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Summer2014
Hallo,
ich wollte mal fragen, mit wem ihr über eure Panikattacken sprecht? Ist es ein Tabuthema? Wie geht es euch wenn ihr darüber sprecht?

Also ich habe lange Zeit gebraucht bis ich mit jemanden darüber reden konnte. Mit meinen Eltern kann ich bis heute nicht darüber reden. Sie wissen zwar davon, aber sie wissen keine Einzelheiten.
Auf der Arbeit hab ich neulich mit meiner Chefin darüber gesprochen, damit sie sich nicht wundert, warum ich momentan morgens so müde bin. Meine Freunde wissen auch nur wenig darüber. Ich habe immer das Gefühl, dass sie es nicht nachvollziehen können, wie sich das ganze anfühlt, dass sie es unterschätzen.

28.03.2015 22:47 • 15.04.2015 #1


40 Antworten ↓


Carcass
Ich spreche mit wichtigen Menschen darüber, dabei ist es mir privat mittlerweile auch egal wer das ist, weil es gut tut es loszuwerden. Auf meiner Arbeit würde ich das im Leben nicht erzählen, denn da kann dir einer schnell einen Strick draus drehen und wen wird man als erstes los? Wenn du einen Festvertrag hast und die versuchen dich irgendwie loszuwerden, dann kannste die Angstkarte ausspielen. Mir geht es aber immer gut dabei , wenn ich drüber reden kann, das entlastet und es geht einem danach einfach besser

28.03.2015 22:55 • #2



Mit wem redet ihr? Oder Tabuthema?

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Icefalki
Ich bin da sehr offen damit umgegangen. Ich hatte auch nie Angst davor, wenn jemand das nicht versteht. Und die Reaktion, was du, das hätte ich bei dir nie vermutet, hat mich nur zum grinsen gebracht.

Dafür habe ich sehr viele Menschen kennen gelernt, die auch psychische Probleme haben.

Meine Schwiegermutter hat das als " dass du das überhaupt ansprichst, ich würde das nicht sagen" , somit etwas negativ beurteilt. Ist mir aber echt egal.

Ich arbeite schon mein ganzes Arbeitsleben im med. Bereich. Darum stört mich das kein bisschen. Menschen, die ihre herausoperierten oder entfernten Steine mit sich rumschleppen, und jedem zeigen, oder ihre Narben zur Schau stellen, wo ist da der Unterschied. Krank ist krank.

Und es wird Zeit, auch psYchische Erkrankungen nicht zu verheimlichen.

Ich bin ich, mit allem was dazu gehört. Entweder man mag mich so, oder lässt es bleiben.

28.03.2015 23:05 • #3


Carcass
Stimmt Ice, wie gesagt bei einem Festvertrag ist das kein Problem. Man sagt ja auch nicht "Ich habe es am Herzen", wenn man grade da anfangen will Seh ich aber so wie du ^^

28.03.2015 23:07 • #4


Summer2014
Beruflich mach ich mir da garkeine Gedanken. Habe einen Festvertrag und mache meine Arbeit im Gegensatz zu manch meiner Kollegen

28.03.2015 23:19 • #5


alice01
Hallo Summer,

ich habe mir vor kurzem auch die Frage gestellt, ob ich bei der Arbeit darüber sprechen kann. Mit einzelnen Kollegen mache ich das auch. Bei meinem Chef war ich mir lange nicht sicher, obwohl ich ihm z.T. mehr vertraue wie manch einem Kollegen. Habe mit ihm bereits tiefergehende Gespräche geführt, weil ich letztes Jahr im Job wieder Angstzustände bekommen habe. Er hat mir damit sehr geholfen und mir den Weg zurück zur Therapeutin erspart! Über die Angst selbst habe ich jedoch nicht gesprochen. Nach langem hin und her habe ich mich nun letztenendes dafür entschieden ihm nichts zu erzählen, obwohl er ausgebildeter Coach ist und seine Methoden interessante Ansätze haben, die mir vielleicht auch mit der Angst weiterhelfen könnten. Aber ich würde mich ihm zu sehr ausgeliefert fühlen und ich habe die Befürchtung, dass es im Berufsalltag zu sehr zwischen uns stehen würde.
Wie ist es Dir mit Deiner Chefin ergangen? Wie läuft es seither zwischen euch im Alltagsgeschäft? Wie eng bst du mit deiner Chefin?
Würde mich sehr interessieren...

30.03.2015 16:49 • #6


Summer2014
Ich glaube es ist ein Unterschied in welcher Branche man tätig ist. Ich bin im sozialen Bereich.
Meine Chefin war interessiert und ich merkte dass es gut tat mit ihr zu reden. Unser Verhältnis hat sich nicht geändert. Zu Beginn fragte sie mich öfters wie es mir geht, wie sie mir helfen könnte und ob ich schlafen konnte, aber mittlerweile hat sich das gelegt.
Sie hat erst im August bei uns angefangen. Ich war zunächst sehr vorsichtig, aber merkte schnell, dass sie viel von meiner Arbeit hält.

30.03.2015 22:23 • #7


alice01
Ja klar, ist das von der Branche abhängig. Aber ich stehe auch nicht allzu sehr in Abhängigkeit zu meinem Chef. Trotz allem ist sie dich deine Chefin und dir gegenüber weisungsbefugt. Bewertet sie dich in in irgendeiner Weise? Bei sozialem Bereich gehe ich mal vom öffentlichen Dienst aus. Nach Tarifvertrag wird man doch bestimmt bewertet, LOB oder ähnliches?

30.03.2015 22:28 • #8


Mit meinem Freund spreche ich drüber und mit einem anderen sehr guten Bekannten- Letzterer kann es 1:1 nachvollziehen. Mit meiner Familie spreche ich nicht drüber- meine Familie besteht aus Menschen die sagen: ,,Ja, so schlimm ist das nicht, du musst einfach den Ar. hochkriegen" oder geben einem Ratschläge, obwohl man einfach nur mal das Bedürfnis hat sich auszusprechen. Das zerrt nach einiger Zeit total an meinen Nerven.

Das Düsterste behalte ich sowieso für mich.

30.03.2015 22:29 • #9


Bennie
Eigentlich mit niemandem, da sich meine Panikattacken recht in Grenzen halten.
Dazu braucht es halt einen Auslöser, aber die verfliegen auch wieder.
Das ist zwar lästig, aber wie ich finde, geht die Welt davon nicht unter..

Also besteht da auch kein Bedarf darüber zu sprechen, zumal das sowieso niemand nachvollziehen kann.

30.03.2015 22:32 • #10


alice01
Zitat:
zumal das sowieso niemand nachvollziehen kann.

Das stimmt, zumindest ist die Wahrscheinlichkeit sehr gering!

30.03.2015 22:35 • #11


Lissa
Hallo ihr lieben, ich leide auch seit einem halben Jahr unter Angstzuständen. Ich hatte anfangs Bulimie und nun habe ich das einigermaßen besiegt und dann kam die Angst. Meistens ab 17 Uhr kommen "nur" Angstgefühle. Manchmal werden Attacken draus mit allem drum und dran. Naja ich soll ab mai in eine Tagesklinik zur Behandlung. Ich bin (25 Jahre) habe nur einen befristeten Vertrag bis Juni und habe keine Ahnung wie ich das meinem Chef sagen soll. Wenn mein Vertrag nicht verlängert wird stehe ich ohne was da. Wie soll ich so die klinik meistern? Habe doch dann nur im Hinterkopf das ich arbeitslos bin ich soll eig heute mit meinem anbiotikum beginnen (seit 9 Wochen erkältet, heute stellte sich heraus Nasennebenhöhlen Entzündung) aber traue mich nicht das Zeug einzunehmen. schei. Angst. Vor ein paar Monaten hätte ich mir niemals erträumt daran zu leiden oder zu erkranken. Ich hätte andere glaub ich nie verstanden, die mir von sich sowas erzählt hätten. Wie geht es euch damit? Wie würdet ihr an meiner Stelle handeln!?

30.03.2015 22:36 • #12


alice01
Halli Lissa,

du musst ja nicht den Grund für deinen Klinikaufenthalt nennen, oder? Vom timing her ist das bestimmt heikel, aber wenn es dir so schlecht geht, muss deine Gesundheit vorgehen!

30.03.2015 22:39 • #13


Lissa
Hi Alice, danke für deine schnelle Antwort. Nein natürlich muss ich nichts sagen. Aber ich werde 6 Wochen weg sein und irgendwas muss ich ja sagen. Ich bin Sekretärin und arbeite direkt unter meinem Geschäftsführer. Alles so kompliziert

30.03.2015 22:43 • #14


alice01
Hm, ich weiß leider auch nicht was ich dir da raten kann.
Eröffne doch einen neues Thema zu dieser Situation. Ich bin mir sicher, es gibt hier viele Leute, die schon einmal eine ähnliche Situation hatten.
Ich musste nie in eine Klinik, deshalb fällt es mir schwer dda einen guten Rat zu geben.

30.03.2015 22:56 • #15


Summer2014
Zitat von alice01:
Ja klar, ist das von der Branche abhängig. Aber ich stehe auch nicht allzu sehr in Abhängigkeit zu meinem Chef. Trotz allem ist sie dich deine Chefin und dir gegenüber weisungsbefugt. Bewertet sie dich in in irgendeiner Weise? Bei sozialem Bereich gehe ich mal vom öffentlichen Dienst aus. Nach Tarifvertrag wird man doch bestimmt bewertet, LOB oder ähnliches?


Ich bin Erzieherin. Sie sieht in erster Linie meine Arbeit mit den Kindern und da bekomme ich viel Lob.
Ich habe es keine Sekunde bereut mit ihr darüber gesprochen zu haben. Mit meiner früheren Chefin hätte ich nicht gesprochen.

Da ist es merkwürdiger mit meinen Freunden zu reden, auch wenn sie wirklich tolle Menschen sind und eine große Rolle in meinem Leben spielen

31.03.2015 21:12 • #16


alice01
Das hört sich gut an. Wie gesagt, habe auch schon mit dem Gedanken gespielt. Ist dann leichter zu kommunizieren, wenn es einem mal schlechter geht und die Angst die Arbeit einschränkt. Ich habe zwar auch einen super Draht zu meinem Chef und vertraue ihm auch. Aber ich traue mich nicht. Vielleicht ist es bei mir doch anders gelagert...

01.04.2015 08:19 • #17

Sponsor-Mitgliedschaft

Ich erfinde meist Ausreden - was natürlich keiner mehr glaubt - aber was soll man schon tun, wenn am Wochenende oder jetzt an freien Tagen Bekannte fragen, ob man zum Osterfeuer, zur Party oder sonst wo hin mitkommt?

Mein bester Freund und meine Eltern wissen Bescheid. auf Arbeit war ich mehr oder weniger "gezwungen", es meiner Chefin und meiner ganz großen Chefin zu sagen. Bin in der Ausbildung, seit Januar krankgeschrieben und mir blieb keine wirkliche Wahl, sonst wäre wohl mein Ausbildungsplatz weg gewesen.

04.04.2015 18:51 • #18


Mal Medikamente probiert?

04.04.2015 18:57 • #19


Ich nehme nur pflanzliches... hilft zwar nicht spürbar viel, aber bei den anderen, die es so gibt, habe ich viel zu viel Angst vor den Nebenwirkungen. Hatte mal 2 Tage Opipramol probiert - jeweils eine halbe abends. Bin den ganzen Tag wie im Halbschlaf und in Trance rumgerannt.. das löste wiederum Dauerpanik aus

04.04.2015 19:02 • #20



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Dr. Reinhard Pichler