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Hallo ihr Lieben, gibt es jemanden unter euch,der auch im Referendariat oder fertiger Lehrer ist? Wenn ja, wie geht ihr in der Schule mit euren Ängsten um?

11.09.2011 20:14 • 05.12.2017 #1


24 Antworten ↓


Huhu Jupiter! Habe zwar Lehramt studiert, aber kein refrendariat gemacht. helfe derzeit als Vertretungslehrer in zwei Klassen aus, allerdings nur zwei bis drei Stunden die Woche.Habe auch schlimme Panikattacken und muss gucken, ob ich es im neuen Schuljahr schaffe. Habe es bisher, aber sind waren ja auch wenige Stunden ganz gut gepackt, egal wieviel angst ich vor einer erneuten Angstattacke und den sonstigen Symptomen hatte. Die Kinder haben mich gut abgelenkt.Wollte eigentlich auch noch mein Refrendariat nachholen, eigentlich hab ich englisch udn deutsch auf sek 1 und 2 studiert, aber das würde ich mit den Attacken garantiert noch nicht packen.Hätte ich jetzt eine volle Stelle, wäre es sicherlich schwierig.Wie hältst du es denn?Und wie sehen deine Attacken aus?
LG
Darleen

11.09.2011 20:23 • #2



Sind Lehrer unter euch?

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Hallo Darleen, danke für deine Antwort. Ich bin seit einem halben Jahr im Ref und gerade wieder kurz davor,abzubrechen. Ich fühle mich völlig überfordert und habe jeden Tag Angst vor einer Panikattacke in der Schule. Bislang hat Gott sei Dank noch niemand was gemerkt,aber der Drück ist echt hart und ich weiß leider keine Alternative zum Lehrerberuf. Meine Familie macht zudem großen Druck es durch zu ziehen und ich weiß nicht mehr weiter. Wie geht deine Familie damit um,dass du nicht ins Ref gegangen bist?

11.09.2011 20:45 • #3


Hallo nochmal, Jupiter! Das ist ein gewaltiger Druck , der auf dir liegt. Das Refrendariat ist ja noch einen Tick härter. Du hast Unterrichtsbesuche usw. musst sehr viel vorbereiten. Was sind denn deine Symptome und wann treten sie auf? Was genau überfordert dich in der Schuole? Die Unruhe, die vielen Kinder oder Jugendlichen?Ist es denn der Beruf,d er dich ausfüllen würde oder ist der Job dir generell zu stressig?
Im grunde genommen musst alleine DU entscheiden, ob dein Körper und deine Seele es packen können.Erstmal kann ich deine Eltern natürlich verstehen, wenn sie möchten,dass du das refrendariat nun zu ende bringst, aber wahrscheinlich können sie deine Krankheit, deine Beweggründe nicht völlig nachvollziehen.Tja, meine Eltern verstehen es auch nicht wirklich, versuchen es aber mittlerweile.Habe ja auch Borreliose und Panikattacken und bin nun eigentlich schon fast zehn Jahre krank.Habe mich aber bis 2007 noch zur Arbeit, war selbständig, geschleppt.Fühl dich gedrückt...
Lg
Monika

11.09.2011 20:59 • #4


Hey Monika,
Ich habe das ganze erst seit ca 9 Monaten. Alles fing plötzlich mit einer schlimmern Panikattacke in der U-Bahn an und seit dem ist es mehr die Angst vor der Angst, die mich fertig macht. Wirkliche Panik hatte ich vielleicht 3 mal und den Rest der Zeit einfach Symptome wie Unruhe, Herzstolpern, Zittern... Mir fällt es schwer, vor vielen Leuten zu reden, bei den Kindern geht es, im Seminar und in den Unterrichtsbesuchen ist es schlimmer. Ich nehme Opipramol und hatte so das erste halbe Jahr ganz gut im Griff. Jetzt habe ich in den Ferien die Dosis verringert und seit die Schule wieder angefangen hat, ist es wieder viel schlimmer geworden. Ich wache jeden Morgen mit Magenschmerzen auf und schleppe mich irgendwie zum Wochenende.
Schlimm ist es in Situationen, die ich nciht unter Kontrolle habe (Zug fahren, Autobahn, letztens mal im Stadion,usw.)
Wie sieht es bei dir aus?
Welche Symptome hast du? Und nimmst du Medis?
Liebe Grüße

12.09.2011 06:09 • #5


Schlaflose
Hallo Jupiter82,

ich bin seit 22 Jahren im Schuldienst und jetzt seit Januar krank geschrieben. Ich leide zwar nicht unter Panikattacken, sondern habe, was erst vor kurzem diagnostiziert wurde, eine Ängstliche (vermeidende) Persönlichkeitsstörung. Ich habe einen Horror davor, vor Menschen zu stehen und zu reden, mich überhaupt auf Menschen einzulassen, habe permanente Angst vor Ablehnung und Kritik usw., also für den für den Lehrerberuf völlig ungeeignet.
Ich habe mich trotzdem jahrelang der Situation gestellt, in der Hoffnung, dass es dadurch mal besser wird, aber es hat nicht funktioniert. Da ich wegen mangelnder Belastbarkeit nicht verbeamtet wurde, stehe ich jetzt praktisch vor den Trümmern meiner Existenz. Ich habe nur noch die Wahl, wieder in der Schule zu arbeiten, oder mich weiter krank schreiben an zu lassen, bis kein Krankengeld mehr gezahlt wird und dann HartzIV. Frührente würde ich nicht bekommen, weil ich ja nicht erwerbsunfähig bin. Die gesetzliche Rentenversicherung verlangt, dass man sich eine Beschäftigung sucht, die man trotz der psychischen Erkrankung ausüben kann, ob man eine findet oder nicht, ist denen egal.

Mir geht es auch so, dass ich vor den Kindern weniger Probleme habe, aber da gibt es die Elternabende, wo man sich gegen die Angriffe der Eltern verteidigen muss, Fachkonferenzen, die man leiten muss, mündliche Abiturprüfungen, die man im Beisein von Fachkollegen abhalten muss usw.
Also überlege dir gut, ob du das auf Dauer aushalten kannst.

Liebe Grüße

12.09.2011 06:37 • #6


Hallo Jupiter,

ich hätte dieses Jahr ins Ref gehen sollen. Morgen wäre mein erster Tag gewesen. Aber ich habe es abgesagt. Auch letztes Jahr hätte ich gehen sollen, aber da ging es mir sehr schlecht, war dann auch in einer Tagesklinik und bin seitdem in ambulanter Therapie. Ich dachte, dass es dieses Jahr geht, aber das kann ich vergessen. Wäre auch 120km weit weg gekommen. Mein Körper hat vor ein paar Wochen total das streiken angefangen; Übelkeit, Zittern, fühlte mich wie gelähmt, war traurig, verzweifelt udn hatte einfach Angst.
Ich habe jetzt für mich die Sache Referendariat abgeschlossen. Mir ist der Druck und der Stress einfach zu groß. Bin eh nicht so sehr belastbar. Zum Glück stehen meine Familie und mein Freund voll hinter mir. Möchte jetzt mehr in Richtung Sozialpädagogik gehen und viell nochmal studieren um dann weiter mit Kindern und Jugendlichen zu arbeiten.
Panickattaken kenne ich auch, hatte 2004 über Wochen mehrere am Tag und Nachts. Hab damals auch Therapie gemacht ohne Medis. Durch langes Üben, Aushalten und sich den Situationen stellen, waren sie irgendwann weg für ca. 1 Jahr, dann kamen vereinzelt wieder welche und ich war nicht so stark und habe nicht gekämpft. Deshalb auch 2010 der Zusammenbruch.
Ich denke es ist echt sehr schwer grade im Lehrerberuf mit Angst und Panick. das kannst aber nur du entscheiden, ob du es auf Dauer aushälst. Finde es eh schon toll, dass du das erste halbe Jahr durchgezogen hast. Wie wäre es erst mal mit einer Therapie? Entweder nebenbei, oder Ref unterbrechen, falls das geht, Therapie machen und dann weiter?

12.09.2011 09:22 • #7


Ich bin schon in einer Therapie, bzw. gehe zu einer Heilpraktikerin, die mir auch sehr hilft und mir vor allem die Ursachen für meine Ängste klar gemacht hat.

Ich denke, das Problem ist, dass das Ref eh schon schwierig und belastbar genug ist und dass ich das Ganze aufgrund meiner Ängste als noch viel schlimmer empfinde.

Es gibt Tage, da geht es und ich denke mir "komm,du ziehst das durch" und dann gibt es wieder Tage,da stehe ich vor der Klasse und habe das Gefühl, gar nicht wirklich was mitzukriegen und bin nur auf meinen Körper konzentriert.

Es ist echt schwierig, aber da ich wie gesagt keine ALternative weiß, werde ich WOhl oder Übel da durch müssen

12.09.2011 10:19 • #8


Hallo Jupiter! Also, wenn du es irgendwie schaffst, das ganze durchzuhalten, wäre es natürlich super. Kannst du die Dosis deiner Opipramol nicht wieder erhöhen, damit die Symptome geringer werden?
Ich kenne das Gefühl sehr gut....Wenn ich vor der Klasse stehe, ists kein problem für mich, außer eben, wenn ich dann doch mal an meinen Schwindel und meinen Körper denke. Die Kids lenken mich gut ab und ich bin auch bei der Sache, mag aber daran liegen,d Ar. es nur so wenige Stunden sind.Aber wenn ich jetzt eine Rede halten müsste vor vielen Erwachsenen würde mir das auch nicht behagen, Auch wenn man beobachtet wird , ist man ja nochmal mehr Druck ausgesetzt. Machst du dein Ref. an einer Grundschule oder an weiner der höheren Schulen? Bist du w. oder m.? Konnt6e man nicht so recht herauslesen..
LG Monika

12.09.2011 10:50 • #9


Strand
Hallo,

ich bin Musikschullehrerin und seit 14 Jahren dabei. Habe auch Klassen in Musik unterrichtet Klasse 3-10 als Schwangerschaftsvertretung. Hatte in dieser Zeit 2 x eine Angatneurose mit mittelschwerer Depression.
Ich hab's mit Hilfe von Verhaltenstherapie, Entspannungsübungenund Medis (auch Opipramol und Citalopram) jetzt ganz gut im Griff, und mache meine Arbeit auch wieder gern. Was ich gelernt habe, ist sich selbst den Druck zu nehmen, den Perfektionisten in sich zum Schweigen zu bringen und jeden Tag einzeln zu leben. D.h, nicht denken "oh Gott, jetzt hab ich das ganze Schuljahr vor mir usw", sondern einen Tag nach dem anderen abzuarbeiten in aller Ruhe. Das hat mir geholfen, ebenso meinen Blick nach aussen zu richten, d.h auf die Kinder schauen und nicht mich und meinen Körper beobachten.

Jupiter, wenn Du im Ref merkst, Du schaffst nicht oder vielleicht auch dass Du es garnicht schaffen willst, dann brich doch ab! Das klingt jetzt krass, aber Du bist mehr oder weniger am Anfang, jetzt ist noch Zeit etwas anderes anzufangen! Du musst nicht Lehrer werden. Sei mutig und schmeiss doch alles nochmal um als Dich zu quälen.
Sag ich jetzt einfach mal so lapidar, aber warum denn nicht?

Liebe Grüsse
Strand

12.09.2011 10:52 • x 1 #10


@ Monika: ich bin weiblich, 28 und mache das Ref an einem Gymnasium.

Klar könnte ich die Dosis vom opipramol wieder erhöhen, aber ich will nicht mein Leben lang Tabletten nehmen. Ich vertrage die Dinger recht gut, trotzdem schränken sie auch ein (zB Alk.) und ich wollte einfach versuchen, davon runter zu kommen.

@ Strand: Du hast schon Recht, man müsste einfach mutig sein und es abbrechen, aber das Problem ist, dass ich Angst vor dem Danach habe. Ich sehe nur Hartz IV und Stress mit meinen Eltern vor mir, die ewig in meine Ausbildung investiert haben udn jetzt werde ich bald 29 und habe immer noch nichts in der Tasche, mit dem ich finanziell eigenständig über die Runden komme.

Es ist einfach so schwierig und es gibt soviele DInge zu bedenken....Ach,ich weiß auch nicht.
Muss jetzt erstmal zum Seminar und es da wieder 5 Stunden aushalten..

Liebe Grüße

12.09.2011 11:25 • #11


Was hast du denn für Fächer?
Grad, wenn man Gymnasiallehramt studiert hat, hat man doch keine schlechten Karten auf dem freien Markt. Du könntest dich ja mal nebenbei bewerben oder dich informieren, was es für Alternativen gibt. Dann wird dir vielleicht einiges Klarer. Werde auch bald 28 und dachte ich bin zu alt, aber schau mal wie lang man arbeiten muss...
Vielleicht ist es auch "nur" ne Phase, aber wenn es sich noch länger hinzieht, solltest du dich eventuell echt mal an Alternativen denken.
Warum hat deine Familie kein Verständnis? Vielleicht wissen sie zu wenig über die Thematik?

12.09.2011 12:43 • #12


Fächer sind Deutsch und Pädagogik.

ich hab leider keine Praktika oder sonstiges außerhalb des Lehramts vorzuweisen außer meinem FSJ im Altenheim, das jetzt auch 9 Jahre zurückliegt.

mein ganzes Studium, das Geld...alles wäre umsonst...

Das ist echt ne miese Lage und ich bin sauer auf mich selber, dass ich es nicht einfach durchziehen kann

12.09.2011 19:10 • #13


Hallo Jupiter,

dass mit dem hinschmeißen würde ich mir an deiner Stelle auch sehr gut überlegen. Ich denke du hast es schneller bereut, als froh darüber zu sein. Irgendwie gehört der Stress auch zu einem Studium dazu.

Ich studiere kein Lehramt, aber Soziale Arbeit. Ich habe mir das vorher auch irgendwie leichter vorgestellt zumal ich drei Kinder habe.

Mit der Einnahme von Medikamenten kenne ich mich nicht aus, aber ich bin sicher, dass du auch nach deinem Studiumabschluss darüber nachdenken könntest eventl. das Zeug abzusetzen. Wenn du mal was fertiges in der Tasche hast, musst du ja nicht unbedingt als Lehrerin arbeiten, du hättest bestimmt auch andere Möglichkeiten aber der Abschluss ist schon wichtig ohne ist es leider schwierig.

Viele Grüße
Stressbacke

12.09.2011 21:01 • #14


hallo liebe Jupiter...

Ich kann deine Sorgen gut verstehen....und ich kann auch verstehen,dass du genug von den Tabletten hast.Aber wenn es ohne nicht geht? Es ist sehr schwierig, dir eine geeignete Antwort zu geben...Abbrechen oder nicht? Es kommt auf deine Seele und deinen Körper an. Packst du das oder nicht? Dub hast mit Recht angst vor einem sozialen Abstieg. Ich habe es durchgemacht und bin da gelandet, wo ich nicht hin wollte....Aber irgendwie geht so auch das Leben weiter...Es gibt Schlimmeres....Und wenn du jetzt wirklich sagen kannst, dass der Lehrerberuf dich nicht ausfüllt, bist du noch jung genug, etwas Neues, stressfreieres in Angriff zu nehmen.Drück dich und hoffe, dass du die für dich richtige Entscheidung triffst...
Bussi

12.09.2011 21:31 • #15


Wow, super Fächer! hast du eigentlich schon mal überlegt, was du machen würdest, wenn es nicht weiter gehen kann wg dem Ref?
Bereuen is so ne Sache. Ich denke, wenn die Seele und der Körper nicht mehr mitspielen, dann muss man sich ja zwangsläufig was andres suchen. Aber wenn es noch geht, und bei dir scheint es ja so zu sein, dass es irgendwie geht, dann ist es wahrscheinlich noch schwieriger einfach abzubrechen. Wenn du weiter machst, ist es doch auch keine Schande die Tabletten weiter zu nehmen, wenn es ohne nicht geht.
Ans Geld, das ich in das Studium investiert habe, denke ich nicht. Sch... drauf (so seh ich das eben), aber ich hätte schon früher etwas andres machen sollen. Das kann man jetzt nicht mehr ändern und ich versuch nach vorn zu sehen. Angst vor sozialem Abstieg habe ich nicht unbedingt. Es ist noch ein echt komisches Gefühl, dass ich mich so entschieden habe, aber ich weiß, es wäre nicht gegangen und deshalb ist es richtig so.
Ich wünsch dir gaaanz viel Kraft!

12.09.2011 21:40 • #16


Entschuldigt die späte Antwort, hatte einen langen und anstrengenden Tag.

Ich werde das Ganze solange es geht weiter versuchen. Irgendwo habe ich einen Ehrgeiz, da ich immerhin schon bis hierhin gekommen bin.

Wenn sich die Symptome verschlimmern, sieht das Ganze natürlich anders aus- Es ist ja auch immer ein Auf und Ab mit den Ängsten. Mal gibt es Tage, da geht es und dann schafft man es plötzlich nicht, eine Stunde im Zug zu sitzen.
Geht euch das auch so? Oder habt ihr jeden Tag schlimme Symptome?

@ Monika: Danke für deine netten Worte. Wie geht es dir denn? Klappt das Unterrichten? Oder ist die Eingewöhnung nach den langen Ferien schwer?

13.09.2011 19:42 • #17

Sponsor-Mitgliedschaft

Huhu Jupiter...Richtig gut gehts mir eigentlich nie. Aber liegt vielleicht auch an meiner Vorerkrankung....Kann gar nicht mehr mit öffentlichen Mitteln fahren...Grausig...Kurze Strecken Auto gehen...
Grins, hab noch gar nicht gefragt, wann ich eingesetzt werden soll....Weiß jetzt auch gar nicht, ob ich berücksichtigt bin, aber im Moment bin ich froh, noch nichts tun zu müssen.. Habe heute erstmal mein zweites Jobangebot, täglich zwei Stunden Hausaufgabenbetreuung abgesagt...Ist mir einfach zu viel....Leider....
Also, wie war es bei dir? Finde deinen Ehrgeiz super! Weiter so!
Bussi Monika

13.09.2011 20:09 • #18


Hi Jupiter,

ich habe die PA auch schon mal ganz heftig im Urlaub erlebt. Ich bin nun aber ganz froh darüber es auch in anderen Situationen zu erleben, denn ich habe es geschafft damit umzugehen. Ich bin bewusst an die Orte gegangen, an denen ich PA´s bekam, ich hatte davor eine riesige Angst und wäre am liebsten umgedreht. Ich habe es aber ausgehalten und mir immer wieder gesagt, dass ich nicht sterbe, verrückt werde, ersticke, etc. Es hat geklappt.

Wegen deinen Eltern würde ich mir nicht soviel Gedanken machen. Ich denke sie können es vielleicht nicht verstehen wie es ist, wenn man eine PA erlebt. Ich konnte das früher auch nicht, habe andere nicht für ernst genommen und als Simulanten abgestempelt.
Was letztendlich zählt, ist, dass deine Eltern es gut mit dir meinen.

Wenn du über berufliche Alternativen nachdenkst, solltest du auch berücksichtigen, dass die PA´s dort bleiben können das könnte eine zusätzliche Enttäuschung sein. Vielleicht fährt man auch ganz gut damit, wenn man akzeptiert, dass sie zu seinem Leben gehören anstatt sie ständig zu bekämpfen oder auch zu verdrängen. Jedenfalls habe ich mir das vorgenommen.

Ansonsten drücke ich dir die Daumen für dein Referendiat

(vielleicht hilft es ja, wenn du versuchst mehr an die positiven Dinge, die du in deiner Arbeit mit den Kindern erlebst, zu denken )


Viele Grüße

Stressbacke

14.09.2011 18:44 • #19


Hallo Jupiter,
bin jetzt seit sechs Jahren Lehrerin und habe seit 15 Jahren eine Angststörung, die sich in plötzlich auftretenden Panikattacken und auch in länger anhaltenden Symptomen äußert. Ich kann mich noch gut an die Unizeit erinnern, es gab Phasen, da musste meine Mutter mit hin, zwar nicht in die Vorlesung, aber sie saß im Auto. Zwischendurch ging es aber auch besser, sprich ich konnte die Fahrt alleine überstehen. Im Ref war ich sehr abgelenkt und hatte einfach nicht so viel Zeit über meine Symptome nachzudenken. Aber auch hier habe ich Horror-Autofahrten gehabt (meine Schule war eine Stunde von meinem Wohnort entfernt). Im Ref hatte ich immer zielmliche Beklemmungen, auch teilweise in der Klasse, allerdings wurde man schnell abgelenkt. Mittlerweile arbeite ich zwei Minuten von meinem Zuhause. Das ist eine riesen Erleichterung. Aber natürlich heißt das nicht, dass ich keine Ängste mehr habe. Insbesondere wenn ich eine plötzliche Migräneattacke bekomme, gerate ich auch in der Schule in Panik. Zum Glück konnte ich schon immer sehr gut über meine "Krankheit" sprechen und in jeder Phase meines Lebens wussten die Menschen, mit denen ich zu tun hatte, Bescheid. So ist es auch jetzt und wenn es mich in der Schule überfällt, springt jemand für mich ein! Allerdings geschieht dies nicht oft, häufig kämpfe ich dagegen an und irgendwann geht es dann auch. Ich habe aber nicht die Angst vor anderen Menschen zu sprechen oder so...Elternabende meistere ich (bezüglich meiner Angst) mit links! Es gibt also keine konkreten Situationen, die mir mehr Angst machen. Bei mir sind es die häufig auftretenden Symptome, die mich denken lassen, schwer krank zu sein und tot umzufallen.
Jetzt habe ich aber Einiges geschrieben, ohne zu wissen, ob es dir wirklich weiterhilft! Mein spontaner Rat an dich wäre die Sache durchzuziehen, wenn es wirklich "nur" an den Ängsten scheitern soll. Denk auch immer daran, dass eine grundlegende Angst in dieser Zeit völlig normal ist. Selbst die "Härtesten" in meinem Seminar zeigten sich plötzlich von einer ganz anderen Seite. Es ist eine wahnsinnige Zeit, die wirklich an den Nerven zerrt, aber sie geht vorbei. Selbst wenn du nach dem Ref erst einmal nicht als Lehrerin arbeiten könntest, hast du etwas in der Hand, was dir niemand nehmen kann. Wenn du allerdings an dem Job zweifelst, abgesehen von deinen Ängsten, dann musst du wirklich in dich gehen und dich entscheiden, unabhängig von allen anderen Meinungen!
Ich hoffe ganz fest, dass du die richtige Entscheidung triffst und dich dabei nicht quälen musst!
Sonne

14.09.2011 19:35 • #20



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