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Deli88
Hi zusammen,

zuletzt hatte ich meine Krankheitsängste relativ gut im Griff...

Aktuell leide ich - mal abgesehen vom dem LK - unter einem Druckschmerz am/hinterm Brustbein (ca. 10 Wochen), ständige und abnormale Müdigkeit (seit fast einem Jahr; wird immer schlimmer), täglich heißer Kopf (ohne Fieber; rectal immer zwischen 36.8 und 37.4 Grad)

Ich bemerkte vor ca. 10 Wochen einen geschwollenen Lymphknoten am Hals, dem ich anfangs auch nicht wirklich viel Aufmerksamkeit schenkte, da diese ja durch virale und bakterielle Infektionen anschwellen können. Soweit so gut. Nach 4 Wochen war das Ding immer noch da. Ich ging zum HNO. Es wurde ein Ultraschall gemacht. Laut US-Messung hatte der Knoten eine Größe von 1,2 cm, war weich und verschiebbar. "Weiter beobachten", hieß es. Da mir das Ganze aber keine Ruhe ließ, bestand ich bei meinem HA auf eine Überweisung zum Hämato-Onkologen. Meinem Wunsch wurde entsprochen. Mittlerweile waren 6 Wochen vergangen. Zwischenzeitlich ließ ich auf eigene Kosten ein KOMPLETTES Blutbild erstellen (ca. 500 EURO). Ich ließ u. a. Schilddrüse inkl. Antikörper, Hepatitits A-E inkl. Antikörper, Leber- und Nierenwerte (über Monate hinweg erhöhte Leberwerte), Entzündungswerte, Blutsenkung, Tumormarker für Lymphdrüsenkrebs und Vitaminstatus testen. Die Werte waren alle im Normbereich, es gab keine Auffälligkeiten. Demnach war ich kerngesund.

Der Termin beim H.-Onkologen stand jetzt kurz bevor. Ich konnte es kaum noch abwarten... Nun war es so weit; super nette Ärztin (lt. Internet TOP!). Sie Untersuchte mich gewissenhaft, machte erneut ein Ultraschall vom Hals. Ergebnis: Lymphknoten ein wenig größer geworden (1,5 cm) und es wurden einige mehr gesichtet, die man aber so nicht ertasten kann (um die 1 cm). Alle würde aber total unauffällig und harmlos aussehen. Um auf Nummer sich zu gehen, nahm sie mir auch noch mal Blut ab. Es wurden sämtliche Tumormarker bestimmt. Ich war erst mal total erleichtert, weil die Ärztin nichts fand, was besorgniserregend aussah. Ich vereinbarte mit ihr, dass, sobald die Blutergebnisse eingetroffen sind, sie mich telefonisch informiert. Das tat sie dann auch eine Woche später: Blutbild soweit in Ordnung, allerdings seien zwei Tumormarker erhöht. Thymidinkinase 13,1 (bis 6,1) und ß2-Mikroglobulin 2,31 (bis 2) ----> der zweite genannte Wert war bei der von mir selbst gezahlten Blutuntersuchung zwei Wochen zuvor noch völlig im Normbereich.

So langsam ging mir natürlich der Stift..., da die beiden Marker ausgerechnet dann erhöht sein können, wenn Lymphdrüsenkrebs vorliegt. Die Onkologin fand das Ergebnis aber gar nicht mal so schlimm und empfahl mir, in ein oder zwei Monaten noch mal wiederzukommen, um die Werte erneut testen zu lassen. ABER NICHT MIT MIR!

Ich bat um Zusendung der Ergebnisse per Fax. Kaum angekommen, schnappte ich mir den "Befund" und ging ohne Termin in die Sprechstunde meines HNOs. Glücklicherweise kam ich auch ziemlich schnell dran... Er meinte dann, dass Tumormarker sehr unspezifisch seien und nicht für eine Diagnose herangezogen werden sollten, weil es oft für unnötige Angst/Panik beim Patienten sorgt. Naja, da ich ihm aber unmissverständlich klar machte, wie viel Schiss ich habe, gab er mir eine Überweisung fürs MRT Hals/Nacken/HWS mit Kontrastmittel mit. Kaum aus der Praxis (es war übrigens um 10 Uhr am Morgen), telefonierte ich ALLE radiologischen Praxen in ganz München ab! Und ich hatte Glück, für um 11 Uhr hatte jemand seine Untersuchung abgesagt, sodass ich diesen Termin wahrnehmen konnte. Das Ergebnis wurde mir sofort nach der Untersuchung durch den Radiologen mitgeteilt: Es ist alles in Ordnung. Man sieht zwar den Lymphknoten, aber auffällig sei der nicht. KEINE Kontrastmittelaufnahme, KEIN Tumor, KEINE morphologischen Veränderungen! Ich war natürlich erleichtert und dennoch hielt das schlechte Gefühl, dass da irgendwas ist, weiter an. Ich ging nun zu einem anderen HNO, lag ihm meine Blutergebnisse vor und erzählte ihm von meiner Angst, es könnte Krebs sein. Er nahm mich total ernst und händigte mir unaufgefordert eine Überweisung für die Entfernung des LK aus. Ich bin sowohl in der Uniklinik als auch bei einem niedergelassenen Chirurgen vorstellig geworden. Der Chirurg äußerte seine Bedenken, da eine ambulante Operation am Hals nicht immer ganz ungefährlich ist. Kurz darauf vereinbarte ich einen Termin in der HNO-Ambulanz der UK München für diese Woche. Auch beim Chirurgen soll ich noch mal vorbeischauen, weil er sich das noch mal überlegen wollte. Das war letzte Woche. Morgen habe ich nun sowohl den einen als auch den anderen Termin.


Ich habe mich mental schon darauf vorbereitet, dass ich Krebs habe. Ich schaue sogar schon nach, in welche Studie ich aufgenommen werden will und wie die Heilungschancen sind...

Denn eines ist mal Fakt: ich wurde aufgrund andere Beschwerden dieses Jahr schon ziemlich auseinander genommen, was Untersuchungen anbelangt.

Folgendes habe ich schon hinter mir DIESES Jahr:

MRT Schädel, MRT Brustbein, MRT Bauch, MRT Hals, 2x Röntgen Thorax, Magen- und Darmspiegelung, Szintigrafie der Schilddrüse, Ultraschall Hals, Schilddrüse, Bauch + Hoden (mehrfach), Spirometrie (Lungenfunktion), diverse Blutuntersuchungen (HIV, Borreliose; fraglich positiv, EBV; zurückliegende Infektion, Rheuma)


Nun habe ich außerdem gelesen, dass Lymphdrüsenkrebs durch ein MRT nicht erkannt werden kann. Dafür bräuchte man wohl - gerade was den Thoax angeht - ein CT. Für Hals sowie Bauch scheint das MRT gleichwertig zu sein.


Ich habe jetzt tierische Angst! Denn gerade auch am/hinterm Brustbein habe ich so einen Druckschmerz. Und bei einem Lymphom hat man neben der Müdigkeit, dem Juckreiz, dem Nachtschweiß und den schmerzlosen Lymphknotenschwellungen auch einen Druck hinter dem Brustbein (teilweise so groß wie eine Apfelsine, auch Bulk genannt).

Naja, sterben muss ich wohl nicht gleich (Lymphdrüsenkrebs gehört heutzutage zu den am besten heilbaren Krebserkrankungen - selbst im fortgeschrittenen Stadium), aber Angst habe ich trotzdem.

Berechtigt, oder nicht!?!?

Freue mich, von euch zu lesen.

Gruß

06.04.2015 16:55 • 25.10.2017 #1


35 Antworten ↓


Deli,

wenn das MRT ohne Pathologie war, dann ist eine Lymphdrüsenentnahme nicht zielführend.
Ein CT ist bei Knochen besser, ein MRT bei den Weichteilen und Organen.

Ich würde einfach eine Kontrolle in einem Monat abwarten, denn ein Tumormarker ist für eine Diagnosestellung nicht das Beste.
Für die Verlaufskontrolle nach Diagnosestellung ganz wichtig, sonst meist unbrauchbar.

Komm runter, je mehr Laborwerte du abnehmen lässt umso mehr Parameter werden aus der Norm liegen, das ist völlig normal. Ein Mensch ist keine Maschine und reagiert auf diverse biologische Vorgänge.

Alles Gute!

Gerd

06.04.2015 17:06 • x 1 #2



Erhöhte Tumormarker + geschwollene Lymphknoten

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Hey Deli,

dass du nur noch aus Angst bestehst, das ist nur zu klar.
Das, was ich jetzt schreibe, das möchtest du nicht lesen, ABER DU HAST DICH KOMPLETT VERRANNT.
Jede weitere Untersuchung, die du startest, wirkt als negativer Verstärker. Verstärker deiner Angst.
Ich kenne diese tiefe Angst, Verzweiflung aus meiner ( Gott sei dank!) Vergangenheit, ich verstehe, was du durchmachst. Aber versuche dieser Spirale ein Ende zu setzen.
Nimm die Ergebnisse hin, ja, im schlimmsten Fall stirbst du ( hallo! Tust du natürlich nicht)
Setz dir eine Frist, zwei, drei Wochen. In dieser Zeit verbietest du dir weitere Arztbesuche, konzentrierst du dich auf das LEBEN.
Wenn die Angst dann noch immer so präsent ist, dann erst nimm deine Arztbesuche wieder auf. Aber gib dir eine Chance- und in zwei, drei Wochen hast du keine Zeit vertan.
Ferner solltest du dich ganz dringend an einen Psychiater/ Psychotherapeuten wenden. Dir wird und kann geholfen werden. Ich weiß das.
Alles Liebe,
Charly

06.04.2015 21:51 • x 1 #3


Hi Deli,

ich würde wetten, dass Du pumperlgesund bist! Ich drücke Dir die Daumen für morgen. Ich denke auch, dass Du Dich zu sehr in die Krankheitsangst reinsteigerst. Echt krass, wieviele Untersuchungen Du schon hattest! Ich könnte das nicht, da ich viel zu viel Angst vor dem Ergebnis habe.

LG nach München

06.04.2015 22:20 • x 1 #4


hi,

dazu muss ich mich jetzt auch einbringen.
nachdem ich ja auch so eine krebsphobikerin bin, hab ich mich inzwischen ganz gut informiert und eingelesen. und ich habe MEHRFACH erfahren, dass tumormarker nicht in jedem fall wirklich aussagekräftig sind.
jeder mensch hat zu jeder zeit krebszellen in seinem körper. das ist ganz normal! wusstest du das? (ich wusste es bis vor einiger zeit noch nicht und war sehr erstaunt über diese information).
zellen entarten und werden vom immunsystem unschädlich gemacht. ständig.
kein grund zur besorgnis. es gibt keinen absolut "gesunden" körper! (also- ohne mutierte zellen).

je mehr laborwerte man sich beschafft, umso mehr chancen bestehen also, irgendwo aus der "norm" zu fallen. auch das ist normal (paradox, eigentlich ) und menschlich. menschen sind ja keine maschinen.

ich bin richtig erschrocken, als ich deine aufzählung gelesen habe, was du bisher an untersuchungen gemacht hast. und die konnten dich auch nicht beruhigen?

ich bin ja eher eine arzt- und untersuchungsvermeiderin, weil ich mich nicht "blamieren" möchte, wegen jeder kleinigkeit so eine panik zu entwickeln. doch wenn ich mich dann doch aufraffe und einen negativen befund erhalte (oder eine ganz logische erklärung, warum das, was mich grade plagt, harmlos ist), dann kann ich die angst loslassen. bis zum nächsten symptom....(bald hab ich den ganzen körper durch, frage mich, was ich dann mache, wieder von vorne anfangen? )

ich hatte übrigens auch schon mal so einen lymphdrüsenkrebsverdacht wegen brustschmerzen. die kamen aber von meiner angst. ist ein typisches symptom.

manchmal hilft mir "positiv-googlen"...also nur nach harmlosen erklärungen für meine symptome zu suchen. da findet sich sogar mehr, als wenn man bösartiges sucht. und warum sollte ich dann ausgerechnet die unwahrscheinlichste möglichkeit in erwägung ziehen? (sagt mir mein verstand....meine angst sagt leider oft genug etwas anderes).

ich wünsche dir, dass du zur ruhe kommen kannst.
dass dein blöder lymphknoten abschwillt.
(im grunde tut er ja nur, was er soll-
das ist ja auch eine normale körperreaktion der immunabwehr!)

noch etwas- du schreibst, der knoten ist weich und verschieblich.
bösartige sind hart und nicht verschieblich.
weißt du aber sicher.

alles gute!

07.04.2015 08:35 • x 1 #5


Deli88
Guten Morgen zusammen,

vielen Dank für eure Antworten.

Ich bin durchaus in der Lage, ernste von nicht ernsten Beschwerden zu unterscheiden. Am eigenen Leib habe ich schon mehrfach erfahren, was die Psyche auch körperlich alles anstellen kann. Erstaunlich, nicht wahr? :-O

Übrigens wurde manche Untersuchungen, die bis dato stattgefunden haben, auch wegen anderer Beschwerden gemacht. Also nicht nur alles wegen dem lästigen Knoten. Ich hatte lange Zeit auch Probleme mit dem Magen. Da haben auch alle gesagt, das sei psychisch. Und letztendlich war es eine Magenschleimhautentzündung mit Helicobacter-Befall.

Ich weiß durch meine Aufenthalte in der Klinik (Burnout, Depressionen) die aktuelle Lage durchaus richtig einzuschätzen - die sogenannten somatoformen Störungen sind mir sehr wohl ein Begriff... Aber es ist dieses Mal anders. Wie gesagt, es wäre schon ein komischer Zufall, wenn die passenden Tumormarker für ein Lymphom und die Lymphknotenschwellung am Hals inkl. der anderen Symptome keinen Zusammenhang hätten. Ich habe in letzter Zeit auch mehrfach mit Psychologen gesprochen, weil ich mich und meine Aktionen (Arztbesuche) natürlich auch hinterfragt habe. Beide Seelenklempner waren erstaunt, wie selbstreflektierend und realistisch ich an die ganze Sache herangehe. Die meisten Menschen mit Krankheitsängsten befinden sich ja wie in so einer Art Tunnel... Das ist bei mir nicht so. Natürlich habe ich unglaubliche Angst, aber wer hätte das nicht!?

@Samsung: Leider muss ich Dir in Bezug auf die Beschaffenheit eines bösartigen LK widersprechen. Es gibt durchaus auch Fälle, wo die LK weich und verschiebbar sind/waren und sogar plötzlich wieder abschwollen. Aber wie Du schon richtig geschrieben hast, sind diese meistens hart (wie ein Stein), nicht verschieblich und nehme mitunter beachtliche Größen an. Das wiederum ist jedoch abhängig davon, welche Art von Lymphom vorliegt (es gibt über 40 verschiedene Arten) - schnell- und langsamwachsende.



Der Chirurg heute Morgen hat sich das Ding jetzt noch mal angeguckt. Es ist nach wie vor nicht sehr groß, was hoffentlich auch ein gutes Zeichen ist (unter 2 cm auf jeden Fall). Morgen früh um 8:30 Uhr wird mir der Knoten mit örtlicher Betäubung entfernt. Er ist glücklicherweise gut zugänglich. Ich werde mir aber nachher noch mal eine zweite Meinung in der Uniklinik einholen (13:30 Uhr).

Ich melde mich!

Lieben Gruß




P.S.: Sollte da nichts rauskommen, habe ich schon gesagt, dass ich auf jeden Fall noch mal für längere Zeit eine Therapie machen werde.

07.04.2015 10:24 • #6


Wie man an deinen Beiträgen hier im Forum erkennen kann, dreht sich bei dir nur noch alles um deine Gesundheit/Krankheit und deinen Körper.

Ich kann deine Situation nachvollziehen. Ich war auch Monate lang davon überzeugt, dass ich schwer krank bin, dass die Untersuchungen nicht ausreichen würden und dass die Ärzte nicht genug Nachforschung betrieben.

Natürlich KANN es immer sein, dass was übersehen wird, dass da was ist, dass man krank ist.

Aber: Lies doch mal selbst, wieviele Untersuchungen du schon durch hast, das ist unfassbar!

Ich habe daher zwei Ratschläge für dich:

1. Eventuell liegt es an etwas ganz Banalem. Vielleicht hast du eine Allergie oder Unverträglichkeit. Als letzte Arztempfehlung hätte ich dann also noch einen Heilpraktiker. Am Besten einen Arzt der auch Heilpraktiker ist.

2. So intensiv, wie du dich mit deinem Körper beschäftigt hast, solltest du dich unbedingt auch mal mit deiner Psyche beschäftigen. Man hört das nicht gern. Ich weiß das. Aber hast du dir schon mal folgende Fragen beantwortet:

- Was wäre denn WENN du krank wärst?
- Was würde sich dann in deinem Leben ändern?
- Wovor genau hast du Angst?

Sehr wichtig für dich wäre vor Allem, dass du einen Hausarzt findest, über den du ALLE Untersuchungen abwickelst (mit Überweisungen etc.). Es wäre wichtig, wenn EIN Arzt den Überblick hat.

Denn wenn ich heute zum Augenarzt gehe, morgen zum Neurologen und übermorgen zum Zahnarzt, kommt bei meinem Hausarzt irgendwann die Frage: Haben Sie eventuell Verspannungen, die zu schmerzenden Augen, Kopf- und Zahnschmerzen und neurologischen Erscheinungen führen? Verstehst du, wie ich meine? Da kommt dann ein Gesamtbild zustande.

Wichtig wäre hier hald: Absolutes Vertrauen zu deinem Hausarzt. Das ist bei einem Hypochonder das A und O.

07.04.2015 12:08 • x 1 #7


hallo deli88,

wenn du so sicher bist, dass du NICHT an einer angststörung leidest, sondern "einfach nur" wirklich krank bist, warum schreibst du dann in diesem forum, mal provokant gefragt?

07.04.2015 12:20 • x 1 #8


Hallo Deli,

Es mag sein und so ist es wohl auch, dass du ein selbstreflektierter und intelligenter Mann bist ( das ist ja die Krux, so richtig doof sind wir Ängstler nicht).
Aber in diesem Fall siehst du den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr. Je mehr man ( unter-)sucht, desto mehr wird man finden, ist alles von meinen Vorrednern gesagt worden.
Ich bin erschüttert, dass du glaubst, KEINEN Tunnelblick zu haben und ernsthaft fragst, wer da keine Angst hätte. Diese Art zu denken ist leider schon wahnhaft.
Kein "normaler" Mensch würde weiterhin insistieren. Du lässt dich morgen sogar noch verletzen.
Du bist nicht schuld, dass du psychisch ( und nicht physisch!) krank bist, aber es ist wichtig, dass du dir jetzt wirklich professionelle Hilfe holst.
Für morgen wünsche ich dir alles Gute.

07.04.2015 15:08 • x 2 #9


Deli88
Hey,

ich kann verstehen, dass ihr mich alle für bekloppt haltet. Mit kommt das selbst alles sehr sehr suspekt vor, was ich hier mache.

Deshalb erzähle ich euch jetzt mal was aus meinem Leben:

Ich bin ein absoluter Kämpfertyp! Seit fast 10 Jahren (seit dem 16. Lebensjahr) habe ich immer wieder den Traum, meinen 30. Geburtstag nicht zu erleben. Die Frage nach dem Warum habe ich mir schon etliche Male gestellt - ohne eine Antwort darauf gefunden zu haben. Es ist nicht nur der Traum - den ich übrigens bis dato nie richtig ernst nahm -, sondern auch ein Gefühl. Ich glaube nicht an Gott oder sonstige Gestalten, jedoch an sowas wie Fügung/Schicksal. Und wenn das der Weg (steinig und schwer) ist, den ich gehen soll, dann tue ich das. Was bleibt, ist eben dieses Gefühl... Weiß nicht, wie ich das beschreiben soll... Das ist sehr tiefgründig. Keine Ahnung, ob das jemand von euch nachvollziehen kann.

Leider kann niemand von euch - so scheint es - aus der Ferne ermessen, was in mir vorgeht. Denn ich bin - und da wiederhole ich mich - total klar in der Birne. Der einzige Grund, warum ich immer "noch nicht aufgegeben habe", ist DAS (nicht gute) Gefühl. Das sind - unter Berücksichtigung meiner Aussage in Bezug auf das/die Schicksal/Fügung - Widersprüche (denn das Schicksal kann man nicht beeinflussen) in sich, ich weiß.

Für euch mögen das verständlicherweise Ausreden sein, um meine Untersuchungen zu rechtfertigen....

Warum bin ich in diesem Forum? ...weil ich Angst habe und hier auf nette Menschen treffe, die mich noch am ehesten verstehen können. Danke.

Sobald ich das Ergebnis der Histologie habe, werde ich Ruhe geben und an meiner Angst arbeiten.

Ich komme übrigens gerade aus der HNO-Ambulanz der Uniklinik:

Der Oberarzt sagt zwar auch, er halte die LK - aufgrund des MRT-Berichts vom Radiologen - für nicht gefährlich, aber er würde es nachvollziehen können, wenn man beunruhigt sei, da bisher keine Ursache gefunden wurde. Er riet mir, die Knoten weitere 4 Wochen (es sind dann schon fast 4 Monate) zu beobachten, schlug mir gleichzeitig aber auch vor, die Dinger zu entfernen, um einfach Gewissheit zu haben. "Es gibt auch in der Medizin für nichts eine 100 %ige Garantie", so der Doktor. Blut (Toxoplasmose und Borrelien) wurde auch noch mal abgenommen.

Morgen wird er dann also - wir schon erwähnt - vom Chirurgen entfernt.

Danke für eure Kritik.

07.04.2015 18:25 • #10


Du bist auf jeden Fall ein netter Typ, lass dich nicht unterkriegen

07.04.2015 20:33 • x 1 #11


Deli, ich halte dich nicht für bescheuert und ich denke keiner hier.
Wenn ich dir sage, dass ich immer mir sagte, ich werde nur 45 Jahre und dann sterbe ich (ganz ehrlich jetzt).
Diese Gedanken waren dann von heut auf morgen weg, als ich 46 wurde. Gut, ich habe mich nie hinein gesteigert, aber ich war mir sicher, dass es mit 45 aus ist. Jetzt werde ich heuer 50

Also Kopf hoch Junge, du bleibst uns schon erhalten

07.04.2015 20:40 • x 1 #12


Zitat von Deli88:
Leider kann niemand von euch - so scheint es - aus der Ferne ermessen, was in mir vorgeht. Denn ich bin - und da wiederhole ich mich - total klar in der Birne. Der einzige Grund, warum ich immer "noch nicht aufgegeben habe", ist DAS (nicht gute) Gefühl. Das sind - unter Berücksichtigung meiner Aussage in Bezug auf das/die Schicksal/Fügung - Widersprüche (denn das Schicksal kann man nicht beeinflussen) in sich, ich weiß.


Genau DAS können wir eben schon. Genau in deiner Situation war ich selbst schon. Das kannst du mir glauben und nach meinem Empfinden war ich auch "klar in der Birne". Alle hielten mich für verrückt. Ich rannte von einem Arzt zum Anderen und war überzeugt, da ist was, was da nicht hingehört. Ich kann dich also besser verstehen, als du glaubst.

Du willst es momentan nur noch nicht hören und wahr haben.

Zitat von Deli88:
Danke für eure Kritik.


In unseren Beiträgen steckte keinerlei Kritik. Nur gut gemeinte Ratschläge und Hinweise von Leuten, die eben schon einen kleinen Schritt weiter sind, als du es bist.

Ich wünsche dir, dass du bald Gewissheit hast, über deinen Gesundheitszustand und fände es schön, wenn du uns ab und an von dir berichten würdest.

08.04.2015 09:05 • x 1 #13


Deli88
Morning,

so, das Ding ist jetzt raus und wird nun pathologisch untersucht. Eine Woche warten heißt es jetzt. Die Mini-OP habe ich gut überstanden. Der Chirurg ist zwar zweimal an nen Nerv gekommen, aber bis auf einen kurzen Stromschlag im Schädel und eine zuckende Schulter war alles gut! *lach*

Vielen Dank, dass ihr so lieb seid! Das tut gut.

Ich melde mich in ner Woche wieder, wenn ich das Ergebnis habe.

Bis die Tage

08.04.2015 09:35 • #14


Hallo Deli88,

ich habe mir deinen kompletten Verlauf gerade nochmal durchgelesen. Wirklich heftig wieviele Untersuchungen du schon gehabt hast.

Ich habe ja auch schon öfters Angst gehabt was schlimmes zu haben, aber ich hatte dann immer Angst vor Untersuchungen, habe nur immer das nötigste gemacht. Ich habe aber dann dem Arzt geblaubt wenn er sagte es ist alles ok. Danach ging es mir auch wieder besser. Wenn ich mir trotzdem immer weiter Gedanken gemacht hätte..ohje da wäre ich durchdreht.

Du hast ja dagegen fast alle Untersuchungen machen lassen die es gibt. Das würde ich mich gar nicht trauen. Alles in allem denke ich das bei der Untersuchung deines Lymphknotens nichts rauskommt. Drücke dir natürlich die Daumen!

Du musst wirklich versuchen nicht jeden Tag zu denken das du was schlimmes hast! Versuch dich abzulenken!
Ich weiss noch wo ich im Jahr 2013 EBV hatte, da war mein Lymphknoten wirklich richtig dick und über 2cm! Der hat auch nicht weh getan. Hatte danach auch immer leicht erhöhte Leberwerte. Als ich dann zum HNO Arzt bin wegen dem Lymphknoten sagte er das er ihn nicht raus nehmen würde, weil fast immer nichts raus käme. Und beim Onkologen war auch auch danach weil. Der hat auch gesagt völlig unspezifisch. Dieser gab den Tipp mit EBV. Und so war es auch. Ich denke grade wenn du bei einem Onkologen warst und der sagt bei dir ist alles ok dann kannst du ihm ruhig glauben. Die Ärzte haben schon viel Erfahrung und wissen ja wie sich sowas "anfühlt" etc.

09.04.2015 09:21 • #15


IchWillPositiv
Ich habe vor 20 Jahren Morbus Hodgkin gehabt. Die Lymphknoten wachsen schnell und gerade die Tastbaren sind hart, heiß und tun weh. Ich konnte bei dem Knoten Supraclavikulär fast zusehen wie er wuchs! Das war aber der letzte, der so anschwoll.
Ok, bei mir hat es 1 Jahr bis zur Diagnose gedauert!

Einfach, weil das Symptom, was ich hatte nicht mit der Erkrankung in Verbindung gebracht wurde. Die ersten Lymphknoten, die sich bei mir verändert haben, waren die an der Beinaorta (ungefähr da, wo der Blinddarm sitzt) die Knoten selbst haben mir 0 Schmerzen bereitet, aber sie haben auf den Beinnerv gedrückt, so daß ich Schmerzen im Bein hatte. Ich wurde nur auf diese Symptome hin behandelt.

Zum Blutbild: Tumormaker gabs damals glaube noch nicht, aber andere Werrte, die sich stark veränderten, die aber auch von den Ärzten nicht mit dem MH in Verbindung gebracht wurden: Stark erhöhte Harnsäurewerte, Extreme Blutsenkung (weit über 100), vermehrte Leukozyten.

Nachtschweiß ist schon eine B-Symptomatik, heißt sehr stark fortgeschritten.

Entfernt wurde bei mir übrigens nichts. Es wurde nur ein Stückchen zur histologischen Untersuchung entfernt.

Die Diagnose stand für die Ärztin schon nach den CT fest!

Ach ja, und schon vor 20 Jahren sagten die Ärzte, da haben sie sich aber den "besten" Krebs ausgesucht. Auch da war er schon zu 90% heilbar. Die Nebenwirkungen von Chemo waren erträglich und auch von der Strahlentherapie.

Ich hatte Stadium 3a. Also nicht wenig.

Die Untersuchungen sind heute so viel besser, was du alles hast machen lassen, da ist kein Lymphom!

Rauchst du? Bei Rauchern sind die Tumormaker auch erhöht.

10.04.2015 08:59 • x 1 #16


Zitat von IchWillPositiv:
Ich habe vor 20 Jahren Morbus Hodgkin gehabt. Die Lymphknoten wachsen schnell und gerade die Tastbaren sind hart, heiß und tun weh. Ich konnte bei dem Knoten Supraclavikulär fast zusehen wie er wuchs! Das war aber der letzte, der so anschwoll.
Ok, bei mir hat es 1 Jahr bis zur Diagnose gedauert!

Einfach, weil das Symptom, was ich hatte nicht mit der Erkrankung in Verbindung gebracht wurde. Die ersten Lymphknoten, die sich bei mir verändert haben, waren die an der Beinaorta (ungefähr da, wo der Blinddarm sitzt) die Knoten selbst haben mir 0 Schmerzen bereitet, aber sie haben auf den Beinnerv gedrückt, so daß ich Schmerzen im Bein hatte. Ich wurde nur auf diese Symptome hin behandelt.

Zum Blutbild: Tumormaker gabs damals glaube noch nicht, aber andere Werrte, die sich stark veränderten, die aber auch von den Ärzten nicht mit dem MH in Verbindung gebracht wurden: Stark erhöhte Harnsäurewerte, Extreme Blutsenkung (weit über 100), vermehrte Leukozyten.

Nachtschweiß ist schon eine B-Symptomatik, heißt sehr stark fortgeschritten.

Entfernt wurde bei mir übrigens nichts. Es wurde nur ein Stückchen zur histologischen Untersuchung entfernt.

Die Diagnose stand für die Ärztin schon nach den CT fest!

Ach ja, und schon vor 20 Jahren sagten die Ärzte, da haben sie sich aber den "besten" Krebs ausgesucht. Auch da war er schon zu 90% heilbar. Die Nebenwirkungen von Chemo waren erträglich und auch von der Strahlentherapie.

Ich hatte Stadium 3a. Also nicht wenig.

Die Untersuchungen sind heute so viel besser, was du alles hast machen lassen, da ist kein Lymphom!

Rauchst du? Bei Rauchern sind die Tumormaker auch erhöht.


Also, wenn DAS keine hilfreiche Antwort ist, dann weiß ich´s nicht !

10.04.2015 09:29 • x 1 #17

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Deli88
Zitat von IchWillPositiv:
Ich habe vor 20 Jahren Morbus Hodgkin gehabt. Die Lymphknoten wachsen schnell und gerade die Tastbaren sind hart, heiß und tun weh. Ich konnte bei dem Knoten Supraclavikulär fast zusehen wie er wuchs! Das war aber der letzte, der so anschwoll.
Ok, bei mir hat es 1 Jahr bis zur Diagnose gedauert!

Einfach, weil das Symptom, was ich hatte nicht mit der Erkrankung in Verbindung gebracht wurde. Die ersten Lymphknoten, die sich bei mir verändert haben, waren die an der Beinaorta (ungefähr da, wo der Blinddarm sitzt) die Knoten selbst haben mir 0 Schmerzen bereitet, aber sie haben auf den Beinnerv gedrückt, so daß ich Schmerzen im Bein hatte. Ich wurde nur auf diese Symptome hin behandelt.

Zum Blutbild: Tumormaker gabs damals glaube noch nicht, aber andere Werrte, die sich stark veränderten, die aber auch von den Ärzten nicht mit dem MH in Verbindung gebracht wurden: Stark erhöhte Harnsäurewerte, Extreme Blutsenkung (weit über 100), vermehrte Leukozyten.

Nachtschweiß ist schon eine B-Symptomatik, heißt sehr stark fortgeschritten.

Entfernt wurde bei mir übrigens nichts. Es wurde nur ein Stückchen zur histologischen Untersuchung entfernt.

Die Diagnose stand für die Ärztin schon nach den CT fest!

Ach ja, und schon vor 20 Jahren sagten die Ärzte, da haben sie sich aber den "besten" Krebs ausgesucht. Auch da war er schon zu 90% heilbar. Die Nebenwirkungen von Chemo waren erträglich und auch von der Strahlentherapie.

Ich hatte Stadium 3a. Also nicht wenig.

Die Untersuchungen sind heute so viel besser, was du alles hast machen lassen, da ist kein Lymphom!

Rauchst du? Bei Rauchern sind die Tumormaker auch erhöht.


Guten Morgen,

vielen Dank für deine Antwort.

Seitdem das Ding entfernt wurde, geht es mir auch schon besser (mental). In den letzten 48 Stunden habe ich viel nachgedacht. Klar ist die Wahrscheinlichkeit, dass ich ein Lymphom habe, nicht sehr groß. Und unsere Vorschreiber haben auch alle recht; je mehr man sucht, desto mehr wird man finden.

So richtig Angst habe ich ja auch nur, weil ausgerechnet die Lymphom-Tumormarker erhöht sind.

Unabhängig davon ist mir aber bewusst geworden, wie schnell das Leben - zumindest vorübergehend - vorbei sein KANN. Sollte sich herausstellen, dass alles in Ordnung ist, werde ich mich 1. einer intensiven Therapie unterziehen und 2. viel BEWUSSTER Leben. So banal es eigtentlich ist, aber es fängt schon bei der Ernährung an. Das macht auch viel aus. Mein Körper - ich habe gestern mal meinen pH-Wert ermittelt, ist völlig übersäuert (schei. Ernährung). Meine Mutter ist Molekular-Biologin und meinte, ich soll das mal testen. Als ich dann mal die Symptome gegoogelt habe, die bei einer langhaltenden Übersäuerung auftreten, war ich erstaunt. Fast 1:1 fand ich alle meine Beschwerden wider.

Klinisch habe ich ALLES untersuchen lassen.

Und nein, ich rauche nicht und konsumiere auch keinen Alkhohol.

Es wird ein langer Weg, aber ich möchte was verändern. Langfristig.

Ich freue mich sehr für Dich, dass Du - trotz dieser Erkrankung in der Vergangenheit - heute wohlauf bist und es Dir gut geht. Hattest Du danach mal ein Rezidiv oder bist Du seitdem komplett krebsfrei geblieben?

P.S.: Wenn man sich mit dem Thema Krebs mal genauer befasst, wird schnell klar, dass es nach 25 Jahren Forschung (Medikamente) kaum Fortschritte gibt. Für mich ist das Lobbyismus im großen Stil und erinnert - und soweit gehe ich - ein Stück weit auch an die Mafia. Es geht der Pharmaindustrie nicht um den einzelnen Menschen, sondern um Profit. Prof. Hölzel (Uniklinik München) konnte den Nicht-Fortschritt eindrucksvoll mit seinem Tumorregister belegen.

Wen es interessiert, kann das ja mal googeln.

10.04.2015 10:06 • #18


IchWillPositiv
Ich hatte eine Bilderbuch"heilung"

Mein sichtbarer Knoten an der Halsbeuge war zum Therapiebeginn etwas größer wie ein Tennisball. Tat Hölle weh, war heiß und glühend. Dann bekam ich die erste Chemo. Am nächsten Tag war der Knoten fast weg! Hammer, was der Dreck für eine Wirkung hat.

Ach ja, ich habe in der Zeit, in der sich der Krebs ausbreitete, 15 Kilo Gewicht verloren. Ich war immer dick und Diäten haben nie wirklich was gebracht. Dann sollte ich Fleisch weglassen wegen der Harnsäurewerte und nahm auf einmal rapide ab. Alles eine Verkettung von Fehldiagnosen. Weil der Krebs schuld am Gewichtsverlust war. Und vor Fleisch hab ich mich in der Zeit geekelt (auch ein Krebssymptom)

Ich wünsche dir, eine Überwindung deiner Ängste!

10.04.2015 12:21 • x 1 #19


IchWillPositiv, ich finde deine Beiträge für Deli88 absolut hilfreich.
Du kannst ihm sicher viel von seiner Angst nehmen damit (so hoffe ich zumindest).

Du musst nun versuchen, diese Klarheit und die Fähigkeit, anderen Mut zu machen, auch für dich selbst zu nutzen !
Um deine eigenen massiven Ängste zu bekämpfen.

Das würde ich dir wünschen !

Wie geht es übrigens deinem Schatz ?

10.04.2015 12:26 • x 1 #20



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