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Hallo liebe Leser,
ich weiß eigentlich gar nicht, was ich sagen will - ich brauche einfach grad Gleichgesinnte, die mich mit Worten ein kleines bisschen beruhigen können.

Ich habe unter ganz vielen verschiedenen Ängsten eine ganz besonders vertrackte Kombination: Zum einen kippe ich bei Arztbesuchen regelmäßig um, d.h. ich werde wirklich ohnmächtig - vor Angst. Zum anderen kriege ich eine riesen Panik, wenn ich krank bin, insbesondere, wenn ich Fieber habe. Auch dann kommt es sogar zu Hause zur Ohnmacht.

Nun bin ich regelmäßig in der Zwickmühle: Wenn ich krank bin oder auch nur leicht erhöhte Temperatur habe, kommt die Panik. Gleichzeitig meide ich aber auch den Arztbesuch. Ich weiß wirklich nicht, ob ich im Ernstfall wirklich hingehen würde!

Seit gestern liege ich flach mit Gliederschmerzen und fetter Erkältung. Eigentlich das, was alle momentan so haben. Harmlos, weiß der Kopf. Aber das Gefühl dreht durch. Habe heute morgen Fieber gemessen, es lag bei 37,8 - also wirklich nur erhöht. Das hat aber schon ausgereicht, diese Ohnmachtsanwandlungen mit Todesangst auszulösen. Aus Angst, das Fieber könne gestiegen sein,traue ich mich nicht, nochmal zu messen - ein höherer Wert würde direkt wieder zur Ohnmacht führen, ebenso wie die Aussicht, zum Arzt zu müssen.

Ich weiß, eine Ohnmacht ist nicht schlimm. Aber ich habe solche Panik. Ich habe das Gefühl, in einer absoluten Zwickmühle zu sein. Noch bin ich relativ jung. Aber was ist, wenn ich mal wirklich richtig krank bin? Ich schaffe es dann nicht zum Arzt.

Mache jetzt (wieder) eine Therapie, die auch gut läuft, allerdings weiß der Therapeut am der Stelle, an der ich wirklich in Ohnmacht falle, au h nicht so recht, wo er ansetzen soll - eben weil die meisten Angstpatienten nie ohnmächtig werden. Bei einer "normalen" Panik werde ich das auch nicht, aber immer dann,wenn es um Vorgänge im Körper geht wie eben Fieber.

Kennt es jemand? Kann mich jemand ablenken? Es muss nichts Geistreiches sein, Hauptsache, ich muss nicht allein sein. Vielleicht ist Humor ja auch gar nicht schlecht!

Vielen Dank fürs Lesen,
Zuversichtliche

08.10.2018 17:13 • 14.10.2018 x 1 #1


16 Antworten ↓


Luna70
Es hat dir ja gestern leider keiner geantwortet. Ich hoffe, du hast die Zeit trotzdem einigermaßen überstanden. Wie geht es dir denn heute?

09.10.2018 09:27 • #2



Brauche Beruhigung Fieber und Arztangst

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Hallo Luna,
das ist ja lieb, dass du mir antwortest - danke!
Ich habe es (wider Erwarten ) irgendwie überlebt. Es geht mir heute etwas besser, vor allem, da ich kein Fieber mehr habe, ansonsten würde ich schon wieder durchdrehen. Daher bleibt es ein Problem, das jederzeit wieder auftreten kann.
Vielen Dank nochmals, ich weiß jede Antwort wirklich zu schätzen!
Zuversichtliche

09.10.2018 13:17 • #3


Luna70
Schön, dass es ein wenig besser ist.

Wenn du einen Infekt hast und ein fiebersenkendes Mittel nimmst, hilft das irgendwie weiter? Also quasi vorbeugend. Medizinisch vielleicht nicht unbedingt sinnvoll da das Fieber ja auch einen Zweck erfüllt, eigentlich. Ist nur so ein Gedanke.

Kann das mit deinen Ohnmachten mit der Atmung zusammenhängen? Dass du irgendwie falsch atmest während einer Panik-Attacke und dadurch ohnmächtig wirst?

09.10.2018 13:48 • #4


Hallo Luna,
ich habe tatsächlich immer einen Fiebersenker auf dem Tisch stehen, wenn ich Fieber bekomme Aber ich weiß eben auch, dass es bei 37.8 wirklich ziemlich doof wäre, sowas zu nehmen und deswegen hab ich es ohne durchgestanden (und einfach kein Fieber mehr gemessen .-))

Ich glaube nicht, dass es von der Atmung kommt. Ich falle nämlich immer nur dann in Ohnmacht, wenn es um Fieber/Infekte/Injektionen/Vorstellungen von krankhaften Vorgängen im Körper geht. Wenn ich eine "normale Panikattacke" habe (die ich auch kenne), passiert es NIE. Es ist wohl so eine Art "vasovagale Synkope". Bei Wikipedia steht dazu: "Im Gegensatz zu anderen Angststörungen kommt es bei Blutphobien häufig zu Ohnmachtsanfällen. Die Betroffenen weisen im Unterschied zu Panikpatienten eine typische biphasische autonome Reaktion auf: Nach einer sehr kurzen Phase mit einem Anstieg von Blutdruck und Herzrate folgt ein dramatischer Abfall dieser Funktionen, d. h., es kommt zu Hypotonie und Bradykardie. Dabei wird von einer Überreaktion des Parasympathikus ausgegangen, die zu einer vasovagalen Synkope führt. Bei der Panikstörung kommt es dagegen zu einer Überreaktion des Sympathikus."

Bei mir ist es jetzt nicht allein auf Blut oder Spritzen beschränkt, aber ich glaube, dass es der gleiche Mechanismus sein muss. Und es hat sich im Laufe der Zeit weiter verselbstständigt, d.h. ich kriege schon bei kleinsten Körperreaktionen diese Panik. Es ist also nicht mehr "nur" diese Synkope, sondern dazu auch Panik.

Ich versuche schon immer, mich irgendwie auszutricksen, damit "es" nicht wieder passiert. An einen sicheren Ort denken. Die Muskeln anspannen (das soll helfen, um den Blutdruckabfall zu verhindern). Aber verhindern kann ich es nicht ich hoffe sehr, dass ich das Problem in der Verhaltenstherapie in den Griff bekomme.

Ganz liebe Grüße
Zuversichtliche

09.10.2018 14:13 • #5


Luna70
Es gibt hier diesen Thread

agoraphobie-panikattacken-f4/synkope-kreislaufkollaps-t93010.html#p1527636

ist das ein ähnliches Problem wie deines? Insgesamt scheint das aber ja wirklich relativ selten zu sein, dass man ohnmächtig wird. Zumindest liest man hier im Forum nicht viel davon. Du hättest dir besser nicht so was exotisches "ausgesucht".

09.10.2018 15:06 • #6


Rastaman
Das ist schon kurios, dass Du beim Arzt in Ohnmacht fällst. Was die Psyche nicht alles vollbringt...
Wann hat das denn angefangen? Gibt es da ein besonderes Erlebnis?

09.10.2018 16:33 • #7


Sells1234
Hallo ,habe deinen Beitrag erst gerade gelesen. Ich kenne das auch, habe eine zahnartzphobie und sobald ich einen Termin mache geht es los. In Begleitung schaffe ich es bis vor der Tür und dann Kippe ich um. An rein gehen ist dann kein denken mehr.

09.10.2018 16:47 • #8


Hallo und danke für die vielen Antworten!

Vielleicht hilft es, wenn ich mal einige Beispiele gebe, in welchen Situationen ich bisher so umgekippt bin - da ist eine ganz schöne Vielfalt drin. Es geht aber irgendwie immer darum, dass sich in meinem Körper etwas verändert bzw., dass ich es mir vorstelle:
- Augenarzt: diverse Male, z.B., nachdem man mir diese "Weitstelltropfen" tropft, die die Pupillen größer machen, dann ist es quasi schon vorprogrammiert; auch andere Sachen, die mit Augenuntersuchungen zu tun haben, sind ein riesen Problem
- Zahnarzt: z.B., nachdem ich eine Betäubung erhalten habe und der Arzt mir erklärt, was dadurch in meinem Körper passiert.
- Hautarzt: Während des Allergietests
- zu Hause: Nach dem Fiebermessen, erhöhte Temperatur
- früher in der Schule: Thema "Aids" im Unterricht
...
@luna: ich glaube, das Problem im dem Thread ist noch ein bisschen anders, schwer zu sagen ... ich bin mir nicht sicher. Ich wünschte auch, etwas weniger "exotisches" zu haben. Blut-/Spritzenphobie ist ja gar nicht so selten, aber dass es quasi auf alles andere Körperlich ausgedehnt ist, scheinbar schon.

@rastaman: An ein besonderes Erlebnis erinnere ich mich nicht. Allerdings ist es schon so, dass ich schon als Kind immer Kreislaufprobleme hatte/zur Ohnmacht neigte. Auch da vorwiegend beim Arzt. Es ist aber im Laufe der Zeit schlimmer geworden bzw. es ist mehr Angst vor der Angst dazugekommen.

@uweantonie55: Ein "Leidensgenosse"! Hast du schon etwas gegen diese Ohnmachten unternommen bzw. hast du einen Tipp für mich? Das Einzige, was ich bisher rausgefunden habe, ist dieser Trick mit der gezielten Anspannung von Muskelgruppen: http://blog.hf.uni-koeln.de/angstambula ... -therapie/ Kenne aber niemanden, der das irgendwie anleitet, vielleicht muss man es einfach versuchen, sich selbst beizubringen. Leider hat das bisher auch nur bedingt geholfen. Kannst du denn überhaupt zum Zahnarzt oder geht das gar nicht?

Liebe Grüße
Zuversichtliche

09.10.2018 18:44 • x 1 #9


Rastaman
Hast Du schon Therapien dafür gemacht? Irgendwie muss man das doch in den Griff kriegen. Stell Dir vor, Du wirst ohnmächtig und brichst Dir dabei was.

09.10.2018 19:30 • #10


kopfloseshuhn
Ich würde ja mal in Köln nachfragen, wo man diese Technik lernen kann. Ob die das was empfehlen können.

10.10.2018 15:23 • #11


Icefalki

10.10.2018 15:41 • #12


Hallo Rastaman,
ja, ich habe schon einiges probiert, allerdings bisher nichts, was das Problem direkt angegangen ist. In einer Therapie wurde mir gesagt "Wenn Sie schlimm krank sind, werden Sie schon zum Arzt gehen". Darauf verlassen würde ich mich aber nicht ... sehr hilfreich fand ich diesen Tipp nicht.

Jetzt mache ich eine Verhaltenstherapie, hab gerade erst angefangen und hoffe, das Problem besser in den Griff zu bekommen ...

10.10.2018 15:44 • #13


Rastaman
Zitat von Zuversichtliche:
In einer Therapie wurde mir gesagt "Wenn Sie schlimm krank sind, werden Sie schon zum Arzt gehen"

Naja, das Problem ist ja wohl nicht, dass Du nicht zum Arzt gehen willst, sondern dass es Dich dabei umhaut. Verhaltenstherapie könnte gut sein, vielleicht mit einer mehrfachen Konfrontation mit Deinen Angstsituationen. Möglich ist, dass Du dagegen "immun" wirst.

10.10.2018 16:48 • #14


Hallo und danke für die lieben Antworten!
Habe jetzt nochmal mit meinem Therapeuten gesprochen und er will sich mal über die "angegwandte Anspannung" schlau machen. Im Endeffekt wird es wohl wirklich darauf hinauslaufen, dass ich mich konfrontieren muss. Wenn ich gerade nix habe, klingt das alles irgendwie so absurd und so einfach umsetzbar... aber wenn man dann in der Situation ist... naja ihr kennt das sicher auch von euren Angstsituationen
Lieben Dank fürs Lesen!
Zuversichtliche

14.10.2018 18:53 • #15


Rastaman
Ich wünsche Dir alles gute mit Deiner Therapie!

14.10.2018 20:16 • #16


Vielen Dank - die Hoffnung stirbt zuletzt )

14.10.2018 20:19 • #17



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