Didi81

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Hallo ihr lieben,

ich bin gerade bei meinem angekündigten Telefonmarathon bezüglich einer Verhaltenstherapie. Bisher habe ich (fast) nur mit Anrufbeantwortern gesprochen!
Aber in einem Fall bin ich doch durchgekommen. Diese Frau ist allerdings spezialisiert auf das analysieren woher diese Ängste kommen. Leider arbeitet sie nicht mit den Krankenkassen zusammen und arbeitet auf Honorarbasis. Diese Frau war mir am Telefon wirklich unglaublich sympatisch und hat sich 20 Minuten für mich am Telefon genommen. Ich habe darufhin beschlossen mal eine Sitzung mit ihr zu machen. Habe auch gleich am 9.10. einen Termin bekommen. Sie meinte im Schnitt brauchen die Leute so 10 mal eine Stunde. Ich will mir das einfach mal anschauen und sehen ob es mir was bringen könnte. Bin nämlich unglaublich an den Ursachen für meine Angst und Panik interessiert.
Sie meinte am Telefon das sie grundsätzlich eher gegen eine medikamentöse Behandlung ist. Sie meinte das sie Menschen mit eine Angststörung und Panikattacken nicht als "krank" bezeichnet und daher brauchen diese Menschen auch nur in den seltesten Fällen Medikamente. Wenn dann nur im Notfall um wieder runter zu kommen.
Sie meinte am wichtigsten ist das die Menschen begreifen was sie haben und warum (analysierende Gesprächsterapie) und zusätzlich eine Verhaltenstherapie machen um damit umgehen zu können.
Also ich suche weiterhin nach einer Verhaltenstherapie. Das hätte ich allerdings auch gemacht auch wenn sie mir nicht nochmals dazu geraten hätte.
Hat jemand von euch sowas schon gemacht und hat es euch was
gebracht?

LG
Didi

04.10.2007 10:38 • 05.10.2007 #1


43 Antworten ↓


Kiiwii


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Hallo Didi,

ich finde, das klingt gut.
Habe das auch zusätzlich zur Verhaltenstherapie gemacht und es hat mir sehr geholfen, zu verstehen. 10 Stunden klingt auch vernünftig (Bei mir waren es auch so ungefähr 10). Das wird eventuell schmerzhaft und sehr sehr unangenehm. Aber man macht es halt einmal und dann ist auch gut. Danach kann man das abhaken - so war es jedenfalls bei mir. Einfach abgehakt und auch nicht wieder vorgekramt, weil es einfach erledigt ist. Man quält sich da einmal durch und dann muss auch gut sein. Hinterher ein schönes Gefühl.

Ein guter Zusatz, denke ich.

Das mit den ABs ist normal. So ist das.

Viel Erfolg weiterhin!

LG
Kiiwii

04.10.2007 10:54 • #2


Didi81


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Halli Kiiwii,

na das klingt doch schon mal gut. Läuft das denn wirklich so ab wie ich mir das vorstelle, das man wirklich ein wenig im "Urschleim" buddelt und sich mit sich mit seinem Leben (Vergangenheit,Gegenwart, Zukunft) beschäftigen muss?

LG
Didi

04.10.2007 11:58 • #3


MonaLisa


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Nein. Das wäre tiefenpsychologisch. Den Urschleim mußt Du nicht bewältigen. Verhaltenstherapie heißt am eigenen Fehlverhalten arbeiten. Nicht die anderen verändern, sondern sich selbst. Ich habe letztes Jahr sehr intensiv daran gearbeitet und habe es nicht bereut.

04.10.2007 12:15 • #4


Kiiwii


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Hallo Didi,

Zitat:
ein wenig im "Urschleim" buddelt


Bei mir war's so, dass "ein wenig" absolut untertrieben wäre. Der "Urschleim" war schon der Hauptfokus, somit auch die Vergangenheit und die Gegenwart mehr als die Zukunft. Kommt, denke ich, darauf an, weshalb Du Panik hast.
Hast Du eine Vorahnung? Liegen die Gründe in der Vergangenheit oder eher in der Gegenwart oder hat es etwas mit Zukunftsangst vielleicht zu tun?
Ich weiss nicht, ob sich die Buddelei im Urschleim vermeiden lässt.

Wie kommst Du voran mit der Telefoniererei?

04.10.2007 12:16 • #5


Didi81


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Hallo MonaLisa,

ich meinte jetzt eher den Ablauf dieser Therapie die dem Grund für die Angst auf die Schliche kommen soll.
Das geht doch bestimmt nicht ohne Vergangenheitsbewältigung.
Ich denke das wäre für mich überhaupt mal was. Einfach mal alles raus zu lassen was mich innerlich schon seit Jahren zerreisst.

LG
Didi

04.10.2007 12:18 • #6


Didi81


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Hallo Kiiwii,

ja ich habe leider eine gewisse Vorahnung wo bei mir des Pudels Kern liegt. Zum einen an vielen Dingen in meiner Vergangenheit die ich zum Teil nach wie vor mit mir herumtrage, hege und pflege und einfach nicht rauslasse. Ich kann zu Beispiel nich weinen! Mir läuft zwar mal ne Träne runter aber so richtig Emotionen raus lassen geht einfach nicht. Das letzte Mal richtig geweint habe ich am 12.Oktober 2001 auf der Beerdigung von meinem über alles geliebten Großvater. Selbst auf der Beerdigung von meiner Oma Anfang diesen Jahren habe ich nicht richtig geweint. Und habe deswegen einen richtig fiesen Spruch von meiner Cousine kassiert.
Aber ich denke auch das es noch was aus der Gegenwart ist. Ich trage eine Sache seit ca. 3 Jahren mit mir rum und weiss das ich sie abschliessen muss. Aber das könnte ich nur wenn ich etwas aufgebe was mir extrem wichtig ist.

LG
Didi

04.10.2007 12:25 • #7


Didi81


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Hallo ihr lieben,

die erste Ärtzin hat mich eben zurückgerufen. Es die Ärztin deren Nummer ich von meiner Hausärztin bekommen habe.
Wir führen jetzt am 15.10.07 um 16 Uhr ein Vorgespräch.

Neben dem anderen Termin den ich heute gemacht habe gibt mir das ein richtiges Hoch!

LG
Didi

04.10.2007 14:26 • #8


MonaLisa


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Didi, freut mich.

Zu dem Unterdrücken von Gefühlen: Ich kann nur in Gegenwart von Personen weinen, denen ich vertraue. Eine Zeitlang habe ich viel in der Therapie geweint. Bei der Predigt passiert es (der Prediger hilft mir sehr viel). Ich habe auch auf einer Beerdigung sehr viel geweint, ansonsten eher selten. Das liegt daran, daß ich als Kind nicht weinen durfte. Einmal habe ich Tränen gespürt, als mein Freund mich in den Arm nahm. Das war zuviel für mich. Ich liebe meinen Freund, fühle bei ihm Geborgenheit.

In der Therapie ist es eine gute Gelegenheit alles raus zu lassen. Ich kümmere mich um die Zukunft, muß Dinge loslassen. Ich kann auch nicht alles erzählen. Dann schreibe ich es auf. Den Zettel kann man dann dem Therapeuten geben.

04.10.2007 14:54 • #9


Didi81


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ich freue mich auch. Aber wer weiss wie lange es nach dem Vorgespräch noch dauert bis ich ne Therapie machen kann.

Ich kann nicht mal in der Nähe eine Menschen dem ich vertraue weinen. Wenn jemand merkt das mri Tränen hochsteigen und dann versucht mir zu trösten dann stoße ich ihn regelrecht weg. Anfang des Jahres war es ganz schlimm. Meine Oma ist gestorben, dann hat sich ein Freund von mir das Leben genommen und einen Tag vor meiner ersten PA ist ein Freund der mich nach der Trennung von meinem Freund wunderbar aufgebaut hat von einem Auto erfasst worden und gestorben. Danach wollte mein bester Freund mich in den Arm nehmen weil er gesehen hat wie sehr ich mit den Tränen gekämpft habe. Aber ich wollte das nicht. er hat sogar ein wenig mit Gewalt versucht mich festzuhalten, damit ich es endlich mal rauslasse. Er hat gesagt das ich schreien könnte, ich könnte ihn schlagen, aber er würde mich erst loslassen wenn ich es endlich rauslasse. Ich habe mich in seinen Armen beruhigt, aber nicht geweint und das obwohl ich es so gerne getan hätte.

LG
Didi

04.10.2007 15:09 • #10


Didi81


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So jetzt steht mir noch ein harter Weg bevor. Ich muss BUS fahren. Muss zu meiner Hausärztin, zur Post und Katzenfutter kaufen. Dazu muss ich mich in einen Buss setzen da ich es zeitlich sonst nicht schaffe. Mir flattert schon ein wenig das Herz. Aber wenn ich es schaffe mein Modem zu Hause zu installieren, dann kann ich euch auch berichten wie es gelaufen ist.

LG
Didi

04.10.2007 15:39 • #11


MonaLisa


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Es ist schlimm, daß Du nicht weinen kannst. Da brauchst Du wirklich Therapie. In meiner Stadt gibt es Überbrückungsmöglichkeiten bis zur Therapie. Frag mal nach so etwas. Die Psychiatrie bietet es an. Mein Freund hat es schon genutzt. Warum Du nicht weinen kannst hat sicherlich einen Grund. Vermutlich etwas aus der Kindheit. Ich habe etwas sehr lang für mich behalten. Erst habe ich es meinem Freund geschrieben. Dann habe ich in der Therapie darüber geredet. Dann erst habe ich erfahren, daß es nicht an mir lag, sondern an einer nicht verarbeiteten Beziehung. Mein Freund konnte es anfangs auch nicht sehen, wenn ich weine. Mittlerweile hat er es akzeptiert. Wenn ich nicht mehr kann redet er auf mich sanft ein, bis ich weitermache. Hilft mir sehr. Selbst Männer weinen. Nur halt nicht vor unseren Augen.

04.10.2007 16:00 • #12


Didi81


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Hallo,

so ich habe es geschafft! Bin erst 3 km zu Arzt gegangen. Die ersten Meter war ich wackelig wie nichts auf den Beinen. Bin immer weiter gelaufen und irgendwan wurde es besser. War dann noch in der Apotheke, bei der Post, der Bank und nach dem Arzt bei Kloppenburg fast 20 Minuten inkl Kasse. Dann mit dem Bus zurück.
Jetzt habe ich eben mein neus
en Modem angeschlossen. Jetzt bin ich echt super stolz auf mich!!!

LG
Eure Didi

04.10.2007 18:16 • #13


linchen


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WOW...

Huhu Didi,
na du kannst aber echt stolz auf dich sein.

Bin beeindruckt, hoffe du gönnst bzw. belohnst dich auch!

Und dein Telefonmarathon ist also auch gut gelungen und es sind auch Termine dabei rausgekommen, richtig erfolgreicher Tag heute

Sind diese 10 Stunden jetzt tiefenpsychologisch oder hab ich das falsch verstanden ?

linchen!

04.10.2007 18:36 • #14


Gast


Hallo Linchen,

ja ich bin auch richtig stolz auf mich. Ich habe war jetzt schön gemütlich in der Badewanne. Habe mit meiner Mama telefoniert und jetzt nen schönen Tee gekocht und kuschel auf meinem Sofa mit meiner Katze und schaue DVD.

Ja die 10 h tiefenpsychologisch. Ich gehe da nächsten Dienstag mal hin und versuche es einfach mal. Kostet mich zwar etwas Geld, aber ich finder besser als in meine Gesundheit kann ich es nicht anlegen.

Und dann halt übernächste Woche die der Termin zur Vorbesprechung bei der Verhaltenstherapie.

Bin aber jetzt auch richtig geschafft und müde!

Wie war dein Tag?

LG Didi

04.10.2007 19:30 • #15


Didi81


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Guten Morgen ihr Lieben,

mir geht es heute morgen wirklich ganz gut. Ich traue dem Frieden leider nicht so ganz über den Weg. Ich suche innerlich immer noch nach irgendwelchen Symtomen. Blöd oder? Anstatt mein Hoch von gestern richtig zu genießen mache ich mir wieder darüber Gedanken wie lange es wohl dieses mal andauert.
Ich habe auf jeden Fall ganz gut geschlafen. Habe mir gestern in der Apotheke etwas Baldrian geholt. Ich habe ja gerade Abend immer solche Probleme einzuschlafen. Da schwirren die Gedanken um mich herum... das hat mich etwas ruhiger gemacht und ich konnte dann auch ganz gut durchschlafen. Habe aber mal wieder total krass real geträumt. Kennt das von euch auch jemand? Als wenn ich daneben stehe und alles hautnah erlebe. Merke das ich im Traum ganz viele Dinge aus meiner Vergangenheit einbaue.
So ich werde dann jetzt mal bischen arbeiten.

Bis später
LG
Didi

05.10.2007 07:46 • #16


MonaLisa


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Du willst wohl beide Therapieformen ausprobieren. Mir hat die Tiefenpsychologische nichts gebracht. Ich war auch nicht bereit mich zu verändern damals. Ich sollte die Stadt wechseln. Bewarb mich in Frankfurt, aber als mein Freund sagte, er gehe nicht mit hörte ich auf. Jahre später mußte es mir erst ganz schlecht gehen, damit ich bereit war mich wohnungsmäßig zu verändern. Erst fing ich an zu arbeiten, dann zog ich aus. Ich habe es nicht bereut. Auch, wenn es anstrengend war.

Probiere es in Ruhe aus. Deine Problematik ist etwas kompliziert. Da kann man nur ausprobieren. Viel Erfolg!

05.10.2007 07:56 • #17


Didi81


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Hallo MonaLisa,

ja ich will beides probieren. Ich will einfach nichts unversucht lassen. Was meinst du genau damit wenn du sagst das meine Problematik etwas kompliziert ist?

LG
Didi

05.10.2007 08:16 • #18


MonaLisa


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Ich meinte, daß Du nicht genau weißt ob Du die Vergangenheit bewältigen sollst oder mehr an der Gegenwart zu arbeiten.

05.10.2007 08:47 • #19


Didi81


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Achso ja, das ist richtig.
Ich habe ja in letzter Zeit recht viel über mich nachgedacht und ich denke das ist so ein zusammenspiel aus beidem für mich. Ich muss einiges aus der Vergangenheit endlich abharken. Denn bis auf die PA und Angst sollte ich in der Gegenwart keine nennenswerten Probleme haben. Ich habe Freunde, einen guten Job, eine nette kleine Wohnung, bin finanzielle unabhängig... Das einzige was mir zu meinem Glück eigendlich fehlt ist ein netter Mann. Aber jetzt muss ich mich seelisch erstmal wieder aufrappeln. Wieder mehr an mich denken. Ich muss raus aus meiner Wohnung und wieder unter dei Leute. Ich muss was erleben und nicht in meiner Wohnung vor mich her leben und darauf warten das mir die gebratenen Tauben in den Mund fliegen! ))
Das funktioniert nicht. Aber eben in dem Punkt muss ich an der Vergangenheit arbeiten. Ich muss lernen den Menschen aber vor allem mir wieder richtig zu vertrauen. Ich muss lernen mich wieder auf mich zu verlassen und nicht auf meinen besten Freund.
Denke ich zumindest.

05.10.2007 09:18 • #20




Dr. Hans Morschitzky

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