Hallo Ihr,

gibt es vielleicht auch Leidensgenossen, deren ganzes Denken sich um Krankheiten dreht, die aber gleichzeitig nicht zum Arzt gehen, aus Angst davor, etwas Schlimmes zu erfahren?
Bei mir ist das leider schon seit Jahren so. Ich gehöre zu der seltenen Spezies die trotz Krankeitsängste nicht zum Arzt gehen.

Habt Ihr Euer Problem irgendwie meistern können. Gibt es einen Weg raus aus diesem Dilemma.

Die ganze Lebensqualität geht baden. Ich bin zwar in therapeutischer Behandlung, und meine Therapeutin meint, ich müsste mich meinen Ängsten stellen - sprich zum Arzt gehen. Aber das weiß ich selbst, ich muss unbedingt erst einmal einen Weg finden, die Angst loszuwerden

Ich gehe auch zu keiner Vorsorge aus Angst....

Wäre schön, wenn sich einmal Leidensgenossen melden würden.

Violetta

04.04.2012 12:21 • 05.04.2012 #1


8 Antworten ↓


Hallo Violetta,
ich hatte dir in deinem letzten Beitrag ja schon einiges geschrieben. Du bist nicht alleine. Bei mir ist es genauso. Keine Vorsorge - nix.

Ich denke, dass ich sehr früh sterben werde, da ich keine Vorsorgeuntersuchungen machen lasse. Das macht mich ganz schön fertig.

Hatte letztes Jahr im Dezember ( 2010 ) ein Knubbel in der Brust entdeckt. Das war der größte Schock meines Lebens. Ich hab da immer noch dran zu knacken. Das war immer meine schlimmste Vorstellung. Dann trat sie ein. Ich habe 2 Wochen gebraucht um zum Arzt zu gehen. Das war der absolute Albtraum. Danach ist es noch schlimmer geworden mit den Ängsten. Hätte auch wieder zur Kontrolle gemusst - ich schaffe es nicht !

Ich weiß auch nicht mehr weiter - bin total verzweifelt.

Ich bin ein schlechter Mensch, da ich ja einen 13 jährigen Sohn habe, also - Verantwortung. Aber selbst das hilft nicht. Die Angst ist stärker.
Diese blöden Sprüche von wegen : Dann liebst du dein Kind nicht genug, die sind so was
von am A..... Natürlich tue ich das - vielleicht sogar mehr als gesund ist.

Wäre schön mit dir in Kontakt zu bleiben, vielleicht kann man sich ja gegenseitig irgendwie helfen. Kommst du aus NRW ?

LG Lotte

04.04.2012 16:49 • #2


Hallo ihr,

ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass es Euch besser gehen würde, wenn ihr zum Arzt gehen würdet. Die Scheu zum Arzt zu gehen ist - so würde ich es zumindest einschätzen -nur eins der Symptome der Krankheitsangst.

Ich z.B. hatte eine Zeit lang sozusagen den Zwang ständig zum Arzt zu rennen. Ich habe fast meine ganze Freizeit damit verbracht, zu immer wieder anderen Ärzten zu gehen - und es ging mir kein Stück besser. Denn entweder ich habe nicht geglaubt, was diese mir sagten, also ihre Kompetenz angezweifelt oder ich war , was das aktuelle Symptom betraf, beruhigt und entwickelte dann aber sofort andere Beschwerden, hinter denen dann natürlich wieder eine schwere Erkrankung steckte. Es wäre vermutlich aufs selbe hinausgelaufen, wenn ich gar nicht gegangen wäre.

Ich glaube, dass hinter unserer Angst krank zu werden etwas ganz Anderes steckt. Irgendwas , was wir noch nicht erkannt haben. Vielleicht nehmen diese Gedanken und Ängste soviel Raum in unserem Kopf ein, damit wir uns mit irgendeinem anderen Problem nicht beschäftigen müssen.

Ich weiss es einfach nicht. Aber als ich in einer schlimmen Trennungssituation steckte, waren meine Ängste monatelang wie weggeblasen, als wäre dafür in diesem Zustand kein Raum mehr.
Naja - meine Laienpsycholgie hilft Euch vermutlich auch nicht weiter.

Hätte ich ein Rezept, diese Gedanken abzustellen, würde ich es sofort anwenden, denn es ist einfach horrormäßig so zu leben, nicht ?

Und so leid es mir tut, dass es Euch auch so geht, irgendwie fühle ich mich aber auch durch das Wissen getröstet, dass man nicht alleine damit steht und dass es Menschen gibt, die w i r k l i c h verstehen können, wovon man redet.

LG und haltet die Ohren steif,
Msaja

04.04.2012 18:59 • #3


Ihr habt angst das ihr was echt schlimmes habt und geht nicht zum arzt


richtig


ich finde dieses denken unddiese angst total falsch

Ihr habt angst eine diagnose zu bekommen die schlimm ist , wie krebs oder ms oder usw.

nur geht ihr nicht sollte wirklich was sein was eigentlich nicht der fall ist , du hast ein kind .
ich verurteile dich nicht himmel , steht mir nicht zu.
Aber was wäre den wenn du nicht zum arzt gehst und du echt was hättest.
wenn du nicht gehst beispeil und du kippst vor deinem Kind um und stirbst
was ist schlimmer,

ich selber hatte ja krebs und chemo mein sohn damals 5 jahre alt du kinder sind da echt offen für , wenn man es richtig verpackt.

ausserdem wenn du was schlimmes hast und mega schmerzenhast biste beim arzt den das kann man nicht aushalten
du würst gesund sein und gehe hin und lasse das googeln

04.04.2012 19:44 • #4


Hallo Lotte,

ja ich komme aus NRW. War es denn was Schlimmes mit deinem Knubbel? Es ist so einfach zu sagen, geht doch zum Arzt. Aber das ist ja gerade die Erkrankung. Die einen rennen ständig zum Arzt und die anderen meiden Arztbesuche.

Ich würde auch lieber zu denen gehören, die immer und zu jeder Vorsorge gehen. Ich weiß auch nicht, warum ich so bin. Ihr könnt mir glauben, ich wäre gerne anders. Aber das liegt wahrscheinlich an meiner Angsterkrankung. Das ist natürlich keine Entschuldigung, aber es ist eben so.

Ich war ja damals beim Frauenarzt und er hat mir versichert, die Knoten (3 an der Zahl) sind völlig harmlos und können nicht bösartig werden. Sie können nur größer werden und irgendwann vielleicht stören. Das hat mich auch für eine Weile beruhigt. Aber es geht jetzt leider wieder los. Wahrscheinlich war diesmal der Auslöser, dass eine gute Bekannte von mir letzten Sonntag innerhalb von nur 4-6 Wochen an Magenkrebs gestorben ist. Ich habe sie im Krankenhaus besucht und war so schockiert, wie schlimm sie sich innerhalb der kurzen Zeit verändert hat. Das war wahrscheinlich der Knackpunkt, so dass es bei mir wieder los ging.
Ich habe morgen wieder eínen Termin bei meiner Therapeutin. Ich muss mich glaube ich bei ihr mal wieder ausheulen. Vielleicht ist es wirklch besser, ich begebe mich mal in stationäre Behanldung, wo ich vielleicht intensiv behandelt werde. Ich will doch nur meine Ängste (mein Kopfkino) verlieren.

eine gute Nacht an alle

LG
Violetta

04.04.2012 22:30 • #5


Hallo Rockshaver,

du hast vollkommen Recht, nicht zum Arzt zu gehen und diese Angst sind vollkommen falsch. Das wissen wir selbst auch. Aber man kommt nicht dagegen an. Allein der Gedanke versetzt mich in Todesängste. Und ich würde wirklich gerne etwas dagegen unternehmen, aber ich habe noch nichts für mich entdeckt. Was meinst du, wie froh ich wäre, wenn ich sorglos zu jeder Vorsorge gehen würde. Da möchte ich wirklich gerne hinkommen. Wenn es mir gleichgültig wäre, würde ich nicht diese Ängste ausstehen. Ich versuche ja, einen Weg zu finden. In therapeutischer Behandlung bin ich ja schließlich schon. Ich würde - fast - alles tun, um diese Ängste zu verlieren.

LG
Violetta

04.04.2012 22:34 • #6


Hallo Violetta, Hallo Lotte

als ich vor 6 oder 7 Jahren einen Knoten in der Brust entdeckt hatte, ging ich anfangs auch nicht zum Arzt aus Angst dann eine schreckliche Diagnose zu erhalten. (Ich hatte damals keine Angststörung, sondern diese Angst und Vermeidungstaktik steckt wohl in jedem von uns, denke ich. )
Doch dann stellte ich mich dem ganzen, denn die schlimmste Wahrheit ist immer noch besser als quälende Ungewissheit. Natürlich war die Diagnose Krebs ein Schock, aber ich wollte leben ..... nicht nur für meine Kinder, auch für meine Zukunft. Ich hab es geschafft.

Ich gehe regelmäßig zur Nachsorge. Natürlich muss ich mich dazu auch immer überwinden, aber ich weiss wie wichtig es ist nicht "den Kopf in den Sand zu stecken".

Wer kämpft kann gewinnen, wer nicht kämpft hat schon verloren!
Alles Gute wünscht euch
Rosinchen

05.04.2012 08:24 • #7


Britschi
Hallo Violetta,
Deine Probleme kenne ich gut, mit Angst - auch Todesangst - und Panik habe ich sehr viel Erfahrung. Sie ist ein hartnäckiger Gegner, dem man sich aber stellen muss. Solange Du weiterhin nicht zum Arzt gehst und Deine Angst gewinnen lässt, wird sich wohl nicht viel ändern. Es funktioniert nicht, darauf zu warten, dass die Angst eines Tages einfach weg ist. Wenn es sehr schlimm ist und Du allein nicht gegen dieses Monster ankommst, könnten vorübergehend Antidepressiva helfen, damit Du handlungsfähig wirst. Das ist auch bei mir schon einige Male so gewesen. Ich möchte Dir Mut machen, aktiv etwas gegen Deine Ängste zu unternehmen, dann hast Du gute Chancen, dieses Problem zumindest so zu minimieren, dass Du damit zurecht kommst und Deine Lebensqualität nicht mehr so eingeschränkt ist. - Ich wünsche Dir viel Mut und Kraft, Du wirst es sicher schaffen!
Lieben Gruß,
Britschi

05.04.2012 10:16 • #8


Hallo Rosinchen,
ich finde es bewundernswert, wie du mit deiner damaligen Erkrankung umgehst. Und du hast natürlich recht. Vermeidung hilft nicht. Als ich vor einem Jahr den Knoten entdeckt habe, bin ichnoch am selben Tag ins Krankenhaus gegangen, habe alle Untersuchungen machen lassen bis hin uur Gewebeprobe. Ich glaub, ich habe das alles schon geschrieben, es waren 3 Knoten und alle harmlos. Der Oberarzt im Krankenhaus war so lieb zu mir und hat mir erklärt, ich soll mir meine Knoten wie Warzen auf der Haut vorstellen Wenn sie zu groß werden und stören, soll ich sie wegnachen lassen, sie würden auf jeden Fall nicht bösartig. Ich muss ihm einfach vertrauen. Ich weiss auch nicht, warum ich jetzt solche Angst habe. Das ist wohl meine Angsterkrankung. Meine Therapeutin hat mir heute zu einer Reha gersten und das werde ich jtzt in Angriff nehmen. Ich hoffe einfach, dass ich dann meine Angst und Vermeidungsängste verliere.

LG Violetta

05.04.2012 14:56 • #9





Prof. Dr. Heuser-Collier