Heute war es eigentlich OK. Ich bin gestern nach dem Ergebnis zu einem guten Freund gefahren, der ungefähr 1 1/2h bis 2h entfernt von mir wohnt. Wir treffen uns immer mal wieder und aufgrund der Entfernung übernachte ich dann meistens bei ihm auf einer Gästematratze. Wollte einfach wieder gewohnte Aktivitäten wie früher unternehmen. 2x ist mir dann glaube ich nochmal das berüchtigte Gefühl aufgefallen, aber da ich ja nun weiß, dass es gar nicht im EKG sichtbar war, habe ich es dann auch relativ schnell ignorieren können, das fand ich schon mal gut und einen Fortschritt zu den letzten Wochen.
Dass es trotzdem manchmal immer noch kommt, nervt mich zwar doch etwas, aber immerhin kann ich ja nun das Herz ausschließen, das war mir schon sehr wichtig. Nun muss die Suche halt weitergehen, wie ich das wieder abgestellt bekomme. Zwar tut es nicht weh wenn es kommt, aber es war ja vorher auch nie da. Ich tippe doch irgendwie auf die Psyche. Es kam seitdem ich da angefangen habe mit Sinnieren und mit der Herzangst - ich denke, dass das immer noch etwas nachwirkt. Ich bin trotz allem immer noch sehr empfindlich wenn es um's Thema Herz geht. Will darüber gar nichts hören oder lesen, weil mich das dann gleich wieder so hellhörig macht.
Ich denke, daran muss ich auch arbeiten. Ich weiß nur nicht, wie ich diese Fixiertheit und diese Herzangst wieder losbekomme... Ich will auf jeden Fall vermeiden, dass ich irgendwann in so ein Muster verfalle, wo ich wegen jedem Zwicken und Ziehen zum Arzt rennen muss, weil ich sonst keine Ruhe mehr finde, oder noch schlimmer, dass selbst die Ärzte mich dann nicht mehr beruhigen können - weil, wenn ich den Ärzten nicht mehr glauben kann, wem dann denn noch auf dieser Welt?
Wegen deinen "Stichen": Du denkst es kommt vom Herz: hast du dich auch gründlich untersuchen lassen und diese Stiche angegeben beim Kardiologe? Und es wurde alles für gut und gesund befunden?
Dann musst du diesem Befund einfach vertrauen und glauben, dass es nicht vom Herz kommt, sondern vielleicht von verspannten Stellen oder leicht ausgerengten Wirbeln, etc.. Warst du mal beim Physiotherapeuten?
Versuche, es nicht zuzulassen, dass du deinem Körper und den Ärzten nicht mehr vertrauen kannst, denn, wie ich oben geschrieben habe, wem kannst du denn sonst noch trauen, wenn nicht den Ärzten? Die kennen sich von uns allen da noch am besten aus - wir Laien können die Dinge nicht beurteilen. Du siehst ja: wie sehr ich dachte, dass meine Empfindungen vom Herz kämen und jetzt waren sie nicht mal sichtbar im EKG...
Wir dürften keine Ärzte sein, sonst Gute Nacht! Also überlassen wir dieses Geschäft lieber mal den Profis und vertrauen denen.
Aber ich verstehe dich natürlich. Ich weiß ja, wie es bei mir selber in den letzten Wochen so war. Und auch jetzt versuche ich immer noch ganz fest, mir das Langzeit-EKG in den Sinn zu rufen und die Worte des Arztes dazu, sobald mich mal wieder eine Unsicherheit überkommt, oder ich ungewollt und unterbewusst wieder das Hinterfragen oder Grübeln anfange. Da muss es nur mal wieder irgendwo in der Brust zwicken oder ziehen und die Gedankenmühle geht wieder los.
Aber noch sind die Befunde wie ein Talisman in meiner Brust dagegen. Und ich hoffe und bete, dass das jetzt so bleibt. Und ich hoffe auch ganz fest für dich, dass du wieder Vertrauen findest!