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Ich versuche mal, euch meine Geschichte möglichst kurz zu erzählen...
Ich heisse Michaela, bin 32 Jahre alt, glücklich verheiratet und habe 3 Kinder im Alter von 15, 10 und 9 Jahren. Mein Mann macht gerade eine Umschulung als Bäcker und ich arbeite auf 400 Euro Basis in einer Pommesbude.

Als ich ca 16 Jahre alt war, wollte ich mit dem Bus zu meiner Arbeitsstelle fahren. Im Bus habe ich auf einmal keine Luft mehr bekommen und das Gefühl gehabt, sterben zu müssen. Als ich ausstieg, wurde es nicht besser, es dauerte ca 10 min, bis alles vorbei war. Kurz danach habe ich diesen Vorfall schon wieder vergessen gehabt. Ich hatte ein ganz normales Leben mit Arbeit, Party, Freunden und allen Unabhängigkeiten, die man geniessen kann.

Als ich ca 7. Monat mit meinem 3. Kind schwanger war, sass ich wieder im Bus mit meinem Ältesten, weil er zum Augenarzt musste. Ein paar Haltestellen danach ist meine Schwiegermutter eingestiegen, um mich zu begleiten. Auf einmal spürte ich meine Beine nicht mehr und bekam schlecht Luft. Ich musste mich im Bus auf den Boden legen und ein Rettungswagen wurde gerufen. Ich dachte wirklich, das wars. Ich kam ins Krankenhaus, doch wurde nichts festgestellt ausser Wehen. Mein Kind kam dann auch zu früh zur Welt, was aber an sich nichts dramatisches war. Vom Krankenhaus zurück mussten mein Mann und ich wieder mit dem Bus fahren, aber schon nach 2 Haltestellen ging es wieder los. Also sind wir ausgestiegen und haben uns von meinem Schwager abholen lassen. Das war das letzte Mal, dass ich Bus gefahren bin.

Zu Hause ging es dann richtig los. Mein Mann konnte mich nicht mehr allein lassen, weil ich dann dachte dass ich sterbe. Also hat er mir zuliebe seine Arbeit aufgegeben. Dadurch wurde es aber nicht besser. Er konnte hinterher noch nicht einmal den Müll runterbringen, ohne mich mitzunehmen.

Das ging ca 2 Jahre so.

Dann wurde alles auf einmal besser. Ich konnte mich frei bewegen, so wie vorher. Wie habe ich das genossen. Mir ging es prächtig. Wir sind umgezogen in einen anderen Stadtteil, beide arbeiten gegangen, alles war wunderbar. War...

Denn vor ca 5 Jahren fing es wieder schleichend an. Ich wurde nervös, wenn ich irgendwo zu lange warten musste. Bis ich eine meiner schlimmsten Attacken in einem Einkaufsladen hatte. Trotzdem hab ich versucht, weiter einkaufen zu gehen, jeden beschissenen Tag aufs neue. Doch es wurde schlimmer. Allein der Gedanke daran hat mich schon gelähmt und tut es noch heute. Also hab ich meine Einkaufszeiten auf 8 Uhr morgens verlegt, wenn der Laden aufmacht. Wegen kaum Betrieb und so. Das ging dann auch einige Zeit gut. Jetzt schon seid längerer Zeit nicht mehr.

Im Moment sieht es so aus, dass ich nicht allein einkaufen gehe. Es muss ein Erwachsener dabei sein. Und ich vermeide so gut es geht tanken, rote Ampeln, fremde Menschen usw.

Zur Zeit arbeite ich wie erwähnt im Imbiss. Da bin ich 2 x die Woche allein. Horror! 5 Stunden allein mit diesen Menschen, die alles was wollen. Wenn zu viel Betrieb ist, kann ich eine Kollegin anrufen, die mir hilft, aber das ist ja nicht immer der Fall.

Ich habe vor ca 5 Jahren mal eine Therapie angefangen, aber wieder abgebrochen...das gleiche anfang letzten Jahres.

Verdammt, ich habe schreckliche Angst...Wenn ich nur höre, dass jemand sagt, oh ich geh gleich einkaufen, könnte ich heulen, weil ich denke..dass ich das auch will...und es nicht geht...Silvester war ich mit meinem Mann im Globus einkaufen..grosser Einkaufscenter. Als ich nach Milch schaute, und mich dann umdrehte, war er nicht zu sehen, und ich hatte eine sehr schlimme Attacke. Obwohl ich wusste, dass er nicht weit weg ist...weil er ja auch Bescheid weiss. Ich versuche immer, nicht mit meiner Schwester zu streiten, weil sie die einzige ist, die immer Zeit hat um mit mir einkaufen zu gehen. Oder ich schicke meinen grossen Sohn.

Ich will das nicht mehr...Habe aber auch Angst vor den Tipps, ich solle durchhalten und immer wieder in diese Situationen reingehen, bis es aufhört. Denn es ist so schlimm...

Bitte helft mir !

05.01.2008 01:29 • 14.01.2008 #1


7 Antworten ↓


Liebe eisprinzessin, es ist sehr schlimm was du durch machst. Ich kann dich verstehen. du brauchst aber keine angst vor den tipps haben. denn du bestimmst alleine wann du für die Tipps bereit bist und wann nicht. Dumußt nicht jeden Tipp ausprobieren! du machst das was DU für richtig hälst! Warst du schon beim Arzt und hast dich mal untersuchen lasen? Den wenn beim Arzt nichts raus kommt kannstdu anfangen dir jrdrn Tag zu sagen das du ja gesund bist! Das hilft ein wenig. Auch ich konnte eine zeitlang nicht einmal ohne Handy 50 Meter wei weg gehen! Aber jatzt kann ich es wieder. Auch ohne Handy! Du wirst diese Dinge wieder lernen! Nimmst du auch Tabletten? Hast du es schon einmal mit Beruhigungstabletten (pflanzlichen) versucht? Du wirst es schaffen! Langsam, einen Schritt nach dem anderen! Aber du wirst es schaffen! Du darfst dich nicht selber aufgeben! Fang an wieder an dich selber zu glauben und akzeptiere dich! Und lächle. Jeder Tag hat trotzdem was gutes! AUch dein Tag!

05.01.2008 11:23 • #2



Verzweifelt.bitte helft mir.

x 3


LonelyFighter
Hallo Eisprinzessin.
Ich kenne das was du da schreibst. Das erstemal kommt es aus heiterem Himmel. Das steckst du noch weg aber beim zweiten Anfall, bekommst du angst und diese Angst begleitet dich dann durch den Alltag.
Ich habe mir sagen lassen, das es los geht wenn man zu viel Stress hat auch unbewusten Stress und wenn man es einemal hat, NIE wieder richtig weg bekommt.
Ein patentrezept dafür gibt es wohl nicht. Ich habe mal was von der Linden Methode gelesen, nicht ganz billig, aber ob es nur geldschneiderei ist oder wirklich was bringt weiß ich selbst noch nicht.
Ich habe auch diese Angst vor den Menschen. Ich mache einen großen Bogen um sie.
Hast du vielleicht mal schlechte Erfahrungen mit Menschen gemacht? lg

05.01.2008 12:44 • #3


Hallo Leute !

Ich leide auch seit einer längeren Zeit jetzt schon an Agoraphobie...ich glaube ich habe alle Symptome die man haben kann von schwindelig bis Angst vorm Sterben!

Allein die Vorstellung das ich nächste Woche in die Stadt muss macht mir jetzt Angst...mmhh Mut kann ich dir so gern ich es auch wollte leider nicht machen...

es gibt gute und schlechte Tage geniesse die guten und versuch das beste aus den schlechten zu machen, denn wenn man verbissen ist und bei einer PA die ganze Zeit daran denkt was kann passieren und wann ist es endlich vorbei macht alles nur noch schlimmer!

Versuch mit der Panikattake zu leben und nicht sie zu bekämpfen denn dadurch entsteht der Stress der zu einer PA führt..also um es mit anderen Worten zu sagen es ist ein Teufelskreis!

Suche dir einen guten Psychotherapeuten auf und fang bloss nicht mit Medikamenten an denn so bakämpfst du nicht die Ursache sondern betäubst nur !!

viel glück noch =)

07.01.2008 01:03 • #4


Hallo! Ich kenne deine Probleme auch teilweise, wenn auch nicht so krass. An deiner stelle würd ich mich einfach mal gründlich vom arzt durch checken lassen, das gibt dir wenigstens die sicherheit, dass dein problem nur psychisch und nicht organisch ist.Ich kann verstehn, dass du angst vor diesen tips hast, die auf den esten blick ziemlich brutal wirken. Aber du musst ja nicht unbedingt die kognitive verhaltenstherapie wählen, du kannst ja auch eine tiefenpsychologische analyse machen. Die dauert vielleicht länger, aber du lernst auch vielleicht besser, deine gefühle zu verstehen. Alles gute, du schaffst das schon!

07.01.2008 02:02 • #5


ich danke euch dafür, dass ihr euch zeit genommen habt, mir zuzuhören und euch gedanken gemacht habt, wie man mir helfen kann...

medikamente habe ich noch nicht genommen, da ich angst vor den nebenwirkungen habe.

angst vor menschen, woher das kommt?? tja, meine eltern hatten nie viel geld, und irgendwann kamen sie auf die idee, mich und meine beiden älteren schwestern stundenweise an männer zu vermieten. beim ersten mal war ich ca 5 monate alt, sagt meine schwester. ich kann mich gar nicht so weit zurück erinnern, will ich auch nicht...

naja, ich denke dass auch daher die ganze panik rührt...verlassen zu werden, allein zu sein, menschen um mich zu haben, die was von mir wollen, nicht gehen zu können wann ich es will...usw...kann alles darauf zurückgeführt werden...ich weiss es nicht...habe auf eurer site einen psychologen gefunden der in meiner nähe wohnt. will ihn schon seid montag anrufen...sch...


traurig...

12.01.2008 01:03 • #6


Es tut mir leid! Es tut mir leid was ich hier über dich gelesen hab. Mein Herz blutet mit dir! Aber bitte lass dir so schnell es geht helfen! Und ich finde es gut das du es bis jett ohne Medis geschafft hast! Hut ab! ABer du musst unbedingt etwas machen! Du brauchst vor der Hilfe die man dir dann anbietet keine Angst haben! Dort kann dir nichts passieren! Und du hast es in der Hand! ABer mach etwas, schnell! Bekomm dein Leben wieder zurück. Es lohnt sich zu Leben! Glaube mir! Wie geht es denn deiner Schwester? Hat die Hilfe?

12.01.2008 10:50 • #7


Liebe Eisprinzessin, (Michaela)
ich kann Dich so gut verstehen. Bei mir war es so ähnlich. Auch im Alter von ca. 17 die erste PA. 1 Jahr lang, wieder weg und nun seit über 10 Jahren konstant. Aber - es wird besser. Das mit dem Einkaufen kenne ich zu gut. Ich mußte immer über eine große Straße die in der Mitte so einen erhöhten Streifen hat, da warten die Leute um auf die andere Straßenseite zu kommen. Und einmal als ich zwischen den beiden Straßenrichtungen auf diesem Streifen stand, bekam ich eine PA. Ich kniete mich auf den Boden, da ich Angst hatte, ich renne einfach los. Es war peinlich, furchtbar, grausam. Und von da an konnte ich nicht mehr einkaufen gehen. Horror pur. Aber - wir wohnen inzwischen wo anders und da geht es. Aber wir ziehen auch bald wieder um, nun schaue ich schon, dass da alles in der Nähe ist. Vorsorgen ist besser als dann da zu stehen. Du schriebst, dass Du Dich nicht mit der Schwester streiten willst. Das kenne ich auch. Die Menschen, die einem beistehen, die man braucht, um bestimmte Sachen zu tun, die "pflegen" wir. Weißt Du eigentlich, wie abhängig wir uns machen? Es ist schlimm. Auch ich halte oft meinen Schnabel, obwohl ich Recht habe, nur, um es mir nicht zu verderben, da ich diesen Menschen ja brauche. Aber, leider verliere ich dadurch auch seine Achtung, da ich ja nicht eigenständig bin. Das will ich eigentlich auch nicht. Es ist wie verhext, diese Abhängigkeit von anderen ist grausam.
Liebe Grüße Moses

14.01.2008 19:06 • #8




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