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KiraStuttgart26
Hallo an alle,
Ich bin Krankenschwester, 26 Jahre alt und seit nem Jahr bin ich ebenfalls angstpatient und naja, vielleicht auch etwas hypochondrisch...
Angefangen mit diversen Missempfindungen und Kribbelparästhesien bis hin zu Schmerzen.
Alles abgeklärt und geblieben ist seit einigen Wochen ein unangenhemer Schwankschwindel mit dem Gefühl von Benommenheit gekoppelt...
Existenziell ist die Frage erst Angst oder erst unheimliche bzw. Angstmachende Empfindungen.
Tja so genau weiß ich es nicht. Sicher hängt es zusammen, begünstigt sich gegenseitig und wird zum Selbstläufer.
Das Gehirn kann auf Angst und Sensibilität trainiert werden und in Gesellschaft der Angst ist es ein leichtes, eine Struktur herauszubilden die nur noch verschärfend wirkt...
Hilft alles nichts, ich kann mich theoretisch gut in mein Problem hineinführen und mir vieles erklären, mitten drin stell ich mir doch wieder die gleiche Frage...und was wenn doch was ist?
Ich habe Angst vor Ms...wirklich große Angst.

29.06.2013 21:29 • 07.07.2013 #1


25 Antworten ↓


Hallo Kirastuttgart26,
diese Angst vor MS hatte ich in den ersten Wochen meiner Angsterkrankung.
Die Angst entstand aufgrund von Schmerzen und Ziehen in den Beinen und im linken Arm (wobei dieses Ziehen mir auch wieder Gründe gab, darüber nachzudenken ob nicht etwas mit Herz ist). Diese hatte ich in der ersten Woche, als die Panikstörungen begonnen haben. Es wurde jedoch alles abgeklärt, und als somatoforme Beschwerden hingestellt. Das Nervensystem war halt einfach überreizt, diese Missempfindungen habe ich seitdem auch nicht mehr.
Aber ich habe festgestellt, dass ich nachts öfters wach werde, weil meine Arme eingeschlafen sind, meist habe ich sie dann verschränkt auf dem Oberkörper oder auf dem Bauch liegen, sobald ich wach werde und das Kribbeln vespüre lege ich meine Arme gerade neben dem Körper hin und innerhalb von Sekunden löst sich das Kribbeln.
Nun kann ich auch schlecht sagen, ob das nicht immer schon so war...
Tagsüber schläft der Arm eigentlich nur dann ein, wenn ich mich zu lange auf dem Ellenbogen abgestützt habe.

Ich kann dich sehr gut verstehen, aber du solltest auch beruhigt sein.
zu dem Schwindel hast du mir auch auf mein Beitrag geantwortet, da ich auch unter diesem leide:(
Ich bin zuversichtlich, dass wenn wir die Angst los sind, sich auch der Schwindel verabschiedet
glg

30.06.2013 11:42 • #2



Missempfindungen & Kribbelparästhesien bis hin zu Schmerz

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KiraStuttgart26
Danke für deine Antwort...
Also mit dem linken Arm habe ich auch immer Probleme....son Gefühl als stünde er unter Spannung und manchmal tut er dann weh...ich red mir zu meinen schlechten Zeiten immer ein dass ne ms im Anmarsch ist und nur noch nicht dingfest ( mrt unauffällig) gemacht werden kann und da kann man sich echt selber verrückt machen...
Und ja der Schwindel ist ja ne ganz unangenehme Sache....wie lang hast du den schon?bei mir sind es immer mal wieder nen paar Wochen....und ich weiß nicht, wenn ich radfahre Merk ich ihn kaum...also abgelenkt bin
Ich beobachte wohl unbewusst dieses normale schwanken ganz streng und meine das es Schwindel wäre
Wie ist es bei dir?

30.06.2013 18:47 • #3


Mit dem Tag meiner zweiten Panikattacke, Datum habe ich noch genau im Kopf, fing es an, dass ich mich so benommen fühlte und mir schwindelig war, es war so eine Art Benommenheitsschwindel fühlte, wie nach einer Narkose...außerdem kamen Beschwerden, wie die Schmerzen in linken Arm und den Beinen dazu, abgelöst wurden diese Empfindungen durch ein sehr merkwürdiges Kribbeln unter der Kopfhaut, dass sich wellenartig vom Nacken bis hin über den ganzen Kopf hoch arbeitete, das hielt über Wochen an, verschwand aber dann. Der Schwindel war aber noch nicht so ausgeprägt, richtig stark wurde er in Mai. Der Schwindel ist täglich da, ich stehe ohne ihn auf, aber bereits nach ca. 5 Minuten,ist er da und grüßt mich jeden Morgen. Er ist auch nicht jeden Tag gleich stark, es gibt Tage da bin ich ängstlicher und der Schwindel automatisch stärker. Und in Situationen in denen ich mich wohlfühle und nicht so oft an die Angst denke, verspüre ich diesen deutlich weniger. In Läden oder in großen Menschenmengen ist der Schwindel auch schlimmer, anfangs hatte ich dann immer das Bedürnis mich beim Einkaufen an den Einkaufswagen abzustützen, weil ich Angst hatte umzufallen. Hinzu habe ich dann in solchen Situationen noch dieses schreckliche Helmgefühl, Druck auf dem Kopf, Hals und den Ohren, aber nicht den ganzen Tag lang.

30.06.2013 21:22 • #4


KiraStuttgart26
Kommt mir sehr bekannt vor ....und dann hab ich immer im Hinterkopf dass ich doch irgendwie krank bin oder werde....
Hast du ne Therapie gemacht? Wie kannst du besser damit umgehen?

01.07.2013 14:46 • #5


Ich habe mich gegen Medis entschieden, da ich zu große Angst vor den Nebenwirkungen hatte und davor, dass wenn die mal absetze, die Panik wiederkommt.
Also hieß es kämpfen, habe sehr viel darüber gelesen und mit viel Unterstützung meines Mannes und meiner Mutter wurde es nun besser, außerdem mache ich seit Wochen eine Verhaltenstherapie, welche mir auch total hilft.
Sind noch nicht bei den Konfrontationen, aber selbst schon darüber zu reden ist eine Stütze.
Dann denke ich, ich muss es schaffen, habe ein Kind, studiere im 5. Semester etc. Es muss weitergehen, auch wenn ich mich nicht immer gut fühle

Dass ich krank werden könnte, das habe ich ständig im Hinterkopf, mal ist es das Herz, dann Hirninfarkt...dann habe ich Angst Epilepsie zu bekommen, manchmal sogar einen schweren allergischen Schock bei bestimmten Nahrungsmitteln, nun habe ich sogar Angst vor der Betäubungsspritze beim Zahnarzt, dass ich dabei einen allergischen Schock bekommen könnte, dabei ist davor nie etwas passiert, ich habe mir auch früher nie Gedanken über so etwas gemacht.

01.07.2013 17:57 • #6


KiraStuttgart26
Ja dass es so plötzlich kommt....man ist aufeinmal ein ganz anderer Mensch, nicht wahr? Nichts mehr von einem übrig
Aber die Therapie ist ja schon der richtige Ansatz...ich mach auch seit kurzem eine , jedoch tiefenpsychologisch fundiert....hab große Hoffnung....mit den Armen das hab ich auch....Schlaf aufm Bauch und lieg immer irgendwie drauf, unterm Kissen verhakelt und so....ist also normal....und wenns gleich weg, brauchst du dir da keine Gedanken machen.
Lg

01.07.2013 20:32 • #7


Ok danke dir:)
Sitze grad im Bett, SChwindel spüre ich beim Sitzen oder Liegen fast nie, dafür habe ich wieder einen unangemehmen Druck im Kopf, Ohren und Halsgegend, naja alles ist gut:)
Morgen habe ich Doppelstunde Therapie, letzte Woche hatte ich keine, da meine Therapeutin in Urlaub war.
Bald beginnen die Konfrontationen, aber erst etliche Vorbereitungen.
Was ich sonst täglich mache sind PMR und autogenes Training, dabei schalfe ich nachts auch meist ein:)
LG

01.07.2013 21:29 • #8


KiraStuttgart26
Hi....also bei mir ist der Schwindel auch beim gehen schlimmer....ich denke immer ich schwanke richtig...
Jetzt habe ich halt wieder son Bedürfnis danach ein mrt machen zu lassen, obwohl dass ja auch nichts bringt, kann halt auch oft nicht Glauben, dass da nichts ist.
Bei mir fing es auch mit kurzen Sehstörungen an, auf Arbeit und naja seit dem immer wieder irgendwelche pseudoneurologischen Sachen, der Schwindel und das torkeln ist aber mit Abstand am unheimlichsten.
Wie läuft solch eine konfrontationstherapie denn ab?

02.07.2013 04:32 • #9


Also es finden davor extreme Vorbereitungen statt, dass ich dann z. B mit der Therapeutin in die Situationen reingehe die mir Angst bereiten. Meine Therapeutin sagt immer um die Angst zu besiegen, sollte die Panikattacke zugelassen werden damit das Gehirn lernt, es passiert nichts bei der panikattacke.
Eigentlich weiß ich das ja, aber sie ist so unangemehm, dass ich sie gar nicht zulassen möchte.
Man wird auch mit den Beschwerden, die einem Angst machen konfrontiert, indem man diese bewusst gemeinsam mit der Therapeutin hervorruft. Zum Beispiel bei Schwindel, sich mit Absicht im Kreis dreht, oder wenn man Angst vor Atemnot hat, bewusst hyperventiliert indem man flach und hastig atmet etc.
Bekomme auch immer Hausaufgaben auf, für heute musste ich meinen Panikkreislauf (die Entstehung) anhand eines Beispiels nachzeichnen und vervollständigen mit meinen Beschwerden und wir bespechen das immer bei der nächsten Stunde.

02.07.2013 07:55 • #10


Zitat von KiraStuttgart26:
Hi....also bei mir ist der Schwindel auch beim gehen schlimmer....ich denke immer ich schwanke richtig...
Jetzt habe ich halt wieder son Bedürfnis danach ein mrt machen zu lassen, obwohl dass ja auch nichts bringt, kann halt auch oft nicht Glauben, dass da nichts ist.
Bei mir fing es auch mit kurzen Sehstörungen an, auf Arbeit und naja seit dem immer wieder irgendwelche pseudoneurologischen Sachen, der Schwindel und das torkeln ist aber mit Abstand am unheimlichsten.
Wie läuft solch eine konfrontationstherapie denn ab?



KiraStuttgart26, wie äußern sich denn deine Sehstörungen, siehst du dann veschwommen, verzerrt, doppelt?War das nur einmalig?
LG

02.07.2013 19:45 • #11


KiraStuttgart26
Klingt doch gut....da drück ich dir die Daumen dass du da gut voran kommst und einen weg findest deine Ängste und Sorgen zu bändigen..ich fange jetzt mit cipralex an, soll gut gegen Angst, Vorallem gegen dieses grübeln helfen...ich Berichte dann mal
Grüße

02.07.2013 19:55 • #12


KiraStuttgart26
Das erste Mal als diese auftauchten, konnte ich zentral nicht mehr richtig scharf stellen...mittig also einen hm...leichten Ausfall...und einige Minuten später sah ich Schriftzüge übereinander und sah in Kombination mit starken Panikgefühlen verschwommen ja.
Nächsten Tag war dies weg. Und es trat dann vereinzelt nochmal auf das ich unscharf gesehen hab....war vielleicht schon ne Erscheinung der Angstkette des damaligen Vorfalls...ich weiß es nicht.Ich wurde zig mal Untersucht...Sehnerv gemessen.Mrt. Augenarzt, bleibt mir ja nichts anderes übrig als dem erstmal Glauben zu schenken...In mir schlummert natürlich, deswegen Hypochondrische Störung, die Frage...und wenn das doch ein Vorbote war?Loslassen kann ich diese Gedanken nicht.
hast du deine Sehstörungen öfter oder war es nur einmalig?

02.07.2013 20:01 • #13


Hallo

Das mit den Sehstörungen kommt mir bekannt vor. Ich habe bei mir mal festgestellt, das ich irgendwie den Hang zum starren habe. Ich starre dann einfach auf irgendwas aber die Pupillen fokussieren sich nicht auf das Objekt.
Mittlerweile glaube ich, das es mich nicht umbringen wird.

Tja, und dieser Satz, Was ,wenn doch etwas passiert?.
Ich glaube, dieser eine Satz, ist existentiell bei meiner Angststörung.
In den letzten 10 Jahren, ist mir nie auch nur annähernd irgend etwas schlimmes passiert. Laut den Ärzten, bin ich absolut gesund. Keine Auffälligkeiten, einfach nichts zu finden. Wie vermutlich jeder Paniker, habe ich sämtliche Fachärzte durch und das auch mehrfach.
In den letzten 10 Jahren, hatte ich mit Sicherheit hunderte Panikattacken und ich habe bei jeder Attacke alles geschworen was ich hatte, das es nun zu ende gehen wird mit mir. Es ist nie etwas passiert aber dennoch jedes mal wieder aufs neue: Was, wenn doch was passiert?
Ich erkläre mir das so, das zwischen den Gefühlen und dem Denken, keine Übereinstimmung vorliegt und es dadurch zu einer Verwirrung kommt und der Körper aus Vorsorge mal auf Angst umstellt. Den Tiger hinter mir, hab ich übrigens noch nie gesehen. Bei mir, lag nie eine reale Bedrohung vor. Ich hab sogar manchmal Angstzustände Zuhause. Ein völlig sicheres Umfeld. Das ist für mich der Beweis, das ich mir das alles selber antue aber halt auch nicht weiß, wie ich es überwinden kann. Ich glaube, es reicht nicht aus, das alles zu wissen, wenn ich es nicht umsetzen kann. Und genau das, macht mich wohl am meisten fertig.

Vorhin kam mir etwas in den Sinn. Irgendwas in mir hat die Frage gestellt, was kann ich eigentlich am besten? Und da kam eine Antwort, ohne das ich da aktiv drüber nachgedacht habe.
Die Antwort war: Ich kann am besten Angst haben vor allem und jedem, sogar vor mir selbst. Ich brauche noch nicht mal einen Grund dafür. Ich glaube, ich habe diese Fähigkeit perfektioniert.
Und als nächstes kam mir in den Sinn: Was mache ich denn jetzt mit dieser Fähigkeit? Wie kann ich sie sinnvoll nutzen?

Tja, abgefahren, ich weiß. Ich weiß noch nicht was ich damit anfangen soll. Vielleicht will mir etwas sagen, das ich mir mal die Sicht der Dinge aus einer anderen Perspektive ansehen soll?
Das ist schon alles irgendwie merkwürdig aber nun ja. Ich habe jedenfalls die Nase voll immer nur zu leiden.

Viele Grüße

02.07.2013 20:28 • #14


Also meine Sehstörung im April (vergesse den Tag nie, da es auch der Anfang meiner Erkrankung bedeutete), war nur für einige Sekunden lang, weiß nicht ob es verzerrt oder doppeltsehen war, aujedenfall sehr unangenehm, da bekam ich ich die erste PA. Dachte es kann sich nur noch um Sekunden handeln und ich falle um, befürchtete einenn Schlaganfall bekommen zu haben. Aber es passierte nichts, nur das mein Herz raste, weil ich schon in Panik war.
Das passierte mir nie wieder, nur von da an änderte sich meine Leben und die Angst- und Panikerkrankung begann.
Muss hinzu sagen, dass ich seit dem Dauerschwindel auch das Gefühl habe nicht mehr richtig scharf zu sehen wie vorher, meine Pupillen sind auch meist total erweitert, das kommt aber wohl von der ständigen unterschwelligen Angst, der Symphaticus läuft bei mir auf Hochtouren, während bei normalen Menschen eine Balance zwischen Parasymtpaticus (Ruhenerv) und dem Symphativus herrscht, ist der Unruhenerv bei mir der Boss und steuert somit schön alles auf Angriff, deshalb ist auch mein Ruhepuls erhöht, Pupillen erweitern, ständige Unruhe, etc.

War auch beim Augenarzt, Befund, alles jugendlich durchblutet, aber leichte Kurzsichtigkeit festgestellt.
Die muss sich aber schon davor entwickelt haben und solche Sehstörungen sind gar nicht selten.
Das was du immer wieder hast, kommt von der unterschwelligen Angst.
Meine einmalige Sehstörung war das Ergebnis eine Nervenzusammenbruchs, der sich schon Monate vorher durch zu viel Stress immer wieder angedeutet hat. Habe leider nicht auf die Signale gehört und in den Semesterferien (Ruhephase kam es dann zu Kollaps).

03.07.2013 12:37 • #15


KiraStuttgart26
Ich schreib dir morgen zurück....
Gruß

03.07.2013 20:31 • #16


WOW! Jetzt bin ich platt!

Servus Zusammen,

nachdem ich mich in den letzten Tagen ein wenig damit auseinandergesetzt habe, dass ich ggf. unter einer Angststörung leidenkönte, bin ich heute auf dieses Forum aufmerksam geworden.
Irgendwie verspühre ich gerade den Drang mich mitzuteilen, denn das in diesem Blog Beschriebene trifft nahezu auf mich zu, allerdings habe ich mich in Vergangenheit immer ein wenig davor gesträubt, mir einzugestehen, dass ggf. etwas psychologisches nicht mit mir stimmt. Aber vieleicht von Anfang an.

Vor 6 Jahren nach einem Arbeitgeberwechsel (mein vorheriger Arbeitgeber machte kurzentschlossen dicht), trat bei mir am neuen Arbeitsplatz ein plötzlicher Drehschwindel auf, gepaart mit einem Tinitus und einem benebeltem Gefühl. Ich tat es zunächst als Stress ab. Auch im Urlaub gingen die benommenen Gefühle ( ich hatte nicht das Gefühl komplett bei der Sache zu sein) bei mir nicht weg. Das Naheliegendste kahm sofort, ich muss körperlich krank sein. Also begann mein Ärzteweg: Vom hausarzt, zum Ohrenarzt zum Neurologen. Geradewegs zur Neurologischen Uni-Klinik, die mich unter die Lupe nahm.

Hier wurde festgestellt, dass ich einen Gefäß Nervenkontakt im Hirn habe, der Auslöser meines Leidens zu sein schien. Sekundär jedoch auch somatoform zu erklären wäre. Um den Schwindel in den Griff zu bekommen, verschrieb man mir Gabapentin (Medis gegen Epilepsi) um den Schwindel einzudämmen und eine Verhaltenstherapie. Ziel der Therapie war eben mit meinem Schwindel auszukommen bzw. leben zu können. Die Medikamente wurde recht hochdosiert.

Zunächst war ich erleichtert, dass etwas - sagen wir - nicht schwerwiegendes vorlag, sondern etwas mit dem ich zurechtkommen kann, auch wenn dies bedeutet, dass ich mein lebenlang Medikamente zu nehmen hatte.

Ich nahm also die Medikamente auch wenn der Schwindel nicht komplett verschwunden war. Die Therapie war nach 25 Sitzungen abgeschlossen, mit dem Ergebnis, dass ich nun für meinen zukünftigen Weg prepariert war, mit dem Schwindel umzugehen.

Nach einem Jahr, tratt der Schwindel - trotz Einnahme der Medis - erneut in heftiger Form auf. Mit meinem Neurologen wurde die erneute Abklärung in einer anderen Klinik besprochen, die zu gleichen Ergebnis kahm. Schwindel ausgelöst durch einen Gefäß- Nerven-Kontakt im Hirn. Selbstverständlich machte ich mir sorgen ob, nicht tatsächlich eine schwerwiegende Erkankung bei mir vorlag. Die Medikamente wurden aufdosiert, mein Leiden ging ein wenig weg. Allerdings nicht komplett.

Es dauerte kein weiteres halbes Jahr, so bemerkte ich die nächsten Beschwerden, die mit Gangunsicherheit, benommenem Gefühl, Schwindel, eingeschlafene Extrimitäten, Schmerzen, zittern und ziehen in Extrimitäten, Kribbelattacken (brennen, beißen) in den Beinen, Sprachstörungen aufkahmen. Ich beförderte mich selbst kurzerhand in die Notaufnahme. Innerhalb von 3 Tagen wurde ich erneut Neurologisch untersucht. Schädel, HWS, LWS MRT, Nervenbahnengeschwindigkeit, Rückenmarkspunktion, mit dem Ergebnis entlassen: Kerngesund.
Ich war selbstverständlich extrem erleichtert, dass keine schwerwiegende Erkrankung vorlag. Ausgelöst durch eine Zeitschrift, die ich an einem der Behandlungstage im Krankenhaus gelesen hatte, kahm auch gleichzeitig die Angst, dass ich ggf. an MS erkrankt sei. Glücklicherweise konnte dies nicht bestätigt werden.

Nach einem weiteren halben Jahr zeigten sich die gleichen Sympthome erneut, insbesonder ein sehr unangenehmes brennendes Gefühl in den Beinen. Zunächst dachte ich, dass ich mir eine starke Erkältung eingefangen hatte. Beschwerden schienen ebenso bei Kälte extremer zu werden. Danach tat ich die Beschwerden erneut mit einer zu großen Psychischen Belastung ab. Nachdem jedoch die Beschwerden nicht abgeklungen sind, nahm ich den Weg zum Hausarzt und Neurologen erneut auf. Mein Neurologe ließ eine Nervenleitgeschwindigkeitsmessung durchführen, mit dem Ergebnis Neurithis ausgelöst durch einen Virus. Zu Behandlung verschrieb man mir, Schmerztabletten und B12 (Vitamin).

Mein Leiden, fing nun an immer wieder aufzutauchen. 3 Monate gut, danach 4 Wochen die gleichen Probleme. Gut dachte ich mir, ich habe eine Neurithis, muss ich durch. Fleißig nahm ich B12 ein und vermied es Schmerztabletten zu konsumieren. Ich hielt es also aus - über mehrere Jahre, immer wieder mit dem auftauchenden Gedanken, habe ich eine schwere Erkrankung? Ich muss gestehen, die Suche im Netz, insbesondere nach meinem Leiden, stieß mich immer wieder auf die schlimmsten neurologischen Krankheiten, die man sich vorstellen kann.

Innerhalb dieser Zeit machte ich beruflich Karriere, stieg weiter nach oben, verdiente immer mehr, nahm einhergehend den größeren Druck in Kauf bis vor einem Jahr die Firma für die ich arbeitete von jetzt auf eben, trotz toller Geschäftsergebnisse, dicht gemacht wurde. Börsendotierte amerikanische Unternehmen machens möglich.

Die Nachricht traf mich im Urlaub und heftig. In der Folgenacht, hatte ich schwere Probleme zu schlafen, brach, hatte sodbrennen und erstmals einen Schmerz, den ich bis dato nicht kannte. Mein Rechter Arm schmerzte so stark, gepaart mit heftigen Muskelzuckungen. Der Gedanke lag natürlich nahe, die Kündigung machte mich fertig, ich hatte Zukunftsängste, einen gleichwertigen Job zu bekommen, meine harterarbeitete Karriere weiterführen zu können, für meine Familie auch zukünftig sorgen zu können. Nicht einen Job in einer anderen Stadt annehmen zu müssen.

In der Zeit in der ich mich auf Jobsuche begab, kahmen erneut meine Probleme zurück. Benebeltes, glockenartiges Gefühl, beißen und brennen auf den Oberschenkel, starke Muskelzuckungen, Krampfattacken in den Armen, Gangunsicherheit, Schwindel, ein bebendes Gefühl am ganzen Körper, unwohlsein.

Ich fand einen neuen Job und war erleichtert. Allerdings stieg mit dem neuen Job meine Erwartungshaltung an mich selbst. Meine Probleme wurden nicht besser. Ich fragte mich woher nur meine körperlichen Probleme kahmen und fand die Erklärung in den Medikamenten die ich nun seit 6 Jahren in stärkerer Dosis einnahm. Bis zum Zeitpunkt hatte ich mir niemals die Nebenwirkungen meines Medikamentes angeschaut, die meine Beschwerden zu erklären schienen. Im Eigenversuch setze ich die Medikamente ab. Wohl zu schnell und litt, so meine Erklärung, unter den Absetzerscheinungen des Medikamentes.

Nach Absetzen der Medis, setzten die beschriebenen Probleme aus. Mir ging es wenige Tage besser. Es dauert jedoch nicht lange bis meine Probleme erneut auftraten. Ich zweifelte ein wenig daran, dass die Medikamente, Auslöser meines Leidens war. Mein Neurologe glaubte ebenso wenig daran.
Eine Abklärung, dass tatsächlich keine neurologische Krankheit bei mir vorliegt war mir wichtig, so dass mein Neurologe mich erneut zur Klärung in die Neurologische Fachabteilung eines Krankenhauses überwies.

Meine Untsuchungen sind nun 2 Tage her. Das komplette Programm MRT, Nervenbahnen, Hirnwasser etc wurde durchgeführt. Die Ergebnisse sind noch nicht da, die ersten Äußerungen der Ärzte spiegeln jedoch meine Vermutung, dass ich kerngesund bin, wieder. Ich rechne hoch damit.

Während der Untersuchung des Arztes kahmen immer mehr Anmerkungen dazu, dass ich ggf. unter eine Angststörung leide. So interpretiere ich jedenfalls die Äußerungen bzw. Fragestellung. Meine Hoffnung ist, selbstverständlich, dass die Medikamente mich krank gemacht haben und dass nun alles besser wird. Zeitgleich die Angst, dass mein Schwindel, durch absetzen der Medis wieder in Erscheinung tritt. Leider empfinde ich es als ein wenig schwierig, dass sofern keine physiologische Erkrankung gefunden wird, sofort das Thema Psyche eine Relevanz erhält und diagnostiziert wird. Wird nichts gefunden muss es psychisch sein.

Wie auch immer, meine Beschwerden, Muskelzuckungen, zittrige Gefühle und inneres Beben sind nun, nach 15 Tagen abgesetztem Medikament, weniger aber nicht weg. Ich suche nach Erklärungen und muss mich sehr wahrscheinlich auch mit dem Thema Angsterkrankung auseinander setzen. Insbesondere dass in diesem Forum maßgeblich meine Probleme von anderen Personen wiedergegeben werden und zwar in einem so deutlichen Umfang, regt mich zum nachdenken an.

Meine Schwierigkeit liegt jedoch darin, dass ich mich eigentlich als offenen, belastbaren und rationaldenkenden Menschen bezeichnen würde, der sein Leben mag und seine Ziele verfolgt und in Angriff nimmt und daher ich mich frage, ob eine Angsterkrankung bei mir wirklich vorliegen kann. Es wäre eine Erklärung der ich mich auf jeden Fall stellen werde, insbesondere um mein Unwohlsein in den Griff zu bekommen.

Ich melde mich erneut, wenn ich die Ergebnisse der Neurologischen Untersuchung und Gewissheit habe. Wenn jemand mir zwischenzeitlich antworten möchte. Ich freue mich auf euer Feedback.

Bis denne.

04.07.2013 12:39 • #17

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Hallo Brummkreisel,

erst einmal herzlich willkommen hier im Forum.
Eine Angststörung kann sich auch im Vorfeld nur durch rein körperliche Symptome bemerkbar machen.
Das habe ich auch schon mehrmals gehört und gelesen.
Also war die Diagnose des Arztes Nervenkontakt im Hirn, doch falsch gewesen?
Und wie hat er diese diagnostizieren können, habe ich ja noch nie gehört.
Zu den Ergebnissen, bestimmt wird alles gut ausfallen.Freuen uns übers Berichten:)
VG

04.07.2013 12:51 • #18


Servus hopefull,

erstmal Danke für das schnelle Feedback, das ging wirklich flott. Bin noch ein wenig im Forum rumgeflogen und prompt kahm die Antwort. :0)

Also damals vor 6 Jahren war eben die Diagnose Gefäß-Nerven-Kontakt im Hirn. Laut Fachärzte läuft ein Gefäß durch mein Gleichgewichts-Organ im Hirn und drückt auf dieses. Man erklärte mir es so, dass die Nerven sich wie aufscheuern und somit Fehlzündungen hervorrufen. Um dies in den Griff zu bekommen, verabreichte man mir, Gabapentin, das die Leitgeschwindigkeit der Nerven und die Impulse reduziert. Die Nebenwirkungen dieses Medikamentes füllen eine komplette DIN4 Seite. Dass solch ein Medikament nicht gut ist, kann man sich denken. Habe es nie gerne genommen, dachte mir aber dass es mir hilft.

Das beste jedenfalls ist, ich habe den Ärzten immer vertraut, wollte mich nicht unnötig verrückt machen und habe daher erst nach 6 Jahren meine kompletten Befunde ( mittlerweile fast ein Roman :0) ) und Nebenwirkungen angeschaut.

Die Nebenwirkungen können einen Teil meiner Beschwerden erklären, allerdings nicht wirklich alle. Frage mich wie lange die Nebenwirkunegn andauern sollen. Bin nun 15 Tage runter, allerdings habe ich diese auch 6 Jahre genommen.

Viel besser war, dass der bei mir festhestellte Nervenkontakt, medizinisch fragwürdig ist, dass dieser den Schwindel tatsächlich auslöst. Dies lese ich auch so im Erstbefund, daher auch die Aussage im Befund, Sekundär somatoform! Also psychisch durchaus zu erklären! Nach all den Jahren frage ich mich tatsächlich, wenn nicht auszuschließen war, dass es eine psychische Erklärung gibt, warum pumpt man mich mit solchen harten Medikamenten zu. Daher habe ich diese auch kurzentschlossen abgesetzt und prompt die Quittung erhalten. Im Übrigen hatte ich bereits ein Überdosierung mit den Medis die im Krankenhaus endete, weil ich versehentlich die falschen Medikamente verschrieben bekommen hatte. Gabapentin vs Karpamazepin.

Ihr seht, ich denke im Moment in alle Richtungen. Neurologische Erkrankung, Nebenwirkungen Medikamente, psycholgische Effekte. Neurologisch wird wieder mal alles abgeklärt, Medikamente habe ich abgesetzt, jetzt muss ich mich dem Thema Psyche stellen.
Wie gesagt, es ist beeindruckend, dass viele hier im forum die ähnlichen Sympthome beschreiben, die mich so fertig machen.

Grüße

04.07.2013 13:17 • #19


KiraStuttgart26
Hi...
Da können wir uns ja die Hand reichen....also um ehrlich zu sein denke ich wirklich das es Dinge gibt die sich ganz tief in uns drin abspielen und die wir mit unserem verstand nicht sofort greifen können..
Daskomplexe Innenleben unserer Gefühle, Hormone, Botenstoffe, die biochemischen Abläufe...es ist ganz einfach so das es für viele geschehen in unserem Körper und daraus resultierende seltsame Erscheinungen nicht immer einer Erklärung gibt. Bestes Beispiel fibromyalgie oder sowas....
Dennoch denkt man immer, so auch ich, mein Körper hat so und so zu funktionieren, sonst stimmt etwas nicht.klar
Mir macht es echt ne Riesen Angst wenn mir mitten beim Tv sehen der Arm brennt , das ist auch unheimlich und dann ist es mir unmöglich das einfach so hinzunehmen...hoffe das man es lernen kann, diese Dinge nicht überzubewerten.
Es gibt diese erkrankungen ja schließlich also warum nicht Pech haben und betroffen sein....
Ich habe auch alles abklären lassen und Kämpfe jetzt bei jedem unheimlichen geschehen mit meinem verstand gegen meine gefühlskalte an, hoffe eine Therapie hilft
Liebe grüße

04.07.2013 14:30 • #20



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