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GiBienchen19
Hallo,
ich melde mich nach langer Zeit mal wieder zu Wort.
Ich hatte meine Panikattacken und Ängste lange gut im Griff, soweit dass ich sogar escitalopram von 10 auf 5mg reduzieren konnte ohne Probleme. Seit 1 Woche nun geht es mir wieder richtig schlecht. Ich bekomme sehr oft Panikattacken, habe Herzrasen, bin angespannt. Die Panikattacken sind wieder sehr stark und habe Angst um mein Herz.
Mein HA sagte ich soll dann wieder auf 10mg Escitalopram, nach 2 Wochen will er dann noch mal EKG machen wegen Qtc Zeit.
Ich weiß dass das Medikament diese Verlängern kann und man das tödliche Rhythmusstörungen bekommen kann.
Meine Gedanken kreisen ständig darum und dann bei jedem Herzrasen denke ich, es ist soweit. Habe ständig Angst dass es passiert und ich tot umfalle. Oder auch dass mein Herz schaden nimmt wenn ich so oft Herzrasen habe. Habe seit dieser einen Woche auch einen erhöhten Ruhepuls zwischen 90-100, sonst eher 75
Habe dann auch immer das Gefühl einen Elefanten auf der Brust sitzen zu haben, oder dass mein Herz nicht schlägt.

Ich weiß dass das unwahrscheinlich ist, weil ich ja schon lange 10mg genommen habe und da war auch keine Veränderung. Aber was ist, wenn es sich jetzt verändert hat?

Ich merke auch leider dass meine Konditionen weg ist, und ich schnell nen hohen Puls bekomme bei Belastung. Ich schätze dass es davon kommt dass ich kein Sport gemacht habe, die letzten Monate. Aber meine Gedanken sagen mir, dass es auch vom Herz sein kann.

Ich finde leider auch keinen Psychologen. Und im Moment habe ich Stress durch die Ausbildung mit Klausuren noch vor Weihnachten. Aber es kann ja nicht sein, dass ich in ner Stressphase so reagiere, es werden ja auch noch mehr Klausurphasen usw kommen. Das kann mich ja nicht gleich ausknocken.

Ich würde mich sehr über einen Austausch freuen .

09.12.2023 09:26 • 09.12.2023 #1


15 Antworten ↓


H
Also ich kann dir sagen, das eine QT Zeit Verlängerung nichts schlimmes ist bzw. man das ganz klar rechtzeitig merkt.
Ich hatte durch das zu schnelle Erhöhen von Sertralin eine QT Zeit Verlängerung bekommen. Das war aber nichts dauerhaftes über ein paar Wochen, sondern ich bin aufgewacht und dachte: Oh mist, du kriegst einen Herzinfarkt. Ich bin kein Hypochonder, daher habe ich mir noch ganz entspannt einen Termin geben lassen und saß dann noch seelenruhig im Wartezimmer. Dann kam das EKG und der Arzt meinte: Ja, deutliche QT Zeit Verlängerung. Was macht man da? Medikamente wieder runter dosieren und schon war Ruhe.
Damit will ich sagen, man stirbt nicht sofort daran und die Lösung war, zumindest bei mir, sehr einfach. Hat keine Folgeschäden hinterlassen außer das man sensibilisierter ist und eben das Routine EKG machen lässt, hat mich vorher keiner drauf hingewiesen, dass man das generell unter Antidepressiva alle 3 Monate machen soll.

09.12.2023 10:47 • x 1 #2


A


Qt-Verlängerung und Herzrasen

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GiBienchen19
Wie hatte es sich angefühlt?
Habe halt gelesen dass man diese Rhythmusstörung einfach so dann kriegt und man dann ohne Vorwarnung umfällt

09.12.2023 10:59 • #3


H
Das weiß ich nicht mehr, ist schon etwas her.
Aber ich habe ganz klar gemerkt, das etwas nicht richtig läuft.
Da ich aber wie schon gesagt kein Hypochonder bin, bemerke ich manche Sachen wie Herzstolpern oder so nicht.
Das gehört für mich zum natürlichen Körperrythmus dazu.

09.12.2023 11:14 • #4


F
Zitat von GiBienchen19:
Wie hatte es sich angefühlt? Habe halt gelesen dass man diese Rhythmusstörung einfach so dann kriegt und man dann ohne Vorwarnung umfällt

Das Risiko ist abhängig von der gemessenen QTC Zeit.Dann muss auch ganz klar sagen nicht jeder mit erhöhter QT bekommt dann auch eine Torsade de Pointes Rhythmusstörung.
Das hängt wieder ab von anderen Risikofaktoren wie z.b dem Alter,Geschlecht usw.
Bei mir war damals die QT Zeit auch deutlich erhöht und zwar nicht unter Monotherapie (also einem Mrdikament) sondern durch die zusätzliche Gabe von einem trizyklischen Antidepressiva.Seltsamerweise dann später das gleiche Problem mit nur einem Medikament als wollte das Herz sagen *keine Lust mehr auf das Zeug*

Ob man jetzt ohne Vorwarnung umfällt oder ob es einem schlecht geht und man durch ein EKG diese Rhythmusstörung noch rechtzeitig erkennt ist vergleichbar mit Lottospielen.
Ich würde dir raten auf ein anderes Medikament zu switchen + regelmäßige EGK Kontrolle zumindest in den ersten 2 Wochen.Es gibt Medis die dem Herz nicht schaden... man muss sie nur verschreiben.
Das unter escitalopram bisher nix passiert ist kann auch Glück sein,bedenke du hast das EKG nur in der Praxis aber es kann auch beim Sport oder selbst beim Treppensteigen zur TDP kommen ohne das du vielleicht bis auf etwas Kurzatmigkeit etwas davon mitbekommst.
Jetzt zu sagen dir kann nix passieren und nimm es weiter wäre auch nicht die Lösung oder?
Ich bin den harten Weg gegangen und hab mittlerweile alles abgesetzt.Jeder muss für sich entscheiden was er tut,aber wenn ich mich eh schon rund um die Uhr mit dem Herz beschäftige sollte ich mir nicht noch zusätzliche Angst wegen den Medikamenten machen müssen.
(So denke ich darüber)

09.12.2023 13:34 • x 1 #5


GiBienchen19
@Faultier
Du scheinst dich etwas auszukenne mit dem Thema
Ist denn eine TdP auch unter normaler Qtc Zeit möglich?
Meine lag unter der Medikation immer um die 390-400ms
Ohne Medikament habe ich es vorher versucht, aber es ging nicht. Meine Herzangst wurde dann immer noch größer.
Bin auch generell ein Schisser und hätte dann Angst das Medikament umzustellen

09.12.2023 13:48 • #6


F
Eine Herzneurose wie man so schön sagt hatte ich auch.
Nein,eine TDP steht so gut wie immer in Zusammenhang mit der QT Verlängerung.
Nur der sogenannte plötzliche Herztod kann ohne QT Zeit Verlängerung auftreten wobei da das Herz schon vorgeschädigt sein muss oder eine Vererbung eine Rolle spielt.
Man kann also selbst einiges tun um das Risiko deutlich zu reduzieren.

09.12.2023 14:04 • #7


F
Du wirst es vielleicht jetzt noch nicht glauben,aber das mit der Herzangst verschwindet mit der Zeit auch ohne Medikamente.
Ich konnte mir das auch nicht vorstellen,aber es ist so.
Das Thema wird einfach langweilig nachdem man die selben Symptome 100 und 1000x durchgemacht hat und feststellen muss *ich bin ja trotzdem immer noch da!*
Früher habe ich oft den Notarzt gerufen oder bin selbst um 2 Uhr Nachts in die Notaufnahme gefahren.
Jetzt gehe ich nicht einmal mehr zum Arzt.
Die letzte Untersuchung vor gut 1 Jahr hat ergeben das der Cholesterinspiegel top ist,ebenso wie alle anderen Herzwerte und der Kalium + Magnesiumspiegel.
EKG und Ultraschall waren auch ohne Befund.
Jetzt weiß ich der Weg den ich gehe ist der richtige und gehe nur noch zum Doc wenn ich wirklich ernsthaft krank bin.Ich habe in den letzten 10 Jahren so vieles über das Herz erfahren und jetzt lasse ich es einfach das tun was es am besten kann und zwar schlagen.
Klar eine 100% Sicherheit gibt dir niemand,aber mehr wie gesund zu leben geht nicht oder?
Es ist ein Lernprozess,beim einen geht's schnell und bei anderen dauert halt.

09.12.2023 14:49 • #8


L
Hallo!
Meine QTc Zeit ist zwischen 420 und 430 und ich habe keinerlei Probleme. Wenn der Puls über 80 ist sollte auch eine andere Formel zur Berechnung benutzt werden was die meisten Ärzte nicht machen (außer Fachärzte). Mit der normalen Formel ist die QTc Zeit dann länger als sie eigentlich ist wegen des Rechenfehlers. Hab mich auch immer sehr wegen der QTc Zeit gesorgt aber glaube mittlerweile meinem Arzt wenn er sagt dass alles gut ist! Klar sage ich dazu dass ich schon ein Medikament nehme (Citalopram) was die QTc Zeit verlängert wenn ich zum Beispiel ein Antibiotikum brauche aber du bist ja soweit weg von einem verlängerten QT Intervall dass da laaaang gar nix sein kann.
LG

09.12.2023 15:13 • x 1 #9


GiBienchen19
@Faultier
Danke für deinen schönen Worte.
Die Herzangst besteht bei mir schon seit Kindesalter. Komisch.
Ausgebrochen aber erst so richtig vor 3 Jahren unter Abitur Stress, Todesfall in der Famile etc.
Scheinbar spielt Stress da doch eine große Rolle

09.12.2023 15:22 • #10


F
Zitat von GiBienchen19:
@Faultier Danke für deinen schönen Worte. Die Herzangst besteht bei mir schon seit Kindesalter. Komisch. Ausgebrochen aber erst so richtig vor 3 Jahren unter Abitur Stress, Todesfall in der Famile etc. Scheinbar spielt Stress da doch eine große Rolle

Ja der Stress spielt da eine grosse Rolle.Bei mir ging es auch sehr früh los mit 13 und zumindest die Depression schleppe ich heute noch mit mir herum...trotz Antidepressiva und Psychotherapie.
Mein Opa ist 1988 im Urlaub und vor meinen Augen zusammengebrochen (Herzinfarkt) mit 72 und das bekommst du nicht mehr aus dem Kopf,gerade wenn du bei den Wiederbelebungsmaßnahmen noch dabei warst.
12 Jahre später gings dann los mit der Herzangst,allerdings war das erst nur über Jahre eine übermäßige Beschàftigung mit dem Thema Herz und Erkrankungen.
Die explodierte förmlich zwischen 2010 und 2013 auch wieder durch die Angst einen geliebten Menschen zu verlieren.
Nach Paroxetin und drei Aufenthalten in der geschlossenen war dann schon 6 Monate später das Thema Herzangst Geschichte.
Man könnte sagen die Depression hat sie erledigt/überlagert so wie Corona die Grippe praktisch ausgelöscht hat.

Mittlerweile weiß ich aber an der verschleppten und nun chronischen Depression bin ich selber dran Schuld,weil ich mich zu spät darum gekümmert habe.Von ehemals einer 60 Stunden Woche als Stationsleitung in der Altenpflege bin ich nun nur noch 5x die Woche für 3 bis 4 h da und erledige Schreibkram,Medikamente und spreche mit Angehörigen und Ärzten.Mehr geht einfach aufgrund der Depression nicht und eigentlich wäre es schon allerhöchste Zeit für die Frührente...

09.12.2023 16:58 • #11


GiBienchen19
@Faultier
Oha das tut mir leid zu hören
Solche Erlebnisse habe ich zum Glück nicht. Daher ist es etwas ungewiss woher genau es bei mir kommt.
Ich hätte mich auch schon viel früher um Hilfe kümmern sollen...
Richtig los gings bei mir mit 11/12, hatte da auch plötzlich eine Phase mit Herzrasen, hohen Blutdruck und ständiger Angst vor Herzinfarkt oder Stillstand. Bin da sogar auf Kinder ITS gelandet weil die sich das auch nicht erklären konnten. Damals wollte meine Mutter eine Psychotherapie für mich, aber ich wollte das damals nicht. Es ging dann auch wieder weg und ich konnte Symptomfrei leben. Bis 2020 im Abi Stress und meine Oma ist eingeschlafen. Sie hatte zwar ein tolles Alter aber sie war trotzdem eine sehr geliebte Person. Damals habe ich auch noch nicht eingesehen dass es psychisch ist. War beim Kardiologen und hab Beta Blocker bekommen. Nach einigen Wochen ging auch das wieder weg. 2021 kam dann der richtige Schlag zurück, nach der Trennung vom damaligen Partner. Und seit dem sitze ich mit dem Mist an.
2 Klinikaufenthalte und 1x Tagesklinik. Zuletzt vor 1 Jahr, da wurde ich auch auf Escitalopram eingestellt. Von da an bis vor einer Woche war ich auch wieder recht gechillt und konnte normal am Leben teilnehmen. Vor einem Monat dann auch noch die Diagnose Hashimoto bekommen und muss auf Medikamente eingestellt werden deswegen

09.12.2023 17:18 • #12


F
Oh je dann hast du auch schon einen ganz schönen Leidenweg hinter dir.
Die Schilddrüse ist ja auch immer ein Organ was bei Herzrasen und Depressionen eine grosse Rolle spielen kann.
Ich denke ich wäre damals froh gewesen,wenn mich jemand auf die Idee gebracht hätte eine Psychotherapie zu machen.
Ehrlich gesagt war ich immer der Meinung das ist alles normal und vergeht wieder.
Wie bei dir sieht man leider es ist keineswegs so...
So dumm das vielleicht jetzt klingen mag,aber wenn du noch so *gut funktionierst* und dein Abi machen konntest besteht Hoffnung.
In der Regel geht wenns dich richtig erwischt da gar nichts mehr,die Krankheit lähmt dich einfach und die Konzentration ist bei Null.
Ich hab das damals erlebt und konnte gar nichts mehr machen.
24 h nur noch das Thema Herz.
Wenn man es sich leisten kann und den nötigen Rückhalt hat ist das beste sich eine längere Auszeit zu nehmen.
Dieses abschotten in der Klinik für 6 Wochen hat unglaublich geholfen.

09.12.2023 17:41 • #13


GiBienchen19
@Faultier
Beim Abi konnte ich auch noch funktioniert
2021 dann nach der Trennung, ging nix mehr. Ich konnte vor lauter Angst nicht mal mehr allein auf Toilette. So blöd es klingt. Ich hatte Angst auf dem Weg zum Klo umzufallen, oder auch mein Duschen.
Das mit der Schilddrüse war mir auch gar nicht so bewusst, bis ich mich da mal eingelesen habe.
Deswegen ists für mich geradr schwierig zu unterscheiden obs gerade im Moment psychisch ist oder auch noch die Schilddrüse mit rein spielt
Es ist bloß wie auch beim Psychologen schwierig, beim Endokrinologen was zu bekommen. Bei meinem Hausarzt hab ich das Gefühl, der kennt sich damit nicht so aus

09.12.2023 18:01 • #14


GiBienchen19
@GiBienchen19
Die beiden Male in der Klinik (offene) waren für auch so etwas wie Urlaub
Ich hoffe dass es diese Phase wieder allein aufhört. Denn eine längere Auszeit kann ich mir die nächsten 3 Jahre nicht leisten wegen Ausbildung

09.12.2023 18:02 • #15


Barbara_G
Zitat:
Meine lag unter der Medikation immer um die 390-400ms


Aber da hast du ja nichts zu befürchten.
ich habe immer eine „Grenzwertig verlängerte“ QTc Zeit, momentan macht mir das auch wieder Panik. Habe aber immer denselben Wert, egal ob ich auf 10mg oder 20mg oder 40mg citalopram war (Das soll ja wohl Dosisabhängig sein)… meine Kardiologin meinte am Montag, dass es gut sein kann dass ich einfach schon immer diese QTc Zeit hatte…

09.12.2023 19:10 • x 1 #16


A


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