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Hallo alle zusammen

Ich habe das Bedürfnis, meine Gedanken und Gefühle bzw. Erlebnisse irgendwo aufzuschreiben. Schon zu oft habe ich mir vorgenommen morgens ein paar Seiten zu schreiben oder auch ein Tagebuch zu beginnen. Früher habe ich gebloggt, ein paar Leute haben mitgelesen, ich habe es regelmäßig geschafft, etwas zu schreiben. Damals hat mir das gut getan meine Gedanken so ordnen zu können. Vielleicht ist der ein oder andere (wenn nicht sogar ein Großteil von euch) in der gleichen Situation wie ich.
Niemand den ich kenne hat solche Probleme wie ich (was nicht meinen soll, dass meine besonders schlimm sind sondern eher, dass ich einfach niemanden kenne der wirklich die selben Probleme oder auch nur Angst im weitensten Sinne hat)

Erst einmal zu meiner Person: (Anmerkung im nachhinein: Das ganze ist jetzt irgendwie doch sehr detailliert geworden...)

Ich bin weiblich und lebe in Niedersachsen. Einen Partner habe ich nicht, ich wohne alleine. Begonnen hat meine Angst ziemlich genau nach Ostern im Jahr 2009. In einem Zug hatte ich meine erste Panikattacke. Für diese Situation muss man wissen, dass ich meinen leiblichen Vater nicht kenne. Dieser hat meine Mutter nach meiner Geburt verlassen und sich danach nie wieder gemeldet. Meine Mutter lernte einen Mann kennen, den sie heiratete als ich sieben war und der war nie nett zu mir. Er schlug mich und machte mich fertig, sagte mir jeden Tag wie wenig ich wert sei. Mein Vater meldete sich am Anfang des Jahres 2009 bei mir und sagte, dass er mich gerne kennenlernen würde. Einmal sah ich ihn dann, zwei Wochen vor Ostern kam er mich besuchen. Danach habe ich geweint und war so glücklich ihn endlich kennengelernt zu haben, da ich mir bis dato immer einen Vater gewünscht hatte. Dann wollte ich ihn besuchen und hatte im Zug meine erste Panikattacke. Mir wurde schlecht, ich hatte Druck auf den Ohren - und ich kann mich nicht mehr genau erinnern, was alles passierte. Ich stand mit Mühe und Not das Wochenende durch, habe mich dann aber nicht getraut mit dem Zug zurück zu fahren. Das war meine letzte Fahrt. Seit dem habe ich grauenhafte Angst, in einen Zug zu steigen. Zurück fuhr ich mit dem Auto und die Angst übertrug sich auf Auto, Bahn, Bus und eben den Zug. Gar nichts ging mehr. Ich kam zurück nach Hause und dachte, alles würde wieder gut sein.

Ich war beim Arzt, da ich damals nicht wusste, was das war was ich da hatte. Der Arzt diagnostizierte eine Panikattacke und zusätzlich einen Eisenmangel mit Blutanämie. Ich bekam starke Tabletten da ich, wenn ich länger gewartet hätte, stationär aufgenommen werden hätte müssen. Diese Tabletten haben - wie ich bis heute der Meinung bin - irgendwas mit meinem Magen angestellt. Ich bekam Sodbrennen, starken Brechreiz, einen Kloß im Hals und war unglaublich nervös. Bis heute ging das nie wieder weg. Nachdem ich bei meinem Vater war, schrieb mein Arzt mich zwei Wochen krank, da ich in ein tiefes Loch fiel. Mein Freund (wir waren damals 1 Jahr zusammen) unterstütze mich wo er konnte. Durch den ständigen Kloß im Hals und die Übelkeit habe ich angst bekommen, jeden Moment erbrechen zu müssen, womit ich bis dato kein Problem hatte. Durch diese ständige Angst bin ich weniger rausgegangen und habe weniger gegessen - ihr kennt das alles. Heute habe ich panische Angst vor dem übergeben. Das kommt weiterhin dazu.
Meine Ärztin empfahl mir eine Therapie und überwies mich an einen Psychologen. Ich ging erst einmal zur Jugendberatung und die Dame dort empfahl mir eine Psychologin. Kurz bevor ich dort begann, konnte ich nichts mehr. Ich stand kurz vor dem Abitur und schmiss dann alles hin (ich war krankgeschrieben und konnte deshalb nicht mehr teilnehmen).
Anfang 2010 zog ich in eine Wohngemeinschaft, die Symptome und immer wiederkehrende Panikattacken konnten nur durch Alk. beschwichtigt werden. Mein Freund betrog mich mit einem 14 Jährigen Mädchen und natürlich trennte ich mich von ihm. Bis heute ekelt mich dieser Gedanke so an und kränkt immer noch mein Ego. (Vielleicht könnt ihr das verstehen.)
Ende 2010 ließ ich mich stationär aufnehmen und war nur 5 Wochen in Behandlung. Medikamente wollte ich keine nehmen da ich Angst vor Tabletten bekommen hatte - bedingt durch die, die ich durch den Eisenmangel nehmen sollte. Die Ärzte waren auch der Meinung, dass ich das vorerst nicht bräuchte. Die Panikattacken mäßigten sich und es ging mit verhältnismäßig gut. Kurz vor meinem Geburtstag kam ich aus der Klinik und zog wieder bei meiner Mutter ein, die sich von dem Stiefmonster getrennt hat. Beziehungen hatte ich seit dem keine mehr. Mal einen Mann hier und da aber wirklich niemanden ernstes. Alles habe ich weggeschoben aus Angst, er könnte mich wieder betrügen oder für jemand anderen verlassen.
Ich habe wahnsinnige Angst, allein zu sein oder krank zu werden. Mit meinen Panikattacken kann ich alleine gar nicht umgehen. Am liebsten rufe ich da meine Mutter, Oma (die für mich immer mehr wie eine Mutter war, denn sie war für mich da) oder eben Freunde an, von denen ich aber auch nicht so viele habe. Schließlich jammere ich bis heute immer nur rum. Inzwischen wohne ich wieder alleine und wohingegen bis dahin alles okay war, wurde es ab dem Zeitpunkt ganz schlimm. Die Panikattacken kamen wieder. Anfang 2012 bin ich bei meiner Mutter ausgezogen, ich habe also etwas mehr als ein Jahr wieder dort gewohnt.
Meine Therapie (Tiefenpsychologisch) habe ich anfang diesen Jahres beendet und eine Verhaltenstherapie begonnen, da ich meine Emo und die Angst vor dem Zugfahren irgendwie in den Griff bekommen will..
Auch habe ich im letzten Jahr mein Fachhochschulreife begonnen und werde jetzt im Mai fertig. Da sind auch die Abschlussklausuren und wenn ich an die denke.. Oh. Gott. Ich. Bekomme. Eine.Panikattacke. Wobei das alles kein Problem sein sollte. Momentan habe ich einen Notendurchschnitt von 1,3 aber meine Klasse ist unfreundlich, ich hasse die Schule und alle dort hassen mich. Zumindest meine Mitschüler. Alle machen sich über mich lustig wenn ich öfter mal im Unterricht rausgehe wenn ich zu dolle Panik habe. Ich versuche das alles nicht so an mich heranzulassen aber irgendwie macht mich das doch total fertig. Mittlerweile stehe ich jeden Tag mit einem Stein im Magen auf. Gott sei Dank ist es endlich vorbei.

Mit meiner Therapie bin ich mittlerweile so weit, dass ich am 25.4. meine Magenspiegelung habe (den Termin habe ich seit 3 Jahren vor mir hergeschoben weil ich zu dolle Angst vor der Betäubung habe) und nächste Woche Montag fahre ich mit meinem Therapeuten Zug. 1:15h eine Strecke. Hin und zurück. Ich kann jederzeit aussteigen. Aber... Ich habe jetzt schon solche Angst. Nur wenn ich auf dem Bahnsteig stehe zittern meine Knie und ich kann kaum noch denken. Mein Herz sticht und ich denke, ich bekomme jeden Moment einen Infarkt.


Ich könnte jetzt noch ewig weiter erzählen. Mal gucken ob das hier überhaupt jemand liest, ich würde mich freuen wenn auch der ein oder andere etwas dazu schreibt. : )

Morgen berichte ich von meinem Tag und schreibe eventuell noch etwas mehr. Das reicht erstmal, ich kann nicht mehr.

13.03.2013 21:59 • 30.05.2013 #1


45 Antworten ↓


Und ob das hier jemand liest, nämlich Dein persönlicher AB-Hypochonder

Aber ernsthaft: ich habe beim Lesen geschluckt. Du schleppst da ein ganz schweres Päckchen mit Dir herum.

Ich bin mir sicher, dass Du hier im Forum viel Verständnis finden wirst, und sicherlich viele lieb gemeinte Ratschläge und motivierende Unterstützung!

Für Deine Zugfahrt nächste Woche drücke ich Dir beide Daumen, und für die geplante Magenspiegelung sowieso! Bis dahin lesen wir sicherlich noch voneinander.

13.03.2013 22:09 • #2



Mein Leben mit der Angst

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Hallo zusammen,

irgendwie war der Tag bisher so Mittel. Heute morgen bin ich relativ gut aus dem Bett gekommen habe aber gefroren ohne Ende.. Mir war schon morgens irgendwie schlecht, nachdem ich Pantoprazol genommen habe (Hat mir mein Gastroenterologe letzte Woche aufgeschrieben) und etwas gegessen hatte ging es. Mir fällt es glaube ich schwer, Hunger von Übelkeit zu unterscheiden. Zu dem esse ich nicht wirklich gerne allein. Habe mit dem Essen schlechte Erfahrungen gemacht - schon in meiner Kindheit. Mein Stiefvater hat mich immer gezwungen und ich musste mich perfekt verhalten was Tischmanieren anging. Ansonsten hab es so Ärger. Naja.

Dann ging's zu Informatik und zu Deutsch. Gott sei Dank war ich um halb 12 wieder auf dem Weg nach Hause. Bin extra zu Fuß gegangen. Vielleicht um die Bahnfahrt dahin zu vermeiden - obwohl es nur 12 Minuten sind - ich habe mir aber gesagt, dass es mir gut tut, draußen zu sein. Trotzdem war ich die ganze Zeit unruhig und gestresst als ich im Unterricht saß. Nachdem ich Schluss hatte (heute Gott sei Dank sehr früh) bin ich noch kurz ins Einkaufszentrum und habe mich dort ein bisschen rumgedrückt.. Durch die Geschäfte gegangen und ein bisschen geguckt. Ohne zu telefonieren oder Musik zu hören. Ich hatte die ganze Zeit Angst und habe aber immerhin 20 Minuten geschafft. Als ich dann Hitzewallungen bekam (das bekomme ich immer, bevor ich umkippe) ging dann gar nichts mehr. Ich wollte einfach nur noch raus und dann ging auch alles wieder. Ich bin auch doof.
Dann gings kurz einkaufen. Hunger.
Essen ging, ich hab einen bisschen gegessen, dann war ich satt. Möglichst alles versucht auf zu essen.. Ganz langsam. Jetzt lerne ich und schaue nach draußen. Die Sonne scheint echt schön. Leider scheint sie nicht in meine Wohnung. Ich muss unbedingt umziehen. Nur noch morgen und dann sind erstmal zwei Wochen Ferien. Ich habe total angst davor. Meine Freunde müssen alle arbeiten und haben nur abends Zeit für mich. Das letzte Mal als ich im Oktober frei hatte, dachte ich werde verrückt. Bin am Ende der Woche (das erste Mal!) im Krankenhaus gelandet weil ich so eine schlimme Panikattacke hatte. Das war auch das erste Mal, dass ich das Gefühl hatte, ich müsste wirklich sterben. Hoffentlich passiert mir das nicht wieder. Ich habe solche Angst und schon überlegt ob ich einen Job annehme um etwas zu tun zu habe. Viel wichtiger ist aber, dass ich es lerne auch mal nichts zutun zu haben.
Jetzt sitze ich hier rum und mir ist schlecht. Habe Angst, dass ich das Essen nicht vertragen habe. Oh man. Ich Hypochonder. Gleich gehe ich mit einer Freundin einkaufen. Möglichst oft in irgendwelche Geschäfte. Ich muss lernen, dass das nicht schlimm ist. Warum ist nur alles so schwer.

Bis später.

14.03.2013 15:45 • #3


Guten Abend.

Schon der zweite Post heute. Aber ich habe jetzt schon das Gefühl, dass es mir hilft hier zu schreiben. Ich liege zwar schon im Bett aber ich habe wahnsinnige Kopfschmerzen. Um 18:00 Uhr hatte ich das dringende Bedürfnis zu trinken, denn ich hatte immer noch dieses Angstgefühl in der Brust. Nach einem Wein ging es dann besser. Einem Glas natürlich. Meine Nachbarin kam vorbei und feierte ihre bestandene Klausur. Danach war ich einkaufen (nochmal!) das ging gut, da ich leicht angetrunken war. Hatte heute zu wenig bzw. zu kohlenhydratarm gegessen.
Bedeutet: Ich habe nicht mehr gelernt oder mich auf den Vortrag morgen vorbereitet, ich schreibe auch eine Klausur. Gerade ist es mir auch total egal was da raus kommt. Danke, Wein. Aber ich weiß, morgen wird das nicht mehr so sein. Ich werde angst haben und mir wird schlecht sein.
Meine Nachbarin ist gerade frisch mit jemandem zusammen und wir haben zusammen ein Gesellschaftsspiel gespielt, ich denke sie wollte mich auch ablenken. Zwar hatten wir Spaß aber die beiden haben viel rumgeturtelt. Vielleicht wisst ihr was ich meine.. Ich freue mich so für sie aber ich bin selbst so einsam, dass ich mir wünsche, dass nachts auf einfach jemand neben mir im Bett liegt.
Eben bin ich noch eine kleine Runde spazieren gegangen und habe vorher echt 3 Zig. geraucht. Früher habe ich 10 Jahre mit ab und zu Unterbrechung geraucht. Aber eigentlich habe ich im Oktober aufgehört. Hoffentlich rutsche ich nicht wieder in diese Sucht.

Ich werde nun schlafen. Gute Nacht an alle. Alles wird gut

14.03.2013 23:38 • #4


Guten Abend meine Lieben,

ich hoffe ihr seid alle stark und es geht euch der Situation entsprechend gut?
Mein Tag war lang und ich will euch nur ein kurzes Update geben. Ich liege schon im Bett und gehe gleich schlafen. Heute war der letzte Tag, ab morgen habe ich frei. Also fast. Aber dazu gleich mehr. Der Tag ging aber schon total schei. los. Es hat geschneit, mit war kalt. Ich habe die Bahn verpasst und musste 40 Minuten zufuß gehen. Hatte eine schwere Tasche dabei und ein unhandliches riesiges Paket, mein Internet auf dem Handy hat nicht funktioniert und deshalb konnte ich keine Musik hören und ich hatte solche Kopfschmerzen, dass ich dachte, ich drehe jeden Moment durch. Meine Laune war so schlecht.. Das kann man sich gar nicht vorstellen.
Zu spät kam ich auch noch und als ich ankam musste ich direkt, noch vor dem ersten Hinsetzen meinen Vortrag halten. Die Lehrerin fand ihn aber super, gab eine 1. Aus dem Stegreif mal eben so geregelt. Gott. Sei. Dank. Habe ich kein Problem frei vor Leuten zu sprechen. Vorausgesetzt ich kenne die alle. Sonst sieht das ganze schon anders aus.
Vortrag geschafft. Es stand also noch die Klausur in Politik aus, für die ich nicht gelernt habe gestern. So ein schei.. Eine gute Freundin und ich wollten uns heute Nachmittag treffen, ein bisschen quatschen. Sie steht mir sehr nahe und bei ihrer Mutter wurde letzte Woche Krebs diagnostiziert. In der Brust. Auch ihre Mutter steht mir sehr nahe, deshalb hat mich das letzte Woche doch relativ umgehaun' aber ich habe es besser weggesteckt als ich dachte.
Die Klausur ging und danach bin ich gleich ins Einkaufszentrum und habe mich mit ihr getroffen.
Schon als ich reinkam und die ganzen Leute gesehen habe wurde mir mulmig und mein Körper kam direkt auf diesen Grundstresslevel den ich eigentlich immer habe. Wir haben dann einen Kaffe getrunken (sollte ich eigentlich nicht, meine Unruhe wird vom Koffein nur schlimmer) und haben geredet. Sie hat die ganze Zeit von ihrer Mutter erzählt und es hat mich natürlich auch interessiert.. Nur habe ich solche Angst, dass mir sowas auch passiert. Mein Gott. Ich will gar nicht an Krebs denken. Bekomme schon eine halbe Attacke wenn ich nur das Wort ausspreche.

Nach dem Kaffee waren wir in verschiedenen Läden. Bei HM dann die erste Panikattcke. Habs überstanden. Habe versucht in der Situation zu bleiben und nicht zu flüchten.. Habe mich abgelenkt und einfach was anprobiert und tatsächlich auch ein Kleid gekauft. Aber es ist rot. Total auffällig. Es sieht so schön aus, aber ich falle dann total auf wegen der Farbe.. Hoffentlich traue ich mich auch, es zu tragen.. Ich hasse es, aufzufallen..

Nach einem Anruf bei meinem Nebenjob hab ich erfahren, dass ich morgen früh um halb 9 bei der Arbeit sein muss. Zwar nur 5 Stunden aber doch nix mit ausschlafen.. Naja. Ich schaffe es schon. Dort lenke ich mich meistens mit putzen ab. Dieser Nebenjob macht zwar Spaß aber ich habe so wenig zutun, dass ich mich oft auf mich konzentrieren kann und so immer angst bekomme. Muss mir unbedingt etwas neues suchen.
Meine Freundin ist dann weg und ich habe mich dann mit meiner Mutter getroffen. Langsam wurde mir schwummerig und ich habe gemerkt, dass ich schon 12 Stunden auf den Beinen und in der Stadt bin.

Habe also nur eine Panikattacke zu verzeichnen während ich 5 Stunden in der Stadt war! Unter Leuten! Freitags! Ich bin stolz auf mich aber auch total müde. Danach habe ich kurz meiner Mutter zu McDonalds gefahren. Ich hasse diesen Laden. Neulich hatte ich da eine total fiese PA. Diesmal ging es aber...

Jetzt bin ich zuhause. Hier ist das totale Chaos. Aber es ging.
Der Tag war mittel. Aber ich bin müde.

Gute Nacht, alles gute euch!

15.03.2013 23:29 • #5


Ein kurzer Stand von mir: Gleich geht es ins Bett. Kann kaum noch die Augen offen halten und bin wirklich so müde.
Musste heute morgen früh aufstehen und arbeiten und es war der Horror. Es war nichts zu tun und ich stand nur rum und hatte keine Aufgabe. Man kann sich kaum überflüssiger fühlen. Auch habe ich mein Tagesziel nicht erreicht was bedeutet ich bekomme bestimmte Ärger.

Naja. Um 14:00 Uhr hatte ich Schluss und bin dann nach Hause, habe gekocht und rumgesessen. Etwas versucht aufzuräumen. Danach war ich einkaufen. Als ich in den RE*L kam war alles total überfüllt. Wie vor Silvester! Überall Menschen und riesig lange Schlange. Vermutlich muss ich euch gar nicht sagen, wie ich mich fühlte. Zittige Knie, Herzrasten, das Gefühl zu ersticken.. Übelkeit.

Irgendwann ging das jedoch vorbei uns ich bin zu meiner Nachbarin gegagngen wie haben ein paar B. getrunken und geredet. Das tat echt ganz gut. Morgen mehr. Liebe Grüße an alle die mitlesen 3

17.03.2013 00:31 • #6


Guten Abend meine Lieben,


Heute. War. Ein. schei.. Tag.
Zumindest die meiste Zeit. Aufstehen ging eigentlich, ich hatte nur direkt schon mal grandiose Kopfschmerzen und totale Verspannungen im Nacken. Vor dem Frühstück gab es das übliche Pantoprazol später dann Paracetamol gegen die Kopfschmerzen. Nach dem ich den Morgen zu gut eingeleitet hatte, entschied ich mich, alleine einen Kaffee trinken zu gehen.
Wer mitliest weiß: Das ist für mich nicht leicht. Vor allem, Sachen alleine zu machen.

Schon als ich los ging und um auf dem Weg kurz Bargeld abzuheben, bekam ich Herzrasen, mir wurde leicht schwummerig und ich hatte totale Hitzewallungen. Gut. Hab ich versucht zu ignorieren und mir zu sagen: Komm Leny, das ist alles psychisch, alles ist gut. Weiter also. Nachdem ich drei Cafés aufgesucht habe, bin ich dann doch bei Starbucks gelandet, auch wenn ich da aufgrund der Steuern (bzw. aufgrund der Steuern die sie nicht in Deutschland zahlen) und dem viel zu teuren Kaffee nicht gerne hingehe. Habe mir, dort angekommen also einen Cappuccino bestellt und mich hingesetzt. Allein. Mir ist dabei aufgefallen, dass die meisten Leuten allein dort sitzen. Komisch. Ich war früher nie alleine Kaffee trinken, deshalb fällt einem das gar nicht so auf: Glaube ich zumindest.
Eine Stunde hab ich ausgehalten, auch wenn ich mich meist mit dem Forum abgelenkt habe, in dem ich ein paar Beiträge durchgelesen habe. Immerhin. Situation und Aufgabe heute gemeistert!

Danach ging es nach Hause und zum Familiengeburtstag. Schwang mich also ins Auto und habe meine Mutter abgeholt. Der Geburtstag war etwas seltsam und hier kommen wir zum schei.. Aus meiner Familie weiß eigentlich kaum wer von der Ernsthaftigkeit meiner PA. Meine Tante und Cousin haben mich in der Klinik besucht aber die wissen eher von der Depression und nicht von der Angststörung.
Es begann schon, dass ich mich hinsetzten wollte und irgendwie aber kein Platz am Tisch war. Also saß ich bei den Kindern am Tisch und mir war total langweilig. Es waren viele Leute in einem kleinen Raum, ich konnte mit niemandem reden und mir ist total schlecht geworden. Habe versucht mich mit Zeitung lesen abzulenken und gehofft, dass die Zeit schnell rumgeht. Nach dem Kuchen gab es eigentlich auch fast schon direkt Abendbrot. Zwischendurch kam das obligatorische Ausfragen einzelner Familienmitglieder, wie es denn läuft, ob ich mich für eine Uni entschieden habe und was mein Job macht. Letzteren können meine Onkel absolut nicht ernst nehmen, da ich ansatzweise das mache, was sie auch beruflich machen - ohne studiert zu haben. Dafür ernte ich meistens abwertende Kommentare, diesmal habe ich aber versucht das Thema geschickt zu umgehen. Hat weitesgehend auch geklappt.
Das Abendessen habe ich gar nicht vertragen, hatte totale Magenkrämpfe und dann kam auch noch das übliche Herzrasten, die Übelkeit und Kurzatmigkeit dazu. Ich fing an zu zittern und bin aus dem Raum raus. Total angefangen zu weinen. Plötzlich kam mein Onkel in die Küche, wo ich saß und irgendwie wenig klar kam. Er ist der, mit dem ich aus der Familie eigentlich am wenigstens zutun habe und ich habe ihm dann auch erzählt, dass morgen die Zugfahrt ansteht. Wer aufgepasst hat, wusste das natürlich aber ich finde es an dieser Stelle erwähnenswert. Morgen um 10:17 Uhr fahre ich das erste mal seit meiner ersten PA im Zug 2009 wieder mit selbigem. Oh. Gott.

Als ich eben endlich wieder nach Hause gekommen bin ging es halbwegs wieder mit der Angst und ich gehe auch einfach gleich ins Bett. Melde mich morgen nach der Fahrt. Ich hoffe, ich schaffe das.
Gott sei Dank hält die Regionalbahn ja alle 5 Minuten und zufällig auch in der Nähe einer psychiatrischen Klinik. Also: Wenn alle Stricke reißen..

Eure hoffnungsvolle Leny!

17.03.2013 22:28 • #7


Hallo leny,
ich drücke Dir die Daumen für Morgen. Es wird nichts passieren, lass die Angst ruhig kommen und schau sie Dir einfach ganz genau an. Beobachte die Symptome, spüre Sie und lass Sie zu. Bleib mutig und gib der Angst keine Macht über Dich. Steh es durch und Du wirst einen kleinen Sieg über Deine Angst erzielen. Kopf hoch, Brust raus und ruhig Atmen, stell dich der Angst.
Wünsche Dir viel Kraft, Mut und Ausdauer. Ich denke morgen an Dich.
Herzliche Grüße
Pius

17.03.2013 22:49 • #8


Hallo Pius,

danke für deinen Zuspruch, schön, dass hier Leute mitlesen.
Soweit der Plan. Ich hoffe, ich schaffe das und breche nicht schon bevor ich einsteige zusammen.
Berichte morgen. Danke, Danke, Danke.

Liebe Grüße, Leny

17.03.2013 22:51 • #9


Hallo leny,
werde morgen nachlesen wie es dir ergangen ist. Keinen Rückzieher, kämpfen,kämpfen und nochmals kämpfen.
Ich möchte morgen eine positve Nachricht lesen und freue mich für dich.
Das Leben ist zu schön, um es sich von der Angst so versauen zu lassen.
Herzliche Grüße
Pius

17.03.2013 23:00 • #10


Guten Morgen zusammen!

Gleich gehts los. Ich nehm's mit Humor.
Komme was wolle. Ich fahre gleich Zug. Ohhhh, ich habe Angst. Magenschmerzen, mir ist schlecht! Habe total mies geschlafen und bin gefühlte 10 mal aufgewacht. Bin schon seit sieben wach und habe Serien geguckt um mich abzulenken. Ich denke, ich gehe gleich mal los. Zufuß zum Bahnhof. Schonmal etwas bewegen und dann vielleicht noch einen Kaffee trinken. Dann schiebe ich die Symptome einfach auf Koffein
Ich bin super nervös aber auch hoffnungsvoll, dass ich die Ängste danach etwas besser im Griff habe. So kann es nicht weitergehen. Geist über Körper, ich schaffe das jetzt. Habe für heute Nachmittag einen Friseurtermin gemacht, ich glaube ich brauche eine Veränderung.
Einen kleinen Schubs in die richtige Richtung.

An alle, die gerne lesen. Motiviert hat mich dieses Buch:

http://www.amazon.de/Ar.ück-Leben/dp/3517086533

Aus ihm stammt auch meine Signatur. Der Autor schreibt humorvoll. Das Buch ist der Hammer.
Okay, ich drücke mir jetzt schonmal selbst die Daumen.

Gleich gehts los. Hiiiilfeeee.

18.03.2013 08:45 • #11


Hallo leny,

ich schreibe Dir zum ersten Mal. Deine Mut und Schritt sind bewunderungswert!
Ich fühle Deine Kraft mit, der gegen die Angst und Unruhe wirkt.

Ich sehe schon, dass Du schaffst!
Liebe Grüße,
Nadeshiko

18.03.2013 09:04 • #12


Leny,

ich warte so sehnsüchtig auf Deinen Bericht!

Ihr habt auch ausgerechnet einen Tag erwischt an dem die Bahnen mehr bestreikt als gefahren werden...

Denke an Dich!
Ninia

18.03.2013 15:00 • #13


Hallo ihr Lieben

So jetzt endlich mein Bericht von meiner Zugfahrt.

Ich habe, wie schon erwähnt super schlecht geschlafen und hatte auch gestern Abend einen Heulkrampf weil ich solche Angst hatte. Bin schon um sieben Uhr aufgewacht und konnte nicht mehr schlafen. Habe mich dann mit einer Serie abgelenkt und dann gefrühstückt und fertig gemacht. Um 10 Uhr war treffen mit meinem Therapeuten am Bahnhof. Bin um neun zufuß losgegangen und hab mir dann noch einen Kaffee bei McDonalds getrunken. Auf dem Weg dahin war mir total schlecht und ich hatte einen fetten Kloß imm Hals. Schon 100 Meter von meinem Haus entfernt standen mir die Tränen in den Augen. Am HBF angekommen ging es dann aber. Ich habe mich auf die Symptome konzentriert und versucht die zuzulassen. Hat auch gut geklappt. Wir sind dann in den Zug gestiegen. Dieser fuhr dann aber erst 5 Minuten später los weil noch ein ICE überholt hat. Die Panik stieg leicht an und war auf einer Skala von 1-10 so bei 6.
Als er dann losfuhr ging es aber. Wir sind mit der Regionalbahn gefahren und hatten uns schon einen Halt ausgesucht von dem wir praktisch wieder zurück fahren konnten. 5 Minuten später würde die RB zurückfahren. Wie schon erwähnt hatten wir aber 5 Minuten Verspätung. Habe die Zugfahrt hin KOMPLETT ohne PA überstanden und war top motiviert wieder zurück zu fahren. Als wir ausgestiegen sind sahen wir schon den Zug zurück und in dem Moment fuhr er los. Mir ist das Herz in die Hose gesunken. schei. dachte ich mir.

Mein Therapeut war glaube ich etwas enttäuscht, dass ich keine PA hatte weil das genau der Sinn war. Die Panik durch Angst machen immer weiter oben zu halten damit ich mich an die Symptome gewöhne. Da die RB aber bekanntlich alle 3 Minuten an einem Bahnhof hält hätte ich ja jederzeit aussteigen können. Ich war aber total entspannt und freute mich fast auf die Rückfahrt.
Wir entschieden uns dann mit dem IC zurück zu fahren, der fuhr auch ziemlich im Anschluss. Der hält gar nicht und mein Puls ging auf 120, mir wurde schwummerig, ich hatte das Gefühl dass ich jederzeit umkippe. In der RB hin waren auch gar keine Menschen wir saßen allein im Abteil. Auf der Rückfahrt war es dann anders. Es war total voll. Das war mir so unangenehm. Die Panik dümpelte weiter bei 6 rum ging aber nach 10 Minuten gegen 0. Wieder zuhause angekommen war ich so glücklich und stolz auf mich, dass ich es geschafft habe.

Endlich. Nach 4 Jahren wieder Zug gefahren. Jetzt will ich es alleine ohne meinen Therapeuten nochmal schaffen. Mal sehen wo ich hinfahre.

Ich habe viele Nachrichten erhalten und auch hier Posts mit Zuspruch, die mir Mut gemacht haben. Danke dafür. Ihr seid super! Ohne euch hätte ich es vermutlich nicht geschafft sondern hätte es abgeblasen.

Danke, Danke, Danke.

Liebe Grüße, Leny

18.03.2013 18:51 • #14


Leny, ich bin soooooooooooooooooo stolz auf Dich

18.03.2013 20:32 • #15


Hallo leny,
ich freue mich für Dich und Du kannst wirklich sehr stolz auf Dich sein.
Mach unbedingt weiter und Du wirst den nächsten Erfolg einfahren.
Hab an Dich gedacht, wie es Dir wohl bei Deiner Angstbewältigung gehen wird.
Viel Mut und Kraft für Deine nächsten Schritte.
Herzliche Grüße
Pius

18.03.2013 21:04 • #16


Danke ihr Lieben

18.03.2013 21:09 • #17

Sponsor-Mitgliedschaft

Hey Leny,

du bist eine Power-Frau, weißt du das? Ich habe deinen Thread heute zufällig gelesen, war am Stöbern hier und da auf psychic.de, da ich mal wieder mit akuten psychosomatischen Beschwerden (*nerv*) herumhampel und mich die Artikel schon recht gut 'erden'. Dabei war ich im Forum und bei deiner Geschichte 'hängengeblieben'. Aus deinen Beiträgen lese ich, dass du sehr selbst-bewusst bist und eigentlich auch genau weisst, was du schaffen möchtest. Und ich bin überzeugt, dass du das schaffst. Denn du lässt dich nicht von anderen von deinem Weg abbringen. Klasse. Mach weiter so! Alles Liebe und Gute!

Sandra

18.03.2013 21:28 • #18


Hey Sandra,

danke für deine Worte, ich freue mich immer über Zuspruch und vor allem Leute die mitlesen und ab und zu kommentieren. Selbstbewusst bin ich leider fast gar nicht.. Vielleicht kommt das hier nicht so richtig rüber.
Aber: Siehe Signatur. Geht doch stellt in meinem Leben keine akzeptable Kategorie mehr dar. Ich bins Leid! Und vielleicht kann der ein oder andere von meinem Tagebuch profitieren oder für sich da etwas rausfinden.
Danke!
Ich wünsche Dir alles Gute!

Liebe Grüße und alles Beste!

Leny

18.03.2013 21:38 • #19


Ich habe neulich bei einem interessanten Vortrag gelernt, dass es einen Unterschied gibt zwischen selbst-bewusst (im Sinne von mir meiner selbst mit allen Stärken und auch Schwächen bewusst) und selbst-sicher - deshalb bleibe ich bei meinem Statement

Für heute will ich aber gar nicht mehr kommentieren, ich bin platt und meine Wanne ruft

Liebe Grüße, auch an die anderen Mitleser und -poster!

Sandra

18.03.2013 22:27 • #20



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