crazy030

Etwas Einblick hatte ich ja auch schon, zumindest letztes Jahr 4 Wochen Tagesklinik. Allerdings war das eine Klinik für Depression, was bei mir ja nicht der fall ist. Die hatten aber auch Angstpatienten dort.

Nun ist 4 Wochen nichts, aber wenn ich so nachdenke, die Gruppengespräche 2 mal die Woche und Einzelgespräch 1 mal die Woche, der Rest Ergo, Sport, Körpertherapie, Entspannungstherapie und mehr, also mir ging es immer erst ab 16 Uhr gut, wenn ich da raus war. Es brachte mir nicht mal im Ansatz was und darum ging ich nach 4 Wochen.

Jetzt hab ich ja eine Verhaltenstherapie begonnen, war aber erst nur 3 mal Vorgespräch und so. Jetzt warten wir noch auf die Zustimmung von der Kasse und in 2 oder 3 Wochen hab ich dann wieder Termin bei meiner Psychologin.

Was genau passiert denn da? Ich stehe früh auf (schlafe super und 7,5-8,5 Stunden), hab ziemlich sofort Kopfschmerzen, Schwindel. Angst eigentlich nicht, vielleicht eher so ein Unbehagen manchmal. Ich frage mich ernsthaft, was sich durch die Psychotherapie (reden) daran ändern soll.

30.01.2010 11:00 • 05.02.2010 #1


13 Antworten ↓


Angsthasse


Hallo,

ich habe selbst am Anfang eine Tages Klinik besucht...und wurde dort nach eine Woche von der Ärztin dort entlassen. Ich hatte dort noch mehr Angstzustände bekommen als ich es davor hatte. Ich konnte es nicht verstehen, denn ich wollte es so sehr, aber anscheinend war das nicht das richtige für mich und dadurch hat sich meine Psyche mit PAs gemeldet um zu zeigen..falsche Weg. Ich ging daraus und war total verzweifelt und enttäuscht (über mich)

Nun habe ich sofort danach Gesprächstherapie begonnen ...und sehe da ein Erfolg auf der ganzen Linie...

Plötzlich war ich nicht abgelenkt von mir selbst, ich war nur auf mich und meine Problematik konzentriert...konnte an mir arbeiten...meine Erkenntnisse sammeln. TK war nicht das Richtige für mich deswegen hat es mich nicht weiter gebracht, erst jetzt bin ich soweit, dass ich in Gruppen an mir arbeiten kann.

Deine nicht so gute Erfahrung mit der TK kann ich nachvollziehen, was aber die TK nicht schlecht macht, es zeigt lediglich, dass das nicht das Richtige für Dich war.
Ich kann auf verstehen, dass Du nach diese Erfahrung Dich fragst was soll dir die Psychotherapie bringen...ich kann dir nur sagen, versuch es und Du wirst den Unterschied merken. Natürlich kanns passieren, dass Du auch einige Therapeuten erst mal aufsuchen muss bis Du den richtigen findest...aber gönn dir das...

Nur weil man mit TK nicht weiter kam bedeutet es nicht, dass der Weg dort aufhört.

Du bist neugierig darauf was in der Psychotherapie passiert, dann versuch es ....

LG

30.01.2010 11:32 • #2


Angsthasse


Ach hab vergessen das noch zu schreiben.

Mir ist der gleiche Fehler wie dir unterlaufen. Ich habe gedacht was mach ich in der TK, die Menschen die dort waren hatten eine Alk. hinter sich, Depressionen also alles was ich nicht hatte.

Jetzt weis ich, dass egal was die hatten, die Probleme waren die gleichen. Die Lebensgeschichten waren nicht wirklich sehr abweichend zu meiner...

LG

30.01.2010 11:35 • #3


crazy030


Ja, neugierig bin ich auf jeden Fall. Man hofft ja auch...

30.01.2010 11:50 • #4


Angsthasse


Die Hoffnung ist auch berechtigt...

LG

30.01.2010 17:48 • #5


crazy030


Ich muss nochmal was fragen.

Ich höre und lesen immer viel von "Gedanken", wenn es um jegliche Formen von Angststörung geht. Meine Psychiaterin meinte auch manchmal, wenn sie Medikamente verschrieb (z.B. Seroquell, nahm ich aber nie), damit die Gedanken nicht so kreisen. Selbst bei der GAS lese ich:
Zitat:
Das generalisierte Angstsyndrom ist eine beständige, langdauernde, unangemessene Angst und Besorgtheit, die sich auf verschiedene Alltagsituationen bezieht. Die Gedanken kreisen um Befürchtungen, was so alles passieren könnte. Diese werden von ausgeprägten körperlichen und psychischen Angstsymptomen begleitet. Die Betroffenen stehen unter einer ständigen Anspannung und Ruhelosigkeit, sind aber gleichzeitig auch rasch ermüdbar, haben ein Leeregefühl im Kopf.


Ich hab aber vor nichts angst, hab keine negativen Gedanken, keine Befürchtungen. Nie. Wenn meine Psychologin mich demnächst danach fragt, dann kann ich ihr nichts dazu sagen, weil nichts da ist.

Wie passt das denn eigentlich zu einer Angststörung?

31.01.2010 17:17 • #6


Angsthasse


Hallo,

also, dass Du im Moment auf die Frage , ob Du negative Gedanken hast, mit nein antwortest, ist nichts ungewöhnliches.

Am Anfang dachte ich auch, was wollen alle von mir, mein Leben, meine Gedanken usw. alles ist in Ordnung, nur die PAs die mich treffen sind nervig.

Erst in der Therapie musste ich feststellen, dass ich meine Sichtweise auch bezogen auf meine Gedankengänge erst neu lernen musste um zu erkennen, dass Gedanken die ich für total ok und nicht negativ fand, doch nicht ganz ok waren.

Was bei dir auch sein könnte, ist vielleicht, dass Gedanken (negative) ablaufen in deinem Unterbewusstsein ohne von dir wahrgenommen zu werden.
Und dadurch kannst Du deine Angst nicht an Gedanken fest machen. Es geht vielen so am Anfang, wenn es nicht so wäre, gerade weil wir analytisch denken, würde sich die Krankheit nicht weiter entwickeln und verselbständigen, sobald wir die negativen Gedanken erkannt hätten , würden wir umgehend Korrektur vornehmen. Was ja auch in der Therapie passiert.

Es ist aber eindeutig, dass negative (vielleicht ist das Wort auch nicht so ganz treffend) Gedanken/Beurteilungen in deine Psyche ablaufen, denn daher rührt die Angst her.

Ich kann nur wirklich dir empfehlen ein Versuch mit der Therapie zu starten, sollte es für Dich nicht das Richtige sein, kannst Du es abbrechen (das allerdings erst nach einigen Std. und nicht nach eine Sitzung).

LG

31.01.2010 17:35 • #7


crazy030


@Angsthasse

Also Therapie mache ich auf jeden Fall.

Gut, wenn ich mal nachdenke, also vielleicht hat das was mit Wahrnehmung zu tun und da sind dann ja doch irgendwie Gedanken da. Mich nerven z.B. meine täglichen Kopfschmerzen und das ununterbrochene Kribbeln in den Beinen, der Tinnitus. Gerade diesen Pfeifton im Kopf nehme ich ja ständig wahr und manchmal nervt es beim Einschlafen. Es sind also im Grunde körperliche Symptome, die mich total nerven und stören. Und da sind dann natürlich doch Gedanken da, negative.

So fing es ja vor 1 Jahr auch alles an. 5 Monate wegen der blöden Blutdrucktabletten täglich Schwindel und Kopfschmerzen, was mich extrem störte. Dann erst 1. PA und so weiter.

31.01.2010 18:33 • #8


crazy030


Nachtrag:

Also ich war heute beim Neurologen wegen der Kopfschmerzen, 1. Besuch. Er kennt auch meine Psychiaterin, die aber bisher in den 6 Monaten nicht wirklich eine Diagnose gestellt hat. Ging halt immer nur um Angst und Medikamente verschreiben. Sie meinte ja auch, meine Psychologin soll erstmal nachsehen, was es bei mir überhaupt ist. Übermorgen geht es dann auch richtig los mit Therapie, Termin bekam ich gestern, Kasse hat genehmigt.

Na ja, also der Neurologe eben war, finde ich, super. Er nahm sich echt Zeit für Untersuchung und dann haben wir noch etwa 30 Minuten geredet.

Meine Reflexe in den Beinen sind nicht so ganz i.O., aber nicht so schlimm. Das dauerhaft Kribbeln in den Beinen kann von dem langen (15 Jahre) und starken Alk. sein, muss aber nicht. Problematisch wäre es, wenn ich dazu noch Schmerzen in den Beinen hätte, was ich aber nicht hab. Wenn es bei mir vom Alk ist, dann gibt sich das von allein, meinte er.

Die Kopfschmerzen sind eindeutig Spannungskopfschmerzen und ich hab ja auch über Monate fast täglich Aspirin oder Ibuprofen dagegen genommen. Das, meinte er, kann mir auch schon sehr geschadet haben. Der Mißbrauch an Kopfschmerztabletten kann letztlich sogar die Dauerkopschmerzen verursachen. Ich soll, egal wie schlecht es mir geht, keine mehr nehmen und 2-3 Wochen warten.

Tja, ansonsten ist er der Meinung, mein Hauptproblem sind nicht die Angstzustände. Er meint, ich hab eine Depression, aber eine typische Männerdepression.

Eigentlich ist es so. Es ist ja bei mir eher so eine ständige Unruhe, wie unter Strom, unangenehm. Krasse Angst ist es eigentlich nicht. Trotzdem alles sehr belastend.

Ich wollte es nicht wahrhaben, aber merken tue ich es schon. Mir fehlt Elan und Lust, Antrieb. Ich bin immer müde. Selbst wenn ich 9 Stunden schlafe und zum Glück hab ich keine Schlafstörungen, ich bin 2 Stunden nach dem Aufstehen schon wieder total müde.

Wahrscheinlich sollte ich mich der Sache nun mal stellen. Der Doc meinte, es ist aber vielleicht nicht so schlimm bei mir und ich sollte es ohne chemische Keule, also AD, versuchen. Soll noch mehr mit meinem Hund laufen, meinen Tag strukturieren etc. und ruhig sofort anfangen mit Joggen und nicht warten, bis das Wetter gut ist.

Der Besuch bei dem Neurologen hat mir jedenfalls soweit geholfen, auch ohne Rezept in der Tasche.

02.02.2010 17:18 • #9


Angsthasse


Hallo,

ich wollte dir mal etwas empfehlen und zwar ich hatte gestern die 2 Sitzung bei meine Therapeutin und das erste mal EMDR gemacht. Toll!

LG

05.02.2010 12:01 • #10


crazy030


Was ist EMDR?

05.02.2010 12:02 • #11


Angsthasse


Eye Movement Desensitization and Reprocessing (EMDR)

Du kannst nachlesen bei www.EMDR Institut Deutschland.de

05.02.2010 12:16 • #12


crazy030


Werd ich meine Psychologin mal drauf ansprechen. Wenn ich das richtig verstehe, geht es dabei aber eher um traumatische Erlebnisse.

Hatte gestern auch Stunde und dann Montag wieder. Sie meinte gestern und deutete das ja schon 1 Stunde vorher an, es ist keine Angststörung bei mir und das ist dann ja auch die Einschätzung des Neurologen diese Woche und meiner Psychiaterin. Es geht wohl eher in Richtung Depressive Anpassungsstörung und bei mir kommen die Symptome nicht über die Seele, sondern über körperliche Symptome.

Ich hab mir ja auch so meine Gedanken gemacht, was es nun ist und das ging sogar bis in Richtung Sozialphobie oder schizoid. Nur, weil ich eben auch mal an der Kasse unruhig werde oder Schweißausbrüche bekomme. Oder im Bus, S-Bahn und so. Überall, wo viele Menschen sind. Da erklärte sie mir aber, dass das nicht sein kann. Da bin ich eher das Gegenteil eines Sozialphobikers. Undenkbar bei mir. Ein Sozialphobiker ist nicht sofort im Gespräch mit Fremden locker, offen und lustig.

Man muss wohl aufpassen, sich nicht noch selbst ein Kind in den Bauch zu reden.

05.02.2010 13:45 • #13


Angsthasse


Zitat von crazy030:
Es geht wohl eher in Richtung Depressive Anpassungsstörung und bei mir kommen die Symptome nicht über die Seele, sondern über körperliche Symptome.

Man muss wohl aufpassen, sich nicht noch selbst ein Kind in den Bauch zu reden.


Sehe ich genauso, deswegen distanziere ich mich von vielen allgemein Symptomen gerade hier im Forum.

Ich muss sagen ich hatte PAs nur kurze Zeit, ich habe auch viel mehr mit den körperlichen Symptomen zu tun.
EMDR wird nicht nur bei Trauma angewandt. Meine Therapeutin macht mit mir eigentlich VT und nutzt EMDR als eine Komponente. Und manchmal kann es sein, dass wir etwas nicht als Trauma auffassen unsere "Seele" aber doch. So musste ich mir erklären lassen von meine Therapeutin.

LG[/quote]

05.02.2010 15:00 • #14



Dr. Hans Morschitzky


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