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Hallo ihr Lieben,

ich leide seit Anfang des Jahres an Agoraphobie mit Panikattacken, habe meine Geschichte hier schon erzählt. Ich habe mich mittlerweile mit der Krankheit „arrangiert“, mach auch eine Therapie und solange ich mich an meinen einstudierten Tagesablauf halte, geht’s mir ganz gut, ist sogar manchmal ein schöner Ausflug drin.. einfach so rausgehen oder spontane Sachen klappen leider immer noch nicht. Am Montag ist auch wieder meine Uni losgegangen, ich habs Montag hingeschafft, den Rest der Woche hab ichs nicht durch die Haustür geschafft. Soviel zu meiner momentanen Situation.. ich „überlebe“, aber eigentlich ist es kein Leben, aber ich habs satt, mich für jede glückliche Minute so zu quälen, ich KANN einfach nicht

Meine Sorge gilt dem heutigen Morgen. Ich hab, wie gesagt, jeden Morgen das gleiche Ritual und es geht mir gut damit. Nur heute Morgen bin ich aufgewacht, war völlig angespannt, in Panik, am Zittern, hatte das Gefühl, ich bin gar nicht wach, dreh durch, am liebsten hätte ich geschrien, so wirr war alles.. versuche jetzt seit 2,5 Stunden mich mit fernsehen abzulenken, aber ich starre auf den Bildschirm, kann aber gar nicht sagen, was da läuft, mein Kopf ist so angespannt und die Gedanken rasen, kann mich nicht konzentrieren und runterfahren.. ich weiß nicht, was mit mir passiert, wie ich wieder „normal“ und entspannt werden kann. Möchte aufhören, an dieses komische gefühl zu denken. Es soll bitte alles so sein wie immer.. Könnt ihr mir helfen oder kennt ihr das?

Vielen lieben Dank!

LG, Klara

12.10.2012 09:18 • 12.10.2012 #1


9 Antworten ↓


Hallo,

würde es Dir helfen, wenn Du Dich körperlich bewegst?

Da bringst Du schnell Deinen Körper auf Touren, Adrenalin wird abgebaut- denn ALLE Angstsymptome werden durch das Adrenalin erzeugt...

Jogge auf der Stelle oder mach Kniebeugen, irgendwas....hauptsache Bewegung!

12.10.2012 09:25 • #2



Panisches Aufwachen - Hilfe

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Zitterchen
Hallo Klara,
ich habe das auch immer morgens, ich wache schon mit einem Angstgefühl, Unruhe, Zittern usw auf,
am besten hilft mir dann auch rausgehen und spazieren gehen, auch wenn es immer Überwindung kostet. Bewegung hilft aber wirklich sehr gut. Vielleicht schaffst du es ja bisschen raus zu gehen, bei uns scheint grad sehr schön die Sonne werd mich auch auf den Weg machen:)
GLG und drück dir die Daumen .

12.10.2012 09:32 • #3


Sowas habe ich ja auch. Das ist das, was ich immer beschreibe. Dauerangst halt. Nimm ein paar Baldrian oder trink einen Nerventee. Oder versuche, zu schlafen. Das mit der Uni ist natürlich dämlich. Kann dich einer hinfahren? Bist du alleine zu Hause?

12.10.2012 09:36 • #4


Schon mal vielen lieben Dank für eure Antworten.

@derhimmelmusswarten: ja, ich war das erste mal seit 6 Monaten eine Woche allein zu Hause, war sehr "vorsichtig" mit dem Leben, so dass mir nichts passieren konnte, sprich schlafen - fernsehen - schlafen.. Heute kommt mein Mann vom Lehrgang wieder, ich hab mich so auf diesen tag gefreut, weil endlich kann ich mich wieder "fallenlassen".. Darum dachte ich auch, der tag wird perfekt und was ist? ich erleb den gruseligsten Morgen, den ich je hatte

12.10.2012 09:45 • #5


Liebe Klara1409,

erst einmal kann ich mich nur anschließen: Gehe bitte unbedingt raus an die frische Luft und bewege Dich ein bisschen.
Ich weiß, daß das sehr schwer fällt.

Außerdem solltest Du anfangen, regemäßig Baldriantabletten zu nehmen. Bekommt man z. B. bei ALDI. 3 mal täglich regelmässig; das hilft dann auf jeden Fall.

Und heute hast Du sicher diese PA vor lauter Aufregung, daß Dein Mann zurückkommt!

Viele Grüße und gute Besserung!!

12.10.2012 09:55 • #6


Hallo Klara,

ich kann meinen Vorrednern nur zustimmen!
Ich hatte riesen Probleme beim Einschlafen. Immer wieder hochgeschreckt. Innerlich unruhig und nervös gewesen. Mit Baldrian schlaf ich wie ein Baby und mit Baldrian kann man soweit ich weiß auch nix verkehrt machen!

Noch was anderes - du schreibst, du hast einen geregelten Tagesablauf und da darf nix aus der Reihe laufen.
Was machst Du für eine Therapie?

Bei allem was ich bis jetzt über Panik und Angststörung gelesen habe, ist das doch eigentlich genau das falsche? Du lässt Die Angst dein kompletten Tagesablauf bestimmen, also dein ganzes Leben! Du gibst der Angst damit die Möglichkeit immer größer zu werden.

Ich will keinesfalls in deine Therapie reinreden, ich wundere mich nur, da man doch eigentlich immer gesagt bekommt, dass das der falsche weg ist?

Liebe Grüße!

12.10.2012 10:06 • #7


@OKA: Auch dir danke!!

Ja, du hast recht, es ist natürlich der falsche Weg und es macht mich auch so unendlich traurig, dass ich da nicht rauskomme, aber anders funktioniert mein Leben halt nicht. Ich mein, die letzten Wochen liefen ganz gut, aber wenns dann kommt, dann heftig. Jede veränderung, jede unvorhergesehene Situation haut mich wieder um.. Ich lebe auf extremster Sparflamme und weiß nicht, wie da rauskommen.. Meine therapie läuft jetzt 3 Monate und hat sich darauf beschränkt, herauszufinden, warum die Angsterkrankung kam (Angst vor einer großen Entscheidung, kein Selbstvertrauen usw.) und beschäftigt sich nur damit. ich höre nur "sie können das, sie haben Beine, sie können gehen, sie müssen einfach aufhören, so negativ zu denken, immer nach vorne schauen, nie zurück, sich mehr zutrauen" aber WIE das alles gehen soll, keine Ahnung.. Wenn ich das anspreche, droht er mir immer mit Medis, obwohl er weiß, ich möchte keine nehmen..

12.10.2012 10:19 • #8


Ich kann nur von mir sprechen und ich hatte/habe es gottseidank nicht so stark, wie einige andere hier berichten. Und bei mir war (vorallem meinerseits) auch die große Frage WARUM? Allerdings musste ich mir irgendwann selbst sagen, dass das Leben eben doch keine "Facebook-Timeline" ist, auf der jeder Punkt genau einzeln aufgeführt ist. Insofern hab ich mir irgendwann gesagt, dasses eigentlich egal ist, wo genau es herkommt und es viel wichtiger ist, etwas dagegen zu tun. Bei einem Schnupfen weiß man auch nicht immer genau, wo er herkommt, wenn man ihn auskuriert...

Seit ich das aktzeptiert habe und mir nicht mehr beim kleinsten Schwindel denke "jetzt passierts, jetzt ists vorbei, gleich gehts wieder los" - sondern (auch wenns abgedroschen klingt) "ahja, panik... naja, hab ich die letzten male überlebt, werd ich diesmal überleben, also komm doch" - seitdem hab ICH es mehr und mehr im Griff und nicht umgekehrt. Ich habe zeitweise fast darauf gewartet und gehofft dass eine Panikattacke kommt, damit ich ihr "zeigen kann, wer der Herr im Haus ist" und was glaubst Du was passiert ist? Richtig, nix, war der Panik wohl zu langweilig aufzutauchen, wenn man sie erwartet.

Dann kam irgendwann doch wieder eine - ich lag grad im MRT und wusste, hier kann ich nicht raus. Bam gings los - obwohl ich vorher NIE platzangst oder ähnliches hatte. Trotz dem Wissen, das ich in dieser Röhre erstmal feststecke, hab ichs einfach über mich ergehen lassen - ich hab bewusst wahrgenommen was passiert. "Aha, Hände werden taub. Davor hatte ich vorher immer Angst, weil ich dachte die Durchblutung ist im Eimer, scheint aber doch von der Panik zu kommen. Jetzt klopft mein Herz, bis hoch in den Hals, ich kanns sogar an den Schlüsselbeinen und Schultern spüren, wie das Blut durchgepumpt wird... Kommt also auch von der Panik. Jetzt wird das Atmen schwer... scheint also doch alles zusammenzuhängen" usw... Das war, wenn ich mich jetzt nicht falsch erinnere, meine letzte wirklich starke Panikattacke... Ich kam Nassgeschwitzt aus der Röhre raus, aber ich war zufrieden, weil ich gemerkt hatte, mich bringt hier nix um. All die Symptome, die mir so Angst machen/gemacht haben, sind lediglich ausgelöst worden, durch falsche Gedanken (unterbewusst!!)...

Zumindest für mich, war dass ein Teil der Kehrtwende. Und ich glaube, an der Konfrontationssache ist wirklich was dran!

Achja, und wenn dein Therapeut dich unbedingt mit Medis vollstopfen will, solltest Du vielleicht wechseln - mein Therapeut hat nur Müde gelächelt als ich ihm erzählt hatte, dass der Neurologe schon den Rezeptzettel in der Hand hatte, als ich nur erwähnt hatte, dass ich Panik hatte. Wenn er unbedingt etwas unterstützendes zur Therapie geben möchte, frag ihn doch mal was er von Johanniskraut hält. Mir hat das sehr geholfen und im Gegensatz zu Medikamenten, ist das Risiko hier mehr als Gering!

12.10.2012 10:39 • #9


@OKA: Freut mich sehr, dass du deine Angst "im Griff hast". Und eine Zeitlang hat das mit "mir ist noch nie was passiert, dann jetzt auch nicht" funktioniert, ich konnte rausgehen, natürlich nicht spontan, meist nicht allein, aber draußen wars denn fast so, als ob ich gar nicht krank wäre. Aber seit ich wieder in die Uni müsste, bin ich wie ausgewechselt, geht fast gar nichts.. Johanniskraut nehme ich seit August, hilft mir sehr gut gegen die
Depression, die sich damals auf meine Angst drauf gesetzt hatte, weil ich völlig verzweifelt war..

12.10.2012 11:00 • #10



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