Zitat von Grille:Wenn jemand so "besessen" von seinen Ängsten ist, dass der Alltag so beeinträchtigt ist (noch dazu, wenn da Kinder sind, die eine psychisch gesunde Mutter für ein (psychisch) gesundes Großwerden brauchen), sollte endlich den richtigen Schritt machen und eine amulante Therapie oder noch besser stationäre Therapie in die Wege leiten und wirklich endlich anfangen, an sich konsequent und mit eisernem Willen an sich arbeiten, damit er mal wieder "normal" wird, statt alle möglichen somatischen Einrichtungen abzuklappern und sich selbst und oft auch den Angehörigen gehörig das Leben zu versauen.
Das kann man erwarten, dass ein erwachsener Mensch mal die Verantwortung für sich übernimmt und für die Kinder, die er in die Welt gesetzt hat. Aber man kann auch einfach mit dem Theater weitermachen und so - wie oben im Link beschrieben - den eigenen Kindern auch noch die Hypochondrie als Muster einpflanzen.
Hallo,
das ist ein superwichtiger Punkt mit den Kindern! Auch wenn ich es vielleicht jetzt nicht soooo hart ausdrücken würde, aber in der Sache an sich ist das absolut korrekt. Es bringt nix, um den heissen Brei herumzureden. Wenn ich alleine da stehen würde, könnte ich mich schön in meinen Krankheitsängsten aalen. Es bin ja nur ich, die darunter leidet. Und eventuell das erwachsene Umfeld, das diese Nummer bis zu einem gewissen Grad mitmacht und unterstützt. Aber wenn Kinder im Spiel sind, sieht die Sache nochmal etwas anders aus. Dennoch handelt es sich dabei auch um eine psychische Störung, die mitunter über Jahre vor sich hin gärte und wachsen konnte. Niemand sucht es sich, trotz Krankheitsgewinn, bewusst aus, so zu sein. Und es ist ein individuell unterschiedlich langer Weg zu der Erkenntnis zu gelangen, dass Hilfe notwendig ist, um aus dieser Schleife der Selbstbeobachtung und dem Ziehen vollkommen falscher Schlüsse herauszukommen. Für mich sind meine Kinder die größte Motivation eine Änderung in meinem Leben, in meinem Denken und in meinen Handlungen herbeizuführen. Und im Moment klappt das - toitoitoi - ganz gut. Ich nehme mit ihnen am Leben teil, wir unternehmen viel miteinander und wenn ich beim Autofahren oder auf dem Spielplatz eine Panikattacje oder Herzrasen o.ä. bekomme, reisse ich mich für sie zusammen und lasse mir nichts anmerken. Abends, wenn die beiden pennen, renne ich dann schonmal heulend und hysterisch rum und denke, das Ende ist nah. Aber das ist zum Glück selten geworden. Aber das ist ein Weg, der gegangen werden muss. Und ich denke, wenn die Beziehung zu den Kindern halbwegs stimmt und die Kinder eventuell noch andere Bezugspersonen haben (Papa, Großeltern, Kindergarten) nehmen sie noch keinen "Schaden" wenn ihre Mutter eine schwierige Phase hat und sich auf dem Abschnitt des Weges befindet, wo es ihr noch nicht so gut gelingt ihre Ängste zu verbergen. Natürlich nur in einem gewissen Rahmen. Ich glaube, dass die Kinder nicht nur mitbekommen, dass da etwas im Argen ist, sondern dass sie dann auch mitbekommen, dass ihre Mama oder ihr Papa, je nachdem wer betroffen ist, an sich arbeitet und dass sie auch die Fortschritte mitbekommen. Und daraus in gewisser Weise lernen, dass es Krisen gibt und dass es den Weg daraus gibt.
Bitte versteht mich nicht falsch, ich will damit nicht sagen "Bitte setzt Eure Kinder ungehemmt Euren psychischen Problemen aus!" sondern ich will nur insofern relativieren, dass ich die Aussage von Grille mit den Kindern absolut korrekt finde, aber nicht ganz so schwarz-weiss sehe.
Liebe Grüße
Seitanschnitzel
PS: Bitte haut mich nicht alle auf einmal.