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MBJ
Hallo

Ich weiß langsam nicht mehr weiter. Was ich weiß ist das ich Panikattacken habe und dass diese körperbezogen sind. Ich habe immer wieder Angst davor dass mein Körper entgleist, dass ich umfalle, dass ich sterbe oder dass ich ins Krankenhaus muss und man dort um mein Leben kämpft und ich diverse Torturen über mich ergehen lassen muss. Ich habe auch Angst vor dem Alleinsein, dass ich umfalle zusammenbreche und mich niemand findet. Dadurch dass ich keine Freunde habe bzw die wenigen es gewohnt sind dass ich mich mal eine Weile nicht melde befürchte ich vielleicht wochenlang ohne Hilfe in der Wohnung liegen zu bleiben und langsam vor mich hinkrepiere. Ich habe Angst nachts alleine zu sein. Es ist für mich der Horror wenn alle schlafen und niemand auf Abruf erreichbar ist. Oh und ich weiß wie schlimm das alles klingt und auch wie unrealistisch teilweise. Mein Radius zuhause verkleinert sich immer mehr. Ich gehe kaum noch raus. Einkaufen nur in kleinen Supermärkten zu Zeiten wo wenig los ist. Oder für viel viel Geld schnell im Späti.....Meinem Partner sage ich das alles so im Detail nicht aus Angst er könnte mich verlassen. Dadurch fühle ich mich aber soweiso Alleingelassen. Mein Therapeut (Psychoanalyse) ist ständig im Urlaub oder auf Weiterbildungen und es fehlt der Flow in der Therapie. Meine Arbeit habe ich durch Panikattacken verloren...irgendwann war ich krank und es ging nicht mehr. Ich bin langsam an der Grenze des Erträglichen und weiss nicht mehr was ich tun soll? Ich bekomme immer wieder Tabletten verschrieben die ich aber nicht schaffe kontinuierlich zu nehmen. Angst vor Nebenwirkungen, Angst alleine zu sein usw.....Der typische Teufelskreis eben. Dadurch dass mich schon die Ärzte und Krankenhäuser kennen und mich nicht mehr Ernst nehmen gerate ich noch mehr unter Druck. Wenn es mir sehr schlecht geht traue ich mich selber dort nicht mehr hin aus Angst wieder ausgelacht zu werden.

Im Moment habe ich hartnäckige Magen/Darm/Blase Probleme....es ist alles untersucht worden aber es wurde nichts richtiges gefunden. Nehme Antibiotika vom Arzt gegen E. Coli Bakterien in der Harnröhre. Habe Durchfall Verstopfungen kann nicht Wasserlassen...habe Schmerzen in der Leiste Blase Nieren....war in der Notaufnahme...alles ohne Befund....Blase sogar leer....ich drehe noch durch!

Kan es sein dass die Psyche einen körperlich so leiden lassen kann? Im Laufe der Jahre ist alles immer schlimmer geworden. Hatte zwar auch beschwerdefreie Jahrer zwischendurch aber alles ist zurückgekommen und das auch noch viel schlimmer als vorher. Ich denke mein Leben wird bald vorbei sein. Das ist Krebs oder irgendwas schlimmes was man erst nicht herausfindet oder erst wenn es zu spät ist. Gehe ich zum Arzt und schildere meine Beschwerden bekomme ich den lächelnden Satz...Sie haben keinen Krebs und sie bekommen auch keinen.....Tolle Beruhigung.....!

Ich weiss nicht mehr weiter......Kennt Ihr sowas auch......Möchte sich jemand mit mir austauschen? Vielleicht zum Mutmachen.....?

LG

18.01.2017 12:37 • 20.01.2017 #1


11 Antworten ↓


Grüß dich,

ich hatte das Gefühl auch vor einigen Jahren über längere Zeit. Ich konnte ähnlich wie du kaum noch alleine sein, und hatte immer die Sorge: was ist, wenn ich jetzt sterbe, und keiner kriegt es mit?
Zu dir zurück: warum ist niemand erreichbar? Die 112 ist doch immer erreichbar wenn etwas sein sollte, deine Freunde und bekannten könnten dir in einer gefährlichen Situation ohnehin nicht helfen. Mir hilft im Moment die überaus komische Vorstellung: Selbst wenn ich sterbe, was habe ich zu verlieren? Dann ist da leben zwar vorbei, aber ist es nicht irgendwie spannend was danach kommt? Ich freue mich sogar auf der einen Seite aufs sterben, es gibt soviele neue Sachen zu erleben. (Denoch möchte ich mich von suizidalen GEdanken distanzieren, ich mag diese WElt und möchte so lange wie möglich hier bleiben! Trotzdem habe ich keine Angst vorm Tod).

Deine Schmerzen sind glaube ich viel EInbildung, ähnloch wie bei mir damals. Wie oft ich schon dachte was ich wohl alles habe an Krankheiten, und wie gedacht habe ich müsste sterben....Im Endefekt waren alle Anzeichen Humbug. Mittlerweile ignoriere ich all das, in dem Gedanken "wird schon nix sein, wie immer", und es geht bisher auch immer vorbei.

18.01.2017 23:50 • #2



Angst vor Krebs / Tod / Krankheiten reale Symptome

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MBJ
Hallo Lafutsch

vielen Dank für Deine Nachricht. Ja rein logisch gesehen hast Du vollkommen Recht und ich versuche auch in solchen Momenten einen kühlen klaren Kopf zu behalten. Ich weiß auch nicht was mich so in Panik geraten lässt. Als Teenager habe ich mich schon sehr früh mit dem Thema Tod auseinandergesetzt. Meine Mutter ist gestorben als 8 Jahre alt war. Ich weiß nicht ob es Trost war aber ich habe damals viele Bücher über das Leben nach dem Tod gelesen und die Vorstellung über das was vielleicht danach kommt hat vermutlich alles erträglich gemacht oder mir Hoffnung gegeben. Als Erwachsener kann ich nur nicht mehr daran glauben und befürchte es kommt gar nichts wenn man tot ist. Das macht mir eine Riesenangst. Vermutlich geht es bei mir um das Thema Sicherheit. Ich suche Sicherheit bei Freunden, Ärzten usw stelle aber immer wieder fest es gibt diese Sicherheit nicht.

Im Dezember überredete mich mein Freund dazu doch mal mit auf den Weihnachtsmarkt zu gehen. Zur Panik sagte er ich bin ja da. Wenn es schlimm wird gehen wir wieder. Ich habe meinen ganzen Mut zusammengenommen und bin mit zum Weihnachstmarkt. Dort kam natürlich wieder die Panik. Ich malte mir aus in meinem Gedanken was alles schlimmes passieren könnte. Dachte auch an einen Anschlag. Meine Fantasie ist in negativer Hinsicht sehr kreativ. Aber ich ließ die Gedanken kommen und wieder gehen und hatte doch einen schönen Abend und war stolz auf mich. Ein paar Tage später gab es den Terror-Anschlag auf diesem Weihnachtsmarkt. Für mich war das extrem schlimm weil ich ein paar Tage vorher da war und genau diese Angst hatte. Die Sicherheit hat man nie. Nach diesem Anschlag waren überall am Breitscheidplatz Kerzen und Gedenktafeln. Dadurch wurde das ganze zur erschreckenden Realität. Am Schlimmsten finde ich aber wie Menschen auf so etwas tragisches reagieren. Die lachend Selfies machen am Anschlagsort. Die dies als Touristenattraktion sehen.

Mit den Krankheiten ist es so dass ich versuche mich da nicht reinzusteigern aber meine Symptome sind da immer relativ stark. Es fühlt sich tatsächlich an als würde etwas ernsthaftes in meinem Körper vor sich gehen. Die Alarmglocken werden dann gezündet. Es ist schwierig das über sich ergehen zu lassen und ruhig zu bleiben. Manchmal versuche ich auch zu denken. Nagut dann sterbe ich eben jetzt. Wenn es immer schlimmer wird geht es dann doch in die Notaufnahme. Dort wird das ganze dann meistens zu einer sehr peinlichen Sache. Es wird nichts gefunden. Man wird belächelt und wieder nachhause geschickt.

Ich hatte die letzten 3 Jahre eine ziemlich ruhige und angstfreie Zeit. Bin arbeiten gegangen, alles funktionierte. Ich ging aus, auf Konzerte, Shopping....hatte ein richtig normales Leben. Durch Mobbing und Stress kam alles langsam wieder zurück. Intrigen am Arbeitsplatz, Ellenbogendenken, Kollegen die nichts besseres zu tun haben als einen zu schikanieren und Teamleiter die einen das Leben zur Hölle machen. In der Arbeit fingen die Panikattacken wieder an. Richtig schlimm. Irgendwann war ich dann länger krankgeschrieben und wurde in der Krankheit gekündigt. Dann ging es erst richtig los und nun ist mein Leben wieder sehr eingeschränkt und ich schaffe es nur mit sehr viel Mühe mal kurz eine Dose Ravioli im Supermarkt zu holen. Es ist für mich schon klar was die Auslöser sind. Aber wie kann man damit umgehen? Man wird niemals von den Mitmenschen verschont werden. Es gibt immer Menschen die einem das Leben zur Hölle machen. Ich will eigentlich nicht so negativ denken und eine positivere Einstellung bekommen aber eigentlich mache ich jeden Tag erneut die Erfahrung das man ganz alleine ist und auf niemanden so wirklich zählen kann. In der Not ist man ganz schnell allein. Die Hilfe die man sich wünscht oder besser das Verständnis....das hält auch nur begrenzt. Nach der dritten Panikattacke hat dann auch niemand mehr Bock sich mit Dir zu beschäftigen. Witzigerweise habe ich einen Bekannten der ähnlich starke Panikattacken hat und ich merke auch bei mir selber dass ich da sehr ungeduldig bin und das nicht hören will.....obwohl ich selber genauso bin......Es ist wirklich verrückt.

19.01.2017 12:13 • #3


petrus57
Zitat von MBJ:
Im Laufe der Jahre ist alles immer schlimmer geworden. Hatte zwar auch beschwerdefreie Jahrer zwischendurch aber alles ist zurückgekommen und das auch noch viel schlimmer als vorher.


Das kommt mir bekannt vor. Bei mir ist es genauso.

19.01.2017 13:32 • #4


Angstbiene
Diese Gedankengänge sind mir nur allzu bekannt. Kann um Endeffekt auch viel erzählen, das eigentlich genauso klingt. Hör nicht auf zu kämpfen und geh zur Not erstmal zur Krisenintervention in die Psychiatrie. Das hilft erstmal über die schlimmste Zeit hinweg. Ich drück dir die Daumen.

19.01.2017 13:41 • #5


MBJ
Hallo Petrus

Was hilft Dir? Was tust Du dagegen?

Hallo Angstbiene

Nein , ich höre nicht auf zu kämpfen. Bin mir nur manchmal nicht so sicher ob kämpfen das Richtige ist oder ob man loslassen muss und dann die "Heilung" kommt. Ich bin zur Zeit im Krankenhaus beim Psychiatrischen Dienst...habe dort meine Krankschreibungen und bekomme ständig irgendwelche Tabletten verschrieben....Das ist aber auch nicht das Wahre.....mache noch Psychoanalyse aber bin etwas ratlos ob das wirklich greift.....Denke gerade darüber nach eine Kur zu beantragen in einer psychosomatischen Klinik...das hat mir schon einmal sehr gut geholfen

19.01.2017 13:46 • #6


petrus57
Zitat von MBJ:
Was hilft Dir? Was tust Du dagegen?


Helfen tut mir eigentlich nichts so richtig. Das Problem sind ja unsere Gedanken, die uns krank machen. Ich versuche dann eben nicht darüber nachzudenken. Aber leider kann man ja seine Gedanken nicht so einfach abschalten. Wenn das Gedankenwirrwarr dann überhand nimmt, drehe ich eine Runde um den Block. Das mache ich meist 4-5 mal am Tag. Tabletten haben bis jetzt auch keine Wirkung gezeigt.

War ja schon mal 5 Wochen in einer psychiatrischen Klinik. Kam da kranker raus als ich hineingegangen bin. "Der goldene Reiter" lässt grüßen.

In de letzten Zeit sind so viele von meinen Bekannten und Verwandten gestorben oder hatten einen Schlaganfall. Das triggert mich dann noch mehr.

19.01.2017 14:21 • #7


MBJ
Das stimmt leider.....gibt ja immer diese Tipps.....aber in der Realität fast nicht machbar.....vielleicht hat sich auch alles schon verselbstständigt......Ich denke eben auch Angst oder in der speziellen Situation Todesangst ist ja ein Gefühl....der Körper reagiert instinktiv "richtig"...wie soll man das bitte aufhalten oder stoppen....wäre ja auch nicht Sinn der Sache

Die Trigger kenne ich auch......in der letzten Zeit sind viel Bekannte gestorben ...aber selbst bei den "Promis" reicht es schon mich zu triggern

19.01.2017 20:44 • #8


schnatterschnat
Hallo MBJ

Ich sehe mich sehr wohl in deinem Beitrag wieder.
Vor 8 Jahren haben die panikattacken angefangen, mit dollem herzschlag. Seitdem habe ich Angst vor irgendwas mit dem Herzen oder mit Gehirn.

Hatte auch immense angst allein zu sein. War aber immer unter Menschen lieber wie allein zuhause. War auch immer arbeiten.

Habe auch Tabletten genommen. 3x versucht abzusetzen 3x kam 6 Monate später alles zurück und schlimmer als vorher. Jetzt nehme ich schon 1 jahr keine mehr und im Sommer als mein Mann einen anfall durch zu niedrig Zucker hatte kam es schleichend zurück. Mittlerweile dreht sich wieder alles nur um die Angst.

Ich weiß nicht warum und wieso.. echt schlimm. Kann dir so nachempfinden. Und hoffe das wir irgendwann da raus kommen.

Sei lieb gegrüsst

19.01.2017 21:08 • #9


MBJ
Hallo Schnatterschnat

Es ist schon komisch das sich so viel Erfahrungen gleichen und ich bin froh nicht alleine zu sein. Tabletten haben mir eine Zeit lang geholfen. Im Moment schlägt nichts an bzw halte ich die Eingewöhnung nicht aus....Werde nächste Woche noch mal versuchen mit Venlafaxin anzufangen. Bin gespannt ob ich das durchhalte. Aber irgendwie muss ich ja....es geht sonst nicht weiter.....

Im Moment dreht sich auch bei mir gerade wieder alles um die Angst und um Vermeidung und Schonung. Der übliche Teufelskreis eben. Ich frage mich auch manchmal warum ich solche Angst davor habe zu sterben oder nicht mehr zu existieren denn im Grunde ist das schon lange passiert. Für die Welt da draussen existiere ich schon lange nicht mehr....gehe nicht weg...habe keinen Spass usw.....ich sitze in meiner Wohnung und warte dass es mir eines Tages besser geht- Ist das nicht total paradox.....da kann man doch gleich tot sein. Oder ist man ja für die Gesellschaft schon? Wenn ich gesund wäre und mich würde jemand fragen was mir lieber wäre...zu sterben oder jahrelang in der Wohnung sitzen und leiden...naja würde mich sicher für das erste entscheiden. Das sind nur Gedanken. Ich bin nicht suizidal. Mit Panikattacken wäre das auch kontraproduktiv. Ist vielleicht die Angst der Kampf ums Überleben? Außerdem muss ich mich damit abfinden dass ich Alleine bin und immer sein werde.....und im Moment wo es passiert auch da werde ich alleine sein......aber irgendwie will ich mich damit nicht abfinden. Ich merke gerade beim Schreiben wieder wie präsent das Thema Tod ist. Ich habe da auch ein Trauma. Vor 3 Jahren saß ich bei meiner Mutter am Bett und war dabei als sie gestorben ist. Keiner war da nur ich. Eigentlich war es friedlich und erlösend....aber ich musste das alleine durchmachen. Meine Mutter war als sie gesund und funktioniert hatte ein Star......d.h. hatte viele Freunde, Verehrer, Fans....sie war ein sehr sozialer Mensch....freundlich,lustig, empathisch.....sie war einfach ein toller Mensch......immer war das Haus voll und sie war eine großzügige Gastgeberin......als Sie krank wurde war niemand mehr da und sie ist einsam und (fast) alleine gestorben......ich glaube das macht mir solche Angst.....Menschen sind einfach oft widerlich......Solange es frischen Kuchen gibt sind alle da.....aber wenn man selber mal etwas braucht......altbekannte Story.....Puh was schreibe ich nur wieder für Sachen

20.01.2017 12:24 • #10


petrus57
Zitat von MBJ:
.als Sie krank wurde war niemand mehr da und sie ist einsam und (fast) alleine gestorben.


Mit Krankheit und Tod möchte wohl niemand so gerne konfrontiert werden. Andererseits möchten Sterbende wohl auch niemanden mehr sehen.

20.01.2017 13:46 • #11


MBJ
ja da hast du auch wieder Recht.....bin da immer hin- und hergerissen in meinen Gefühlen

20.01.2017 14:12 • #12



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Dr. Matthias Nagel