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Angstgehweg
Hallo Forumsgemeinde,

Ich bin männlich, 27 und leide seit nunmehr knapp 1 Jahr unter einer Herzphobie bzw. habe Angst vor tödlichen Krankheiten...
Bei mir lag das offensichtlich daran, da mein Vater vor ziemlich genau 1 Jahr unerwartet an einem Herzinfarkt verstorben ist.
Seitdem hatte ich einen Ärztemarathon und alles was dazu gehört. (alles ohne Befund bzw. Roemheld-Syndrom)
Jetzt kommt in 3 Tagen der erste Sterbetag und zu Weihnachten war es natürlich auch alles andere als ein typisches & schönes Familienfest.
Natürlich kamen deshalb die letzten Tage auch wieder verstärkt Probleme auf mich zu.
Ich bemühe mich trotzdem stets auf nichts zu verzichten und habe meine Panikattacken meist ganz gut im Griff. Auch halte ich mich an alles was ich so in Therapien, etc. gelernt habe. Ich hab dieses Jahr mehr Sport gemacht, als die anderen 26 Jahre zusammen. Auch gibt es ab und an ganz gute Tage/Wochen, aber im Grunde beschäftigt mich das jeden Tag.

Jedoch war heute wieder einmal ein solch großer Unsicherheitsfaktor. Am Tag war ich eine kleine Runde laufen, dort bekam ich recht starke Schmerzen in der Brust bzw. unter dem linken Rippenbogen. (war aufgrund des Winters schon etwas länger nicht mehr, deshalb war es mir vermutlich auch etwas zu anstrengend) Hab mir aber auch nicht zuviel gedacht und die Schmerzen vergingen auch wieder recht gut.
Ich bin dann am Abend zu einem Fest gegangen, hab mir eigentlich nichts dabei gedacht. Ganz im Gegenteil, ich war komplett ruhig eigentlich.
Dann fing mal wieder alles an. Ich bekam Schmerzen in der Brust und wieder mal einen Schwächeanfall.
Nur der war heute ganz extrem....ich bekam nur ganz schwer Luft, mir wurde auch wieder extrem schwindelig und ich hatte keine Kraft. Dadurch bin ich dann nach Hause, weil einfach alles so anstrengend war.

Nun zu meiner eigentlichen Frage:
Mir ist klar das man sowas durchstehen soll und da bemühe ich mich auch stets, dass ich sie durchstehe. Aber die Symptome sind manchmal (bzw. waren heute) einfach so extrem, dass es einfach nicht geht. Dann fängt das Nachdenken wieder von vorne an. Wie kann ich nichts haben und dann hab ich solch extreme Schwächeanfälle, Atemnot, Schwindel, Schmerzen, inneres Beben bzw. Zittern, etc.? Wie soll ich noch erkennen, ob ein Rettungswagen notwendig ist oder nicht, wenn ich mich oft nicht mal wirklich auf den Beinen halten kann? Wie soll ich mich ablenken bzw. das nicht überbewerten, wenn ich solche starken Symptome habe?

Hat von Euch auch wer solche wirklich extremen Schwächeanfälle? Soll ich trotzdem mal wieder zum Arzt gehen? Wie soll es jemals wieder normal werden? Muss ich ewig damit leben? Ich weiß einfach nicht mehr weiter!

liebe Grüße

28.12.2015 00:30 • 08.08.2017 #1


36 Antworten ↓


Hotin
Hallo Angstgehweg,

Zitat:
Mir ist klar das man sowas durchstehen soll und da bemühe ich mich auch stets, dass ich sie durchstehe.

Zitat:
Aber die Symptome sind manchmal (bzw. waren heute) einfach so extrem, dass es einfach nicht geht.
Dann fängt das Nachdenken wieder von vorne an.


Worüber denkst Du denn immer nach? Was psychosomatische Beschwerden sind, hast Du bestimmt schon
mal gehört, oder nicht?
Was ist denn mit Deinem Kopf? Fühlst Du Dich so richtig ausgeglichen und zufrieden?
Kannst Du gut Entscheidungen für Dich treffen? Hast Du eine sinnvollen Planung für Dich für die nächsten Jahre?

Viele Grüße

Hotin

28.12.2015 10:59 • x 1 #2



Symptome sehr stark Hilfe

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Angstgehweg
Zitat von Hotin:
Hallo Angstgehweg,

Zitat:
Mir ist klar das man sowas durchstehen soll und da bemühe ich mich auch stets, dass ich sie durchstehe.

Zitat:
Aber die Symptome sind manchmal (bzw. waren heute) einfach so extrem, dass es einfach nicht geht.
Dann fängt das Nachdenken wieder von vorne an.


Worüber denkst Du denn immer nach? Was psychosomatische Beschwerden sind, hast Du bestimmt schon
mal gehört, oder nicht?
Was ist denn mit Deinem Kopf? Fühlst Du Dich so richtig ausgeglichen und zufrieden?
Kannst Du gut Entscheidungen für Dich treffen? Hast Du eine sinnvollen Planung für Dich für die nächsten Jahre?

Viele Grüße

Hotin


Hallo Hotin,

Vielen Dank für Deine Antwort!

Worüber ich nachdenke weiß ich eigentlich selbst nicht so genau. Meistens ist es einfach ein "Mir fehlt nichts und es geht vorüber" oder "Einfach durchhalten", aber die Symptome sind zur Zeit wieder so stark. Auch heute hab ich zwar, wie meist, gut geschlafen, aber ich wache schon wieder mit Herzklopfen auf und es ist ein Gefühl da, dass irgendwas nicht stimmt / komisch ist.
Psychosomatische Beschwerden ist mir ein Begriff ja, es wurde über das Jahr auch immer besser, nur zur Zeit hab ich solche starke Beschwerden, da befürchte ich schon wieder das alles wieder von vorne los geht!
Im Normalfall fühle ich mich schon relativ ausgeglichen und zufrieden, seit der letzten Woche (wo du Symptome wieder sehr stark waren) fühl ich mich traurig und total ausgelaugt. (Ich weiß, dass das nicht gut ist, aber ich kann einfach nicht anders) Ich will einfach nicht mehr Tag für Tag leiden müssen. Immer wieder kämpfe ich mich unglaublich mühsam zurück und dann kommt wieder ein Rückschlag, bei dem es scheint, als ob alle Anstrengungen umsonst waren.

Dazu kommt, dass ich einfach nur sehr schwer herausfinde was ich tun muss, um wieder in die Spur zu finden. (was zumindest wohl etwas auf die Frage eingeht, ob ich gute Entscheidungen treffen kann) Sind es zur Zeit einfach die Tage rund um den Sterbetag, welche ich einfach durchstehen muss? Habe ich Rückenbeschwerden und muss zu meinem Physio (und widerum viel Geld in die Hand nehmen), weil ich die selbst nicht mehr weg bringe? (habe das Gefühl, dass ich mich beim letzten Krafttraining etwas den Rücken überanstrengt habe) Soll/kann ich bis zum 13.1. warten, den da habe ich meinen nächsten Psychotherapie Termin oder wird jeder Tag bis dahin die Hölle auf Erden? Soll ich vl doch mal wieder zum Arzt, um mir zumindest kurzfristig das Gefühl abzuholen, dass es nichts schlimmes ist? Ich weiß einfach nicht weiter.

Die Planungen für das nächste Jahr ist einfach gesund werden. Das hat Priorität 1 für mich.
Ich habe aber auch noch ein Studium zu absolvieren (bin gerade im letzten Semester des Masters) und eine Arbeit (nur 16h die Woche). Dazu kommt natürlich das ich zu Hause einiges erledigen muss, dass mich früher nicht betroffen hat. Habe da aber einen Bruder, eine Mama und viele Freunde die mich wirklich unterstützen. Ich fühle mich diesbezüglich aber nicht überfordert oder gestresst. Unter der Woche habe ich sehr viel frei und im Studium ist im Endeffekt nur die Masterarbeit zu schreiben. Der Rest des Arbeitsaufwandes ist sehr überschaubar.
Dazu kommt, dass die Symptome dann wieder gekommen sind, als ich bereits frei hatte.

Ich weiß eigentlich gar nicht so recht was ich fragen soll! Vl möchte ich mir einfach auch nur was von der Seele schreiben!

28.12.2015 12:52 • #3


Icefalki
Hallo, deine Symptome kommen, wenn du frei hast. Das sagt schon alles. Echte körperliche Probleme richten sich nicht nach frei oder Beschäftigung.

Evtl. hast du Angst vor der Zukunft..was kommt nach der Masterarbeit, wie geht es jobmässig weiter? Sterbetage erinnern auch wieder.

So ganz ohne Stress sieht das bei dir nicht aus. Überlege mal dein Empfinden. Die Angst, etwas evtl. zu haben, bedeutet ohne Vertrauen in sich zu leben.

Und ohne Vertrauen hat man logischerweise Angst.

28.12.2015 13:33 • x 1 #4


Hallo,


ich kann das gut nachvollziehen.
Solche extremen Schwächeanfälle habe ich immer so 1x im Monat, dann aber so dass ich komplett durchdrehe und ohne Krankenwagen oder Krankenhaus etc gar nicht mehr runter komme.
Manchmal merke ich schon Tage davor dass ich unter hohem emotionalem Druck stehe, das lass ich dann bei meiner Therapeutin raus und dann geht es Auch etwas besser.

Ich denke, Feinfühligkeit was das ganze angeht kann helfen. Sport ist schobmal ne gute Sache. Hast du noch andere "Rituale" die du machen kannst wenn du merkst, es wird wieder alles zu viel?
Eventuell meditation oder so. Hilft mir manchmal.

LG

28.12.2015 13:44 • x 1 #5


Angstgehweg
Zitat von Icefalki:
Hallo, deine Symptome kommen, wenn du frei hast. Das sagt schon alles. Echte körperliche Probleme richten sich nicht nach frei oder Beschäftigung.

Evtl. hast du Angst vor der Zukunft..was kommt nach der Masterarbeit, wie geht es jobmässig weiter? Sterbetage erinnern auch wieder.

So ganz ohne Stress sieht das bei dir nicht aus. Überlege mal dein Empfinden. Die Angst, etwas evtl. zu haben, bedeutet ohne Vertrauen in sich zu leben.

Und ohne Vertrauen hat man logischerweise Angst.


Hallo Icefalki,

Danke für Deine Antwort!

Da hab ich mich eventuell falsch ausgedrückt. Es ist nicht so, dass die Symptome ausschließlich dann kommen, wenn ich frei habe. Aber ich habe schon das Gefühl, dass ich, wenn ich frei habe, mehr Zeit zum Nachdenken darüber habe.

Ich glaube aber nicht, dass ich Angst vor der Zukunft habe. Ich steh im Job & im Studium auf festem Boden und hab eigentlich einen recht gute Plan diesbezüglich.

Aber das mit dem Vertrauen wird wohl stimmen. Ich denke mir so oft... "hat ein Arzt vl doch etwas übersehen", "wie kann ich nur solch starke Symptome ohne Krankheit haben"
aber es ist so gesehen generell unlogisch, dass ich an etwas schwer erkrankt bin. Den es schmerzt & zwickt die eine Woche da und die nächste dann wieder wo anders.
Aber irgendwann sollte das doch auch wieder vorbei gehen können!

28.12.2015 13:53 • #6


Icefalki
Schau, ich verstehe bei übertriebenen Ängste oder Befürchtungen immer ein Ungleichgewicht in uns selbst.

Irgendetwas veranlasst uns ja, diese Unsicherheiten empfinden zu müssen.

Kein normaler (hihi) Mensch kommt auf die Gedanken, dass ein Druck in der Brust gleich ein Herzanfall sein könnte.

Meine Kollegin hatte einen Herzinfarkt, noch relativ jung. Hatte komische Beschwerden, die aber immer massiver wurden. Zur Beruhigung hat sie erst mal eine geraucht. Kein Gedanke, dass da was schlimmeres sein könnte, aber trotzdem ins KKH gefahren, weil es massiver wurde. Es ging auch alles gut aus.

Jetzt braucht sie AD, weil anschließend erst der Schock darüber gekommen ist, was hätte tatsächlich passieren können.

Hypochondrische Ängstler leben im Vorfeld schon unter dieser Krankheitsangst, obwohl noch nix passiert ist, es aber logischerweise passieren könnte.

Ich denke, dass man gut daran tut, sich therapeutisch damit zu befassen.

28.12.2015 14:05 • x 1 #7


Angstgehweg
Zitat von Himynameis:
Hallo,


ich kann das gut nachvollziehen.
Solche extremen Schwächeanfälle habe ich immer so 1x im Monat, dann aber so dass ich komplett durchdrehe und ohne Krankenwagen oder Krankenhaus etc gar nicht mehr runter komme.
Manchmal merke ich schon Tage davor dass ich unter hohem emotionalem Druck stehe, das lass ich dann bei meiner Therapeutin raus und dann geht es Auch etwas besser.

Ich denke, Feinfühligkeit was das ganze angeht kann helfen. Sport ist schobmal ne gute Sache. Hast du noch andere "Rituale" die du machen kannst wenn du merkst, es wird wieder alles zu viel?
Eventuell meditation oder so. Hilft mir manchmal.

LG


Danke Hymynameis für Deine Worte! Doch gut, wenn man weiß das man nicht alleine damit ist!
Ich hab die Schwächeanfälle auch so 1x im Monat und auch so extrem, dass ich das Handy schon gezückt habe. Ich lasse es aber dennoch immer über mich ergehen. Das letzte mal in der Notaufnahme war ich im Mai! Dort allerdings mit über 200 Puls und "Lehmungserscheinungen" durch das unregelmäßige atmen in den Händen und im Gesicht. Die "Atemtüte" hat das wieder geheilt.

Mir ist an sich die Ursache relativ klar denk ich.
Kurz nochmal zu meiner Vorgeschichte:
Ich bin sehr zielstrebig und im Bachelor Studium stellte ich die Karriere über alles andere.
Bei der Bachelorarbeit musste ich noch ein Praktikum machen und das war sehr sehr stressig.
Danach Bachelorstudium abgeschlossen und zu arbeiten begonnen.
Im September konnte ich das Masterstudium gleich anhängen, wodurch durch die Doppelbelastung (berufsbegleitend studieren & 32h arbeiten) irgendwann der Schwindel begann. Ab zum HNO Arzt und Magenspiegelung, alle nichts gefunden, außer das der HNO Arzt meinte ich bin am Burnout vorbeigeschrammt. 2 Monate später hatte mein Vater einen Herzinfarkt. Er erholte sich wieder gut und am 29.12.14 waren ich und meine Mutter noch bei ihm im Krankenhaus. Er war fit, gut drauf und hätte den Tag darauf nach Hause kommen dürfen. In der Nacht erlitt er einen weiteren Herzinfarkt und starb daran. Ich bin ein sehr familiärer Mensch und dadurch ist wohl eben die "Blase" geplatzt und die Welt ist für mich zusammengebrochen, da ich auch generell ein eher emotionaler Mensch bin.

Den Ärztemarathon hab ich schon erwähnt und ich hab wirklich mein ganzes Leben umgekrempelt.
Mache sehr viel um die Heilung voranzutreiben. Wie gesagt mache ich viel Sport (joggen, Krafttraining, ab und an Fußball spielen bzw. Ski fahren). Ich bin körperlich so fit wie noch nie in meinem Leben und dennoch fühle ich mich durch die Angst oft so als würde ich demnächst den Kampf verlieren.

Therapien habe ich folgende gemacht:
- Physio bzw. Osteopathie --> die hat mir gefühlsmäßig mit Abstand am meisten gebracht, auch weil mein sehr guter Osteopath mein Geschichten alle angehört hat und ich auch das Gefühl hatte, er nimmt das wirklich ernst!
- Psychotherapie --> streng nach Lehrbuch & mit Biofeedback --> war nicht schlecht, aber hat mir gefühlsmäßig nicht so viel gebracht
- Psychotherapie alternativ --> seit kurzem mache ich eine Therapie mit Chinesiologie (hat mir mein Osteopath empfohlen), weil die Therapeutin einen ähnlichen Schicksalsschlag erlitten hat und ich mich hier auch mehr verstanden fühle

Was mach ich zu Hause so:
- Mass. mit der Blackrollorange --> für eine Plastikrolle sehr teuer, aber die hat sich sehr bezahlt gemacht
- Wärmeflaschen für den Rücken
- Autogenes Training - Progressive Muskelentspannung nach Jacobsen
- und noch ein paar Kleinigkeiten
- Ich mache im Prinzip alles was mir Spaß macht (z.B. Konzerte), auch wenn ich mich selten auf was freuen kann, weil alles was nicht "Routine" ist, eine große Überwindung ist bzw. unangenehm ist. --> Im Endeffekt ist es aber nie so schlimm, wie ich mir vorher Gedanken darüber gemacht habe.
- Ich setze mich auch bewusst der Angst aus. z.B. war für mich ein großer Knackpunkt, dass wir im April mit der Uni nach Dublin geflogen sind. Damals war monatelang vorher immer der Gedanke da "was wenn ich im Flieger einen Anfall/Panikattacke habe", ich habe es überlebt und das hat mir richtig gut getan. Jetzt leider ich aber unter Flugangst. Dennoch habe ich bewusst einen Freund in Berlin besucht (komme aus Salzburg und bin von dort hingeflogen)

Was ich denke was mir noch abgeht / wo ich Fehler mache:
- Da ich im Online Marketing arbeite, hab ich immer wieder das Gefühl ich kann mir nur selbst helfen und fang an zu googlen. Ich weiß dass das schlecht ist, aber es lässt mich einfach nicht los.
- Was ich glaube, dass mir extrem helfen würde, wäre eine Freundin. Zur Zeit habe ich keine und will/kann das aber nicht erzwingen. Aber mir würd vermutlich allein das gemeinsam einschlafen schon so viel mehr Sicherheit geben.

Was mich einfach so fertig macht, ist eben auch, dass ich doch einiges mache, um diesen Teufelskreis wieder verlassen zu können und dennoch kommen immer wieder diese herben Rückschläge. Ich will einfach nicht auf ewig so weiter leben müssen, nur finde ich einfach kein Rezept dagegen. Die letzten Monate hatte ich wirklich das Gefühl, dass es bergauf geht und die Anfälle wurden weniger. Und jetzt seit 1 Woche muss ich wieder tausend Tode sterben.
Manchmal machen mir die Verspannungen im Rücken sehr zu schaffen (Schwindel), manchmal habe ich Brustschmerzen, manchmal bläht sich mein Magen auf, manchmal habe ich Atemnot.... alles an sich Zeichen, dass es keine körperliche Krankheit sein kann, da ich fast wöchentlich was anderes habe und trotzdem lässt es mich nicht los.

Sorry für den langen Text

28.12.2015 14:55 • #8


Angstgehweg
Zitat von Icefalki:
Schau, ich verstehe bei übertriebenen Ängste oder Befürchtungen immer ein Ungleichgewicht in uns selbst.

Irgendetwas veranlasst uns ja, diese Unsicherheiten empfinden zu müssen.

Kein normaler (hihi) Mensch kommt auf die Gedanken, dass ein Druck in der Brust gleich ein Herzanfall sein könnte.

Meine Kollegin hatte einen Herzinfarkt, noch relativ jung. Hatte komische Beschwerden, die aber immer massiver wurden. Zur Beruhigung hat sie erst mal eine geraucht. Kein Gedanke, dass da was schlimmeres sein könnte, aber trotzdem ins KKH gefahren, weil es massiver wurde. Es ging auch alles gut aus.

Jetzt braucht sie AD, weil anschließend erst der Schock darüber gekommen ist, was hätte tatsächlich passieren können.

Hypochondrische Ängstler leben im Vorfeld schon unter dieser Krankheitsangst, obwohl noch nix passiert ist, es aber logischerweise passieren könnte.

Ich denke, dass man gut daran tut, sich therapeutisch damit zu befassen.


Was ich da noch anmerken muss:
Ich habe nie Medikamente genommen, obwohl mir einige Ärzte angeraten haben, dass ich Anti Depressiva nehmen soll.
Der Gedanke ist folgender: AD ist ja an sich nur ein Stimmungsaufheller, welcher aber nicht mein Problem löst (von den Nebenwirkungen ganz zu Schweigen)
Deshalb habe ich entschieden mich ohne Medikamente durchzukämpfen. AD kann ich auch noch später nehmen, sollte es wirklich nie besser werden.
Auch wenn ich uU unter einer leichten Depression leide, bin ich an sich ein positiver Mensch und erfreue mich dem Leben. Schlechte Stimmung hab ich aber immer in Zeiten wie diesen, bei dem es mir eben schlecht geht.
Das einzige was ich nehme sind natürliche Beruhigungstropfen wie Passedan.

28.12.2015 14:59 • #9


Schlaflose
Zitat von Angstgehweg:
Der Gedanke ist folgender: AD ist ja an sich nur ein Stimmungsaufheller, welcher aber nicht mein Problem löst (von den Nebenwirkungen ganz zu Schweigen)


Das ist so nicht richtig. Die meisten ADs haben als "Nebeneffekt" eine sedierende bzw. angstlösende Wirkung.

28.12.2015 16:55 • #10


Angstgehweg
Zitat von Schlaflose:
Zitat von Angstgehweg:
Der Gedanke ist folgender: AD ist ja an sich nur ein Stimmungsaufheller, welcher aber nicht mein Problem löst (von den Nebenwirkungen ganz zu Schweigen)


Das ist so nicht richtig. Die meisten ADs haben als "Nebeneffekt" eine sedierende bzw. angstlösende Wirkung.


Aber die Angst kommt doch trotzdem, solange ich mein Problem im tiefsten inneren nicht erkannt habe & es akzeptieren kann.
Ich sage auch nicht, dass diese nicht helfen können, aber ich habe einfach das Gefühl, dass sie mir mein Problem nicht abnehmen können, sondern diese nur verdrängen bis zu einem späteren Zeitpunkt.

28.12.2015 17:13 • #11


Vergissmeinicht
Hey Angst,

begrüße Dich ganz lieb bei uns.

Mir kommt dies alles mehr als bekannt vor und hatte das Gleiche vor über 20 Jahren. Ich möchte Dir meinen Weg, den ich hier hinterlegt habe, einstellen; vielleicht hilft er Dir ein wenig: zukunftsangst-generalisierte-angststoerung-f57/mein-angstweg-vor-ueber-20-jahren-t66919.html

Wenn Du komplett durchgecheckt bist gilt es zu vertrauen und zwar Deinem Körper.

28.12.2015 21:46 • x 1 #12


Angstgehweg
Zitat von Vergissmeinicht:
Hey Angst,

begrüße Dich ganz lieb bei uns.

Mir kommt dies alles mehr als bekannt vor und hatte das Gleiche vor über 20 Jahren. Ich möchte Dir meinen Weg, den ich hier hinterlegt habe, einstellen; vielleicht hilft er Dir ein wenig: zukunftsangst-generalisierte-angststoerung-f57/mein-angstweg-vor-ueber-20-jahren-t66919.html

Wenn Du komplett durchgecheckt bist gilt es zu vertrauen und zwar Deinem Körper.


Vielen Dank!

Ich glaube genau bei dem Vertrauen in dem Körper hab ich noch Probleme, den ich denke mir so oft, vl hab ich ja inzwischen eine Krankheit entwickelt, vl hat wer was übersehen!

28.12.2015 22:35 • #13


Vergissmeinicht
Ja, genau darum geht es und das kenne ich liebe Angst.

Es ist ein Prozess und irgendwann schaffst Du es auch.

28.12.2015 23:00 • x 1 #14


Angstgehweg
Hello again liebe Forumsgemeinde,

Heute wende ich mich mal wieder mit einer Frage an Euch!

Es ist nämlich noch nichts passiert, aber ich denke heute wirds wieder gefährlich werden.

Da ist es beim aufstehen schon irgendwie komisch, ohne das ich es aber direkt zuordnen könnte. Ich stehe einfach mit einem seltsamen Gefühl auf und ein etwas komisches Gefühl bleibt dann den ganzen Tag über.

Jetzt war ich vor einigen Minuten duschen und dachte mir schon, heute ist irgendwie alles wieder anstrengender als sonst. Dann hab ich mich in die Dusche gestellt und das Gefühl gehabt, als würde mein Körper/meine Nerven auf jeden Wassertropfen reagieren. Damit war natürlich das Duschen sehr komisch.
Natürlich geistert nun ununterbrochen in meinen Kopf: "hoffentlich gehts jetzt nicht wieder los" und ich versuche mich krampfhaft abzulenken. Dazu finde ich aber nicht immer was, was hilft.
Ich versuche manchmal so Sachen wie schnell von 100 runterzählen, irgendetwas am PC spielen, je nach Situation also.

Habt Ihr noch Tipps was noch helfen kann?

Aktuell hat es sich etwas beruhigt, aber aus Erfahrung weiß ich, dass das auch die Ruhe vor dem Sturm sein kann und das schnell umschwenken kann.

Edith: Die letzten Tage war mir wieder mehr schwindelig. Heute ist es auch wieder eher ziemlich stark.

Vielen Dank im Voraus!

03.01.2016 20:10 • #15


Vergissmeinicht

03.01.2016 20:41 • x 1 #16


Angstgehweg
Hab mal wieder eine Frage an Euch!

Vor ca. einer Stunde ist es mir ganz normal ergangen, ich hab mir weder Sorgen gemacht noch sonst was...
Dann bin ich vom PC aufgestanden und ins Bad gegangen, plötzlich hatte ich 3-4x eine Art (spürbaren) Krampf zwischen Herz & Hals. Mir blieb dann kurzzeitig die Luft weg. (Hatte ich früher auch schon ab und an, aber nicht so oft hintereinander) Ob ich es der Herz oder der Luftröhre oder sonst was zuordnen soll, weiß ich eigentlich nicht. Jedenfalls war es in der Mitte. Danach hatte ich im Hals irgendwie ein trockenes Gefühl und auch das Gefühl als hätte ich einen Kloß im Hals.
Jetzt ist es natürlich so, dass ich wieder total nervös bin. Auch wenn ich mich schon wieder halbwegs beruhigt habe und keine wirkliche Panikattacke hatte (zumindest glaub ich das)
Das trockene Gefühl im Hals ist aber nach wie vor da, obwohl ich schon ~1l Wasser getrunken habe in dieser Stunde.
Was kann das sein? Herzstolpern? Krampf in der Luftröhre? Irgendwas mit der Lunge? Sonst was?
Ich fühle mich jetzt auch nicht mehr so fit wie noch vor einer Stunde, ich mein mir fehlt gefühlsmäßig jetzt nichts, aber ich bin alleine durch die Gedanken nun wieder total ausgelaugt.

Mein Problem bei solchen Sachen ist auch immer, dass mir nicht mehr aus den Kopf geht ob das was ist, wo ich sofort einen Arzt brauche oder eben nicht. (Quasi: Soll ich riskieren oder nicht) Immerhin kann eine Fehlinterpretation ja eine zuviel sein. Ich weiss, dass das keine typischen Symptome für einen Notarzt sind. Aber es ist einfach ein solch unangenehmes und angsteinflößendes Gefühl, wenn sich der Zustand von einer Sekunde zur anderen und ohne Grund schlagartig ändert und sowas immer aus heiteren Himmel kommt. Mittlerweile ist auch mein Puls wieder auf 75 runtergegangen und der Blutdruck passt mit 117/72 auch.

Weiß wer was das sein kann?

19.01.2016 17:57 • #17

Sponsor-Mitgliedschaft

Vergissmeinicht
Grüß Dich.

Nicht immer sind wir uns den Dingen bewusst, da sich auch vieles im Unterbewusstsein stattfindet. Steht den Morgen etws an oder so?

Für mich liest es sich, als hättest Du falsch geatmet und dadurch die Art Krampf. Für den Hals; lutsche mal ein Bonbon.

Die Werte sind ok und würde versuchen mir nicht weiter einen Kopf zu machen.

19.01.2016 22:02 • x 1 #18


Angstgehweg
Zitat von Vergissmeinicht:
Grüß Dich.

Nicht immer sind wir uns den Dingen bewusst, da sich auch vieles im Unterbewusstsein stattfindet. Steht den Morgen etws an oder so?

Für mich liest es sich, als hättest Du falsch geatmet und dadurch die Art Krampf. Für den Hals; lutsche mal ein Bonbon.

Die Werte sind ok und würde versuchen mir nicht weiter einen Kopf zu machen.


Hallo und danke für Deine Antwort!

Ja heute sieht die Welt ohnehin wieder anders aus. Ich denke einfach ich hatte das beschriebene Symptom, hab mich zwar nachher wieder beruhigt, aber trotzdem eine Panikattacke bekommen. Leider bin ich danach so kaputt, dass ich nichts mehr machen kann. Die Panikattacke hat zwar einen Höhepunkt, dauert bei mir aber gefühlt viel länger als eine halbe Stunde. Auch Stunden danach bin ich einfach kaputt. Nach dem Schlafen gings wieder, wobei ich trotzdem mal wieder mit einem komischen Gefühl aufgewacht bin und die Gedanken natürlich automatisch auf den Körper fallen.

Seid Ihr nach einer Panikattacke fähig wieder irgendwas zu machen? Bei mir sind auch die Symptome irgendwie anders als zu Beginn. Der Puls geht nicht so extrem rauf, auch wenn er erhöht ist. Druck auf der Brust, Atemnot & Schwäche sind aber "Standard".

liebe Grüße

20.01.2016 11:09 • #19


Angstgehweg
Hallo Forum,

hab mal wieder eine Frage an Euch.

Und zwar gestern war ich auf einem Konzert. Hat mir total gut getan und hatte auch keinerlei Beschwerden.
Versuche dabei auch immer alles so zu machen wie früher auch, also auf nichts zu verzichten.
Also hab ich gestern auch wenige B. getrunken. (wirklich nur 3 oder 4 über die Dauer von ~10-11 Stunden) So weit so gut.
Heute morgen bin ich wach geworden und hatte ebenfalls keine Probleme. War sogar sehr gut drauf.
Über den Tag wurde es aber immer anstrengender. Konkret habe ich einen aufgeblähten Bauch bekommen. (Diagnostiziert ist bei mir Roemheld Syndrom) Das erste komische war, dass sich mein Bauch links neben dem Bauchnabel mehr aufgebläht hat als rechts. Das habe ich schon öfter mal beobachten können. (kennt das wer?)
Soweit auch nicht so tragisch, hab mir eine Wärmeflasche aufgelegt und es verging wieder einigermaßen. Zudem Zeitpunkt bin ich aber schon wieder so extrem müde geworden und hab mich total ausgelaugt gefühlt, sodass ich eingeschlafen bin. Nun hab ich ein paar Stunden geschlafen und fühle mich noch immer total kaputt. Kennt das wer? Ich mein ich glaube nicht mal daran, dass das an ein paar B. liegen kann. Auch verstehe ich nicht, warum es mir morgens um das 1000 fache besser geht als jetzt am Abend. Mittlerweile hat sich auch wieder ein leichter Druck auf der Brust bemerkbar gemacht.

Das ist jetzt alles zum aushalten und gefühlt ist die Angst nicht sonderlich groß. Aber der ganze Tag ist im Eimer, weil ich mich fühle als hätte ich 3 Tage nichts anderes getan als Alk. zu trinken. Ich weiß auch einfach nicht was ich tun soll. Soll ich in Zukunft komplett auf Alk. verzichten? (Will ich eigentlich nicht, nicht wegen dem Alk., aber dadurch würde ich auf etwas verzichten, was ich ja nicht tun soll) Kann das überhaupt damit zu tun haben?

lg und schonmal Danke für Antworten

27.01.2016 20:39 • #20



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