Pfeil rechts

Hallo ich bin ganz neu hier. Ich bin weiblich, 41 Jahre und habe seit 16 Jahren eine chronifizierte Angststörung mit starken Herzbeschwerden. EKG Veränderungen und Herzrythmusstörungen die mir das Leben zur Qual machen. Ich bin gerade bei meiner zweiten Psychoanalyse und hab dazwischen auch schon eine tiefenpsychologische Therapie gemacht.
Es ging mir danach ein paar Jahre gut und seit ein paar Monaten geht es mir sehr schlecht wieder. Habe Anfang des Jahres Paroxitin abgesetzt und war jahrelang abhängig von Alprazolam(Benzo). Habe in letzter Zeit mehrere Neurologen aufgesucht und jeder erzählt was anderes. Der Letzte Neurologe sagte ich solle das Alprazolam ruhig weiter nehmen um klar zu Kommen und hat mit Citalopram jetzt verschrieben weil ich vom Paroxitin so viel zugenommen habe. Ich habe jetzt große Angst davor es zu nehmen wegen der Nebenwirkungen. Er hält von meiner Analyse gar nichts weil man nur in der Vergangenheit herumbohrt und keine Strategien entwickelt. Er ist für Verhaltentherapie. Ich bin jetzt völlig durcheinander weil ich nicht mehr weiß was richtig ist. Die Analyse mache ich jetzt drei Jahre und mir geht es immer schlechter und ich weiß nicht ob ich die ganzen Medikamente zu früh und zu schnell hintereinander abgesetzt habe oder ob die Analyse doch nicht gut für mich ist. Wer kann mir helfen durch den Therapiewirrwar und wer hat ähnliches erfahren.
Liebe Grüße
sanna

11.11.2008 19:55 • 17.11.2008 #1


17 Antworten ↓


Hallo Sanna,

das Citalopram ist gemeinhin recht nebenwirkungsarm.
Ich bin ja auch recht sensibel und konnte nichts negatives verspüren.

lg
koko

11.11.2008 20:04 • #2



Chronifizierte Angststörung mit starken Herzbeschwerden

x 3


Hallo Koko,

und hilft es Dir, Habe gelesen man wird viel müde und Übelkeit die erste Zeit?

sanna

11.11.2008 20:18 • #3


Zitat von sanna:
Die Analyse mache ich jetzt drei Jahre und mir geht es immer schlechter


mit der vt hat dein letzter neurologe wohl recht.


mit etwas glück meldet sich christina auf deinen beitrag, die kann fundiert und aus eigener erfahrung rat geben.

11.11.2008 20:38 • #4


hallo sanna,

immer nur medikamente sind auf dauer keine lösung. wie schlimm so herzrythmusstörungen sind weiss ich erst seit 4 monaten als diese das erstemal von mir wahrgenommen wurden ... seitdem habe ich auch eine neue dimension von angstgefühl ... ich habe mir kurzentschlossen das hier beworbene buch "ängste verstehen und überwinden" gekauft ... und es hilft mir sehr - ich verstehe zum erstenmal eigentlich richtig wie angst funktioniert und kann jetzt aktiv daran arbeiten ...
wie sind deine herzbeschwerden ?? bei mir sind es sogenannte extrasystolen die bei ansonsten gesunden herz ungefährlich und im gewissen maßen auch normal sind - wobei ich das natürlich ganz anders empfinde ... woher die kommen weiss anscheinend niemand so genau ... und ich habe inzwischen den eindruck als wenn sie stark stressbedingt sind ... fast alles macht unser kopf ... lies das buch ... es hilft ...
ferner habe ich aus blutdruckgründen eine ernährungsumstellung auf fast vegetarisch, vollkörnig und eiweißarm vorgenommen ... die ärzte sagen zwar das bringt nicht viel ... aber neben einer deutlichen gewichtsreduktion fühle ich mich mit jedem tag frischer und auch klarer im kopf ... man muss halt ausprobieren. viele gruesse solong

12.11.2008 12:11 • #5


Hallo solong,

ich habe immer wieder starkes Herzrasen, komme schnell ausser Puste bei Jedem bisschen. Und dann schlägt mein Herz manchmal minutenlang durcheinander. Manchmal wird mir schwindlig, bin aber noch nicht umgekippt. Aber dann diese Angst. Bei jeder Aufregung schlägt es durcheinander bin über haupt nicht belastbar im Moment. Jetzt sitze ich zuhause und soll heute anfangen Citalopram zu nehmen. Gestern Abend war ich noch ganz zuversichtlich, aber jetzt große Angst ob ich es vertrage, Anaphylaktischer Schock usw. Bin alleine im Moment zu Hause und hab schon geguckt ob der Kinder arzt bei uns in der Straße heute aufhat wo ich dann gleich hingehen kann, wenn es mir schlecht nach der Einnahmegeht. Bekloppt wa! Aber ich brauche ständig solche Hilfsmittel, fühle mich dann total allein und ausgeliefert in dieser Welt.
Ich kann in diesem Moment nicht sehen das das Medikament mir doch helfen soll und nicht schaden. Warum bloß solche Angst davor?
LG
Sanna

12.11.2008 12:35 • #6


Hallo Sanna,

Dein Arzt hat wohl recht mit der Verhaltenstherapie. Wenn Dir die Tiefenpsychologie nicht guttut, warum machst Du es dann weiter? Auch der Therapeut muss doch merken, dass das nichts bringt.
Bei der Verhaltenstherapie entwickelt man Strategien, wie man mit der Angst umgeht und lernt, wie die Angst entsteht und warum. Mit warum ist nicht gemeint, welche Ursachen evtl. in der Vergangenheit damit zu tun haben können, sondern, dass unsere Gefühle, d.h. in dem Fall die Angst, von unseren Gedanken herrühren. Und unsere Gedanken können wir mit viel Übung auf die richtige Bahn lenken....bin auch gerade dabei. Auch das funktioniert nicht von heute auf morgen, sondern benötigt einige Zeit.
Auch ich habe Herzrythmusstörungen schon ewig, dass hab ich auch schon solong gescchrieben, aber ich habe gelernt, sie nicht mehr als bedrohlich anzusehen, sondern als was ganz normales. Auch wenn das Herz mal rast wie verrückt, es beruhigt sich auch wieder. Das ist ein Lernprozess.
Auch ich habe noch alle möglichen Ängste, aber das mit dem Herz, dass hab ich gut im Griff.

Und das mit der Tiefenpsycholigie würde ich wirklich lassen, wenn es Dir dabei so schlecht geht. Habe eine befreundete Verhaltenstherapeutin (nicht meine), die mir das immer wieder bestätigt, dass das nix bringt, in der Vergangenheit rumzustochern, da werden die Ängste vielleicht nur noch größer und nicht weniger. Erstmal lernen, mit der Angst umgehen zu können, dann kann man sich vielleicht, wenn man will, an die Ursachen dahinter machen. Aber ab und an "ahnt" man ja die Dinge eh schon, die dafür verantwortlich sein könnten, will sie aber gar nicht wahrhaben. Die Vergangenheit ist aber rum, sie ist unabänderlich. Wir müssen lernen, in der Gegenwart zu leben und die so lebenswert wie möglich hinzukriegen. Oder?

Viele Grüße

12.11.2008 13:57 • #7


Hallo drea,

ja du hast ja recht. Aber wie soll man das selber wissen was für einen die richtige Therapie ist wenn man sich so schlecht fühlt und jeder Arzt was anderes sagt. Ich bin unheimlich verunsichert. Meine Therapeutin ist Analytikerin und ein Gutachter befand damals das ich nur eine Analyse bewilligt bekomme. Ich hab auch mit ihr darüber gesprochen das es mir immer schlechter geht und ich nicht soviel in der Vergangenheit herumwühlen will sondern Antworten und neue Strategien brauch für heute. Aber sie meint ich wäre frühkindlich traumatisiert und mir müssen erst gewisse DInge bewußt gemacht werden. Irgendwie so, sie sagt ja nie was direkt auf meine Fragen. Das interpretiere ich daraus. Aber irgendwie bringt es mich momentan nicht weiter, ich komme immer mehr durcheinander. Nehme jetzt Citalopram, vielleicht hilft es mein Kopf wieder klarer zu machen, meine Ängste einzudämmen um dann vielleicht eine Entscheidung zu treffen. Ich habe doch so auf sie gehofft. Aber was du schreibst klingt alles sehr logisch und spricht mich sehr an. Ich hoffe ich bekomme bald wieder einen klareren Kopf.
Kommen deine Herzrythmusstörungen auch von der Seele und was sagt man dir dazu wie sie entstehen. Wie fühlt es sich denn bei dir an?

Sei erstmal lieb gegrüßt
sanna

12.11.2008 18:18 • #8


Hallo Sanna,

also was Deine Therapeutin sagt, mit der frühkindlichen Traumatisierung.
Siehst Du das denn selber so? Oder will sie Dich da in was hineinquatschen. Also ich hatte da mal so ein Erlebnis mit einer Neurologin und Psychologin, wo meine Ängste angefangen haben. Die fragte mich so nach meiner Lebenssituation usw. In dem Zusammenhang fiel, dass ich Einzelkind bin. Da sagte sie, aha, da haben wir doch schon den Grund! WAS? Weil ich Einzelkind bin, hab ich Angstzustände? Da kriegt man doch die Tür nicht zu. Für mich war und ist das nie ein Problem gewesen und noch nie Thema. Also, da fragt man sich doch, wer diesen Leuten ins Gehirn gesch...... hat. Sorry, aber mit der Spezies Neurologe hab ich es nicht so. Ich hab leider noch nie einen getroffen, der irgendwie normal war. Ich dachte ja , vielleicht liegt das ja an mir. Aber andere haben mir das dann auch bestätigt. Ich frage mich manchmal, muss der zum Arzt oder ich.
Jedenfalls, um zum Thema zurück zu kommen. Warum bekommst Du nur eine Analyse bewilligt? Darf ich fragen, kommst Du aus Deutschland? Also hier bekommst Du immer eine Verhaltenstherapie bewilligt, wenn Du sie brauchst.

Zu meinen Herzrythmusstörungen, also ich weiss nicht, ob sowas von der Seele kommen kann. Extrasystolen sind denke ich bei jedem etwas normales, nur "WIR" nehmen das viel mehr wahr und sehen es als was gefährliches und schlimmes an. Ich habe solche Systolen ab und an noch, nehme aber auch seit etlichen Jahren Betablocker wegen Migräne und die sind halt für die Herzrythmusstörungen gut. Wie gesagt, haben tue ich trotzdem noch welche, vor allem, wenn ich in Ruhe komme und mich auf die Couch werfe oder wenn ich von jetzt auf gleich furchtbar aufgeregt werde, dann kommt mein Herz irgendwie nicht so mit und stolpert so vor sich hin einige Zeit. Ich versuch's dann irgendwie easy zu nehmen - ich kenn das Ganze ja - es ist in 11 Jahren noch nie etwas passiert, deshalb vertraue ich da mal meinem Körper.
Also take it easy - ich weiss, dass das nicht so leicht ist, aber sich immer wieder vor Augen führen, dass da nichts ist - gelle!

So long

13.11.2008 10:09 • #9


Hallo drea,

Ich habe schon mal eine Analyse gemacht, dann noch eine tiefenpsychologische Therapie, danach ging es mir eigentlich gut, phasenweise auch sehr gut. Aber dann kam plötzlich alles wieder zurück mir den Ängsten und noch viel schlimmer. Ich bin dann in eine Klinik gekommen, was mir glaube ich nicht so gut getan hat. danach ging es immer schlechter, ich wollte zu meinem alten Therapeuten wieder, aber meine Stundenzahl für Therapie war aufgebraucht und er versuchte es erneut einzurechen. Das ging dann zu einem Gutachter und der entschied Analyse, keine andere Therapieform. Und die Krankenkasse hält sich daran. Ich komme übrigens aus Berlin. Jetzt hab ich schon elf Jahre Therapie insgesamt, mal geht es besser mal wieder schlechter. Ist das so ein ganzes Leben lang? Höre ich von vielen anderen auch. Sie brauchen immer mal wieder eine Therapie.
Im Moment geht es mir sehr schlecht mit dem Citalopram. Der Arzt meinte ich soll mit noch weniger anfangen, das ist die erste Zeit so.
Nochmal zwei Wochen aushalten, noch mehr Ängste noch mehr Beschwerden in der Hoffnung, alles wird in ein paar Wochen besser.
Ich bin völlig fertig.

Liebe Grüße

14.11.2008 13:04 • #10


Hallo sanna,

tja, das mit den Rückfällen, ob das ein Leben lang so weitergeht? Wollen wir es nicht hoffen. Und wenn du schon insg. 11 Jahre Therapie hinter Dir hast, das ist schon heftig. Ich hatte damals 3 Jahre eine Langzeittherapie und einen 6wöchigen Aufenthalt in einer psychosomatischen Klinik. Zu dem Zeitpunkt ging es mir aber schon wieder ganz passabel.

Bei mir ist es bei meinem jetzigen Rückfall so, dass ich mir schon auch Vorwürfe mache. Ich weiss und lese ja schon viel über die Angst und über deren Entstehung ...aber es hapert einfach in akuten Situationen an der Umsetzungsfähigkeit. Ab und an gelingt es gut, dann bin ich auch echt happy. Aber dann kommt aber wieder der Punkt, wo gar nichts mehr hinhauen will. Ich mich fast völlig in meiner Angst verliere.
Jetzt gerade akut habe ich ziemliche Angst, da mein Mann und ich heute Abend eine Verabredung zum Essen haben mit Bekannten. Das macht mich schon seit Tagen ganz kribbelig und seit gestern hab ich wieder massiv Angst vor der Angst. Ich würd' das so gerne genießen heute Abend, aber ehrlich gesagt weiss ich noch nicht wie....! Das nimmt mich irgendwie grad schon mit. Ich müsste auch dringend zum Friseur.....naja, vielleicht kennste auch das. Mir ging's schon öfter bei Friseur nicht gut, hab es aber immer überstanden und nix ist passiert (was auch? )
Ich weiss auch, dass ich mehr raus muss,mehr soziale Kontakte, mehr positive Erlebnisse und Rückmeldungen dadurch. Aber ich vermeide halt einfach noch zu viel, obwohl ich schon auch raus gehe und dann geht's auch meistens ganz gut.
Wahrscheinlich geht's heut Abend auch gut. Irgendwann bin ich dann so abgelenkt, dass ich gar nicht mehr an die Angst denke, wie's ja oft ist (manchmal eben auch nicht . Das VORHER hätte man sich dann vollends sparen können. Oh Mann, ist das eine besch.....Krankheit.

Citalopram hab ich ja auch hier liegen. Dir geht es nicht besser damit, sondern eher schlechter. Jetzt wegen der Nebenwirkungen?

Ich nehm jetzt mal ein Neurexan und versuch relaxed zu werden.

Liebe Grüße

15.11.2008 14:33 • #11


Hi Drea,
das hätte ich fast genauso schreiben können
Trotzdem, oder vielleicht gerade deswegen VIEL GLÜCK heute abend!
Grüssli
Iris

15.11.2008 15:57 • #12


Hallöchen guten Morgen,

@Iris
Nu', ich leb' noch und was soll ich sagen, war natürlich so, wie ich gesagt habe. War alles soweit okay. Anfangs etwas mulmiges Gefühl, zwischendurch auch mal, aber ansonsten war's gut. Warum hat man sich so dermaßen vorher verrückt gemacht? Die Frage der Fragen?!
Das zeigt mal wieder, die Angst vor der Angst ist größer als alles andere, total bescheuert, oder? Gesten Abend bei Heimkommen, war ich natürlich total happy. Heut morgen hat sich das natürlich schon wieder etwas "neutralisiert"! Bei mir ist das immer so, wenn ich die eine Angst einigermaßen im Griff hab, sucht sie sich eine andere Baustelle, das ist noch bescheuerter. Ob sich irgendwann die Möglichkeiten erschöpft haben? Gute Frage.
So, jetzt gehen wir schon wieder Essen, zu den Schwiegereltern. Hoffe, der Tag wird besser als der gestern (vom Abend mal abgesehen!).

Schönes WE noch
Gruß

16.11.2008 12:22 • #13


Hallo drea,

du schreibst mir aus dem Herzen. Erstmal schön das es dir gestern abend einigermaßen gut ging. Ich kann das voll nachvollziehen. Ich war bis vor wenigen Monaten noch total selbstständig. Wenn ich so jetzt zurückdenke wurde es langsam immer schlimmer mit den Ängsten, ich meine damit irgendwo hinzugehen ohne das die Angst immer schlimmer wurde. Mittlerweile ist es soweit das ich nirgends mehr hingehe, ich schaffe es gerade noch mit den Hunden rauszugehen. Und das schon unter größter Anstrengung. Manchmal hab ich Phasen am Tag da ist keine Angst da und ich fühl mich wie früher und wenn ich morgens aufwache ist alles weg, weg aus meinen kopf, nur Angst wieder da. Ich verstehe das nicht!.
Gestern bin ich mit meinem Freund auf ein Dorffest mitgegangen, ich habe stunden vorher mit mir gekämpft, aber ich wollte so gerne mal wieder raus, es war auch nicht weit weg von zu Hause. Wir sind hin, und es ging so, aber Angst immer da, ich versuchte es zu genießen, die Dorfatmophäre, die die Luft, hatte irgendwas beruhigendes, was ich so vermisse in den letzten Monaten. Es war dort ziemlich laut, lange hab ich es nicht ausgehalten, wir sind dann noch spazieren und ich hab trotz Angst die Luft, wir sind auf ein Pferdehof gegangen, die Tiere, die Leute (Kinder) etwas genießen können. Die Ruhe, ein normales friedliches Dasein dort und hätte heulen können, das die Menschen dort es so genießen können, sich fallen lassen können. Ich kann es kaum beschreiben, da ist das Gefühl, hier ist alles harmonisch und sicher und diese sch... Angst macht doch fast alles wieder kaputt. Heute ist schon wieder alles schlimm voller Angst und Herzbeschwerden. Warum kann man dieses Gefühl nicht länger in sich haben?!
Es ist wie bei Dir, nächsten Tag ist alles wieder vorbei.
Ich glaube nicht das sich die Möglichkeiten erschöpfen, es darf einfach nicht gut werden, was wäre wenn alles gut wär? Es sind unsere Sichtweisen unser Denken, aber wie kann man umdenken. Das kapier ich noch nicht.
Ich denke das ich auch viel über meine Angst weiß, aber wie bei Dir, ich kann im Moment nichts davon umsetzten, mal gehts etwas besser, dann wieder alles vorbei und die Angst frist mich auf.
Ich mache auch Termine wie Friseur Oder Zahnarzt, sag im Moment alles wieder ab. Ich schaff es nicht mal mehr einkaufen zu gehen. Ich kenn mich so nicht, das ist das schlimmste.
Es tut natürlich gut zu hören das es anderen auch so geht, das ist das schöne an diesem Forum. Man denkt ja manchmal man wird langsam verrückt und mit wem soll man reden, versteht doch keiner.

Was ist denn Neurexan, ist das ein Beruhigungsmittel?

Liebe Grüße
sanna

16.11.2008 13:30 • #14


Hallo sanna,

hey, was hab ich heute morgen noch geschrieben. Ich hoffe, dass der heutige Tag besser wird. Naja, was soll ich sagen. Ist er leider nicht. Das Essen bei den Schwiegereltern mit noch sonstiger Familie war nicht so dolle für mich. Nachdem ich ja den gestrigen Abend eigentlich sehr gut hinter mich gebracht habe, ist heute das kleine Kartenhäuschen wieder zusammen gebrochen. ANGST! Aber heute vor nichts besonderem, einfach nur Angst....vor mir selber....vor der Angst....davor nicht mehr aus dem Kreislauf rauszukommen....Angst mal durchzuticken! Meine Güte, es schlaucht! Jetzt sind wir wieder zuhause, weil unser Sohn schon seit Freitag krank ist, er sich noch ausruhen soll, weil er morgen wieder Schule hat.
Weisst Du, unser Problem ist, dass wir auch kleine Erfolge nicht sehen. Wir wollen einfach keine Angst mehr haben..und so funktioniert das nicht. Hast Du auch das Buch von D. Wolf gelesen? Du warst gestern draussen auf einem Dorffest usw. ich war über 5 Stunden lang Essen mit Freunden. Ist das nichts? Anstatt sich an dem zu freuen, was man trotz Angst geschafft hat, wollen wir fast das Unmögliche. Wir haben so lange unsere Gdanken auf das Negative, auf die Angst trainiert, dass das nicht einfach so verschwinden kann. Wie auch?
Ich habe heute 2 Stunden mit der Familie zusammen gesessen und fühlte mich nur beschissen. Ich weiss gar nicht so recht, WAS ich gedacht habe, das sind anscheinend die automatisierten Gedanken, die so ablaufen und die sich bei uns "antrainiert" negativ um die eigene Person drehen. Wenn ich mir all das bewusst mache, dann lässt die Angst schon nach. Aber einfach zu kurz, um mal wieder Kraft zu schöpfen. Vor etwas über einer Woche ging es mir 4 aufeinanderfolgende Tage echt gut, bis der "innere Saboteur" wieder zugeschlagen hat und sagt, Dir kann es doch gar nicht gut gehen.

Ich glaube auf jeden Fall wieder eine Therapie machen zu müssen. An guten Tagen sagt man sich zwar, hey das schaffste...aber wie gesagt, an schlechten Tagen würde ich am liebsten mir die Decke über den Kopf ziehen und warten bis der ganze Spuk vorbei ist. Aber das das so nicht funktioniert, ist mir auch klar.
Ich wünsche Dir trotzdem noch einen schönen Sonntag, gell!

16.11.2008 16:42 • #15


Sanna, sorry vergessen....!

Neurexan ist homöopathisch und ist ein Mittel gegen innere Unruhe und Schlafstörungen. Letzteres habe ich zum Glück höchst selten. Naja....man muss ja nicht alles haben

16.11.2008 16:44 • #16


Hallo drea,

das tut mir leid das es gestern wieder so für dich ablief. Ich kenn das zu gut in letzter Zeit. die letzten zwei Tage gingen bei mir auch einigermaßen. Gestern waren wir wieder spazieren und es ging richtig gut, nur leichte Ängste. ich hab wieder die Natur genossen und das ich kein Herzrasen, keine Atemnot hatte. Das war wieder etwas mein Leben. mein Kopf war klar und vieles war mir logisch was im Moment mein Problem ist, ich konnte gut nachdenken und auch den Rest des Abends keine Angst. Brauchte nicht mal mein Beruhigungsmittel. Hatte wieder Elan und wollte heute einiges erledigen. Einkaufen, essen machen. Heute morgen nach dem Aufwachen war es auch noch ganz gut, aber langsam kroch die Angst wieder hoch, mußte wieder was nehmen. jetzt habe ich auch noch Sehstörungen, die mich wieder in Panik versetzen, Schlaganfall usw. Habe mich zusammengenommen und die Gebrauchsanweisung von Citalopram gelesen, da steht auch Sehstörungen drin. Aber wer weiß, wir sind ja kaum zu überzeugen. Es wird ja doch vielleicht was schlimmes sein. Jedenfalls geht gar nichts jetzt. Kein Einkaufen. Werde mich gleich wieder hinlegen, weil mir völlig beduselt ist.
Du hast ja recht, die kleinen Erfolge müssen wir sehen, konnte ich gestern auch, aber wenn es dann wieder so schlimm ist, haut es mich völlig aus der Bahn und vor lauter Angst sieht man ja nicht mehr viel.
Man ist einfach nur noch fertig. Ich hatte so das Gefühl das Citalopram wirkt langsam. Ich muß wohl noch geduldiger sein.
Es schlaucht wirklich so sehr und wie du schreibst, habe auch manchmal das Gefühl durchzudrehen.
Habe mir jetzt das Buch von Doris W. geholt, aber es fällt mir so schwer es zu lesen. Kann mich nicht aufraffen.
Es ist schlimm das einen nichts im Moment freuen kann, nur einen Moment vielleicht, aber wir können nicht davon zähren. Es ist nur der Moment halt.
Aber es stimmt schon es sind unsere negativen Gedanken, die einem schon gar nicht mehr bewußt sind, daran müssen wir ständig arbeiten. Aber gar nicht so einfach wenn man nur voll Angst ist.
Ich galube eine Thrapie würde Dir bestimmt guttun, ich dachte auch ich schaffe das, aber es ist doch schleichend immer schlimmer geworden. Da gibt es mal ein paar gute Tage, da denkt man jetzt geht es aufwärts und dann kommt es um so schlimmer.
Was hast du denn schon für Therapien gemacht und weißt du woher deine Angst kommt? Auch Kindheit?

LG
sanna

17.11.2008 13:32 • #17

Sponsor-Mitgliedschaft

Hi sanna,

schön, dass Du schreibst. Heut geht's leider bei mir auch nicht besser. Gestern Abend im Bett war's dann auch noch schlimm. Bin dann erst gegen halb 2 eingeschlafen und heute morgen war's dann auch wieder da. Es ist echt zum aus der Haut fahren.
Mein Sohn ist heut auch noch etwas krank, deshalb hab ich ihn aus der Schule gelassen, bin dann zwar doch ein bisschen abgelenkter, aber eben auch nicht gut. Besser geht's nur, wenn ich mir postive Dinge denken kann und diese auch längerfristig halten...im Gedächtnis. Mein Mann kriegt langsam auch Bedenken, dass ich das alleine schaffe. Morgen früh hab ich noch einen Termin beim Neurologen, dem muss ich dann " beichten", dass ich das Citalopram nicht genommen hab.
Du nimmst es jetzt über 14 Tage, oder? Aber merken tuste noch nix?
Ich bin ja auch so skeptisch wegen den Nebenwirkungen und dass ich dann gar nicht mehr ICH selbst bin...obwohl kann's noch schlimmer werden? Ich weiss nicht . Woher bei mir damals die Angst kam, war wohl meine damalige langjährige (11Jahre) Beziehung, die ich dann bald zu Anfang der Therapie beendet habe. War eine schwierige Zeit, aber tat mir auch gut. Ein echter Befreiungsschlag...! Was jetzt das ganze auslöst, kann ich nur ahnen. Ich tippe mal auf meine "Hausfrauentätigkeit" seit 6 Jahren, was ich so wollte, aber ich glaube, mir fehlen dadurch einfach soz. Kontakte. Ich bin eh eher ein Einzelgängertyp und brauche nicht ständig Leut um mich....die können mir schnell auf den Keks gehen. Aber halt IMMER nur mit sich selbst und dem Kind beschäftigen ist auf Dauer auch nicht das Wahre. Dazu bin ich zu meinem Mann hierher in den Schwarzwald gezogen, ich komme ursprünglich aus Frankfurt. Aber mir gefällt es hier sehr gut. Meine Eltern sind noch in Frankfurt, wir telefonieren täglich und ich verstehe mich sehr gut mit ihnen. Sie sind auch öfters mal hier bei uns und haben sich auch eine Ferienwohnung hier zugelegt.
Also, um es auf den Punkt zu bringen, ob sogar "Langeweile" einen Grund für meine jetzige Situation ist, vielleicht - vielleicht auch nicht. Wie schon gesagt, bin ich ja jetzt schon 6 Jahre zuhause.

Bist Du denn den ganzen Tag alleine zuhause und kommst nicht raus? Dein Freund kommt dann abends nach der Arbeit oder wohnt Ihr nicht zusammen?

Ich muss auf jeden Fall morgen mit dem Neurologen (obwohl ich nicht viel vom ihm halte) nochmal über das weitere Vorgehen vor allem wegen Therapie sprechen. Ich hab das zwar die letzten Wochen weit weg von mir geschoben, weil ich mich nicht ständig mit der Angst beschäftigen wollte, da war's auch noch nicht so schlimm.
Jedenfalls hat sich die Angst seit damals schon ziemlich verändert. Da hatte ich mehr Angst vor Situationen, auf die Arbeit gehen, U-Bahn-Fahren usw. Aber meine jetztige Angst, quasi vor mir selber, die kenne ich so nicht. Ich sag ja, die Angst sucht sich die kleinsten Winkel, wo sie sich reinzwängen kann... und die man selbst noch gar nicht kennt.

So long, einkaufen muss ich heut auch noch und muss einen Friseurtermin machen, dringendst. Ob ich auch hingehen kann, steht noch auf einem anderen Blatt. Am liebsten würd ich meinen Mann mitnehmen. Aber der hustet mir was. Er kennt mich ja und weiss auch von mir, dass Konfrontation das Mittel der Wahl ist. Tja.... Aber ich bin ja schon den ganzen Tag mit MIR konfrontiert, das ist manchmal Konfrontationstherapie genug, deshalb hat man für andere Dinge fast keine Kraft mehr.

Ciao erstmal

17.11.2008 15:30 • #18



x 4




Auch interessant

Hits

Antworten

Letzter Beitrag


Prof. Dr. Heuser-Collier