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Hallo zusammen,

ich lese schon lange mit und heute habe ich beschlossen mich hier anzumelden, denn ich finde, dass es ein angenehmes Forum ist, wo die Leute respekt voreinander haben.

Nun, mein Problem ist meine Herzphobie! Diese macht mir seit vielen Jahren zu schaffen.
Hauptproblem ist, dass ich Angst vor zu hohem Blutdruck habe und habe somit leider oft den Zwang ständig und oft Blutdruck zu messen. Bei guten Werten bin ich kurzfristig beruhigt... ist der Wert über 128/75 werde ich schwer nervös und dann steigt natürlich auch der BD!
Hatte nie Probleme mit Bluthochdruck - außer in Panikzeiten - aber seit der Geburt meiner Zwillinge (hatte zum Schluß der Schwangerschaft eine Gestose) seit nun fast Jahr ist nix mehr so wie es einmal war.... denn seit dem habe ich tatsächlich Schwierigkeiten mit BD und nehme deshalb auch Medis...
Der BD ist eigentlich gut eingestellt, aber dennoch vertraue ich den Medis nicht und muss oft kontrollieren....

Das macht mich sehr traurig, denn das nimmt mir sehr viel Zeit und Kraft, die ich besser für meine Zwillinge einsetzen könnte...

Naja und heute war dann mal wieder so ein Tag, wo kein Normaler Blutdruckwert passend genug für mich ist ( will immer noch niedrigere Werte) und mein doofes Blutdruckmessgerät hat so eine Arryhtmieerkennung und das hatte ich heut gleich 2 mal das Zeichen gesehen..... Fazit: ich breche sofort in Panik aus und beobachte den ganzen Tag meinen Körper, also mein Herz...

Muss ich mir denn Gedanken machen, wenn das Zeichen kommt? Ich hatte im Sept 11 ein Langzeit EKG und im Januar ein Normals EKG mit Ultraschalluntersuchung (die glaube ich 300. EKG Untersuchung - naja noch nicht ganz so viele aber gefühlt schon). War alles ok... beim Langzeit ein paar Extrasystolen.. sonst alles ok...

Warum macht mich das so nervös.. komme ich denn jemals aus dem Messwahnsinn wieder raus? Ich mache mir schwere GEdanken und Vorwürfe, dass ich das nicht lassen kann... Hat es einer von euch geschafft??

Freue mich über einen Austausch..

Lg
VitaB

09.04.2012 20:22 • 06.05.2012 #1


32 Antworten ↓


Hallo Vita,

so ein blödes gerät habe ich auch. dieses zeichen kommt wenn du beim messen sehr aufgeregt bist...was wir ja beim messen fast immer sind...das beste wäre deshalb gar nicht zu messen...wir bekommen da ja eh nie wirklich ruhewerte die entscheidend sind.

LG

09.04.2012 22:33 • #2



Hallo, bin neu hier. suche Gleich"Betroffene" - Herzphobie

x 3


Leide auch an Herzphobie,
Ich lass mich schon garnicht erst checken weil weder mein Puls noch mein Blutdruck meiste zeit stimmt..
Das is für mich aber eher uninteressant, hab mir checken lassen, bin Kern gesund..
Stress, Wut, Depression etc all das hat Einfluss da drauf..
Aber wenn du bis Jetz nicht deswegen um gefallen bist, warte nicht drauf..
Selbst wenn, der körper is ein wunder, er Stabilisiert sich automatisch..
Auserdem is der BD individuell kenne genug Menschen bei denen das höher is, das macht ja aber nix, evtl das dir ab und an schwindelig is, na und^^
Versuch es zu ignorieren, ist zwar verdammt schwer, aber Versuchs mal nen paar Wochen..
Ausdauer training kann auch helfen..

MfG

10.04.2012 23:49 • #3


hallo ihr lieben,

ich kenne auch dieses mit dem herzen....ich höre immer in meine linke brust rein..und paar mal ist mir dann so als wenn die brustwarze schmerzt und nen stück darunter auch zieht aber noch bei der brust...und dann frage ich mich immer wieder da ist doch nicht das herz..aber habe trotzdem die verdammte angst...mein arzt sagt auch immer zu mir wenn ich da bin das er mich beruhigen kann da es nix mit dem herzen ist.....nehme auch blutdrucktabl....und blocker...mein blutdruck ist auch immer ok...130 zu 80.....ich werde noch irre.....oder sollte ich doch mal zum frauenarzt, dass ich vielleicht was mit der brust habe? diese extreme angst mit dem herzen kam anfang des jahres und wurde mit der zeit immer stärker....bis 33 jahre jung und habe seit januar bis mitte märz 20 kg abgenommen....man kann mich auch am ganzen körper anfassen..bei leichtem druck schreie ich vor schmerz schon auf...soll so was von verspannt sein..schon über jahre...jeder knochen jeder muskel.....und nun hat man mir gesagt ich soll mich mal auf weichteilrheuma untersuchen lassen....ich bin echt ratlos...habe ständig diese angst das es doch mein herz ist...aber dan bei der brustwarze und kurz darunter der schmerz?

lg simone

14.04.2012 08:09 • #4


Liebe Simone

ich kann dich glaube ich auch beruhigen... das Herz tut nicht unter der Brustwarze weh.. ich denke, das strahlt, wenn dann ganz anders aus... ich habe immmer einen Druckschmerz in der Mitte von der Brust, da beim Solarplexus... danke auch immer sofort das Herz, aber wahrscheinlicher ist es wohl, dass es vom Rücken kommt.

Ich denke, du solltest mal zum Orthopäden gehen, der kann dir vielleicht weiter helfen.

ABER warum hast du denn so viel abgenommen? in so kurzer Zeit?

lg
Vita

14.04.2012 10:11 • #5


ich leide auch darunter wenn mein herz stolpert oder mal rasen tut sterbe ich immer an einem infarkt schon seit einem jahr als ich meine erste panikattacke hatte
war zu arzt und er sagt ich wäre gesund geglaubt habe ich das nicht
aber nun ja mitlerweile denk ich mir is mir egal hab mich ein jahr verrückt gemacht für nichts und wieder nichts und man sieht ich lebe immer noch
mit dem blutdruck messen hab ich in den griff bekommen
vorher hab ich zehn mal am tag gemessen und 100mal den puls gefühlt
heute habe ich es auch einmal in der woche messen reduziert

aber es ist schon schrecklich was angst anrichten kann

30.04.2012 12:00 • #6


Hallo,
ich habe bis Anfang des Jahres auch starke herzbezogene Ängste gehabt. Jedes Stolpern war für mich sofort ein Zeichen, daß es nun unweigerlich zuende geht. Manchmal ein Stechen in der Brust: Oh Gott, jetzt sterbe ich bestimmt gleich!

Es wurde nichts gefunden, alles normal. Die Diagnose meines Arztes lautete schließlich: Psychofunktionelle Dystonie und Vermutung auf LGL (eine Reizleitungsstörung ohne Krankheitswert). Das sind Dinge, an denen man definitiv nicht stirbt. Ungünstig ist allerdings, daß ich von der permanenten Angstreaktion offenbar Bluthochdruck bekommen hatte. Die Werte lagen manchmal schon über 140/90, auch in völliger Ruhe. Und der Ruhepuls war mit 90 auch zu hoch. Hier empfahl mir mein Arzt dringend, etwas zu tun.

Ich bekomme jetzt seit Januar Betablocker (Bisoprolol), und seitdem sind meine Werte wieder im Normalbereich (Blutdruck 120/75, Ruhepuls 65). Die Angst ist ebenfalls Vergangenheit.

01.05.2012 10:33 • #7


HeikoEN
Ich war ebenfalls Herzphobiker und kenne die Berichte nur zu gut.

Ebenfalls begann meine Karriere mit Betablockern. Das Problem war dabei, Betablocker helfen nicht allzu lange. Bei mir waren es so gute 9-12 Monate.

Und zur Reizleitungsstörung greifen die Kardiologen sehr schnell, weil sie Unwissende sind in Bezug auf Angsterkrankung. Hier im Forum gibt es eine Betroffene (Thread kann über die Suche sicher gefunden werden), die sich deshalb einer Reizleiterverödung unterzogen hat, nach nur einmaligem EKG usw.

Gebracht hat es überhaupt nichts! Fahrlässig vom betreuendem Kardiologen...und gefährlich für den Patienten, weil es eine invasive Untersuchung bzw. Therapie ist, die hier und da auch mal tödlich ausgeht.

Ich kann nur empfehlen: Schulmediziner nur zur reinen Ausschlußdiagnostik zu benutzen!

Fragestellung: Herz ok, ja/nein. Mehr nicht. Dann ggf. zum nächsten Arzt.

In meinem Fall wollte mir ein Facharzt einen Herzschrittmacher einsetzen. Basis für seine Entscheidung war ein Langzeit-EKG, welches eine EINMALIGE Erregungsblockierung gezeigt hat in der Nacht. Zum Glück bin ich wachgeworden und zum Glück kenne ich andere Kardiologen auf privater Ebene.

Ich kann nur zu einer Verhaltenstherapie raten. Allein Aufklärung über die Zusammenhänge von Angst usw. hat mir sehr geholfen. Auch eine Kurzzeittherapie kann Sinn machen, mit klar definierten Therapiezielen, wie z.B. dem Weglassen von ständiger Kontrolle des BD.

Aus beruflichen Gründen kenne ich mich relativ gut aus mit dem Herzen. Die individuelle Bandbreite insb. von BD ist relativ groß. Ein Herz ist auch dafür gebaut und ausgelegt, zeitweise extreme Schwankungen mitzumachen und das sogar im positiven Sinne.

Mit einer Verhaltenstherapie kommt man gut weg von diesem Zwang, sich ständig selber zu beobachten, insb. das Herz mit einem Gerät oder auch der ständige Griff mit der Hand ans Herz, um seinen Druck zu führen oder den Puls usw.

Das Kontroll- und Vermeidungsverhalten kennt da keine Grenzen. Man fängt an sich und sein Herz zu schonen usw. und wundert sich dann nach ein paar Wochen, warum man nach 3 Treppen in Schweiß ausbricht, was ja wiederum gedanklich Futter für die Herzkrankheit ist...und so geht es munter weiter.

Aussagen seitens des Kardiologen wie Mit 140/90 sollten sie schnellstens was tun sind natürlich Wasser auf die Mühlen jedes Herzphobikers. Er ist sich über die Tragweite seiner Aussage nicht bewusst und kennt keine Angsterkrankung. Höchstens aus dem ICD10 Diagnosekatalog, mehr aber nicht. Ist aber auch nicht seine Aufgabe, bitte richtig verstehen.

Rhythmusstörungen sind bei mir auch heute noch da, aber abhängig vom jeweiligen Stresslevel und ich gehe heute damit völlig anders um, aufgrund einer Verhaltenstherapie.

Man muss ich verdeutlichen, dass das ein selbstunterhaltender Angstkreislauf ist mit Tendenz sich immer schneller zu drehen und immer mehr zu messen.

Also, weniger BD messen, mehr bemühen um einen Therapieplatz für eine Verhaltenstherapie.

01.05.2012 12:51 • #8


Hallo
Bei mir ist es so das ich Angst und Panik bekomme, wenn ich mein Herzschlag nicht spüren kann, was zurzeit so ist. Ich fühle mein Herz gar nicht und bekomme dann Angst und Panik das es schwach ist und gleich aufhört zu schlagen.
Ist das denn normal das es sich anfühlt als hätte ich kein Herzschlag wenn ichmeine Hand auf die Brust lege?
Mein Herzschlag kann ich nur fühlen wenn ich meinen Finger an die Halsschlagader drücke, sonst nicht das macht mir echt Angst. Habe auch immer wieder so Depersonilatinsgefühle, so dass ich mich in meinem Körper unecht fühle und es sich dann so anfühlt als ob ich nicht in ihm stecken würde.. Hoffe mir kann jemand weiterhelfen.

Lg Huberh1

01.05.2012 14:12 • #9


Schlaflose
Zitat von Huberh1:
Ich fühle mein Herz gar nicht und bekomme dann Angst und Panik das es schwach ist und gleich aufhört zu schlagen.


Habe ich gerade ausprobiert: ich spüre nichts. Das Herz muss schon übermäßig stark schlagen z.B. bei körperlicher Anstrengung, dass man es mit der Hand schlagen spürt. Wenn dein Herz zu schwach wäre, würdest du das an Atemnot und Schwindel bei kleinster Anstrengung merken.

Viele Grüße

01.05.2012 15:18 • #10


HeikoEN
Zitat von Huberh1:
Bei mir ist es so das ich Angst und Panik bekomme, wenn ich mein Herzschlag nicht spüren kann, was zurzeit so ist. Ich fühle mein Herz gar nicht und bekomme dann Angst und Panik das es schwach ist und gleich aufhört zu schlagen.
Ist das denn normal das es sich anfühlt als hätte ich kein Herzschlag wenn ichmeine Hand auf die Brust lege?
Mein Herzschlag kann ich nur fühlen wenn ich meinen Finger an die Halsschlagader drücke, sonst nicht das macht mir echt Angst. Habe auch immer wieder so Depersonilatinsgefühle, so dass ich mich in meinem Körper unecht fühle und es sich dann so anfühlt als ob ich nicht in ihm stecken würde.. Hoffe mir kann jemand weiterhelfen.


Naja, so eine Phobie ist bei jedem anders ausgeprägt. Der eine hat Blutdruckpanik, der andere spürt sein Herz nicht mehr und meint, es hört auf zu schlagen.

Die Palette lässt sich wohl unendlich fortsetzen.

Was meiner Meinung nach weit nach vorne bringt, ist die kognitive Auseinandersetzung mit Angst, Phobie usw. und man kann damit eine weitesgehende Symptomfreiheit erlangen. Ob das dann die Lösung des Problems ist, bleibt jedem selber überlassen.

Und auch Gefühle von Depersonalisierung sind typisch und relativ häufig für eine Angsterkrankung. Was dafür hilft, sind konkrete Übungen zur Erdung des Nervensystems. Diese sind aber wiederum relativ individuell und man muss schauen, was einem hilft, Nervensystem und Geist wieder zusammenzubringen.

Grundsätzlich gilt aber auch hier, Therapie ist das Mittel der Wahl. Alles andere ist ein mehr oder weniger herumdoktern an Symptomen.

Deine Meinung?

01.05.2012 16:12 • #11


Hallo ihr Lieben,
vielen Dank, dass sich hier doch noch so viele gemeldet haben!

Irgendwie tuts dann halt doch immer wieder gut zu hören, dass man nicht alleine mit diesem Problem kämpft.

Leider ist mein BD-Messgerät immer noch mein bester Freund ääähhmm.. sollte wohl eher sagen bester Feind, denn je nach dem, was es für Werte anzeigt, mag ich es oder auch nicht.

Aber heute beim Joggen (ja, ich mache gerne Ausdauersport, das hilft mir vom Stress runterzukommen - aber nur mit IPod und Ablenkung vom Atmen und co) hatte ich mal wieder einen super kurzen Schwindelanfall, so als würde der Boden unter den Füßen wegsacken. Daraufhin bin ich natürlich wieder mal sehr erschrocken und es wurde mir natürlich gleich ganz anders... aber das war bestimmt der Schreck und die Angst, die das ausgelöst haben, hoffe ich doch!! ABER sowas bleibt sofort im Kopf hängen und der ganze restliche Tag ist im Ars...
dann beim Abendessen wieder so eine kurze Schwindelattacke.....
achmennoo und schon kann ich mich auf nix anderes mehr konzentrieren

Ich habe vor 3 Wochen ein BelastungsEKG gemacht und obwohl ich eine Panikattacke hatte (die bekomme ich gerne in solchen Situationen, da ich ja Bestwerte abliefern möchte...) war alles in Ordnung... selbst der BD der beim Arzt immer zu hoch ist, war in völliger Norm!!
Aber glaubt ihr, dass mich das beruhigen würde? Nein, nicht die Bohne.. vorallem nicht nach solchen Erlebnissen wie heute..
Da muss ich mich dann beim nächten Joggen echt dazu zwingen es überhaupt zu machen!

So ein Mist - echt wahr oder??

@ Heiko
was machst du denn beruflich? Bist du denn Kardiologe?
kennst dich ja echt gut aus.

Leider habe ich keine Therapie mehr, da ich im Moment in der Sperrfrist bin!

lg
Vita

01.05.2012 20:53 • #12


HeikoEN
Zitat von VitaB:
Leider ist mein BD-Messgerät immer noch mein bester Freund ääähhmm.. sollte wohl eher sagen bester Feind, denn je nach dem, was es für Werte anzeigt, mag ich es oder auch nicht.

Die ideale Verhaltenstherapie, weil Du das objekt der Begierde im Schrank hast liegen
Nimm Dir einfach vor, nur noch eine bestimmte Anzahl von Messungen durchzuführen und es so schrittweise zu reduzieren.
Ich hatte den Mist exakt auch so. Wie oft ich mir tagsüber ans Herz gefasst habe...mein Gott Einige sehr vertraute Menschen um mich herum wussten dann schon immer Bescheid...nach dem Motto: Ah, da hat er wieder einen Herzstolperer gehabt oder da war der Schwindel wieder, den sein Herz sofort mit einem sprunghaften Anstieg der Pulsfrequenz quitierte.

Zitat von VitaB:
Aber heute beim Joggen (ja, ich mache gerne Ausdauersport, das hilft mir vom Stress runterzukommen

DAS finde ich sehr interessant. Ohne Witz. Das schaffst Du?? Ich kenne ehemalige Angsthasen, die sich über Sport therapieren und das schon z.T. seit 15 Jahren. Also zu meinen aktiven Zeiten hätte ich das nie geschafft. Ein Spaziergang war das Höchste der Gefühle.

Zitat von VitaB:
super kurzen Schwindelanfall, so als würde der Boden unter den Füßen wegsacken. Daraufhin bin ich natürlich wieder mal sehr erschrocken und es wurde mir natürlich gleich ganz anders... aber das war bestimmt der Schreck und die Angst, die das ausgelöst haben, hoffe ich doch!! ABER sowas bleibt sofort im Kopf hängen und der ganze restliche Tag ist im Ars...


Ganz genau. So ein psychogener Schwindel wird gerne mal von der Angst benutzt, um den Betroffenen wieder auf das blicken zu lassen, was wichtig ist
Mir hat zum Thema Schwindel ganz gut geholfen, mich ein wenig schlau zu lesen darüber. Und die Tatsache das er ja nicht dauerhaft da ist, sondern nur kurzzeitig, ist ja der fast eindeutige Beweis, dass er von der Psyche her kommt, genau wie die Herzstolperer oder sonstige Symptome, die wir alle so nett finden.

Und das mit dem Tag kannte ich auch nur zu gut. Man ist dann komplett verunsichert. Dabei hat mir aber immer geholfen, mit einer warmen Wärmflasche eine Entspannungsübung zu machen, so max. 25 Minuten lang. Dann ging es eigentlich wieder.

Zitat von VitaB:
Da muss ich mich dann beim nächten Joggen echt dazu zwingen es überhaupt zu machen!

Ich vermute mal, dass das Joggen auch aufhören wird demnächst. Die Sache steigert sich, ist zumindest meine Erfahrung. Der Kreislauf der Vermeidung fängt an und zeigt wunderbare Beispiele...

Das ist alles sehr lehrbuchartig und leider sind das alles nur Symptome und Tipps, diese irgendwie zu verbessern und alles ändert nunmal NICHTS am ursächlichen Problem...aber ich glaube, dieser Weg gehört dazu, damit man an den Punkt überhaupt kommt, wirklich etwas ändern zu wollen.

Zitat von VitaB:
@ Heiko
was machst du denn beruflich? Bist du denn Kardiologe?
kennst dich ja echt gut aus.

Ich kenne mich besser aus als ein Kardiologe, aber Eigenlob stinkt fürcherlich und hier ins Forum tippe ich das nicht Sollte es also wichtig für Dich sein, schreibe mir eine P.N., wenn nicht, versuche dem, was ich so schreibe, irgendwas für Dich verwertbares abzugewinnen...

03.05.2012 07:59 • #13


Hallo HeikoEN,
Du sagst du kennst dich in der kardiologie gut aus.....ich habe heute wieder ultramässiges herzstolpern (sves und ves kamen beim lz ekg herraus) habe auch manchmal diese herzaussetzer wo es richtig anfängt zu kribbeln überall und habe natürlich große angst....bin eben gestolpert und hingefallen...jetzt denke ich das es ein herzaussetzer war welcher mich zu boden gehen liess....kannst du mich etwas beruhigen...
LG Linda

03.05.2012 09:24 • #14


HeikoEN
Zitat von linda25:
ich habe heute wieder ultramässiges herzstolpern (sves und ves kamen beim lz ekg herraus) habe auch manchmal diese herzaussetzer wo es richtig anfängt zu kribbeln überall und habe natürlich große angst....bin eben gestolpert und hingefallen...jetzt denke ich das es ein herzaussetzer war welcher mich zu boden gehen liess....


Nein, ein Herzaussetzer war es nicht, der Dich zu Boden gehen lies. Sowas würde einhergehen mit einem Schwindelanfall oder einer Synkope (kurzzeitige Bewusstlosigkeit) und davon schreibst Du nichts.
Und ich vermute einmal, das kribbeln geht eher mit dem aufkommenden Angst und Panikgefühl daher, als das es organische Ursachen dafür geben würde.

Und auch SVES und VES sind doch ebenfalls genau passende Befunde. Von daher, alles gut soweit, vorausgesetzt, eine Angst- Panikstörung ist bekannt bei Dir? Ich kenne jetzt Deine Vorgeschichte nicht, aber wenn das die einzigen organischen Befunde sind und Angst bekannt ist, würde ich mich zurücklehnen. Wer hat den Befund denn erhoben? Hausarzt oder Kardiologe? Was empfiehlt er Dir? Ich rate Dir dringend, ihn ggf. über Deine Angst- und Panikstörung zu berichten!

Ein erfahrener Kardiologe wird auch erst nervös, wenn Du ihm von regelmäßigen Aussetzern berichtest, die über einen Zeitraum von ein paar Minuten gehen und wo Du merkst, Dein Herz findet den Takt nicht mehr. Dem liegt dann ggf. eine Blockierung zugrunde eines Reizleiters oder zig andere Ursachen.

Die Angst will ja nur das Du sie siehst und versucht halt über eine breite Palette an körperlichen Symptomen auf sich aufmerksam zu machen.

Und so ein Herzstolperer erfüllt damit ein gutes Ergebnis, oder?

Du bist völlig verängstigt, traust Dich nichts mehr, der Tag ist praktisch gelaufen...und ja, gestürzt bist Du auch noch und natürlich denkst Du sofort, da steckt doch etwas anderes dahinter, als meine Unaufmerksamkeit, die Stufe nicht rechtzeitig gesehen zu haben oder mein nicht fest sitzender Schuh, der hängen geblieben ist oder oder oder...

Durch die andauernde unterschwellige Angst wird Dein Muskeltonus jetzt gut gespannt sein.

Wahrscheinlich quitiert das Dein Körper irgendwann heute, vielleicht auch erst in den Abendstunden, mit Verspannungserscheinungen wie komisches ziehen, stechen, pieksen und das dann dazu auch noch im Bereich der linken Körperseite...vielleicht sogar bis zur Schulter oder gar bis zum Rücken.

Und ja, Du wirst wieder hochschrecken!

Alles ein selbsterhaltender Kreislauf. Tolle Sache im Sinne der Angst.

Um den heutigen Tag noch irgendwie zu nutzen, empfehle ich Dir, Entspannung zu betreiben.

Wärmflasche, Decke, 20-30 Minuten an einem ruhigen Ort, danach ggf. eine leichte Muskelentspannung nach Jacobsen (10-15 Min.) und erneut in den Resttag zu starten. Deine Psyche möchte halt ein wenig Raum haben, gib ihr einfach diesen Raum, lasse Ruhe einkehren und denke ein wenig über das, was Dir ggf. Angst macht oder denke darüber, was schön war in den letzten Tagen...

03.05.2012 09:58 • #15


Ich danke dir für deine antwort....ein lgz ekg wurde zuletzt im januar gemacht mit herzultraschall....letzten montag war ich im kh wegen (gefühlte)herzaussetzer und stolpern da wurde ein ekg gemacht worauf sves zu sehen waren die ves waren im lz ekg zu sehen...die im kh (kardiologe) meinte alles ungefährlich...ich mache ja auch eine therapie seit 3 monaten...aber diese angst das da doch etwas nicht stimmt macht mich wahnsinnig...ich kann nichts mehr geniessen....will am liebsten nur weinen....habe 3 kinder da geht das alles nicht so einfach...bin sehr verspannt,wenn man mich nur etas anfasst (rücken oder arme) tut es sehr weh....ich habe einfach angst das mein herz auf einmal stehen bleibt oder ich einen infarkt bekomme ...bin erst 34,weiblich,rauche nicht trinke nicht.....aber ich mag so auch nicht mehr...
LG Linda

03.05.2012 10:05 • #16


wollte noch erwähnen das im januar ein großes blutbild gemacht wurde und alle werte top waren

03.05.2012 10:07 • #17

Sponsor-Mitgliedschaft

HeikoEN
Nun Linda, manchmal ist die Wahrheit auch hart im positiven Sinne. Denn mehr als das was Du da schreibst, kann man wohl schulmedizinisch nicht machen.

Und ich kenne die Situation nur zu gut. Ich war ebenfalls stationär, ambulant Dutzende Mal usw. im KH und bei Ärzten. Sogar per Blaulichtwagen...sensationell was die Psyche mit einem Menschen so treiben kann.

Allerdings weiss ich auch, wie schwer es ist, von diesem Trip herunterzukommen. Die Therapie ist da genau das, was hilft. Gib Dir allerdings Zeit. So hart die Zeit auch sein mag, der Weg ist schon richtig.

Mich haben die damals aus der Klinik mit den Worten verabschiedet, bevor ich noch einmal zum Kardiologen renne, soll ich VORHER zu denen wieder kommen Meine berufliche Profession war da auch eher hinderlich damals. Absolut.

Vertraue den Medizinern. Wenn sogar eine Echokardiographie gelaufen ist, wird definitiv an Deinem Herzen nichts sein, so sehr sich das ein Kardiologe aus monetären Gründen vielleicht wünschen würde und so sehr Du es dir auch wünschen würdest, weil Du dann einen Beweis für die Symptome alle hättest und sagen könntest: Da, siehste! Ich habe doch recht, dass da was ist!.

Sich mit den Symptomen so stark zu beschäftigen und sich selber zu beobachten, ist eines der Symptome der Angsterkrankung! Verdeutliche Dir das.

Verdeutliche Dir auch, dass die Psyche eine unglaubliche Kraft hat. Sogar eine solche, wie Du sie bemerkst aktuell in Form von Herzrhythmusstörungen zu provozieren. Psychisch sind da noch ganz andere Dinge möglich...

Aber verdeutliche Dir auch, Du bist an einem Punkt in deinem Leben, an dem Du einiges geschafft hast!

3 Kinder, toll!

Du bist Mutter, Vorbild, Begleiter für drei neue Menschen auf dieser Welt.

DAS schafft nicht jeder. Du wärst an diesen Punkt NIEMALS gelangt, wenn Du nicht die Kraft dazu hättest. Ganz sicher.

Vielleicht hast Du in den letzten Jahren, verständlicherweise, Deine eigenen Belange, Gefühle, Bedürfnisse weggedrückt.

Deine Psyche fühlt sich nicht gesehen von Dir und schreit nun Alarm. Es fing ganz sicher schon viel vorher an mit den kleinen Problemchen. Vielleicht schon vor ein paar Jahren.

Diese kleinen Symptome konntest Du aber noch gut wegdrücken, weil Du die Ablenkung hattest und sie nicht wahrnehmen wolltest.

Ablenkung ist eine so tolle Sache im Alltag und ermöglicht es sogar auch, die unguten Gefühle, die aber so wichtig sind, weil sie gesehen werden möchten, gar nicht erst hochkommen zu lassen.

Denke einmal in diese Richtung.

Verstehe folgendes nicht als esoterische Tipps, sondern als Anregung für Dich:

Verfolge Deine Therapie mit ganzer Kraft! Ohne Dein Zutun funktioniert sie NICHT!

Verstehe Rückschläge als notwendigen Lernprozess!

Stütze Dich auf das, was Du bisher in deinem Leben erreicht hast und das ist NICHT wenig, selbst wenn ich das beurteile und ich kenne Dich gar nicht, sondern nur die Aussage, 3 Kinder.

Nutze eigene Ressourcen (http://www.ratgeber-panik.de/notfallkoffer.php) , finde sie unbedingt! Jeder hat sie!

Drücke nichts weg mit Medikamenten und meine, die kannst Du ja 25 Jahre lang nehmen.

Fragen? Deine Meinung?

03.05.2012 10:36 • #18


ich danke dir wirklich sehr
ich glaube bei mir hat damals alles angefangen als ich meine mutter morgens tot im wohnzimmer gefunden habe (Hirnschlag) das ich da den glauben in meinen körper verloren habe...und das ich früher gerne alles perfekt machen wollte (Hausarbeit,Ehefrau,Mutter)....nun das mit dem perfektionismus habe ich langsam aufgegeben....am meisten macht mir die angst ums herz zu schaffen...ich denke 24 stunden am tag daran...höre 24 stunden am tag in mich hinein.....weiss ncht wie oft ich meinen puls fühle.....ich will das ja auch alles gar nicht....will wieder so sein wie früher.....
hatte gestern noch ein gespräch mit meinem arzt,er meinte das bei mir das problem wirklich die psyche ist welche sich das herz ausgesucht hat....und ich kann einfach nicht glauben das mein herz gesund sein soll,besonders wenn ich diese stolperer,aussetzer habe....meine kinder leiden auch schon darunter,ich unternehme nichts mehr mit ihnen,bin nur schlecht gelaunt,müde,einfach ausgelaucht,obwohl ich eigentlich gar nicht gemacht habe....
was ich selbst sehr komisch finde,ich kann nachts wirklich toll schlafen der ganze sch...fängt erst morgens an,geht den ganzen tag bis ich einschlafe...
LG Linda

03.05.2012 10:47 • #19


HeikoEN
Zitat von linda25:
ich glaube bei mir hat damals alles angefangen als ich meine mutter morgens tot im wohnzimmer gefunden habe (Hirnschlag) das ich da den glauben in meinen körper verloren habe...und das ich früher gerne alles perfekt machen wollte (Hausarbeit,Ehefrau,Mutter)....nun das mit dem perfektionismus habe ich langsam aufgegeben....am meisten macht mir die angst ums herz zu schaffen...ich denke 24 stunden am tag daran...höre 24 stunden am tag in mich hinein.....weiss ncht wie oft ich meinen puls fühle.....ich will das ja auch alles gar nicht....will wieder so sein wie früher.....


Wird ja immer lehrbuchartiger Linda. Ganz ohne Witz. Gerade Perfektionisten sind die typischen Opfer einer Angsterkrankung

Der Perfektionismus geht soweit, dass sie auch ihren eigenen Körper kontrollieren wollen und jegliche Abweichung von der Norm als unnormal ansehen.

Zitat von linda25:
und ich kann einfach nicht glauben das mein herz gesund sein soll,besonders wenn ich diese stolperer,aussetzer habe....meine kinder leiden auch schon darunter,ich unternehme nichts mehr mit ihnen,bin nur schlecht gelaunt,müde,einfach ausgelaucht,obwohl ich eigentlich gar nicht gemacht habe....
was ich selbst sehr komisch finde,ich kann nachts wirklich toll schlafen der ganze sch...fängt erst morgens an,geht den ganzen tag bis ich einschlafe...


Ebenfalls sehr lehrbuchartig! Die Kurve steigt morgens an und BLEIBT aber auf einem hohen Niveau.

Lies das mal:

http://www.ratgeber-panik.de/umgang-mit-der-angst/perfektionsdrang-stoppen.php
und das:
http://www.ratgeber-panik.de/umgang-mit-der-angst/schluss-mit-beobachtung.php

http://www.ratgeber-panik.de/lexikon/herzphobie.php

Zitat von linda25:
ich will das ja auch alles gar nicht....will wieder so sein wie früher.....


So wie früher geht nicht. Denn darin ist ggf. der Grund verborgen, warum es heute so ist, wie es ist.

Was denkst Du denn, würde Dir helfen?

Ich meine jetzt weniger von praktischen Dingen, wie sich vom Arzt das 312. EKG abzuholen mit der Bemerkung Alles top! oder sich ständig zu beobachten mit Puls, Blutdruck und neuen Vermeidungsstrategien.

Meine Erfahrung ist, wenn die Angst noch nicht zu lange, also über Jahre hinweg besteht und sich vielleicht schon Anzeichen einer Depression zeigen, weil man einfach verzweifelt daran, kann ein relativ kurzer Klinikaufenthalt Sinn machen. In 4-6 Wochen bekommt man komprimiert vermittelt, was Angst ist, wie man mit ihr umgeht und lernt z.B. im Rahmen einer Verhaltenstherapie damit umzugehen. Die Feinarbeit übernimmt dann der betreuende Therapeut ambulant weiter, bei dem Du vielleicht schon bist. Sollte einer Überlegung wert sein, insb. im Hinblick auf Deine Kinder usw.? Oder?

03.05.2012 11:11 • #20



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