Pfeil rechts
1

Linus42
Liebe Leidensgenossen!

Ich bin ja nun noch recht neu hier. Habe aber schon ein paar Beiträge geschrieben. Könnt Ihr ja mal durchlesen. Dann muß ich jetzt nicht von vorne beginnen.

Sagt mal, wie geht IHR denn eigentlich mit dieser verdammten Angst um? Ich meine, jetzt STÄNDIG darüber nachzugrübeln, daß man eine schlimme Krankheit hat? Lungenkrebs, Darmkrebs, Tumor im Hals. Ich habe alles schon durch. Gestern Abend hatte ich die letzte Panik-Attacke. Ich wollte mich gerade an den Computer setzen, auf einmal bemerke ich einen leicht blutigen Geschmack im Mund. Ich renne - mal wieder in Panik - zum Waschbecken. Spucke rein - und jau - leicht, verdünnt rötlich. Obwohl ich WEISS, daß ich was am Zahnfleisch habe - denke ICH natüüüüüürlich wieder an wer weiß was. Mir brechen dabei fast die Beine weg vor Angst.

Aber, das ist ja nicht alles. Ich steigere mich soweit rein, bis ich in tiefe Depressionen verfalle. Kennt Ihr sowas? Ich finde jeden Tag NEUE Symptome. Im Moment bin ich auf den Haut-Kontroll-Trip. Untersuche meine Haut. "Ist da was dunkel? War der Fleck schon immer? Fühle ich da einen Knubbel unter der Haut?" Ist es nicht die Haut, bilde ich mir eben was anderes ein.

Eine Zeit lang hatte ich mal ein Schwindel-Gefühl für Mini-Bruchteile von Sekunden. Sofort war es - klar - ein Gehirntumor. So geht das JEDEN Tag. Ich mache mich verrückt ohne Ende. Das ist sogar schon so schlimm, daß ich teilweise gar nicht mehr am alltäglichen Leben teilnehme. Statt ins Kino zu gehen, habe ich mich letztens Zuhause verkrochen und auf die Couch gelegt. EIN FEHLER! Denn ich gab mich ganz der ANGST hin. GRÜBELTE in einer Tour. Mein Herz raste wie doof.

Der Oberhammer aber war mein diesjähriger Urlaub. Ich war an einem der schönsten Plätze der Welt. Lag unter Palmen - und was mache ICH? Ich habe nur an meine angeblichen "Symptome" gedacht. Konnte NIE abschalten. Lag da so am Strand und zuckte regelrecht zusammen, weil ich NUR an Krankheiten dachte und mich immer und immer tiefer in Panik dachte. Das ist alles sooooo arm und dämlich.... Ich versaue mir das Leben selbst.

Wie geht IHR damit um? Kennt Ihr sowas? Ich weiß, ich bin hier NICHT allein. Finde mich in so vielen Beiträgen hier wieder. Verdammt, ich will mein altes Leben wieder

Ich war mal so ein lebensfroher Mensch. Nun leide ich nur noch. Habe schon wieder Angst vor den Symptomen, die ich morgen finde. Eines habe ich aber gelernt: MEIDET DOKTOR GOOGLE! Wer sich den Dreck einfallen lassen hat, bei Google Medizin-Themen reinzusetzen, den sollte man kräftig in den A.... treten. GOOGLEN IST DAS SCHLIMMSTE, WAS MAN MACHEN KANN!

12.10.2008 23:50 • 27.01.2016 #1


25 Antworten ↓


Hallo Linus,

Zitat von Linus42:
Sagt mal, wie geht IHR denn eigentlich mit dieser verdammten Angst um? Ich meine, jetzt STÄNDIG darüber nachzugrübeln, daß man eine schlimme Krankheit hat? Lungenkrebs, Darmkrebs, Tumor im Hals. Ich habe alles schon durch. Gestern Abend hatte ich die letzte Panik-Attacke. Ich wollte mich gerade an den Computer setzen, auf einmal bemerke ich einen leicht blutigen Geschmack im Mund. Ich renne - mal wieder in Panik - zum Waschbecken. Spucke rein - und jau - leicht, verdünnt rötlich. Obwohl ich WEISS, daß ich was am Zahnfleisch habe - denke ICH natüüüüüürlich wieder an wer weiß was. Mir brechen dabei fast die Beine weg vor Angst.


man kann natürlich jedes Mal zum Arzt rennen und sich untersuchen lassen. Das gibt erstmal Erleichterung wenn nichts ist. Aus eigener Erfahrung weiß ich aber, dass man bald danach auf eine andere Krankheit umschwenkt und das Ganze geht von vorne los.

Zitat von Linus42:
Der Oberhammer aber war mein diesjähriger Urlaub. Ich war an einem der schönsten Plätze der Welt. Lag unter Palmen - und was mache ICH? Ich habe nur an meine angeblichen "Symptome" gedacht. Konnte NIE abschalten. Lag da so am Strand und zuckte regelrecht zusammen, weil ich NUR an Krankheiten dachte und mich immer und immer tiefer in Panik dachte. Das ist alles sooooo arm und dämlich.... Ich versaue mir das Leben selbst.


das kenne ich gut. Ab einem bestimmten Punkt funktioniert Ablenkung nicht mehr. Egal was man macht, egal wo man ist, die Gedanken sind immer dabei.

Zitat von Linus42:
Wie geht IHR damit um? Kennt Ihr sowas? Ich weiß, ich bin hier NICHT allein. Finde mich in so vielen Beiträgen hier wieder. Verdammt, ich will mein altes Leben wieder


naja, dass ist nicht einfach. Vielleicht leidest Du wie ich auch unter leichten Zwängen, die Dich dazu zwingen den Körper zu untersuchen und abzutasten bis die Stellen wehtun.

Die Konfrontation in den Falle, wäre, dem Zwang nicht nachzugeben. Der Druck wird wenn man nachgibt mit jeder Minute erstmal größer und damit auch die Panik. Der Druck steigert sich dann enorm, nimmt aber nach einer Zeit wieder ab.

Das ständige kontrollieren von irgendwelchen Knoten zum Beispiel bringt ja bei Kranheitsängsten keine Entlastung.

Ich würde an Deiner Stelle auch zu einem Psychiater gehen und ein Medikament verschreiben lassen, damit Du erst mal wieder runterkommst und überhaupt fähig wirst dem Drang zu kontrollieren zu widerstehen.

Zitat von Linus42:
Ich war mal so ein lebensfroher Mensch. Nun leide ich nur noch. Habe schon wieder Angst vor den Symptomen, die ich morgen finde. Eines habe ich aber gelernt: MEIDET DOKTOR GOOGLE! Wer sich den Dreck einfallen lassen hat, bei Google Medizin-Themen reinzusetzen, den sollte man kräftig in den A.... treten. GOOGLEN IST DAS SCHLIMMSTE, WAS MAN MACHEN KANN!


Die Ärzte, die medizinischenm Seiten ins Web stellen, kennen ja Deine Vorgeschichte nicht und können Dich nicht untersuchen. Denen bleibt, schon aus Sorgfaltspflicht nichts anderes übrig als alle möglichen Krankheiten für ein bestimmtes Symptom aufzuführen.

Auch meist harmlose Symtome können auf ernsthafte Krankheiten hindeuten und das muss dann eben in Artikeln erwähnt werden.

Untersucht der Mediziner, der den Artikel geschrieben hat Dich, dann kann er das besser eingrenzen und dich eventuell beruhigen, weil er das Gesamtbild hat. Das muss man sich klarmachen wenn man Dr. Google fragt.

Grüße,
Kalla

13.10.2008 10:28 • #2



Totale Extrem-Panik vor Krankheiten!

x 3


Missyou
Hallo Linus!
Leider weiss ich genau wovon du sprichst. Bei mir ist es allerdings so, dass ich mir immer ein und die selbe Krankheit einrede. Da ich sehr viel mit Schwindel und Kopfdruck zu tun habe, rede ich mir immer einen Tumor, Schlaganfall oder irgend eine Nervenkrankheit ein.

Es ist grauenhaft und ich finde keine Ruhe mehr.
Nächste Woche fliege ich eine Woche nach Ägypten...und naja..ich weiss jetzt schon, worum sich dort den ganzen Tag meine Gedanken drehen.
Dazu kommt ja dann noch, dass die ärztliche Versorung in solchen Länder nicht so gut ist und was ist, wenn ich dann einen benötige`?

13.10.2008 13:38 • #3


Linus42
Hallo Kalla, Hallo Missyou!

Ich danke Euch für Eure Antworten! Kalla, Du hast geschrieben, daß ich zu einem Psychiater gehen und mir was verschreiben lassen soll. Ich bin bereits in Therapie. Und nach einer Sitzung bin ich auch meist wieder ein bischen beruhigt. Doch nach Stunden ist alles wieder hinfällig und ich fange wieder an zu grübeln und zu kontrollieren. Etwas verschreiben lassen möchte ich mir nicht. Ich habe mal meinen Therapeuten darauf angesprochen. Er meinte, klar, könne er mir was geben. Aber das DENKEN hört davon NICHT auf! Stimmt. Wozu dann die Tabletten? Ich weiß aber auch, daß ich runterkommen muß. So geht das echt nicht mehr weiter.

Dann dieser DAUER-Kontrollzwang. Ist HIER was? Sehe ich DORT was am Körper? Und klar, ich drücke und reibe SO LANG, bis alles wehtut und rot wird.

Gestern hatte ich an der Nase etwas rotes. Wahrscheinlich nur ein klitzekleiner Pickel. Ich aber habe so lang daran herumgedrückt, bis es völlig rot war ich sogar dadurch die Haut abgerieben habe. Heute Morgen war das dann schwarz verkrustet. Logisch, das heilt ja. ICH Idiot dachte aber natürlich: "Mist, ein schwarzer Fleck. Hautkrebs?" NEIN, ICH HABE GESTERN DARAN RUMGEMACHT! Das MUSS jetzt so aussehen, ist normal.

Aber DAS ist alles noch HARMLOS! Meine übleren Gedanken sind der Krebs. Egal was ziept, zerrt oder mal zuckt. Es MUSS der Krebs sein. Heute war ich im Fitness-Center auf der Waage. 1.5 Kilo weniger als am letzten Samstag. GEWICHTSVERLUST? Es MUSS der KREBS sein. SOFORT waren meine Gedanken wieder nur bei der Krankheit. Wieder war der ganze Tag verdorben und im Eimer!

Und an Dich, Missyou: Du fliegst nach Ägypten? Ja, ich KENNE das und KENNE auch die Gedanken, die man dann im Urlaub hat. Ich kann Dir da überhaupt nicht helfen, leider. Wäre jetzt ein blöder Tipp, wenn ich sagen würde: Lenke Dich ab! ICH konnte es in meinem Urlaub NICHT! Es ist leider so.

Und weißte, Missyou, was noch sehr traurig ist? Ich lag da an einem weißen Sandstrand. Es war wunderbares Wetter, der Pazifik in den schönsten Farben. Nur ICH saß da völlig verstört und traurig im Sand. ALLE rundherum waren lustig, hatten Spaß und lachten. Nur ICH war wohl der traurigste Mensch an dem Strand. Und - es kam sogar eine Frau auf mich zu, die wortwörtlich sagte (auf Englisch): "Sir, Sie sehen so dermaßen traurig aus. Man möchte Sie am liebsten in den Arm nehmen und drücken. Enjoy the beach. It is a beautiful day!" DOCH ICH KONNTE NICHT! Ich saß da im Sand und war nur fertig.

Missyou, ich kann Dir nur den Rat geben. Reagiere NICHT wie ich! Doch, das muß ICH gerade sagen. Im Winter habe ich noch 2 Wochen Urlaub. Ich traue mich nicht einmal den Flug zu buchen. Soll ich wieder 12 bis 14 Stunden fliegen, nur damit ich mir DORT alles VERSAUE?

Übrigens, auf den Gehirn-Tumor-Trip war ich auch schon. Genau wie Du! Ich kenne Deine Ängste und Sorgen. Es ist einem kurz mal schwindelig und SCHON ist der Gedanke Gehirntumor da, richtig? Und wenn es nur mal ein kurzer Kopfschmerz ist.

Na ja, immerhin tut es mal gut, sich das hier alles ein bischen von der Seele zu schreiben. Ich wünsche allen Leidensgenossen einen schönen Tag. Immerhin sind wir hier nicht allein.

Und welche Symptome kommen morgen? Ich habe jeden Morgen Angst vor dem Aufstehen. WAS kommt HEUTE wieder?

Viele Grüße.....

14.10.2008 00:36 • #4


Hi Linus,

gerade habe ich mich zum ersten Mal entschieden, NICHT nach meinen Symptomen zu googlen, sondern nach meinem wahren Problem, der Angst vor Krebs, und finde dieses Forum und deine Beiträge.

Ich kann dich 1:1 verstehen, kenne genau diese Gedanken, Mechanismen, Verhaltensweisen schon seit Jahren, mal mehr mal weniger schlimm.

Momentan ist es schlimm. Jeden Tag diese Angst.

Es ist so frustrierend, enttäuschend. Ich mache auch seit kurzen wieder eine (Verhaltens-)Therapie. Immerhin ist dieser Termin in der Woche etwas, das ich aktiv meiner Angst entgegen setze. Das finde ich daran schon mal ganz hilfreich. Die Therapeutin sagt mir, es müsse einen Grund geben für meine Ängste. Die Angst erfüllt einen "Zweck", den sie mit mir heraus finden möchte. Keine Ahnung, ich habe einfach keinen Plan, was in meinem Leben schief läuft. Mir kommt ansonsten alles ganz in Ordnung vor. Natürlich läuft nicht alles rund, aber meine Güte, das ist doch bei jedem so? Ich hatte zwei Jahre mal relativ Ruhe vor der Angst, jetzt ist wieder alles wie gehabt.

WARUM?

Es tut auf jeden Fall sehr gut, zu lesen, dass man nicht allein ist.

Liebe Grüße!
Kati

01.11.2008 19:04 • #5


Linus42
Hallo Kati!

Nein, Du bist nicht allein! Es scheint, als haben wir beide DASSELBE Problem. Wie wir allerdings damit fertig werden, weiß ich auch nicht. Im Moment mache ich auch eine Therapie. Und diese tut eigentlich auch sehr gut. Zumindest NACH so einer Stunde, fühle ich mich besser. Okay, die Angst ist ganz schnell wieder da.

Find ich aber schon mal gut, daß Du NICHT gegoogelt hast. LASS ES AUCH BITTE WEITERHIN BLEIBEN! Ich habe bisher IMMER die Erfahrung gemacht, daß googeln nach Krankheiten einfach immer bei todbringenden Krankheiten endet. IMMER!

Wenn ich fragen darf, welche Symptome hast Du denn? Ich finde bei mir IMMER was. Es ist nur noch zum kotzen. Ist es denn bei Dir auch so, daß Du dann UNENTWEGT an "KRANK" denkst, den GANZEN Tag? Schlimm ist nur: Ich merke, wie ich mich mehr und mehr zurückziehe. Gehe kaum noch ins Kino oder aus. Und es reicht der KLEINSTE Auslöser und die Panik ist WIEDER da. Ein Lippenherpes oder ein kleiner Fleck irgendwo auf der Haut sind Auslöser genug.

Und es wird immer schlimmer. Im Winter habe ich noch 2 Wochen Rest-Urlaub. Doch ich habe ANGST, den Urlaub zu buchen. Aus dem ganz einfachen Grund, weil ich mir seit ZWEI Jahren in JEDEM Urlaub den Urlaub KAPUTT-GEGOOGELT habe. Auch an einem noch so schönen Ort, denke ICH an Krankheiten. Und ich schaffe es, mir seit zwei Jahren auf diese Art und Weise jede Reise zu versauen

Ganz schlimme Grübelphasen habe ich am Morgen. Nach dem Aufstehen. Schon mit dem Gedanken: "Mal sehen, was ich jetzt gleich finde!", stehe ich morgens aus dem Bett auf. Was ist das nur für ein Zustand? Ich weiß bald nicht mehr weiter.

Kati, sei gegrüßt....
Linus42

02.11.2008 02:37 • #6


Hallo Linus,

ach ich habe meist ein bestimmtes "Lieblingsthema", ausgelöst durch eine tatsächliche Unregelmäßigkeit/Störung oder etwas, das ich als solches empfinde. Dann kreisen meine Gedanken/Sorgen ausschließlich darum, ob es Krebs ist oder nicht. Ich glaube keinem Arzt so richtig bzw. bin nach einem Arztbesuch nur kurz beruhigt. Schon ein paar Stunden später setzt die Gedankenmühle wieder ein. Was,wenn er sich geirrt hat, wenn der Grund (ein Tumor etc.) ganz woanders im Körper ist, und dieser Arzt es nicht rausfindet...

Jetzt aktuell habe ich seit Monaten Zyklusstörungen... war schon diverse Male beim Frauenarzt,, der immer nur abgewunken hat, nach dem Motto, das ist eben mal so. Aber ich glaube es nicht. Vorher war ja auch alles okay, warum jetzt diese Schwankungen? Dann dieses ständige Kontrollieren... es ist so zermürbend. Schlimm finde ich gerade solche Symptome, die nicht so greifbar sind, bzw. alles was evtl. auch "einfach mal so" durcheinander geraten kann wie der Hormonhaushalt. Zum Beispiel finde ich Zahnarzttermine gar nicht so beängstigend. Da weiß ich eher woran ich bin und muss nicht mit einer schrecklichen Diagnose rechnen (obwohl wer weiß). Überhaupt ist jeder Arztbesuch für mich so etwas endgültiges. Entweder darf ich weiterleben (vorerst). oder es wird der Anfang vom Ende sein in Form der schrecklichen Diagnose oder dem Verdacht auf Krebs. Dann der Horror vor evtl. weiteren Untersuchungen, Tagen/Wochen/Monaten voller Angst... Du merkst, ich steigere mich schon wieder rein, dabei wollte ich versuchen, zu entspannen, wenigstens mal kurz denken "Alles wird gut". Aber ich habe so wenig Vertrauen in die Welt, meinen Körper, die Ärzte... wie kann man dann ruhig bleiben?

Dann wieder ein klarer Gedanke, nämlich dass das eigentliche Problem sicher ganz woanders steckt. Ich wünsche uns, einen Weg aus diesem Teufelskreis der Angst zu finden.

Kannst du sonst mit vertrauten Leuten über deine Ängste sprechen?
So richtig verstehen kann man es wohl nur als Betroffener...

Morgen mehr (auch zum Thema Reisen,Freizeit...), erstmal ganz liebe Grüße!!
K

02.11.2008 20:51 • #7


Linus42
Hallo Kati!

War schön von Dir zu hören. Je mehr ich von Dir gelesen habe, umso mehr habe ich mich wiedererkannt. Auch für mich ist ein Arztbesuch der blanke Horror. Meist ist man NACH so einem Besuch - wenn NICHTS Böses gefunden wurde - für einige Stunden beruhigt. Aber dann, wie Du sagst, setzt sich das Angst-Karrussel wieder in Bewegung. Und ich kann mich dermaßen REINSTEIGERN, das ist die Hölle.

Du schreibst, daß Du weniger Angst vor dem Zahnarzt hast. Selbst beim ZAHNARZT schaffe ICH es, mich völlig verrückt zu machen. Denn, wer weiß, ob er beim Röntgen nicht etwa ein Kiefer-Tumor findet? Ja, so bescheuert bin ich.

Ich darf gar nicht an meine letzte Reise denken. Das ist einfach nur noch traurig.

Du hast gefragt, ob ich Jemanden habe, mit dem ich darüber reden kann. Nee, so richtig nicht. Ich habe aufgehört, ständig meine Eltern damit auch noch verrückt zu machen. Die wurden doch auch schon immer mehr damit belastet.

So so, da kennst Du also auch den KONTROLL-ZWANG! Was ich so treibe, ist einfach der reine Wahnsinn. Der allerkleinste Auslöser, die kleinste "Unstimmigkeit" am Körper lege ich als KREBS oder sonst eine todbringende Krankheit aus. Und dann steigere ich mich SOOOOO SEHR rein, daß ich mich fast übergeben muß.

Gehirntumor, Darmkrebs, Lungenkrebs, ich habe alles schon durch. Und dann die ÜBERZEUGUNG: "Da ist eine Krankheit im Körper, fragt sich nur noch, wann sie ausbricht!" Heute war ich auf dem Flohmarkt, um mich ein bischen abzulenken. NEE, geht nicht! Die ANGST geht mit. Der Gedanke KREBS geht mit. Mir dreht sich von dieser Dauer-Grübelei praktisch 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche, der Magen um.

Es ist kaum noch auszuhalten. Hier im Forum finde ich ein bischen Trost, weil man seine Sorgen in die Tasten des Computers hauen kann und einem liebe Menschen antworten. Aaaaber, ist DAS die Lösung? Mit der ANGST am Computer sitzen und einfach was in so einen dämlichen Computer zu hacken? Ist doch eigentlich traurig, oder?

Viele Grüße
Linus

P.S.: Und was meinen nächsten Urlaub angeht. Wozu verreisen? Um mich DORT dann verrückt zu machen? Ich könnte Dir Geschichten erzählen....

03.11.2008 00:34 • #8


@ Linus: Hi du! Wie gehts dir heute? Hatte ein hartes Wochenende, nicht nur wegen der Angst... Alles könnte so schön sein, aber heute verspüre ich wieder ein "Ziepen" woanders (also an einer neuen Stelle) und die Mühle dreht sich weiter, verdammt...

@ Kati: Hi du auch! Ich habe deinen Bericht von deinen Zyklusstörungen gelesen. Willkommen im Club! Bei mir wurde es mit den Ängsten eigentlich so extrem, seit ich einen komischen, unregelmäßigen Zyklus habe. Wurde deswegen im Januar komplett durchgecheckt, ohne Befund. Im April hatte ich dann einen normalen Check, aber schon intensiver mit allen möglichen Blutwerten - alles normal. und dennoch: Der fade Beigeschmack bleibt. Warum ist die Periode so komisch, wo doch früher alles regelmäßig und normal war? Seit dieser Untersuchung zweifle ich, horche nur noch in mich hinein, erinnere mich an "Geschichten" von Frauen mit Unterleibskrebs usw... Zuerst hatte ich ein Ziehen links. Deshalb war ich auch Anfang Juli nochmal beim Doc, aber der fand nix. Weil er aber so schnell gekuckt hat, war mir das keine BEruhigung. Danach bekam ich eine Art "Seitenstechen" rechts. Ich drückte dann auch immer in die Seite rein, bis es auch wehtun musste. Habs meiner Frauenärztin berichtet, und sie meinte nur: "Keine Sorge, da KANN nichts sein, was schmerzt!" Naja, das beruhigte mich wenigstens kurzfristig. Dann kam das Stechen aber immer wieder, grausam. Jetzt hatte ich einen Hexenschuss plus Grippe - seitdem ist dieses Stechen vorbei! Kaum zu glauben, aber ich spüre NICHTS mehr. Dafür tut mir wieder die linke Leiste weh. Ein ganz neuer, ungewohnter Schmerz und alle Alarmglocken läuten... *seufz* Es muss ja der Eierstock sein, was sonst. *augen verdreh*
Also, was ich sagen will: Ich kann dir nachfühlen... Ich hoffe, wir packen das irgendwie.

Euch beiden eine schöne Woche.
Wonnie

03.11.2008 16:31 • #9


Linus42
Hallo Wonnie!

Ich hatte mir schon Sorgen um Dich gemacht, weil ich tagelang nichts mehr von Dir gehört habe. Siehste, so denke ich an Dich! Wir kennen uns überhaupt nicht - und trotzdem macht man sich Gedanken. Ist doch ein Zeichen dafür, daß wir nicht alleine sind!

Da verspürst Du nun ein "Ziepen"? Und die Spirale dreht sich wieder. Sag mal, finden wir BEIDE eigentlich JEDEN Tag was Neues? Du hast gefragt, wie es mir geht. Na ja, Angstattacken noch und nöcher wegen irgendeinem Dreck. Nur im Moment, gerade in DIESEM Augenblick, verspüre ich nur noch WUT! Weißte, mir REICHT der MIST jetzt langsam. Diese verdammte REINSTEIGEREI geht mir sowas von auf den Sack. Es reicht.

UND TROTZDEM: Ich denke IMMER weiter an Krankheiten. Ich komme davon nicht los. Wenn ich wenigstens davon loskommen könnte oder mir klipp und klar sagen würde: "DA IST NICHTS! ICH BIN GESUND!" Nee, da sind ja die "Symptome"! Und die MÜSSEN ja was bedeuten. Nachdem Du letztens von Deinem Doppel-Herpes geschrieben hast, habe ich wieder angefangen, meine Lippen DAUERzukontrollieren. Und von dieser Kontrolliererei und Fummelei fangen die natürlich nun an zu jucken. Ein neues Zeichen für ein gerade entstehender Herpes? Wirklich Wonnie, es ist langsam aber sicher genug! Boah, ich bin soooo sauer

Diese ganze Spinnerei - oder ist es gar keine Spinnerei von uns - geht bei mir seit 1 Jahr so, das weißt Du. Aber ganz EXTREM geht das erst seit gut 3 Monaten so. Es vergeht ja KEINE Minute mehr ohne Angst.

Wenn ich morgens kurz wach werde, und wenn es gegen 6 Uhr ist - ist AUS mit weiterschlafen. Dann bin ich WACH und dann ist AUS mit Schlafen. Schon dreht sich das Karussel wieder. UNMÖGLICH! Und natürlich die Grübelei. "Da is was. Nee, da ist nix. Doch da MUSS was sein. Quatsch, da kann nichts sein! Doch, es muss!"

Jetzt wieder diese Lippen-Kontrollierei, die Kontrolliererei der Haut. Ich habe schon so rumgedrückt und rumgemacht, daß alles rot ist und mir weh tut. Oder kommt dieses rote oder wehtun etwa doch nicht von der Fummelei?

Nee Wonnie, ich höre hier dann mal auf und wünsche allen Anderen, die das hier lesen einen angstfreien Tag. Bloß WIE? Bei mir geht das Gegrübel gleich weiter....

Linus42

04.11.2008 00:40 • #10


Hey Linus!

Ich wette, im richtigen Leben könnten wir uns prima verstehen! *lach*

Hör auf mit der Rumdrückerei - aus Erfahrung kann ich dir sagen, dass man für alle Rötungen und Schmerzen selbst verantwortlich ist. Und Herpes ist an sich nichts schlimmes. Ich hab den, seit ich denken kann - warum also soll er grade was Schlimmes bedeuten? Nee, heute macht mir das Ziehen in der Leiste Sorgen. Kann ja nur Eierstockkrebs bedeuten. *ironie off*

Diese Wut im Bauch kenne ich. Ich bin auch oft soooo sauer und ärgere mich über diese energieraubenden Gedanken, die es mir so schwer machen. Wie gesagt: Wenn was ist, kann man's eh nicht mehr ändern. Aber vorher KÖNNTE man ja einfach sein Leben genießen. *seufz*

Lass uns doch einfach einen Vertrag machen. Mal ein Tag ohne Angstgedanken! Sobald wieder ein "Symptom" auftritt, denken wir an uns und lachen, weil wir so bescheuert sind. Naja, wer weiß, vielleicht könnte so eine Abmachung ja sogar helfen. *gg*

Ich wünsch dir was!

Wonnie

04.11.2008 11:21 • #11


Hi Linus,

Zitat von Linus42:
Jetzt wieder diese Lippen-Kontrollierei, die Kontrolliererei der Haut. Ich habe schon so rumgedrückt und rumgemacht, daß alles rot ist und mir weh tut. Oder kommt dieses rote oder wehtun etwa doch nicht von der Fummelei?


mit der Drückerei würde ich aufhören. Ich habe mal länger fest in der Magengrube rumgedrückt weil da ein "Knubbel" zu tasten war. Ein paar Tage später war ich zum Check beim Internisten. Meine Lipase und Amylase Werte waren durch die Manipulation extrem hoch und ich bin gerade noch ein einer Einweisung wegen Bauchspeicheldrüsenentzündung vorbeigekommen.

Glücklicherweise haben sich die Werte bei einer Nachkontrolle wieder normalisiert. Für mich war das ein heilsamer Schock.

04.11.2008 13:44 • #12


Linus42
Hallo Wonnie und Kalla!

Heute geht's mir einfach nur noch mies. Ich sitze gerade zitternd am Computer und bin einfach mit den Nerven runter. Hatte heute morgen ein Erlebnis, das mich wieder um Monate zurückwarf.

Ich hatte doch davon erzählt, daß meine tierische Angst und Panik vor einem Jahr begann, als ich Blut beim Ausspucken bemerkte. Dieses kam, laut HNO-Arzt von der Nase. Man röntge damals meine Lunge (aber nicht deswegen, sondern wegen was anderem), man nahm mir Blut ab - alles Okay. Auch im Hals, Kehlkopfbereich alles Okay.

Ich bekam eine Nasensalbe und seit gut 5 Monaten hatte ich Ruhe. Nichts mehr mit Blutspuren beim Ausspucken. Heute morgen saß ich dann im Auto und hatte ein "dummes" Gefühl, Ausspucken zu müssen. Ich spucke auf ein weißes Blatt Papier - und was war? BLUTSPUREN! Ich bin bald ohnmächtig geworden und mußte erstmal rechts ranfahren. Ich dachte, jetzt ist alles aus. Das war's. Ich war so panisch, daß ich echt fast ausflippte. Ich mußte wirklich erstmal am Straßenrand stehen bleiben. Den ganzen Tag lang, habe ich mich verrückt gemacht.

Erst Zuhause kam ich auf die Idee, an die NASE zu denken und mal KRÄFTIG die Nase durchzupusten. Und JAU - der "Rotz" war rot! Das Blut kam wohl wieder mal "nur" aus der Nase. Und OBWOHL ich nun weiß, woher das heute morgen beim Spucken kam, BIN ICH NUN WIEDER AUS DER BAHN GEWORFEN! Ich habe so eine Angst, ich könnte fast heulen. Ich bin nur noch fertig. Und ich kann doch nicht wieder zum Arzt rennen. Mein Hausarzt, HNO-Ärztin, alle sagen ALLES OKAY. Es kommt von der trockenen Nase im Inneren. Das sei nun mal bei mir so.

Gerade SOWAS hat mir noch gefehlt. Zu den ANDEREN sogenannten "Symptomen" nun DAS auch noch. Ich muß auch zugeben, daß ich aus lauter Verzweiflung gerade dann noch GEGOOGELT habe. NUN IST ES GANZ AUS! Demnach leide ich an einer, ach was weiß ich für eine Bluter-Krankheit, die tödlich endet. Noch nie von gehört.

Und ich habe mich gerade gestern noch gefreut und mir gesagt: "Schön, daß es schon über 5 Monate nicht mehr geblutet hat!" HEUTE morgen dann habe ich dafür wieder VOLL EINES IN DIE FRESSE bekommen, mit den Blutspuren beim Spucken. Dabei erklärte mir die Ärztin noch, daß Nase und Rachen zusammenhängen und daß durchaus der "Rotz" in den Hals laufen kann. Das Ganze hat natürlich meinen Kontrollzwang noch WEITER VERSTÄRKT!!

Aber DAS hat mich wieder umgeworfen. Am Freitag habe ich wieder meine Stunde beim Psycho-Therapeuten. So geht das nicht mehr weiter. Es ist schon weit nach Mitternacht. Ich werde heute kein Auge zumachen. Und mir war schon lange nicht mehr so, daß ich fast heulen könnte. Ich könnte wirklich aus vollen Rohren weinen.

Und den einzigen Trost, den ich habe - die einzige Möglichkeit, meinen inneren Angst-Druck loszuwerden, ist diese Tipperei hier am Computer in diesem Forum.

Was habe ich nur getan, daß ich so leben muß?

Linus 42

06.11.2008 01:43 • #13


Hallo Linus42,

das mit dem Blut morgens im Speichel habe ich auch hin und wieder. Manche Menschen saugen Nachts bei geschlossenem Mund und wenn man zu Zahnfleischbluten neigt, kann es sein, dass sich über Nacht etwas Blut im Rachen ansammelt. Es gibt also mehrere harmlose Möglichkeiten.

Grüße,
Kalla

06.11.2008 11:10 • #14


Ach Linus, du hörst dich verdammt schlecht an. *seufz*

Ich bin mir sicher, dass du rein gar nichts hast. Mein Vater ist auch ein Typ "trockene Nasenschleimhaut" (oder so) und der hat immer wieder mal blutiges Sekret, sowohl in Nase als auch im Mund. Grade diese Schleimhäute im Mundbereich sind ja sowas von empfindlich... Beruhige dich, du hast NICHTS!! (Außer diese doofe Angst!)

Aber ich weiß, wie es ist - man fühlt sich der Ohnmacht nahe. So eine Situation hatte ich auch schon mal, wegen diverser "Frauenleiden". Ich hatte grade so einen dumpfen Punkt überwunden damals, fühlte mich grade einigermaßen "gut" und prompt trat das Problem wieder auf, noch heftiger als zuvor. Ich sehe mich jetzt noch auf der Badewanne hocken und heulen. Also ich weiß, WIE du dich gefühlt hast.

Bitte bleib ruhig (auch wenn's leichter gesagt als getan ist) und denke positiv. Du hast nichts!! Und lass doch dieses doofe, sinnlose Googeln endlich sein. *schimpf*

Kannst dich auch gerne mal per PN melden, wenn du willst.

Kopf hoch!!

Wonnie

06.11.2008 15:19 • #15


Hallo Linus,

entschuldige, ich wollte schon längst was schreiben, habe aber einfach keinen ruhigen Moment gefunden. Vorgestern war ich mal wieder beim Arzt zum durchchecken, zum Glück ein guter Arzt, der mein wahres Problem erkannt hat und nicht nur die Kasse klingeln sieht. Tja, aber es ist jedes mal ein Horror: Blutabnahme, dann auf's Ergebnis warten, am nächsten Tag anrufen. Als wenn von einer "falsche" Äußerung des Arztes mein ganzes Leben abhängt. Es geht mir wie dir, irgendwann bin ich nur noch wütend und enttäuscht. Anscheinend ist der Verstand einfach komplett abgestellt und die Angst hat die Macht.

Wenn so ein Arztbesuch ansteht mag ich auch gar nichts mehr planen, keine Freunde treffen, eigentlich auch nichts einkaufen... als wenn es kein Morgen mehr gibt, aus Angst ich könnte zu "übermütig" werden, mich zu früh freuen und dann bestraft werden.

Als könnte man so das Schicksal oder nennen wir es den Zufall kontrollieren. Genau dort liegt das Problem. Wie bei jeder Sucht, kann man es einfach nicht lassen.

Ich finde übrigens den Artikel zu Krakheitsängsten hier auf der Seite sehr gut. Das häng ich mir glaub ich mal übers Bett )

Kleiner Hoffnungsschimmer: Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass es einen Wegen gibt, dass wir es schaffen können. Im Moment ist jeder Tag anstrengend, aber manchmal passieren doch kleine Veränderungen, noch nicht spürbar, aber es geht in die richtige Richtung.

LG, Kati

Darf man hier im Forum eigentlich eine Buchempfehlung nennen?

06.11.2008 17:17 • #16


Hallo Wonnie,

du hast sehr gut ein Gefühl beschreiben. Diese Ohnmacht, wenn man wieder etwas entdeckt, wenn man gerade gedacht hat, es geht wieder ganz gut, und zack, wieder ereilt es einen, und dann noch schlimmer als vorher. Ich versuche , da keinen Zusammenhang zu sehen, dennoch bestätigt es mein Gefühl, das ich mir lieber nicht/nie zu sicher sein sollte. ich MUSS Angst haben. Sonst verliere ich völlig die Kontrolle.

Mein komisches Zyklus-Problem ist natürlich auch noch da, so etwas ist ja auch nicht von heute auf morgen wieder weg. Und höchstwahrscheinlich macht diese Dauer-Angst nicht gerade alles besser... grrrr.


Liebe Grüße!
Kati

06.11.2008 17:24 • #17

Sponsor-Mitgliedschaft

Linus42
Hallo Wonnie und Co.!

Ihr seid echt lieb. Ich finde es sehr gut, wie Ihr versucht, einem zu helfen. Wir haben doch alle die gleichen Probleme. Und besonders an Wonnie DANKE für das Angebot, Dir auch eine PN schreiben zu dürfen. Ich werde bestimmt darauf zurückkommen.

Und Kati, Du kennst auch dieses Gefühl, wenn man plötzlich mal wieder etwas "Neues" entdeckt? Obwohl man gedacht hat, daß es gerade wieder mal ein bischen aufwärts geht? Dieses verdammte Ohnmachts-Gefühl? Diese Panik in den Knochen? Dieses Gefühl, als brechen einem die Beine weg vor Angst, wenn man gerade wieder was "Neues" entdeckt hat? Das hatte ich, als ich am Mittwoch plötzlich wieder Blut beim Ausspucken hatte. Ich hatte das im Auto bemerkt und spuckte auf ein weißes Blatt Papier, was neben mir lag. Ich mußte erstmal rechts ranfahren vor totaler Panik und dachte, die Welt bricht zusammen. Obwohl ich dringend zur Arbeit mußte, stand ich da erstmal 5 Minuten auf dem Standstreifen, der Ohnmacht nahe. Sag mal, wie traurig ist das eigentlich? Kam mal wieder von der Nase (zu trockene Nasenschleimhaut oder so) - kenne ich ja nun seit Monaten!

Und dann STÄNDIG diese "neuen Symptome". Mal ist es ein Lippenbläschen, mal ein Knötchen, das man angeblich fühlt. Dann ein Ziehen hinterm linken Auge (Krebs?), mal ein roter Fleck auf der Haut, dann dieses Kloßgefühl im Hals (Kehlkopfkrebs?). Dann der Juckreiz auf der Haut..... es ist nur noch die HÖLLE.

Ich ziehe mich auch immer mehr und mehr zurück. Ich lebe auch seit vielen Jahren alleine - das heißt - noch mehr Zeit zum Grübeln. Auf einen schönen Urlaub habe ich auch keinen Nerv mehr. Wozu noch? Obwohl, ich könnte EUCH ja "mitnehmen". Denn mein Laptop habe ich immer dabei und wenn es ganz schlimm wird, dann kann ich Euch schreiben, hier in diesem Forum. Das wäre vielleicht eine Urlaubs-Lösung, wenn ich 14 Flugstunden von Euch weg bin (USA).

Ach so, ich hab da mal noch ne Frage. Vielleicht kennt Ihr das: Kann es sein, daß man JAHRELANG ein Medikament nimmt, NIEMALS Nebenwirkungen hatte (die im Beipack-Zettel beschrieben sind). Und auf EINMAL man DOCH Nebenwirkungen spürt? Nachdem es JAHRE ohne Nebenwirkungen ging? Gibt es sowas? Ich meine, man wird ja auch älter und der Körper verändert sich....

Oh jeh, jetzt habe ich Euch sooo heftig zugejammert. Aber, Ihr KÖNNT und SOLLT mich natürlich auch mit EUREN Sorgen und Problemen zujammern. Dafür sind wir doch alle hier. Um zu HELFEN, AUFZUMUNTERN und TROST zu spenden. Wonnie, wie geht es DIR? Was macht Dein Ziehen in der Leiste?

Seid alle fest gedrückt...
Linus42

08.11.2008 02:09 • #18


Guten Morgen, Linus und Kati und alle andere Leser hier!

mir geht es so lala, aber insgesamt doch besser, denke ich. Bei der Untersuchung wurde ja nix festgestellt und nun denke ich, dass es vielleicht wirklich nur Blähungen waren. Naja, wie auch immer, ich will einfach positiv denken. *g*

Das mit den Nebenwirkungen: Nun, prinzipiell kann ich mir alles vorstellen. Ich hatte mein Leben lang nie Zyklusprobleme (nur mal als Beispiel) und seit einem Jahr etwa geht da alles nur noch drunter und drüber. Also Theorie 1: Natürlich verändern sich Körper und Organismus, ist doch logisch - und bestimmt kann es auch sein, dass du halt jetzt deshalb auf eine Sache reagierst, die dich vorher nicht weiter gestört hat. Und eine zweite Theorie: Was meinst du mit "früher"? Wie lange nimmst du diese Medis schon? Manchmal ist es ja so, dass Nebenwirkungen zum Beispiel am Anfang auftreten und dann verschwinden bzw. auch umgekehrt erst nach längerer Einnahme auftreten können (mein Mann nimmt ein starkes Rheumamittel und muss auch jetzt nach Jahren der Einnahme immer zum Check, ob das MIttel nicht irgendwas unschönes anrichtet im Körper). Wenn du das Mittel also vielleicht grade so lange nimmst, dass du es jetzt erst richtig "im Körper drin" hast, kann es auch sein, dass du erst jetzt was merkst.
Und die dritte Theorie, die ich fast für die Wahrscheinlichste halte: Du hattest früher keine Angst, hast den Körper weniger beobachtet und deshalb vielleicht das eine oder andere Ziepen nicht wahrgenommen. Hey, ich hab früher noch nicht mal einen Beipackzettel in die Hand genommen, sondern einfach drauf vertraut, dass es schon richtig sein wird, wenn der Arzt das sagt. Tja, und nun lasse ich mich doch tatsächlich dazu verleitet, immer wieder mal reinzuspitzen und diese bösen Sachen da zu lesen, und prompt tritt auch das eine oder andere Symptom wieder auf. Hast du dir die Videos jetzt schon mal angesehen, die zur Krankheitsangst? Da wird das gut verdeutlicht, also wie leicht sich der Körper Schmerzen oder Beschwerden "machen" kann.

Linus, du scheinst ja ein Geschäftsmann zu sein und bist vielleicht ja sehr "rationalistisch" eingestellt (noch dazu bist du ja auch ein Mann Also manchmal muss man ein paar Umwege gehen oder das wegsame Gelände verlassen, um das Ziel zu erreichen. Kann ich dir ja mal per PN schreiben.

Kati, wie alt bist du denn, wenn ich fragen darf? Diese Zyklusgeschichte setzt mir auch total zu, kann ich dir versichern. Aber es ist wohl echt "altersbedingt". Ich bin jetzt 33 und wenn ich zurückblicke, dann fingen exakt mit 30 die Wehwehchen bei mir an. *hmpf* Wir Angstpatienten nehmen eine Veränderung dann halt gleich doppelt wahr. Und wo andere einfach hinnehmen, fangen wir an zu grübeln und zu denken und sind verunsichert. Ich hatte mal ein Gespräch mit meiner Freundin und habe ihr ein bisschen die OHren vollgejammert. Sie meinte dann: "Was machst du dir für Gedanken? Wenn meine Periode kommt, ganz egal, wann das ist, dann nehme ich halt die Einlagen, o.b.s etc., die ich brauche und fertig. Und wenn ich mal mehr brauche, dann ist das eben so." Tja, so einfach ist das für manche Menschen. Ich wünsche mir sehr oft, dass das bei mir auch mal irgendwann so läuft.

Sodele, ich habe nur noch zwei Tage Ferien und muss noch korrigieren, ehe am Montag der Schulalltag wieder losgeht. Auch nicht schlecht, da hat man keine Zeit zum Grübeln. Zumindest nicht so viel!

Ich wünsche euch ein schönes Wochenende!

Wonnie

08.11.2008 11:20 • #19


Linus42
Hallo Wonnie!

Mensch, Du hast es ja gut! Du warst beim Arzt und der sagt Dir, daß Du OKAY bist! Freu Dich des Lebens - das ist doch einfach nur super!! Oder - suchst Du Dir nun was "Neues"? Wovor hast Du denn nun noch Angst? Es ist doch alles Okay, sagt Dein Doc.

Du hast mich gefragt, ob ich Bücher lese, die einem helfen können. Das ist vielleicht ein guter Tipp. Aber, ich rede mir ja schon VOR dem Lesen ein: Was soll das? Davon gehen doch die Symptome nicht weg. Gestern habe ich mal wieder meine Lippen unter Kontrolle gehabt. Nach dem Motto: Kommt da was? Fühle ich da was? Sehe ich da was? Ich habe so sehr daran rumgedrückt, daß alles rot und blau war. Zudem auch noch an der Stelle rumgedrückt, die gerade vom Herpes geheilt war. Also noch ganz frisch die Haut. Jetzt ist alles rot und blau. Auch Innen an der Lippe. Weil ich noch fleißig daran rumgesaugt habe...

Sag mal, kennst Du das, wenn man in Panik, Angst oder im psychischen Dauerstress ist, daß die Haut anfängt zu jucken? Kennt das hier jemand?Ich meine jetzt nicht stark oder so. Aber mal hier ein wenig, mal dort? Ich habe mal gelesen, daß das sein kann. NATÜÜÜRLICH mache ich mir nun auch noch DARÜBER einen Kopp.

Ach so, Du hattest ein Video angesprochen, das zeigt, daß man sich Symptome einreden kann, die dann auch WIRKLICH auftreten. Sagst Du mir bitte den Link dazu nochmal? Ich habe VIELE Videos gesehen, aber nicht das, das Du meintest.

Ansonsten mache ich mich wie jeden Tag total bekloppt. Nur das GOOGLEN lasse ich nun ein für allemal sein. Mensch Wonnie, sei froh, daß Du beim Arzt warst und der sagte, daß alles Okay ist. ICH bin der Typ, der eben NICHT zum Arzt geht. Selbst wenn ich nur ein Rezept abholen muß, DREHE ICH DURCH VOR ANGST in der Praxis. Jetzt wieder dieses Jucken.....verdammt.

Du hattest gefragt, ob Du mir eine PN schreiben kannst. Na logisch.

Ach so, ich hatte doch gesagt, daß ich Schiss habe, einen Urlaub zu buchen. Aber: Ich fliege doch keine 12 Stunden, um mich dann im Urlaub auch noch doof zu machen. So wie im Sommer. Ich HABE nun gebucht. Leider! Ich bereue es schon wieder und denke schon wieder nach, den Flug zu stornieren.

Ich wünsche Dir, Wonnie - und allen Lesern einen halbwegs angstfreien Sonntag.
Linus42
Mist, ich will wieder der Strahlemann von früher sein...

09.11.2008 16:49 • #20



x 4


Pfeil rechts


Auch interessant

Hits

Antworten

Letzter Beitrag


Prof. Dr. Heuser-Collier