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RicoBee
Hallo allseits

Im Grunde bin ich vermutlich ein völlig durchschnittlicher Hypochonder, und das seit über 10 Jahren. Angefangen hat das damals, dass ich mich einfach matt und rundum nicht gut gefühlt hab. Bin dann (entgegen meiner Natur - siehe weiter unten) zum Hausarzt, der meinte nach einer Rundum-Untersuchung, das sei vermutlich Stress. Es gab einen Monat lang Multivitaminkapseln (oder so was, ich weiss es nicht mehr). Besser ging es dann zwar, aber immer noch nicht richtig gut. Also hab ich den Fehler aller Fehler gemacht, und meine Symptome gegooglet. Der Rest ist wohl die Geschichte, die hier viele schon in- und auswendig kennen. Man ergooglet sich eine immer länger werdende Liste vor allem lebensbedrohender Krankheiten, die "Symptome" weiten sich auf jedes Kribbeln, jeden Pickel und jedes Zwicken aus, und ehe man es sich versieht, ist man in der Abwärtsspirale, bei der man nicht mehr weiss, was man sich einbildet, was wirklich ein Symptom ist, usw. Bei mir entwickelten sich mit der Zeit eine regelrechte Angst vor Krankheiten aller Art, ab und zu Panikattacken, zuweilen Schwindelanfälle usw.

Ich weiss, viele von euch hier haben eine Ärzteodyssee hinter sich. Ich nicht. Denn mich kriegt man mittlerweile nur noch zum Arzt, wenn ich praktisch schon mit einem Bein in der Kiste stehe. Das liegt zum einen natürlich daran, dass der Arzt ja meinen Verdacht bestätigen könnte. Andererseits auch an der Geschichte meiner Familie (sagen wir einfach, dass KH-Aufenthalte in der Regel nicht unbedingt gut ausgingen). Von daher versuche ich mein Päckchen allein zu tragen und zu bewältigen.

Wie ich das mache? Mit Atemübungen, dem Studium von Zen-Buddhismus, Musikhören, Beschäftigungstherapie, Selbstgesprächen und öfter mal mit dem guten alten Einrollen und die Decke über den Kopf ziehen. Geht es voran? In der Theorie ja, in der Praxis mal mehr mal weniger. Aber das kennt ihr sicher auch alle, dass man manchmal alles im Griff hat und dann plötzlich ein Winhauch genügt, um einen umzuhauen.

So, und damit ist meine Geschichte in groben Zügen auch schon erzählt. Erkennt sich der eine oder die andere darin wieder?

LG Rico

12.01.2015 00:34 • 12.01.2015 #1


20 Antworten ↓


Also ich erkenne mich da nirgendwo wieder, aber ich finde es wirklich gut, wie Du Dir Wege gesucht hast um damit "halbwegs" klarzukommen, da Dir bewusst ist, dass es nur ein Streich Deiner Psyche und letztendlich alles nur Einbildung ist.

Weiter so...!

12.01.2015 00:38 • #2



Hypochonder und Iatrophobie

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RicoBee
Naja, zumindest ist es mir zeitweise bewusst. Noch viel zu oft setzt das rationale Denken aber noch aus und die Panik ein. Aber hey, ich hab ja noch ein paar Jährchen Zeit, vielleicht packe ich das noch

12.01.2015 00:43 • #3


Hallo Rico, ein klassischer verlauf. Natürlich erkenne ich mich darin wieder.

12.01.2015 00:46 • #4


RicoBee
Hi Abra

Ja ja, das dachte ich mir schon. Aber es ist ja schon schön zu wissen, dass man nicht der einzige ist.

12.01.2015 00:51 • #5


SALSA1968
Hi,

Ich erkenne mich auch in deiner Beschreibung wieder.

Auch ich bin nicht der typische Hypochonder, der von Arzt zu Arzt rennt und untersucht werden will.
Im Gegenteil, ich habe ne regelrechte Ärzte Phobie entwickelt, gehe auch nur noch hin, wenn es unbedingt sein muss und fühle mich sehr unwohl bei Ärzten.

Und den anderen genannten Punkt kenne ich auch:
es gibt Tage, da ist alles gut und mir geht es gut wie vor der angsterkrankung.
Ich denke, was war das denn, die letzte Zeit, es ist doch alles gut.
Und wusch, es passiert irgendwas, und die Angst ist wieder voll da.

Herzlich willkommen im Forum.

LG

12.01.2015 23:32 • #6


Celestine
ich oute mich jetzt mal als unwissend: was ist LATROPHOBER?

12.01.2015 23:36 • #7


SALSA1968
Ich habe es schon gegoogelt, gibt es nicht
Vielleicht ein Tippfehler?
Kläre uns bitte auf, Rico

12.01.2015 23:43 • #8


Celestine
Ja, ich glaube auch, dass es ein Tippfehler ist. Mr. Google Allwissend hat zumindest keinen blassen Schimmer

12.01.2015 23:45 • #9


MrsAngst
Ich erkenne mich da schon wirklich wieder mit dem unterschied dass ich wohl zu Ärzten gehe, obwohl ich da nur Phasenweise wirklich schlimm war.
Aber in dem Windhauch und schon hat man die Angst nicht mehr im Griff, setze ich momentan sehr auseinander.
Ich hab momentan eine stressige Phase und ich spüre Tag für Tag wie meine Angst wieder wächst und ich machtlos bin.
Nur das Googeln wende ich erfolgreich von mir ab, weil ich einfach schon zuviel weiß ohne das ich Googlen muss und weil ich nicht so doof sein will um mich richtig reinzusteigern.

12.01.2015 23:49 • #10


RicoBee
Latrophobie ist die Angst vor dem Arzt. Vielleicht ist meine Rechtschreibung auch für die Tonne - wäre ich dann ein Latrophobiker? Wobei mir bei "biker" immer gleich "Born to Be Wild" in den Sinn kommt

@ SALSA Danke dir Wie man bei uns so sagt: Wir scheinen im selben Spital krank zu sein.

@ MrsAngst Ja das ist das blöde beim Googlen: Was man einmal gelesen hat, ist dann gleich wieder beim kleinsten Symptom da. Aber wenn man sich mal erinnern soll, was man vor zwei Tagen zum Abendessen hatte...

12.01.2015 23:51 • x 1 #11


Celestine
Zitat von RicoBee:
:D Latrophobie ist die Angst vor dem Arzt. Vielleicht ist meine Rechtschreibung auch für die Tonne - wäre ich dann ein Latrophobiker? Wobei mir bei "biker" immer gleich "Born to Be Wild" in den Sinn kommt


der war gut

12.01.2015 23:58 • #12


MrsAngst
Haha, ich bin ein Idot gerade Google aufgeschlagen

13.01.2015 00:00 • #13


Nee Alter, das heisst Iatrophobiker, mit "i" am Anfang. Kenn ich. Seit mehr als 30 Jahren dabei. Und auch alles andere kann ich unterschreiben. Und wenn man sich nicht um sich selber sorgt, dann halt um andere, Familie oder die Kinder im speziellen. Auch ich versuche mein Päckchen größtenteils allein zu tragen. Meine Frau weiss aber darum und unterstützt mich sehr. Ich will sie und mein Umfeld aber nicht zu stark belasten. Musik und Sport machen sind auch mir grosse Hilfen, desweiteren Unmengen an hochdosierten Vitaminen. Philosophie kann auch helfen. Viele Grüsse

13.01.2015 00:17 • #14


SALSA1968
Zitat von Celestine:
Zitat von RicoBee:
:D Latrophobie ist die Angst vor dem Arzt. Vielleicht ist meine Rechtschreibung auch für die Tonne - wäre ich dann ein Latrophobiker? Wobei mir bei "biker" immer gleich "Born to Be Wild" in den Sinn kommt


der war gut


Ja, sehr sehr gut:

13.01.2015 00:27 • #15


RicoBee
@ rachmaninoff Hei der daus, da hab ich jahrelang Falschinformationen verbreitet und keiner hat mich korrigiert. Dank dir für die Aufklärung!

13.01.2015 00:37 • #16


Ich hoffe, dass das nicht besserwisserisch rübergekommen ist.

13.01.2015 00:40 • #17

Sponsor-Mitgliedschaft

MrsAngst
Soll ich den Thread korrekt umbennen?

13.01.2015 00:48 • #18


RicoBee
Wenn du möchtest, gern.

13.01.2015 00:49 • #19


MrsAngst
Jetzt ist nie wem aufgefallen, dass du eine Fehlinfo bzgl. dieses Begriffes hattest

13.01.2015 00:52 • #20



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