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BalanceSuchend

BalanceSuchend
Mitglied

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Hallo zusammen,
ich wollte mal fragen, ob es hier Menschen gibt, die nach einer besonders starken Panikattacke plötzlich Schwierigkeiten hatten, allein zu sein. Sogar bei sich im sicheren Eigenheim.

Vorher war Alleinsein für mich kein großes Thema, aber seit dieser Attacke fühlt es sich oft unsicher an, obwohl rational alles okay ist. Es ist weniger eine konkrete Angst, sondern eher ein inneres Unruhe- oder Alarmgefühl, wenn ich alleine bin.

Mich würde interessieren, ob ihr das auch erlebt habt und ob sich dieses Gefühl mit der Zeit wieder gelegt hat – und was euch dabei geholfen hat.

Danke fürs Teilen eurer Erfahrungen.

Liebe Grüße

11.12.2025 x 1 #1


42 Antworten ↓


Broetchen
@BalanceSuchend Ich hatte das in einer für mich kaum zu ertragenden Form. Wenn ich allein bei mir zu Hause war, wurde die Unruhe so stark, dass ich einfach loslaufen musste. Auch Nachts. Bin dann relativ zügig durch mein Viertel gelaufen.
Reguliert bekommen habe ich das durch das Telefonieren mit Vertrauenspersonen, Atemtechnik, Audio-Meditation (Peter Beer auf YT) und natürlich eine Therapie.

x 4 #2


A


Nach starker Panikattacke Probleme, alleine zu sein

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BalanceSuchend
@Broetchen Hi, das mit dem Loslaufen verspüre ich auch fast jedes Mal, oft auch nachts. Dann habe ich den starken Impuls, einfach nur rauszugehen. Ich bin dann auch schon um den Block oder Richtung der Felder gelaufen, die bei mir in der Nähe sind.
Meine Therapeutin hat mir erklärt, dass ich das eher vermeiden sollte, weil man damit die Fluchtreaktion füttert und dem Nervensystem signalisiert, dass die eigene Wohnung unsicher ist.
Ich rufe in solchen Momenten auch gerne jemanden an, leider ist der Kreis der Personen bei mir begrenzt – besonders nachts, wenn die Angst kommt. Audio-Meditationen helfen mir ebenfalls, genauso wie Ablenkung, indem ich bewusst etwas mache. Trotzdem fällt es schwer, weil die Gedanken dann stark kreisen.
Zeitweise habe ich auch ein oder zwei Tage bei meinem Bruder oder bei meinen Eltern übernachtet. Interessanterweise war das emotional oft stressiger als allein zu Hause, obwohl man eigentlich denkt, bei den Eltern sei es am sichersten.

x 1 #3


Feuerschale
@BalanceSuchend ja hatte das auch schon, dass es in der Wohnung nicht auszuhalten war nach einer PA wegen Unruhe. Und dann rumgelaufen.

Die Idee mit der Flucht und dass das Nervensystem nicht runter kommt hatte ich dann auch, versuche es dann eher mit Atemübung, Body Scan oder Ablenkung.

x 1 #4


Moelli80
Nach meine ersten PA hatte ich auch immer Angst alleine zu sein.
Zuhause und auch draussen.

Hab immer im Kopf gehabt, wenn das jeder Zeit wieder losgeht und ich bin alleine, passiert mir was schlimmes und keiner ist zum helfen da.

Ich bin aber auch mal umgekippt, wegen Kreislauf und dachte das war's jetzt mit mir.

Die Angst hat mich lange verfolgt, dass es fast unmöglich war, alleine zu sein Zuhause.
Hab bis jetzt manchmal noch ein ungutes Gefühl.
Steigere mich da nur nicht mehr so rein.

Meine Frau und Kinder können, wegen mir ja nicht alles aufgeben. Nur das ich bloß nicht alleine Zuhause bin.
Sie sind ja nicht meine Pfleger.

x 2 #5


seelentraum
@BalanceSuchend
Ich kenne das leider auch. Ich habe immer wieder Phasen, wo ich schlecht bis gar nicht allein sein kann. Das liegt daran, dass ich meine Sicherheit immer im Aussen suche und bei anderen Menschen. Ich habe dann auch immer den Impuls herum zu laufen.....Sitzen oder Liegen geht meistens gar nicht. Ich denke das ist der Fluchtreflex. Ablenkung in irgendeine Richtung kann bestimmt auch helfen...wenn man sich auf etwas stark konzentriert, kann der Verstand keine Angstgedanken produzieren. Ansonsten glaube ich dass Verbindung mit anderen auch hilft, sei es durch ein Telefonat oder über dieses Forum z.B.
Mir persönlich machen Meditationen und Atemübungen oft noch mehr Angst, weil man sich da auf sich und den Körper konzentriert.

x 2 #6


sensibelchen98
@BalanceSuchend ich verstehe dich. Ich bin ein Mensch der sehr gerne alleine ist, aber ich hatte so 3-4 wirklich schwere Panikattacken nach denen ich auch Tage bis Wochen nicht allein sein wollte. Das Paradoxe war aber auch dass ich meine Wohnung nicht verlassen wollte, d.h dass immer jemand da sein sollte und ich nicht nach draußen gehen konnte um in Gesellschaft zu sein. Hat bei mir aber jedes Mal von alleine wieder nachgelassen, ich denke irgendwann schafft es der Körper aus diesem Alarmzustand raus

x 2 #7


BalanceSuchend
@sensibelchen98 Es ist wirklich am schlimmsten, in diesem Alarmmodus festzustecken – genau da befinde ich mich zurzeit leider auch. Am Samstag hatte ich die letzte große Panikattacke, zum Glück ohne den Rettungsdienst rufen zu müssen. Seitdem bin ich fast ununterbrochen in diesem Alarmzustand.
Ich habe ständig Missempfindungen und körperliche Symptome, teilweise im Minutentakt, und zwei- bis dreimal am Tag kommt ein stärkeres Angstgefühl hoch. Ich versuche, es nicht zu sehr zu beachten, damit es nicht noch schlimmer wird.
Ich hoffe einfach, dass sich das bald wieder legt.

x 2 #8


BalanceSuchend
@Feuerschale ja die Angst oder Gedanken dass das Nervensystem nicht runterfährt sind auch ständige Begleiter.

x 1 #9


Feuerschale
Zitat von BalanceSuchend:
Seitdem bin ich fast ununterbrochen in diesem Alarmzustand.
Ich habe ständig Missempfindungen und körperliche Symptome, teilweise im Minutentakt, und zwei- bis dreimal am Tag kommt ein stärkeres Angstgefühl hoch. Ich versuche, es nicht zu sehr zu beachten, damit es nicht noch schlimmer wird.
Ich hoffe einfach, dass sich das bald wieder legt.

Das klingt wirklich unangenehm.

Mir hat Rückzug und eher stabilisierende Sachen geholfen, damit sich das legt.
Aber vorher weiß man es nicht, ob es hilft und wann es anschlägt, Kontrollverlust.
Bei Angst eben gerade unangenehm.

Ich hoffe dass du für dich auch was findest.
Schlaf hilft auch oft, und auch vertraute Menschen und Abläufe und was aus Erfahrung eher angenehm wirkt ( auch wenn es nicht gleich ankommt.)

Sport, progressive Muskelentspannung, sowas zB geht vielleicht auch?

x 2 #10


BalanceSuchend
@Feuerschale Danke für deine netten Worte. Ich habe versucht, mich bei vertrauten Menschen einzubringen, merke aber leider, dass viele Bekannte und auch Teile meiner Familie emotional nicht wirklich erreichbar sind. Teilweise empfinde ich den Umgang sogar als eher toxisch, was mir zusätzlich Kraft raubt.
Mein Schlaf ist zurzeit auch nicht besonders gut. Beim Einschlafen schrecke ich oft genau im Übergang in den tieferen Schlaf wieder hoch und bin dann direkt wieder wach. Was mir dabei allerdings ganz gut hilft, sind Audio-Meditationen.
Früher bin ich sehr gerne mit meinem Onkel spazieren gegangen. Nach einer leichten Angstattacke während eines Spaziergangs im Wald habe ich das erstmal verschoben, aber eigentlich weiß ich, dass es mir gut tut und ich das wieder in Angriff nehmen sollte.

x 1 #11


sensibelchen98
@BalanceSuchend das klingt furchtbar, ich fühle da echt sehr mit dir.
Da möchte ich mich auch den Vorschlägen von @Feuerschale anschließen: Sport zum Abbau von Adrenalin, meditieren, Atemübung und ein Schritt vor den anderen zu setzen sind da gute Strategien, so banal das klingen mag. Nur ein paar Minuten mehrmals täglich für den Anfang.
Wichtig ist dass du dich wieder etwas regenerierst und dir erstmal jeglichen Druck nimmst.

x 2 #12


BalanceSuchend
@sensibelchen98 Danke dir. Du hast recht, ich habe auch schon darüber nachgedacht, ins FitX zu gehen und mich beim Sport auszupowern. Dass man durch Bewegung Adrenalin abbauen kann, war mir vorher so gar nicht bewusst, aber es ist gut, das zu wissen. Diese Adrenalinschübe sind wirklich ätzend.

Ich versuche mir auch keinen Druck zu machen. Ich habe mir gesagt, dass es so lange dauert, wie es eben dauert, bis ich wieder für alles fit bin – und wenn es ein Jahr dauert, dann ist das halt so.

x 1 #13


Islandfan
Zitat von BalanceSuchend:
das mit dem Loslaufen verspüre ich auch fast jedes Mal, oft auch nachts. Dann habe ich den starken Impuls, einfach nur rauszugehen. Ich bin dann auch schon um den Block oder Richtung der Felder gelaufen, die bei mir in der Nähe sind.

Ich habe schon länger keine sehr großen Panikattacken wie früher gehabt, aber mir hilft dann auch Ablenkung in Form von Bewegung oder mit Menschen zu sprechen.
Ich habe gemerkt, dass das beste für mich aber Musik ist, Kopfhörer aufsetzen und dann geht es besser.

x 1 #14


G
@BalanceSuchend ja kann dir sagen das es daran liegt weil du dann anfängst wenn du alleine bist dein Körper mehr zu analysieren ...dann bist du für dich und du denkst mehr nach und gibst Acht und jede Reaktion ist ein Alarmzeichen für dich und darauf reagiert dein Angstzentrum was durch die Panikattacke empfindlicher geworden ist das braucht zeit das geht nichz von heute auf morgen...Ablenkung tut gut wenn man arbeitet kann es auch besser werden aber irgendwann bist du darüber auch weg ..wenn du alleine bist wirst du bald auch keine Angst mehr haben aber das ist wie eine Wunde die auch verheilen muss das Nervensystem ist einfach stark überreizt das braucht Zeit.

x 1 #15


BalanceSuchend
@Islandfan Musik höre ich auch gerne , laut Spotify habe ich dieses Jahr 31.000 Minuten Musik gehört Smile

x 1 #16


Islandfan
Zitat von BalanceSuchend:
@Islandfan Musik höre ich auch gerne , laut Spotify habe ich dieses Jahr 31.000 Minuten Musik gehört Smile

Wow, das ist ne Menge. Smile

x 1 #17

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BalanceSuchend
@Glücklich2227 Das Verrückte ist: Mitte Oktober hatte ich eine schwere Panikattackein der Arbeit mit RTW und Notaufnahme. Danach habe ich mich ähnlich gefühlt wie jetzt. Ich habe Tabletten bekommen, mich einigermaßen stabilisiert und dachte, das Schlimmste wäre vorbei.
Am Nikolaustag habe ich dann meine Eltern und meine Brüder mit ihren Frauen und Kindern zum Waffelessen eingeladen. Ich wollte, dass wir gemeinsam einen schönen Tag verbringen. Am Abend kam es jedoch wieder zu einer Panikattacke – ähnlich wie damals bei der Arbeit. Der Unterschied war nur, dass ich diesmal wusste, dass es eine Panikattacke ist. Beim ersten Mal dachte ich noch, ich hätte einen Herzinfarkt.
Was genau der Auslöser an diesem Nikolaustag war, kann ich rückblickend gar nicht genau sagen. Vielleicht habe ich mir einfach zu viel Stress gemacht, um allen einen schönen Tag zu bereiten. Mir ist aber bewusst geworden, dass so etwas auch in Zukunft wieder passieren kann, selbst wenn man sich zwischenzeitlich besser fühlt.
Deshalb nehme ich mir jetzt bewusst viel Zeit – und ich glaube, das ist genau der richtige Weg:
Kein Druck mehr, kein unnötiger Stress, einfach Ruhe. ^^

x 2 #18


mkaufmann
@BalanceSuchend
Wichtig ist, zu schauen, vorher kommt es. Am besten natürlich mit Unterstützung.
Meiner Meinung nach ist das Nervensystem bei dir überlastet und gibt jetzt zu schnell Alarm.

Sport hilft gegen Angst, vielleicht hast du es schon gemerkt. Beim Sport werden Endorphine freigesetzt, die als natürliche Stimmungsaufheller wirken und ängstliche Gedanken vertreiben können.
Zusätzlich helfen Entspannungsübungen, wie beispielsweise Progressive Muskelentspannung (PME) oder Atemübungen. Auch einfaches Malen oder Basteln kann entspannend wirken.

Wenn ich Panik bekomme und zu Hause bin, gehe ich kalt duschen, das bringt mich wieder runter. Für unterwegs möchte ich mir noch aktivierbare Cool-Packs kaufen.

x 1 #19


Crazybird
@BalanceSuchend hatte ich auch. Bei mir hilft am Besten sich ein kleines Ziel in der Zukunft zu suchen was man verfolgt, dass man abgelenkt ist. Zum Beispiel etwas handwerkliches zu Ende machen, etwas was man schon immer mal machen wollte.

Oder etwas in der Wohnung umzustellen, ein Möbelstück, dann ist das Gehirn abgelenkt. Oder vom Schlafzimmer ins Wohnzimmer und da schlafen.

Ich finde nachts ist es am schlimmsten wenn man die Ruhe im Außen sucht und niemand da ist. Und selbst wenn, kann einem da auch keiner helfen.
Du kannst auch tiefe Bauchatmung z.B. mit der App Breathe versuchen, progressive Muskelentspannung über Youtube, eine Gewichtsdecke kaufen und Nachts benutzen. Auf jeden Fall wäre es besser dich irgendwie zu beruhigen oder auf die Uhr zu sehen und dir die Zeit aufzuschreiben, um zu erkennen dass die Panikattake auch wieder aufhört.
Das Nervensystem runter fahren ist echt am Wichtigsten dabei.
Ich habe dann immer das Gefühl es hört nie wieder auf und dann werde ich noch panischer. Dann wird es nur schlimmet.

x 1 #20


A


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