Störtebeker80


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Hey Schlaflose, will dich jetzt nicht angreifen, aber denkst du nicht das du die SP irgendwann wieder in den Griff bekommst ? Ich weiß nicht, für mich wäre eine Behinderung attestiert zu bekommen nichts, ich würde mir da im Handwerk denke ich vieles schwerer machen, was arbeitest du denn @Schlaflose, wenn ich fragen darf ? Und wie ging es bei dir nach der Bescheinigung weiter arbeitsmäsig ?

Ich finde Joaquim kann das ganze auch schaffen da wieder raus zu kommen aus der SP, wenn ich lese er arbeitet als Produktionshelfer ( nehme an heutzutage dann bei einer Zeitarbeitsfirma ) hätte er mit so einem Ausweiß es sicher schwerer gehabt dort rein zu kommen, er kann es ja anscheind auch so, also er arbeitet ja jetzt dort..

Bei mir war das so, ich hatte von Mai bis Juni auch in der Produktion gearbeitet, konnte auch super arbeiten, nur die Pause war der Horror für mich, normal rauche ich etwa 20 kippen am Tag, dort hab ich keine einzige geraucht nur um nicht in den Pausenraum zu müssen und da hat Joaquim mir schon einiges vorraus dann.

Es kann schon sein das man in Bürojobs oder aufm Amt und sowas mit so einem Ausweiß genauso gute Chancen hat, aber im Handwerk, Produktion, Werbebranche sieht die Sache schon anderst aus denke ich. Jetzt muss man halt abwägen, denkt man man bekommt das eh nicht wieder in den Griff und ist die SP so extrem schlimm das man unter keinen Umständen mehr in einen Job kann wo man vorher war oder hin will, macht es vielleicht Sinn, aber wenn man sich dem ganzen stellen will und nicht aufgeben will und die SP vielleicht nicht ganz so schlimm ist, sollte man es sich 2 mal überlegen meiner persönlichen Meinung nach.

Ich persönlich hatte es ja schonmal über Jahre geschafft die SP hinter mir zu lassen und ich werde es auch nochmal schaffen wenn ich mich meiner Angst stelle, daher würde ich persönlich keinen Antrag auf eine Behinderung stellen.

Musst du halt für dich selbst wissen Joaquim, ich wollte dir da auch nicht reinreden, nur wollte ich halt sagen was man vielleicht beachten sollte meiner Meinung nach. Musst halt wissen wie belastend das für dich ist mit deiner Angst.
Wie ist denn das auf deiner Arbeit als Produktionsarbeiter ? Kannst du dort ohne Angst arbeiten ? Bei mir war es schon morgens der Horror in der Bahn zu fahren und kam dann schon fix und fertig da an, mit Auto hatte ich sowas nie.
Du Joaquim machst es auf jd Fall schonmal richtig in dem du zur Arbeit gehst und dich deiner Angst stellst, so kannst du SP auch besiegen

Was mir, als ich das damals überwunden hatte immer geholfen hat, war mir aufbauende, mutmachende Lieder anzuhören. Gerade im Auto hat mich das super motiviert und auf andere Gedanken gebracht.

Ich war ja lange in der Punkszene und diese Musik wird sicher nicht jedem gefallen, klar aber hör dir mal dass hier an, vielleicht hilft es dir auch etwas

11.11.2011 08:31 • #21


Joaquim


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Hallo, Störtebeker!

Pausenraum. Yeah, immer das selbe Thema - wirklich ganz große S..... am Anfang.
Komme die 8 Stunden prima ohne Qualm zurecht, genau deswegen.
Im Nichtraucher sitze ich allerdings nicht alleine und es macht mir nichts aus, da ich die Leute nun kenne und auch mit ihnen reden kann - das Nötigste, halt über die Arbeit.
Fast nur Türken und Russen - ganz nette Leute, wenn de mich fragst.

Klar, die ersten Tage waren schon hart, aber das gibt sich ja irgenwann mit der Angst.
Ein bißchen Beklemmung schwingt jetzt noch immer mit, aber ich kann meine Arbeit eigentlich locker durchziehen. 2-3 Stunden vor Arbeitsantritt bin ich allerdings mehr oder weniger gereizt, was mich riesig nervt. Ich finde kaum Ruhe, um andere Dinge zu erledigen daheim.

Einen Schwerbehindertenausweis finde ich übertrieben, weil die SP nie ein Dauerzustand ist und von Bereich zu Bereich schwer bis überhaupt nicht zur Belastungsprobe wird.

Gruß,
Joe

11.11.2011 09:04 • #22


Störtebeker80


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Ja siehst du, genau so hatte ich dich eingeschätzt

Du machst das genau richtig so, sicher es ist nicht einfach und die Angst kann einen manchmal echt umhauen, aber man muss sich einfach seiner Angst stellen, genau so wie du es machst, bin mir sicher dass du deine SP so auch überwinden und besiegen wirst

Genau so wie du es jetzt machst, war es bei mir damals auch, es wurde immer besser und war dann irgendwann ganz weg..

Immer positiv denken und nie den Kopf einfach in den Sand stecken, auch wenn es mal Rückschläge gibt, dann können wir es alle schaffen..

Natürlich ist das leichter gesagt als getan, aber es ist machbar wenn man niemals aufgibt auch wenn es leider ein verdammt langer Weg ist.


Mir fällt es auf Arbeit übrigens auch leichter mit Ausländern zu reden als mit deutschen. Keine Ahnung woran das liegt, normal macht meine SP nämlich keinen Unterschied ob vor mir die Bundeskanzlerin steht oder ein Obdachloser. Ok. bei Autoritätspersonen wie Chef usw ist es vielleicht noch ein bisschen stärker, aber bei Personen die nicht ,,über mir" stehn ist sie nicht weg.

Irgendwie kommt es auch immer auf die Situation drauf an und ist auch von Tag zu Tag unterschiedlich stark.

11.11.2011 12:56 • #23


Schlaflose

Schlaflose


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Hallo Störtebeker,

mit einer Gleichstellung bekommt man gar keinen Schwerbehindertenausweis, den bekommt man nur, wenn man "regulär" mind. 50% schwerbehindert ist. Man muss dem Arbeitgeber auch nicht sagen, dass man die Gleichstellung hat. Nur z.B. in dem Fall, dass man in Gefahr ist, seinen Job wegen der Behinderung zu verlieren oder deswegen keinen neuen Job zu finden, weil man nicht so leistungsfähig ist, wie ein "Gesunder", dann kann man davon Gebrauch machen. Z.B. darf der Arbeitgeber jemandem, der gleichgestellt ist, nicht einfach kündigen - die Kündigung muss von der Schwerbehindertenvertretung geprüft werden und kann nur mit deren Zustimmung ausgesprochen werden. Der Arbeitgeber muss hinnehmen, dass der Schwerbehinderte häufige oder lange Fehlzeiten hat, langsamer arbeitet, schneller ermüdet etc. Daneben gibt es ja in vielen Bereichen eine Schwerbehindertenquote bei der Einstellung. Bei vielen Stellenanzeigen steht ja ausdrücklich da, dass Behinderte vorranging eingestellt werden. Außerdem ist man nicht für den Rest seines Lebens dazu verdammt in diesem Status zu verbleiben. Wenn man durch eine Therapie wieder gesund wird, ist man verpflichtet, dem Versorgungsamt das zu melden und dann ist die Gleichstellung auch weg.

Mein Fall ist, dass ich angestellte Lehrerin bin und nicht nur eine soziale Phobie, sondern eine ängstliche (vermeidende) Persönlicheitsstörung habe (das ist viel weitreichender als SP), was erst in diesem Jahr durch eine ambulante Therapie diagnostiziert wurde. Ich hatte in den letzten 3 Jahren mehrere Nervenzusammenbrüche und bin seit Januar krank geschrieben. Durch die Gleichstellung hätte ich z.B. auch das Recht, bei der Stundeplangestaltung mitzusprechen, bräuchte weniger Pausenaufsichten zu machen, wäre von Klassenleitung befreit, bräuchte keine mehrtätigen Klassenfahrten zu machen u.ä. Mein Antrag wurde allerdings wegen einer formalen Sache abgelehnt. Die Gleichstellung bekommt man erst, wenn man mindestens 18 Stunden pro Woche arbeitet, ausgehend von einer vollen Arbeitszeit von 39-40 Stunden. Mein Vertrag lautet auf 16 Wochenstunden, wobei das aber nur die reinen Unterrichtstunden sind, dazu kommt natürlich noch die Zeit, die man für die Unterrichtsvorbereitung, für Korrekturen, Konferenzen, Elternabende etc. verwendet, aber das wurde vom Arbeitsamt nicht anerkannt. Da ich Widerspruch eingelegt habe, wird die Sache demnächst vor dem Sozialgericht verhandelt.

Viele Grüße

11.11.2011 13:54 • #24


Störtebeker80


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Hey Schlaflose


Zitat von Schlaflose:
Man muss dem Arbeitgeber auch nicht sagen, dass man die Gleichstellung hat. Nur z.B. in dem Fall, dass man in Gefahr ist, seinen Job wegen der Behinderung zu verlieren oder deswegen keinen neuen Job zu finden, weil man nicht so leistungsfähig ist, wie ein "Gesunder", dann kann man davon Gebrauch machen. Z.B. darf der Arbeitgeber jemandem, der gleichgestellt ist, nicht einfach kündigen[b] - die Kündigung muss von der Schwerbehindertenvertretung geprüft werden und kann nur mit deren Zustimmung ausgesprochen werden. [b]Der Arbeitgeber muss hinnehmen, dass der Schwerbehinderte häufige oder lange Fehlzeiten hat, langsamer arbeitet, schneller ermüdet etc.



Hmm, ich kann mir nicht vorstellen das man jetzt einen neuen Job bekommt, dort dann seine ,,Behinderung" verschweigt und dann aber später sich auf diese beruft. Denke man kann sich dann auch nur darauf berufen wenn es von Anfang an bekannt ist, glaube nicht das man sonst später damit durch kommt und der Chef die Kündigung zurück zieht, immerhin hat man ihm diese ja bei der Einstellung dann verschwiegen und darauf wird dieser sich dann auch berufen.


Zitat von Schlaflose:
Daneben gibt es ja in vielen Bereichen eine Schwerbehindertenquote bei der Einstellung. Bei vielen Stellenanzeigen steht ja ausdrücklich da, dass Behinderte vorranging eingestellt werden.


Hmm.. naja wie gesagt, ich denke dass das halt auf die Arbeit ankommt die man ausübt bzw ausüben will. Du zb. bist ja Beamtin und viel höher qualifiziert wie zb ich. Glaube dir das es das es in Beamten Stellenangeboten einen gewissen Prozentsatz gibt der das sogar vorsieht ,,behinderte" Menschen einzustellen. Bei mir im Handwerk zb habe ich noch nie so ein Angebot gelesen, kannst ja wenn du magst mal kucken ob du da was findest. Bei Joaquim wäre es halt in der Werbebranche und bei mir Tischler.


Zitat von Schlaflose:
Außerdem ist man nicht für den Rest seines Lebens dazu verdammt in diesem Status zu verbleiben. Wenn man durch eine Therapie wieder gesund wird, ist man verpflichtet, dem Versorgungsamt das zu melden und dann ist die Gleichstellung auch weg.



Das ist natürlich die Frage, offiziell ist das dann nicht mehr bekannt, aber Datenspeicherung ist ja zur Zeit ein ganzes heißes Thema )


Zitat von Schlaflose:
Mein Fall ist, dass ich angestellte Lehrerin bin und nicht nur eine soziale Phobie, sondern eine ängstliche (vermeidende) Persönlicheitsstörung habe (das ist viel weitreichender als SP), was erst in diesem Jahr durch eine ambulante Therapie diagnostiziert wurde. Ich hatte in den letzten 3 Jahren mehrere Nervenzusammenbrüche und bin seit Januar krank geschrieben.



Kenne mich leider nicht aus mit Persönlichkeitsstörungen, aber da du ja auch schon mehrere Nervenzusammenbrüche hattest, scheint das bei dir ja auch sehr schlimm und belastend für dich zu sein
Wenn du seit Januar krank geschrieben bist, hast du dann ja auch noch keine Erfahrung in der Praxis wie es dann wirklich wird wenn man einen Job sucht. Aber wie gesagt, bei dir als Beamtin hast du da sicher mehr möglichkeiten wie wir und es ist auch ein Unterschied ob du jetzt schon lange in einer Arbeit bist und dort krank wurdest als wenn wir gerade erst auf Jobsuche sind.
Bei Joaquim in der Zeitarbeitsfirma, kann ich dir ziemlich sicher sagen das er dann sofort gekündigt werden würde. Sobald dort jemand krank ist ( also länger krank) ist er weg sobald die eine Gelegenheit dazu finden. Daher gibt es dort ja auch nur befristete Verträge usw. Ich hab meine Erfahrungen mit Zeitarbeitsfirmen gemacht, noch dazu wird man abgespeißt mit einem Lohn der gerade den Grundbedarf abdeckt nachdem Miete usw ab sind. Mir hatte sogar mal eine Arbeitgeberin bei einer Zeitarbeitsfirma gesagt das ich zu meinem Vollzeitjob noch Hartz 4 beantragen kann wenn das Geld nicht reicht. Aber das ist ja ein anderes Thema, auf jeden Fall ist man dort schneller wieder beim Jobcenter wie man kucken kann wenn man Krank wird, spätestens nachdem der kurze Zeitvertrag abgelaufen ist.


Zitat von Schlaflose:
Die Gleichstellung bekommt man erst, wenn man mindestens 18 Stunden pro Woche arbeitet, ausgehend von einer vollen Arbeitszeit von 39-40 Stunden. Mein Vertrag lautet auf 16 Wochenstunden, wobei das aber nur die reinen Unterrichtstunden sind, dazu kommt natürlich noch die Zeit, die man für die Unterrichtsvorbereitung, für Korrekturen, Konferenzen, Elternabende etc. verwendet, aber das wurde vom Arbeitsamt nicht anerkannt. Da ich Widerspruch eingelegt habe, wird die Sache demnächst vor dem Sozialgericht verhandelt.



Na siehst du, das ist jetzt ein Beispiel aus der Praxis, da wird jetzt wegen 2 Std. deine Gleichstellung abgelehnt. Dies zeigt doch das dort nicht nach Menschen sondern nach Vorschriften abgehandelt wird. Natürlich wird deine Arbeitsberaterin verständnis zeigen, muss Sie ja, kann dich ja schlecht, mies behandeln weil du nun erkrankt bist. Aber schenken werden die einem so wie du es ja hier bei dir auch siehst in der Praxis dafür nichts. Da gehn die mit dir lieber vor Gericht, da kannst du mir doch nicht erzählen dass die es dann besonderst gut mit dir meinen wenn das von solchen Formalitäten von 2 Std abhängt jetzt. Daher bin ich bei sowas lieber seh Vorsichtig.

In deinem Fall ist es aber auch wieder was anderes, durch deine Nervenzusammenbrüche musstest du deine Krankheit ja auch bekannt machen und hätte ich in deinem Fall auch so gemacht.


Auf jeden Fall wünsche ich dir alles liebe und gute und viel Kraft deine Krankheit zu überstehen. Auch viel Glück bei deiner Verhandlung


LG.

12.11.2011 05:48 • #25


Störtebeker80


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Zitat von Schlaflose:
Das bedeutet, dass man denen, die 50% Schwerbehinderung haben, gleichgestellt wird, was Einstellung und Kündigungsschutz anbelangt.

Liebe Grüße




Mal noch eine Frage hier zu, bekommst du dort dann weiter Geld vom Jobcenter oder bekommst du mit 50 Prozent Schwerbehinderung dann einen Teil von der Krankenkasse bzw Rentenversicherungsträger ?

Wenn zweiteres dann hätte sich mein Gedanke hier bei dir ja schon bestätigt, komisch dass Sie dir hier einfach mal 20 Prozent schenken obwohl du nur 30 Prozent vom Arzt bekommen hast, auf der anderen Seite sich aber quer stellen wegen 2 Wochenstd obwohl du mit Elternabenden, Vorbereitung, Korrekturen von Klassenarbeiten usw wohl auf eine noch viel höhere Stundenzahl kommst.

Natürlich machen die freundlich und verständnisvoll, aber im Endeffekt geht es dort nur darum Leute ,,los zu werden", sei es in Maßnahmen zu stecken die meist garnichts bringen, oder auch an die Krankenkasse/Rentenversicherung ,,abzugeben."

Hauptsache die Statistik sinkt und der deutsche Michel denkt wir hätten so wenig Arbeitslose wie seit Jahren nicht, dabei muss ein riesen großer Teil 2-3 Jobs annehmen um Leben zu können und Familie ernähren zu können, ein anderer Teil wird in Maßnahmen gesteckt und zählt somit nicht mehr als arbeitslos und nochmal ein anderer Teil arbeitet halbtags und muss aber mit Hartz 4 aufstocken, fällt dadurch aber trotzdem nicht mehr in die Statistik.
Und ein Teil fällt dann halt unter die Krankenkasse/Rentenversicherung und ist somit auch nicht mehr in der Arbeitslosenstatistik.


Weiche vom Thema ab, sorry dafür

12.11.2011 06:59 • #26


Joaquim


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Hallo, Ihr zwei!

@Schlaflose:

Im sozialen Bereich, wo Du gearbeitet hast, finde ich es total sinnvoll, Dich so abzusichern.
Das ist ja Streß pur mit SP.

@Störtebeker:

Die SP wird schlimmer, umso älter man wird und die Zukunft im Tal des Nebels nicht mehr auszumachen ist. Existenzängste gesellen sich so langsam dazu.
Ich lebe ja schon lange damit und kam so einigermaßen damit klar.
Eine Besserung gab es nie, denn ich messe Erfolge nicht an Kleinigkeiten.
Der Umgang mit Menschen ist immer von Unsicherheit geprägt.
Nennen wir es schlichtweg eine permanente Schüchternheit, unter der man genau so leidet wie unter einer SP. Und mir scheint, daß man ein schüchternes Wesen nie und nimmer auskurieren kann, wie man eben die Symptome einer SP besiegen kann.

Liebe Grüße,
Joe

12.11.2011 07:13 • #27


Störtebeker80


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Hey Joe..

Ja das stimmt was du sagst, eine ,,gesunde" Schüchternheit wird wohl immer bleiben, aber das ist ja auch garnicht so schlimm..

Wirklich belastend sind ja, zumindest bei mir, nur Situationen wo die Angst mal wieder übermäsig wird und die Kontrolle übernimmt. So ganz weg gehn wird es bei uns nie, hatte mir auch mal eine Psychologin so gesagt im Erstgespräch, aber man kann es halt auf ein gesundes Maß bringen und lernen diese Schüchternheit zu akzeptieren und mit ihr umzugehen

Hast du eig eine Familie, also Frau, Freundin ?

Ich hatte von 2001 an für 7,5 Jahre eine Beziehung mit einer Sozialarbeiterin und dass hat mir sehr geholfen meine Schüchternheit teilweise abzulegen.

12.11.2011 07:24 • #28


Joaquim


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Nöö, leider konnte ich bei Frauen nicht landen mit dem "Netten Typ Image".
Zu lieb, zu viel Verständnis - halb Mann, halb Frau vom Wesen her.

Kann ich auch gut verstehen. Alle suchen doch irgendwie nach Idealen.
Nee, aber es scheitert eben an der Ausstrahlung, die bei schüchternen Menschen unterste Schublade ist - auch, wenn man halbwegs gut und gepflegt aussieht.

In der Jugend hatte ich aber zwei Beziehungen, die jeweils nur 2 Wochen anhielten.
Zählt das?

Grüße,
Joe

12.11.2011 07:56 • #29


Schlaflose

Schlaflose


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Hallo Störtebeker,

leider bin ich keine beamtin, sondern Angestellte. Man hat mir damals die Verbeamtung wegen eingeschränkterl Leistungsfähigkeit verweigert. Wenn ich Beamtin wäre, würde sich das Problem gar nicht stellen, weil Beamte unkündbar sind, auch im Krankheitsfall. Wenn der Amtsarzt befindet, dass jemand nicht mehr dienstfähig ist, wird er ohne Umschweife in die frührente geschickt, egal wie alt/jung er ist.

Zitat von Störtebeker80:
Mal noch eine Frage hier zu, bekommst du dort dann weiter Geld vom Jobcenter oder bekommst du mit 50 Prozent Schwerbehinderung dann einen Teil von der Krankenkasse bzw Rentenversicherungsträger ?


Die Schwerbehinderung hat gar nichts mit Geld zu tun oder woher man es bekommt. Ich bekomme mein Krankenfeld ganz normal von der Krankenkasse, solange ich Anspruch darauf habe. Der Grad der Behinderung spielt auch keine Rolle für die Bewilligung eine Erwerbsminderungsrente. Wir hatten hier kürzlich einen Fall von jemandem, der 80% Schwerbehinderung hatte, und trotzdem von der Rentenverischerung als voll arbeitsfähig eingestuft wurde.

Die Schwerbehinderung hat nur bestimmte Vorteile für den Arbeitnehmer in Bezug auf Einstellung, Kündigung und die Arbeitsbedingungen. Ab 50% (regulär) gibt es auch steuerliche Vergünstigungen und mehr Urlaubstage.

Der Vorteil für eine arbeitssuchenden Sozialphobiker wäre z.B. dass das Arbeitsamt ihm von vorherein keine Angebote machen würde, wo man mit viel Publikumsverkehr zu tun
hat. Wenn der Arbeitsvermittler von der Phobie/Behinderung nichts weiß, kann er ja nicht verstehen, warum man ein Angebot ablehnt. Da wird das natürlich als Faulheit Arbeitsverweigerung betrachtet.

Zitat von Störtebeker80:
Wenn zweiteres dann hätte sich mein Gedanke hier bei dir ja schon bestätigt, komisch dass Sie dir hier einfach mal 20 Prozent schenken obwohl du nur 30 Prozent vom Arzt bekommen hast, auf der anderen Seite sich aber quer stellen wegen 2 Wochenstd obwohl du mit Elternabenden, Vorbereitung, Korrekturen von Klassenarbeiten usw wohl auf eine noch viel höhere Stundenzahl kommst.

Natürlich machen die freundlich und verständnisvoll, aber im Endeffekt geht es dort nur darum Leute ,,los zu werden", sei es in Maßnahmen zu stecken die meist garnichts bringen, oder auch an die Krankenkasse/Rentenversicherung ,,abzugeben


Die Arbeitsagentur ist eine Behörde, die sich an bestehende Gesetze halten muss, das hat nichts mit schenken, verständnisvoll sein oder sich quer stellen zu tun.

Zitat von Störtebeker80:
Hmm, ich kann mir nicht vorstellen das man jetzt einen neuen Job bekommt, dort dann seine ,,Behinderung" verschweigt und dann aber später sich auf diese beruft. Denke man kann sich dann auch nur darauf berufen wenn es von Anfang an bekannt ist, glaube nicht das man sonst später damit durch kommt und der Chef die Kündigung zurück zieht, immerhin hat man ihm diese ja bei der Einstellung dann verschwiegen und darauf wird dieser sich dann auch berufen


So weit ich informiert bin, ist es aber so. Der Arbeitgeber muss sich an dieses Gesetz halten, ob er vorher etwas von der Behinderung/Gleichstellung wusste oder nicht.

Viele Grüße

12.11.2011 11:14 • #30


Ozonik7




Die Frage war ja wie man Soziophobie dem Arbeitsamt beweisen kann.

Durch ein psychologisches Gutachten eines Therapeuten Deiner Wahl !


Ende Gelände

12.11.2011 18:20 • #31


GastB


Zitat von Schlaflose:
So weit ich informiert bin, ist es aber so. Der Arbeitgeber muss sich an dieses Gesetz halten, ob er vorher etwas von der Behinderung/Gleichstellung wusste oder nicht.

http://wirtschaft.t-online.de/arbeitsre ... 9190/index

12.11.2011 19:51 • #32


Störtebeker80


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Zitat von Schlaflose:
Der Vorteil für eine arbeitssuchenden Sozialphobiker wäre z.B. dass das Arbeitsamt ihm von vorherein keine Angebote machen würde, wo man mit viel Publikumsverkehr zu tun
hat. Wenn der Arbeitsvermittler von der Phobie/Behinderung nichts weiß, kann er ja nicht verstehen, warum man ein Angebot ablehnt. Da wird das natürlich als Faulheit Arbeitsverweigerung betrachtet.






Hey

Ok, das hier könnte schon ein Vorteil sein. Aber ich denke, man wird ja auch bei seinem Arbeitsberater gefragt was man in etwa arbeiten möchte, bzw kann dort ja auch sagen das man nicht gut mit Menschen arbeiten kann. Also keine Stellen annehmen möchte wo man viel Kunden/bzw Menschenkontakt hat.
Denke dann wird da auch drauf Rücksicht genommen, das ist ja auch bei ganz normalen Menschen, oder bei einfach nur etwas schüchternen Menschen so das viele nicht direkt im Kunden bzw Menschenkontakt stehn wollen, ohne eine SP bzw. Behinderung zu haben.

Nur meine persönliche Meinung, muss halt jeder selbst abwägen und für sich entscheiden. Denke jeder weiß am besten wie belastend un einschränkend seine Angst für ihn/Sie ist.

Das mit der Behinderung verschweigen, nehmen wir an es kommt zu einer Verhandlung und man bekommt recht und der Arbeitgeber muss denjenigen wieder Einstellen. Also ich würde da mit meiner SP nach einer Verhandlung eh nicht mehr hingehn, bzw würde es mir dann zumindest noch viel schwerer fallen, was für die Krankheit ja auch nicht unbedingt förderlich wäre.
Denke wenn dann sollte man auch ehrlich sein und dem Chef gleich von Anfang an sagen was Sache ist, was ist denn das sonst auch für ein Verhältnis.
Meiner Meinung nach würde ich es entweder gleich sagen, dann kann ich mich auch darauf später berufen. Oder ich denke ich schaffe es auch so, dann kann ich es verschweigen, aber ich persönlich würde dann später auch nicht deswegen klagen wollen. Vielleicht ist es aber rechtlich gesehn möglich, mag sein.

LG.

14.11.2011 05:51 • #33


Schlaflose

Schlaflose


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Hallo Störtebeker,

ich wollte mit meinem Beitrag eigentlich nur auf diese Möglichkeiten hinweisen, die es vom Gesetzgeber her gibt. Wenn mich der Arbeitstherapeut damals in der Reha nicht darauf hingewisen hätte, hätte ich davon nichts gewusst. Ich hätte nie gedacht, dass solche psychischen Störungen überhaupt als Behinderung gelten. Es steht natrülich jedem frei, das für sich in Anspruch zu nehmen oder nicht.

Zitat von Störtebeker80:
Ok, das hier könnte schon ein Vorteil sein. Aber ich denke, man wird ja auch bei seinem Arbeitsberater gefragt was man in etwa arbeiten möchte, bzw kann dort ja auch sagen das man nicht gut mit Menschen arbeiten kann. Also keine Stellen annehmen möchte wo man viel Kunden/bzw Menschenkontakt hat.
Denke dann wird da auch drauf Rücksicht genommen, das ist ja auch bei ganz normalen Menschen, oder bei einfach nur etwas schüchternen Menschen so das viele nicht direkt im Kunden bzw Menschenkontakt stehn wollen, ohne eine SP bzw. Behinderung zu haben.


Ich hatte noch nie das "Vergnügen" bei einem Arbeitsberater zu sein und weiß nicht ,ob die auf solche Dinge Rücksicht nehmen. Man hört ja in den Medien immer nur, dass das Arbeitslosengeld gesperrt wird, wenn man 3 Angebote von zumutbarer Arbeit ablehnt. Und was zumutbar ist, ist natürlich sehr vage.

Viele Grüße

14.11.2011 10:06 • #34


ausserhalb


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Hi Joe,
es der Arbeitsagentur zu sagen, ist relativ einfach. Nur bräuchtest Du in der Regel enstprechende Belege seitens Ärzten, stationären Aufenthalten und so fort.
Dann werden Dir jedenfalls keine Arbeitsvorschläge mehr zugesandt, die Du aufgrund Deiner Phobie ohnehin nicht bewältigen könntest.
Ich bin seit kurzem zu 50 % schwerbehindert, noch dazu "unbefristet", und seitdem höre ich vom Job-Center überhaupt nichts mehr, im Sinne vermutlich von "Hopfen und Malz verloren". Was aber nicht stimmt.
Viel Glück
ausserhalb

15.11.2011 03:09 • #35


Joaquim


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Hallo,

"Hopfen und Malz verloren" - sowieso, wenn man dem Arbeitgeber sagt: "Ich bin sehr schüchtern und habe eine Soziale Phobie."
Dann kannst Du nur noch Kohle schaufeln oder die Straße fegen.

16.11.2011 00:35 • #36


Schlaflose

Schlaflose


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Hallo Joaquim,

hast du denn diese Erfahrung schon tatsächlich gemacht, oder glaubst du nur, dass es so ist?
Bei mir hat sich nämlich meine Ehrlichkeit jetzt ausgezahlt. Ich fange nächste Woche einen Verwaltungsjob im Kultusministerium an und muss nicht, wie befürchtet, im Januar wieder in den Schuldienst gehen. Dass es dazu gekommen ist, liegt daran, dass mein Schulleiter noch im Sommer ein Schreiben ans Ministerium geschickt hat, dass ich aufgrund von psychischen Problemen und sozialer Phobie für den Schuldienst nicht mehr geeignet bin. Dem Brief haben wir auch noch ein Gutachten von meinem Therapeuten beigefügt, in dem dieser das Ganze bestätigt. Ich hatte schon im September ein Angebot bekommen, das aber nicht in Frage kam. Jetzt ist kurzfristig durch Erkrankung eine Stelle frei geworden, die für mich wie geschaffen ist.

Viele Grüße

17.11.2011 08:20 • #37


GastB


Zitat von Schlaflose:
hast du denn diese Erfahrung schon tatsächlich gemacht, oder glaubst du nur, dass es so ist?
Bei mir hat sich nämlich meine Ehrlichkeit jetzt ausgezahlt. Ich fange nächste Woche einen Verwaltungsjob im Kultusministerium an und muss nicht, wie befürchtet, im Januar wieder in den Schuldienst gehen.

Bist du Beamtin?

Dann wäre das aber eine ganz andere Situation. Dann bist du ja unkündbar. Und bevor sie dich jetzt schon in Pension schicken, geben sie dir lieber einen anderen Posten. (Zumal diese ja auch von Lehrern besetzt werden sollen, denke ich.)

17.11.2011 09:36 • #38


Schlaflose

Schlaflose


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Hallo Gast B,

zum hundertsten Mal: nein, ich bin nicht Beamtin, sondern Angestellte im Öffentlichen Dienst. Ich bin zwar nach so langer Zeit im Dienst unkündbar, das gilt aber nicht für den Krankheitsfall. Sie können mich nicht in Pension schicken. Ich bin ganz normal in der gesetzlichen Renten- und Krankenversicherung. Der Staat hat zwar eine gewisse Fürsorgepflicht für seine Angestellten, aber sie wären nicht verpflichtet gewesen, mir einen Ersatzarbeitsplatz anzubieten. Das habe ich meinem Chef zu verdanken, der sich in dieser Beziehung sehr für mich eingesetzt hat. Aber das konnte er auch nur deswegen machen, weil ich ihn offen über alles informiert und mein Einverständnis dazu gegeben habe, in diesem Brief meine Krankheit anzuführen.

Viele Grüße

17.11.2011 12:32 • #39


o_schaetzchen_o


das habe ich auch grad durch..bzw bin noch mittendrin..

ich muss jetzt zu einem amtstherapeuten.. da ich mich ja zur zeit nicht raus traue und dadruch nicht arbeitsfähig bin.. der therapeut wird dann sagen ob ich muss oder net...

ich werde weiter berichten

17.11.2011 13:26 • #40




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