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Yvi23
Hallo ihr Lieben,
Ich weiß gar nicht mehr genau seit wann ich mich mit Ängsten und Panikattacken auseinander setzen muss, aber mindestens seit 15 Jahren. Ich habe schon mehrere verschiedene Therapien hinter mir. Auch jetzt bin ich wieder in Therapie. Die jetzige Therapeutin ist die Beste, die ich bislang hatte. Mit ihr habe ich in den letzten 2 Jahren zumindest einen halbwegs normalen Alltag führen können. Wobei an arbeiten gehen nicht zu denken ist. Seit Mitte Dezember ist es allerdings wieder sehr viel schlechter geworden. Ich hatte Angst vor Weihnachten und damit verbundenen Einladungen, vor Silvester und zu guter letzt auch noch vor einer Beerdigung zu der ich musste. Seit Weihnachten habe ich nun täglich ein schlechtes Gefühl...Angst vor der Angst. Jeden 2. Tag habe ich nun eine Panikattacke. Die körperlichen Symptome die dazu gehören machen mich fertig. Ich habe immer große Angst es nicht auszuhalten. Ich habe Diazepam als Nofallmedikamt. Finde aber, es schlägt mal mehr und mal weniger an. Ich will wieder an bessere Zeiten glauben, aber es ist so schwierig aus diesem Teufelskreis raus zu kommen.

Wie geht ihr mit Rückschlägen oder Verschlechterungen um?

10.01.2018 17:47 • 14.01.2018 #1


10 Antworten ↓


Rückschläge und neue Verschlechterungen erleben wir alle mal auf dem Weg der Heilung.
Das wichtige ist, dass du dich weiterhin auf das positive konzentrierst und auf deine bisherigen Erfolge, die du mit deiner Therapeutin erreicht hast.
Du schaffst das !

10.01.2018 18:26 • x 1 #2



Verschlechterung der Angsstörung

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caduceus
Hallo

Ich bin auch schon lange mit Angst unterwegs. Wenn ich so zurück denke, kam es immer mal wieder mehr oder weniger stark. Das kam aber auch immer mit Auslösern daher, sprich: ich hatte die Komfortzone verlassen und der Angstpegel stieg oder die Lebenssituation war unstimmig/stressig.

Seit Mitte letzten Jahres hat es mich aber derart kalt erwischt mit Angst, dass ich nicht mal Lust auf Konfrontation habe, sondern Dinge vermeide, die ich lange tun konnte. Das freut die Schwester namens depressive Verstimmung um so mehr . Mir hat mal eine Therapeutin gesagt "Angst ist wie Unkraut". Da muss man wohl oder übel weiterzupfen.

Wie gehe ich damit um? Wahrscheinlich nicht so vorbildlich, denn ich hasse die sch*** Angst natürlich
Auf der anderen Seite gebe ich mir aber schon viel Mühe, zu verstehen, was passiert ist, indem ich:
    - mich wieder viel informiere, man lernt bei Angst nie aus
    - mir so viel Hilfe wie möglich hole
    - beruhigende Selbstgespräche führe
    - auf meinem Schlaf achten
    - bei dem Grübelchaos ab und an feststelle, was jetzt im Moment passiert, als in der Vergangenheit zu versinken oder in die Zukunft katastrophieren - das entspannt für einen kurzen Moment
    - Vermeidungsverhalten vermeiden

Vielleicht doch ganz vorbildlich, was ich mache. Aber die Angst "annehmen" das ist eine Top-Hürde. Ich fange auch wieder mit einer Therapie an. Vielleicht waren die letzten noch nicht das richtige.
Wäre auch gespannt, wie andere mit Rückfällen umgehen.
Viele Grüße, C.

10.01.2018 18:35 • #3


Yvi23
In einer akuten schlechten Phase, fällt es mir schwer an das positive zu denken, was ich schon geschafft habe.

Ich verlasse meine Komfortzone auch relativ ungern. Aber manchmal geht es nicht anders. Und ehrlich gesagt, will ich sie ja auch verlassen. Bei mir ist es oft auch so, dass die Panikattacken kommen, wenn die "bedrohliche" Situation schon überstanden ist.
Mich beunruhigt im Moment nur die Häufigkeit der Panikattacken und die danach anhaltende Unruhe.
Ich informiere mich auch viel zum Thema Angst, aber helfen tut es nicht.

Ich finde den Gedanken einfach ganz schrecklich, ein lebenlang damit zu tun zu haben. Hat man tatsächlich so viel Kraft?

10.01.2018 21:48 • #4


caduceus
Zitat von Yvi23:
In einer akuten schlechten Phase, fällt es mir schwer an das positive zu denken, was ich schon geschafft habe.

Ich verlasse meine Komfortzone auch relativ ungern. Aber manchmal geht es nicht anders. Und ehrlich gesagt, will ich sie ja auch verlassen. Bei mir ist es oft auch so, dass die Panikattacken kommen, wenn die "bedrohliche" Situation schon überstanden ist.
Mich beunruhigt im Moment nur die Häufigkeit der Panikattacken und die danach anhaltende Unruhe.
Ich informiere mich auch viel zum Thema Angst, aber helfen tut es nicht.

Ich finde den Gedanken einfach ganz schrecklich, ein lebenlang damit zu tun zu haben. Hat man tatsächlich so viel Kraft?


Klar ist der Gedanke schrecklich! Und ja, man hat die Kraft. Du ja auch - Du bist ja noch da.
Diese "für immer" Gedanken kenne ich auch, wer kennt sie nicht. Ich behaupte mal, die meisten Menschen leiden am Leiden (ich gehöre auch dazu). Was meine ich damit: Etwas ist da, was weh tut. Und dann erzählt der Geist noch die Geschichte von "das bleibt für immer, was dann?" - dann leidet man doppelt, weil man ein Szenario in die Zukunft fantasiert, bei dem man schlecht wegkommt. Und das macht noch mehr Stress/Angst.

Tja, aber - wer kennt die Zukunft? Und wenn man zurückschaut, kann man da was finden, was lebenslänglich war? Nein. Alles verändert sich immer wieder.

Wenn da gerade viel Angst ist - habe ich auch gerade - muss es wohl so sein. Das heißt nicht, es nur still zu ertragen, sondern hinzuschauen. Neulich las ich, eine Panikattacke ist eigentlich ein Wutanfall. Auch schön.

So, ich hoffe, ich war nicht zu philosophisch
Gruß, C.

10.01.2018 22:53 • x 1 #5


Schokopudding
Ich versuche Rückfälle ein bisschen so wie bei "Und täglich grüßt das Murmeltier" zu sehen.
Solange ich nicht lerne, mich wirklich gut mich selbst zu kümmern, mich gut abzugrenzen, meine Bedürfnisse ernst zu nehmen, kommt insbesondere in belastenden Lebenssituationen die Angst zurück. Und sie will mir eigentlich nichts Böses, sondern will mir zeigen, was in meinem Leben nicht passt. Klar, habe ich auch ganz schlechte Tage an denen diese Überlegung nicht gerade tröstend wirkt, aber im Grunde genommen bin ich überzeugt, dass Krisen auch Chancen bieten. Ich habe derzeit ja auch einen schlimmen Rückfall und dieser führt bei mir dazu, mir meine Optionen für die Zukunft zu überlegen. Möchte ich weiterhin in diesem Job bleiben? Möchte ich andere Talente von mir verfolgen und zu einem beruflichen Feld machen? Welche Vorstellung habe ich von einem gelingenden Leben? Was wünsche ich mir für mich?

Liebe Grüße
Schoko

10.01.2018 23:03 • x 2 #6


caduceus
Zitat von Schokopudding:
Ich versuche Rückfälle ein bisschen so wie bei "Und täglich grüßt das Murmeltier" zu sehen.
Solange ich nicht lerne, mich wirklich gut mich selbst zu kümmern, mich gut abzugrenzen, meine Bedürfnisse ernst zu nehmen, kommt insbesondere in belastenden Lebenssituationen die Angst zurück. Und sie will mir eigentlich nichts Böses, sondern will mir zeigen, was in meinem Leben nicht passt. Klar, habe ich auch ganz schlechte Tage an denen diese Überlegung nicht gerade tröstend wirkt, aber im Grunde genommen bin ich überzeugt, dass Krisen auch Chancen bieten. Ich habe derzeit ja auch einen schlimmen Rückfall und dieser führt bei mir dazu, mir meine Optionen für die Zukunft zu überlegen. Möchte ich weiterhin in diesem Job bleiben? Möchte ich andere Talente von mir verfolgen und zu einem beruflichen Feld machen? Welche Vorstellung habe ich von einem gelingenden Leben? Was wünsche ich mir für mich?

Liebe Grüße
Schoko


Ich sehe das auch so & mir geht`s genauso. Ich checke jetzt erst nach langer Angstgeschichte (die mal milde und mal stark war - je nach Herausforderung), dass die Angst auf etwas zeigt und JA - auf Grund der widrigen Lebensumstände 2017 (stressige ex-Partnerschaft, Job, Gefühle von Ohnmacht & Hilflosigkeit) kam sie wieder angetanzt, die Angst.
"mich selbst zu kümmern, mich gut abzugrenzen, meine Bedürfnisse ernst zu nehmen" ist auf jeden Fall ein Lernfeld bei mir. Gruß, C.

10.01.2018 23:16 • x 1 #7


Yvi23
Ich wünschte, ich könnte es auch ein bisschen mehr so sehen wie ihr.
Für mich ist es noch immer ein Rätsel, was die Angst mir sagen will.
Es gibt nichts, was ich ändern wollen würde. Ich hatte immer ein schönes Leben.

11.01.2018 10:14 • #8


caduceus
Hallo

Ich glaube, Gefühle von Angst haben nicht zwangsläufig ne Botschaft. Aber wenn man sich fragt, wovor habe ich Angst, bekommt man da nicht Antworten? LG, C.

12.01.2018 19:26 • #9


Schokopudding
Ich würde das auch nicht als Botschaft im engen Sinn verstehen, sondern, dass die Ängste auf was hindeuten. Und genau das sollte man sich näher anschauen.

12.01.2018 20:21 • #10


Yvi23
Im Moment ist meine Verschlechterung echt stark zu spüren.
Ich wache jeden Morgen schon mit Angstgedanken auf und gehe auch damit wieder ins Bett.
Den ganzen Tag denke ich darüber nach.
Und zwischendurch kommt dann natürlich die ein oder andere Panikattacke.
Das ist so ätzend!
Es gab ja auch schon andere Zeiten. Da will ich wieder hin.

14.01.2018 11:04 • #11



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