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zu verlieren. Wer kennt das? Momentan sind meine Ängste an dem Punkt angelangt, dass ich das Gefühl habe es nicht mehr ertragen zu können oder demnächst einfach tot umzufallen, weil es nicht mehr geht. Heute Nacht war ich kurz davor den Notdienst zu rufen oder in eine Psychiatrie zu fahren. Aber meine Ängste haben mich auch davor abgehalten. Bei diesen Attacken habe ich ganz starke Schmerzen im Solar Plexus Bereich. Habe Herzschmerzen, so als ob es mir das Herz bricht und Atemnot. Mein Puls rast und mein Blutdruck ist hoch. Normalerweise habe ich Werte von 120/80. Und dieser tiefe seelische Schmerz in mir zerreißt mich fast. Langsam fühle ich mich verzweifelt. Wie kann ich da raus kommen? Wie kann ich mir selbst helfen? Wie steht ihr das ganze durch und gibt es überhaupt ein Ende?

19.01.2017 10:11 • 19.01.2017 #1


9 Antworten ↓


Also wenn gar nichts mehr geht du wirst ja selbst merken wie es dir geht dann würde ich tatsächlich mal in eine Klinik für Psychiatrie gehen. Das ist dort gar nichts Schlimmes. Wenn du solche Symptome hast wie beschrieben kommst du auch sicher auf eine offene Station. Das heißt du darfst Besuch bekommen, darfst auch mal wenn keine Therapie ist raus gehen und auch mal übers Wochenende nach Hause wenn es dir gut geht. Dort gibt es verschiedene Gruppen zu denen du eingeteilt wirst je nach dem wie deine Symptome sind. Die stabilisieren dich dort über Wochen so weit, dass du wenn du rauskommst zumindest wieder klarkommst sodass du nicht mehr das Gefühl hast es nicht mehr ertragen zu können. Der Vorteil von so einem Klinikaufenthalt ist auch, dass man andere Menschen kennen lernt, die ähnliche Probleme haben. Die Leute dort sind ja nicht verrückt. Sie haben eben nur Probleme.

19.01.2017 11:01 • x 1 #2



Wenn die Angst so groß ist, dass man meint den Verstand

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Kagu
Hallo Kala,
das hört sich nicht gut an. Der Tip mit der Klinik von Jessie15 ist eine Option.
Aber zunächst: Wie geht es dir jetzt? Was machst du gerade? Hast du vielleicht vertraute Menschen mit denen du jetzt sprechen könntest?
Ansonsten erzähl noch etwas mehr von dir, wenn du magst. Vielleicht hilft es erstmal den Kopf etwas freier zu bekommen.
Sich mitteilen ist so wichtig...

19.01.2017 11:30 • x 1 #3


Hallo Jessie und Kagu,
dankeschön für eure Worte. Eine Klinik ist für mich eine Horrorvorstellung pur und wäre nur ne Option wenn es um Leben und Tod geht. Ich war vor 10 Jahren mal dort, nachdem ich direkte Augenzeugin eines Verkehrsunfalls war, bei dem ein Kind vor meinen Augen gestorben ist und ich nichts tun konnte, weil er eingeklemmt war... danach hat sich auch so was zusammen gebraut wie es jetzt ist. Dieses Mal ging es mit den Ängsten los, nachdem ich im Sommer selbst einen anaphylaktischen Schock erlitt und der Moment bevor ich für 4 Std.bewusstlos wurde und dachte so jetzt war es das, jetzt sterbe ich. Lässt mich nicht mehr los. Nun klopft auch wieder der ganze schei. aus meiner Kindheit bei mir an und ich durchlebe so viel ÄNgste, dass es oft unerträglich ist. Nein, es reicht nicht sich nur mit dem anaphylaktischen Schock auseinander zu setzen, es kommt auch wieder so viel aus meiner Kindheit hoch.
Und da ich große Angst, in so einer Phase vor anderen Menschen und vor allem vor deren Nähe habe, ist Klinik ein Ort wo alles nur noch verstärkt wird für mich. Denn ich muss mit jemand auf engsten Raum ein Zimmer teilen, Horror pur, ich muss in Gruppen sitzen oder viel Nähe mit anderen ertragen, ich muss vielleicht bohrende Fragen von Ärzten ertragen zu denen ich kein Vertrauen habe, das alles würde mich gerade krass überfordern. Ich kann nicht mal mehr in Supermarkt gehen. Menschen manchen mir einfach Angst. Das ist aber nicht immer so, wenn es mir gut geht. Habe ich all diese Ängste nicht. 10 Jahre hatte ich nun keine Probleme damit.
Seit Mitte November mache ich jetzt eine Therapie, ich fühle mich dort sehr wohl. Und vorhin hatte ich eine Stunde und bin in einem Zustand dort hin, so hat sie mich noch nie erlebt. Meine Panikattacken haben seit gestern immer nur kurze Pausen eingelegt... Ich habe erst mal nur wie ein Schlosshund geweint. Und dann hat sie mit mir eine Imaginationsübung "sicherer Ort" gemacht, das hat mir echt geholfen. Nun jetzt bin ich nicht mehr ganz so verzweifelt, fühle mich körperlich total erschlagen, aber habe wieder ein bisschen Hoffnung, es doch so zu schaffen - ohne Klinik und Psychopharmaka. Danke, dass ich mich mitteilen durfte. Ich würde mich gerne austauschen über Dinge, die ganz praktisch helfen. Die man selbst tun kann.
LG
Kala

19.01.2017 14:15 • x 1 #4


Hey solche Tief kenne ich zu genüge...sehe die Therapie als Chance...ich denke da wird einiges auch wieder nach oben geholt, was sich dann in Panik äußert...aber der Zustand geht wieder vorbei...du brauchst Ruhe und Gelassenheit...Mach dir einen schönen Tag...lenk dich ab und vertief dich nicht in der ganzen Thematik...versuch das in deinem Buch erstmal zu belassen...besprich das dann wieder in der Therapie...das ist viel Arbeit an einem selbst...und wenn du viel alleine bist auch eine Aufgabe...

Grüßle
Melanie

19.01.2017 14:20 • x 1 #5


Stimmt wenn man Probleme mit Menschen hat ist die Klinik keine Alternative. Mir ging es dort nur besser weil ich eben nie alleine war und ich persönlich grade Probleme mit dem Alleinsein habe. Aber was geschrieben wurde dass es wegen deiner Therapie erstmal schlimmer ist kann schon sein. Ich mache auch seit etwa einem halben Jahr eine ambulante Therapie. Dadurch wurden meine Ängste erstmal auch so groß, dass ich dachte ich halte das nicht mehr aus und ich wieder in die Klinik wollte. Doch mein Therapeut sagte mir, dass ich da jetzt erstmal durch muss und das ich nicht weiter komme wenn ich mich jedes Mal in die Klinik flüchte. Seit zwei Monaten etwa ist es jetzt nicht mehr ganz so schlimm mit der Angst. Aber ich war wirklich meistens abends so weit, dass ich nur noch meine Sachen packen und in die Klinik wollte. Die Übung mit mein sicherer Ort hat mein Therapeut auch mit mir gemacht. In der Praxis klappt es aber allein zu Hause kann ich mich nicht konzentrieren. Jedenfalls lebe ich noch und habe es Monate lang geschafft und im Moment ist es auch besser. Ohne Klinik.

19.01.2017 14:28 • x 1 #6


ja ich sehe die Therapie als große Chance...letzte Chance ist vielleicht zu negativ interpretiert, aber so sehe ich es manchmal in meinem tiefen Tal. Habe jetzt seit der Imagination keine weitere Panikattacke mehr gehabt und hoffe, wenn die nächste Attacke kommt, ich das auch hier zuhause gut in den Griff bekomme. Ich danke euch.

19.01.2017 14:33 • #7


Zitat von Jessie15:
Stimmt wenn man Probleme mit Menschen hat ist die Klinik keine Alternative. Mir ging es dort nur besser weil ich eben nie alleine war und ich persönlich grade Probleme mit dem Alleinsein habe. Aber was geschrieben wurde dass es wegen deiner Therapie erstmal schlimmer ist kann schon sein. Ich mache auch seit etwa einem halben Jahr eine ambulante Therapie. Dadurch wurden meine Ängste erstmal auch so groß, dass ich dachte ich halte das nicht mehr aus und ich wieder in die Klinik wollte. Doch mein Therapeut sagte mir, dass ich da jetzt erstmal durch muss und das ich nicht weiter komme wenn ich mich jedes Mal in die Klinik flüchte. Seit zwei Monaten etwa ist es jetzt nicht mehr ganz so schlimm mit der Angst. Aber ich war wirklich meistens abends so weit, dass ich nur noch meine Sachen packen und in die Klinik wollte. Die Übung mit mein sicherer Ort hat mein Therapeut auch mit mir gemacht. In der Praxis klappt es aber allein zu Hause kann ich mich nicht konzentrieren. Jedenfalls lebe ich noch und habe es Monate lang geschafft und im Moment ist es auch besser. Ohne Klinik.


Ich war mit meiner sozialen Phobie auch in einer Klinik gewesen...das war für mich auch eine Hölle...die Gruppentherapie...die Gesprächsrunden...das gemeinsam am Tisch setzen...das einzige wo ich mich wohlgefühlt habe, war im Zimmer oder in der Badewanne und in den Therapien wo nicht so sehr auf mich gelenkt worden ist...ich habe zwar offen sprechen können...habe das auch angesprochen aber es hat sich daran nichts verbessert an der Phobie selbst...das Gefühl war immer das selbe...rein in die Angst und Panik...wieder raus und Entspannung...die beste Therapie war meine ambulante Gesprächstherapie und kleinere Aufgaben im Alltag...z.B alleine einkaufen gehen damals, in ein Caffee setzen...oder auch arbeiten gehen waren für mich bessere Erfolge...für mich war es immer unangenehmer wenn jemand davon wusste...ich fand es besser weil es für mich intim war, für mich zu behalten und bei meinen Therapien...ich kann das aber nur für mich beurteilen...und ist meine Erfahrung in einer Klinik...

Meine soziale Angst ist besser geworden...ich kann normal mein Leben führen...aber wenn die Zwänge nicht wären oder die ständige Angststörung wär es nochmal leichter für mich...und wiederkehrende Depressionen sind für mich auch eine Kunst diese zu bewältigen...aber man sollte sich jedentag aufs neue Stellen mit Aufgaben...das macht Mut und gibt Kraft...

Grüßle
Melanie

19.01.2017 14:38 • x 1 #8


"Ich war mit meiner sozialen Phobie auch in einer Klinik gewesen...das war für mich auch eine Hölle...die Gruppentherapie...die Gesprächsrunden...das gemeinsam am Tisch setzen...das einzige wo ich mich wohlgefühlt habe, war im Zimmer oder in der Badewanne und in den Therapien wo nicht so sehr auf mich gelenkt worden ist...ich habe zwar offen sprechen können...habe das auch angesprochen aber es hat sich daran nichts verbessert an der Phobie selbst...das Gefühl war immer das selbe...rein in die Angst und Panik...wieder raus und Entspannung...die beste Therapie war meine ambulante Gesprächstherapie und kleinere Aufgaben im Alltag...z.B alleine einkaufen gehen damals, in ein Caffee setzen...oder auch arbeiten gehen waren für mich bessere Erfolge...für mich war es immer unangenehmer wenn jemand davon wusste...ich fand es besser weil es für mich intim war, für mich zu behalten und bei meinen Therapien...ich kann das aber nur für mich beurteilen...und ist meine Erfahrung in einer Klinik..."

ich glaub dir jedes Wort. Genauso geht es mir, auch mit der Intimität. Meine Scham ist schon bei der EinzelTherapeutin riesig und wenn da ne Gruppe(wie in einer Klinik es der Fall wäre) um mich sitzen würde oder Ärzte zu denen ich keinen Draht habe, dann fühle ich mich splitterfasernackt und schäme mich zutiefst.
Ich hoffe es geht auch ohne Klinik und Medikamente.

19.01.2017 14:45 • x 1 #9


Zitat von Kala:
"Ich war mit meiner sozialen Phobie auch in einer Klinik gewesen...das war für mich auch eine Hölle...die Gruppentherapie...die Gesprächsrunden...das gemeinsam am Tisch setzen...das einzige wo ich mich wohlgefühlt habe, war im Zimmer oder in der Badewanne und in den Therapien wo nicht so sehr auf mich gelenkt worden ist...ich habe zwar offen sprechen können...habe das auch angesprochen aber es hat sich daran nichts verbessert an der Phobie selbst...das Gefühl war immer das selbe...rein in die Angst und Panik...wieder raus und Entspannung...die beste Therapie war meine ambulante Gesprächstherapie und kleinere Aufgaben im Alltag...z.B alleine einkaufen gehen damals, in ein Caffee setzen...oder auch arbeiten gehen waren für mich bessere Erfolge...für mich war es immer unangenehmer wenn jemand davon wusste...ich fand es besser weil es für mich intim war, für mich zu behalten und bei meinen Therapien...ich kann das aber nur für mich beurteilen...und ist meine Erfahrung in einer Klinik..."

ich glaub dir jedes Wort. Genauso geht es mir, auch mit der Intimität. Meine Scham ist schon bei der EinzelTherapeutin riesig und wenn da ne Gruppe(wie in einer Klinik es der Fall wäre) um mich sitzen würde oder Ärzte zu denen ich keinen Draht habe, dann fühle ich mich splitterfasernackt und schäme mich zutiefst.
Ich hoffe es geht auch ohne Klinik und Medikamente.


Diese Scham kenne ich...es hat sehr lange gedauert eh ich vertrauen zu ihr fassen konnte. Ich war insgesamt 3 Jahre dort. Also einmal die Woche. und dann alle zwei Wochen...ich habe mich oft geschämt...ich weiß heute das es an mein Urvertrauen liegt und das mir eben eine Mutter Kind Bindung fehlte.

19.01.2017 14:51 • x 1 #10



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Dr. Christina Wiesemann