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201230.07




Hallo Bernd,

ich halte es einfach nicht mehr aus. Dieses schei. Gefühl.

Ich habe mich vor knapp 7 Wochen von meinem Freund getrennt. Wir waren zwar nicht sehr lange zusammen aber wir kannten uns schon ca. 1,5 Jahre.

Eh wir zusammenkamen dauerte es ewig. Er wollte schon immer was von mir aber ich nie so richtig von ihm. Doch irgendwann war er in festen Händen und ich merkte, dass ich darunter irgendwie litt. Als er mit der Frau wieder auseinander war, hatte ich mich wirklich gefreut und kurz darauf kamen wir zusammen. ENDLICH!

Es war wie im Märchen. Ewig kannten wir uns und trotzdem dauerte es lange, bis man zusammenkam.

Die Anfangszeit der Beziehung war echt wunderschön. Wir waren so glücklich. Konnten unser Glück kaum fassen.. doch seine Euphorie hielt nicht lange an. Nach nur wenigen Wochen schien ihm unser Liebesglück völlig normal und selbstverständlich zu sein. Ich hatte den Eindruck je mehr ich ihm sicher war, desto mehr lies sein Glück über uns nach. Nicht, dass er sich gehen lassen hat oder mir seine Liebe nicht mehr zeigte...nein einfach diese Selbstverständlichkeit war deutlich zu spüren und ich hatte damit irgendwo ein Problem. Ich sprach ihn auch darauf an und von ihm kam nur "Na soll ich jetzt jeden Tag Luftsprünge machen?" Das hat mir sehr wehgetan.

Jedenfalls wurde die Beziehung mit der Zeit immer schlimmer für mich. Er war nur noch genervt wenn ich ihm von persönlichen Problemen erzählte. Dabei bin ich der Meinung, dass ein Partner dafür da sein sollte, wenn es einem mal nicht so gut geht. Aber er wollte davon nichts wissen. Er suche eine harmonische Beziehung - ohne Probleme... so seine Worte. Das gibt es nicht. Das habe ich ihm auch mehrfach gesagt.

Jedenfalls baute sich immer mehr ein Druck in mir auf, der mich im normalen Alltagsleben immer mehr einschränkte. Ich konnte mich auf nichts mehr konzentrieren.

Irgendwann ging es einfach nicht mehr und ich habe die Beziehung zu ihm beendet. Mit der Hoffnung, dass der Druck weggeht und ich meinen Seelenfrieden wieder habe.

Ich muss noch dazu sagen, dass ich erst wenige Beziehungen hatte und auch Angst vor S. habe und ich mich bei ihm wieder so richtig fallen lassen konnte. Mir machte der S. wieder Spaß und ich wusste was ich all die letzten Jahre verpasst habe, wo ich nur eingeschränkt Spaß hatte. Eine Therapie deswegen habe ich 2008 schon gemacht.

Zurück zum Thema. Ich hatte mich also getrennt mit der Aussicht auf Seelenfrieden. Er lies mich einfach gehen nachdem ich Schluss machte.. Er hat sich auch seitdem nie mehr bei mir gemeldet. Als wenn es ihm völlig egal ist, dass wir nicht mehr zusammen sind.

Nun ist die Trennung fast 7 Wochen her und mir geht es kein Stück besser. Klar der Druck ist weg aber ich leide wie ein Schwein. Ich habe so Sehnsucht nach ihm... aber eher nach ihm wie er am Anfang der Beziehung war.

Ich komme einfach nicht über die Trennung hinweg.

Seitdem stürze ich mich von einem Date ins nächste. Einfach weil ich nicht alleine sein will und diesen Stempel "Single" nicht ertragen kann. Ich bin ein absoluter Beziehungsmensch.

Jedes Date bisher war ein Reinfall. Es hatte einfach nicht gepasst. Ich suche einfach nach einem Mann wie mein Ex war als die Beziehung noch schön war. Ich weiß, dass das falsch ist und ich mich vor allem total unter Druck setze aber ich kann nicht anders. Ich halte diese Ruhe nicht aus.. dieses Leben als Single.. immerzu muss ich an gemeinsame Unternehmungen denken oder wenn ich an Orten vorbeifahre, wo wir mal zusammen waren oder die Gegend wo er wohnt. Es bleibt nunmal nicht aus.

Ich weiß, dass die Trennung erst frisch ist aber es muss doch mal besser werden?! Wenigstens ein bisschen.

Ich unternehme auch viel mit Freunden.. aber sobald ich wieder zuhause bin, geht die Grübelei wieder von vorn los.

Was kann ich nur machen?



  02.08.2012 10:27  
Hallo Ängstliche,

Du schreibst :"Nun ist die Trennung fast 7 Wochen her und mir geht es kein Stück besser. Klar der Druck ist weg aber ich leide wie ein Schwein. Ich habe so Sehnsucht nach ihm... aber eher nach ihm wie er am Anfang der Beziehung war.

Ich komme einfach nicht über die Trennung hinweg.

Seitdem stürze ich mich von einem Date ins nächste. Einfach weil ich nicht alleine sein will und diesen Stempel "Single" nicht ertragen kann. Ich bin ein absoluter Beziehungsmensch.


Darin beschreibst Du mehrere wichtige Gründe, weshalb es Dir schlecht geht. 7 Wochen sind keine Zeit, eine Trennung emotional zu überwinden. Da musst Du Dir mehr Zeit geben. Du willst zum anderen über neue Partner das wieder haben, was Du verloren hast. Das ist verständlich, sorgt aber dafür, dass Du Dich gar nicht lösen kannst. Du musst zuerst lernen, besser mit Dir ohne Partner klar zu kommen, damit Partnerschaft für Dich nicht ein "MUSS" bleibt, um zufreiden zu sein, sondern "es ist schön, wenn es da ist, aber ich bin auch fähig, mein Leben so zu gestalten, dass ich ohne zufrieden sein kann." Das ist Deine Entwicklungsaufgabe !, weil Du sonst keine Parternschaften leben kannst, sondern nur Abhängigkeiten entwickelst. Deshalb betrachte die Situation jetzt als Chance, Dich weiter zu entwickeln, reifer und selbstständiger zu werden, auch wenn es in der jetzigen Phase weh tut.

Wie kommst Du da besser heraus?

Das ist gut: "Ich unternehme auch viel mit Freunden" - weiter so. Aber das reicht nicht. Akzeptiere die Trennung für Dich - auch wenn es weh tut. Du rennst einem irrationalen Bild von Deinem Partner nach, nicht der Realität. Du sagst es selbst: "Er lies mich einfach gehen nachdem ich Schluss machte.. Er hat sich auch seitdem nie mehr bei mir gemeldet. Als wenn es ihm völlig egal ist, dass wir nicht mehr zusammen sind." So war Deine Beziehung wirklich am Schluss. Willst Du das wirklich wieder? Ist es der Kerl wirklich wert, ihm nachzutrauern oder trauerst Du eigentlich um eine "gute Beziehung", wie Du sie verstehst, die Du aber auch in der letzetn Beziehung doch nicht auf Dauer hattest - oder? Also mache Dir nicht weiterhin etwas vor !

Nun zum letzten Punkt, der Dich sehr daran hindert, Dir die Zeit zu geben, los zu lassen und Deinen eigenen Weg zu finden. Auch das sagst Du selbst: "ich halte es einfach nicht mehr aus. Dieses schei. Gefühl." Das ist ein häufiger Gedanke bei Menschen mit psychischen Problemen und dieser Satz enthält eine sehr irrationale Haltung, weil Du ein inneres, derzeit sogar ganz angemessenes Gefühl zur Katastrophe machst und zum absoluten Ziel Deines Lebens. Dabei ist Dein Gefühl nur das normale Resultat Deines bisherigen Denkens zu der Trennung. Es ist nicht das Wichtigste, Dein Gefühl zu ändern (deshalb greifen Menschen zu Tabletten,Alk., stürzen sich in blödsinnige Abenteuer, nur weil sie ihre Gefühle manipulieren wollen und das möglichst sofort !). Wichtig sind Deine Einstellungen, Deine Ziele im Leben, das umzusetzen, was Dir wichtig ist. Gute Gefühle kommen dann von ganz alleine. Du selbst bestimmst mit Deinem Denken und Tun über Deine Gefühle, kein anderer Mensch, kein noch so toller Partner, nichts von Außen kommendes. Du selbst musst lernen, Verantwortung für Dein Wohlergehen zu übernehmen. Dabei können andere Menschen hilfreich sein, aber abhängig davon bist Du keinesfalls. Also - Deine jetzigen Gefühle entsprechen Deinem jetzigen Denken und Handeln ganz genau. Sie tun weh, sie sind unangenehm - aber sage Dir nie wieder, Du könntest das nicht aushalten. Gefühle sind immer zum Aushalten. Sie geben uns Signale, wo etwas schief oder gut läuft. Die Veränderung Deines Denkens und Handelns aber ist das Entscheidende !

Als weitere Hife: Wolf/ Wenn der Partner geht, PAL Verlag - damit arbeiten, nicht nur lesen !

Alles Gute für Deinen neuen Weg wünscht Dir

Bernd Remelius

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