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Hallo zusammen,

mich hat eine Seitenstrangangina erwischt, und laut Ärztin nicht zu knapp. Als Panikpatient machen Sätze wie "so schwer hab ich das seit Jahren nicht mehr gesehen" echt Angst.

Seit ein paar Wochen nehme ich Opipramol, was mir bisher sehr gut getan hat. Wegen des Antibiotikums soll ich die aber gerade nicht nehmen, als Wechselwirkung können Herzrhythmusstörungen auftreten. Beim Ruhepuls von 105 dank Erkältung fehlt mir das ja gerade noch. Aber ohne Tabletten bekomme ich ja auch wieder so Panik.

Jetzt habe ich auch noch zusätzlich Angst, eine Herzmuskelentzündung zu bekommen, da ich gestern noch 40 Minuten gerudert hatte. Morgens hatte ich so'n bisschen das Gefühl, dass der Hals leicht kratzt und die Nase etwas verstopft ist, aber ich fühlte mich nicht krank. Nach dem Sport ging's mir auch gut, mein Puls war in völlig normalen Bahnen. Abends fühlte ich mich dann richtig mies, konnte vor Halsschmerzen kaum sprechen. Die Nacht war unschön, aber mit der Schwitzkur habe ich bestimmt nichts falsch gemacht.

Kann es denn sein, dass ich gestern durch den Sport einen schlimmeren Krankheitsverlauf provoziert habe?

Viele Grüße
Ninia

11.10.2011 09:31 • 22.10.2011 #1


5 Antworten ↓


Hallo Ninia,

also manchmal sollte sich die Ärzte lieber auf die Zunge beißen, als solche Äußerungen zu machen. Zumal ich denke, dass Deine Ärztin über Deinen Zustand Bescheid weis.

Also ich hatte vor einigen Jahren, mehrmals im Jahr mit vereiterten Mandeln zu tun. Auch immer auf einer Seite und ich kann Dir sagen, dass es immer plötzlich kam und innerhalb von Stunden so schlimm war, dass ich nicht mehr sprechen konnte. Das ist aber normal.

Deshalb kann ich mir nicht vorstellen, dass Du durch den Sport den Krankheitverlauf verschlimmert hast.

Nehme das Antibiotika und Du wirst sehen, dass es Dir schnell wieder besser geht.
Mein Arzt hat mir damals gesagt, man könnte nur eine Herzmuskelentzündung bekommen, wenn man das Antibiotika nicht nimmt bzw. zu früh absetzt. Also schön 10 Tage nehmen

Ist natürlich blöd, wenn Du für diese Zeit das Opipramol absetzen mußt, aber frage doch Deinen Arzt mal nach einer anderen Alternative für diese Zeit. Die gibt es bestimmt

Gute Besserung und ganz liebe Grüße
Nicki

11.10.2011 11:42 • #2



Vermehrte Angst bei Seitenstrangangina

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Hallo Nicki,

Danke für die aufmunternde Antwort!

Den ersten Tag ohne Opipramol habe ich schon überstanden. Eigentlich hatte ich's mir schlimmer vorgestellt, aber in den wenigen Panikmomenten dachte ich trotzdem, dass ich dann doch lieber die Herzrhythmusstörungen riskieren sollte.

Das Antibiotikum scheint bereits etwas zu wirken, ich kann mich heute schon kurzfristig außerhalb des Bettes aufhalten.

In meiner Panik gestern dachte ich, dass ich die Seitenstrangangina nur bekommen habe weil ich vorher vielleicht eine Erkältung übergangen hatte. Ich hatte aber die ganze Zeit vorher Sport gemacht, und mich daher gefragt, ob das zu einer Herzmuskelentzündung führen kann. Andererseits denke ich ja, dass ich als Panikerin bei kleinsten Anzeichen auf eine Krankheit schon rechtzeitig auf den Sport verzichtet hätte.

Das Leben könnte um so vieles einfacher sein, würde ich nicht ständig grübeln. Ich versuche mal, mir selbst zu vertrauen und zu denken, dass ich schon alles richtig gemacht haben werde. Die Seitenstrangangina, übrigens beidseitig (ich mach keine halben Sachen ), werde ich wohl ohne vorherige Erkältung bekommen haben. Dass man sich bei dem Wetterumschwung immer mal wieder kränklich fühlt, wird normal sein.

In der Apotheke hatte ich mich nach Alternativen zu Opipramol erkundigt. Da ich ja nur eine Woche überbrücken muss, gibt es nichts. Selbst pflanzliches wie dieses Passionsblumenzeug braucht eine gewisse Zeit bis es die Wirkung entfaltet. Auf andere Chemiekeulen möchte ich ungern umschwenken, da ich mich gerade wegen der normalerweise unkomplizierten Einnahme für Opipramol entschieden hatte. Mein vorheriges AD hatte sogar mit Paracetamol Schwierigkeiten, außerdem waren Ein- und Abgewöhnungsphasen lange und unangenehm.

Also bin ich diese Woche auf mich alleine gestellt, und muss ohne Krücken laufen

Liebe Grüße
Ninia

12.10.2011 14:43 • #3


Arme Ninia

Ich hoffe, Dir geht es schon etwas besser? Ich glaube auch nicht, dass Du etwas riskiert hast. Wenn Du vorher nur so ein bisschen Halskratzen hattest, war das glaub ich kein Grund, keinen Sport zu machen. Ich meine, ich bin kein Arzt, aber mir wurde mal gesagt, wenn man nur die ersten, leichten Zeichen einer Erkältung o.ä. hat, könne man diese vielleicht sogar mit Sport noch ausbremsen. Da würd ich jetzt nicht meinen Hals drauf verwetten, aber mir wurde das wie gesagt schonmal so gesagt.

Ich wünsch Dir auf jeden Fall gute besserung

12.10.2011 21:11 • #4


Hi Püppi,

Danke! Das war der letzte Funke, den ich noch zur Überzeugung brauchte!

Das Antibiotikum wirkt schon ziemlich gut, und mit den Panikattacken kann ich momentan ganz gut leben. Es waren drei Attacken, und ein bisschen inneres Zittern im Hintergrund. Ich erinnere mich einfach daran, wie es mir vor den Tabletten ging. Da schneidet der Augenblick echt gut ab

Wie geht's Dir denn inzwischen?

Liebe Grüße
Ninia

12.10.2011 21:37 • #5


Hallo,

mir geht's nach zehn Tagen wieder schlechter. Am Wochenende musste ich das Antibiotikum absetzen wegen starker Nebenwirkungen. Der Arzt meinte aber, die Erkrankung sei schon so weit eingedämmt, dass ich es auch nicht weiter nehmen müsste. Am Dienstag ging es mir schlechter, sogar das Sprechen tat im Hals sehr weh und ich bekam wieder einer erhöhte Temperatur. Am Donnerstag war ich beim HNO, der meinte, es sei ein Virus dazugekommen.
Gestern hatte ich dann Symptome einer Blasenentzündung (Brennen und Blut), daher war ich heute beim ärztlichen Notdienst weil ich auch wieder mal eine erhöhte Temperatur hatte. Es sind aber weder Leukos noch Blut im Urin nachweisbar, daher gab's Entwarnung. Ich frage mich zwar, wo das Blut herkommt, aber der Teststreifen wird schon das Richtige angezeigt haben.
Der Doc meinte halt, dass die Seitenstränge doch noch arg mitgenommen sind, und ich daher Penicillin nehmen müsste. Damit fing ich eben an, hoffentlich wirkt es schnell.
Da mir gerade das Atmen etwas schwerfällt, und ich keine langen Sätze sprechen kann ohne nach Luft zu japsen, mache ich mir Sorgen wegen einer Lungenentzündung. Ich meine, die Bakterien konnten sich ja dann doch wegen des abgebrochenen Antibiotikums schön im Körper verteilen. Blöderweise hat der Arzt eben nicht die Lunge abgehört, da wir ja eigentlich von einer Blasen- bzw Nierenbeckenentzündung ausgingen.
Ach Mensch, ich weiß gerade nicht, ob meine Sorgen berechtigt sind oder ob ich es schlicht dramatisiere. Mir geht's schlecht, ich bin körperlich total schlapp, und seelisch geht's auch gerade bergab. Trotz Opipramol, das ich Gott sei Dank neben dem Penicillin nehmen darf. Ich könnte heulen.
Mein Freund hat auch seit zwei, drei Wochen einen schlimmen Husten, so schlimm, dass er sich übergeben muss. Verdacht auf Keuchhusten, Laborergebnisse sollen in vier Tagen kommen. Wenn es sich bestätigt, hat er mich ziemlich sicher schon angesteckt, da wir zusammen leben.
Ich renne am Montag Morgen sofort zum Hausarzt, lasse meine Lunge abhören und mich vorsichtshalber auf Keuchhusten checken. Ein kleiner Trost ist ja, dass das Penicillin auch bei einer Lungenentzündung wirken sollte. Vielleicht ist auch alles eingebildet, und das Opipramol hilft bald wieder...

Geknickte Grüße
Ninia

22.10.2011 21:12 • #6





Prof. Dr. Heuser-Collier