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Hallo alle miteinander,

sorry... viel Text!

ich leide seid ungefähr Ende Oktober diesen Jahres an Ängsten und damit verbundenen Panikattacken.
Letztere halten sich zum Glück deutlich zurück. Zu Anfang, als ich noch nicht wusste was los ist, waren die Attacken und das Herzrasen sehr schlimm.
Nach Recherche der Symptome, übertriebener Blutdruck- und Puls Prüferei hatte ich mich auf einen psychischen Auslöser festgelegt.
Danach hatte ich, bis auf die ständige Unruhe, meine Panik gut im Griff.

Jetzt über die Feiertage hatte ich ordentlich Zeit zu grübeln und googeln... LEIDER.
Die ersten schlechten Gedanken kommen auf... Wenn ich doch krank bin... Ist mein Herz wirklich in Ordnung...?
Die Angst vor Allem und Jedem ist gewachsen. Ich muss jetzt stark sein und zum Arzt, ich halte es nicht mehr länger aus.

Also für heute einen Termin ausgemacht und hinspaziert. Ich muss dazu sagen, das ich heute das erste mal bei diesem Arzt war.
Hatte mit betreten der Arztpraxis einen seit Wochen unbekannten Freind getroffen... das HERZRASEN. Verdammt war ich in Panik.
Die nette Dame die mich in Empfang genommen hatte, führte mich sogleich ins Zimmer und macht direkt eine Blutdruckmessung... In meinem Zustand... na Prima...
Mein Puls war auf 149, aber der Blutdruck erstaunlich gut, mit 136 zu 80... naja, war meiner Panik egal.

Jetzt noch die Minuten bis der Arzt kommt mit Bauchatmung verbringen, damit ich ihm nicht direkt vom Stuhl falle.
Juhu er kommt... brav hallo sagen... ohje... wirkt gestresst und iwie nicht so sympatisch...

Ich ihm brav mein Leiden geschildert und einige Male auf meinen psychischen Zustand und meine Ängste hingewiesen.
Er dann so... jaaaa, Herzrasen kann durchaus körperliche Ursachen haben, die aber gut... behandelt werden können.
Wir machen am besten direkt ein EKG und dann in folgenden Terminen 24h-EKG, Belastungs-EKG und vielleicht einen Bluttest.
Ich saß völlig betröppelt da und wußte nicht wohin... War ich ihm wirklich nur die zwei Sätze wert? Hallo... ich hab hier grad panische Angst!

Und schwupps war er weg und die Schwester brachte mich zum EKG Gerät. Ich mich freigemacht und hingelegt.
Meine Gedanken kreisten... was passiert jetzt... was kommt raus... kann mir der Doc wenigsten ein bisschen meiner Angst nehmen?
Nach der Untersuchung sollte ich kurz warten und dann wurde ich gebeten mitzukommen.

Ich dachte so, jetzt gehts wieder zurück zum Doc zur Nachbesprechung, aber nein.
Wir gingen zum Empfang, wo mir direkt ein Kärtchen vom örtlichen Kardiologen gereicht wurde, mit bitte um Terminvereinbarung im nächsten Quartal.
Ich muss die Damen ziemlich entgeistert angesehen haben, ich fragte nach eine Gedenkminute vorsichtig nach, ob mir denn keiner etwas zum EKG sagen möchte?

Ich wurde in den Warteraum gebeten.
Nach einer halben Ewigkeit kam nicht etwa der Arzt zum mir... NEEEEIN... die Schwester kam rein und lächelte... Sieht alles super aus, sie brauchen sich keine Gedanken zu machen.
Das hat der Arzt wirklich nicht geschafft, mir persönlich zu sagen? Toll...

Auf meine Frage, warum wir das 24h- und BelastungsEKG nicht hier machen, säuselte die Dame... Jetzt gehen Sie erstmal zum Kardiologen und dann schauen wir mal.
Hä? Wie bitte? Ich war völlig sprachlos. Was soll ich denn bitte jetzt denken. Meiner Angst geht es mittlerweile übrigens so gut wie noch nie!

Danke Onkel Doc!

30.12.2015 19:30 • 31.12.2015 #1


9 Antworten ↓


Vergissmeinicht
Hey Fabian,

ein herzliches Willkommen hier bei uns.

Nun, finde das Verhalten auch etwas merkwürdig seitens des Arztes und der Weiterleitung an den Kardiologen. Dennoch war das EKG total in Ordnung und das zählt. Vielleicht sollst Du zur Routine dahin, um halt alles abklären zu lassen?!

Findet man nichts, hast Du Dir eine kräftige Herzphobie zugezogen. Auch ich hatte diese und kam durchaus an Deine Pulswerte ran.

Geh halt zum Kardiologen und dann schaust Du weiter und wir hier begleiten Dich dann eben auf der seelischen Ebene weiter.

30.12.2015 20:55 • x 1 #2



Der erste Besuch beim Hausarzt Angst bleibt!

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Hallo Vergissmeinicht und danke,

lustiger Weise war der Puls zuletzt vor ca. 4 Wochen, also bei der letzten Attacke, so hoch.
Heute zum Arzt rein und zack... los gehts.

Ich kann mir eigentlich nicht vorstellen, ernsthaft am Herz krank zu sein, aber dieses Verhalten hat mich dermaßen aus der Spur geworfen...
Gerade weil dieser HA alle weiteren Untersuchungen machen könnte...

Ich verstehe es einfach nicht. Ich habe ihm meine Angst sehr deutlich gemacht und er schickt mich so nach Hause.
Wie aussagekräftig ist eigentlich so ein 10 Sek. EKG. Auf diesem Ausdruck waren gerade mal 3 Ausschläge zu sehen?!

VG
Fabian

30.12.2015 21:10 • #3


Vergissmeinicht
Hey Fabian,

hm, 3 Ausschläge sind was wenig. Wenn Du die Herzangst hast und noch nie ein Langzeit-EKG etc. machen lassen, dann lasse es durchführen und dann hast Du Gewissheit.

30.12.2015 21:48 • #4


Icefalki
Lieber Fabian, was du erlebst ist leider Alltag in Arztpraxen. Rein und wieder raus.

Wer Glück hat, der hat noch einen Arzt, den er bereits kennt, und der sich etwas mehr Zeit nimmt.

Zeit ist heutzutage ein Faktor, der von den Krankenkassen nicht bezahlt wird, zumindest nicht für Gespräche. Da muss man zum Therapeuten gehen. Ist grausig, aber real.

Und er klärt jetzt die körperlichen Probleme ab. Fürs psychische ist er nicht zuständig.

Rein objektiv, lege artis. Für dich natürlich enttäuschend.

30.12.2015 22:09 • #5


Witzigerweise hat er noch eine Weiterbildung in Psychotherapie...

30.12.2015 22:28 • #6


Icefalki
Dann warte ab. Er wird jetzt erst den körperlichen Zustand abklären und dann, wenn er noch Patienten aufnimmt, sich deinem psychischen Zustand widmen.

Und nochwas, diese berufliche Kälte ist am Anfang sehr schwer zu ertragen. Das gibt sich aber.

Ich war bei meinem Psychiater auch irritiert, weil der so schrecklich sachlich war. Mein Geplärre hat der überhaupt nicht groß beachtet.

Bleib dran.

30.12.2015 22:36 • #7


july1986
Kenne ich leider auch von meinem kardiologen...
Ich gehe zu ihm hin weil er der beste hier im Umkreis wohl sein soll aber menschlich ein echter Reinfall ...

Ein kurzes knappes Hallo mehr is nicht drin ..
Und Tschüß natürlich ...

Und seine Ehrlichkeit is so erschreckend da kann man sich sicher sein dir Wahrheit zu erfahren doch zugleich auch immer ein Stück weit angst dadurch zu bekommen ...

Ich fragte ihn mal ob ich daran denn sterben könnte an den Problemen die ich hatte mit dem Herz daraufhin War seine Antwort ....zunächst nicht

Das War hart aber ehrlich ...ich War erschrocken

30.12.2015 22:47 • #8


Icefalki
Ich kenn das von meinem Chef. HNO - Bereich. Und wie ihr wisst, kommen da viele Angstpatienten.

Wenn da jemand sitzt und sagt, dass er vor 2 Tagen ein Druck im Ohr hatte und nach der Untersuchung fragt, und was war das? Kommt immer, also jetzt ist da nichts, sie hätten eben vor 2 Tagen kommen müssen.

Oh mein Gott, die armen Menschen. Aber rein sachlich gesehen, die absolute Wahrheit.

Ok, ich relativiere es immer und erkläre es dann sehr freundlich. Aber ist manchmal schon recht heftig..

30.12.2015 22:58 • #9


siri
Hallo Fabian,

auch von mir ein ganz herzliches Willkommen und einen guten Austausch hier im Forum.

Ich finde die Reaktion deines Hausarztes erschreckend, dennoch versuche es positiv zu sehen.
Du hast nun eine Überweisung zum Facharzt. Ich denke, wenn du die Untersuchung dort hinter dir hast, dann kannst du beruhigter sein, dass mit deinem Herzen alles ok ist, als wenn du nur vom Hausarzt untersucht worden bist.
Dem Kardiologen stehen zumeist auch mehr Untersuchungsmöglichkeiten zur Verfügung und er ist der Facharzt der zum Thema Herz ein umfangreicheres Fachwissen hat.
Ich selber habe schon einige Besuche beim Kardiologen hinter mir und hinterher war ich immer sehr beruhigt, dass alles soweit in Ordnung ist ( habe eine gutartige Herzerkrankung, AVNRT ).
Ich leide unter sehr vielen ES und gelegentlichem Herzrasen ( bedingt durch die AVNRT ) und konzentriere mich manchmal zu sehr auf mein Herz, als mir gut tut.
Nach dem Besuch beim Kardiologen bin ich dann wieder sehr beruhigt das alles in der Norm ist.

Lass es also ruhig abklären.
Evtl. würde ich mir aber, falls du die Möglichkeit hast, dennoch überlegen, den Hausarzt zu wechseln, denn Vertrauen und Zuhören ist halt sehr, sehr wichtig und wenn du dich da schon zu Beginn an nicht ernstgenommen fühlst...

LG

siri

31.12.2015 09:15 • #10



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