine Verpflichtungen habe.
Wenn etwas noch halt gibt, dann ist das eine seit der Kindheit bekannte Umgebung und eine handvoll Menschen, die zu Freunden geworden sind.

Nimmt das Arbeitsamt Rücksicht auf Menschen, die wegen Angststörungen nicht alles annehmen wollen oder können?

Liebe Grüße,
Joe

18.12.2011 #1


44 Antworten ↓
S

Störtebeker80
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Hey Schlaflose


Zitat von Schlaflose:
Man muss dem Arbeitgeber auch nicht sagen, dass man die Gleichstellung hat. Nur z.B. in dem Fall, dass man in Gefahr ist, seinen Job wegen der Behinderung zu verlieren oder deswegen keinen neuen Job zu finden, weil man nicht so leistungsfähig ist, wie ein "Gesunder", dann kann man davon Gebrauch machen. Z.B. darf der Arbeitgeber jemandem, der gleichgestellt ist, nicht einfach kündigen[b] - die Kündigung muss von der Schwerbehindertenvertretung geprüft werden und kann nur mit deren Zustimmung ausgesprochen werden. [b]Der Arbeitgeber muss hinnehmen, dass der Schwerbehinderte häufige oder lange Fehlzeiten hat, langsamer arbeitet, schneller ermüdet etc.



Hmm, ich kann mir nicht vorstellen das man jetzt einen neuen Job bekommt, dort dann seine ,,Behinderung" verschweigt und dann aber später sich auf diese beruft. Denke man kann sich dann auch nur darauf berufen wenn es von Anfang an bekannt ist, glaube nicht das man sonst später damit durch kommt und der Chef die Kündigung zurück zieht, immerhin hat man ihm diese ja bei der Einstellung dann verschwiegen und darauf wird dieser sich dann auch berufen.


Zitat von Schlaflose:
Daneben gibt es ja in vielen Bereichen eine Schwerbehindertenquote bei der Einstellung. Bei vielen Stellenanzeigen steht ja ausdrücklich da, dass Behinderte vorranging eingestellt werden.


Hmm.. naja wie gesagt, ich denke dass das halt auf die Arbeit ankommt die man ausübt bzw ausüben will. Du zb. bist ja Beamtin und viel höher qualifiziert wie zb ich. Glaube dir das es das es in Beamten Stellenangeboten einen gewissen Prozentsatz gibt der das sogar vorsieht ,,behinderte" Menschen einzustellen. Bei mir im Handwerk zb habe ich noch nie so ein Angebot gelesen, kannst ja wenn du magst mal kucken ob du da was findest. Bei Joaquim wäre es halt in der Werbebranche und bei mir Tischler.


Zitat von Schlaflose:
Außerdem ist man nicht für den Rest seines Lebens dazu verdammt in diesem Status zu verbleiben. Wenn man durch eine Therapie wieder gesund wird, ist man verpflichtet, dem Versorgungsamt das zu melden und dann ist die Gleichstellung auch weg.



Das ist natürlich die Frage, offiziell ist das dann nicht mehr bekannt, aber Datenspeicherung ist ja zur Zeit ein ganzes heißes Thema )


Zitat von Schlaflose:
Mein Fall ist, dass ich angestellte Lehrerin bin und nicht nur eine soziale Phobie, sondern eine ängstliche (vermeidende) Persönlicheitsstörung habe (das ist viel weitreichender als SP), was erst in diesem Jahr durch eine ambulante Therapie diagnostiziert wurde. Ich hatte in den letzten 3 Jahren mehrere Nervenzusammenbrüche und bin seit Januar krank geschrieben.



Kenne mich leider nicht aus mit Persönlichkeitsstörungen, aber da du ja auch schon mehrere Nervenzusammenbrüche hattest, scheint das bei dir ja auch sehr schlimm und belastend für dich zu sein
Wenn du seit Januar krank geschrieben bist, hast du dann ja auch noch keine Erfahrung in der Praxis wie es dann wirklich wird wenn man einen Job sucht. Aber wie gesagt, bei dir als Beamtin hast du da sicher mehr möglichkeiten wie wir und es ist auch ein Unterschied ob du jetzt schon lange in einer Arbeit bist und dort krank wurdest als wenn wir gerade erst auf Jobsuche sind.
Bei Joaquim in der Zeitarbeitsfirma, kann ich dir ziemlich sicher sagen das er dann sofort gekündigt werden würde. Sobald dort jemand krank ist ( also länger krank) ist er weg sobald die eine Gelegenheit dazu finden. Daher gibt es dort ja auch nur befristete Verträge usw. Ich hab meine Erfahrungen mit Zeitarbeitsfirmen gemacht, noch dazu wird man abgespeißt mit einem Lohn der gerade den Grundbedarf abdeckt nachdem Miete usw ab sind. Mir hatte sogar mal eine Arbeitgeberin bei einer Zeitarbeitsfirma gesagt das ich zu meinem Vollzeitjob noch Hartz 4 beantragen kann wenn das Geld nicht reicht. Aber das ist ja ein anderes Thema, auf jeden Fall ist man dort schneller wieder beim Jobcenter wie man kucken kann wenn man Krank wird, spätestens nachdem der kurze Zeitvertrag abgelaufen ist.


Zitat von Schlaflose:
Die Gleichstellung bekommt man erst, wenn man mindestens 18 Stunden pro Woche arbeitet, ausgehend von einer vollen Arbeitszeit von 39-40 Stunden. Mein Vertrag lautet auf 16 Wochenstunden, wobei das aber nur die reinen Unterrichtstunden sind, dazu kommt natürlich noch die Zeit, die man für die Unterrichtsvorbereitung, für Korrekturen, Konferenzen, Elternabende etc. verwendet, aber das wurde vom Arbeitsamt nicht anerkannt. Da ich Widerspruch eingelegt habe, wird die Sache demnächst vor dem Sozialgericht verhandelt.



Na siehst du, das ist jetzt ein Beispiel aus der Praxis, da wird jetzt wegen 2 Std. deine Gleichstellung abgelehnt. Dies zeigt doch das dort nicht nach Menschen sondern nach Vorschriften abgehandelt wird. Natürlich wird deine Arbeitsberaterin verständnis zeigen, muss Sie ja, kann dich ja schlecht, mies behandeln weil du nun erkrankt bist. Aber schenken werden die einem so wie du es ja hier bei dir auch siehst in der Praxis dafür nichts. Da gehn die mit dir lieber vor Gericht, da kannst du mir doch nicht erzählen dass die es dann besonderst gut mit dir meinen wenn das von solchen Formalitäten von 2 Std abhängt jetzt. Daher bin ich bei sowas lieber seh Vorsichtig.

In deinem Fall ist es aber auch wieder was anderes, durch deine Nervenzusammenbrüche musstest du deine Krankheit ja auch bekannt machen und hätte ich in deinem Fall auch so gemacht.


Auf jeden Fall wünsche ich dir alles liebe und gute und viel Kraft deine Krankheit zu überstehen. Auch viel Glück bei deiner Verhandlung


LG.

12.11.2011 06:48 • #25


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A


Wie sagt man dem Arbeitsamt, daß man Soziophobie hat?

x 3


Schlaflose

Schlaflose
Mitglied

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Mitglied seit:
Hallo Störtebeker,

leider bin ich keine beamtin, sondern Angestellte. Man hat mir damals die Verbeamtung wegen eingeschränkterl Leistungsfähigkeit verweigert. Wenn ich Beamtin wäre, würde sich das Problem gar nicht stellen, weil Beamte unkündbar sind, auch im Krankheitsfall. Wenn der Amtsarzt befindet, dass jemand nicht mehr dienstfähig ist, wird er ohne Umschweife in die frührente geschickt, egal wie alt/jung er ist.

Zitat von Störtebeker80:
Mal noch eine Frage hier zu, bekommst du dort dann weiter Geld vom Jobcenter oder bekommst du mit 50 Prozent Schwerbehinderung dann einen Teil von der Krankenkasse bzw Rentenversicherungsträger ?


Die Schwerbehinderung hat gar nichts mit Geld zu tun oder woher man es bekommt. Ich bekomme mein Krankenfeld ganz normal von der Krankenkasse, solange ich Anspruch darauf habe. Der Grad der Behinderung spielt auch keine Rolle für die Bewilligung eine Erwerbsminderungsrente. Wir hatten hier kürzlich einen Fall von jemandem, der 80% Schwerbehinderung hatte, und trotzdem von der Rentenverischerung als voll arbeitsfähig eingestuft wurde.

Die Schwerbehinderung hat nur bestimmte Vorteile für den Arbeitnehmer in Bezug auf Einstellung, Kündigung und die Arbeitsbedingungen. Ab 50% (regulär) gibt es auch steuerliche Vergünstigungen und mehr Urlaubstage.

Der Vorteil für eine arbeitssuchenden Sozialphobiker wäre z.B. dass das Arbeitsamt ihm von vorherein keine Angebote machen würde, wo man mit viel Publikumsverkehr zu tun
hat. Wenn der Arbeitsvermittler von der Phobie/Behinderung nichts weiß, kann er ja nicht verstehen, warum man ein Angebot ablehnt. Da wird das natürlich als Faulheit Arbeitsverweigerung betrachtet.

Zitat von Störtebeker80:
Wenn zweiteres dann hätte sich mein Gedanke hier bei dir ja schon bestätigt, komisch dass Sie dir hier einfach mal 20 Prozent schenken obwohl du nur 30 Prozent vom Arzt bekommen hast, auf der anderen Seite sich aber quer stellen wegen 2 Wochenstd obwohl du mit Elternabenden, Vorbereitung, Korrekturen von Klassenarbeiten usw wohl auf eine noch viel höhere Stundenzahl kommst.

Natürlich machen die freundlich und verständnisvoll, aber im Endeffekt geht es dort nur darum Leute ,,los zu werden", sei es in Maßnahmen zu stecken die meist garnichts bringen, oder auch an die Krankenkasse/Rentenversicherung ,,abzugeben


Die Arbeitsagentur ist eine Behörde, die sich an bestehende Gesetze halten muss, das hat nichts mit schenken, verständnisvoll sein oder sich quer stellen zu tun.

Zitat von Störtebeker80:
Hmm, ich kann mir nicht vorstellen das man jetzt einen neuen Job bekommt, dort dann seine ,,Behinderung" verschweigt und dann aber später sich auf diese beruft. Denke man kann sich dann auch nur darauf berufen wenn es von Anfang an bekannt ist, glaube nicht das man sonst später damit durch kommt und der Chef die Kündigung zurück zieht, immerhin hat man ihm diese ja bei der Einstellung dann verschwiegen und darauf wird dieser sich dann auch berufen


So weit ich informiert bin, ist es aber so. Der Arbeitgeber muss sich an dieses Gesetz halten, ob er vorher etwas von der Behinderung/Gleichstellung wusste oder nicht.

Viele Grüße

12.11.2011 12:14 • #30


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J
hallo,

bin da in der gleichen lage wie du, habe aber die stagnation und den druck vom arbeitsamt satt und will jetzt was unternehmen, so kann das nämlich auf dauer nicht weitergehen.
1. will ich zum hausarzt, sagen, was ich habe und ne überweisung für ne therapie
und mir ne chronische krankmeldung geben lassen- und die werde ich dann zur arge schicken.
nur schieb ich es dauernd vor mir her , aber auf lange sicht seh keinen anderen ausweg.
was dann kommt; entweder die arge akzeptiert das erstmal, aber ich fürchte die arge schickt mich zu amtsärzten usw.
wenn ich pech habe, attestieren die mir arbeitstauglichkeit
keine ahnung.
das letzte mal wollte meine vermittlern mir eine weiterbildung vorschlagen, aber ich soll erstmal n praktikum in dem bereich machen.
toll, ich kann mir nichtmal vorstellen, auch nur einen tag in einem klassenzimmer zu sitzen, geschweige denn etwas vorzulesen oder überhaupt etwas zusagen.
naja, lange rede, kurzer sinn, wenn du bzw wir uns nicht trauen, uns zu outen, dann ist früher oder später unsere existenz bedroht, weil die arge einen irgendwann in eine maßnahme steckt, was man ihnen noch nicht mal verübeln kann.
und dann bekommst du sanktionen, wenn du nicht dran teilnimmst und dann haben sie dich auf dem kiecker.
also auch wenns ne riesenhürde ist, ich würde dir genau diesen weg vorschlagen, wie ich ihn für mich auch schon geplant habe,
lg jule

#2


M
ich hab das auch durch, aber anders. ich hab ja ne panikstörung.
ich hab denen gesagt, dass ich nur am ort arbeiten kann, weil ich kein bus oder auto fahre. dann haben die ein ärztliches gutachten wollen und geben sich damit auch zufrieden.
meine zuständige hat voll nett reagiert. es macht vieles leichter, wenn die bescheid wissen.
jetzt musste ich ihr sagen, dass ich derzeit nicht vermittelbar bin, weil angst wieder schlimmer ist.
war gar kein thema.

#3


J
Naja, das ist schwierig - ich steh so auf der Kippe.
Ich kann alle Arten von Jobs machen, wäre aber nicht zu großen Leistungen fähig.
Daß heißt, man verliert sehr schnell wieder den Job, weil der Arbeitgeber keine Geduld mit Angsthasen und sensiblen Menschen hat.

Siehst Du, da kommen wieder völlig neue Ängste dazu.
Es ist zum durchdrehen.

Man traut sich auch kaum, eine "ungeliebte" Kompromiß-Arbeitsstelle wegen was besserem zu verlassen - aus Angst, daß man nach 2 Monaten wieder auf der Straße steht und dann wieder von vorne anfängt.

Ich wünschte, die anderen würden Rücksicht auf uns "Kinder" nehmen.
Wir können hart und sorgfältig arbeiten, wenn das Umfeld unsere Ängste akzeptiert.

Gruß,
Joe

#4


J
@joaquim,

ich versteh irgendwie grad nicht, was du genau meinst .
du schreibst im ersten absatz, du bist nicht zu großen leistungen fähig,
und im letzen "wir können sehr hart und sorgfältig" arbeiten-
widerspricht sich für mich auf den ersten blick.
oder meinst du, durch die ängste ist dein eigentliches potential blockiert?
das kann gut sein, ist denk ich, bei uns allen so, mehr oder weniger..
aber wenn du in der lage bist, arbeiten zu gehen und es erträgst mit den kollegen in einem raum zu sein,zu kommunizieren, mit ihnen am tisch zu sitzen und mittagspause zu machen,
dann hast du uns auf jeden fall (mir zu mindest) was voraus.
deine angst, den alten job gegen einen neue einzutauschen kann ich total nachvollziehen.
hast du denn schon kündigungen aufgrund deiner ängste erlebt?

#5


Schlaflose
Hallo Joaquim,

warum fällt es dir denn so schwer, dich zu outen? Es ist eine Krankheit, für die man nichts kann. Ich habe es ja auch gemacht, die Menschen haben mehr Verständnis, als man denkt.
Damit das Arbeitsamt Rücksicht auf deine Situation nimmt, müssen die ja eine Attestierung deiner Krankheit haben, und das geht nur, wenn du dich in psychologische Behandlung begibst.
Wenn offiziell anerkannt wird, dass du eine Sozialphobie hast, werden die dir auch keine Arbeit anbieten, die für dich nicht geeignet ist.

Liebe Grüße

#6


J
Hallo, Ihr!

@Jule: Andere Branchen, andere Menschen. Mit dem Handwerker von nebenan kann ich locker ein Gespräch führen. Das sind ja Menschen wie Du und ich. In der Werbewelt hast Du aber mit nem ganz anderen Schlag von Menschen zu tun. Die erwarten nicht nur Fachkenntnisse bis zum abwinken, sondern auch eine frische, dynamische Persönlichkeit für Ihr Unternehmen. Es wird viel verlangt - und da bekomme ich die Krise.

@Schlaflose: Ich hab da so nen jungen Arbeitsvermittler vor mir sitzen - etwa 25.
Ich weiß nicht, ob der dafür offen ist. Es ist mir einfach peinlich, den Versager raushängen zu lassen.



Die Jobs, die momentan in meinem erlernten Beruf als Werbetechniker angeboten werden, gründen fast alle auf eigenverantwortliche Tätigkeit. Sie verlangen organisatorisches Talent in Terminlegung und Auftragsabwicklung, Kundenberatung, Montage vor Ort.
Ideenfindung trotz meiner Defizite und mangels Erfahrung neuerer Technologien oder Produkte auf dem Markt.
Als ich vor 5 Jahren wieder in den Job eingestiegen bin in einem kleinen netten Team, mußte ich alles wieder von neuem lernen. So vieles hatte sich verändert.
Ich habe dort unter Anweisung gearbeitet und hatte kaum etwas mit Kundenberatung zu tun.
Mit fehlt einfach der Überblick und die Erfahrung, um kompetent werbetechnische Lösungen anbieten zu können für alle Belange.

Mit dem Hintergrund kann man sich einfach nicht bewerben.
Ich habe trotz allem ein Bewerbungsschreiben formuliert, das nur meine Stärken heraushebt und die Schwächen verschweigt.
Die Werbefuzzis, das ist irgendwo auch so ein cooles, eigenes Völkchen, wo ich mit meiner Angst nicht mithalten kann.

Grüße,
Joe

#7


Schlaflose
Zitat von Joaquim:
Es ist mir einfach peinlich, den Versager raushängen zu lassen.


Aber genau das ist der Punkt: es ist kein Versagen, sondern eine Krankheit! Würdest du dich auch als Versager fühlen, wenn du wegen eines Bandscheibenschadens nicht in der Lage wärst, Jobs anzunehmen, wo man schwer heben muss?
Wenn die Krankenkassen Psychotherapien zahlen, heißt das, dass es sich um eine Krankheit handelt, und dafür braucht man sich nicht zu schämen, schon gar nicht vor einem 25- jährigen Sachbearbeiter.

Viele Grüße

#8


J
@joa, bist du denn derzeit von der arge abhängig?
weil du in dem anderen tread schreibst, das du grad arbeit hast, oder ist es nur ein geringfügiger job?
ja, ich kenn das mit den werbern, zufällig hab ich den selben beruflichen background wie du , nur liegt das ganze inzwischen 10 jahre zurück, also ich bin völlig raus und will da auch nicht mehr rein-
komme mit dem druck da auch nicht klar, aber muß ich auch nicht (mehr).
rein menschlich gesehen, sind diese "spritzig, witzigen typen" nämlich abgebrühte bzw kalte menschen, die kein gefühl für zwischenmenschliches haben und nur oberflächlich und egoistisch sind. ich habe mich auch immer ständig so gefühlt, das ich, so wie ich bin, einfach nicht in deren raster passe und es nicht in ordnung ist, so, wie ich bin.
ich mußte mir auch manchmal so sprüche anhören, wie "ja du mußt noch n bißchen dynamischer werden "-ich denk mal, das hat die sp bei mir noch mehr gefördert.
mittlerweile denk ich mir aber, nö-ich muß mich nicht ändern, es ist ok, so wie ich bin, im gegensatz zu denen, habe ich nämlich ein herz und ein gewissen.

#9


J
Ich bin seit einem Monat nicht mehr abhängig von der ARGE.
Bin nur arbeitsuchend gemeldet. Wenn ich nicht mehr reinkomme, war's das. Dann muß ich umsatteln.
Ich meine, es ist schade, Zeit in die Ausbildung oder den Job gesteckt zu haben.
Da klammert man sich dran und versucht weiter sein Glück.


Was ich jetzt mache, ist ein Kompromiß, weil ich von was leben muß - Qualitätskontrolle von Tüten, die ich dann in Kartons verpacke - nennt sich Produktionshelfer.
Das soll nur vorrübergehend sein, bis ich was finde in meiner erlernten Sparte - aber die macht mich ja nicht wirklich an, deshalb guck ich, ob es weitere Berufsbilder gibt, die mehr zu meinem Persönlichkeitsprofil passen.

Liebe Grüße,
Joe

#10


Restlessheart
Hallo Joaqim,
ich bin auch in einer ähnlichen Lage wie du, aber ich habe es dem Jobcenter gesagt bzw. bin gleich mit Attest dahin und die haben auch Verständnis gezeigt. Also habe keine Scheu über deine Erkrankung zu reden, ansonsten machen die nur Stress, wenn du nicht so willst wie die es wollen...

#11


J
@restless, wo hast du das attest her vom hausarzt oder bist du gleich zum psyichater?
gruß jule

#12


Restlessheart
@jule das Attest habe ich natürlich gleich von meinem Psychiater bekommen.

#13


J
Hallo,

ist das wirklich so einfach.
Nur einen Fragebogen ausfüllen und eine halbe Stunde mit dem Doc reden, der die Symptome währenddessen checkt ?

Gruß,
Joe

#14


V
Das Problem kenne ich gut. ich habe es jahrelang nicht geschafft und habe stattdessen lieber Sperren in Kauf genommen wenn ich mal wieder in ein Projekt oder sonst was sollte, ich mich aber nicht getraut habe denen zu sagen das ich einfach Angst habe zwischen so vielen unbekannten Menschen zu sitzen,dadurch Panikanfälle bekomme oder Angst habe einen zu bekommen und den Drang habe den Raum einfach so schnell wie möglich verlassen zu müssen.
Dann muss man sich auch noch als faul bezeichnen lassen oder aber man hat das Gefühl das andere das so sehen könnten. Trotzdem habe ich es nie geschafft mit anderen als den zwei Freunden die mir die Treue gehalten haben darüber zu reden.
Ich habe mir mit meinem Schweigen viel kaputt gemacht, weshalb ich Dir nur empfehlen kann das offen mit dem Betreuer vom Arbeitsamt zu besprechen und wenn der Dir nicht glaubt oder Dich diskriminiert such Dir Hilfe bei Arbeitslosen Vereinigungen, bei der Diakonie oder beim SKM auch wenn es Dir verständlicherweise schwer fällt aber lass Dich nicht kaputtmachen.

#15


J
Hallo, vereor,

wenn der Sacharbeiter vor Ort noch nie davon gehört hat, muß er zwangsläufig denken, man ist infantil und will es sich so einfach wie möglich machen - das ist dann die Faulheit, die einem nachgesagt wird, denke ich.
Und ich fühle mich nicht wohl bei solchen Vorurteilen.
Ok, ich bin dann mal beim Hausarzt wegen der Sache, und das fällt mir auch nicht leicht.
Schöne S......


Grüße,
Joe

#16


J
Zitat von Joaquim:
Hallo, vereor,

wenn der Sacharbeiter vor Ort noch nie davon gehört hat, muß er zwangsläufig denken, man ist infantil und will es sich so einfach wie möglich machen - das ist dann die Faulheit, die einem nachgesagt wird, denke ich.
Und ich fühle mich nicht wohl bei solchen Vorurteilen.
Ok, ich bin dann mal beim Hausarzt wegen der Sache, und das fällt mir auch nicht leicht.
Schöne S......


Grüße,
Joe


@joe, wenn dein 25 jähriger sachbearbeiter dich deswegen komisch behandelt, dann hast du auch das recht, einen anderen beraten zu verlangen. ich habe gehört, es gibt beim amt auch berater, die geschult sind, für fälle wie uns. nicht unterkriegen lassen!

#17

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S
Hi, bin auch in der gleichen Situation, bin nun schon ewig arbeitslos und habe noch nie was gesagt. Habe auch Angst davor da ich schlechte Erfahrungen mit der ARGE gemacht habe.
Meine Oma hatte mir mal ein Auto gekauft da ich damals auch arbeitslos war und ohne Auto nichts gefunden habe. Bin dann zur ARGE hin und habe denen das gesagt mit der Hoffnung und dem Gedanken das die mich dann mit Auto ja auch besser vermitteln können ( damals war meine SP für einige Zeit komplett weg, kam jetzt leider wieder )

Auf jeden Fall musste ich damals mein Auto verkaufen und habe kein Geld mehr bekommen bis ich das Geld davon verlebt habe. Meine Oma hatte mir damals das Geld geliehen und die ARGE hat es so ausgelegt das es geschenkt war. Sollte dann von meiner Oma einen Kreditvertrag vorlegen und so ein Mist, ich wusste nicht wie ich meiner Oma das erklären sollte da Sie schon damals über 80 waren und ihr Leben lang gearbeitet haben.. Naja ich hatte dann nichts mehr gemacht, war frustriert und auch sauer, habe das Auto verkauft und meine Oma war später enttäucht und vermutete ich hätte das extra so gemacht, war ganz schlimm für mich und seitdem habe ich bei der ARGE nie wieder die Wahrheit gesagt.

Man sollte auch bedenken das die ARGE auch Druck hat, also die einzelnen Arbeitsberater bzw die Gruppe und die ja schon durch Maßnahmen in die man gesteckt wird die Arbeitslosenstatistik nach unten drücken. So waren Sie den Schein das es nicht so viele arbeitslose gäbe.
Könnte mir daher auch vorstellen das der ein oder andere Berater einen dann ,,anscheißt" (sorry für den ausdruck) und dadurch versucht einen los zu werden, in so fern das es später heißt die Rentenversicherung wäre dann zuständig und man bekommt garkein Hartz 4 mehr.

Ich bekomme jetzt nach langem Kampf eine Umschulung ab Frühjahr, denke wenn so etwas bekannt und aktenkundig ist bekommt man diese auch nicht mehr so einfach ( naja einfach ist es ja auch so schon nicht ) da die dann Angst haben man würde abbrechen, wie auch immer.. Ich weiß nicht wie das dann wäre wenn man die SP überwunden hätte, ich denke die wären dann trotzdem noch vorsichtig wenn sowas erstmal Aktenkundig ist..

Ich möchte es auf jd Fall nicht riskieren, sollte ich die Umschulung aber nicht schaffen bzw abbrechen werde ich es mir nochmal überlegen es vielleicht mal anzusprechen. Aber ich habe doch Hoffnung das ich die Umschulung schaffen kann, muss mich nur der Angst stellen, wie gesagt ich hatte das ganze ja schon mal Jahre lang überwunden und dachte eig auch hinter mir gelassen.

Muss halt jeder abwägen ob man das riskieren will, aber gerade wer von der ARGE noch was will, also Umschulung oder sowas sollte vielleicht erstmal vorsichtig sein.

Vielleicht würde aber auch die Rentenkasse dann ne Umschulung zahlen, ka..

#18


J
Naja, irgendwie habe ich auch Angst wegen dem Stempel Sozialphobie.
Damit kriegst Du nie nen Job. Wer stellt schon einen Hilfebedürftigen ein.

Ich habe auch schon wegen einer Umschulung gefragt - die bekommt nur, wer lange Zeit arbeitslos ist von Arbeitslosigkeit akut bedroht ist.

Früher hat mich die Arbeitslosigkeit auch ne Menge Geld gekostet, weil ich keine Unterstützung mehr bekam. Dann muß eben all das Ersparte herhalten, bis es völlig aufgebraucht ist.

#19


Schlaflose
Hallo Joaquim,

also, ich habe nachdem ich vor 2 Jahren in der Reha war und man mir dort die soziale Phobie und Depressionen attestiert hat, einen Antrag auf Schwerbehinderung gestellt. Ich habe zwar nur 30% anerkannt bekommen (auch jetzt bei dem "Verschlimmerungsantrag" ist nicht mehr rausgekommen), aber das reicht um einen sogenannten Gleichstellungsantrag beim Arbeitsamt zu stellen. Das bedeutet, dass man denen, die 50% Schwerbehinderung haben, gleichgestellt wird, was Einstellung und Kündigungsschutz anbelangt. Du weißt ja wahrscheinlich, dass Behinderte in solchen Angelegenheiten bevorzugt behandelt werden. Es ist also kein Stempel, den man als Sozialphobiker aufgesetzt bekommt, sondern es eröffnen sich sogar bessere Chancen, einen angemessenen Arbeitsplatz zu finden und auch zu behalten.
Aber um diese Vorzüge zu bekommen, musst du endlich über deinen Schatten springen und dich in ärztliche/psychotherapeutische Behandlung begeben, denn ohne offizielle Atteste über deinen Zustand kannst du keinen Antrag auf Schwerbehinderung stellen.


Liebe Grüße

#20


A


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