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Ich bin vor 3 1/2 Monaten in eine mir komplett fremde Stadt gezogen, ohne hier auch nur einen Menschen zu kennen. Den kleinen Ansatz von Stabilität in meinem Leben, den ich mir in den letzten drei Jahren mühevoll erarbeitet hatte, war plötzlich weg - einfach so weg ... Tiefes Loch, eine Panikattacke nach der anderen waren die Folge.

Durch Zufall habe ich einen ganz ganz netten Menschen kennen gelernt, der mir unglaublich viel Kraft gegeben hat. Jetzt, gut zwei Monate später, hat er den Kontakt abgebrochen, komplett, kein Abschied, nix ... eine Email.

Zum ersten Mal seit acht Jahren fühle ich nun diese Ur-Angst wieder. Die, mit der alles begann, als ich meine erste Panikattacke hatte. Ich weiss nicht, wie ich diesen Tag, geschweige denn die nächste Nacht oder mein Leben überleben soll. Völlig kraftlos gehe ich gerade der nächsten Attacke entgegen. Ich fühle mich elend, verlassen, im Stich gelassen, nicht liebenswert.

Die Frage, die ich mir nun stelle: Stehen die positiven Höhepunkte, die man aus so einer (intensiven) neuen Freundschaft anfangs mitnimmt auch nur annähernd im Verhältnis zu der tiefen Phase, den qualvollen Schmerzen, die man hat, wenn man dann abgelehnt wird?

Ist es für Paniker vielleicht sinnvoller, sich vor solchen Gefühlen zu schützen? Das Leben ist schwierig genug ohne diese ganze Sch...

Meine spontane Reaktion wäre, zwischenmenschlichen Beziehungen erstmal aus dem Weg zu gehen.

Wie geht ihr mit solchen Sachen um? Ist Schutz sinnvoll, angebracht, klug? Oder ist es Selbstbetrug und völlig fehl am Platz, übertrieben?

Liebe Grüße
Kiiwii

11.09.2007 04:48 • 17.09.2007 #1


46 Antworten ↓


Gar nicht so einfach zu beantworten. Mir fällt auf, daß Du Probleme hast loszulassen. Wenn ein Mensch geht sollte man ihn gehen lassen. Aber das heißt nicht, daß ich denke, Du solltest solche Beziehungen meiden. Das wäre aufgeben. Ich würde nicht aufgeben. Und es auch nicht auf die Panikattacken schieben. Ich leide auch unter Panikattacken. Viele Leute können nicht damit umgehen. Ich erzähle es nur Leuten, die damit umgehen können. Neue Bekannte gehören nicht dazu.

Claudia

11.09.2007 05:31 • #2



Passen neue Freundschaften und Panikattacken überhaupt zusam

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Ja, Claudia, in diesem speziellen Fall hast Du wohl recht: ich habe hier große Probleme loszulassen. Normalerweise bin ich sehr gut im Loslassen, bin jederzeit darauf eingestellt, darauf vorbereitet, kann damit umgehen. Hier habe ich mich blöderweise mental zu weit fallen lassen, mich darauf eingelassen. Das war dumm und es wird mir so schnell nicht wieder passieren.
Ich denke nicht, dass es an der Panikstörung lag, es lag einfach nur an mir. An mir ganz persönlich.
Bei mir gibt es auch nur einen sehr kleinen Kreis der Eingeweihten.

11.09.2007 06:02 • #3


Ich denke, wir haben alle wenig Leute mit denen wir darüber reden können. Weil viele Leute nicht damit umgehen können. Waren zu viele Gefühle im Spiel? War es ein Mann?

11.09.2007 09:50 • #4


Jop, ein Mann
Zu viele Gefühle: auf jeden Fall. Keine Liebes-Gefühle, eher Vertrauen, Zutrauen, (unachtsame) Offenheit. Ich weiss nicht, ob es ein Unterschied machen würde, wenn es eine Frau gewesen wäre - ich denke nicht.
Das blöde ist, ich kann ihm nicht den geringsten Vorwurf machen - er war zu jeder Zeit ehrlich und aufrichtig zu mir. Wut als Ventil fällt also aus, bleibt nur Enttäuschung und Traurigkeit und das sind leider nicht so die Gefühle, mit denen ich besonders gut umgehen kann.

11.09.2007 12:25 • #5


ZZerRburRuSs
und da liegt wahrscheinlich auch der hase im pfeffer , kiwii!

mit diesen gefühlen kannst du nicht umgehen ,lässt sie nicht zu.
also suchen sie sich einen anderen weg!
gefühle sind ja real ! und auch real in dir : wenn du sie nicht verarbeitest verschwinden sie nicht einfach sondern bleiben da!
und das ist wohl nicht der plan der natur
irgendwie müssen wir die gefühle verarbeiten ob wir wollen oder nicht ,sonst funktioniert der körper als ganzes nich mehr Korrekt .

hab ich von meiner Tanztherapeutin gelernt!
mann hat die mich aufgerieben!

aber ich hab alle gefühle überlebt die sie mir um die ohren gehauen hat .(anders kann man es nicht nennen)

auch solltest du nicht versuchen neuen leuten aus dem weg zu gehen im gegenteil!
aus dem weg gehen wäre ja ein vermeidungsverhalten (klassisch)und das ist ,wie wir ja wissen , käse.

in was für einer stadt wohnst du denn jetzt (gross ,klein,mittel,weit weg von der letzten??)

ZZ

11.09.2007 13:19 • #6


Hallo ZZ,

wie immer, hast Du da ein paar richtig gute Gedanken
Da liegt der Hase wohl. Ich bezahle die Unfähigkeit der Verarbeitung gerade mit heftigen Attacken. Wie viele Attacken kann man eigentlich pro Tag so aushalten?

Es hat mich 600 km weit nach München verschlagen, nicht nur im Vergleich zu vorher eine große Stadt.

Als ich Deine Antwort eben gelesen habe, kam mir Dein Musik-Beitrag ins Gedächtnis. Das war doch Dein Beitrag, oder? Jedenfalls verbinde ich Musik mit Dir
Also, hab ich grad so richtige Power-Musik aufgelegt und siehe da: Ich bin nicht plötzlich das blühende Leben, aber es geht mir schon sehr viel besser. Einen Teil hat sicherlich auch das Telefonat mit einer (meiner einzigen) guten Paniker-Freundin gerade dazu beigetragen. Die Musik war das fette Tüpfelchen, würde ich sagen. Puuuuhhhhh ... Schön.

"Gefühle verarbeiten", ja? Hast Du auch einen guten Tipp, wie ich das anstellen kann? Mit Wut kann ich umgehen. Aber der Rest? Brauche ich vielleicht dazu einen Tanztherapeuten ?

Um das klassische Vermeidungsverhalten werde ich in naher Zukunft wohl nicht so richtig drumherum kommen. Dafür war das jetzt einfach viel zu intensiv. Aber ja, ich werde mir Mühe geben, nicht aufzugeben, wie ja auch Claudia schon geschrieben hat.

An dieser Stelle mal ein großes Dankeschön für Eure Hilfe!

LG
Kiiwii

11.09.2007 14:43 • #7


Ich brauche fürs Gefühle verarbeiten Zeit und Ruhe. Wut trage ich ins Fitness-Studio. Danach geht es mir dann meistens erstmal besser. Das richtige Verarbeiten kommt dann in ruhigen Momenten.

11.09.2007 15:05 • #8


ZZerRburRuSs
jepp ich war das mir der musik !

allerdings solltest du mich mit rhythmus verbinden
ich bin nämlich hauptsächlich schlagzeuger "rummstata"

gefühle zu verarbeiten ist gar nicht schwer ! das sollte jeder für sich verschieden machen und tief in deinen genen steht schon geschrieben wie es geht ! das weisst du selber am besten !

gefühle zulassen ist da schon schwerer
man fängt ja irgendwann an gefühle zu unterdrücken . warum und wieso ist bei jedem menschen wohl verschieden !
und wenn man genau und nüchtern drüber nachdenkt ist das auch ziehmlich bekloppt , sie zu unterdrücken!

irgendwie gehören die zu einem wie ein bein oder ein arm !
wenn man jetzt ein bein oder ein arm 1 jahr nicht benutzt muss man das erst wieder trainieren weil es nicht mehr richtig funktioniert und sich bestimmt auch äusserst seltsam anfühlt !
das leuchtet den meisten leuten ein .
bei gefühlen ist das genauso .
das leuchtet wiederum keinem ein ! wenn er es nicht beigebracht bekommt.
mir hat es meine tanztherapeutin beigebracht .die hat mich dermassen durch den wolf gedreht das ich mittwochs abends schon angst vor dem nächsten mittwoch morgen hatte !
aber ich bin immer wieder hingegangen ! (stolz)

einen wirklichen tip kann ich dir nicht geben dafür ist das zu komplex und zu individuell.

aber ich kann dir garantieren das du nicht stirbst wenn du gefühle zulässt , auch wenn sie nicht immer angenehm sind !
im gegenteil sie sind lebenswichtig ("alle" gefühle) und wenn du sie verdrängst , nicht zulässt, störst du damit das ganze "system Kiiwii".
(wenn die karre nich rund läuft wackelt`s an allen ecken und kanten )

alles gute ZZ

11.09.2007 20:53 • #9


Das ist grausam, ZZ! Selbstquälerei!

Versuche, sie zuzulassen ... Wahrscheinlich wird es mich nicht umbringen, nein.
Das habe ich nie gelernt.

Sind bei Dir/Euch solche Gefühle auch direkt mit Panik verbunden?

Deine Wackel-an-allen-Ecken-und-Enden-Theorie macht Sinn, also hab ich versucht, es einfach mal 'fliessen' zu lassen. Und schwupps: die Panik-Symptome sind auch sofort da. Ohne Panik, seltsamerweise. Aber eben die Symptome. Ich weiss nicht, ob das hilfreich ist. Es fühlt sich nicht so an, als würde das irgendwas besser machen.

Als wäre nicht alles schon blöd genug, habe ich ab morgen regelmässige wöchentliche Termine ganz in der Nähe seiner Wohnung
Der Weg dorthin ist für mich schon die Hölle. Muss dazu SBahn fahren und überhaupt meine Wohnung erstmal verlassen, was an sich schon ein größeres Problem darstellt.
Aaaahhhhhhhh
So viele Sachen auf einmal. Absolute Reizüberflutung. Das "System Kiiwii" ist gerade heftig am Abstürzen.

Sag mal, diese Tanztherapie? War das eine Panik-Therapie? Eine Gefühls-Therapie? Oder vielleicht doch nur gegen die Grobmotorik? Wie hat das mit den Gefühlen und dem Tanzen funktioniert? Hört sich jedenfalls spannend an.

LG

12.09.2007 08:51 • #10


ich kann sher gut nachemprinden das es sich im ersten moment wie selbstquälerei anhört und anfühlt !
ist es aber nicht !
wenn man die gefühle solange unterdrückt hat und ihnen so einen ungemein negativen wert beimisst wie man es dann ja tut sind sie natürlich heftig ,gross und stark!
sie überwältigen einen anscheinend.
tun sie aber nicht! obwohl ich zugeben muss das sie sich schon richtig ordentlich "fett" anfühlen!

das ist ja was ich meine ,wenn ich schreibe "sie hat mich durch den wolf gedreht"!
ich hatte wie gesagt schon immer eine ganze woche vorher angst vor ihr und ihrer therapie !trotzdem bin ich immer wieder hingegangen ,weil ich mich trotz allem sicher bei ihr gefühlt habe .
die zeit mit dieser therapeutin und der von ihr gelernten dinge ist ganz bestimmt eine der wichtigsten erfahrungen in meinem leben!

nichts anderes hat mir jemals so die augen für mich selbst geöffnet und mich auch wieder "eingenordet" wie das dort erlebte !
(es war aber auch eine "rosskur" ,muss ich zugeben, und ich muss heute noch viel viel damit an mir arbeiten)

um deine frage noch direkt zu beantworten :
jau solche gefühle waren auch bei mir direkt mit panik verbunden ! wärend der therapie bei der frau war mir eine kleine bis grosse attacke so gut wie sicher .

das mit dem fliessen lassen und den panik-symptomen versteh ich nicht ganz. wie meinst du das?


tanztherapie .
ich war in einer tagesklinik . hatte also jeden tag von 8uhr bis 16:15 therapien , Mo-Fr .
eine davon war bewegungstherapie (gegen die grobmotorik )
und eben die besagte tanztherapie .
manche leute hatten es in der gruppe und manche als einzel therapie.
getanzt hat dort jedoch niemand , nie !
(die dame wollte mir immer nochmal erklären wieso es tanztherapie heisst obwohl dort alles gemacht wurde ausse zu tanzen.ist es leider nie zu gekommen)
für mich war das sehr breit gefächert .ich habe dort gelernt wie ich mir fragen selber beantworten kann (die frage verständlich für mich selber darstellen ,visualisieren, und sie dann auch real bearbeiten ).
dann hat sie mir z.B. beigebracht durch eine bestimmte art zu gehen wieder mehr kontakt zum boden zu finden und somit "standfester" zu werden (prima als sofort massnahme) oder im gehen stehen sitzen bestimmte punkte in meinem körper anzusprechen und somit ,fast augenblicklich,mein körpergefühl in jede richtung zu bewegen .
sie hat mir beigebracht nicht nur ziele zu sehen , sondern auch den weg dorthin wahrzunehmen .in jeder art und weise.
und das wichtigste für mich : sie hat mich auf meine vermeintlichen schwächen angesprochen,mich provoziert und offen den streit mit mir gesucht ! und ganz ganz wichtig ! sie hat mich da durch geführt und gestüzt!
sie hat mich also offen schräg von der seite angemacht und gleichzeitig dafür gesorgt das ich sicher und unbeschadet wieder aus dieser situation rauskomme.
(bin ich beeindruckt? ja ,immernoch total!)
und genau dabei hat sie mich so gut wie jedes gefühl durchleben und aushalten lassen und mir natürlich hinterher auch immer nen haufen fachlicher erklärungen abgegeben,was auch sehr wichtig für mich war!

ich denke dafür braucht man einen therapeuten .allein hätte ich mich das nicht getraut ,geschweige denn gewusst wie ich es anstellen sollte!

Selbstquälerei ?
ist es ,in einer 2m tiefen schlammgrube zu sitzen und nicht mit allen mitteln versuchen herauszukommen!
da raus zu kommen braucht heftig viel anstrengung und arbeit und danach hat man den hammer muskelkater !
aber quälerei ist , sitzenbleiben !

LG "system Kiiwii" ZZ

12.09.2007 14:10 • #11


ZZerRburRuSs
das da oben ist von mir

12.09.2007 14:11 • #12


Als löst Liebeskummer auch Panikattacken aus. Habe ich die ganze Zeit befürchtet. Allerdings ist es bei mir im Moment leider mehr als Liebeskummer. Vielleicht auch die Angst zu versagen und natürlich die Probleme mit dem Arbeitsamt.

Claudia

12.09.2007 15:06 • #13


Hallo Claudia,

Liebeskummer ist mE eins der schlimmsten Gefühle, die es gibt. Schlimmer ist zB sicherlich - wenn auch auf eine ganz andere Art - wenn ein geliebter Mensch stirbt. Beim Liebeskummer kommen zu dem Schmerz, dem Gedanken, dass man einen geliebten Menschen wohl nie wieder sehen wird, noch Gefühle wie Selbstzweifel, sich ungeliebt fühlen. Viele Aussenstehende sagen dann oft, dass das wieder wird, das geht vorbei, alles halb so schlimm. Aber, ich denke, wenn man derjenige ist, der nicht (mehr) zurück geliebt oder verlassen wird, dann kann das den Menschen durchaus zerstören.

Bist Du so zu Deinen PA gekommen?

"Liebeskummer" ist ein viel zu harmlos klingendes Wort für die Gefühle, die es auslöst.

Ja, weisst Du, die anderen zwei Probleme, die Du erwähnst, treffen bei mir dann auch noch zu. Ausserdem ist mein Opa vor kurzem gestorben. Und auch das habe ich, welch Überraschung, noch nicht eine Sekunde lang an mich ran gelassen

12.09.2007 15:36 • #14


Hallo ZZ,

Mensch, das mit der Tanz- oder besser Bewegungstherapie klingt wirklich grausam, aber gut!
Hier in München gibt es auch eine Tagesklinik. Mal schauen, wie sich das hier mit mir entwickelt ... Ich habe gestern gelernt, dass die Bedingung für eine Tagesklinik ist, dass man in der Lage ist, allein dorthin zu kommen. Damit fällt das für mich zur Zeit schonmal aus. Die ist mitten in der Stadt, ca. 50 min mit der SBahn von hier. Ich schaffe es nicht mal in den Einkaufsladen 200m entfernt von meiner Wohnung. Aber ich werde das mal im Auge behalten. Da habe ich das Wort "Bewegungstherapie" nämlich auch gelesen. Dachte da aber eher an so lala-Übungen, damit man nicht den ganzen Tag nur steif rumsitzt Deine Erzählung rückt das natürlich in ein ganz anderes Licht.

Mit dem "fliessen" lassen meinte ich den Versuch des Nicht-mehr-Unterdrückens. Wie unterdrücke ich Gefühle? Jedesmal wenn ich merke, dass ein Gedanke hochkommt, der den Kloß in meinem Hals dicker werden lässt, ziehe ich panisch andere Gedanken herbei. Das klappt mittlerweile so gut (jahrelange Übung!), dass das für mich eine wirklich gute Strategie ist. Ja klar, nur oberflächlich. Tatsächlich merke ich ja gerade, wie weit mich das gebracht hat.

Jetzt hatte ich also ganz bewusst versucht, die Gedanken einfach zuzulassen und das Gefühl, das dann damit hochkommt, auch einfach nur zu fühlen.
Was soll ich sagen - es hat mich übermannt, erschrocken, ein bisschen geschockt. Deshalb wohl auch die Unsicherheit, ob das wirklich so gut für mich ist.

Wenn es möglich wäre, all die aufgestauten Sachen, Gefühle in einzelnen, kleinen Dosierungen vorzukramen, auf einen loszulassen...

LG und noch einen schönen Abend!
Kiiwii

12.09.2007 15:55 • #15


hallo kiiwii

aus meiner erfahrung hilft nur konfrontation
gibt es denn niemanden in deinem umfeld, der mal mit dir zwei stunden sbahn fahren kann ?
du hast doch schon eine menge erfahrung gesammelt, darunter bestimmt auch die mit der vorgehensweise, sich zu fragen, was wäre wenn...
was wäre, wenn ich nicht bis zum supermarkt komme ? was wäre, wenn ich da zusammenbreche ( antwort : na und, dann stehe ich nach 5 minuten wieder auf und geh nach hause ) was wäre, wenn ich einen herzinfarkt habe ( na und, kommt der defibrillator und taktet das herz wieder richtig ein )

andererseits weisst du doch auch aus erfahrung, dass die attacken wieder abklingen. versuchs am besten morgens in die tagesklinik zu kommen, da ist die an(gst)spannung noch nicht so hoch, nachmittags findet sich bestimmt jemand, der/die dich zurückfährt

12.09.2007 16:30 • #16


Hallo no fear,

ja, theoretisch kenne ich diese Sätze, Gedanken. Was ist schon dabei, wenn man unterwegs umkippt? Landet man halt im Krankenhaus, ist ja nicht schlimm. Abgesehen davon, ist es mir natürlich (wie den meisten hier) noch nie passiert und organisch gesund bin ich natürlich auch.

Meine Erfahrung, seit ich hier in München lebe, ist dass ich das alles irgendwie hinkriege, wenn ich die richtige Motivation habe. Dh, wenn ich zB einen netten Menschen am anderen Ende der SBahn-Fahrt treffe. Morgen sieht das leider ganz anders aus - ein Arbeitsamt-Termin, der mir auf's Auge gedrückt wurde.

Aber da muss ich eben durch - deshalb bin ich auch gerade sehr froh und dankbar, dass Du mich nochmal daran erinnert hast, dass die schlimmsten 'Katastrophen' ja eigentlich gar keine sind. Oder nicht 'eigentlich' - sie sind keine!

Bei der 'Konfrontation' stimme ich Dir zu. Und ich werde auch wieder anfangen zu üben. Nun brauchte ich gerade erst einmal ein paar Tage, um mich wieder zu fangen. Helfen kann mir dabei leider niemand so richtig. Wie gesagt, ich bin jetzt seit 3 1/2 Monaten hier ... Es wäre, denke ich, selbst für einen Nicht-Paniker, der viel unter Leute kommt, in dieser kurzen Zeit nicht wirklich möglich, einen Haufen Bekanntschaften zu knüpfen.
Ich muss da jetzt also alleine durch, aber ich kriege das hin. Gerade fasse ich wieder etwas Mut.

Danke no fear - das war jetzt offensichtlich genau, was ich gebraucht habe.

Und das mit der Tagesklinik - ich bleibe dran.

12.09.2007 18:26 • #17

Sponsor-Mitgliedschaft

ZZerRburRuSs
wenn du einige zeit in die tageskli´nik gefahren bist wird dieser bestimmte weg für dich leichter werden !
1.weil du nach einiger zeit in die tagesklinik "willst" !
2.gewohnte wege sind nach einer kleinen gewöhnungszeit nicht mehr so schlimm wie neue!

versuche doch mal an guten tagen einfach so den weg dahin zu fahren ,in zu üben !

und jetzt mal zum liebeskummer!
das liebeskummer einen menschen zerstören kann ,trainiert sich dieser mensch selber an !

liebeskummer besteht zu 90 % aus egoismus !
da ist jemand mit dem "ich" zusammen sein "will" weil er mir gut gefällt und gut tut!
und der erwiedert das nicht?!!
der Ar. ,was fällt dem ein "ich" "will" ihn und würde alles für ihn tuhen und der wagt es das nicht zu erwiedern ?
was für ein schlechter mensch muss ich sein?
was mache ich nur falsch ?
wie kann er mir nur so weh tuhen ??

will er dir weh tuhen?
warscheinlich nicht! aus irgendwelchen gründen will er nicht mit dir zusammen sein !
das muss man 1. respektieren und 2.ist man deswegen kein schlechter mensch oder macht etwas falsch !

es gibt eben manchmal die situation das man einem anderen nicht so gut gefällt wie man es gerne hätte.

oder fändest du es inordnung mit jemandem zusammen zu sein den du zwar magst aber nicht liebst ?
und wenn du demjenigen das dann sagst ,möchtest du dann das er an selbstzerstörung denkt?
oder sagst und denkst du ,schau du bist n guter kerl und findest bestimmt ne andere ,wenn etwas zeit vergangen ist ?!?

diese art von ablehnung ist natürlich äusserst ätzend weil sie eine ja in der kompletten person betrifft und man auch meistens vorher viel von sich offenbart hat.
man macht glaube ich alles richtig wenn man dann geknickt und traurig ist ! aber es darf ein bestimmtes mass einfach nicht übersteigen .
man beraubt sich damit selber (aus purer bockigkeit) der möglichkeit einen neuen guten menschen für sich zu finden !

und mal ehrlich ?wer will mir erzählen das es bei dieser masse und vielfalt von menschen nur diesen einen richtigen gibt??

ich hatte natürlich auch schon liebeskummer und habe auch anderen welchen beschert !
wie gesagt traurig sein ist richtig und wichtig aber man sollte nicht am "ich will aber" hängen bleiben !

das ist natürlich sehr überzogen dargestellt ,soll es auch .
ist übrigens meine meinung zu jeglicher zwischenmenschlicher beziehung,nicht nur in sachen liebe.

Augen auf im Strassen "verkehr" ZZ

12.09.2007 23:33 • #18


Kiiwii schrieb am Di, 11 September 2007 13:25
Jop, ein Mann
Ich weiss nicht, ob es ein Unterschied machen würde, wenn es eine Frau gewesen wäre - ich denke nicht.



Nein, meiner Meinung nach wäre es auch kein Unterschied gewesen wenn du dieses Vertrauensverhältnis zu einer Frau gehabt hättest die "aus heiterem Himmel" die Freundschaft beendet.Du würdest dich jetzt genauso fühlen!

Alle Menschen denen wir uns so öffnen, die wir nah an uns heran lassen haben die Macht uns so zu verletzen aber wir haben umgekehrt auch diese Macht.

Das wirkliche Schlimme an der Sache macht aber dann diese persönliche Geißelung.
Diese Gedanken von : Oh man, ich bin es ja selber schuld, ich hab mich fallen lassen, ich hab mich selber in diese Lage gebracht, ist doch klar das mir das passiert was vertrau ich überhaupt jemandem und und und...und ich denke gerade wir haben diese Selbstgeißelung "perfektioniert" und deswegen ist die Situation umso schlimmer.

Es ist OK, traurig zu sein wenn ein Mensch den wir sehr mögen uns die Freundschaft kündigt auch OK darüber enttäuscht zu sein und sauer...es ist auch OK zu überlegen wo unser Fehler gewesen ist warum dieser Mensch so handelt und uns die Freundschaft kündigt, weil vielleicht hat er ja einen guten Grund aber es ist nicht OK sich SELBER damit fertig zu machen....

Ich selber bin diejeinige gewesen die vor ca 2 Jahren eine fast 20 Jahre alte sehr enge Freundschaft gekündigt hat...das ging nicht von heute auf morgen und ich habe auch sehr viele Tränen vergossen aber es ging nicht mehr...diese Freundin tat mir definitiv über ein Jahr lang nicht gut.

Da musste ich mich schützen und die Freundschaft leider beenden!
Auch so kann Schutz aussehen das man selber derjenige ist der aus Eigenschutz eine Freundschaft beendet und auch das tut weh.

Bei dir liebes Kiiwiichen kommt aber für mich aber noch ein ganz anderer Grund dazu weswegen dich das sooooo extrem aus der Bahn geworfen hat: dieser Mensch ist der erste und einzige Vertraute in einer völlig fremden Stadt gewesen.
Der einzige Vertraute mit dem du in einer fremdem Stadt in der du ansonsten in deiner Wohnung gefesselt bist dich herausgetraut hast.
Ich bin davon überzeugt wääre das in einer Umgebung passiert wo du ein sozial funktionierendes Netz hättest wärst du auch unendlich traurig und enttäuscht und deprimiert und zornig aber dir wäre der Boden nicht sooo unter den Füssen weggezogen worden...und das macht auch Angst!
Ich weiss nicht ob ich das nun gut ausgedrückt habe- bin bisserl müd aber ich denk du verstehst was ich ausdrücken wollte!

13.09.2007 10:23 • #19


Ich sehe es anders. Ich mußte schon viele Freundinnen verabschieden. Mal ging ich, mal sie. Aber ich habe noch keiner eine einzige Träne nachgeweint. Vor ein paar Monaten sagte eine Freundin (9 Jahre lang) als wir Probleme damit hatten, wie wir miteinander umgehen sollten. Ich war ja lang depressiv. Sie hielt zu mir. Wir sahen uns wenig, telefonierten alle paar Wochen. Wir kannten uns aus einer Psychiatrie. Als ich aus der Depression kam wurde es schwierig zwischen uns. Da gab es schon mal Meinungsverschiedenheiten. Sie sagte, wir sollten einfach eine Weile weniger Kontakt haben und meldete sich nie wieder. Das war vor ein paar Monaten. Aber ich habe loslassen können. Wenn sie wieder kommt kriegt sie eine neue Chance.

Bei Frauen kann ich loslassen. Oft endet es ja auch mit Streit. Bei Männern ist es anders. Da brauche ich ewig.

Sicher ist es schlimm, wenn dann gar keiner mehr da ist. Daran solltest Du etwas ändern. Gibt es nicht andere Möglichkeiten Kontakte zu finden? Ich habe damals angefangen in einem Cafe für psychisch Kranke ehrenamtlich zu arbeiten. Ging damals auch nur einmal die Woche. Lag an mir. Aber ich fand wieder Anschluß. Selbsthilfegruppen.

Denk mal darüber nach
Claudia

13.09.2007 10:54 • #20



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Dr. Hans Morschitzky