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D

derhimmelmusswa.
Gast

Dienstag auf Mittwoch habe ich ein Langzeit-EKG bekommen und heute habe ich dort angerufen, weil der Arzt sagte, telefonische Anfrage würde reichen. Ich rufe an, nenne Namen und frage: Ich sollte wegen dem Langzeit-EKG fragen. Oder bin ich damit noch zu früh dran.
Antwort: Damit sind sie noch zu früh dran. Kommen Sie in die Sprechstunde. Ich: Aber der Arzt hat doch gesagt, ich solle nur anrufen. Sie: Ja, ob die Auswertung fertig ist. Morgen Nachmittag haben wir Sprechstunde. Kommen Sie dann her, wenn der Doktor noch Fragen hat. Wenn Sie Tabletten bekommen oder so. Ich: Aber ich bekomme doch gar keine Tabletten. Sie: Ja da müssen sie in die Sprechstunde kommen. Ich: Ich habe nun einen Schreck bekommen. Ist denn da was Schlimmes bei raus gekommen? Sie: Sie müssen halt mit dem Doktor darüber sprechen.

Ich sterbe vor lauter Angst. Diese dumme Kuh. Warum sagt die mir nix und sagt, ich solle vorbei kommen, wenn der Arzt sagt, ich solle nur anrufen. Und warum bitteschön weiß sie das sofort ohne dass sie in meine AKte hätte gucken können? Sie sagte das ja direkt wie aus der Pistole geschossen. Wie soll ich nun bis morgen aushalten? Ich werde verrückt. Hat der Arzt ihr nun gesagt, dass was gefunden wurde? Hat sie das selbst gesehen? Wurde darüber geredet?

Ich bin keine 30, Vor 10 JAhren war das EKG ok, Ruhe EKG vor ein paar Wochen war auch ok. Ich drehe durch. Was soll ich denn nun tun? Wie kann man am Telefon so die Leute in Angst und Schrecken versetzen?

Hätte ich doch bloß nicht angerufen. Erst recht nicht an einem Tag, wo keine Sprechstunde mehr ist.

16.06.2012 #1


141 Antworten ↓
G

Grille
Gast

Guten Morgen Eulalia,

ich bin auch kein Hau-drauf-Mensch und natürlich braucht man im Leben unterschiedliche Gangarten, sowohl bei dem, was man bekommt, als auch bei dem, wie man durch die gegend läuft und mit anderen umgeht. Wenn man wie die Axt im Walde wäre, bekäme man das bald zu spüren, weil gewöhnlich die Menschen dann auch "zurückschlagen", sei's auch nur verbal. Man würde sich damit nix Gutes tun und anderen auch nicht.

Aber es gibt nicht nur unter den Therapeuten Schlafnasen, sondern auch unter den Patienten. Und Jammer-und Selbstmitleidsthread und "Bitte tröstet mich, statt dass ich's selber mach'!"-Threads" gibt's in jedem irgendwie gearteten Psy-Forum en masse. Man wundert sich, dass sich die Leute nicht selber damit langweilen.

Was mich auf alle Fälle richtig giftig macht, ist dieses direkt oder durch die Zeilen formulierte Pochen auf Mitgefühl und Empathie. Das sind Dinge, die ich gerne gebe, aber aus freien Stücken und nicht wenn sie quasi aus einem mit theatralischem Aufstand und Gemecker, wenn nix kommt, aus einem rausgepresst werden.

Man hat kein Recht auf gar nix und Ansprüche darf man einzig und allein an sich selber stellen. Das ist etwas, was halt manche nicht gerne hören, die es zur Gewohnheit gemacht haben, andere einzuspannen, um sich emotional stabilisieren zu lassen.

Es ist in weiten Teilen eine Co-Abhängigkeit, die in Foren läuft. Und das Schlimme ist, dass daneben alles andere kaum noch geht und sein darf. Die Schnarchnase gewinnen in Foren leider.

Ich hab' im Laufe meiner Zeit soviele Therapeuten gesehen, dass ich weiß, wovon ich rede. Darunter war auch eine Dipl-Psych. Eine sehr liebe Frau, voller Mitgefühl, gescheit und in Anbetracht meiner tollen Vorgeschichte und Verfassung hat sie mich dann 1 1/2 Jahre in Watte gepackt, Empathie bis zum Umfallen... Nach dieser Zeit hätte ich mich in der Klapse abgeben können. Warum? Weil man mit so einem sachte Anfassen jemandem unterschwellig das Selbstvertrauen untergräbt. Wenn ich jemanden wie ein Wrack behandle, das nix schafft, nix kann und nix mehr aushält, wie soll er dann Selbstvertrauen haben, um die Anforderungen im Leben zu schaffen? Es war eine Katastrophe, was mit diesem Gepamper angerichtet wurde. Nie waren die Ängste schlimmer als nach diesem Empathierausch. Draußen kam ich mit keinem mehr klar. Ist ja logo, wenn man so in der Therapie verweichlicht wird und somit dann auch eine falsche Erwartungshaltung antrainiert bekommt. Was nützt es denn, wenn man da noch mehr zum Weichei gemacht wird, wenn man vorher schon nicht mehr mit dem Draußen fertig wird? Klar kann man dann hinterher schreien, die Menschen wären gemein, oberflächlich und unsensibel. DAS SIND SIE SOGAR AUCH OFT. Aber ein guter Therapeut bringt seine Patienten soweit, dass sie in dieser Welt da draußen mit diesen Menschen da draußen zurecht kommen, ohne drunter zu leiden. Und da hilft nur, seine Frustrationstoleranz zu verbessern. Und das klappt nicht mit Dauerempathiedusche, davon werden die nur noch sensibler, als sie es eh schon sind und deshalb reagieren sie doch auf alles Mögliche, was anderen keine Schwierigkeiten macht.

Und das wollen sie halt alle nicht hören, wenn sie krank sind. Sie wollen nicht hören, dass sie sich ändern müssen und ihre Erwartungen abschminken müssen, sondern sie wollen, dass die Welt sich so ändert, dass sie sie mit ihren tausend Macken immer noch kuschelig finden. Aber es läuft eben so nicht.

"Nimm' die Menschen, wie sie sind. Es gibt keine anderen!" Ist meines Wissens nach von Konrad Adenauer.

Ja, ich bin nicht kuschelig lieb und nett zu jedem User in einem Forum. Und so wie ich sind x Menschen auf dieser Welt und noch viel schlimmer und noch viel unsensibler und noch viel härter. Also sollte man sich mal langsam drauf einstellen bzw. muss man dann weiter vor Angst zittern und vielleicht in seiner Wohnung sitzen bleiben, weil es draußen sooo gefährlich ist.

Angst vorm Erröten und Angst davor, zu zittern und und.... Was man hier alles findet...

Wenn die Leute nicht aus allem ein Drama machen würden, hätten viele diese Ängste nie. Was ist schlimm dran, mal rot zu werden oder öfter, oder wenn andere sehen, dass man zittert? Nix! GAR NIX! Andere registrieren das und denken sich halt, ok, das ist ein schüchterner Mensch oder jemand ist aufgeregt und das war's. Aber was macht der Betroffene? Eine Staatsaffaire draus! Und dann ist das Problem da.

Ich weiß nicht, wie die User hier zu einer gesunden Einstellung, zu einer gesunden Haltung, zu einer gesunden Bewertung kommen wollen, wenn sie gegenseitig ihre Macken so pflegen und kultivieren?

Hier fehlen Leute, die mal knallhart sagen:"Hör' doch auf mit dem Quatsch! Warum denkst Du so einen bescheuerten Käse über Dich, über andere, über diese Welt?".

Es ist ganz viel "Fishing for compliments" und "Fishing for attention", "Fishing for ..." hier im Spiel. Die wollen oft gar nichts ändern, sondern sich nur hier die Seele balsamieren lassen.

Das wäre alles noch ok, aber sie sorgen genau damit dafür, dass sie die Erkrankung behalten und sie pflegen sie wie ein Haustier. Sie machen sich selber die größten Sorgen und dann beklagen sie sich.

Was mich überrascht, ist, dass jemand, der selber dann vom Fach ist, diese Empathieforderung dann noch unterstützt. Dass sowas in emotionale Abhängigkeit und Instabilität, statt zum Gegenteil führt, sollte einem mit Psychologiestudium doch auch bekannt sein. Ich jedenfalls hab' kein extra Psychologiestudium gebraucht, um Fortschritte zu erzielen. Und wenn jemand eigentlich das beruflich macht und dann ummer noch an seiner Angsterkrankung leidet, dann weiß ich nicht, was dessen Rat wirklich wert ist. Da bin ich dann mal an dem Punkt, wo ich sehr skeptisch werde.

Wo ich einfach genervt reagiere, ist, wenn jemand aus'm Stegreif Empathie von mir will, weil ich sie nur an die geben will, die mir sympathisch sind und für Menschen, die nicht zu kämpfen bereit sind, bin ich nicht bereit, nette Gefühle zu investieren. So'ne Haltung will ich nicht honorieren.

Aber das hier hat durchaus das Potential, dass mancher hier vielleicht mal aufwacht und merkt, was er sich selber antut mit seiner bequemen Haltung der Erkrankung und vor allem sich selbst gegenüber. Oh, die Angsterkrankung ist so schlimm, ich kann sie nicht loswerden, es ist Schicksal, ich bin ausgeliefert... Ja, gut, wer so denken will, wird diese Eimstellung dann auch in der Realität in Wahrheit verwandeln und sich damit selbst bestätigen. Aber diese Wahrheit gilt dann nur für ihn, während andere da rauskommen werden.

Ab und zu einer kleiner Schocker hat manchem schon viel mehr gebracht als das empathische Gesäusel.

Aber generell Eulalia, Du hast mit sehr vielem recht. Hier soviel zu posten wird kaum was ändern, wenn die nix ändern wollen. Und jeder hat sensible, verletzlichere Phasen und Seiten, die berücksichtige ich auch im Alltag. Aber ich mache gerne auch mal Kontrastprogramm zum forenüblichen im Selbstmitleidbaden bzw. andere bemitleiden. Mitleid hilft nicht und Trösten macht auf Dauern nur labiler, lebensuntüchtig und abhängig.

Wer da raus will, muss sich selber aktiv drum bemühen, nicht von anderen fordern, dass sie ihn hätscheln.

Liebe Grüße

15.06.2012 09:19 • #110


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A


Langzeit-EKG letzte Woche. Nun soll ich zum Arzt kommen!

x 3


G

Grille
Gast

Da wäre ich schön blöde, wenn ich meine Top-Adresse rausgeben würde! Alle Kliniken sind überlaufen und die natürlich erst recht.

Was hätte ich davon, wenn ich mir zusätzliche Konkurrenz durch neue Patienten auf den Hals holen würde?

Und nachdem man hier so liebenswürdig über mich urteilt, man mir x miese Dinge unterstellt, meine Postings so interpretiert, wie man es selber haben will, aber nicht, wie es dasteht und mich persönlich abwertet, soll ich motiviert sein, anderen hier zu helfen?

Ich denk' gar nicht dran.

Wer von mir nichts wissen will, wer mir Aufmerksamkeitsgeilheit unterstellt, wenn ich versuche, hilfreiche Dinge weiterzugeben, der braucht von mir ja wohl nix. Gut, dann braucht er auch keine Adresse!

Das ist was, was hier einige noch lernen müssen, dass man sich nicht alles erlauben kann und meinen kann, es bleibt ohne Folgen.

Zahlen tut man für jeden Fehler im Leben!

Außerdem darf ich die Adresse auch nicht einfach so weitergeben, das geht nicht, zumindest nicht im Internet an Massen.

Aber ich hab' auch keine Lust dazu. Ich nutze es für mich und genieße die Erfolge für mich allein und erspare mir weitere miese Vorwürfe und Unterstellungen. Ist einfacher für mich.

Den nächsten längeren Termin hab' ich im Juli, dazwischen sind noch kurze Termine, und ich werde mich dann tierisch freuen, dass ich da hin kann und weiterkomme, während andere nur auf andere einhacken bzw. von denen fordern können, aber sich eben nicht weiterentwickeln können.

@ Christina:

Die Rede vom einzigartigen Menschen mit dem eigenen Weg hab' ich schon tausendfach gehört, von Laien, von Profis... Es hängt mir zum Hals raus. Letztlich sind wir Menschen uns viel ähnlicher, als wir uns unterscheiden. Und die Regeln der Neuroplastizität gelten für jeden Menschen und wenn man sich daran orientiert, dann ist eine Therapie sehr stark vorgegeben und diesen ganzen individuellen Quatsch kann man ehrlich gesagt vergessen. Aber es ist typisch für Psychologen, so zu denken, weil sie von Neurobiologie viel zu wenig wissen. Leute wie Gerald Hüther und andere sind heute die, die die entscheidenden Impulse für Therapie geben und es wird immer klarer, dass die Therapeuten viel eher Gehirne als Persönlichkeiten zu behandeln haben. Es ist nun mal banal, am Ende bestehen alle Menschen aus Fleisch und Blut, aus Zellen, Nervenbahnen usw...Und es geht ganz klar in eine Richtung bei den Therapien und das sind neurobiologische Ansätze. Es sind die Neurowissenschaftler, die Neurobiologen und alle, die in dieser Richtung forschen, die in den letzten Jahren die Psychotherapie in eine Richtung geführt haben, die sehr erfolgreich arbeitet. Ja, wir sind alle individuell und trotzdem sind wir in aller erster Linie einfach mal nur erst Menschen. Hast Du Menschen vor Dir, sind sie auffällig verschieden. Hast Du von den selben Menschen Bildaufnahmen vom Gehirn gibt's, wenn überhaupt nur wenige Abweichungen. Wir sind im Kern gleich und deshalb funktionieren bestimmte Strategien bei fast allen Problemlagen. Für den Großteil der Menschen gilt, dass ihr Gehirn neuroplastisch ist und daran knüpfen diese Ansätze an und deshalb ist es egal, ob wir von Zwängen reden, von Angst, von Borderline, von PTBS, von Schizophrenie, vom Schlaganfall. Die Neuroplastizität ist das Tor, durch das viele Therapieerfolge nur möglich sind.

Wer das heute noch bestreitet, der ist entweder uninformiert oder irre.

Und was Anderes war nie Inhalt meiner Statements. Und wenn Menschen so unvernünftig verhalten und die krankmachenden Netzwerke mit Energie befeuern und aktiv halten, dann werden die sich nicht mehr verbessern. Und genau in die Kerbe haut diese Selbstmitleids- und Bedauernmasche.

Ich verabschiede mich hiermit und wünsche viel Spaß auf dem weiteren Leidensweg, den hier garantiert einige vor sich haben!

15.06.2012 20:48 • #123


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E
Kein Grund zur Sorge!
Die Arzthelferin DARF nichts sagen, selbst wenn du das tollste und beste und harmloseste Ergebnis aller Zeiten hast
Nur der Arzt selbst darf dir die Auswertung verkünden, und manche rufen lieber zurück udn manche sagen: kommen sie vorbei. Das hängt schlicht und ergreifend mit der jeweiligenPraxisorganisation zusammen.
Und da das für alle Patienten so gilt, musste sie auch nicht in deine Akte gucken....

#2


D
ABER Ich habe den Arzt doch gefragt, als er mir das Ding anlegte. Ich fragte: Muss ich noch mal vorbei kommen? Und er sagte: Anruf genügt und eilte davon. Außerdem habe ich selbst gesehen, dass er ans Telefon an der Anmeldung kommt und Ergebnisse durchsagt und als mein Mann dort mal wegen einer Darmsache war, gab die Arzthelferin auch an den Arzt weiter und der sagte ihm das Ergebnis am Telefon.

Und wieso redet die von Fragen und Tabletten?? Dann steht doch da was im Raum oder nicht. Was will er mich denn fragen?

Können Panikattacken das Ergebnis verfälschen? Hinterher gelte ich als herzkrank. Obwohl ich in Wahrheit nix habe und dann schlucke ich Tabletten, was ich nicht vor habe mit gerade mal 29 Jahren. Ich bin doch keine Oma, die was am Herz hat! Woher soll ich was am Herz haben einfach so? Und warum wurde das dann nicht beim Ruhe EKG gefunden?

Also kann es an den Panikattacken liegen? Der deutet das dann doch anders! Toll. Wenn DAS von den Panikattacken ist, dann habe ich es zu weit "getrieben" mit dem schei. und meiner ANgst vor Krankheiten.

Oder es ist andersrum. Und ich habe gar keine Panikattacken, sondern wirklich was am Herz. Aber wieso sollte ich das dann nur haben, oder stärker, wenn ich alleine zu Hause bin oder wenn ich zu Fuß unterwegs oder beim Einkaufen bin? Und Herzkranke bilden sich doch sicher nicht ständig ein, dass sie umfallen, wenn sie mit den Kindern alleine sind. In meiner Familie gab es keine Herzkrankheiten. Und Ruhe EKG und Ultraschall waren doch auch ok.
Aber wenn doch was ganz schlimmes wäre, hätte man mich doch sofort ins Krankenhaus gesteckt oder? Ich weiß nicht, wie ich bis morgen überleben soll.

#3


B
Ich bin doch keine Oma, die was am Herz hat! Woher soll ich was am Herz haben einfach so?



entschuldige bitte,wozu dann das ekg,wenn du dir sicher bist nix zu haben?

#4


D
Ich dachte doch, dass das von den Attacken kommt und dass der Arzt mir deshalb sagen wird, dass ich nix habe. Nun soll ich dorthin kommen und weiß überhaupt nicht mehr, wonach mir der Kopf steht. Wenn ich doch was am Herz hätte, wäre ich doch längst umgefallen, oder? Oder ich wäre leicht außer Puste? Oder hätte blaue Lippen? Ich habe nie geraucht oder Alk. getrunken. Bin schlank und jung. Ich werde irre, wenn ich jetzt was am Herz habe. Andererseits denke ich mir, dass die Attacken das EKG vielleicht verfälscht haben.

#5


G
Wie kann man sich eigentlich selber so reinsteigern und verrücktmachen?

Andere Menschen beruhigen sich in so einer Situation einfach selber und sagen sich:"Das ist halt der Ablauf in einer Praxis!" und gut is!!

Selbst, wenn da was sein sollte, wird Dir nix übrig bleiben, als es dann zu händeln. Der wahrscheinlichste Fall ist, dass da mit 29 (?!!) GAR NIX ist!!

Und im schlimmsten Fall wäre es ganz schlimm, aber dann wärst Du vermutlich auf der Intensivstaion, in einem Krankenwagen oder schon tot...

Also solltest Du doch mal versuchen, Dich runterzuregeln, statt immer weiter drüber nachzudenken, was Du haben könntest oder nicht haben könntest, oder?

Sich verrückt machen und den sterbenden Schwan geben ist ja nun auch nix sonderlich Vergnügliches. An dem, was das Leben schickt, kann man nichts ändern, aber an der Art, wie man damit umgeht, schon. Es wäre gut, zu lernen, wie man sich gefühlsmäßig kontrollieren kann, und Gelassenheit zu üben.

In einem Forum kann Dir keiner sagen, was bei Deinem EKG nun rausgekommen ist, da wirst Du halt doch warten müssen, bis der Arzt mit Dir reden kann.

#6


C
Nun muss man aber auch mal sagen, dieses sich verrückt machen ist aber dann oft einfach auch Teil der Erkrankung/Störung. Nicht falsch verstehen, aber (fast) jeder der sich hier anmeldet oder auch schon länger hier ist, ist krank. Das muss man vielleicht mal so deutlich sagen.

#7


G
Da geb' ich Dir gerne recht, crazy, und das alles ist nicht angenehm. Aber wenn man nicht krank bleiben will, dann muss man was ändern, damit sich das Kranksein in ein Gesundsein ändern kann. Ängste sind nun mal Symptome, die das Gehirn selber produziert. Jeder Mensch könnte was am Herzen haben oder einen noch unerkannten Krebs etca.pp.. Trotzdem machen sich die meisten Menschen keine Gedanken über sowas, leben den Alltag und hängen solchen Vorstellungen und Phantasien nicht nach, sondern blenden aus.

An unserer körperlichen Verletzlichkeit, an Krankheiten, am Tod irgendwann kann keiner was ändern. Aber man kann ändern, sich ständig mit solchen Gedanken und Vorstellungen zu belasten. Und wenn man das nicht macht, dann landet man hier und sitzt zäneklappernd mit Panik in den Augen vorm PC und mal sich in düsteren Farben sein baldiges Ableben nach vielen Schmerzen aus.

Wenn man das nicht will, sollte man sich langsam aus seiner Erkrankung raussteigern und eine realistische Wahrnehmung entwickeln.

So bitter es ist: Angsterkrankungen hält der Patient - wenn auch unwissenderweise und unabsichtlich - selber aufrecht. Es geht nicht von einem Tag auf den anderen, aber so, wie man Angsthaben trainiert hat, kann man es sich auch wieder abtrainieren, sozusagen verlernen. Es schadet nix, wenn man sich dabei ab und zu dann selber albern vorkommt, das ist ein Zeichen dafür, dass man Gefahren wieder realistischer einstufen kann in echte Gefahr und Pseudo-Gefahr.

Psychisch kranke Menschen erwarten immer Sensibilität. Aber es hilft leider meistens nichts, wenn man sich mit der Erkrankung anderer auch noch verstrickt.

#8


M
Zitat von derhimmelmusswarten:
Dienstag auf Mittwoch habe ich ein Langzeit-EKG bekommen und heute habe ich dort angerufen, weil der Arzt sagte, telefonische Anfrage würde reichen. Ich rufe an, nenne Namen und frage: Ich sollte wegen dem Langzeit-EKG fragen. Oder bin ich damit noch zu früh dran.
Antwort: Damit sind sie noch zu früh dran. Kommen Sie in die Sprechstunde. Ich: Aber der Arzt hat doch gesagt, ich solle nur anrufen. Sie: Ja, ob die Auswertung fertig ist. Morgen Nachmittag haben wir Sprechstunde. Kommen Sie dann her, wenn der Doktor noch Fragen hat. Wenn Sie Tabletten bekommen oder so. Ich: Aber ich bekomme doch gar keine Tabletten. Sie: Ja da müssen sie in die Sprechstunde kommen. Ich: Ich habe nun einen Schreck bekommen. Ist denn da was Schlimmes bei raus gekommen? Sie: Sie müssen halt mit dem Doktor darüber sprechen.

Ich sterbe vor lauter Angst. Diese dumme Kuh. Warum sagt die mir nix und sagt, ich solle vorbei kommen, wenn der Arzt sagt, ich solle nur anrufen. Und warum bitteschön weiß sie das sofort ohne dass sie in meine AKte hätte gucken können? Sie sagte das ja direkt wie aus der Pistole geschossen. Wie soll ich nun bis morgen aushalten? Ich werde verrückt. Hat der Arzt ihr nun gesagt, dass was gefunden wurde? Hat sie das selbst gesehen? Wurde darüber geredet?

Ich bin keine 30, Vor 10 JAhren war das EKG ok, Ruhe EKG vor ein paar Wochen war auch ok. Ich drehe durch. Was soll ich denn nun tun? Wie kann man am Telefon so die Leute in Angst und Schrecken versetzen?

Hätte ich doch bloß nicht angerufen. Erst recht nicht an einem Tag, wo keine Sprechstunde mehr ist.



Hallo!
Meiner Meinung nach liegt da jetzt nicht verdächtiges an dem Gespräch. Bei meiner Schwiegermutter war das auch, sie bekam einen Anruf sie soll zum Arzt schauen, der Befund ist fertig, meine Frau meinte auch sofort, dass kann nur negativ sein,amsonsten würde keine Sprechsstundenhilfe anrufen.

Auch wenn das EKG ohne Befund ist, wir der Arzt das dennoch genau besprechen wollen und das nicht mittels Sprechsstundenhilfe mitteilen lassen, da ist eh nichts, der Arzt sagt, sie brauchen nicht mehr vorbeischauen, das würde mich auch unseriös klingen.

Eher klingt das jetzt so, dass sie in der Tat nichts weiss, sie sagte ja nur schauen sie einfach in die Sprechsstunde, falls es noch Nachfragen gibt, vielleicht hat sich die Sprechsstundenhilfe bedrängt gefühlt, weil du energisch nachgefragt hast und dann kam eben die poppige Antwort, dass müssen sie mit dem Arzt besprechen....
Alles Gute, es wird sicher alles gut ausgehen.
Mark47

#9


G
Wenn man das Ergebnis noh nicht kennt, macht es einen immer unruhig. Ich kann verstehen, dass du verunsichert bist. Aber wenn der Arzt etwas negatives gesehen hätte, hätte er sicher angerufen oder anrufen lassen. Wenn man dich in die Praxis ruft, hat das natürlich auch finanzielle Gründe. Da kriegt der Arzt doch viel mehr für.

Mach dir keinen Kopf. Das bringt sowieso nichts! Durch verrückt machen erfährst du auch nichts näheres und wahrscheinlich ist das Ergebnis sowieso gut - weil, sonst hätte er angerufen!

Manche Sprechstundenhilfen sollten echt mal im Umgang mit Patienten besser geschult werden. Die denken gar nicht darüber nach, was sie für einen Eindruck hinterlassen. Ich hatte auch mal so eine Dame und ich bin dann auch so, dass ich gleich nach ihren Namen frage und möglichst schon am Telefon sage, wie mir ihre Art gefällt! - Immer direkt, freundlich, aber bestimmt. Ich habe mich auch schon mal bei einem Arzt über seine Sprechstundenhilfe beschwert!

Also keinen Kopf machen! Und wenn du beim Arzt bist, sage ihm ruhig, welcher Eindruck bei dir enstanden ist durch dieses Telefonat. - Und weise ihn auch darauf hin, dass er erst gesagt hat, dass du nicht kommen bräuchtest.

#10


G
Ja, man kann sich natürlich mit Arzthelferinnen anlegen (Die haben auch sonst in einer nicht-psychiatrischen Hausarztpraxis nix zu tun, als sich auf Angstkranke besonders sensibel einzulassen...), sich beim Arzt direkt auch noch beklagen und beschweren....

Und man kann sich in alle möglichen und unmöglichen Ängste reinkatapultieren, weil man sich wüste Horrorszenarien ausmalt...

Und sicher kann man sich vor allem fürchten, weil wir tausend und mehr Faktoren in unserer Umgebung nicht kontrollieren und beherrschen können (Übrigens Fukushima strahlt immer noch, bloß nicht vergessen!! Und immer fleißig dran denken, wieviele Atomkraftwerke es weltweit gibt, die hochgehen können...)...

Und wenn man so eine Haltung pflegt und so einen Umgang mit sich selber, dann wird schon irgendwann was im EKG sein, was wirklich ernst ist. Wenn man seinen Körper mit solchen Denkmustern unter Dauerstress setzt, dann wird man sich schon irgendwann wirklich beim Kardiologen wiederfinden. Das ist nicht unwahrscheinlich. Aber vermutlich wird man dann eher 59 sein und hat 30 Jahre lang damit gerechnet, dass man bald an x oder y oder z sterben wird. Das ist ja eine tolle Lebensqualität!

Das Zauberwort heißt Psychohygiene: Man sollte sich nicht alles Mögliche ausdenken, sich einreden, sondern das Meiste einfach gar nicht erst wirklich an sich ranlassen.

Ich hab' vor zwei einen Unfall gehabt, die Hand ist total kaputt, alles genäht, Stunden war ich unterwegs vom Hausarzt zum Krankenhaus, weil ich nicht mit der Hand Autofahren konnte und wegen Gleisreperatur die Bahn nicht fuhr usw...Das war alles blöde, wusste man aber vorher nicht. Mit den klaffenden Wunden war ich endlos bei Affenhitze in Brust unterwegs und wusste nicht, ob das alles wieder wird oder nicht und vielleicht nur noch Grundfunktionen an der Hand erhalten werden können. Es ist immer noch nicht zu, die Fäden sind noch drin. Ja, schön, demnächst werden dann 30 Stiche Faden gezogen, wird auch lustig.

Das ist das Leben und man kann es nicht aufhalten. Was kommt, kommt! Und was nicht kommt, kommt nicht! Und wenn man noch soviel Angst hat und vorausdenkt, damit kann man nichts verhindern. Aber eine bescheidene Lebensqualität ist einem damit sicher!

Kann ich nicht so ganz nachvollziehen, dass man sich auf solche Ängste dann immer wieder einlässt, wo man doch sieht, sie sind abwegig, wiederholen sich und es ist dann doch in aller Regel einfach nichts dran?!

#11


Schlaflose
Das sind im Prinzip auch die Worte meines Therapeuten!

Viele Grüße

#12


T
Darf ich fragen was raus gekommen ist?

#13


G
Zitat von Schlaflose:
Das sind im Prinzip auch die Worte meines Therapeuten!

Viele Grüße




Ja, vielleicht sind wir beim gleichen Thera?

Meiner hat aber noch viel fiesere Kommentare drauf als das da oben.

Wenn ich mit sowas angekommen wäre, hätte er gesagt: "Und? Haben Sie sich schon um einen Sarg gekümmert?"

oder "Was haben Sie denn geplant, wie lange wollen Sie denn noch vor ... Angst haben? 1 Jahr? Oder 2 Jahre? Oder 10 oder 20? Wieviel Lebenszeit wollen Sie noch damit verschwenden, vor Angst zu zittern, um dann festzustellen, dass es alles für die Katz' war?" .

Ist ganz hilfreich, wenn man mal damit konfrontiert wird, wie dusselig man sich im Umgang mit dem Leben anstellt und was man sich auch alles kaputt damit macht. Irgendwann langt's einem dann doch und man tut endlich, was man schon lange hätte tun sollen: LOSLASSEN und die Dinge auf sich zukommen lassen!

#14


Christina
Zitat von Grille:
Kann ich nicht so ganz nachvollziehen, dass man sich auf solche Ängste dann immer wieder einlässt, wo man doch sieht, sie sind abwegig, wiederholen sich und es ist dann doch in aller Regel einfach nichts dran?!
Das ist der "Witz" bei einer Angststörung... Der Umgang mit Ängsten und Befürchtungen ist eben nicht "normal" oder angemessen und das lässt sich oft nicht einfach mit Psychohygiene beheben, sondern erfordert eine ebenso professionelle Therapie wie andere Störungen. Das runterzubrechen auf "gesunden Menschenverstand" ist etwa so sinnvoll, wie einem PTBS-Betroffenen zu sagen, er möge sich gefälligst einkriegen, denn das traumatische Ereignis sei doch längst vorbei.

Zitat von Grille:
Meiner hat aber noch viel fiesere Kommentare drauf als das da oben.
Innerhalb einer tragfähigen therapeutischen Beziehung und abhängig von den beteiligten Persönlichkeiten mag das okay oder hilfreich sein. Außerhalb einer therapeutischen Beziehung ist es meist nur fies.

BTT: Wenn man der Arzthelferin nicht gleich am Telefon energisch erklärt, dass man mit dem Arzt besprochen hatte, sich das Ergebnis telefonisch mitteilen zu lassen, bestellen die einen immer in die Praxis - für den bezahlten Händedruck... Ich hätte darauf bestanden, mit dem Arzt persönlich zu sprechen, bzw. um Rückruf gebeten. Dann kann er es als telefonische Beratung abrechnen und alle sind zufrieden. So doll Bedrohliches kann beim Dauer-EKG auch gar nicht rauskommen. Es deckt Herzrhythmusstörungen auf und ggf. einen zu hohen Puls. Herzkrankheiten zeigen sich im Sono und evtl. noch im Belastungs-EKG.

Liebe Grüße
Christina

#15


G
Zitat von Christina:
Zitat von Grille:
Kann ich nicht so ganz nachvollziehen, dass man sich auf solche Ängste dann immer wieder einlässt, wo man doch sieht, sie sind abwegig, wiederholen sich und es ist dann doch in aller Regel einfach nichts dran?!
Das ist der "Witz" bei einer Angststörung... Der Umgang mit Ängsten und Befürchtungen ist eben nicht "normal" oder angemessen und das lässt sich oft nicht einfach mit Psychohygiene beheben, sondern erfordert eine ebenso professionelle Therapie wie andere Störungen. Das runterzubrechen auf "gesunden Menschenverstand" ist etwa so sinnvoll, wie einem PTBS-Betroffenen zu sagen, er möge sich gefälligst einkriegen, denn das traumatische Ereignis sei doch längst vorbei.

Zitat von Grille:
Meiner hat aber noch viel fiesere Kommentare drauf als das da oben.
Innerhalb einer tragfähigen therapeutischen Beziehung und abhängig von den beteiligten Persönlichkeiten mag das okay oder hilfreich sein. Außerhalb einer therapeutischen Beziehung ist es meist nur fies.



Das kommt drauf an, wer es liest. Ich gehe davon aus, dass Menschen, die eine psychische Erkrankung haben, diese auch loswerden wollen. Natürlich sind sie krank und können es nicht einfach ändern, konnte ich auch nicht. Daher braucht's ja Profis. Aber es ist auch nicht so, dass man mit einer psychischen Erkrankung nun geistig umnachtet wäre und ich gehe davon aus, dass gewisse Lerneffekte auch trotz psychisch krank drin sind, sofern jemand lernen will. Einfach nur seinen Gefühlen und Ängsten nachzudackeln, ohne zu versuchen, da kognitiv dran zu gehen, wird nie was werden. Ich sehe in Foren sehr viele, die sich beklagen über eine mieserable Lebensqualität und es stimmt, solche Erkrankungen sind die Hölle. Aber die Erwartung, dass die Angst weggeht, ist eine Sackgasse. Sie geht nie weg, das Einzige, was die ganze Problematik löst, ist damit aufzuhören, Angst zu haben, und dem geht voran, dass man aufhört, sich Angst zu machen. Man kann die Gefühle nicht einfach laufen lassen, sondern der Versand muss dazu geschaltet werden und das muss trainiert werden, dann kriegt man wieder Kontrolle. Das gilt so auch für Traumapatienten. Um die miese Eigenarbeit kommt kein Mensch rum, der was ändern möchte.

Die meisten Menschen finden Konfrontation und Provokation hart. Ich finde hart, wenn jemand in seiner Erkrankung stecken bleibt, weil er keine Ansätze findet, sie loszuwerden. Viele gehen davon aus, dass die Angst ein schlimmes Monster ist, dass sie überfällt. Tatsächlich ist es doch so, dass sie alles herziehen, was ängstigt und versuchen, diese Dinge dann unter Kontrolle zu kriegen. Aber Kontrolle ist eine Illussion. Viele suchen den sicheren Boden und kapieren nicht, dass der Boden überall schwankt und sie lernen müssen, auch auf schwankendem Boden das Gleichgewicht zu halten.

Ja, das ist harte Arbeit an sich selbst, die das verlangt und viel geistige Disziplin erfordert das, viel aushalten. Aber Kranksein ist nicht leichter.

Der Vorführeffekt ist oft auch ein guter Lerneffekt, wenn man sich 10 Mal den Kopf an die Wand geschlagen hat, braucht man doch auch kein 11. Mal, um zu wissen, dass man das bleiben lassen kann, weil's nix bringt, aber weh tut und schadet. Mit Ängsten ist es genau das gleiche Spiel. Bleiben lassen! Dann hört's auf, vorher nicht.

Ich weiß, es ist hart, aber lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende.

#16


G
Das Problem mit der Angst ist ja, dass Menschen ein Bedürfnis nach Sicherheit und damit auch Kontrolle haben.

Aber man kann weder alles kontrollieren, noch gibt's 100 % Sicherheit. Man kann sich gegen das Meiste schützen, aber nicht gegen alles. Was dann noch kommt, wenn man sich geschützt hat, ist Schicksal.

Die Welt ist überall unsicher, die Menschen sind unsicher, das Leben ist unsicher, überall.

Wir können keine vollständige Sicherheit für uns herstellen. Wir sind nicht und nie sicher, erst recht nicht gegen Krankheit und Tod.

Das, womit man die Angst kleinkriegt, ist, zu lernen, sich sicher ZU FÜHLEN, obwohl es NICHT SICHER IST.

Das ist der Trick und der ist allgemeingültig für jede Phobie und für jede Angst. Wer den nicht lernt, der wird Angst haben.

Diese ständigen Versuche, sich zu beruhigen oder beruhigen zu lassen, helfen nur kurzfristig, aber es geht wieder los, wenn der Betroffene selber die Angst immer wieder mit dem eigenen Gehirn "produziert".

#17

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D
@Grille. Du bist gut. Wegen unserer Ängste sind wir doch alle hier. Hätte ich die Ängste nicht, würde ich kein Langzeit-EKG machen lassen. Ich habe heute Nachmittag probeweise in der Praxis angerufen, weil ich hoffte, der Arzt würde dann persönlich ran gehen. Ging er auch. Aber er meinte, ich solle die Arzthelferin anrufen, sonst müsste er ja jetzt die Akte suchen Die Arzthelferin hätte ja sagen können: Nach einem Langzeit-EKG muss man grundsätzlich kommen etc. Und nicht was von "mit dem Arzt sprechen" und "Tabletten" faseln.

#18


G
Tja, die Frage ist aber, ob Du Deine Ängste ablegen willst, oder?

Es gibt x Leute, denen das nicht soviel ausgemacht hätte wie Dir, die hätten "cooler" reagiert.

Und Du musst Dich auch nicht verrückt machen, bis Du mit dem Arzt reden kannst. Du kannst Dir auch sagen, dass Du halt ein ängstlicher Mensch bist und das jetzt wieder eine Überreaktion ist und Dich ablenken, rausgehen, spazierenlaufen und an was Anderes denken. Du hast die Wahl, auch wenn's Dir so nicht vorkommt.

Und ja, diese Praxis, klingt nervig, aber ziemlich alltäglich und durchschnittlich... Ist die Frage, ob man sich deswegen aufregen möchte oder es sich lieber sparen will?

Ich find's kritisch, die perfekte Welt und perfekte Behandlung im Umgang mit anderen Menschen zu erwarten; die wird meistens doch enttäuscht und das kann man vorab vermeiden, indem man mit einer realistischen Einschätzung in solche Kontakte geht.

Kannst Du Dir vorstellen, dass Du für die nur irgendeine unwichtige Patientin bist und für die das Ganze nicht die Priorität hat, wie das EKG für Dich mit Deiner Angsterkrankung hat?

Du erwartest da einfach zuviel und dann kriegste die Krise, wenn es nicht läuft, wie Du Dir vorgestellt hast. Die haben gut zu tun und manchmal sagt halt jemand was und verhält sich dann anders als vorher abgesprochen. Das ist eine ganz normale Panne, die jeden Tag überall mal vorkommt.

#19


Christina
Zitat von Grille:
Die meisten Menschen finden Konfrontation und Provokation hart. Ich finde hart, wenn jemand in seiner Erkrankung stecken bleibt, weil er keine Ansätze findet, sie loszuwerden.
Das ist es nicht, worum es mir hier geht. Es geht mir um Ratschläge und quasitherapeutische Interventionen, nach denen nicht gefragt wurde. Das finde ich ebenso übergriffig wie halbgare psychoanalytische Deutungsexzesse in Psychoforen.

Zitat von Grille:
Diese ständigen Versuche, sich zu beruhigen oder beruhigen zu lassen, helfen nur kurzfristig, aber es geht wieder los, wenn der Betroffene selber die Angst immer wieder mit dem eigenen Gehirn "produziert".
Dennoch ist es die Entscheidung des Einzelnen, ob er um Beruhigung bittet oder nach Strategien fragt, die Störung als solche zu beheben.

Liebe Grüße
Christina

#20


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