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Hallo, liebe Leute

ich habe seit drei Tagen ein "kleines" Problem, welches mir enorm zu schaffen macht. Momentan kann ich kaum noch an etwas anderes denken, denn die Ängste beherrschen mich so sehr... So lächerlich diese vielleicht klingen mögen... Irgendwo sagt mir mein Verstand ja selbst, dass ich mal wieder maßlos am übertreiben bin, aber...

Die Ausgangssituation ist Folgende:
Als ich am Sonntag, es war schon etwas spät (~ 21 Uhr), mit meiner Mutter von einem gemeinsamen Besuch wieder zurück nach Hause kam, nahm ich sofort ein mitleiderregendes Miauen wahr, das sofort meine Aufmerksamkeit auf sich zog. Bei näherer Betrachtung erkannte ich, dass die Katze ehemaliger Nachbarn, die bereits seit einigen Jahren verstorben sind, in der Nähe des ehemaligen Hauses dieser saß und am miauen war. Die verbliebenen Familienmitglieder kümmern sich dem Anschein nach nicht um die Katze. In den wenigen Tagen habe ich sie immer erst in den späten Abendstunden in unserer Nachbarschaft auffinden können. Ich nehme an, dass sie tagsüber woanders unterwegs ist, um sich ihre Nahrung zu beschaffen. Mein Bruder hat dies auf Nachfrage bestätigt, da er häufig um drei Uhr morgens zur Arbeit fährt und die Katze nun schon einige Male draußen erblickte, welche wiederum sofort zu ihm kam und anfing, zu miauen.
Ich muss dazu erwähnen, dass ich erst seit etwa fünf Monaten wieder zu Hause wohne und vorher zwei Jahre lang in einer weiter entfernten Stadt gelebt hatte. Ich kann mich nicht daran erinnern, die Katze großartig vor meinem Auszug aus dem Elternhaus (Oktober 2013) draußen gesehen zu haben. Ehrlich gesagt hatte ich diese deswegen auch gar nicht mehr so wirklich in Erinnerung. Ich ging davon aus, dass sie bereits verstorben sein könnte, da sie auch schon so einige Jahre auf dem Buckel haben müsste. Dann folgten, wie gesagt, die zwei Jahre, in denen ich weiter weg wohnte und insgesamt auch nur wenige Wochen pro Jahr das elterliche Haus besuchte. Deswegen verwunderte es mich umso mehr, als ich vor wenigen Tagen die Katze sah... Ich denke schon, dass es sich um die Katze der ehemaligen Eheleute in unserer Nachbarschaft handelt.
Ich habe übrigens mit einer Mitarbeiterin eines ortsnahen Tierheims gesprochen; So möchte man wohl daran arbeiten, die Katze zeitnah aufzunehmen.

Das zur "Vorgeschichte". Es tut mir Leid, wenn diese etwas lang geworden ist. Ich neige leider dazu, weit auszuholen.

Nun geht es um Folgendes...
Ich habe mich an den letzten vier Abenden mit der Katze beschäftigt, da sie mir wirklich Leid tut und ich ihr ein wenig Zuwendung schenken wollte. Mein jüngerer Bruder (12) schloss sich mir an. Da ich stark davon ausging, dass sie Hunger erleidet, haben sowohl mein Bruder, als auch ich einige Scheiben Salami an sie verfüttert - teilweise in kleinen Stückchen direkt aus der Hand. Wir sind also direkt mit ihrem Speichel in Berührung gekommen... Gestreichelt haben wir sie selbstverständlich auch ausgiebig... Auch hier kann man nicht ausschließen, dass ihr Fell eventuell "eingespeichelt" war...

Die Katze ist zutraulich, aber gleichzeitig etwas schreckhaft. Uns jedoch keinesfalls in irgendeiner Art und Weise aggressiv aufgefallen. Die häufigste Übertragung von Tollwutviren soll durch Bisse geschehen... Jedoch soll eine Infektion auch durch den Kontakt des Speichels mit Schleimhäuten möglich sein...

Daher sind meine Sorgen Folgende:
    1. Angenommen, man hat Katzenspeichel an den Fingerkuppen und reibt sich unbewusst die Augen oder fasst sich an die Nase oder den Mund... Bestünde dadurch ein realistisches Infektionsrisiko? Sowohl mein Bruder, als auch ich können nicht rückblickend ausschließen, dass wir uns nicht eventuell irgendwo im Gesicht angefasst haben...
    2. Wie sieht das Risiko in Bezug auf raue Handinnenflächen aus, wie im Falle von wunder Nagelhaut (Risse, aber keine frische Verletzung)? Wenn man also davon ausgeht, dass diese Stellen in Kontakt mit dem Speichel geraten sind?
    3. Mein Bruder meinte vorhin, er hätte das Gefühl, nach jedem Kontakt mit der Katze husten zu müssen und ein Kratzen im Hals zu verspüren. Was könnte dies bedeuten? Eine Katzenallergie kann zu 100% ausgeschlossen werden. Ich selbst hatte keine Symptome der Art. Jetzt mache ich mir ehrlich gesagt echt Sorgen um ihn...

Am verrücktesten macht mich die Tatsache, dass die Krankheit nach dem Ausbruch unter keinen Umständen mehr heilbar ist und man einen grässlichen Tod unter Qualen erleidet! Davor habe ich fürchterliche Angst... Und die Inkubationszeit könne wohl bis zu einem oder sogar zwei Jahren betragen...

Meine Sorgen rühren hauptsächlich daher, dass die Katze wohl schon seit Jahren in der Wildnis lebt und man nicht wissen kann, womit sie eventuell schon in Berührung kam! Möglicherweise hält sie sich tagsüber in Wäldern auf... Kann man ja nicht ausschließen... Wir wohnen in einer ländlichen Gegend...

11.02.2016 02:15 • 11.02.2016 #1


8 Antworten ↓


Zitat:
Der letzte Tollwutfall in Deutschland trat im Februar 2006 bei einem Fuchs in der Nähe von Mainz auf.

http://www.rki.de/DE/Content/Infekt/Epi ... llwut.html
Das sagt jedenfalls das Rober-Koch-Institut. Wildtiere, insbesondere Füchse werden in Europa mit einem Tollwutmittel mündlich immunisiert, so daß ein Ausbrechen der Tollwut weitestgehend unwahrscheinlich bleiben soll. Bei Tierbissen und anderen Hautverletzungen durch Tiere, sowie im Verdachtsfall wird prophylaktisch beim Mensch eine Tollwutspritze gesetzt (sind wohl mehrere Spritzen).

Tollwut und auch der Verdacht bei einem Tier und beim Menschen ist meldepflichtig. Solltest du also den Verdacht auf Tollwut bei der Katze haben, dann kannst du dir eine Tollwutbehandlung beim Arzt buchen und nebenbei wird daraus von amtswegen ein Fall, denn die Katze wird eingefangen und der Fall überprüft, da von Tollwut eine Seuchengefahr ausgeht.
Wenn du Tiere berührst, von denen du nicht weißt, ob sie gesund sind, dann nicht erst lange im Auge reiben, sondern wirklich alsbald Hände gründlich waschen oder gleich einfach Handschuhe anziehen und nicht mit bloßen Händen ran gehen. Außer Tollwut gibt es ja noch andere Infektionen, die unangenehm sein können.

11.02.2016 07:04 • x 1 #2



Angst vor Tollwut - Gedanke daran macht mich verrückt!

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Hallo Reenchen,

erst einmal vielen Dank für deine Antwort.

Zitat von Reenchen:
Zitat:
Der letzte Tollwutfall in Deutschland trat im Februar 2006 bei einem Fuchs in der Nähe von Mainz auf.

http://www.rki.de/DE/Content/Infekt/Epi ... llwut.html
Das sagt jedenfalls das Rober-Koch-Institut. Wildtiere, insbesondere Füchse werden in Europa mit einem Tollwutmittel ora. immunisiert, so daß ein Ausbrechen der Tollwut weitestgehend unwahrscheinlich bleiben soll. Bei Tierbissen und anderen Hautverletzungen durch Tiere, sowie im Verdachtsfall wird prophylaktisch beim Mensch eine Tollwutspritze gesetzt (sind wohl mehrere Spritzen).


Hm... Auf diese Information bin ich beim Recherchieren im Internet ebenfalls gestoßen. Jedoch widerspricht dem, dass ich einige Personen kenne, die mir erst vor wenigen Jahren noch von einzelnen Fällen von Tollwut in ihren Landkreisen berichteten. Ich kann mich nicht an bestimmte Zeitpunkte erinnern, an denen mir dies gesagt wurde... Kann aber mit höchster Wahrscheinlichkeit sagen, dass es gewiss nach 2006 passierte. Denn zehn Jahre ist das sicherlich nicht her.

Zitat:
Tollwut und auch der Verdacht bei einem Tier und beim Menschen ist meldepflichtig. Solltest du also den Verdacht auf Tollwut bei der Katze haben, dann kannst du dir eine Tollwutbehandlung beim Arzt buchen und nebenbei wird daraus von amtswegen ein Fall, denn die Katze wird eingefangen und der Fall überprüft, da von Tollwut eine Seuchengefahr ausgeht.


Nein, es gibt keine Anhaltspunkte für einen Verdacht... Die Katze legt kein merkwürdiges Verhalten an den Tag, verhält sich für eine Freigängerkatze ganz gewöhnlich. Da sie wohl Hunger erleidet und außerdem, wie bereits erwähnt, in früherer Zeit einen Besitzer und somit ein zu Hause hatte und den Menschen gewohnt ist, kann ich verstehen, dass sie den Kontakt zu diesem sucht, wobei sie gleichzeitig etwas schreckhaft ist und ihre Umgebung genau beobachtet, wenn irgendwo ein Geräusch ertönt.

Da ich Angstpatientin bin, mache ich mir jedoch um Folgendes Gedanken:
    Was ist, wenn die Katze das Virus in sich trägt, die Krankheit jedoch noch nicht bei ihr ausgebrochen ist und demnach keine sichtbaren Symptome bei ihr vorhanden sind? Soweit ich gelesen habe, soll das Virus bereits bis zu zehn Tage (?) vor dem Ausbruch erster Symptome im Speichel infizierter Tiere vorhanden sein...


Ein begründeter Verdacht würde ja somit erst bestehen, wenn das Tier erste, eindeutige Symptome zeigen würde, da man ja ansonsten jede freilebende, herrenlose Katze (und davon gibt es leider sehr viele) der Tollwut bezichtigen müsste, da sie ja eventuell vor Ausbruch der Krankheit als "Virenreservoir" und somit als Ansteckungsquelle "fungieren" könnte... Was natürlich äußerst unsinnig erscheint.

Aber genau hier liegt der Ursprung meiner Ängste: Sobald es zu ersten Symptomen kommt, ist die Krankheit nämlich nicht mehr heilbar! Man erleidet einen grässlichen Tod! Kein Arzt wird mich darauf untersuchen, man würde mich wohl eher für verrückt erklären - erst recht dann, wenn man erfährt, dass ich unter einer Angststörung leide. Und solange es keinen begründeten Verdacht gibt, wird auch gewiss keine Impfung zur Anwendung kommen, logisch...

Zitat:
Wenn du Tiere berührst, von denen du nicht weißt, ob sie gesund sind, dann nicht erst lange im Auge reiben, sondern wirklich alsbald Hände gründlich waschen oder gleich einfach Handschuhe anziehen und nicht mit bloßen Händen ran gehen. Außer Tollwut gibt es ja noch andere Infektionen, die unangenehm sein können.


Wie gesagt, kann ich es leider nicht ganz ausschließen. Bewusst im Gesicht berühren würde ich mich alleine schon aus hygienischen Aspekten nicht, sollte eine Katze noch so gesund sein. In diesem Fall (gilt ebenfalls für meinen Bruder) ist es jedoch so, dass ich nicht ausschließen kann, ob wir uns nicht eventuell versehentlich bzw. unbewusst ans Gesicht gelangt haben könnten...

Liebe Grüße, Erdbeermuffin

11.02.2016 12:25 • #3


Zitat von Erdbeermuffin:

Wie gesagt, kann ich es leider nicht ganz ausschließen. Bewusst im Gesicht berühren würde ich mich alleine schon aus hygienischen Aspekten nicht, sollte eine Katze noch so gesund sein. In diesem Fall (gilt ebenfalls für meinen Bruder) ist es jedoch so, dass ich nicht ausschließen kann, ob wir uns nicht eventuell versehentlich bzw. unbewusst ans Gesicht gelangt haben könnten...

Liebe Grüße, Erdbeermuffin

Eigentlich ist die Sache ganz einfach: geh zum Arzt und äußere den Verdacht, Tollwuterreger ins Auge gerieben zu haben und schon geht die Maschenerie los: neben einer Sofortimpfung mußt du auch mitteilen, welches Tier du verdächtigst und von amtswegen geht man der Sache nach. Du hast dann zwar die Sofortimpfung, aber es ändert ja nichts an der Meldepflicht, dem dann nachgegangen werden muß.
Es irritiert mich etwas, daß du zwar von deiner Angst sprichst, aber das ist doch nur die halbe Konsequenz, denn das umfaßt doch in der ganzen Konsequenz auch die Meldepflicht.

11.02.2016 18:33 • x 1 #4


Hallo Reenchen,

Zitat von Reenchen:
Eigentlich ist die Sache ganz einfach: geh zum Arzt und äußere den Verdacht, Tollwuterreger ins Auge gerieben zu haben und schon geht die Maschenerie los: neben einer Sofortimpfung mußt du auch mitteilen, welches Tier du verdächtigst und von amtswegen geht man der Sache nach.


Wie bereits erwähnt, gibt es in meinem Fall nicht einen einzigen Anhaltspunkt für einen Verdacht.
Zudem schrieb ich ja bereits:
Zitat:
Ein begründeter Verdacht würde ja somit erst bestehen, wenn das Tier erste, eindeutige Symptome zeigen würde, da man ja ansonsten jede freilebende, herrenlose Katze (und davon gibt es leider sehr viele) der Tollwut bezichtigen müsste, da sie ja eventuell vor Ausbruch der Krankheit als "Virenreservoir" und somit als Ansteckungsquelle "fungieren" könnte... Was natürlich äußerst unsinnig erscheint.


Irgendwo sagt mir mein Verstand ja selbst, dass ich mich wohl wieder einmal unsinnigerweise verrückt mache, aber die Ängste haben mich leider fest im Griff... Typisch Angststörung...

Zitat von Reenchen:
Du hast dann zwar die Sofortimpfung, aber es ändert ja nichts an der Meldepflicht, dem dann nachgegangen werden muß.
Es irritiert mich etwas, daß du zwar von deiner Angst sprichst, aber das ist doch nur die halbe Konsequenz, denn das umfaßt doch in der ganzen Konsequenz auch die Meldepflicht.


Aber dann müsste doch theoretisch jeder Mensch, der (beim Füttern oder Spielen) in Kontakt mit dem Speichel einer herrenlosen Katze kommt und sich diesen eventuell versehentlich ins Gesicht "schmiert", jene Katze als tollwutverdächtig melden? Dann gäbe es ja täglich hunderte von Meldungen... Wenn ich so darüber nachdenke, erscheinen mir meine Ängste im Grunde total lächerlich, sogar mehr als lächerlich... Aber wer an einer Angststörung leidet, wird nachvollziehen können, dass sich die Ängste und panischen Gedanken mit Leichtigkeit dem rationalen Verstand entziehen können...

Falls meine Beiträge versehentlich einen rauen Ton andeuten sollten, so bitte ich, dies zu entschuldigen. Denn das ist gewiss nicht der Fall.

11.02.2016 19:15 • #5


Zitat:
Aber dann müsste doch theoretisch jeder Mensch, der (beim Füttern oder Spielen) in Kontakt mit dem Speichel einer herrenlosen Katze kommt und sich diesen eventuell versehentlich ins Gesicht "schmiert", jene Katze als tollwutverdächtig melden? Dann gäbe es ja täglich hunderte von Meldungen... Wenn ich so darüber nachdenke, erscheinen mir meine Ängste im Grunde total lächerlich, sogar mehr als lächerlich... Aber wer an einer Angststörung leidet, wird nachvollziehen können, dass sich die Ängste und panischen Gedanken mit Leichtigkeit dem rationalen Verstand entziehen können...

Es besteht real keine Tollwut-Gefahr, es sei denn, daß für deinen Kreis oder Bundesland eine solche Gefahr veröffentlicht worden ist. Da aber real keine Tollwut-Gefahr besteht, laufen die Menschen nicht in Scharen zur Tollwutimpfung. Wenn Tollwut-Gefahr besteht, weil sie von amtswegen festgestellt worden ist, dann muß jeder Mensch, der solche Tierkontakte hat gut abwägen.
Auffällige Tierfunde müssen gemeldet werden, egal ob gerade Tollwut-Gefahr besteht oder nicht.
Ich denke, daß das in Deutschland eigentlich gut im Griff ist und natürlich, eine Restgefahr besteht immer...die beteht aber auch, wenn du eine Treppe begehst, über die Straße läufst oder über eine Teppichkante stolperst.

Zitat:
Falls meine Beiträge versehentlich einen rauen Ton andeuten sollten, so bitte ich, dies zu entschuldigen. Denn das ist gewiss nicht der Fall.


Keines Falls, ich fasse das nicht als rauen Ton auf-ist o.k.

11.02.2016 19:27 • x 1 #6


Hallo Erdbeermuffin,

Ich kann nur bestätigen was Reenchen dir schon geraten hat. Melde dich unverzüglich bei deinem Hausarzt und erklär ihm die Situation und auch deine Angst. Er ist bei einem Verdacht verpflichtet, das Gesundheitsamt deiner Kreisverwaltung / Landratsamtes zu informieren. Sollte er dich nicht ernst nehmen, rufe selber bei der zuständigen Behörde an, dort wird dir gesagt wie weiter zu verfahren ist.
Da Deutschland 2008 für Tollwut frei erklärt wurde ( außer bei Fledermäusen ) und sich die Tollwut auch nicht so leicht auf den Menschen übertragen lässt, ist die Wahrscheinlichkeit einer Infektion wohl eher gering. Trotzdem solltest du umgehend etwas unternehmen, allein schon wegen deiner Angst. Lass dich auf jeden Fall beraten.

Mitte der 80er Jahre (den genauen Zeitpunkt müsste ich nachschauen ) bin ich selber gegen Tollwut geimpft worden. Ich hatte von einem überfahrenen Dachs, Blut in eine kleine offene Wunde an meiner linken Hand bekommen.
2 Tage nach diesem Vorfall fiel mir ein, das ein Teil unseres Kreises noch Tollwut - Sperrbezirk sein könnte. Einige Monate vor meinem Missgeschick war ein Pferd an Tollwut erkrankt und ein Sperrbezirk wurde von Seiten der Kreisverwaltung ausgerufen. Wie sich herausstellte, war das Pferd wohl von einer ausgesetzten und infizierten Katze gebissen worden.
Ich hab damals beim Veterinäramt der Kreisverwaltung angerufen und mir wurde bestätigt, dass es seit dem Vorfall mit dem Pferd und der Katze, keine weiteren Vorfälle oder Verdachtsfälle gegeben hatte. Ich wusste auch, dass es in unserem Kreisgebiet seit den 70er Jahren keinen gemeldeten Fall von Tollwut gegeben hatte und der Vorfall mit dem Pferd etwas außergewöhnliches war. Nach einem Gespräch mit dem Gesundheitsamt wurde mir auferlegt, mich impfen zu lassen und eine Blutprobe beim Hausarzt entnehmen zu lassen. Mein Hausarzt hat dann den Impfstoff bestellt, den ich dann selber am gleichen Nachmittag noch in der Apotheke abgeholt habe.
Wenn ich mich recht erinnere, hab ich bei der ersten Impfung 2 Spritzen bekommen, und im Abstand von einigen Wochen jeweils eine weitere Spritze. Nebenwirkungen habe ich keine gespürt.
Angst, mit Tollwut infiziert zu haben, hatte ich damals überhaupt nicht. da außer bei dem Pferd und bei der Katze keine weitern Fälle aufgetreten waren.

Das passierte mir vor über 30 Jahren., in einem damals akuten Tollwut Sperrbezirk. In Deutschland gab es in den 60er und 70er Jahren jede Menge Tollwut Sperrbezirke.
Da der Fuchs wohl als der Hauptüberträger der Tollwut gilt, werden seit den 80er Jahren regelmäßig Impfköder für Füchse ausgelegt, die nicht nur von den Füchsen, sondern natürlich auch von Waschbären, Wildschweinen und anderen Fleisch- und Allessfressern aufgenommen.
Durch diese Maßnahmen und auch durch das Impfen von Hunden, ist die Tollwut in Deutschland zum Erliegen gekommen.

Sich in Deutschland heute noch mit Tollwut zu infizieren, halte ich persönlich, für äußerst unwahrscheinlich.
Dennoch, ich kann dir nur raten mit deinem Hausarzt und / oder mit deinem zuständigen Gesundheitsamt zu reden. Ich denke, so ein Gespräch wird dich beruhigen.

11.02.2016 20:22 • x 1 #7


Zitat von Reenchen:
Es besteht real keine Tollwut-Gefahr, es sei denn, daß für deinen Kreis oder Bundesland eine solche Gefahr veröffentlicht worden ist.

Nein, das ist nicht der Fall. Ich habe mal den Namen meines Landkreises zusammen mit dem Schlagwort "Tollwut" bei Google eingegeben. Abgesehen von einigen alten Artikeln, die geplante Impfaktionen ankündigten (die Artikel stammen aus den Jahren 2002, 2004, 2005 und 2006), bin ich nicht fündig geworden - Na Gott sei Dank!
Anschließend habe ich die Suche nach dem Schlagwort in Kombination mit dem Bundesland durchgeführt. Viel Infomaterial habe ich dabei auch nicht gefunden; Der letzte, dokumentierte Fall soll im Juli 2005 aufgetreten sein, allerdings hat man das Virus im Jahre 2013 erstmalig bei einer hessischen Fledermaus festgestellt. Über neuere Vorkommnisse habe ich bei meiner groben Suche nichts finden können.

Zitat von Reenchen:
Auffällige Tierfunde müssen gemeldet werden, egal ob gerade Tollwut-Gefahr besteht oder nicht.
Ich denke, daß das in Deutschland eigentlich gut im Griff ist und natürlich, eine Restgefahr besteht immer...die beteht aber auch, wenn du eine Treppe begehst, über die Straße läufst oder über eine Teppichkante stolperst.


Da sich die Katze scheinbar jeden Abend in unserer Wohnsiedlung aufhält, werde ich sie in den kommenden Tagen genauer beobachten. Bisher gibt es jedoch, wie bereits erwähnt, nicht den geringsten Anlass für einen begründeten Verdacht, da sich die Katze völlig normal und unauffällig verhält.
Ja, das ist wohl wahr. Das Leben ist voller Überraschungen, inklusive solcher der unangenehmen Art. Rein theoretisch könnte immer, zu jeder Zeit, etwas Unberechenbares geschehen. Gerade diese Gewissheit macht Angstpatienten leider sehr zu schaffen.

Zitat von Reenchen:
Keines Falls, ich fasse das nicht als rauen Ton auf-ist o.k.


Super, dann wäre das ja auch geklärt.

11.02.2016 20:37 • #8


Hallo m_eiche,

vielen Dank für den Beitrag.

Zitat von m_eiche:
Ich kann nur bestätigen was Reenchen dir schon geraten hat. Melde dich unverzüglich bei deinem Hausarzt und erklär ihm die Situation und auch deine Angst. Er ist bei einem Verdacht verpflichtet, das Gesundheitsamt deiner Kreisverwaltung / Landratsamtes zu informieren. Sollte er dich nicht ernst nehmen, rufe selber bei der zuständigen Behörde an, dort wird dir gesagt wie weiter zu verfahren ist.
Da Deutschland 2008 für Tollwut frei erklärt wurde ( außer bei Fledermäusen ) und sich die Tollwut auch nicht so leicht auf den Menschen übertragen lässt, ist die Wahrscheinlichkeit einer Infektion wohl eher gering. Trotzdem solltest du umgehend etwas unternehmen, allein schon wegen deiner Angst. Lass dich auf jeden Fall beraten.


Ich hätte eine wichtige Frage zu diesem Absatz: Soll das Konsultieren meines Hausarztes wegen der Rest-Wahrscheinlichkeit einer eventuellen Infektion oder vordergründig aufgrund meiner Ängste an sich erfolgen? Das habe ich nicht so ganz verstanden.

Zitat von m_eiche:
Mitte der 80er Jahre (den genauen Zeitpunkt müsste ich nachschauen ) bin ich selber gegen Tollwut geimpft worden. Ich hatte von einem überfahrenen Dachs, Blut in eine kleine offene Wunde an meiner linken Hand bekommen.
2 Tage nach diesem Vorfall fiel mir ein, das ein Teil unseres Kreises noch Tollwut - Sperrbezirk sein könnte. Einige Monate vor meinem Missgeschick war ein Pferd an Tollwut erkrankt und ein Sperrbezirk wurde von Seiten der Kreisverwaltung ausgerufen. Wie sich herausstellte, war das Pferd wohl von einer ausgesetzten und infizierten Katze gebissen worden.
Ich hab damals beim Veterinäramt der Kreisverwaltung angerufen und mir wurde bestätigt, dass es seit dem Vorfall mit dem Pferd und der Katze, keine weiteren Vorfälle oder Verdachtsfälle gegeben hatte. Ich wusste auch, dass es in unserem Kreisgebiet seit den 70er Jahren keinen gemeldeten Fall von Tollwut gegeben hatte und der Vorfall mit dem Pferd etwas außergewöhnliches war. Nach einem Gespräch mit dem Gesundheitsamt wurde mir auferlegt, mich impfen zu lassen und eine Blutprobe beim Hausarzt entnehmen zu lassen. Mein Hausarzt hat dann den Impfstoff bestellt, den ich dann selber am gleichen Nachmittag noch in der Apotheke abgeholt habe.
Wenn ich mich recht erinnere, hab ich bei der ersten Impfung 2 Spritzen bekommen, und im Abstand von einigen Wochen jeweils eine weitere Spritze. Nebenwirkungen habe ich keine gespürt.
Angst, mit Tollwut infiziert zu haben, hatte ich damals überhaupt nicht. da außer bei dem Pferd und bei der Katze keine weitern Fälle aufgetreten waren.


Der Fall klingt äußerst dramatisch, ich wäre in der Situation wohl ausgetickt.
Wenn man bedenkt, dass dies über 30 Jahre her ist und Tollwut zu der Zeit noch eine reale, präsente Gefahr darstellte, war das Handeln aber äußerst klug. Gott sei Dank ist alles gut ausgegangen.

Zitat von m_eiche:
Das passierte mir vor über 30 Jahren., in einem damals akuten Tollwut Sperrbezirk. In Deutschland gab es in den 60er und 70er Jahren jede Menge Tollwut Sperrbezirke.
Da der Fuchs wohl als der Hauptüberträger der Tollwut gilt, werden seit den 80er Jahren regelmäßig Impfköder für Füchse ausgelegt, die nicht nur von den Füchsen, sondern natürlich auch von Waschbären, Wildschweinen und anderen Fleisch- und Allessfressern aufgenommen.
Durch diese Maßnahmen und auch durch das Impfen von Hunden, ist die Tollwut in Deutschland zum Erliegen gekommen.

Wie ich vorhin bei einer kurzen Recherche erfahren habe, ist diese Impfaktion auch flächendeckend in meinem Landkreis durchgeführt worden (02/04/05/06). Ich konnte bei meiner Recherche keine einzige Meldung über einen zurückliegenden Fall in meinem Landkreis finden. Diese Tatsachen nehmen mir schon einmal einen Teil meiner Ängste, was ich wirklich beruhigend finde.

Zitat von m_eiche:
Sich in Deutschland heute noch mit Tollwut zu infizieren, halte ich persönlich, für äußerst unwahrscheinlich.
Dennoch, ich kann dir nur raten mit deinem Hausarzt und / oder mit deinem zuständigen Gesundheitsamt zu reden. Ich denke, so ein Gespräch wird dich beruhigen.

Noch einmal die bereits oben gestellte Frage: Soll es bei dem Gespräch um die Äußerung einer eventuell realen Bedrohung gehen oder "nur" um die Bändigung meiner Ängste?

11.02.2016 20:54 • #9




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Dr. Matthias Nagel