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Hallo zusammen,

mein Partner ist stark durch seine Krankheitsängste eingeschränkt. Es fing an, nachdem er einen anaphylaktischen Schock durch Pinienkerne bekommen hatte. Danach hatte er vor fast jedem Essen Angst und bekam Panikattacken. Es machte ihn extrem fertig und mich auch. Wir gingen nicht mehr weg, er aß nur noch Dinge, von denen er ganz genau wusste, dass sie ihm nichts tun. Das waren sehr wenige Sachen. Die ständigen Panikattacken belasteten unsere Beziehung so sehr, dass ich ihm riet, eine Therapie zu beginnen. Jedoch half ihm diese nur begrenzt. Vielleicht weil er meinte, dass er sich selbst besser helfen konnte... ich weiß es nicht. Ganz ganz langsam wurde seine Angst dann etwas weniger und er war bereit, wieder etwas mehr zu essen.

Dann bekam er eine Enddarmentzündung. Also es fing mit übermäßigen Schleimabgängen an und dann irgendwann war Blut mit dabei. Er hatte Schmerzen und so dachte er direkt, dass er Krebs habe und sterben müsse. Wieder endlose Diskussionen darüber, dass er nich sterben wird und dass es bestimmt nichts dramatisches sei, was er habe und er sich doch einfach mal zu einem Arzt begeben müsse. Er hatte aber panische Angst, dass dann der Krebs festgestellt werde. Tja ... irgendwann hatte er dann doch einen Termin zur Darmspiegelung. Es wurde eine Entzündung festgestellt, er bekam Medikamente. Es wurde besser, aber irgendwie beruhigte sich der Darm nicht völlig. Immer wieder hatte er ein Zwicken und ein Gluckern und redete sich ein, dass (weil bei der Darmspiegelung ja nichts gefunden wurde) es Dünndarmkrebs sein müsse oder Bauchspeicheldrüsenkrebs.

Natürlich war es keins von beidem, sondern er hatte einfach nur durch die ganze Angst und den Stress einen nervösen Darm. Es dauerte extrem lang, bis sich das mit Hilfe von Flohsamenschalen beruhigt hatte. Aber jedes mal, wenn zufällig mal ein bisschen zu viel Schleim da war oder mal wieder etwas zwickte, hatte er Panik. Nun ging er zu einem anderen Therapeuten. Der half ihm schon ein wenig dabei, gewisse Zusammenhänge im familiären Bereich wahrzunehmen etc. aber es half ihm gar nichts, was die Angst selbst anging.

Dann irgendwann fing er an auf seinen Monitor zu starren und von Glaskörpertrübungen zu reden. Ich stelle fest, da er mich auch zum testen animierte, dass ich den Kram auch sehe, aber das Zeug mich halt einfach nicht nervt. Er stresst sich damit aber ungemein und die Trübungen nehmen immer mehr zu, warum auch immer das nun der Fall ist, das ist hier nicht so wichtig. Der Punkt ist, dass er sich wieder was neues "gesucht" hatte. Dies hält nun immer noch an. Die Trübungen werden wir wohl auch nicht wieder loswerden, aber er ist extrem fertig dadurch. Hat kaum noch Spaß an irgendwas. Er geht nicht raus, weil er da die Trübungen immer sieht. Er ist einfach nur noch in der Wohnung. Und es macht mich unendlich traurig, dass er es nicht schafft, diese sch... Trübungen einfach zu tolerieren.

Nun hatte er vor knapp zwei Wochen Durchfall und wieder Blut. Wir gingen ins Krankenhaus und er wurde "untersucht" und wieder nach hause geschickt. Er hatte noch von den Medis, die er damals wegen des Darms bekommen hatte und nahm diese. Die Blutung hörte auch sofort wieder auf, aber er hat wieder Zwicken im Darm und ab und an immer wieder mal Durchfall. Nun meint er, dass es entweder eine Monsterentzündung sei, oder es Darmkrebs sein müsse... er sieht einfach nicht, dass der Darm seine Zeit braucht, um wieder in Ordnung zu kommen. Es ist furchtbar, wenn ich sehe, wie er sich immer wieder total stresst. Ich stehe nur daneben und hasse diese verdammte Angst. Ich hasse dieses total irreale Gerede von Krebs.

Versteht mich nicht falsch. Ich bin mit ihm schon lang zusammen und so. Ich hasse nicht ihn!! Sondern diese abartige Angst, die ihn immer wieder fertig macht. Dieses Verkriechen zu Haus. Es macht mich einfach fertig. Es belastet so sehr die Beziehung. Es macht mich fertig, weil ich mir so hilflos vorkomme. Weil ich ihn "retten" will und ihm immer wieder klarmachen will, dass alles nicht so schlimm ist. Und ich bin dann enttäuscht, weil ich es nicht kann. Bin sauer auf mich und denke nur noch "Warum kann es nicht einfach alles normal sein?"

*seufz*

Es ist alles so eine schei. Mischung aus relativ harmlosen Krankheitsverläufen und einer daraus entstehenden Hypochondrie. Alles so verzwickt...
Da wir vor einigen Monaten in eine andere Stadt umgezogen sind, hat er sich hier einen neuen Therapeuten gesucht. Er macht nun eine Verhaltenstherapie und meiner Meinung nach ist der jetzige Therapeut schon etwas besser, als der letzte, da dieser mehr an seiner akuten Situation arbeitet und nicht nur labert und labert. Der letzte hat nur rumphilosophiert, aber ihm wenig bis gar keine Verhaltensübungen mit ihm gemacht. Nun ich hoffe, dass seine jetzige Therapie ihm ein wenig Besserung verschafft.

So, auch wenn ich jetzt viel geschrieben hab und der ein oder andere denkt, warum das alles? Ich musste es loswerden. Wenn es dem ein oder anderen auch so geht und oder jemand irgendwas dazu sagen möchte, freue ich mich, wenn ihr was schreibt. Die ganze Situation macht nicht nur meinen Freund sondern auch mich und unsere Beziehung fertig. Vielleicht weiß jemand, wie man mit all dem besser umgehen kann und kann ein wenig helfen.

Lieben Gruß

15.12.2011 00:37 • 05.03.2019 #1


18 Antworten ↓


cor illustrata
Hey Saty

Willkommen im Forum! Finde es toll das du dich hier angemeldet hast um deinen Partner besser zu verstehen um dir hilfe zu suchen, damit umzugehen!

Ja es ist schwierig, denke auch das du dich schon elendig lang und oft mit deinem Partner darüber unterhalten hast!
Natürlich hilfst du ihm, auch wenn er es nicht zeigen kann, oder du es nicht siehst!
Die Gespräche beruhigen ihnen, aber ich glaube von einem Hypochonder wirst du nie hören
"Ja! Es geht mir besser"
Aus der ganz einfachen Angst herraus, das es wieder schlimmer wird.. Man wartet erst mal ab und schaut ob es wieder kommt!
Ein klasse Beispiel ist z.B ein Post in diesem Forum in den Erfolgserlebnissen!
Er hat auch 2 Montate gewartet, bis er schreiben konnte, das er erfolg hatte!

Ich denke wenn ich der Aussenstehende wäre, dann würde ich bescheuert mit einem Hypochonder an meiner Seite! Weil es logisch betrachtet, einfach schwachsinn ist!
Einige Leute machen sich auch immer lustig über Hypochonder!

Aber darunter zu leiden ist echt grausam! Die Leute sind weder bescheuert noch sonst was.. Die kämpfen die ganze Zeit um ein wenig normalität zu bekommen!

Das ist ungefähr so, als wären da 2 männchen in deinem Kopf.
Der eine ist der gesunde Menschenverstand, der immer wieder sagt, das es alles super überzogen ist und alles in bester in Ordnung ist..
Dann haben wir noch die liebe Angst! Sie ist so dominant das sie sofort jeglichen einwand des Menschenverstandes im Keim erstickt..
Es kommen dann so Gedanken "Es könnte ja doch was sein" "Warum habe ich Beschwerden, wenn doch nichts ist, das kann nicht sein" "nein! es kann nicht die psyche sein"

Dieser Kampf ist immer da.. Es mag kurze Momente, der Beschwerdefreiheit geben, aber die Gedanken kommen wieder.. spätestens mit dem nächsten Zwacken!

Es ist unheimlich kraft rauben!
Es ist nicht so als würde sich der Hypochonder hängen lassen, er kämpft immer!
Leider kommen durch die ganzen Einschränkungen noch Depressionen da zu, die natürlich nicht zu unterschätzen sind.
Und wenn man dann noch ganz viel Pech hat, kommen Panikattacken noch hin zu!

Mit dieser Kombination stehste dann auf Suizidgefährdet auf Platz 1

Als Hypochonder fühlt man sich auch irgendwie ver*rscht von der Gesellschaft.. Man plagt sich rum, rennt von Arzt zu Arzt und die lächeln dann und sagen das ist alles psychosomtisch! Also auf Deutsch "Du hast nicht mehr alle Latten am Zaun"

Noch schlimmer sind dann noch die Panikattacken!
Die Leute die sowas haben, gehen durch die Hölle! Und selbst da kämpfen sie! Sie stehen im Supermarkt/in der Bahn/oder sonst wo und haben Todesängste und richtig schlimme Symptome und trotzdem bleiben sie stehen, weil sie das ganze los werden möchten!

Leider ist auch da die Verständnis der "gesunden" in Maßen!
Wenn einer sagt ich hatte einen "fast" Unfall und hatte tierische Panik und Symptome, dann ist das normal..
Einer mit Panikattacken hält da am liebsten den Mund, weil er einfach nichts in der Hand hat, wo durch das kommt!

Das war jetzt meine persönliche Sicht des Hypochonders!

Hoffe es hat ein wenig geholfen!

Aber mich interessiert brennend, was einer denkt, der dem Hypochonder nur helfen möchte! Mich interessiert es auch wie belastend das ist.. vor allem was ist daran so belastend! Sry. für die dummen fragen, aber mich interessiert wirklich was ein Hypochonder mit seinem nahem Umfeld so anstellt!!

Würde mich über eine detalierte Antwort freuen!

vlg

15.12.2011 01:39 • #2



Mein Partner ist Hypochonder

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hallo,ich kenne das immer dieses belächelt zu werden wenn man wieder irgendetwas hat.Momentan ist es bei uns auch so dass ich hier sitze und richtig schlechte Laune habe und dass alles nur weil ich immer nur an Krankheiten etc. denke, das belastet unsere Ehe auch sehr stark denn mein Mann kann nicht verstehen warum ich so bin und warum ih diese ängste habe.Viele meinen immer man kann das einfach so abstellen aber so gerne man es möchte es geht einfach nicht. Ich gehe mir selber auf die nerven mit meinen Krankheiten. Wenn ich dann etwas habe und meinem Mann das erzähle ist seine antwort nur total genervt "dann geh zum arzt" aber er versteht dann wieder nicht dass ich auch davor angst habe und dann kommt nur "dann kann ich dir auch nicht helfen" Die einzige die mir dabei helfen kann ist meine Mutter denn sie kennt mich am besten und weiss wie sie mit mir reden muss um mich zu beruhigen.
Es ist wirklich nicht leicht so ein Leben zu führen wenn man ständig mit der angst lebt.

15.12.2011 07:25 • #3


Carcass
Moin

Finde ich auch gut, dass du dich hier informierst. Meine Freundin ist auch mit einem Hypochonder zusammen Ich steiger mich auch oft ihn Situationen so extrem hinein, dass ich Halsschmerzen bekomme, Grippesymptome habe und sogar das Fieber ansteigt. Ich habe eine Strategie gefunden aus solchen Situationen rauszukommen indem ich entweder raus an die Luft gehe und nach Luft "schnappe" oder eben meine Spielkonsole zu Rate ziehe und mich damit ablenke. Und glaub mir ein Ballerspiel vertreibt sogar bei mir das Fieber, wo andere Menschen rappelig von werden, beruhigt es mich.
habe häufig auch angst davon gehabt an gewissen Veranstaltungen krankheitsbedingt nicht teilnehmen zu können und mittlerweile habe ich gelernt einfach zu denken" schei. drauf, dann bleibste eben daheim und bestellst dir ne Pizza oder so".... das alleine hilft schon ungemein seine Ängste zu bändigen. Es hilft auch wenn du deinem Partner gegenüber die "Krankheit" etwas ins Lächerliche ziehst und ihr gegenseitig Witze darüber macht. So praktiziere ich das oft, dass ich einfach sage dass der ankommende "Bronchialkrebs" (Husten) mit Hustensaft für Kinder betäubt werden muss. Klingt sehr sarkastisch , aber es hilft tatsächlich darüber hinweg. Hatte heute auch wieder einen heissen Kopf und mein Hals drückte, bis ich feststellte, dass die Heizung zu heiss ist und meine Zunge einen Pickel beheimatet. Jetzt habe ich Urlaub und meine Freundin ist arbeiten, alleine sein konnte ich immer gut aber als Hypochonder braucht man Leute die einen "mitbejammern". Lass deinen Partner ruhin jammern und sich auskotzen, das hilft meistens schon. Kann sicherlich nerven, wie ich mir sehr gut vorstellen kann, aber eine billigere Medizin als das Zuhören gibt es nicht. Geheilt werden kann man davon , in dem man einmal im Jahr seinen Check nicht machen lässt und auch nicht ständig zum Kardiologen rennt.
Einen guten Tipp habe ich noch für solche Attacken:sage deinem Aprtner er soll sich in einem Selbsthilfeforum anmelden und dort alles unter Gleichgesinnten rauslassen. Das Schreiben alleine hilft mir beispielsweise oft schon mich so abzulenken, dass ich meine Panik und Angst vergesse

Viel Erfolg

15.12.2011 12:00 • #4


Na ja..., im Grunde ist es ja "nur" ein Problem, nämlich die Angst vor dem Tot/Kontrollverlust. Damit muss man den Umgang lernen, was in unserer Gesellschaft viel zu wenig getan wird.

15.12.2011 12:50 • x 1 #5


Carcass
Zitat von crazy030:
Na ja..., im Grunde ist es ja "nur" ein Problem, nämlich die Angst vor dem Tot/Kontrollverlust. Damit muss man den Umgang lernen, was in unserer Gesellschaft viel zu wenig getan wird.

so sieht das aus

15.12.2011 12:59 • #6


Wie nett von euch, so schnell und so viel zu antworten.

Ich weiß, dass es jeden Tag ein Kampf ist, dass dieser Kampf gegen die Angst anstrengend ist. Besonders merke ich das, wenn wir mal auswärts essen sind und mein Freund sich etwas bestellt, bei dem er sich zwar eigentlich sicher sein kann, dass er es verträgt, aber dann doch mal Angst bekommt. Ich sehe ihm dann den Stress an, den er durchlebt, aber mit genügend Ablenkung, schafft er es. Ich hoffe von Herzen, dass er das auch bei den Augen und dem Darm schafft. Ich meine, es ist klar, dass wenn man "Blut im Stuhl" eingibt bei Tante Google, Millionen Treffer zu Krebs kommen. Aber dennoch hatte und hat er jetzt kein Darmkrebs. Und auch logisch ist, dass in Bestimmten Foren natürlich nur die schreiben, denen es schlecht geht. In einem Forum ensteht nunmal ein verzerrtes Bild. Also nicht jeder, der eine Darmentzündung hat, braucht Massen an Kortison und so weiter.

Für mich ist das alles klar wie Kloßbrühe, aber für meinen Freund schon mal gar nicht. Ich weiß, dass er das nicht extra macht und ich weiß, dass es schwer ist, wenn man seinem Körper einfach nicht traut. Aber ich könnte dann einfach laut aufschreien, wenn er meint, dass ein Zwicken jetzt Darmkrebs ist. Oder die Trübungen im Auge auf was ganz ganz Schlimmes hindeuten. Ich würde ihm dann am liebsten eine Gehirnwäsche verpassen. Dann wird man wütend. Aber eigentlich nicht, wegen dem Partner, sondern weil man so machtlos daneben sitzen muss. Weil man nicht einfach mal eben sagen kann: "hey laber net, ist doch alles gut" und der Partner dann sagt "ach ja klar, jetzt wo du es sagst"... nein man kann den Partner einfach nicht beruhigen, man hat auch keine Erklärungen. Und eben weil man jetzt grad keine passende Erklärung zur Hand hat, ist es Krebs oder was weiß ich... das macht einen dann echt verrückt.

@ Carcass:
Ich habe es auch schon öfter versucht, ihn einfach durch ein bisschen Lächeln und Humor wieder aufzubauen und damit dann auch abzulenken, aber da muss ich dann auch immer ganz vorsichtig sein, dass er sich trotzdem noch ernstgenommen fühlt. Denn sonst ist es eher kontraproduktiv unter einer Panikattacke rausgehen ist ganz schlecht, denn zumindest tagsüber würde das die Sache noch schlimmer machen, wegen der Glaskörpertrübungen (Floater). Naja er ist auch ein Konsolenspieler, das hilft ihm auch immer wieder ganz gut, dass er sich dort etwas ablenkt.

Dennoch kann einen das alles total in den Wahnsinn treiben. Man sieht quasi zu, wie sich der Partner total verrückt macht und man kann nicht wirklich was dagegen tun. Selbst wenn einem die eigenen Argumente total logisch vorkommen, muss das bei dem Hypochonder gar nicht so klar rüberkommen. Da denkt er einfach völlig anders. Meineine denkt, wenn sie irgendwas komisches merkt "Och ja, ist ja nichts, geht bestimmt bald wieder weg" aber mein Freund denkt "Oh mein Gott, ich hab da was, ich weiß, dass ich da was hab, es ist was schlimmes... och nein ich will nicht zum Arzt, der wird mir nur bestätigen, dass es was Schlimmes ist" tja, dann beweis mal jemandem, der nicht zum Arzt gehen will (weil der hat ja dann eh nicht richtig geschaut), dass er nicht todkrank ist.

Ich denke dann nur noch, dass das alles doch totaler Mist ist und wünsche mir dann, dass ich ihm mal alles abnehmen könnte, denn offensichtlich komme ich besser mit sowas zurecht, aber es trifft dann natürlich auch ihn... *seufz* zb mit der Darmentzündung. Wie oft habe ich mir gewünscht, dass ich ihm das abnehmen könnte, damit er keine Angst davor bekommt, dass es was Schlimmes ist. Es macht mich fertig, ihn leiden zu sehen. Und manchmal weiß man einfach nicht mehr wie man das aushalten soll. Dann denkt man sich, dass es doch mies ist, das zu denken, denn mein Freund kann ja auch nicht einfach davor weglaufen. Er muss sich damit dann auseinandersetzen, vor seinem eigenen Körper kann er ja schließlich nicht wegrennen. Ach alles doof ...

Ich hoffe, dass ihm wenigstens die Verhaltenstherapie ein bisschen dabei hilft, das Leben wieder mehr zu genießen und weniger an Krankheiten zu denken.

Ich grüße euch und wünsche eine gute Nacht.

Eure Saty

16.12.2011 00:58 • #7


@ Saty

Das Bild im Internet ist generell verzerrt. Man muss halt sehen, deutest Du ja auch an, wer schreibt denn in Foren, wo es um gesundheitliche Probleme geht? Doch fast ausschließlich Leute, denen es schlecht geht. Keiner registriert sich dort um zu erzählen, wie gut es ihm/ihr geht und schon immer ging.
Und so ist es dann auch auf Portalen, wo z.B. Medikamente bewertet werden (sanego.de). Auch da landet man, weil man schlechte Erfahrungen mit einem Medikament gemacht hat und weil man sich dann mal Luft machen will.

Und da landen dann Leute, die Rat suchen, eben auch wegen einem Medikament und dann lesen die da nur Schrott. Dabei ist das doch alles völlig verzerrt und absolut nicht aussagekräftig. Weil die große Masse der Leute hat eben mit Medikament X kein Problem und die haben null Gründe, darüber im Internet zu schreiben. Wozu auch?

Im Interent generell, man muss sehen, 95% der Informationen (Seiten) haben kaum Gehalt und das ist eigentlich nur Füllstoff. 5% sind super, aber die muss man erstmal finden und dann muss man auch in der Lage sein, die 95% von den 5% zu unterscheiden, es zu filtern.

Das Internet ist definitiv Futter für Hypochonder, Angstpatienten, Paniker etc. Seit Internet sind die Zahlen auch deutlich gestiegen und das ist kein Zufall.

Und mit Angst kann man auch gut Geld verdienen.

16.12.2011 01:20 • #8


Ja, da hast du vollkommen recht. Mir selbst ist auch egal, was da so teilweise auf diesen Seiten steht. Ich filtere eben raus, was ich brauche. Aber mein Freund nimmt das immer alles als die große Wahrheit, die ihm nur kein Arzt traut zu sagen. Dass er sich zum Beispiel mit einer kleinen, recht harmlos verlaufenden Enddarmentzündung auf die gleiche Stufe stellt, wie einer, der den gesamten Dickdarm entzündet hat und nicht auf Medikamente anspricht...

Sowas macht mich dann fertig. Damit wäre Unwissenheit mal wirklich ein Segen. Es würde ihm tausendmal besser gehen, wenn er nicht ständig nach Krankheiten gegooglet hätte. Aber er macht es immer wieder...

Ich bin schon total gereizt, wenn er so wehleidig guckend ankommt und mir seine heutigen Symptome schildert. Irgendwie bin ich dann sauer auf mich, aber auch sauer darauf, dass er immer wieder (was die Augen angeht) am rumtesten ist. Er hat dann Angst, dass was am Auge ist, das er untersuchen lassen muss. Er war erst vor ein paar Tagen beim Augenarzt. Aber da er ja gelesen hat, dass man gewisse Augenkrankheiten nur mit besonderen Untersuchungen erkennen kann, meint er dann natürlich, dass er diese hat und dass die Ärzte sich nicht richtig um ihn kümmern, da sie ihn ja nicht ordentlich untersuchen Ich sag ihm dann immer wieder, dass das was er sieht nichts Schlimmes ist, dass ich sowas auch häufig wahrnehme. Dann meint er, dass er das aber früher oder noch vor ein paar Tagen nicht gesehen habe... ja wie soll man dann mit sowas umgehen? Ich weiß, dass wenn man Angst hat und gestresst ist und aufmerksam ist, was man alles sieht, damit die Augen überanstrengt und zwangsweise dann auch viele Dinge wahrnimmt, die man vorher nicht gesehen hat. Ich merk es ja an mir selbst. Wenn ich dann versuche es nachzuvollziehen, geht es mit nicht anders, nur dass ich dann den Grund nicht in einer Krankheit suche.

Und er kann nicht jeden Tag zum Augenarzt gehen und die Augen weittropfen lassen. Erstens werden davon eh die Trübungen schlimmer und zweitens ist das Medikament auch nicht gut auf die Dauer. Zudem meint er ja eh, dass die Untersuchung nicht geeignet ist, um seine Probleme zu untersuchen... herrje ich könnt dann echt wahnsinnig werden. Ich merke, wie er sich immer weiter in diese Sache verstrickt und ich denke nur noch "was geht da nur in seinem kopf vor"

naja wie gesagt, ich hoffe, dass die Therapie ihm ein bisschen hilft sich nicht immer wieder in solche Stress-Situationen und Test-Situationen reinzusteigern. Sodass es wenigstens etwas abnimmt.

16.12.2011 11:47 • #9


Hallo
Bei den Floaters ist es generell so,daß man sie viel mehr wahrnimmt,wenn die Nerven blank liegen.Bei mir trifft das absolut zu.Gehts mir allgemein nicht gut,seh ich diese blöden schwarzen Pünktchen viel mehr.Und dann nervts mich selbst daß die mich aufregen.Ansonsten machen die mir nämlich nichts aus.
Versuch,ihn abzulenken.Er darf nicht so sehr auf sein Sichtfeld schauen sondern die wesentlichen Dinge wahrnehmen.

16.12.2011 14:25 • #10


Ich versuche ihn immer wieder abzulenken und wenn er beschäftigt ist, dann gehts auch halbwegs. ich kenne die trübungen auch und mich machen sie nicht so fertig, auch wenn ich genausoviel Mist den Augen hab wie er... aber was mich dann echt nervt: Dass er immer wieder testet. Das heißt er schaut wie ein Reh im Scheinwerferlicht Richtung Lichterkette oder auf eine halb geschlossene Jalousie.

Und da werd ich dann richtig motzig, weil ich weiß, dass er sie mehr wahrnimmt, wenn er immer und immer wieder testet. Aber das ist so ein Zwang für ihn, wie dreimal gucken, ob er die Tür abgeschlossen hat und so was.

16.12.2011 21:02 • #11


Hallo ich bin neu hier
Meine Partnerin ist Hypochonder.
Ich versuche meine Partnerin besser zu verstehen
Und will ihr helfen aber meist endet dies in Streit.
Ich komme bis jetzt eine Zeit damit klar und versuche so Verständnisvoll
Wie möglich zu sein aber irgendwann bin ich wieder genervt und mache dadurch
Alles schlimmer.

Ich hoffe ich finde hier ein paar Leute die mein problem interessiert und mir helfen können.

Danke

08.02.2014 23:38 • #12


22.02.2019 20:40 • #13


Safira
Hallo Lilly, wenn Du ehrlich zu Dir selber bist, dann weißt Du das Du Deinem Freund leider nicht wirklich helfen kannst. Du wirst es nicht schaffen seine Angst zu nehmen, das kann er nur selbst. In dem er sich helfen lässt und helfen lassen will. Das ist nämlich die Grundvorraussetzung etwas zu verändern.

Das größere Prpblem was ich in Deinem Text erkenne ist Deine eigene Instabilität bzgl. der Probleme Deines Freundes. Das Du Dir große Sorgen um ihn machst, kann hier wohl jeder nachvollziehen, aber so wie sich das anhört kreisen Deine Gedanken nur um ihn und Du vergisst DICH dabei völlig. Tue Dir selbst einen Gefallen und hinterfrage Dein eigenes Verhalten, ob es Dich tatsächlich weiterbringt oder nur schadet. Du hast selbst Probleme die auf Stressoren mit Panikattacken kompensieren. Grenze Dich ab und tue etwas für Dich. Suche Dir selber Hilfe und Unterstützung damit DU besser klarkommst. Genauso wie es dein Freund tun sollte.

Inwieweit ist Dein Freund denn krankheitseinsichtig?

24.02.2019 12:32 • x 1 #14


Bauer-Jani
Zitat von Safira:
Hallo Lilly, wenn Du ehrlich zu Dir selber bist, dann weißt Du das Du Deinem Freund leider nicht wirklich helfen kannst. Du wirst es nicht schaffen seine Angst zu nehmen, das kann er nur selbst. In dem er sich helfen lässt und helfen lassen will. Das ist nämlich die Grundvorraussetzung etwas zu verändern.

Das größere Prpblem was ich in Deinem Text erkenne ist Deine eigene Instabilität bzgl. der Probleme Deines Freundes. Das Du Dir große Sorgen um ihn machst, kann hier wohl jeder nachvollziehen, aber so wie sich das anhört kreisen Deine Gedanken nur um ihn und Du vergisst DICH dabei völlig. Tue Dir selbst einen Gefallen und hinterfrage Dein eigenes Verhalten, ob es Dich tatsächlich weiterbringt oder nur schadet. Du hast selbst Probleme die auf Stressoren mit Panikattacken kompensieren. Grenze Dich ab und tue etwas für Dich. Suche Dir selber Hilfe und Unterstützung damit DU besser klarkommst. Genauso wie es dein Freund tun sollte.

Inwieweit ist Dein Freund denn krankheitseinsichtig?

Starker Kommentar Safira!

24.02.2019 12:35 • x 1 #15


Safira
Danke

24.02.2019 12:37 • #16


Hallo, ich kann dazu nur sagen, einen hypochonder ziehst du mit "stärke" niemals aus seinem Loch. Das können nur Medikamente oder eine Therapie. Schlimm wird's erst wenn du dich da mitziehen lässt. Ich bin selbst hypochonder, und kenne auch die Witze darüber. Es überkommt einen ganz plötzlich, und niemand holt einen da raus. Ich habe eine intakte Familie und ein kleines Kind. Und trotzdem hat's mich erwischt. Dank Medikamenten bin ich wieder ein normaler Mensch. Ich kann arbeiten, mich sehr gut um mein Kind kümmern und nebenbei Haus bauen. Alles stand still. Tu dir und ihm das nicht an nach Tipps zu fragen! Das ist eine ernsthafte Erkrankung

25.02.2019 21:40 • #17

Sponsor-Mitgliedschaft

med
Darf ich Dich fragen, welche Medikamente Du nimmst.?Ich würde inzwischen trotz Angst vor etwaigen Nebenwirkungen auch eine medikamentöse Behandlung in Betracht ziehen, denn mir geht meine Angst ganz schön auf den Nerv und belastet auch alle Beziehungen.
Bei mir sind zwar Krankheiten tatsächlich vorhanden, aber ich messe dem viel zu viel Bedeutung zu und denke immer, dass der Arzt was übersieht ( war ja leider auch tatsächlich mehrfach der Fall )

04.03.2019 21:52 • #18


Bine+3
Hallo @Saty ,

wenn du nur ein bisschen in meinem Thread "unverbesserlicher Ehemann" liest, wirst du viele parallelen feststellen. Mir kam es zumindest so vor, als ich jetzt deine Geschichte gelesen habe.

Es kostet nach wie vor einiges an Kraft, mit einem Hypochonder zusammenzuleben,
auch wenn er jetzt eine stationäre Therapie hinter sich hat, geht die Arbeit an der Psyche weiter,was ja auch logisch ist.
Und dadurch, dass er jetzt gezwungen wird seinen alten Urlaub abzubauen und bis Mitte März wieder Zuhause sitzt, ist die Gefahr groß, dass er wieder abrutscht.
Aber da müssen wir jetzt durch und ich lasse zwischendurch halt mal wieder Dampf ab.
Denn immer nur Verständnis zeigen, bringt bei aller Liebe, keinen weiter.

Ich kann dir nur aus eigener Erfahrung raten, dir ebenfalls psychologische Hilfe zu holen.
Habe auch lange gedacht, ich brauche das nicht, aber es tut soooo guuuut!
Nochmals danke denjenigen, die mich hier im Forum dazu ermutigt haben.

Es stärkt einen selbst und hilft sich abzugrenzen.
Denn ich musste auch lernen, das ich meinem Mann nicht helfen kann, wenn er selbst nicht bereit dazu ist.

Ich habe viel zurückgesteckt und verzichtet, aus Rücksicht auf ihn.
Mittlerweile unternehme ich Dinge auch alleine und tue, was mir gut tut oder nehme mir Zeit für mich um Kraft zu tanken.
Dadurch kann ich ihm besser meine Grenzen zeigen und seine Ängste soll er weitestgehend mit seiner Therapeutin besprechen, denn logischerweise erklärt sie ihm dasselbe wie ich, auf professionelle Weise.


Also, willkommen im Club, weiterhin viel Kraft und gute Nerven

05.03.2019 01:22 • #19



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