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Hallo liebe Leute,

bin neu hier und etwas verzweifelt, weil ich einerseits noch nichts vergleichbares hier gefunden hab und andererseits zurzeit keine Psychologen erreiche wegen der hinsichtlich des Coronavirus angeordneten Schließung der Praxen.

Zu meinem "Leiden":
Nachdem ich unitechnisch mehr Stress hatte, weil die Klausuren kamen und ich mich noch hochschulpolitisch engagierte, hatte ich vermehrt Migräne-Anfälle: Das führte wieder in den Eintritt der mir bekannten Befürchtungen à la"Geht das wieder weg?" und verstärktes Beobachten des eigenen Körpers - die Folge, die ich mittlerweile merke ist ein verstärkter Tinnitus, also Piepen auf den Ohren, das habe ich sonst auch, aber nicht so stark, und ich höre Geräusche viel intensiver, bin lichtempfindlicher als sonst.

Vielleicht kennt ihr das, wenn ihr müde seid und es ist still, nehmt ihr solche knack und kruschpel-Geräusche wesentlich intensiver wahr, oder?
Bei mir ist das zz dauerhaft, also wenn ich morgens aufwache und meine Freundin öffnet das Fenster und das knarzt - dann fährt wie ein Schreck durch meinen Körper. Oder abends, wenn das Holz knackt, alles eben so Geräusche, die die Stille durchbrechen, jagen mir einen richtigen Schreck ein - ständig und unzählige Male am Tag. Das ist sehr belastend und unangenehm und jagt mir die Angst ein, dass das nicht mehr weggeht. Habt ihr mal ähnliche Erfahrungen gemacht? Dieses ständige Panik und die höhere Empfindlichkeit gegenüber Reizen sowie dieses dauerhafte Erschrecken nimmt einfach kein Ende.
Das Erschrecken ist wie wenn das Herz stehen bleibt und dieses Geräusch tief in den Körper hineinfährt einmal komplett durch - so Panikwellen und nervlich Entladungen.
Vielen Dank schon mal für Eure Hilfe! Ich wäre Euch sehr dankbar:)

18.03.2020 12:36 • 18.03.2020 #1


7 Antworten ↓


Minkalinchen
Hallo, willkommen hier m Forum!
Ich kenne das auch zur genüge, erschrecke mich schon seit langer Zeit dauernd, bei jeder Kleinigkeit, bin total geräuschempfindlich. Mein Mann hat die Angewohnheit, morgens beim Frühstück Radio zu hören, das kann ich überhaupt nicht ab, da könnte ich schon durchdrehen, was ich vorher so nicht kannte. Er macht es dann aus, er meint, ich höre die Mäuse piepen. Kopfschmerzen habe ich seltener. Im Laufe des Tages wird es etwas besser, ist aber nie ganz weg . Du siehst, du bist damit nicht alleine, das haben hier im Forum sehr viele. Die Nerven liegen blank.
Eine richtige Lösung für das Problem habe ich nicht. Ich versuche, wenn die Angst hoch kommt, mich innerlich zu beruhigen, mit den Sätzen: Verschwinde Angst, ich brauche dich nicht, ich bin gesund! Das hilft manchmal ganz gut. Ich habe es jedenfalls überlebt . Heute Morgen z.B. hat es so funktioniert, hatte wieder totales Gedankenchaos.

Das beste ist eine Therapie, aber leider ist es wegen Corona zur Zeit schwer möglich, da ran zu kommen. Ich bin zwar auf der Liste, muß aber noch länger warten.

LG

18.03.2020 13:03 • x 1 #2



Hallo Angsthase199i,

Ständiges Erschrecken - dauerhaft?

x 3#3


Danke für die Antwort!
Was bedeutet schon lange und was war der Auslöser bei Dir?

18.03.2020 14:36 • #3


Minkalinchen
Zitat von Angsthase199i:
Danke für die Antwort!Was bedeutet schon lange und was war der Auslöser bei Dir?

Kurz vor Weihnachten fing es an, daß ich gemerkt habe, daß ich alle Geräusche vermehrt wahrnehme, als zuvor, das steigerte sich, bis ich bei jedem bisschen gleich hochschreckte. Ich denke, der Auslöser war psychischer Stress, z.B. Sorgen meiner Kinder, das hat sich alles hoch geschaukelt, führte zu vermehrten Ängsten, etc. Dann steht bei mir noch das Ergebnis meiner Schilddrüsenwerte an, was sich durch Corona verzögert, Überlastung der Labore. Also Ursachen dafür gibt's genug.
Bei dir wird es auch vom Stress kommen.

Hast du es denn schon mal gehabt und was dagegen unternommen?
Oder überhaupt mit Ängsten zu tun?

18.03.2020 14:49 • x 1 #4


Klaro, bin nicht unerfahren. Bin schon immer etwas hypochondrisch veranlagt gewesen! Letztes Jahr hatte ich auch einmal eine Phase, da hatte ich vermehrt mit Extrastyolen zu kämpfen und starkem Herzpochen.
Also das spezifisch hatte ich noch nicht, allerdings schon eine Reihe psychosomatischer Beschwerden. Bis dato war es bei mir immer so, dass es nach einiger Zeit (~6-7 Monaten) vollständig abgeklungen war. Trotzdem hab ich bei jeder neuen Episode bzw. Bei neuen Symptomen die Angst, dass es bleibt.
Dagegen unternommen habe ich bis jetzt nur Ablenkung, funktioniert aber nicht so gut bis spätestens abends die Gedanken kreisen oder man morgens wieder mit den Gedanken aufwacht.
Versuchen will ich noch Entspannung und Sport, sowie mal endlich eine Therapie anzufangen, weil ich das immer als "Lapalie" vor mir hergeschoben habe und dann wieder von ner neuen Episode überrascht wurde.
Ich glaube, Du bist in jedem Fall auf einem guten Weg!
Was hast Du so alles versucht? Und merkst Du schon einen Unterschied zu Dezember, bzw. gibt es mal bessere, mal schlechtere Tage?

Und danke, dass Du Dich gemeldet hast, es tut wirklich gut zu wissen, dass man nicht allein ist

18.03.2020 16:54 • x 1 #5


Minkalinchen
Zitat von Angsthase199i:
Klaro, bin nicht unerfahren. Bin schon immer etwas hypochondrisch veranlagt gewesen! Letztes Jahr hatte ich auch einmal eine Phase, da hatte ich vermehrt mit Extrastyolen zu kämpfen und starkem Herzpochen.Also das spezifisch hatte ich noch nicht, allerdings schon eine Reihe psychosomatischer Beschwerden. Bis dato war es bei mir immer so, dass es nach einiger Zeit (~6-7 Monaten) vollständig abgeklungen war. Trotzdem hab ich bei jeder neuen Episode bzw. Bei neuen Symptomen die Angst, dass es bleibt. Dagegen unternommen habe ich bis jetzt nur Ablenkung, funktioniert aber nicht so gut bis spätestens abends die Gedanken kreisen oder man morgens wieder mit den Gedanken aufwacht. Versuchen will ich noch Entspannung und Sport, sowie mal endlich eine Therapie anzufangen, weil ich das immer als "Lapalie" vor mir hergeschoben habe und dann wieder von ner neuen Episode überrascht wurde. Ich glaube, Du bist in jedem Fall auf einem guten Weg! Was hast Du so alles versucht? Und merkst Du schon einen Unterschied zu Dezember, bzw. gibt es mal bessere, mal schlechtere Tage?Und danke, dass Du Dich gemeldet hast, es tut wirklich gut zu wissen, dass man nicht allein ist

Ich habe meine Angststörung schon viele Jahre, eigentlich schon von Kind an. Habe schon drei ambulante Therapien hinter mir, die wirklich gut waren und mir geholfen haben. Ich hatte dadurch auch gute Jahre, ohne schlimme Phasen. Wenn es mal 'brenzlig' wurde, halfen mir Atemübungen und autogenes Training, die ich gelernt habe. Da die Ängste ja nie ganz verschwinden, lernt man in der Therapie, damit richtig umzugehen.
Hypochondrisch bin ich auch, habe schon sämtliche Krankheiten durch... .

Seit Dezember ist es ein auf und ab, sag ich mal. Manchmal gelingt es mir mich gut abzulenken, mal wieder nicht. In letzter Zeit ist es aber wieder so heftig, das gar nichts mehr funktioniert, deshalb bin ich zu dem Schluß gekommen, eine neue Therapie zu machen.

LG

18.03.2020 17:40 • x 1 #6


Ich wünsche Dir auf jeden Fall alles erdenklich Gute
Ich melde mich mal wieder und bin überzeugt davon, dass wir das überwinden.
Wäre schön, dann auch wieder von Dir zu hören (pun intended )

18.03.2020 19:06 • x 1 #7


Minkalinchen
Zitat von Angsthase199i:
Ich wünsche Dir auf jeden Fall alles erdenklich Gute Ich melde mich mal wieder und bin überzeugt davon, dass wir das überwinden.Wäre schön, dann auch wieder von Dir zu hören (pun intended )

Danke, das wünsche ich dir auch .
Irgendwann muß es wieder aufwärts gehn .

18.03.2020 21:19 • x 1 #8





Dr. Christina Wiesemann