Pfeil rechts
78

marialola
Ich möchte hier auf keinen Fall Ängste wecken. Antibiotika sind bei bakteriellen Infektionen oft lebensrettend und können bedenkenlos genommen werden. Ich habe sie häufig genommen und nie eine Nebenwirkung verspürt.
Es gibt aber eine spezielle Gruppe Antibiotika, die nur als Reserve - Antibiotikum vorgesehen sind, wenn die herkömmlichen Mittel wegen Resistenzen versagen. Nur dann dürfen sie eingesetzt werden.
Den Ärzten wurde im Frühjahr 2019 diese Warnung auch in einem sogenannten "Rote - Hand -Brief" von Pharmaunternehmen darüber informiert. Es treten schwerste bis tödliche Nebenwirkungen auf, da in seltenen Fällen dieses Mittel dazu führt, dass das Kollagen im Körper zerstört wird, das für Knorpel, Sehnen und Haut unverzichtbar ist. Die Folge sind unerträgliche Schmerzen in Sehnen, Muskeln und Knochen, für die es keine Therapie gibt.
Aufmerksam wurde ich auf das Thema durch einen Artikel über eine junge Frau, Marathonläuferin, der das Antibiotikum wegen einer harmlosen Blasenentzündung verschrieben wurde und die nach langem Martyrium in die Schweiz zur Sterbehilfe fuhr.

Es handelt sich um Antibiotika aus der Gruppe der Flourchinolone. Alle Namen dieser Wirkstoffe enden mit " - floxacin".

Nach Schätzungen der AOK waren allein im Jahr 2018 mehr als 40.000 Patienten in Deutschland von Nebenwirkungen betroffen.
Auch nach dem Rote - Hand - Brief wurden 2020 in Deutschland noch 13,3 Millionen Tagesdosen verschrieben.
Dr.Stefan Pieper berichtet, dass aktuell 500 Patienten aus der ganzen Welt zu ihm zur Behandlung der Nebenwirkungen kommen.
Nervenschmerzen, Sehnenrisse, Muskelschmerzen, Gelenkschmerzen, Depressionen und Panikattacken sind einige der schwerwiegenden Schäden. Es gibt dafür nicht die eine, wirkungsvolle Behandlung, so der Experte. "Und das nur, weil diese Reserveantibiotika fahrlässig verschrieben werden."

Ich möchte hier Niemanden ängstigen, sollte es jemand irgendwann genommen haben und hat keine Nebenwirkungen erlitten, dann passiert auch nichts.
Aber man sollte eigenverantwortlich genau hinschauen und nachfragen, wenn man etwas verschrieben bekommt.
Wenn ich mit diesem Post nur einen Menschen vor Leid bewahren kann, war es das wert.

27.02.2022 12:40 • 05.05.2022 x 10 #1


36 Antworten ↓


Sog. Reserveantibiotika zu nehmen ist weniger gefährlich als sie bei entsprechender Indikation nicht zu nehmen.

27.02.2022 13:01 • x 1 #2



Dringende Warnung vor einem Antibiotikum

x 3


Lottaluft
Ja und es sind auch schon Menschen an einem Schluckauf gestorben
Wenn man lange genug sucht findest man immer jemanden der schonmal an irgendwas gestorben ist und es auf Nebenwirkungen zurück führt

27.02.2022 13:09 • x 3 #3


Angor
Und was rätst Du jemandem zu nehmen, der eine Penicillinallergie hat wie ich?

27.02.2022 13:22 • x 1 #4


petrus57
Ich bin davon auch betroffen. Hatte das Zeug mal über 3 Wochen genommen. Seit dem habe ich Schmerzen in der Achillessehne. Das Problem ist ja auch, dass davon die Aorta reißen kann. Habe auch eine totale Bindegewebsschwäche. Ich weiß jetzt aber nicht ob die von den Antibiotika kommt. Laut meinem Zahnarzt habe ich sogar eine Bindegewebsschwäche im Mund.

Das Schlimmste waren aber für mich die massiven Suizidgedanken. Die kamen schon nach 3 tägiger Einnahme. Da fingen auch wieder meine Angststörungen an, die davor jahrelang weg waren. Konnte da von jetzt auf gleich nicht mehr meine Wohnung verlassen. Später ging es nur mit Tavor.

Man kann nicht eindringlich genug davor warnen. Ich bekam ja das Zeug anfangs auch nur gegen eine simple Harnwegsinfektion. Da machen es sich Ärzte einfach zu leicht. Es wird einfach zu schnell verschrieben.

27.02.2022 13:22 • x 5 #5


Zitat von petrus57:
Ich bekam ja das Zeug anfangs auch nur gegen eine simple Harnwegsinfektion. Da machen es sich Ärzte einfach zu leicht. Es wird einfach zu schnell verschrieben.

Eine naturheilkundliche orientierte Bekannte von mir hat auch entschieden, dass es sich Ärzte da zu leicht machen. Sie beschränkte sich auf pflanzliche Präparate und landete mit einer Superinfektion im Krankenhaus.

27.02.2022 13:28 • x 1 #6


petrus57
Zitat von Natascha40:
Eine naturheilkundliche orientierte Bekannte von mir hat auch entschieden, dass es sich Ärzte da zu leicht machen. Sie beschränkte sich ...


Es gibt aber noch andere weniger gefährlichere Antibiotika.

27.02.2022 13:33 • x 2 #7


Zitat von petrus57:
Es gibt aber noch andere weniger gefährlichere Antibiotika.

Die nichts bringen, wenn entsprechende Resistenzen festgestellt wurden.

27.02.2022 13:34 • #8


petrus57
Zitat von Natascha40:
Die nichts bringen, wenn entsprechende Resistenzen festgestellt wurden.


Als ich damals aus dem Krankenhaus kam hat der Urologe bei mir im Urin einen resistenten Krankenhauskeim festgestellt, gegen den es kein Antibiotika gibt. Der Arzt meinte ich soll es mit viel trinken versuchen. Das habe ich dann auch gemacht. Hatte dann noch zusätzlich jeden Tag einen TL Meerrettich genommen. Jedenfalls war der Keim bei der nächsten Untersuchung nicht mehr vorhanden. Senföle sollen ja gut gegen Blasenentzündungen helfen.

27.02.2022 13:51 • x 1 #9


Mondkatze
@marialola

Danke für Deinen Hinweis.

Ich persönlich finde solche Informationen immer sehr interessant und auch hilfreich.

Meiner Meinung nach sollten Patienten viel mehr über "ihr" Medikament wissen. Mir ist klar, dass Ärzten
mündige Patienten, die auch mal etwas hinterfragen, lästig sind.
Blind nehme ich jedenfalls keine Medikamente mehr.
Zudem verträgt jeder Körper ein Medikament anders. Und auch Frauen und Männer reagieren oft ganz anders auf das eine oder andere Medikament.

Der Arzt kann auch nicht alles über einen Patienten wissen.
Z.B. darf ich kein Novalgin nehmen, weil ich eine Allergie gegen bestimmte Stoffe in Haarfarbe habe.
Der Arzt, der mir Novalgin verschreiben wollte, wußte das nicht.

Meine Hausärztin wollte mir gegen den Pilz, den ich auch nur bekommen habe, weil sie mir ein Antibiotikum verschrieben hat, was ich wahrscheinlich nicht hätte nehmen müssen, ein Medikament verschreiben, von dem man sterben kann. Auch wenn die Behandlung schon seit Wochen abgeschlossen wurde. Dafür hätte ich nur eine Tablette nehmen müssen und nicht eine Salbe und Zäpfchen und Mundspülung über einen längeren Zeitraum.
Das Schlimme daran ist, das sie mir das nicht einmal gesagt hat.
Sondern ich habe selbst recherchiert und ihr das dann gesagt.
Damit hatte sie nicht gerechnet.

Ein früherer HA hat mir gegen Hexenschuß ebenfalls ein Medikament geben wollen, durch das auch Menschen gestorben sind.
Ich hatte mich entschieden, das auf keinen Fall zu nehmen und habe lieber die Schmerzen ertragen und mit anderen Mitteln versucht, das in den Griff zu bekommen.

Ich halte es für wichtig, sich selbst schlau zu machen, denn nur ich habe die Verantwortung für mein Leben und ich muß mit meinen Ängsten klar kommen.

Bei einem Notfall sieht das alles anders aus, das ist mir klar.
Wenn man keine Alternative hat, ist das auch wieder was anderes.
Aber die Möglichkeit, auch nein zu etwas zu sagen, ist doch das Recht des Patienten.

Nur dazu muß man erstmal wissen, was für ein Medikament das ist und welche NW möglich sind.

27.02.2022 14:56 • x 6 #10


Dori83
Ich habe mit diesem Antibiotika auch sehr schlechte Erfahrungen gemacht.

28.02.2022 18:26 • x 1 #11


Islandfan
Das eine ist Panikmache, das andere Realismus. Antibiotika aus dieser Gruppe der Fluorchinole stehen schon länger auf der roten Liste, in den USA noch länger als in Deutschland. Ich für meinen Teil versuche immer ein alternatives Antibiotikum zu bekommen.

28.02.2022 18:33 • x 2 #12


marialola
Ich habe das hier auch nicht gepostet um unnötige Ängste zu schüren.
Ich habe sogar eine Woche überlegt, ob ich das hier überhaupt schreiben soll.
Aber wir sind hier alles vernunftbegabte Menschen.
Jeder ist eigenverantwortlich und natürlich gibt es Situationen, wo man gar keine Wahl hat.
Entweder man nimmt dann ein Medikament, das schwere Folgen haben kann, oder man wird schwer krank oder stirbt sogar. Dann ist das überhaupt keine Frage.
Aber in diesem Fall wurde laut der wissenschaftlichen Studien besagtes Mittel unnötig und leichtfertig verschrieben, trotz der Rote Hand Briefe der Hersteller.
Ich hätte es bestimmt auch vertrauensvoll genommen, ich hatte null Ahnung, dass es derart
gravierende Folgen haben kann.
Das hat mich schockiert und wenn ich durch diesen Hinweis nur einen Menschen vor furchtbaren Folgen bewahrt habe, dann war es das Wert.
Aus diesen Überlegungen fand ich einige Bemerkungen hier unangebracht, da eine sehr
schwerwiegende und unheilbare Folgeerkrankung verharmlost und ins Lächerliche gezogen wird.
Jeder weiß, dass Medikamente die wirken auch in Einzelfällen Nebenwirkungen haben können, die in der Regel nicht eintreffen. Das gilt bereits für die Pille, die trotzdem freiwillig geschluckt wird. Wir essen wider besseres Wissen ungesund, rauchen oder trinken.
Aber die Folge bei diesem Antibiotikum war unendlich tragisch und vor allem nur aus Leichtfertigkeit des verordnenden Arztes entstanden, die junge Frau war nicht lebensbedrohlich krank, sie hatte eine Blasenentzündung, die auch anders zu behandeln gewesen wäre.
Nun ist sie an den Folgen des Antibiotikums nach einem qualvollen Leidensweg gestorben.
Und ich hätte das Zeug bestimmt genauso vertrauensvoll genommen.
Liebe Grüße und nichts für ungut.

28.02.2022 20:32 • x 3 #13


Welche junge Frau überhaupt? Woher wusstest du, dass man ihre Infektion anders hätte behandeln können?

28.02.2022 20:46 • #14


evelinchen
Von diesem Rote Hand Brief habe ich auch gelesen und das die Warnung weitgehend von
den Ärzten ignoriert wird.

In der Talk Show Nachtcafe berichtet eine junge Frau über ihren Leidensweg.

https://www.google.com/url?sa=trct=jq...Q4GjtDO5eR

28.02.2022 21:16 • x 5 #15


marialola
@Natascha40
Ich habe durch Zufall einen Artikel gelesen, in diesem betrauert ein Ehepaar den qualvollen Tod ihrer Tochter. Die junge Frau, topfit, begeisterte Marathonläuferin, litt unter einer Blasenentzündung. Der Arzt verschrieb ihr daraufhin besagtes Antibiotikum.
Die Blasenentzündung war nicht lebensgefährlich, es war vielmehr so, dass sie sehr leichte
Beschwerden hatte und auf jeden Fall die Gabe dieses Mittels, vor dem sogar der Hersteller warnt, nicht notwendig war.
Es folgte ein unbeschreibliches Martyrium.
Sie erlitt unerträgliche Schmerzen im ganzen Körper, später konnte sie nur noch im Dunklen liegen, auch sanfte Berührungen waren ihr unerträglich.
Der Partner verließ sie, die Eltern übernahmen aufopfernd die Pflege.
Die vormals lebenslustige und kerngesunde Sportlerin war bewegungsunfähig und unter unerträglichen Schmerzen an ihr Bett, im Dunkeln, gefesselt.
Sie entschloss sich dann in der Schweiz Sterbehilfe zu suchen.
Die Eltern, in ihrer Trauer haben den Fall veröffentlicht, um andere vor diesem Schicksal zu bewahren.
Die Fakten sind bekannt, aber noch immer wird, laut wissenschaftlicher Studien, das Medikament ohne medizinische Notwendigkeit leichtfertig verschrieben.

01.03.2022 10:04 • x 3 #16


petrus57
Zitat von marialola:
später konnte sie nur noch im Dunklen liegen


ich habe seit dem auch Probleme mit zu viel Helligkeit. Wenn die Sonne richtig in meine Wohnung scheint, muss ich das Fenster abdunkeln. Ich werde durch die Helligkeit total hibbelig. Es ist dann so als hätte ich 10 Tassen Kaffee getrunken. Sogar meine Wohnzimmerbeleuchtung, die auch sehr hell ist, stresst mich dermaßen, dass ich die noch nicht mal im Winter anmache.

Mir geht es auch nur relativ gut, wenn ich liege. Schon Sitzen ist relativ anstrengend.

01.03.2022 10:49 • x 1 #17

Sponsor-Mitgliedschaft

Zitat von marialola:
Ich habe durch Zufall einen Artikel gelesen

Alles klar!

01.03.2022 13:37 • #18


petrus57

Lunatica
Vielen Dank für diesen Beitrag.
Auch ich lag 2014 nach dem Antibiotikum Avelox drei Wochen im Krankenhaus.
Bei mir steht ein Vermerk dass ich es nicht mehr nehmen darf.
Mir wurde es gegen anhaltendes Fieber, und Verdacht auf Grippe gegeben.
Ich hatte danach nur noch Schmerzen am ganzen Körper, Sehstörungen, Herzstolperer und Herzrasen, bis dann der Krankenwagen kam. Hatte in dieser Zeit über 10 kg abgenommen. Mein Blutbild war sehr schlecht und die Ärzte wussten nicht genau an was es liegt. Habe da eine starke Angsterkrankung entwickelt. Dann noch Zufallsbefund auf Hirnaneurysma was sich auch bestätigt hat. Zum Glück nur ein Kleines.
Aber diese Muskelschmerzen durch dieses Medikament sind nicht zu unterschätzen, und die Kopfschmerzen erst. Hatte noch nie im Leben solche Kopfschmerzen, eigentlich kenne ich Kopfschmerzen kaum.
Danke nochmals für diesen Bericht!

01.03.2022 13:58 • x 2 #20



x 4


Pfeil rechts


Auch interessant

Hits

Antworten

Letzter Beitrag


Dr. Matthias Nagel