Liebe @Drummerin,
mein SH-Gruppenleiter sagte mal: "Ein kontrollierter, reflektierter Fehltritt kann für manche Menschen der
entscheidende Schritt zum Kern des Problems sein."
Das fand ich sehr bemerkenswert.
Ich finde es grundsätzlich auch immer äußerst anrührend, wenn Menschen wie unsereins so etwas wie einen Neuanfang wagen. Habe das selbst oft genug getan und weiß, wie gut und "rein" man sich dabei fühlt. Es geht "aufwärts"...

Wenn es allerdings dann wieder einen sogenannten Fehltritt oder Rückschritt oder wie man es halt nennen will, gibt, kann da emotional schon sehr die Post nach "unten" abgehen...
Erst in der Gruppe habe ich gelernt, dass dieser (vermeintliche) Weg nach unten eigentlich - zumindest für mich - der Weg war, der letztendlich die
Unterscheidung zwischen "rauf und runter" überwand. Und das entscheidende Nebenprodukt der Gruppentherapie war:
Demut. Etwas, womit ich mich immer sehr schwer tat.
Demut bedeutete in meinem Fall weniger Demut
vor etwas, sondern
für etwas...nämlich für
mich. Es fiel mir irgendwann wie Schuppen von den Augen: das, was ich anderen so schwer anlastete, lastete ich
mir an - und zwar schon eine Ewigkeit lang! Diese Einsicht erzeugte eine echte, verbindende Demut. Ich konnte mir plötzlich
zugestehen, die Menschen zu mögen, ja in gewisser Weise sie so mögen zu
dürfen, wie ich mich selbst eigentlich mögen
wollte. Die Demut erfüllte diesen Zweck ganz natürlich.
Von daher finde ich deine Entschuldigung sehr wertvoll - nicht nur für Dich, auch für uns.
