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Liebe Mitglieder,

ich bin hier schon ne Weile angemeldet wegen meinen Panikattacken die mich nun seit einigen Jahren begleiten. Vorab: Mittlerweile habe ich die Sache ganz gut im Griff aber manchmal - so wie heute Nacht - werfen mich Erlebnisse etwas zurück, und dieses Erlebnis will ich mit euch teilen, einfach zum Erfahrungsaustausch und dass mich da jemand auch etwas beruhigen kann.

Zum Tag selber
Ich hab mir gestern einiges "gegönnt", war bei 38 Grad 4 Stunden biken (ich bin relativ fit, also alles gut), danach 1 Stunde im Garten in der Sonne, anschließend Haushalt gemacht, danach mich noch körperlich mit meiner Partnerin im Garten etwas betätigt, allem in allem also n coolen Tag gehabt.

Nachts hatte ich meine Katze draußen, die Türe im Schlafzimmer und Wohnzimmer offen gehabt, dass sie nachts wieder rein kann wenn sie will. Ich war dann irgendwann im Halbschlaf und höre auf einmal draußen einen "Catfight" (lautes schreien und miaun). Ich bin dadurch so erschrocken, aufgewacht und wollte gleich im Affekt raus und schauen was los ist.

Stehe also mit hohem Tempo auf und merke dann sofort, wie meine Beine wacklig werden, ich gefühlt etwas Atemnot habe und mir mega schwindlig wird - also lass ich mich lieber mal wieder ins Bett fallen. Im Anschluss direkt gleich Schweißausbrüche bekommen, hohen Puls, Herzrasen und mega Nervosität - wie wenn ich jetzt einen Herzinfarkt oder Schlaganfall bekäme (da bricht der Hypochonder wieder aus mir raus).

Meine Partnerin hat mich dann beruhigt, wir haben ne Weile gequatscht und nach ner viertel Stunde war das biestige Gefühl auch wieder weg. Heut gehts mir gut, bin ein bisschen Matsch aber ansonsten keine Beschwerden.

Habt ihr sowas schonmal erlebt? Und wie geht ihr mit so ner Situation um?

Mein Psychologe sagt mir in solchen Momenten immer: "Keine Sorge, der Körper hatte ein Bedürfnis und du hast das richtig erfüllt." aber ich hab sowas noch nie gehabt und bin gesterb damit echt mega erschrocken.

Viele Grüße,
Darki

01.07.2019 08:34 • 15.07.2019 #1


12 Antworten ↓


-Leeloo-
Hallo, ja ähnlich begann meine erste Panikattacke, auch nachts. Damals dachte ich auch, Herzinfarkt, Schlaganfall, bei mir hat diese Panik bis zum morgen angehalten, Herzrasen/-Klopfen, keinen Schlaf, zum Notarzt am nächsten morgen (natürlich Wochenende). Der untersuchte mich ohne Befund und sagte, ich solle mich bei einem Psychiater vorstellen. So fing die ganz Angstserie an. Heute, 13 Jahre später habe ich zumindest keine Attacken mehr. Therapie (Verhaltenstherapie), Kliniken und eigene Übungen haben mir geholfen, sie in den Griff zu bekommen.

01.07.2019 08:51 • #2



[Paniker] Nachts aufgewacht, Luftnot und Schwindel?!

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Danke für deine Antwort und den Erfahrungswert - es is tatsächlich so, dass ich meine Panikattacken mittlerweile ganz gut im Griff habe und auch heut Nacht hat das dann nicht über Stunden angehalten sondern nach ner viertel Stunde konnte ich wieder einschlafen. Heute natürlich platt wegen dem verkürzten Schlaf aber mich hat diese Situation heut Nacht einfach mega beunruigt.

Mitten in der Nacht das Katzengeschrei, du erschrickst voll, wachst aus dem Schlaf auf, springst gleich auf, auf einmal wirds dir übel schwindlig, du musst kurz nach Luft schnappen, legst dich wieder zurück ins Bett und hast Herzrasen, dir wirds schweißig und du hast auf einmal Angst um dein Leben... mega unangenehm.

Was mir momentan fehlt ist einfach ein Bezug zu der Situation zu finden, mir is das vorher noch nie passiert.

01.07.2019 12:32 • x 1 #3


Icefalki
Zitat von DarkTemplar:
Stehe also mit hohem Tempo auf und merke dann sofort, wie meine Beine wacklig werden, ich gefühlt etwas Atemnot habe und mir mega schwindlig wird - also lass ich mich lieber mal wieder ins Bett fallen. Im Anschluss direkt gleich Schweißausbrüche bekommen, hohen Puls, Herzrasen und mega Nervosität - wie wenn ich jetzt einen Herzinfarkt oder Schlaganfall bekäme (da bricht der Hypochonder wieder aus mir raus).



War nix anderes, als eine körperliche Reaktion auf dein zu schnelles Aufstehen. Dann hast du dich erschrocken, und bekamst deswegen die nächste körperliche Reaktion.

Hat aber nix mit einer ernsthaften Krankheit zu tun. Im Gegenteil, es ist nur eine normale Reaktion, wenn nicht nicht genügend Blut im Hirn ist. Deswegen war wieder hinlegen total richtig. Der Rest ist der Hypochondrie geschuldet. Kein Grund zur Sorge.

01.07.2019 12:42 • x 2 #4


@Icefalki - Vielen Dank für die Einschätzung, genau das vermittle ich meinem Hypochonder auch und sage ihm klipp und klar, dass die Information angekommen ist, die mir der Körper gegeben hat, die Signale und die Konsequenzen daraus aber nachvollziehbar sind und ich mir keine Gedanken machen muss weil der Körper richtig und vernünftig reagiert hat.

Wie geht ihr denn solche Sachen generell an? Gleich weitermachen und versuchen, wieder in den Flow zu kommen? Und wenn ka, was eignet sich hierzu am besten?

01.07.2019 12:50 • x 1 #5


Icefalki
Zitat von DarkTemplar:
Wie geht ihr denn solche Sachen generell an? Gleich weitermachen und versuchen, wieder in den Flow zu kommen? Und wenn ka, was eignet sich hierzu am besten?


Ich arbeite viel mit Vernunft. Allerdings geht das bei mir auch nimmer, wenn es einfach zuviel wird. Dann hängt man total in der Angstschleife drin und das vernünftige Denken setzt aus.

Allerdings bin ich mir eines immer bewusst. Ich habe ein Problem und werde das auch immer haben. Medis helfen mir, manchmal muss ich die dann einfach nehmen, um wieder klar denken zu können.

Nach genügender Zeit, setze ich sie auch wieder ab. Allerdings bin ich sehr therapieerfahren, kann mir gut helfen, auch wenn meine Hilfe heisst, jetzt brauchst du mal wieder ein Medi. Der Rest funktioniert mit viel Denken. Ist aber eine Gratwanderung, dieser Umgang mit den Auslösern und meiner Grundprogrammierung. Ziemlich anstrengend zuweilen .

01.07.2019 14:09 • #6


Angor
Zitat von DarkTemplar:
Habt ihr sowas schonmal erlebt? Und wie geht ihr mit so ner Situation um?

Also wenn Du so mit Karacho aus dem Bett springst, musst Du Dich nicht wundern, wenn Dir wackelig wird

Wenn Du aus dem Liegen plötzlich aufstehst, sackt das Blut in Beine und Füße, das fehlt dem Gehirn, dem dann auch der durch das Blut transportierte Sauerstoff fehlt.

Damit das Gehirn wieder mit ausreichend Blut und Sauerstoff versorgt wird, pumpt das Herz schneller und stärker.
Du hast ja selber gemerkt, dass es nach einer Zeit besser wurde, alles wurde ausgeglichen und der Körper wurde wieder ausreichend versorgt.

Das ist kein krankhafter Zustand, hat auch mit einer PA auch nichts zu tun, obwohl es natürlich bei ängstlichen Menschen durchaus zu einer PA führen kann, wenn derjenige nicht weiß was los ist.

Dein Körper hat naturgemäß reagiert, es gibt nichts, was Dich ängstigen müsste.

01.07.2019 14:29 • x 2 #7


Klasse Antwort Angor, vielen lieben Dank dafür

01.07.2019 17:46 • x 1 #8


Hallo ihr Lieben , ich mag nicht extra ein neuen Thread aufmachen ..

Ich hatte gestern Abend meine erste panikattacke.. vorher war es immer die dauerangst . Gestern ist es dann richtig ausgebrochen.. von jetzt auf gleich wurde mir schwarz vor Augen , mir wurde schwindelig , bekam Luftnot und bin umgekippt ...

Jetzt ist meine Frage ob es normal ist das ich mich heute immernoch so kaputt fühle ?

02.07.2019 23:04 • #9


Das ist völlig normal. Ich hatte meine erste Panik Attacke mit 17 im Urlaub. Ich war danach auch fix und fertig. Es lag daran hatte vorher nur wenig geschlafen und nichts getrunken. Habe Jahre gebraucht um es zu verstehen. Die zweite Attacke kam paar Jahre später und ich hatte das immer beim Einkaufen. Das beste ist du hörst viel Musik. Trinkst viel Wasser und geh öfters abends spazieren. Wenn du alleine bist. Rede mit dir selbst. Sage z. B komm Angst komm lass mich sterben. Dann merkst du von Tag zu Tag es wird weniger. Dein Puls musst du mit langsameren Atem senken. Dann merkst du wie leichter das gelingt. Medikamente würde ich nicht unbedingt nehmen. Mir hat Baldrian viel geholfen. Denke nicht viel nach. Versuch das Denken abzuschalten. Versuche Dinge zu machen die dir Freude machen. Auch wenn es nicht gute Dinge sind. Denke an dich denke nicht an anderen Menschen. Dann wenn es dir besser geht dann kannst du wieder denken. Merke panikattaken sind nichts schlimmes. Das ist ein Signal von der Vergangenheit. Du muss im Zukunft mehr auf deinen Körper hören.

12.07.2019 01:43 • x 1 #10


hauensteinblau
Vor Jahren habe ich mich mal hier angemeldet.....und jetzt heute Nacht "wiedergefunden". Seit Jahrzehnten leide ich unter Panikattacken. Als ich nun Deinen Beitrag gelesen habe ging es mir sofort besser und mein Gedanke war "wir sitzen alle im selben Boot". Mir hilft das sehr

13.07.2019 02:15 • #11


HerrPalomar
Zitat von hauensteinblau:
Vor Jahren habe ich mich mal hier angemeldet.....und jetzt heute Nacht "wiedergefunden". Seit Jahrzehnten leide ich unter Panikattacken. Als ich nun Deinen Beitrag gelesen habe ging es mir sofort besser und mein Gedanke war "wir sitzen alle im selben Boot". Mir hilft das sehr


Das finde ich auch. Zu sehen, dass man damit nicht alleine ist, macht einen großen Unterschied.
Ich bin sehr dankbar für dieses Forum.

14.07.2019 19:28 • x 1 #12


hauensteinblau
Danke für Deine Antwort - es ist so traurig daß wir davon betroffen sind.......ich lache gerne und eigentlich liebe ich das Leben und die Panikattacken sind nicht so häufig, aber wenn WENN sie wiederkommen, dann bin ich immer ganz fertig, wie wir alle auch......also Ihr Lieben......wir sind nicht allein miteinander......ich wünsche allen eine gute Zeit

15.07.2019 09:45 • #13



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