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201823.02




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Hallo Zusammen!

Da ich schon längere Zeit an einer Art Panikstörung leide und auch hier im Forum immer wieder darüber lese, habe ich mich nun auch hier registriert. Jeder Mensch empfindet sein ganz eigenes für ihn charakteristisches Beschwerdebild und deshalb möchte ich Euch heute und jetzt meine persönliche Leidensgeschichte erzählen, in der Hoffnung, auf Bestätigung zu stoßen und vielleicht auch Beruhigung zu erfahren.

Es fing alles im Oktober 2016 an. Damals wurden bei mir per Zufallsbefund Plaques in beiden Carotiden festgestellt und daraufhin meine Cholesterinwerte und Triglyzeride bestimmt. Und siehe da, beides war enorm erhöht. Ich ernähre mich nicht außergewöhnlich schlecht, esse viel Obst und Gemüse und bewege mich auch mehr oder weniger regelmäßig, indem ich zum joggen gehe. Nach den Besuchen beim Kardiologen und Angiologen war ich nun also mit Simvastatin 40mg und Aspirin 100mg abgedeckt worden. Soweit lief alles gut und die Werte normalisierten sich tatsächlich auch. Anfang Dezember fing es dann in den Füßen und Unterschenkel, hauptsächlich allerdings links, zu ziehen und zu kribbeln. Die Beschwerden ließen dann aber nach ca zwei Wochen wieder nach.

In der Nacht vom 18. auf 19. Dezember 2016 erfuhren ich und meine Familie ein traumatisches Ereignis. Bei uns wurde nachts eingebrochen, während wir in unseren Betten schliefen. Erst morgens gegen 6:00 Uhr bemerkte ich was geschah. Ab diesem Zeitpunkt hatten wir tagsüber, aber vor allem nachts die Hölle auf Erden. Alpträume, Angstzustände und ein stetiges Gefühl nicht mehr sicher zu sein in unserem eigentlich so trauten Heim.

Ende Januar traten dann meine Beschweren wieder verstärkt auf. Kribbelparästhesien in beiden Beinen, ziehende Schmerzen und in Muskeln und Knochen. Ich erzählte meinem Hautarzt von dem Vorfall, aber auch von meinen nun wieder stärker werdenden körperlichen Symptomen. Um auszuschließen, dass diese Beschwerden durch Simvastatin ausgelöst wurden, setzten wir das Medikament ab. Zunächst stellte sich dann nach ca. 2 Wochen eine Besserung ein, aber nach ca. 6 Wochen ging alles wieder von vorne los. Da mein Hausarzt nun dachte, dass es nicht am Simvastatin liegen könne, setzten wir es wieder an.

Meine Beschwerden wurden schlimmer und vielseitiger. Ich erfuhr schubweise Zustände, die einer plötzlich anfliegenden Grippe ähnlich waren, aber nur wenige Stunden anhielten. Es fühlte sich an wie 40 Grad Fieber und Gliederschmerzen. Ich hatte aber kein Fieber. Das ging bis Mai so weiter, bis ich dann anfing von Arzt zu Arzt zu gehen. Im Mai wurde alles internistisch abgeklärt, ich suchte des Weiteren einen Rheumatologen, Hämatologen, Neurologen, Angiologen und Endokrinologen auf. Alles ohne wegweisenden Befund.

Im Juli wurde ich dann nachts wach mit Tachykardie, Hitzgefühl wie innerliches abdominales Verbrennen, starke Übelkeit, Taubheitsgefühle der Extremitäten und des Gesichtes und Zittern am ganzen Körper wach. Zudem entstand eine sehr belastender Tinnitus - zuerst nur rechts, später beidseits. Diese "Attacke" war so extrem für mich und machte mich sehr ängstlich, so dass ich meine Frau bat, den Notarzt zu rufen. Dieser war auch innerhalb von wenigen Minuten da, aber meine Symptome waren zu diesem Zeitpunkt schon etwas abgeschwächt. Letztenendes konnte der Notarzt keine lebensbedrohliche Situation vorfinden und nach einem Gespräch bekam ich dann 1g Tavor. Ich ging aus dem Krankenwagen wieder zurück ins Haus und schlief viele Stunden durch. Am nächsten Tag fühlte sich alles wieder eher normal an. Auch die sonstigen körperlichen Symptome waren milder, wenn auch nicht weg.

Ich ging zur Arbeit, machte Unternehmungen mit meiner Familie soweit es mein Zustand zuließ und alles schien sich zu normalisieren. Wir fuhren sogar für zwei Wochen nach Italien ans Meer. Mir ging es gut und ich fing wieder an zu Joggen.

Im September 2017 erlitt ich allerdings die nächste Attacke und wiederum war der Notarzt bei mir zu Hause. Es war der gleiche Ablauf wie beim ersten Mal. Ich bekam wieder Benzos und beruhigte mich. Die körperlichen Beschwerden während der Zeit wurden wieder stärker und vielfältiger. Ständige Übelkeit, Taubheitsgefühle, Muskelzuckungen, Hitze und Kälteschauer und brennende, ziehende Schmerzen in den Beinen und Armen.

Da immer noch keine wegweisende organische Ursache gefunden wurde, suchte ich eine Psychiaterin auf, die mir dann Fluoxetin 20mg verschrieb. Fluoxetin hatte ich bereits 2013 aufgrund eines berufsbedingten Burnouts bekommen und gut vertragen. Mein Gemütszustand besserte sich damals daraufhin merklich. Diesmal bewirkte das Medikament auch nach vielen Wochen nichts, so dass auf 40 mg erhöht wurde. Die Attacken besserten sich aberkeineswegs dadurch. Da dies hauptsächlich nachts der Fall war bekam ich zusätzlich 15mg Mirtazapin zur Nacht. Meine Bandbreite an Symptomen wurde größer und alles verstärkte sich immer mehr. Zudem bekam ich jetzt extreme Fressattacken.

Mitte Dezember 2017 hatte ich mir dann eine starke Grippe mit beinahe 40 Grad Fieber eingefangen. Da es mir so schlecht ging mit meinen ohnehin schon so vielen Leiden, suchte ich meinen neuen Hausarzt auf, zu dem ich wenige Wochen vorher wechselte. Im Wartezimmer sitzend überkam mich dann die nächste Attacke und ich wurde bewusstlos. Da ich in dieser Bewusstlosigkeit auch einen Krampfanfall erlitt, ließ mich mein Hausarzt notfallmäßig in die Klinik einweisen. Dort wurde ein CT des Schädels, wir bereits 3 Monate zuvor, angefertigt. Sämtliche Untersuchungen ergaben nichts und ich wurde abends wieder entlassen.

Ein MRT konnte aufgrund meiner starken Platzangst nie durchgeführt werden.

Das Mirtazapin machte mir Muskel und Knochenschmerzen und ich hatte tagsüber immer wieder mit meinem vegetativen Nervensystem zu kämpfen. Dies äußerte sich in Unruhe, Kribbeln im Bauch, Hitze, Nervosität und häufigen Stuhldrang. Deshalb ersetzte meine Fachärztin Mirtazapin 15mg in Opipramol 100mg abends, aber nichts änderte sich. Ich wurde teils 6-7 Mal nachts wach und es stellte sich dieser unerträgliche Zustand mit Taubheitsgefühle, Tinnitus, Tachykardie und dem Gefühl gleich in Ohnmacht zu fallen ein. Diese nächtlichen Attacken habe ich nach wie vor regelmäßig und verschieden intensiv. Erst als ich vor zwei Tagen im Notfall 6 mg Bromazepam nahm, fühlte ich mich auch tagsüber "normaler" . der Zustand hielt aber nur einen Tag an.

Es schränkt meine Lebensqualität mittlerweile so dermaßen ein, dass nicht nur ich, sondern meine ganze Familie und mein Freundeskreis darunter leidet.

Aktuell nehme ich:

Fluoxetin 20mg. 1-0-0
Ar. 100mg 0-1-0
Simvastatin 20mg 0-0-1
Opipramol 100mg 0-0-0-1

Im äußerten Bedarf: Bromazepam 3-6mg

Zudem mache ich seit mehreren Wochen eine Psychotherapie und ein Reha Antrag läuft.

Nun hoffe ich auf zahlreiche Antworten und Erfahrungsaustausch mit Euch!

Liebe Grüße!

Labidochromis

Auf das Thema antworten
Danke3xDanke




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  23.02.2018 18:02  
Manchmal zweifle ich schon daran, dass alles psychosomatisch sein soll. Vor allem wenns so akut schlimm wird. Auch wenn schon so vieles organisch ausgeschlossen wurde. Kennt ihr sowas? Sind es denn wirklich Panikattacken? Ich bin mittlerweile sehr ratlos und verwirrt.

Danke1xDanke


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  23.02.2018 18:09  
Labidochromis hat geschrieben:
Manchmal zweifle ich schon daran, dass alles psychosomatisch sein soll. Vor allem wenns so akut schlimm wird. Auch wenn schon so vieles organisch ausgeschlossen wurde. Kennt ihr sowas? Sind es denn wirklich Panikattacken? Ich bin mittlerweile sehr ratlos und verwirrt.



Das kann schon möglich sein.

Ich vermute, Du hast diese "alarmierenden" Symptome durch den Einbruch entwickelt....

Die permanente Anspannung entlädt sich offenbar auf diese Art und Weise.

Ein Einbruch ist ja auch wirklich ein Supergau. ..

Danke2xDanke




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  23.02.2018 20:21  
Danke für Deine Antwort Lechatnoir! Ja denke auch, dass der Einbruch da sehr ausschlaggebend war. Aber diese heftigen Symptome machen mir schon oft ziemlich Angst.



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NRW
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  23.02.2018 20:40  
Oh man, Dein Beitrag liest sich echt krass.
Den Einbruch bei euch finde ich ist der absolute Horror.
Erst kürzlich hat jemand versucht in unser Gartenhaus /Laube einzubrechen.
Das war schon absolut grenzwertig für mich das zu ertragen.
Aber Dein Erlebnis ist viel heftiger.
Ich denke auch, dass dieses Erlebnis dafür verantwortlich ist, dass bei dir sämtliche Symptome auftauchen.
Dein Kopf will dir wahrscheinlich sagen, dass Du das noch nicht verarbeitet hast.

Ich wünsche Dir, dass Du entsprechende Hilfe bekommst und es Dir wieder besser geht.

LG
Mondkatze

Danke2xDanke




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  23.02.2018 21:03  
Danke Dir Mondkatze! Ja es war ein schlimmes Erlebnis für uns alle. Aber wirklich körperlich schlecht geht es hauptsächlich mir, obwohl meine Frau und mein Sohn ja das selbe erleben mussten. Ich bin natürlich froh, dass es bei ihnen nicht so schwerwiegend ist, aber ich frag mich schon, warum es gerade bei mir zu solchen massiven Symptomen kommt.



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  23.02.2018 21:17  
Labidochromis hat geschrieben:
Danke Dir Mondkatze! Ja es war ein schlimmes Erlebnis für uns alle. Aber wirklich körperlich schlecht geht es hauptsächlich mir, obwohl meine Frau und mein Sohn ja das selbe erleben mussten. Ich bin natürlich froh, dass es bei ihnen nicht so schwerwiegend ist, aber ich frag mich schon, warum es gerade bei mir zu solchen massiven Symptomen kommt.


Du hast ja geschrieben, daß du schonmal einen Burnout hattest...von daher bist du wohl empfänglicher für Ängste usw.





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  23.02.2018 21:20  
lechatnoir hat geschrieben:

Du hast ja geschrieben, daß du schonmal einen Burnout hattest...von daher bist du wohl empfänglicher für Ängste usw.



Da ist wohl was dran...



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NRW
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  23.02.2018 21:27  
Labidochromis hat geschrieben:
Danke Dir Mondkatze! Ja es war ein schlimmes Erlebnis für uns alle. Aber wirklich körperlich schlecht geht es hauptsächlich mir, obwohl meine Frau und mein Sohn ja das selbe erleben mussten. Ich bin natürlich froh, dass es bei ihnen nicht so schwerwiegend ist, aber ich frag mich schon, warum es gerade bei mir zu solchen massiven Symptomen kommt.




Jeder Mensch ist anders, @Labidochromis und jeder verarbeitet anders.

Als ich meine schlimmsten Panikattacken hatte, dachte ich das ich sterbe. Die Abläufe der Panik
waren immer gleich und traten verstärkt nachts auf, mit sämtlichen Symptomen. Das ganze
hat mich 30 Jahre meines Lebens gekostet. Zu finden, rein Körperlich war nie etwas. Obwohl
die Psyche sich ja meistens oder ich denke sogar immer, körperliche Symptome sucht.

Ich hoffe das das bei Dir bald aufhört. Vielleicht hilft Dir eine Therapie? Vielleicht hast
Du im Unterbewußtsein Angst das dieser Einbruch sich nochmal widerholt und das ihr alle
deswegen gefährdet seid. Muß Dir nicht mal Bewusst sein.

LG

Danke2xDanke




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  23.02.2018 21:35  
Abendschein hat geschrieben:



Jeder Mensch ist anders, @Labidochromis und jeder verarbeitet anders.

Als ich meine schlimmsten Panikattacken hatte, dachte ich das ich sterbe. Die Abläufe der Panik
waren immer gleich und traten verstärkt nachts auf, mit sämtlichen Symptomen. Das ganze
hat mich 30 Jahre meines Lebens gekostet. Zu finden, rein Körperlich war nie etwas. Obwohl
die Psyche sich ja meistens oder ich denke sogar immer, körperliche Symptome sucht.

Ich hoffe das das bei Dir bald aufhört. Vielleicht hilft Dir eine Therapie? Vielleicht hast
Du im Unterbewußtsein Angst das dieser Einbruch sich nochmal widerholt und das ihr alle
deswegen gefährdet seid. Muß Dir nicht mal Bewusst sein.

LG

Dankesehr für Deine Antwort. 30 Jahre sind echt ziemlich lange! Und jetzt gehts Dir wieder gut? Wie hast Du es geschafft?


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