Hallo Mina,
beim Lesen deines Beitrages sind mir sehr viele Parallelen sofort aufgefallen. Mir geht es in vielen Dingen ähnlich. Ich habe Panik vorm Zugfahren, gleich doppelt die *A*-karte: einmal, wegen der geschlossenen Türen, einmal, weil ich unter Höhenangst leide und, so lächerlich sich das nun auch anhören mag, mir schon die paar Stufen in den Zug einzusteigen, Probleme bereiten. Mir wird dann ebenfalls schwindlig. Was du schreibst, dass du keine Luft mehr bekommst, das nennt man Hyperventilieren. Im Prinzip ist es so, dass du eigentlich genügend Luft reinbekommst, oder eher zu viel, durch das hastige Ein- und Ausatmen ist dein Körper nicht mehr im Stande, die verbrauchte Luft auszustoßen. Das kenne ich nur zu gut, v.a. liegt bei mir noch chronisches Asthma zugrunde, was diesen Teil der Attacke noch zusätzlich verstärkt. Es gibt da aber einen recht guten Trick: nimm eine Tüte vor den Mund (ich weiß, auch das kann schon die Panik verstärken, aber versuche, ruhig zu werden und dir zu sagen, die Tüte tut dir nichts, weil du sie ja sofort wieder selbst wegnehmen kannst, du hast dieses also unter Kontrolle!). Atme in diese Tüte ein und aus. Dadurch tauscht sich die verbrauchte mit neuer Luft aus und du wirst sehen, dass es dir hilft, relativ rasch wieder durchzuatmen.
Die Panikattacken kommen bei mir auch oft aus heiterem Himmel, ohne, dass etwas vorangegangen ist. Vor allem nachts finde ich das besonders schlimm. Es ist bei diesen PA's, die völlig grundlos auftauchen, zumeist so, dass man Panik schiebt und eigentlich nicht einmal weiß, warum. Dann geht mir auch die Luft weg, ich bekomme Panik wegen einer vielleicht verstopften Nase, denn da kann ich ja dann auch nicht mehr richtig durchatmen. Diese Panik geht zumeist einher, dass ich keine Luft mehr bekomme, das kann auch passieren, wenn ich erschrecke oder unter Stress komme.
Oft geht es auch mit Schwitzen einher, manchmal kann es sogar sein, dass ich regelrecht erstarre, wie jemand vor Schreck und völlig die Kontrolle verliere. Ich nehme, wenn es gar nicht anders geht, dagegen Alprazolam, das löst relativ schnell.
Man kann sich aber auch ein wenig selbst helfen, wenn man versucht, sein Unterbewusstsein anzusprechen und zu kontrollieren. Das kann auch mit Tricks funktionieren. Beispielsweise habe ich irgendwann einmal in einem Fachartikel gelesen, dass eine Panikattacke durchschnittlich bis zu einer halben Stunde andauert und sich dann von alleine legt. Nimm dir eine Uhr, stelle die vor dir auf und sag dir, in so und so viel Minuten ist es vorbei. Manchmal hilft das auch schon ein wenig.
Ich verstehe all deine Ängste sehr gut. Flugangst hätte ichvon vorne herein, aber nicht aus Angst, das Flugzeug könnte abstürzen, sondern wegen eines geschlossenen Raumes und der Enge. Ich könnte nicht raus, wenn ich wollte.
Kann auch Panik im Bus bekommen, wenn er zu voll wird, dann steige ich aber an der nächsten Haltestelle aus und quäle mich nicht durch.
Hoffe, ich konnte dir vielleicht etwas helfen. Panik ist etwas Schlimmes, und viele, die das nicht verstehen, nicht nachvollziehen können, weil sie selbst nicht damit zu tun haben, können einem durch völlig falsches Verhalten erst recht noch eines draufgeben. Das machte neulich eine Freundin, die in einem 6stöckigen Haus in der vierten Etage wohnt. Völlig unerwartet stieß sie mich einfach in den Aufzug hinein, und dann fing es natürlich bei mir an. Ich trat gegen die Tür, habe den Notschalter betätigt und wollte nur noch eins: nix wie raus aus diesem Monster. Als ich dann oben per Fuß ankam, musste ich erst mal an die frische Luft, es ging mir dermaßen dreckig wegen diesem Unfug. Sie war selbst erschrocken und meinte: "bist du so fertig..." Ja, klar. Wie kann man denn auf eine solch "tolle" Idee kommen? Dein Mann scheint da anders zu sein und Verständnis für deine Lage zu haben, und das ist sehr viel wert. Vielleicht könntet Ihr ja gemeinsam Dir etwas helfen.
LG
supergau